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34 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die "offene Gesellschaft" als Ideal des "Kritischen Rationalismus"
Karl R. Popper hat mit der "offenen Gesellschaft" eines der Schlagwörter der Politikwissenschaft des 20. Jahrhunderts geschaffen.

Auch wenn er der Entstehungszeit entsprechend gegen Hitler und Stalin schreibt, gilt seine Kritik Platon, Hegel und Marx, deren Denken erst totalitäre Regime begründen konnten.

Popper ist Vertrer des...
Veröffentlicht am 19. Mai 2007 von Tartschthomas

versus
6 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Plato nicht verstanden
Popper hat Plato nicht verstanden. Platos Idealstaat war nie als Rezept für die Realisierung eines konkreten Staates gedacht, sondern ist eine Fiktion, anhand der der für Plato zentrale Begriff der Gerechtigkeit sowie die Ideenlehre diskutiert werden. Im Buch selbst wird klar gesagt, dass der geschilderte Staat nicht realisierbar ist. Empfehlung: Statt Popper...
Veröffentlicht am 28. Juni 2010 von Timaios


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34 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die "offene Gesellschaft" als Ideal des "Kritischen Rationalismus", 19. Mai 2007
Rezension bezieht sich auf: Gesammelte Werke 5: Die offene Gesellschaft und ihre Feinde, Band 1: Der Zauber Platons (Taschenbuch)
Karl R. Popper hat mit der "offenen Gesellschaft" eines der Schlagwörter der Politikwissenschaft des 20. Jahrhunderts geschaffen.

Auch wenn er der Entstehungszeit entsprechend gegen Hitler und Stalin schreibt, gilt seine Kritik Platon, Hegel und Marx, deren Denken erst totalitäre Regime begründen konnten.

Popper ist Vertrer des "Kritischen Rationalismus", die davon ausgeht, dass es keine vorurteilsfreien Erfahrungen geben kann. Gegen Kant geht er auch davon aus, dass es gültigen erfahrungsfreien Erkenntnisse (Erkenntnisse a priori) gibt. Alles Wissen ist damit vorläufig. Und Offenheit und die Fähigkeit zur Revision sind die Grundtugenden des Wissenschaftlers.

Damit wendet sich Popper gegen den Historizismus in den Geistes- und Sozialwissenschaften, der sich in bisherige Ideale und Utopien ausdrückt, die unweigerlich zur Gewalt gegen den Menschen und der Beschenidung seiner Freiheit führen.

Popper stellt dem das normative Ideal einer "offenen Gesellschaft" gegenüber, dem sich moderne Staaten annähern sollen.

Freiheit in dieser offenen Gesellschaft ist negative Freiheit als Schutz vor Zwängen und Repressalien, die staatlich garantiert und geschützt werden. Dabei ist Poppers Freiheit nicht eine schrankenlose Freiheit, sondern die Freiheit des einen endet bei der Beeinträchtigung der Freiheit des anderen. Dabei spricht er wie John Stuart Mill von "Verbeserung" der Gesellschaft und Politik, macht aber nur selten konkrete Vorschläge, wie dieses Ideal verwirklicht werden kann.

Explizit wendet er sich gegen Platons Lehre der Philosophenherrschaft die fragt: "Wer darf regieren". Sondern Popper fragt: "Wie wird man schlechte Regierungen wieder los?"

Dabei nähert sich die pluralistische Demokratie mit institutioneller Gewaltenteilung, periodischen Wahlen, Interessenkonkurrenz und Meinungspluralismus am ehesten der "offenen Gesellschaft" an.

Auch wenn Popper konkrete Vorschläge vermissen läst, berührt seine Theorie die politische Grundfrage, wie die individuelle Freiheit zu gewährleisten ist. Mithin die Wähler vor den Gewählten geschützt werden können.

Auch im 21. Jahrhundert eine brennende Frage.

Sehr empfehlenswert.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sehr lesenswert auch noch heute, 1. September 2013
Rezension bezieht sich auf: Gesammelte Werke 5: Die offene Gesellschaft und ihre Feinde, Band 1: Der Zauber Platons (Taschenbuch)
Obwohl man über Poppers Einschätzung in Bezug auf Hegel, Marx und Plato streiten kann, muss doch festgestellt werden, dass er recht hat, wenn er sagt, Gesellschaften sollten langsam und schrittweise verändert werden und der Mensch nicht als Mittel als Zweck missbraucht werden.

Diese Erkenntnis ist nicht nur im Hinblick auf faschistische und kommunistische Gesellschaften, sondern auch auf Einführung übernationaler Währungen und dem blinden Glauben an die Effizienz- und Gleichgewichtswirkungen freier Märkte wichtig.

Das Buch ist somit sehr empfehlenswert und sollte von jedem gelesen werden.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Popper-Polemik gegen Platon und seinen Elitismus, 20. Januar 2013
Von 
Serenus Zeitblom (Köln, Europa) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 100 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Gesammelte Werke 5: Die offene Gesellschaft und ihre Feinde, Band 1: Der Zauber Platons (Taschenbuch)
Eins der Bücher, die nach einem Verleihen "verschwanden", schade um die ganzen Notizen. Nachgekauft habe ich es also neulich in der günstigen Taschenbuchvariante von Mohr Siebeck (2003 (8)), und es wartet schon angeregt im entsprechenden Regal.
Kurzfassung: Gutes Kontra-Buch zum großen Platon und seinen diversen Liebhabern. Für Popper ist Platon ein elitärer Autokrat. Natürlich hat er ihn im Original gelesen und studiert. Vor hundert Jahren wäre man ohne Griechisch und damit Plato nicht gebildet gewesen, so dass Plato - der in seinen Schriften Sokrates als seine Sprachperson nutzte - tatsächlich auch direkten großen Einfluss hatte. Vor dem Hintergrund der großen europäischen Katastrophe des deutschen Faschismus hat Popper einen Ideen-Vorläufer identifiziert und führt entsprechende Stellen an. Plato nicht alles glauben, Popper aber bitte genauso kritisch lesen, wobei Karl Popper deutlich offener, klarer, inkl. zahlreicher Fußnoten argumentiert als der Athener :-)
Zu verschreiben zum Graecum, vor einem Politik- oder Philosophiestudium oder einfach, um ein großes Buch des 20. Jahrhunderts 'mal genüsslich durchgezogen zu haben (2. Band übrigens gleich auch mitnehmen). Viereinhalb bis fünf Sterne.

Weil Amazon derzeit die beiden Bände als ein Buch zu betrachten scheint, auch noch hier etwas zu Band 2. Da geht Popper vor allem die Idealisten und aus seiner Sicht totalitären Denker des 19. Jahrhunderts an, einschließlich sogar Kants, doch vor allem die folgenden deutschen Philosophen wie Hegel und Marx. Ihre Gedanken hätten die damaligen Katastrophen Faschismus und Bolschewismus erst ermöglicht. Statt große Entwürfe von oben durchdrücken zu wollen, sei die Frage, wie man falsche Regierungen ohne Blutvergießen wieder losbekommt, wie man fatale falsche Entscheidungen verhindert, wie man also evolutionär vorgeht und den Verstand anwendet. dadurch soll eine Gesellschaft offen sein und bleiben. Sehr sympathisch, geradezu "grün", obgleich Popper den Unterschied durch die jeweilige ökonomische Macht unterbelichtet und er in den 1960ern zu einer Hassfigur der damaligen Linken avancieren sollte. Der LSE-Philosoph hat auch im zweiten Band dem Geraune und quasireligiösen Offenbarungsanmaßungen die Flügel gestutzt, zu einem dogmatischen Nur-Popperianer hat er mich nicht gemacht - und das ist ja auch gut so. Auch für diesen Band viereinhalb bis fünf Sterne.
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10 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Kampf gegen das totalitäre Böse, 8. Dezember 2005
Von 
Rolf Dobelli (Luzern, Schweiz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (HALL OF FAME REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Gesammelte Werke 5: Die offene Gesellschaft und ihre Feinde, Band 1: Der Zauber Platons (Taschenbuch)
Mit der "offenen Gesellschaft" prägte Karl Popper ein Schlagwort, das das Selbstverständnis vieler moderner Demokratien mitbestimmt hat. Grundmerkmale einer offenen Gesellschaft sind die Fähigkeit und die Bereitschaft zur Veränderung; das setzt Diskussionsfähigkeit und Meinungsfreiheit voraus. In offenen Gesellschaften gibt es keine Dogmen. Die geltenden Regeln bilden sich im demokratischen Diskurs. Geschlossene Gesellschaften hingegen haben starre Strukturen, die die Angst vor Veränderung ausdrücken. Das Buch ist geprägt von Negativerfahrungen mit den beiden großen totalitären Systemen Faschismus und Kommunismus, aber es stellt sie auch in einen historischen Zusammenhang. Popper zeigt auf, "dass sich diese Zivilisation noch immer nicht von ihrem Geburtstrauma erholt hat" - gemeint ist der Übergang aus der Stammesgesellschaft mit ihrem magischen Denken zu einer Gesellschaft, die die kritischen Fähigkeiten des Menschen freisetzt. Popper war 1937 vor den Nazis nach Neuseeland geflohen, wo er unter großen Entbehrungen das Buch schrieb. Es ging ihm aber nicht nur um den Kampf gegen den Totalitarismus. Auf theoretischer Ebene versuchte er seine kritisch-rationalistische Methode auf die Sozialwissenschaften anzuwenden: Für ihn ist es ein bestimmendes Merkmal offener Gesellschaften, Kritik an ihren Ideen zuzulassen.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Immer noch aktuelle Götzendämmerung für eine menschlichere Zukunft, 8. Juni 2009
Dieser Band und der erste Band über Plato waren ursprünglich verfasst worden, um den geistigen Hintergrund für das Entstehen von Diktaturen wie der des Dritten Reiches in Deutschland aufzudecken und um für eine bessere, demokratische Welt zu kämpfen. Beide Bände sind nach wie vor aktuell; sie sind ein intellektuelles Abenteuer. Die Lekture der beiden Bände macht deutlich, dass das Denken und und die Heilsversprechungen einiger prägender Gestalten des Abendlandes zumindest unbewußt immer noch fortwirken. Popper zeigt, inwieweit dieses Denken zu einer Verachtung des Rechts des Individuums auf sein Glück und zu einer Überbetonung des Staats führt, und dass Heilsprophezeihungen unerfüllbar bleiben. Wer die geistigen Grundlagen unserer gegenwärtigen Welt erkennen will, und wer an der Schaffung einer besseren Welt interessiert ist, wird durch die Lekture der beiden Bände reich belohnt werden.
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14 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Impfung gegen schlechte Einflüsse, 26. Juli 2004
Von 
Rezension bezieht sich auf: Gesammelte Werke 5: Die offene Gesellschaft und ihre Feinde, Band 1: Der Zauber Platons (Taschenbuch)
Nur wenige andere Bücher haben mich so stark beeinflusst wie gerade dieses. Wie hier einer die schlechten Einflüsse der philosphischen Tradition aufzeigt, wie er die Grossen beim Wort nimmt und sie temperamentvoll demontiert, dass hat mich gegen alles Wischiwaschi und alles Freiheitsfeindliche immun gemacht.
Wer Plato liest ohne Poppers Kommentar dazu zu kennen, der läuft Gefahr, einem falschen Propheten aufzusitzen. Poppers Buch ist der definitive Einwand, der Bestand haben wird, auf alle Zeiten, denn die Konfliktlinie geht nicht unter: Die Feinde der Freiheit sitzen unter uns!
Zusammengenommen: Bitternötig und unverzichtbar. Muss man gelesen haben, unbedingt.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Klassiker mit Schwächen, 17. August 2010
Von 
Benedictu - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Gesammelte Werke 5: Die offene Gesellschaft und ihre Feinde, Band 1: Der Zauber Platons (Taschenbuch)
Den Rezensionen zu einem solchen bedeutsamen Werk muß man nichts hinzufügen, außer vielleicht dem Hinweis auf gute Sekundärliteratur zu seiner Reflektion. Das Buch von Harald Stelzer Karl Poppers Sozialphilosophie. Politische und ethische Implikationen aus dem Jahr 2005 liefert unentbehrliches Material zur kritischen Auseinandersetzung mit Poppers Sozialphilosophie und den Grundlagen der westlichen Demokratien.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eines der wichtigsten Bücher überhaupt, 12. Oktober 2009
Rezension bezieht sich auf: Gesammelte Werke 5: Die offene Gesellschaft und ihre Feinde, Band 1: Der Zauber Platons (Taschenbuch)
Die offene Gesellschaft und ihre Feinde ist das vielleicht wichtigste politische Buch des 20. Jahrhunderts und der Aufklärung. Mit klarem Verstand und wissenschaftlicher Methodik, macht Popper sich daran, zu analysieren, welche politischen Philosophien in eine offene Gesellschaft führen und wie erschreckend lange bestimmte Argumentationsmuster der Feinde der offenen Gesellschaft nachwirken und immer wiederauch als scheinbar neu präsentiert werden. Popper ist ein ausgesprochener Kenner der Philosophie und ein sehr stringenter wissenscahftlicher Denker. Da unterscheidet er sich dann auch sehr deutlich von Denkern wie von hayek. Was dieses Buch auszeichnet, ist jedoch auch die Leidenschaft mit der es angesichts der Gefahren für Freiheit und demokratie in den 40er Jahren geschrieben wurde. Popper ist ein leidneschaftlicher und kämpferischer Freund der Freiheit. Was dieses Buch gerade heute so wichtig macht ist, dass gerade jetzt wieder viele vermeintliche Heilsbringer agieren und man die perfiden Argumentationsmuster eben deutlich in die vor-aufklärerische Zeit zurückverfolgen kann. Gerade der zweite Band macht deutlich, was dann die zwangsläufigen und systemimanneten Folgen solcher Philosophien sind.
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6 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein rationalistischer oder humanistischer Standpunkt, 21. März 2007
Von 
Bernd Kotz (Essen, Germany) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Gesammelte Werke 5: Die offene Gesellschaft und ihre Feinde, Band 1: Der Zauber Platons (Taschenbuch)
Karl Popper versucht im ersten Band die Lehre Platons zu entzaubern. Dabei hat er zwei verschiedene Ansichten der Sozialwissenschaften. Der Historizismus folgt der Lehre von Platon und Heraklit. Heraklit sagt, dass alles im Fluss ist und er glaubt an ein Schicksalsgesetz. Platon folgt dieser Lehre und möchte den Prozess des Verfalls durch den perfekten Staat aufhalten. Der perfekte Staat ist der bestmögliche Staat. Er zeichnet sich durch eine hierarchische Struktur auf, die in Klassen eingeteilt ist, in Herrscher, Wächter und Krieger. Jeder Verfall löst den besten Staat durch einen schwächeren Staat ab. Die Demokratie liegt aus Platons Sicht am Ende dieser Reihe. Sie wird nur noch durch die Anarchie unterboten. Mit den Formen und Ideen wird dieser Prozess beschrieben. Es hat den Anschein, dass der perfekte Staat nur durch eine reine Rasse aufrecht erhalten wird. Jede Art von Individualität muss in diesem Staat kontrolliert werden.

Der zweite Band beschäftigt sich mit der Philosophie von Hegel und Marx. Hegel folgt der Philosophie von Platon und Aristoteles. Der Staat steht auch bei Hegel im Mittelpunkt seiner Betrachtung. Der Historizismus von Hegel liegt in der Verehrung des Staates. Für ihn verkörpert der Staat den Geist der Nation. Der Staat soll sich im Wettbewerb mit anderen Nationen messen. Damit stützt er die preußische Verehrung des Staates. Hegel glaubt wie Heraklit an ein Schicksalsgesetz. Dabei wird die Geschichte als Beurteilungsmaßstab genommen. Nur die erfolgreichen Staaten sichern sich ihren Platz in der Geschichte. Mit seiner Essenz schließt er sich Aristoteles an. Den Dingen auf den Grund gehen, das ist es was ihn antreibt. Für Karl Popper ist die Dialektik Hegels die Verdrehung der Dinge in das Gegenteil. Damit verkennt er die Funktion der Dialektik. These, Antithese und Synthese ist mehr als die Verdrehung der Dinge in das Gegenteil.

Hegel ist dem Idealismus verpflichtet. Marx kritisiert Hegel diesbezüglich. Für ihn ist er nicht materialistisch genug. Die Entfremdung des Menschen im Produktionsprozess ist seine Deutung der Geschichte. Sein Ansatz ist ökonomisch begründet. Er will den Menschen aus seiner Not führen und ihm die Prophezeiung einer klassenlosen Gesellschaft geben. Marx argumentiert, dass es durch die Akkumulation der Produktionsmittel zu einer Tendenz der Vermehrung des Reichtums und des Elends kommt. Popper widerlegt seine Sicht, da es zu einer Vielzahl von Lösungen kommen kann. Aus seiner Sicht ist seine Prophezeiung nicht zwingend und eindeutig genug.

Die offene Gesellschaft stellt Poppers Sozialtechnik dar. Es ist seine zweite Sichtweise auf die Sozialwissenschaften. Seine Sozialtechnik bildet Organe und Institutionen heraus. Der Mensch ist sein eigener Souverän. Eine moderne Demokratie sorgt für sich selbst und lässt schlechte Politiker eine kurze Zeit erleben. Die Demokratie löst sich selber aus den Zwangen der Herrscher. Die Minorität muss einen friedlichen Wechsel erreichen können. Für ihn stellt die Individualität die Basis für einen liberalen und offenen Staat dar. Dabei verfolgt er eine Status Quo orientierte Sicht auf die Gesellschaft. Er sieht sich in der Tradition von Perikles und Sokrates. Für ihn ist der Totalitarismus der Feind der offenen Gesellschaft.
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7 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das ist Philosophie., 2. August 2007
Rezension bezieht sich auf: Gesammelte Werke 5: Die offene Gesellschaft und ihre Feinde, Band 1: Der Zauber Platons (Taschenbuch)
Erst durch Popper habe ich viele unmenschliche Ideologien durchschaut. Die Lektüre ist jedem zu empfehlen.
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