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Kundenrezensionen

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am 29. Dezember 2002
Anfänglich habe ich nur unwillig zu diesem Buch gegriffen, da ich es für den Deutsch-Unterricht lesen musste, aber schon nach der ersten Seite war ich von diesem Buch zutiefst gefesselt. Schon nach kurzer Eingewöhnung, ist es ein wahres Vergügen Robert Schneiders doch etwas ungewöhnlichem Erzählstil zu folgen, der es meisterhaft versteht, die triste und harte Realität der Bauern vergangener Zeiten mit dem Märchenhaften und Wunderbaren zu verbinden. Inmitten der unsäglichen Trostlosigkeit des Vorarlberger Bergbauern-Daseins im 19. Jahrhundert, lässt er Elias Alder, gleich einem Wunder, erstehen. Ein Mensch mit einer nahezu unglaublichen musikalischen Begabung und der Fähigkeit wahrhaft und mit aller Leidenschaft zu lieben. Leidenschaften an denen er letztendlich zerbrechen wird.
Ich habe auch einige der anderen Kritiken gelesen, und muss sagen, dass sie dem Buch teilweise unrecht tun. Meist geschrieben von Schülern, die in einem liebevollen und fürsorglichen Elternhaus aufwachsen, und darum nicht nachvollziehen können was bittere Armut, Ausweglosigkeit und ungebildeter Fanatismus mit Menschen anrichten kann, und diesem Buch Irrealismus vorwerfen. Aus Erzählungen meiner Mutter, über ihre eigene Mutter, Großmutter und Urgroßmutter, die aus dem bäuerlichen Milieu stammten, weiß ich jedoch, dass diese Beschreibung der bäuerlichen Lebensweise vergangener Zeiten, näher an der Realität ist, als wir uns das heute glüchklicherweise vorstellen können.
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am 2. August 2009
Das stösst Johannes Elias Alder, verbittert und enttäuscht, seinem Gott entgegen. "Wenn Du uns den freien Willen gegeben hast, dann will ich jetzt davon kosten." Da schreiben wir das Jahr 1825 in dem kleinen, Vorarlberger Ort Eschberg. In diesem Jahr wird Robert Schneiders Roman, der aus dem Jahr 1992 stammt, enden. Er beginnt 1803 und in den folgenden Jahren nimmt uns Schneider mit in den kleinen Ort, der nur zwei Familienzweige beherbergt.

Elias ist ein seltsames Kind. Seine gelben Augen stempeln ihn von Anfang an zum Außenseiter. Dazu kommt, dass der Junge ein "universelles Gehör" hat, jeden Ton erkennt und jeden Missklang sofort wahrnimmt. Elias kann alle Stimmen nachahmen, in allen Tonlagen singen und ist ein Orgelspieler, wie ihn die Welt noch nicht gehört hat. In dem kleinen Bergdorf hilft ihm das jedoch nicht weiter, da kein Musikkenner sich nach Eschberg "verirrt".

Als Elias durch einen Zufall doch noch in den Genuss kommt, die Kirchenorgel spielen zu dürfen, steigt sein Ansehen im Dorf. Er wird sogar als Lehrer eingesetzt.
Sein Cousin Peter, der ihn schon lange bewundert und auch auf erotische Weise anziehend findet, lebt bei weitem kein so gutes Leben wie Elias. Er hasst den Vater und steckt schon als Kind das eigene Haus an. Elias weiß davon, verrät den Cousin jedoch nicht.

Außer Peter gibt es dann noch Elsbeth in Elias Leben; Peters Schwester. Elias fühlt sich zu der jüngeren Elsbeth hingezogen, seit er ihren Herzschlag "gehört" hat. Für ihn ist diese Liebe von Gott gewollt und sein Ein und Alles. Als Elias jedoch feststellen muss, dass Elsbeth sich für einen anderen entschieden hat, verliert er seinen Glauben an Gott. Er zweifelt an ihm, das ist der Anfang vom Ende...

-Schlafes Bruder- ist alles andere als leichte Kost zum zwischendurch hören. Robert Schneider hat einen kantigen, knorrigen Roman mit Ecken und Kanten in die Manuskriptseiten getippt. Gerade durch diese sperrige Variante der Geschichte schafft Schneider es jedoch punktgenau die Zeit des frühen 19.Jahrhunderts in den Bergen der Alpen einzufangen. Ein Kniff, der perfekt funktioniert.

Fritz Hammel schafft es als Vorleser diese Sprache so hart und klar vorzutragen, wie sie gesprochen werden will. Das ist anfänglich gewöhnungsbedürftig, nimmt uns aber mit jeder Minute mehr und mehr gefangen.
-Schlafes Bruder- wirkt dabei wie eine imaginäre Zeitmaschine. Steigen sie ein und lassen sie sich in die urbane Welt der Bergbauern zurückführen. Hören sie Fritz Hammel zu, wenn er den starken Glauben des Elias Alder preist, nur um ihn später zu zermalmen. Eine beeindruckende Geschichte, die in jedem Fall hörenswert ist.
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am 27. Dezember 2005
Eine grandiose Sprache beherrscht der 1961 geborene Robert Schneider, wie es scheint, schlafwandlerisch und mit handwerklerischem Geschick, aber was er auf diesem goldenen Boden erschafft, ist nichts Geringeres als "ein unvergessliches Buch" (Gérard Meudal, Libération) und "Staunen und Freude" (Elias Canetti). Denn über die gründliche stilistische Fertigkeit hinauswachsend treibt Schneider skurrile Ideen und fiktive Lebensentwürfe durch seine Zeilen, die sich um all die kleinen und großen Menschengefühle und Leidenschaften ranken und - den inneren Aufruhr krönend - um eine tödlich passionierte Liebe, auf deren sinnentleerter Kehrseite die jedoch weitaus tödlichere Leidenschaftslosigkeit steht.
Was schließlich in den Tod, "Schlafes Bruder" nämlich, mündet - ist es das Leid der Sehnsucht oder ist es das Leid der Sinnleere? -, darüber darf der mit neuem Sehnen angefüllte Leser nach Schließen des Buches nun selbst ausgiebig sinnieren. Wachgerüttelt ist er allemal, und im kalten Rauch des unvergesslichen Schwelbrandes, den das literarische Feuerwerk hinterlässt, schweben die gefährlichen Fragen nach dem Großen im menschlichen Dasein, die man doch so gerne - der Ruhe zuliebe - überhören mag. "Wer liebt, schläft nicht!", erinnert uns der Protagonist Elias Alder mit penetranter Dissonanz an etwas, das in uns gefälligst wachzubleiben hat, wollen wir nicht schon Jahrzehnte vor unserem Tod gestorben sein! Das Leben könnte so schön sein - wäre da nicht die aus jeder süßen Ruhe herausreißende Übermenschstimme eines Elias, der sich am Ende seines romanhaften Lebens - oder ist es vielleicht doch eine historische Dokumentation, wie uns Schneider immer wieder stilistisch suggerieren mag?! - freilich selbst zu Tode erweckt hat.
Denn "wer liebt, schläft nicht!" und folglich muss sterben, wer wirklich leidenschaftlich leben will. Mit diesem tonnengewichtigen Steinschlag lässt uns Schneider allein, und jeder nichtsahnende Leser muss sich nun überlegen, wieviel Schlaf er fortan in sein Leben einlassen möchte...
Das Große, mit dem der Roman uns wachrüttelt, wurde angesiedelt in einem kleinen "gottverlassenen Flecken des Landes, in einem inzüchtig abgelegenen, Bergdörfchen, und in der von uns Heutigen ebenso verlassenen Zeit um 1800. Gänzlich unbedeutend scheint der Rahmen für uns Heutige zu sein, und aus dieser vollkommenen Unaktualität webt Schneider gelassen Bedeutung um Bedeutung, die den Roman erbarmungslos jetztzeitig macht und "wie eine Droge wirken" (Martin Doerry, Der Spiegel) lässt. Dazu die wilden, gänzlich unakademischen musikalischen Ausbrüche des Elias Alder! Diese übermenschlichen Klangtsunamis schließlich führen unsere Geschichte in eine jenseitige Welt hinein, und man erahnt die allgegenwärtige Transzendenz, die den einfachen, bodenständigen Worten Schneiders innewohnt. Und das verzweifelte Kreischen des bloß materiell exsístenten Menschen nach jenem Mehr, das ihm auf Erden stets verloren zu gehen droht, hört der Leser klirrend leise aus seinem eigenen Mark und Bein erschrillen.
***
Ein seltenes literarisches Kleinod, das allerdings nicht die richtige Lektüre ist, wenn man gerne beim Lesen ein wenig entspannen möchte! Wer sich aber von einem fulminanten Kunstwerk an- und aufregen lassen, aufrütteln lassen möchte, wer Lebensfragen nach Sehnsucht und Sinnlehre in einer hervorragend zugeschnittenen Geschichte lesen will, der kann auf Schneiders zeitlosen Roman zugreifen und wird ihn im Leben nicht mehr vergessen!
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am 23. Dezember 2007
Unglaublich daß das Buch Robert Schneiders zuvor von so vielen Verlagen abgelehnt wurde! Kurz nach Erscheinungsdatum gekauft wurde dieser Band inzwischen von mir und Bekannten schon so häufig gelesen, daß der Einband bereits abgegriffen ist. Schneiders Schreibstil ist keineswegs ein Abklatsch alter Literatur - vielmehr hat dieser Autor durch seine eigenen Einflüsse eine völlig eigene revolutionäre Sprache geschaffen, der ich mich, einmal angefangen zu lesen, nicht mehr entziehen konnte. Der Dreck, die Armut und die Härte des Lebens in dem kleinen österreichischen Bergdorf wird von Robert Schneider so gut in Worte gefasst, daß man denkt das Übel und das Elend regelrecht zu schmecken. In dieser Kulisse spinnt sich ein Drama der Liebe zusammen, das sich weitab von Romantik und Poesie bewegt. Eifersucht schlägt in blinden Hass und blanke gewissenlose Gewalt um und spitzt sich zu, zu einer derart tiefen Besessenheit, wie sie zuvor noch nie auf Papier gebracht wurde.
Und es sind genau diese Abgründe, die dieses Buch so unglaublich faszinierend machen.
Nachdem das Buch im Vorfeld schon in den Himmel gelobt wurde, hab ich es vorerst mit eher kritischer Erwartung in die Hand genommen - aber ich kann es nur bestätigen: Hier wurde literarische Geschichte geschrieben. Unbedingt lesen!
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TOP 500 REZENSENTam 8. Dezember 2008
Nur alle Jubel Jahre gelangt ein wirklich bemerkenswertes Buch auf den Markt, das dann auch einschlägt wie eine Bombe. Aber ehe dies geschieht, werden diese Bücher von den Verlagen dutzendweise abgelehnt, weil die Veröffentlichungsplätze bereits von Bonsai-Giganten des literarischen Feuilletons besetzt sind. So war es auch bei dem vorliegenden Buch, das sage und schreibe von 23 Verlagen abgelehnt wurde, ehe es endlich einen Verleger fand.
Jedem, der auch nur wenige Seiten in dem Buch liest, wird dies erstaunen, denn in "Schlafes Bruder" dominiert von Anfang an ein ganz eigener Ton, der den Leser nicht mehr loslässt, eine bewusst stilisierte altertumelnde Erzählhaltung, die mit Schauplatz und Thematik herrlich harmoniert.
Worum geht es? In einem angelegenen Schweizer Bergdorf wächst der kleine Johannes Elias Alder als zweiter Sohn des Seff und der Seffin heran, ein wundersames Kind vollkommen abgedrehter Eltern, das mit gelben Augen seine Umgebung verwirrt, die ganze Nacht durchsingt und bald sein außerordentliches musikalisches Genie erkennen lässt. Umgeben von den Eschberger Bauern mit ihren überdehnten Unterlippen, geschwellten Köpfen und ihrer inzuchtbedingten Verblödung, geplagt von Feuersbrünsten, religiösem Wahn und dem falschen Freund Peter lauscht der junge Alder den Stimmen der Tiere, dem Wachstum der Pflanzen, dem Rauschen des Windes, leidet unter der Ausgrenzung der Unbegabten, dem Hass der Mutter und dem falschen Spiel des Dorflehrers, ehe er dessen Nachfolger wird und in einer kurzen glücklichen Zeit zum Dorforganisten von Eschberg aufsteigt. Seine Fugen verwandeln sogar die pöbelnden Bergbauern in höfliche Kirchgänger, seine Liebe zur Musik veredelt auch die verstocktesten Menschen in seiner Umgebung. Tragisch wird Alders Geschick, weil seine musikalische Passion sich mit seiner Liebe zur schönen Elsbeth kreuzt, die aber leider - im Unterschied zur gleichnamigen und ganz ausgezeichneten Verfilmung des Buches - nicht erwidert wird, so dass das junge Naturgenie nach seinem Triumph beim Organistenwettbewerb von Feldberg einen mystisch umflorten Freitod wählt.
Was hier in dürren Worten umrissen wird, tritt dem Leser in dem vorliegenden Buch wie ein grandios geschmückter literarischer Gabentisch entgegen. Seine Bestandteile sind eine ganze Galerie obskurer Gestalten, kaum überbietbar pittoresken Szenerien und eine faszinierende Aura die man nicht beschrieben kann, sondern die man lesend erleben muss (darf). Das ideale Buch für ruhige Weihnachtstage.
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am 3. Dezember 2007
In seinem 1992 erschienen Künstlerroman „Schlafes Bruder“ beschreibt der Autor Robert Schneider das Leben und Leiden des verkannten Genies Johannes Elias Alder im inzestuösen Bergdorf Eschberg.
Geboren mit einem absoluten Gehör und aufgewachsen in einem dauerhaften Zustand des Missverständnisses der Dorfbewohner ihm gegenüber setzt er die grenzenlose aber unerwidert verbleibende Liebe zur jungen Elsbeth und die Musik als seinen Lebensinhalt fest. Schon wie damals Goethes Werther bleibt Elias Alder in seiner Welt unverstanden, wie Robert Schneider, dem mit diesem Roman ein enorm starkes Maß an Aufmerksamkeit sowohl von Kritikern und Presse als auch von einer weltweiten Leserschaft zuteil wurde, einer Chronik ähnlich nüchtern mit einer stets passend zum Milieu gewählten Sprache erzählt.
Mit großem Beklemmen taucht der Leser dieses Werkes, dass an die großen Werke des Sturm und Drang anknüpft, in die - heute verklärte - Welt der „Guten alten Zeit“ ein und vermag durch die detaillierte und stets mit großer Sorgfalt gewählte Kunstsprache Schneiders die von Elias virtuos auf der Kirchenorgel des Dorfes erbauten Klangwelten in sich zusammenstürzen zu sehen.
"Wer liebt, schläft nicht!", das ist der Weg, den Elias zu leben versucht:
Eine zum Scheitern verurteilte Existenz?
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am 12. Januar 2004
Sehr gut dargestellte Geschichte eines Genies, das in den Bergen lebt und dem Außerordentliches wiederfährt. Der Schreibstil hat mich in den Bann gezogen, aber nicht unbedingt mutig und fröhlich gemacht. Gute Literatur mit intelligentem Hintergrund.
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am 26. April 2013
Zunächst muss man konstatieren: "Schlafes Bruder" hat tatsächlich - wie in einigen Rezensionen angemerkt - eine gewisse Ähnlichkeit zum 1985 erschienen Roman "Das Parfum" (Patrick Süskind). Hier wie dort gibt es ein in seiner Kindheit unerkanntes Genie, das aufgrund seiner besonderen Begabungen unter seiner archaischen Umgebung leiden muss. Auch unerfüllte Liebe und der Versuch, aus dem engen Milieu auszubrechen, spielen in beiden Romanen eine Rolle.

Dennoch kann "Schlafes Bruder" sehr gut für sich bestehen. "Das Parfum" ist brutaler, direkter, handlungsintensiver, während "Schlafes Bruder" düsterer und abstrakter daherkommt. Robert Schneider gelingt es, in einer altmodisch eingefärbten Sprache mit zahlreichen quasi-dialektischen Elementen, die Lebensumstände seines (Anti-)Helden ausgesprochen realitätsnah zu beschreiben. Das Umfeld von Tradition, Armut, Inzest und ungebildeten Bauern, in das der Autor seine Figuren setzt, wird bedrückend realistisch dargestellt. Die Betroffenheit steigert sich noch durch eine Art "Wir-Gefühl" zwischen Erzähler und Leser, das Schneider durch geschickte Hinweise schafft und das zusätzlich das Gefühl erzeugt, eine vollkommen reale Geschichte zu lesen. Geschrieben ist "Schlafes Bruder" sehr flüssig, das Buch ist (zumindest großteils) schnell und einfach zu lesen.

Warum es trotz aller positiven Aspekte nicht zur Höchstwertung reicht: Robert Schneider entwickelt an mehreren Stellen im Buch eine Tendenz zu ausufernden Beschreibungen. Geht es um Landschaft, Umgebung und Figuren ist das in Ordnung - aber die Superlative und merkwürdigen Ausdrücke, in denen er versucht, die Musik seiner Hauptfigur in Worte umzusetzen, ist schlicht unlesbar. Ganze Abschnitte werden zu langwierigen und - noch schlimmer - langweiligen Passagen über die Kunst einzelner Partituren und des Orgelspiels im Allgemeinen. Es ist schon klar, dass der Autor das besondere Talent seines Hauptcharakters herauszustellen versucht, was ihm auch gelingt. Er übertreibt es nur ein wenig, sodass einige Passagen zum Querlesen einladen. Schade, ohne diese Problematik hätte es die volle Punktzahl geben können. So müssen vier Sterne reichen.
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am 5. Mai 2010
"Schlafes Bruder" ist sicherlich sprachlich keine leichte Kost. Schneider versucht die Zeit um 1800 in einem Voralberger Dorf durch die ihm eigene "sperrige" Sprache lebendig werden zu lassen, um der Armut, dem Elend und der daraus resultierenden Hoffnungslosigkeit der damaligen Zeit Ausdruck zu verleihen. Immer ein gefaehrliches Unterfangen zwischen Anerkennung und Ablehnung des Lesers, wissen doch weder Autor noch Leser diese Zeit aus eigener Anschauung einzuordnen und zu bewerten. Seine Hauptfiguren sind aehnlich kantig wie Schneiders Sprache. Elias mit auesserlichen Auffaelligkeiten geboren, gehoert im Dorf zum AUssenseiter und wird nicht angenommen. Daneben verfuegt er ueber musikalische Faehigkeiten, wie sie die Welt noch nicht erlebt hat. Durch einen Zufall wird es ihm dennoch moeglich, sein Talent einzusetzen und er wird Orgelspieler des Dorfes. Damit erlangt er eine gewisse Anerkennung der Dorfbewohner, die jedoch zu keinem Zeitpunkt erkennen, was es mit Elias auf sich hat. Neben Ablehnung und Musikalitaet ist die unerfuellte Liebe Elias zu Elsbeth der 3. wesentliche Handlungsstrang der Geschichte, der in Eifersucht, grenzenloser Besessenheit und vernichtendem Hass muendet. Letztendlich scheitert Elias an seinen Leidenschaften, der zur Musik und der zu Elsbeth. Und an er Intoleranz er Menschen, an der sich bis heute nichts geaendert hat. Ein Roman, der spaltet, aber keinen Zweifel an seiner Einzigartigkeit aufkommen laesst.
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am 26. Dezember 2009
In seinem aufsehenerregenden Erstlingswerk schildert Robert Schneider das Schicksal des musikalischen Wunderkindes Elias Alder im Voralberg des 19. Jahrhunderts. Elias entwickelt als Kind schon die Fähigkeit, die Schwingungen und Frequenzen prakitsch es gesamten Universums wahrzunehmen, was ihm nicht nur genialen musikalische Fähigkeiten verleiht, sondern in auch relativ früh schon an den Rand des Wahnsinns treibt. Als sich ihm die Möglichkeit bietet, seine musikalischen Fähigkeiten als Organist seiner Heimatgemeinde (und später auch vor einem größeren Publikum) auszuleben, ist es bereits zu spät. Die Unerfüllte Zuneigung zu seiner großen Liebe Elsebeth und die traumatische Erlebnis im Zusammenhang mit einer Feuersbrunst in seiner Heimatgemeinde tuen ein Übriges. Die (menschliche) Katastrophe nimmt ihren Lauf. Schneider schafft es, in einer Sprache zu sprechen, die das primitive Bauernleben dieser Epoche fühlbar werden lässt und einem von Anfang an gefangen nimmt. Die Botschaft, um Verständnis für Menschen (und Kinder) zu werben die andersartig sind und irgendwie nicht dem gängigen Muster entsprechen, wurde wohl selten so eindringlich vermittelt.
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