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am 6. Januar 2014
Das Buch zeugt eindrucksvoll von der Entwicklung der nazistischen Sprache. Neben bereits bekannten Beobachtungen (alles wird "altdeutsch" gemacht, z.B Ostmark statt Österreich) gibt es auch interessante Einblicke in unbekannte Gefilde, die gerade ein Geschichtsunterricht nicht geben kann. Gerade die Adaption der Sprache in wissenschaftliche Bereiche, sehr vielseitig illustriert durch Gesprächsnotizen mit Germanisten, Philologen, etc., und auch das Scheitern bei ihm selbst, sich gegen den Sprachwandel zu wehren, machen die Sache hochaktuell. Zugleich ist es sehr erschreckend, welcher Sprachgebrauch sich noch gehalten hat (Belange, organisieren, etc.).

Nach der Lektüre möchte man sich fast ein Notizbuch zulegen und die eigene Sprache beobachten: Genderwahn läßt grüßen. Ein "Grundwort" zieht sich bei ihm durch: "Sprache, die für dich denkt und dichtet". Von nun an überlege ich mir jedes Wort behutsamer.
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am 24. Februar 2011
Sprache als Mittel der Täuschung, Verblendung und Ausgrenzung

Das Buch:

>> Worte können sein wie winzige Arsendosen: sie werden unbemerkt verschluckt,sie scheinen keine Wirkung zu tun, und nach einiger Zeit ist die Giftwirkung da. <<

Victor Klemperer analysiert in seinem längst zum Standardwerk gewordenen Buch Lingua Tertii Imperii - LTI, wie die Nationalsozialisten mit der Sprache umgingen und mit Worten Politik machten.
Jedoch hat das Dritte Reich die wenigsten seiner Worte selbstschöpferisch geprägt,vielleicht, wahrscheinlich sogar, überhaupt keines.

Immer wieder geht der Autor in LTI auf die Wurzeln einzelner Wörter ein.Gleichsam wie ein Arzt seziert er die, aus der Antike, der germanischen oder der Epoche der Romantik stammenden (Anm. des Verfassers: nach Friedrich Schlegel die Zeit von 1795 - 1848), Wortbedeutungen, und setzt diese in Bezug ihrer Verwendung nach im Nazismus.
>> Aus der gleichen Ackerkrume wächst das Unkraut und die Blume ... und die Wurzel des Nazismus heißt Romantik! <<

Diese subjektive Sicht Klemperers kann man aber durchaus in Frage stellen, vor allem aber, in der vorliegenden, rigiden Form!
Begründung: In seiner Charakterisierung der Romantik beruft sich K. hauptsächlich auf einen Vertreter der französischen Romantik - Arthur de Gobineau (* 14.07.1816; gest. 13.10.1882) - und lässt dabei dessen Landsmann - Alfred de Musset (*.1810; gest. 1857) - völlig außer Acht, obwohl dessen Werke (u.a. " Le Male de Du siecle" - Die Krankheit des Jhdt.) zu gegensätzlichen Aussagen führen. Gänzlich unbeachtet bleiben außerdem die Aussichten, Ziele und Wirkungsweise der deutschen Romantik.

Klemperer definiert die nationalsozialistische Sprache als bettelarm. Diese bemächtigte sich mit der Machtergreifung der Nazis 1933, aller öffentlichen und privaten Lebensgebiete.
Hitlers >> Mein Kampf << (erstmals 1925 erschienen) wurde signifikanter Ausdruck der Erbärmlichkeit der Sprache des Dritten Reiches.

Ziel der LTI war es, den einzelnen um sein individuelles Wesen zu bringen, ihn als Persönlichkeit zu betäuben, ihn zum Gedanken-und willenlosem Werkzeug zu machen.
>> Denn ein Wort, eine Wortfärbung-oder Wortwertung gewinnen erst da innerhalb einer Sprache Leben, sind erst da wirklich existent, wo sie in den Sprachgebrauch einer Gruppe oder der Allgemeinheit eingehen und sich eine Zeitlang darin behaupten. <<

V.K. erschöpft sich aber nicht nur darin, die Sprache der Nazis zu analysieren, sondern er beschreibt in LTI auch immer wieder metaphorisch seine Erlebnisse und welche konkreten Auswirkungen diese auf sein weiteres Fühlen und Denken sowie für seine Tagebuchaufzeichnungen hatte.

In den letzten Kapiteln seines Buches widmet sich Klemperer dem Phänomen der LTI, viele Superlative (alte und neu kreierte) sowie Begriffe aus dem Sport zu verwenden. Anschaulich gibt er dazu Beispiele aus den Reden Adolf Hitlers und Joseph Goebbels,Hitlers >> Mein Kampf << , der Presse (Das Reich, Der Stürmer) und den damaligen Wehrmachtsberichten wieder.

Die weitaus meisten, die einprägsamsten und dazu allerrohesten Bilder sind aber durchweg dem Boxsport entnommen. Originaltext und Ton von Joseph Goebbels:
>> Wir wischen uns das Blut aus den Augen, damit wir klar sehen können, und es geht in die nächste Runde, dann stehen wir wieder fest auf den Beinen. Und ein paar Tage darauf: Ein Volk, das bisher nur mit der Linken geboxt hat und eben dabei ist, seine Rechte zu bandagieren, um sie in der nächsten Runde rücksichtslos in Gebrauch zu nehmen, hat keine Veranlassung nachgiebig zu werden. <<

Der Autor:

Victor Klemperer (* 9. Oktober 1881 in Landsberg an der Warthe;
gest. 11. Februar 1960 in Dresden)

war ein deutscher Literatur, -und Sprachwissenschaftler (Philologe) und Romanist.

Im Jahr 1935 wurde er auf Grund des nationalsozialistischen Reichsbürgergesetzes aus seiner Professur an der TH Dresden entlassen. Er konzentrierte sich daraufhin auf die im Juli begonnene Arbeit zur Geschichte der französischen Literatur im 18. Jhdt., die in zwei Bänden 1954 und 1966 erschienen.

Als dann den nach den nationalsozialistischen Rassengesetzen als Juden geltenden auch der Zugang zu Bibliotheken und das Abonnieren von Zeitungen und Zeitschriften verboten wurde, waren ihm die Hände gebunden und er musste diese wissenschaftliche Arbeit vorläufig einstellen. (>> ... damit hat man mir meine begonnene Lebensarbeit aus der Hand geschlagen. <<)

Umso intensiver widmete er sich darum seinen Tagebüchern. Während der Kriegsjahre legte er mit seinen Tagebuchaufzeichnungen die Grundlage für seine geplante Abhandlung zur Sprache des Dritten Reiches, der LTI - Lingua Tertii Imperii.(erschienen 1947)

Im ausführlichen Tagebuch zeigt sich Klemperer als genauer, kritischer aber auch selbstkritischer Beobachter seiner Zeit und seines Milieus. Ab 1933 lässt sich mit verfolgen, wie K. langsam und systematisch ausgegrenzt wurde,zunächst nur in der Wissenschaft, später auch im privaten Leben.

LTI gilt heute als wichtiges Dokument der Zeitgeschichte und ist Standardwerk für den Geschichte, -und Deutschunterricht.*)

*) Quelle: Wikipedia Stand: 17.12.2010

Das Fazit:

Der Leser merkt an der Wortwahl, dem Satzbau und der Verwendung von Fremdwörtern:
Klemperer war von Beruf Philologe! So ist es dann auch nicht weiter verwunderlich, dass man beim Lesen von LTI, doch das eine oder andere Mal den Duden und/oder das Fremdwörterlexikon bemühen muss.

Trotzdem oder vielleicht gerade deshalb, verbleibt beim Leser stets eine gewisse Spannung,die auch in keiner Weise ermüdend wirkt. Überhaupt glänzt LTI erst durch Klemperers vergleichende Ausführungen zu Wörtern und Begriffen, hinsichtlich ihrer geschichtlichen, philologischen und kulturhistorischen Entwicklung und Verwendung.

Aber LTI ist weit mehr als ein reines Tagebuch oder eine philologische Wörtersammlung.
Man erfährt einiges über deutsche Geschichte und über die historische Einordnung literarischer Strömungen und bedeutsamen kulturellen Epochen.

Ein weiteres erklärtes Ziel von Victor Klemperer:
>> Ziel von LTI ist neben dem wissenschaftlichen ein erzieherischer Zweck! << und
>> Nichts führt uns dichter an die Seele eines Volkes heran, als deren Sprache! <<

Leider darf ich nur 5 Sterne vergeben. LTI hätte durchaus mehr verdient!

Meine Bewertung: 5 Sterne Herzlichst Th.S.
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VINE-PRODUKTTESTERam 25. Dezember 2007
Ich kann mich meinen Vorrezensenten nur anschließen. Victor Klemperers LTI (Lingua Tertii Imperii - Sprache des dritten Reichs) ist ein Buch, das eigentlich jeder gelesen haben sollte, der sich mit der deutschen Sprache beschäftigt. Man entdeckt in diesem Buch viele Beispiele für die Manipulation durch Sprache, die im Nationalsozialismus üblich gewesen ist und die sich tatsächlich in allen Bereichen durchsetzen konnte. Hier ist das sehr schön dargestellt u.a. anhand eines Aufrufs an Apotheker sich der Anwendung einheimischer Tees zu bemühen. Eben hier wird auch erklärt wie der nationalsozialistische Sprachstil in die wissenschaftliche Sprache Einzug hielt. Das Buch ist nicht im eigentlichen Sinne wissenschaftlich aber sehr scharfsinnig und objektiv mit Kapiteln, die in Form von Essays grade auf eigene Erlebnisse Bezug nehmen. Das Buch erhellt, wie die Sprache des Nationalsozialsmus enstand, besonderes Augenmerk ist hier auch bei Vergleichen zum italiensichen Faschismus. Ein wichtiger Punkt ist auch der vielleicht aus heutiger Sicht völlig unverständliche Führerkult, der hier seinen grotesken Ausformungen, die Klemperer im Alltag begegneten, beschrieben wird. Das Buch ist absolut empfehlenswert und lässt einen auch über den heutigen und nicht zuletzt den eigenen Sprachgebrauch weiterdenken, schließlich hat sich erstaunlich vieles aus dieser Zeit bis heute erhalten...
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am 9. September 2013
Das Buch ist jedem zu empfehlen, der sich um Verständnis der damaligen Ereignisse bemüht oder mehr erfahren möchte; keine leichte Kost aber ein wichtiger Beitrag; auch um wiederkehrenden Phänomenen rechtzeitig Paroli bieten zu können.
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am 24. Juli 2013
Dieses Buch ist durch die Zeitzeugenberichte bewegend, interessant und hinterlässt einen tiefen Eindruck. Für Leute, die sich für die Entstehungsgeschichte der NS-Sprache interessieren und auch mehr über das Drumherum der rhetorischen Hitlerregierung erfahren wollen, ist dieses Buch sehr ans herz gelegt.
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am 19. Juni 2016
Dieses Buch sollte jeder kennen. Es ist gültig in allen Zeiten und in jeder gesellschaftlichen Ordnung. Nicht nur ein Mahnmal für Mitmenschlichkeit in dunklen Zeiten, sondern auch ein Lehrbuch für Sprache und was dahinter steckt. Wenn man es gelesen hat, dann hört man anders, was Politiker, aber auch was "das Volk" zu sagen hat. Offensichtlich ist es für junge Leute heute schon selbst nicht mehr ganz einfach zu lesen (was ich nicht so richtig nachvollziehen kann), aber wenn man die erste Hürde genommen hat, dann könnte es eines der Bücher sein, die man mit auf die einsame Insel nehmen würde.
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am 24. März 2011
Victor Klemperer's Buch über die 'Lingua Tertii Imperii' gilt seit langem als ein Standardwerk zur Analyse des Sprachgebrauchs im Dritten Reich; nicht nur weil es das erste seiner Art war, sondern wohl mehr, weil ihm eine sehr präzise Analyse der Sprachelemente und deren Effekt auf die Bevölkerung gelungen ist.
Wie der Autor jedoch selbst schreibt, ist sein 'Notizbuch eines Philologen' (so der Untertitel) nur ein erster Schritt, um diesen Themenkomplex umfassend aufzuarbeiten: es bedürfe der Facharbeit vieler Spezialisten, 'ehe ein mutiger und umfassender Kopf es wagen darf, die Lingua Tertii Imperii in ihrer Gesamtheit ... darzustellen'.
Diese 24. völlig neubearbeitete Ausgabe von 2010 richtet sich 'Nach der Ausgabe letzter Hand' (3. Auflage, 1957) und wurde von Elke Fröhlich herausgegeben und kommentiert. Der angehängte Kommentar enthält eine Unmenge an Informationen, die zum Zeit- und Wissensverständnis eminent wichtig sind: dieser Anhang stellt eine große Hilfe sowohl für Nichtphilologen als auch für diejenigen, die lange nach dem Untergang des Dritten Reiches geboren wurden, dar. Auch gibt der Kommentar das Eigenleben, welches das Buch in seiner Druckgeschichte erlebt hat, wieder.
Diese Ausgabe hat für meinen Geschmack nur einen einzigen Nachteil: es fehlt ein umfassendes Stichwortregister. Doch trotz dieses Mankos ist es ein unbedingt empfehlenswertes Buch. Denn die LTI förderte bereits zu Tage, was an Taten noch folgen sollte.
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am 13. Juli 2016
Ich habe das Buch das erste Mal im Studium gelesen und vergangenes Jahr noch einmal. Gut zu lesen! Interessant und immer wieder erschreckend!

Kaufempfehlung für alle, die sich für Sprache, Geschichte und auch für aktuelle politische Geschehnisse interessieren.
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am 9. Januar 2014
ich wollte dieses Buch schon lange kaufen. Absolut lesenswert trotz seines Alters. Lesern zu empfehlen, die an der Geschichte des 2. Weltkrieges interessiert sind.
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am 18. Januar 2014
In der Bedrängnis, als Jude den Nationalsozialismus buchstäblich überleben zu müssen, fand Klemperer eine Form der Kompensation, seine Ausflucht und den Rettungsanker in seiner Arbeit: als Philologe.
Nicht wissenschaftlich verklausuliert, sondern simpel und treffend (quasi "populärwissenschaftlich") schrieb er über sprachliche Entgleisungen der Nazizeit.
Da findet man Analysen all der Manipulationen, deren Diktaturen unbedingt bedürfen, damit man Schritt für Schritt das Denken des Pöbels und in der Folge dessen Verhalten steuern kann.
Ich las das Buch bereits in der DDR, in der u n f r e i w i l l i g e r Sprachwitz häufiger vorkam als martialische (aber oft ähnlich lächerliche) Wortschöpfungen und -deformationen (eben der Nationalsozialisten).
"LTI" richtet so den Fokus folgerichtig auf das Hinterfragen der eigenen Sprachwendungen und -muster, und eine eventuelle Sorgfalt der Entsprechung zum Denken.
Heute und hierzulande gibt es naturgemäß weniger Sprachmanipulation als in den beiden Diktaturen des vergangenen Jahrhunderts, aber dennoch etliches an Sprachmüll und Sprachdreck.
Man denke an den "Leistungsträger" oder an die Blödheit, die jemanden auf die Idee kommen lässt, jeden Lampionumzug zum "Event" aufzupumpen, nebst all den zahlreichen anderen lächerlichen Amerikanismen.
Das ist natürlich weit weniger übel als die "lingua tertii imperii", die Klemperer so faszinierend und interessant analysiert!
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