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23 Rezensionen
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40 von 43 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Höchst amüsante Doppelbödigkeit,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Kloster Northanger. (Broschiert)
Als eifriger Austen Leser bin ich kürzlich über Kloster Northanger gestolpert und habe es verschlungen. Die Autorin nimmt darin sich selbst und andere Romanautoren auf die Schippe und versorgt auch den Leser gleich mit so amüsanten Hinweisen zum Verfassen eines Romans, da ist die (durchaus witzig-ironische) Handlung fast schon Nebensache. Diese Doppelbödigkeit, die Lust am Spiel zwischen Leser, fiktiver Erzählerin und Autorin, habe ich bei keinem anderen Austen-Roman in dem Maße festgestellt. Für Austen-Fans unbedingt zu empfehlen, für Einsteiger ein Muss!
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19 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Anders als die anderen,
Von Kathey18 "Filmfan" (nahe Magdeburg) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Kloster Northanger. (Taschenbuch)
Dieses Werk von Jane Austen handelt - wie alle anderen auch - natürlich wieder einmal von zwei Menschen, die sich ineinander verlieben. Damit Catherine und Henry, die Helden dieses Romans, zusammenkommen können, müssen die beiden jedoch so einige Hürden überwinden.Eine spannende Geschichte beginnt. Bis kurz vor Schluss glaubt der Leser noch, dass das Liebespaar ein trauriges Schicksal, nämlich die ewige Trennung, hinnehmen müssen, bis schließlich doch noch alles gut ausgeht. Eigenheit dieses Romans ist, dass Jane Austen Elemente der Romane ihrer Zeit mit einfließen lässt. Sie spricht häufiger als in ihren anderen Werken den Leser direkt an und appelliert an seine Gefühle. Außerdem werden Hirngespinste und übertriebene Ängste der Protagonistin beschrieben, resultierend aus der Lektüre des damals sehr populären Romans "Udolpho" von einer Mrs. Radcliffe, wie sie häufig genannt wird. Des Weiteren geht sie gegen Ende des Werks auf die Regeln der Romankomposition ein; sie stellt dort nämlich eine neue Person vor, hütet sich jedoch davor, diese genauer zu beschreiben, da dies ja die Regeln brechen würde. Ein Aspekt, der für die Ausgabe des Reclam-Verlags spricht, ist die ausführliche Erläuterung von nicht mehr gebräuchlichen Worten, zum Beispiel verschiedener Kutschenarten etc. Da Jane Austen in "Kloster Northanger" sehr, sehr viele Romane ihrer Zeit erwähnt, ist es für manche vielleicht interessant zu erfahren, wovon diese handeln, wann sie erschienen sind und warum Jane Austen sie an bestimmten Stellen des Romans anbringt. Im Anhang findet man ausführliche Inhaltsangaben zu denselben. Wer also einmal die Romane, die Jane Austen selbst auch gelesen hat, zur Hand nehmen möchte, dem sei diese Ausgabe ans Herz gelegt. Die Autorin nimmt auch das damalige Leseverhalten auf die Schippe. So erfährt man zum Beispiel, dass das Lesen von Romanen, die damals ihren großen Aufschwung erlebten, damals zwar sehr beliebt war. Öffentlich jedoch verschwiegen die meisten diese Tatsache, weil der Roman von vielen als zu oberflächlich und als reine Unterhaltungsliteratur angesehen wurde. So etwas war natürlich verpöhnt, denn natürlich las jeder einigermaßen kluge Engländer nur "gehobenere" Literatur. Die beiden Protagonisten finden unter anderem durch ihre Leidenschaft für den Roman zusammen. Anders als die anderen, geben Sie ihre Schwäche jedoch offen zu und lassen sich nicht durch abwertende Blicke ihrer Mitmenschen beeinflussen. Alles in allem ein sehr schönes Werk. Zwar das kürzeste der Austen, aber wie sagt man so schön: Klein aber fein! LESEN! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Best of both worlds,
Von
Rezension bezieht sich auf: Kloster Northanger: Roman (Taschenbuch)
Ich liebe Gruselgeschichten.Ich liebe Period Dramas. Kann es ein besseres Buch für mich geben? Kaum. Northanger Abbey ist die frech und manchmal garstig erzählte Geschichte eines jungen, etwas naiven Mächen. Die wenig weltgewandte Catherine Morland wird von einigermaßen wohlhabenden Nachbarn, dem Ehepaar Allen, mit nach Bath genommen. Alles hier ist neu und wunderbar für Catherine; am wunderbarsten sind natürlich die neuen Bekannten: Isabella Thorpe, Henry Tilney... Doch Catherines Kopf ist voll von Gothic Novels, und so bekommt sie nicht allzuviel von dem mit, was um sie herum tatsächlich passiert. Das nämlich die schöne und achso freundliche Isabella nur um Catherines Bruder buhlt, weil sie auf eine reiche Heirat hofft. Und noch ein paar wesentliche Dinge entgehen unserer kleinen Heldin - und das tollste an diesem Buch ist, daß Jane Austen uns recht unverblümt erzählt, was sie von solcherlei Verhalten hält - herrlich! Hier ist ihr Humor fast noch genauso zickig wie in "Lady Susan". Ha! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen
Kloster Northanger,
Von Fay Fie (Rheinland-Pfalz) - Alle meine Rezensionen ansehen
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Kloster Northanger: Roman (Taschenbuch)
Zu erst einmal, möchte ich sagen, dass ich es ziemlich komisch finde, dass bei allen 5 erhältlichen Versionen von Kloster Northanger die selben Rezensionen angezeigt werden. Schreibt man nämlich etwas wie "Diese Version ist einfach umwerfend", dann kann das leicht zum falschen Lob werden.Und diese Version ist eine Umwerfende finde ich. Die schlichte geradlinige Gestaltung des Covers ist toll und nicht so veraltet wie das so mancher Version. Im Regal macht sich der schwarze Buchrücken toll und auch inhaltlich ist alles gut aufgebaut. Im Anhang des Buches befinden sich einige Erklärungen zu Fußnoten, die das Verständinis des Buches fördern. Der Roman selbst ist anders als die Romane, die ich bereits von Jane Austen gelsen habe. Dies wären Stolz und Vorurteil, Verstand und Gefühl / Sinn und Sinnlichkeit und Überredung. Gleich zu Anfang fällt einem ungewohnter Sarkasmus und Ironie auf. Austen kritisiert ihre eigene Schreibweise und die anderer. Manchmal zieht ihr Zynismus sogar die Romanheldin Catherine in den Schmutz. Mittendrin hatte ich oft das Gefühl ich lese eigentlich keinen Austen-Roman. Einiges ist sehr typisch an dem Buch anderes so ungewohnt, dass es den Erzählstil ins Unerkenntliche zieht. Sie versucht in diesem Buch eine Art von Grusel und Spannung aufzubauen, den man so gar nicht von ihr gewohnt ist. Die Art der anzutreffenden Charaktere ist jedoch wieder typisch für Austen. Einem begnen grauenhafte verheiratete Paare, bei denen man sich fragt wie sie zusammen kommen konnten (Mr und Mrs Allen) man findet manch zwielichtigen Charakter (Isabella), trifft eitle selbstsüchtige Männer (General Tilney) und erleidete Qualen, wenn ein furchtbar nerviger Einfallspinsel das Wort ergreift (Mr Thorpe). In Stolz und Vorurteil finden sich all diese Charaktere wieder in Mr & Mrs Bennet, Bingleys Schwestern, Mr Darcy und Mr Collins (reihenfolge wie oben). Ein großes Lob an die großartige Beschriebung der Geschehnisse in Bath und an das große Interesse, dass dadurch beim Leser geweckt wird. Große Kritik an den Schluss, der in meiner Bewertung einen Stern kostet. Wie Austen es selbst formuliert "Eilt sie auf das Glück des Paares zu". Wie gern hätte ich miterlebt wie Catherine den lang ersehnten Antrag ihres Liebsten gemacht bekommt. Darcy vor Elizabeth Bennet auf dem Boden kriechen zu sehen war für mich eines der Highlights in Stolz und Vorurteil. Es raubt Kloster Northanger einiges an Romantik. Dass der Gemahl von Mr Tilneys Schwester nicht näher eingeführt wird, lässt sich noch verkraften, auch die schadenfeinige Erklärung Austens dazu, doch dies ist einfach grauenvoll. Noch dazu ist die Bemerkung, dass Tilneys Zuneigung nur aus Dankbarkeit für ihr gezeigtes Interesse entstand schrecklich. Man hat sich Kapital um Kapitel durch ein wundervolles Buch durchgearbeitet und am Schluss wird die Freude über dieses geniale Stück gedämpft. Fazit: UNBEDINGT LESEN!!!! Besonders Austen-Fans! Der Schluss ist zu verkraften :-( Des Weiteren erhält man einige Hinweise auf andere eventuell lesenswerte Literatur! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Witzige Persiflage auf Gruselromane,
Von
Rezension bezieht sich auf: Kloster Northanger: Roman (Taschenbuch)
Catherine Morland ist, was die Amerikaner heutzutage als "tomboy" bezeichnen; sie stromert lieber mit ihren insgesamt zehn Geschwistern draußen herum als Klavier spielen oder sticken zu lernen und reitet, spielt Cricket und Baseball anstatt sich mit lehrreichen Büchern zu beschäftigen.Sie wächst behütet in einer Pastorenfamilie auf, ist gutherzig und verfügt über ein einnehmendes, freundliches Wesen sieht aber besonders als Kind wie ein hässliches Entlein aus. Im Alter von 17 Jahren wird Catherine von ihren wohlhabenden Nachbarn eingeladen, sie nach Bath zu begleiten. Catherine ist sehr glücklich, die ersten Tage sind jedoch ernüchternd, da sie niemanden kennt und sich wie ein Eindringling vorkommt. Als die ichbezogene und wenig intelligente Mrs Allen jedoch ihre alte Schulfreundin Mrs Thorpe trifft und Catherine sich sofort mit deren ältester Tochter, Isabella, einer Schönheit, anfreundet, beginnt sie ihren Aufenthalt mit all seinen Vergnügungen, wie Bällen oder Theaterbesuchen, die für die dörflich aufgewachsene Catherine etwas ganz Neues sind, zu genießen. Vor allem aber verliebt sie sich in Mr Henry Tilney, Pastor wie ihr Vater, und sehr ironisch. Sie lernt auch Henrys liebenswerte, zurückhaltende Schwester Eleanor und deren Vater, General Tilney, kennen, der sie ausgesprochen höflich behandelt und sie als Gesellschaft für seine Tochter Eleanor auf sein Anwesen, das ehemalige Kloster Northanger, einlädt. Während Elizabeth Bennet oder Elinor Dashwood eher gefestigte, kluge Persönlichkeiten sind, ist Catherine Morland naiv und leichtgläubig. Sie liebt ihre Schauergeschichten und macht sich selbst mit ihren Hirngespinsten verrückt. Sie fällt zunächst auf Isabellas süßliche Freundlichkeit ebenso herein wie auf General Tilneys vornehmliche Höflichkeit ihr gegenüber. Erst mit der Zeit lernt Catherine nicht jedem Wort, dass andere sagen, Glauben zu schenken und alles abzuwägen. So muss sie schmerzlich feststellen, dass Isabella ein falsches Biest ist, während sich der General als unsympathischer, geldgieriger Pedant herausstellt, der Catherine, die er fälschlicherweise für eine reiche Erbin gehalten hat, ohne einen Penny vor die Tür setzt,... Northanger Abbey ist eine witzige Persiflage auf die in Jane Austens Jugend so beliebten Schauerromane, die auch im Buch immer wieder Erwähnung finden. Austen spricht den Leser/die Leserin sogar persönlich an, erklärt ihm/ihr etwa, dass der sehr selbstironische, intelligente Henry Tilney sich nicht sofort in naive, kleine Catherine verliebt habe, sondern erst, nachdem ihm die offensichtliche Verliebtheit Catherines geschmeichelt habe. Ich mag dieses Buch von Jane Austen sehr gerne, es ist ihr wohl amüsantestes, wenngleich kürzestes, sie hatte es sehr früh geschrieben, veröffentlicht wurde es jedoch erst posthum. Normalerweise legt Austen nicht besonders viel Wert auf die Beschreibungen der Landschaft etc., in diesem Fall erfährt man aber doch ein wenig über die damaligen Gegebenheiten im Nobelkurort Bath. Das Nachwort in der Reclam Ausgabe von Christian Grawe ist wie immer lesenswert und erklärt dem heutige Leser Details aus dem Buch, die er wahrscheinlich noch nicht gekannt hat, ich lese das Nachwort deshalb schon vor der eigentlichen Lektüre des Buches. Aber Vorsicht: Ich habe die Reclam Gesamtausgabe (Die sechs Romane: Emma /Kloster Northanger /Mansfield Park /Stolz und Vorurteil /Überredung /Verstand und Gefühl) gekauft und die Bücher sind derart miserabel gebunden, dass sie während des ersten Lesens auseinandergefallen sind! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Böse böse Jane,
Rezension bezieht sich auf: Kloster Northanger: Roman (Taschenbuch)
Genau genommen gibt es zu diesem Roman nicht viel zu sagen. LESEN! ;-)Was Sie hier lesen, ist eine Besprechung zu meinem Favoriten unter den Austen-Romanen und ich kenne sie alle. Aber die frische Brise, diesen Sturm der Unverfrorenheit, der durch den Roman weht und den Leser durch eine steile Gefühlslandschaft pustet, gibt es nur hier, im Kloster Northanger. Wo fang ich an? Die Geschichte ist hinlänglich beschrieben und spielt auch nur zweitrangig eine Rolle. Was dieses Buch auszeichnet, sind die herrlichen Charaktere und irgendwie auch die, absurderweise trotz aller Vorhersehbarkeiten, plötzlichen Wendungen. Beim Lesen strudelt man unweigerlich hin und her. Mal amüsiert man sich großartig über die Frechheiten der Parodie; mal ängstigt man sich mit Catherine und fällt somit auf die schriftstellerischen Fallstricke selber herein, mal regt man sich maßlos über Catherines Dummheit auf und schreit ins Buch: PASS AUF! und immer und immer wieder fragt man sich, was Darcy hat, dass Tilney nicht hat. Ich persönlich halte Tilney für eine der interessantesten Männerfiguren der Jane Austen. Die meisten sind zwar attraktiv und erotisch und anbetungswürdig, aber fad. Selbst Darcy ist, trotz seiner Arroganz, fehlerfrei. Tilney aber - Tilney ist aufregend. Sein spitzbübige Jungenmanier, die er sowohl gegenüber seinem Vater als auch bei Catherine an den Tag legt, ist einfach nur liebenswert und immer wieder muss man schmunzeln, wenn er in seiner romantischen Verliebtheit doch noch Kopf beweist und alles versucht, um Catherine zu gewinnen. Ich empfinde ihn als äußerst vielschichtigen Mann. Das macht ihn interessant und das unterscheidet ihn gravierend von Mr. Knightley, Edward und Co. Hach, Mr. Tilney, mir wären Catherines Fehler nicht passiert. Könnten wir über eine Ehe reden? ;-)) Jane Austen brilliert hier sprachlich gekonnt, spitzzüngig, frech und eigentlich genau so, wie sie für ihre damaligen Verhältnisse nicht hätte sein dürfen. Nach heutigen Maßstäben gemessen wäre sie der Renner auf jeder Party; aber für ihre Zeit und Gesellschaftsschicht kann ich mir das nur schwer vorstellen. Manchmal frage ich mich, was wohl damalige Männer von so einem Früchtchen hielten ... nun, Jane blieb Single bis zu ihrem Lebensende. Fragt sich nur, ob das ein Beweis für meine These ist oder ob sie tatsächlich einfach nicht den Richtigen fand. Wie es auch sei: Hier bricht eine Frau die Tabus und setzt sich konsequent über gesellschaftliche Normen hinweg. Ich ziehe den Hut vor dir, Jane. Und das tue ich immer und immer wieder. PS zur erwähnten Literatur im Buch: Von Frau Radcliff liegt leider nur ein einziger Roman in einer deutschen Übersetzung vor: Der Italiäner. Das ist hochgradig schade, denn ich hätte ungeheuer gern die Geheimnisse von Udolpho gelüftet. "Der Mönch" ist streckenweise wirklich unheimlich, zieht sich aber andererseits auch ziemlich in die Länge. Man darf nicht vergessen, dass wir natürlich mit heutigen Maßstäben messen und was ist da schon ein Mönch, der eine Frau begehrt? Mittlerweile hats das ja nun alles schon oft genug gegeben. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen
Sympathische Antiheldin - dieser Roman ist nicht für jeden geeignet,
Von R (Köln) - Alle meine Rezensionen ansehen
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Kloster Northanger: Roman (Taschenbuch)
Literarisch und sprachlich ein Juwel; wenn man jedoch einen Roman erwartet hat, bei dem der Leser die Protagonisten ins Herz schliesst, oder sogar mit einem Liebesroman gerechnet hat, der wird sehr enttäuscht sein.Jane Austens Schreibstil ist auch hier wieder unerreicht und ihre Art, Charaktere oder gesellschaftliche Situationen treffend darzustellen, ist wirklich beeindruckend. Es sprüht nur so vor Witz und Ironie (manchmal wird Austen sogar zynisch!!). Was das Ganze aber beim Lesen so erschwert, ist die Tatsache, dass die Roman(anti)heldin Catherine ungebildet, naiv, ein wenig dumm und langweilig ist. Ihre Handlungen sind zu jedem Zeitpunkt vorhersehbar und deshalb gibt es keine spannenden Höhepunkte oder Abschnitte, die den Leser besonders fesseln. Natürlich ist sie auch in gewissem Sinne liebenswert, weil sie überhaupt keinen Hang zu Boshaftigkeit hat oder eitel ist. Aus diesem Grund wünscht man ihr natürlich trotzdem das Allerbeste, obwohl man ein wenig Mitleid mit dem zweiten Helden der Geschichte (Henry) bekommt, weil er Catherine am Schluss heiratet. Henry ist witzig und intelligent und verdient eigentlich eine ebensolche Frau, aber hier lässt Austen auch an den Männern der damaligen Gesellschaft kein gutes Haar, weil diese sich eben keine intelligente und ebenbürtige Partnerin suchen, sondern sich scheinbar eine devote Frau wie Catherine wünschen!! Zu Henrys Ehrenrettung sei gesagt, dass im ganzen Roman nicht eine solche intelligente Frau aufgetaucht ist und Catherine so die einzige natürliche Wahl bleibt. Dieser Roman ist eher eine Abrechnung mit dem Bild des weiblichen Geschlechts an sich sowie seiner Darstellung in den Gruselromanen der Zeit (und vielleicht auch mit der Oberflächlichkeit im zwischenmenschlichen Umgang). Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen
Mix aus Parodie und klassischer Austen-Geschichte,
Rezension bezieht sich auf: Kloster Northanger: Roman (Taschenbuch)
Dieser Austen-Roman, zum größten Teil eine Parodie auf die damaligen Gothic Novels, ist ein zu Anfang sehr amüsanter Roman. Er behält auch über die gesamte Handlung hinweg seine Spannung und macht Spaß zu lesen, kommt aber am Ende nicht mehr ganz an den Witz vom Anfang heran, bekommt dafür aber einen geschlosseneren und irgendwie klassicheren Handlungsbogen. Andererseits wird aber auch die Beziehung von Catherine und Henry am Ende ziemlich schnell abgehandelt, weshalb ich nur vier und nicht die ursprünglich gedachten fünf Sterne geben kann. Aber natürlich ist der Roman trotz diesen Kritikpunkten überaus lesenswert, unterhaltsam und selbstironisch.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Humorvoll und liebevoll geschrieben,
Von
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Kloster Northanger: Roman (Taschenbuch)
Ich habe diesen Roman verschlungen, nachdem ich die Verfilmung mit Felicity Jones gesehen habe.Mir gefällt der Roman sehr gut, da es sich hier auch mal um eine andere Art von Jane Austen handelt. Sehr humorvoll, witzig und auch spannend geschrieben. Die Charaktere wurden gut erläutert. Besonders gut haben mir auch die Fußnoten und Anmerkungen gefallen, da man sich so noch besser in die Zeit und Personen hineinversetzen kann. Daher volle Punktzahl von mir! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Jane Austens amüsante Parodie gotischer Romane,
Von Tanja Heckendorn "heckendorn" (Lörrach) - Alle meine Rezensionen ansehen (TOP 500 REZENSENT) (VINE®-PRODUKTTESTER) (REAL NAME)
Rezension bezieht sich auf: Kloster Northanger: Roman (Taschenbuch)
"Wenn jemand, ganz gleich ob Herr oder Dame, einen guten Roman nicht mit Vergnügen liest, kann er nur unausstehlich dumm sein" Henry Tilney, KNWie die Autorin Jane Austen schon zu Anfang ihres Romans feststellt, sind es weder die äußeren noch die innerlichen Gaben, die Catherine Morland auszeichnen. "Keiner, der Miss Morland als Kind gesehen hat, wäre je auf den Gedanken gekommen, dass sie zur Romanheldin bestimmt war", so lesen wir im ersten Satz des Buches. Wie der Leser aber bald darauf feststellen wird, bereitet es dennoch ein großes Vergnügen der jungen Catherine zu folgen, als sie ihr erstes großes Abenteuer erleben darf. Catherine reist mit dem gutbetuchten Ehepaar Allen in den mondänen Kurort Bath. Mrs. Allen war zwar eine der "zahlreichen Frauen, in deren Gesellschaft man nichts anderes empfindet als Erstaunen darüber, dass es in der Welt sage und schreibe Männer gibt, die genug Sympathie aufbringen, sie zu heiraten." Doch um eine junge Dame in die Gesellschaft einzuführen, dazu war sie vorzüglich geeignet. Einkaufen, Bälle und Teegesellschaften sowie andere Nichtigkeiten gestalten Catherine den Aufenthalt recht angenehm. Ihre neue Freundin Isabella teilt ihre Vorliebe für gotische Romane und auch die Geschwister Tilney gehören bald zu ihren liebsten Bekannten. Besonders entzückt ist sie allerdings, als die Tilneys sie schließlich zu einem Aufenthalt auf ihren Familiensitz einladen. Dort werden beim Anblick des alten Schlosses sogleich ihre düster-romantischen Phantasien geweckt. Der Sohn der Familie, Henry Tilney, welcher ein Auge auf Catherine geworfen hat, beobachtet amüsiert die junge Träumerin. Als sie allerdings einen grausamen Mord vermutet... Wird die Realität all ihren Träumen ein Ende machen? Das Übersetzerteam, Ursula und Christian Grawe, hat sich bei der Arbeit für die Romane ihrer Lieblingsschriftstellerin sehr verdient gemacht. Ihnen ist es zu verdanken, dass die sprachlichen Feinheiten der einzelnen Personen so sauber herausgearbeitet werden. Gerade die sprachlichen Patzer entlarven nämlich mangelnde Erziehung oder geringen Anstand. Zum Beispiel flucht der egoistische Schwerenöter, John Thorpe, ziemlich kräftig, während seine Schwester Isabella in ziemlich gleichbleibender Weise alles schrecklich oder schön findet und damit ihre Unaufrichtigkeit verrät. Henry Tilney dagegen warnt seine Schwester und auch Catherine vor sprachlicher Unaufmerksamkeit. Mit der leichten Pedanterie auf diesem Gebiet amüsiert er die einfache aber aufrichtige Heldin nicht wenig. Dieser wiederum findet die offene Lebensfreude seiner neuen Freundin ungemein anziehend. Und damit steht er nicht allein da. "Kloster Northanger" parodiert die gotischen Romane, die sich Ende des 18. Jahrhunderts so großer Beliebtheit erfreuten. Doch bereits bei Veröffentlichung 1818 war die Welle der Begeisterung schon abgeflacht und der Leser konnte mit Genugtuung feststellen, dass die Autorin mit ihrer Aussage, dass "so reizend all diese Werke waren ..., nach wirklichkeitstreuen Charakteren durfte man nicht suchen, jedenfalls nicht in Mittelengland", Recht hatte. Da für den heutigen Betrachter diese Art von Lektüre noch in weitere Ferne gerückt ist, lässt es sich Herr Grawe nicht nehmen, auf Einzelheiten des vielzitierten Gotikwerkes "Udolpho" einzugehen. Da dies zu einem besseren Verständnisses des Austenromans beiträgt, sollte der Anhang daher nicht ungelesen bleiben. So fügt sich "Kloster Northanger" lückenlos in die vielgeliebte Reihe der Romane ein, die von all denjenigen gelesen werden, die nicht für dumm gehalten werden möchten. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen |
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Kloster Northanger: Roman von Jane Austen (Taschenbuch - September 2007)
EUR 7,95
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