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18 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einfühlsam und intelligent
On Chesil Beach handelt von einem jungen, ebenso sympathischen wie blauäugigen, charakterlich prinzipiell wunderbar harmonisierenden, vor der "sexuellen Revolution" aufgewachsenen Liebespaar (Edward und Florence), das in der Hochzeitsnacht aufgrund plötzlich nicht mehr verdrängbarer, seit jeher unausgesprochener Ängste - bzw. einer profunden...
Veröffentlicht am 3. August 2008 von T.V.

versus
7 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen A Talented Wordcrafter Describes an Improbable Honeymoon
If you are easily seduced by beautiful sentences, you'll feel On Chesil Beach is a five-star book. If you love exploring inner dialogue, you'll be even more pleased with this book.

If, however, you like your stories to be compelling because of their relevance and interest to your own life, you'll wonder why in the world Mr. McEwan chose to write about this...
Veröffentlicht am 6. Juli 2007 von Donald Mitchell


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18 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einfühlsam und intelligent, 3. August 2008
Rezension bezieht sich auf: On Chesil Beach (Taschenbuch)
On Chesil Beach handelt von einem jungen, ebenso sympathischen wie blauäugigen, charakterlich prinzipiell wunderbar harmonisierenden, vor der "sexuellen Revolution" aufgewachsenen Liebespaar (Edward und Florence), das in der Hochzeitsnacht aufgrund plötzlich nicht mehr verdrängbarer, seit jeher unausgesprochener Ängste - bzw. einer profunden Meinungsverschiedenheit über die Wertigkeit von Sex - in einer Kombination aus verletztem Stolz und situativer Überfordertheit in eine existenzielle Krise gerät.

Eine Geschichte vor allem darüber, wie einzelne, kleine unüberlegte Wörter und Gesten, die quasi Unsagbarkeit des konsequent Tabuisierten, insbesondere aber das gedankenlose Nichtstun im entscheidenden Moment, eine verheerende irreversible Eigendynamik entwickeln kann.

Das sehr schmale, in keiner Zeile geschwätzige, abwechselnd aus Edwards und Florences Perspektive erzählte Buch spielt sich allein am Abend der Hochzeit ab, ist aber mit zahlreichen Rückblenden und Erinnerungen der beiden Protagonisten kombiniert, sodass man genug biographisches Hintergrundwissen bekommt, um die Handlungsweisen Edwards und Florences nachvollziehen zu können.

Sprachlich '- wem der Vergleich nutzt - nicht so schwierig wie Atonement, für Nichtmuttersprachler aber sicherlich immer noch fordernd. Wer McEwan bislang im Original gelesen hat, kann auch hier getrost zur englischen Ausgabe greifen. Wer sich einmal am Original versuchen will, hat mit On Chesil Beach eine ideale Einstiegsmöglichkeit.

Insgesamt ein sehr reifer, beeindruckend einfühlsamer und intelligenter, zugleich an vielen Stellen amüsanter Roman, der Ian McEwan hoffentlich einen Schritt näher zum längst verdienten Nobelpreis gebracht hat.
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18 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Elegant und souverän erzählte Geschichte einer ungelebten Liebe, 29. April 2007
Von 
A. Wolf (Wiesbaden) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: On Chesil Beach (Gebundene Ausgabe)
Mit seinem Roman "On Chesil Beach" taucht der Booker-Prize-Träger Ian McEwan tief in die Gemüter zweier Eheleute ein. Edward und Florence, frisch verheiratet, verbringen ihre Hochzeitsnacht in der Suite eines Strandhotels. Die erste Liebesnacht der beiden wird überschattet von schwer überwindbaren Hindernissen: Ängsten, Sehnsüchten, Unausgesprochenem, Vergangenem - und vor allem dem Versuch, eine Rolle wider die eigenen Bedürfnisse zu spielen.

"...with my body I thee worship - a dirty, joyous, bare-limbed freedom, which rose in his imagination like a vast airy cathedral, ruined perhaps, roofless, fan-vaulted to the skies, where they would weightlessly drift upwards in powerful embrace and have each other, drown each other in waves of breathless, mindless ecstasy. It was so simple! Why weren't they up there now, instead of sitting here, bottled up with all the things they did not know how to say or dared not do."

"On Chesil Beach" verwandelt den dramaturgischen Aufbau hin zum buchstäblichen "Höhepunkt" der Hochzeitsnacht in das absolute Gegenteil. Subtil, feinsinnig, mit einem sicheren Gespür für die kleinen und großen Kränkungen, die Gesten, Berührungen und Worte - auch die unausgesprochenen - auszulösen vermögen, erzählt McEwan seine Geschichte.

Die Geschehnisse der Hochzeitsnacht werden mit Episoden aus der Vergangenheit des Ehepaars illustriert und lassen so die beiden Charaktere sehr plastisch werden.

McEwan hat in seinem Roman ein subtiles Geflecht aus Wissen und Nicht-Wissen angelegt; der Leser kennt die Figuren wesentlich besser als sie einander kennen. Und so wird - um einmal in der sexuellen Konnotation des Wortes zu bleiben - das "Erkennen" von Edward und Florence zum eigentlichen Desaster. Die Charaktere teilen den Makel, dass es ihnen lange Zeit an der wahren, echten Gefühlsaussprache fehlt. Die Begierde Edwards muss an den unterdrückten Gefühlen seiner Gattin förmlich abprallen. Dass hinter der etwas spätentwickelten, scheinbar frigiden Florence allerdings noch weit mehr steckt, wird der Leser erst nach dem Lesen der letzten Romanseite vollends durchschaut haben.

McEwan hinterlässt mit "On Chesil Beach" großen Eindruck. Es ist unter den Buchpublikationen auf dem Literaturmarkt dieser Welt keine Selbstverständlichkeit, dass ein Schriftsteller derart stilsicher und souverän in die Seelen zweier Figuren zu blicken vermag. Dass er ferner das Geschehen poetisch ausgestaltet und das ganze Gebilde schließlich in einen großen Lebenslauf der beiden einbettet. Selbst der kleine Nachtrag McEwans berührt - wie der gesamte Roman - das Gemüt. Ein rundum gelungenes Werk, das sich für die engere Auswahl im Rennen um den diesjährigen Booker-Prize empfohlen haben dürfte.
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18 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Dieses Buch wird ein Klassiker !, 26. Juni 2007
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: On Chesil Beach (Gebundene Ausgabe)
Habe das Buch vor ein paar Tagen fertig gelesen und war erschüttert. Ich hatte kürzlich "Saturday" als ersten McEwan auf englisch gelesen und war mehr als begeistert. Von "Chesil Beach" war ich zwischendrin nicht so überzeugt. Das hat sich zum Ende aber vollständig geändert.

"Chesil Beach" ist eigentlich eine klassische Novelle und kein Roman. Denn es gehte um eine unerhörte Begebenheit, um eine menschliche Katastrophe, die letzten Endes durch das bloße Unterlassen einer Geste, eines Wortes vollendet wird. Ian McEwan schafft es auf relativ wenigen Seiten, seine Figuren, ihre Beziehungen untereinander und die Umstände, die zu dieser tragischen Nacht führen, so plastisch darzustellen, dass man von der lakonischen Schilderung der Auswirkungen unglaublich tief berührt wird. Man wird mir kaum vorwerfen können, allzu emotional auf Bücher zu reagieren, aber am Ende dieses Buches konnte ich nicht anders, als minutenlang in Gedanken vor mich hinzustarren.

Ian McEwan ist eindeutig einer der größten lebenden Autoren und dieses Buch hat das Zeug zum Klassiker !
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen 4:1 Favorit..., 11. September 2007
Von 
Michael Dienstbier "Privatrezensent ohne fina... (Bochum) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: On Chesil Beach (Gebundene Ausgabe)
... auf den Gewinner des diesjährigen Booker-Prize ist Ian MacEwans Novelle "On Chesil Beach". Ob das reichen wird, ist eher zweifelhaft. Mac Ewan gewann bereits mit "Amsterdam" den renomierten Literaturpreis und die Vergangenheit zeigt, dass die Jury gerne darauf verzichtet, einen Schriftsteller gleich zweimal auszuzeichnen.

"They were young, educated, and both virgins on this their wedding night, and they lived in a time when a conversation about sexual differences was plainly impossible" (3). Unsere beiden frisch verheirateten Jungfrauen heißen Edmund und Florence, beide Anfang 20, und wir befinden uns im England des Jahres 1962. Beide sehen ihrer unmittelbar bevorstehenden Deflorierung mit höchst unterschiedlichen Erwartungen entgegen. Edward kann es kaum erwarten, dass nun nach mehr als einem Jahr endlich "the most sensitive portion of himself would reside, however briefly, within a naturally formed cavity inside this cheerful, pretty, formidably intelligent woman" (6f.). Florence hingegen fürchtet den so lange hinausgezögerten Termin: "She was no lamb to be uncomplainingly knifed" (81). In Rüchblenden erfährt der Leser vieles über das erste Treffen der beiden, Edwards Werben, seine von den gesellschaftlichen Rahmenbedingungen aufgezwungene Geduld in sexuellen Dingen bis hin zum Höhepunkt der Hochzeitsnacht sowie der Schlusskatastrophe.

"On Chesil Beach" ist wie eine klassische Tragödie aufgebaut in fünf Abschnitte: Einleitung, ansteigende Handlung, Höhepunkt, absteigende Handlung, Schlusskatastrophe. Dass das dritte Kapitel, also der Höhepunkt der Handlung, auch ganz im Zeichen des "Höhepunkts" liegt, ist eine spaßige Idee MacEwans. Neben der klassischen Struktur, überzeugt die Novelle vor allem durch die anspruchsvolle poetische Bildsprache sowie durch die genaue Charakterisierung der beiden Hauptpersonen, deren Innenleben genauso präzise dargestellt wird wie die Unfähigkeit, dieses zu artikulieren. Diese sprachliche Unfähigkeit von Edward und Florence steht, inmitten der sprachlichen Brillianz von MacEwan, im thematischen Mittelpunkt der Novelle. Die genauen Gründe hierfür bleiben bis zuletzt im Unklaren: "And what stood in their way? Their personalities and pasts, their ignorance and fear, timidity, squeamishness, lack of entitlement or experience or easy manners, then the tail end of religious prohibition, their Englishness and class, and history itself. Nothing much at all" (96).

Fazit: Sprachlich anspruchsvolle und thematisch interessante Novelle. Der Gewinn des Booker-Prize wäre sicherlich nicht unverdient. Mal sehen, ob MacEwan das Double perfekt machen kann. Am 16. Oktober wird die Entscheidung bekannt gegeben.
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14 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Beautifully told, 21. Januar 2008
Rezension bezieht sich auf: On Chesil Beach (Taschenbuch)
This is an affecting description of misunderstandings between a naive young couple on their wedding night; told alternately from their parallel points of view leading the reader to feel sympathy for both. The story is set just before the supposed love revolution and will have resonances for older readers, but I think most people will empathize with the couple's anxieties. The writing is wonderfully fluent in evoking feelings and left me wishing that this short book had been longer. In the hardback edition the print is a good size and very clear with wider than average line-spacing -- a boon for reading in poor light. I would also recommend reading The Fates by Tino Georgiou, if you haven't already. A truly superb novel.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sprachlosigkeit und Missverständnis, 18. Februar 2010
Rezension bezieht sich auf: On Chesil Beach (Taschenbuch)
Sprachlosigkeit und Missverständnis bringt eine 8 Stunden junge Ehe zum Scheitern. Diese Story platziert der Erfolgsautor McEwan in die frühen 60er Jahren am berühmten Kiselstrand "Chesil Beach" im Süden Englands. Dieser Schauplatz schafft eine großartige Atmosphäre für die Geschichte.

Mit ausgewählter Sprache und minutiös beschrieben Details ereignet sich der Abend nach der Hochzeit von Edward und Florence, eine kurze Zeitspanne, die der Autor geschickt mit Rückblicken in das Leben der beiden Hauptfiguren durchkreuzt. Als Leser nimmt man an verschiednen Erzählperspektiven teil: am Seelenleben von Florence, an Edwards Gedanken und auch an einer allwissenden Perspektive. Das macht das kleine Buch überaus spannend und interessant.

Von den biederen Konventionen und Zwängen der Nachkriegszeit gefesselt steuert diese Liebe unaufhaltsam dem Untergang zu. Die Abscheu alles Körperlichen könnte bei Florence auch von einem sexuellen Mißbrauch durch ihren Vater in der Kindheit rühren; doch das deutet McEwan nur wage an und läßt der Interpretation des Lesers freien Lauf. Florence handelt und redet entgegengesetzt zu Ihren Gefühlen und auch der ungeschickte Edward schafft nicht die Spachlosikeit zu überwinden.
Das traurige Schicksal nimmt teilweise sehr groteske, ironische Züge an und als Leser muß man des öfteren schmunzeln.

McEwan zeichnet mit seinen Worten ein lebhaftes Bild der Zeit kurz vor der sexuellen Revolution und Befreiung der 68er Jahre. Ich halte das Buch für überaus gelungen. 5-Sterne Empfelung!!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Fascinating Read, 8. August 2009
Rezension bezieht sich auf: On Chesil Beach (Taschenbuch)
I loved this book from the beginning to the end. The language is simply beautiful. The topic is very intimate and almost a tabu in our age of a sexualised society. The story is set in the 1960s before the sexual revolution. It's about a failed marriage. Failed not because there wasn't enough love but because of different expectations of the wedding night and beyond. Set in the past, the topic is still timeless which makes this book a fascinating read.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Love and patience, 31. Oktober 2012
Rezension bezieht sich auf: On Chesil Beach (Taschenbuch)
Ian McEwan's greatest talent is to shed light on the dark facets of our souls, to captivate readers by empathically, yet unflatteringly and very explicitly describe our - as rock group Muse would phrase it - undisclosed desires and fears in all their devastating consequences. The output of his talent can be purchased in bookshops all over the world: "Enduring Love", "The Comfort of Strangers", ..., and - to me the most touching of his books I've read so far - "On Chesil Beach", the story of Edward and Florence set in 1962, two virgins (to quote another, albeit way more important and fascinating rock musician), just married, cheerfully in love, but utterly afraid of the wedding night they are facing. Why is that so? The five portions of the short novel address this question in different ways and thereby unfold the young couple's story in a semi-chronological order: Whilst part 1 introduces us to an ostensibly harmonious young couple, liberal, open-minded, and with a great future (he as a historian, she as a violinist) lying ahead, first hesitances about the interactions usually conducted in a wedding night become clear, and are then explicitly named by the narrator (soon an empathic, soon an ironic observer of, alternatingly, both lovers). Expectations about what is going to happen to them in that night are triggered, but it is not before the end of part 3 that the story reaches its climax (Was it necessary to base such a deeply touching and timeless story of love, fear, and loneliness on the order of the Aristotelian drama?) by fulfilling these very expectations in a rather bold and incredibly intense manner. Part 2, however, describes the prior lives of the two lovers and their first meeting, with a stirring awareness of how small and smallest twists of coincidence can influece the conduct of our lives. Part 4, then, gives the enormous drive of the story in part 3 a welcome break, focusing at the consolidation and engagement phase of Edward's and Florence's relationship, which gives deeper insights into the characters and makes us readers hope that these two archetypes of the insecured young adult of a time when young people, at least not few of them, did not yet take to sex like a duck takes to water. Part 5 offers us the harrowing interaction between these two terrified souls, and a flashforward into the protagonists' later lives which sends shivers down the spine - despite, or rather because of its closeness to real-life experience, its blunt recognition of how one mistake, one untaken chance, or one instance of impatience, harshness, or lack of understanding can ruin a life and make it a meaningless chain of events. Hardly did I come so close to crying at the end of a book, to be honest.
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5.0 von 5 Sternen Schon wieder: Große Literatur, 27. Februar 2008
Rezension bezieht sich auf: On Chesil Beach (Gebundene Ausgabe)
Es ist ein sehr trauriges, manchmal belastendes und im Grunde doch positives Buch. McEwan appelliert an die Leser, es besser zu machen als seine zwei Hauptfiguren, Florence und Edward. Mit Ehrlichkeit, mit Liebe, mit Geduld, mit Zuhören und mit einer inneren Abrüstung, einem "Sich-selbst-nicht-so-wichtig-Nehmen". Dann hat man auch eine Chance auf Glück oder man macht es zumindest nicht kaputt, wenn es denn mal kommt.

Der Text ist wie immer bei McEwan unglaublich präzise. Dieser Autor schreibt die Wahrheit und er kann sie auf den Punkt genau ausdrücken. Wie er den Streit zwischen den beiden beschreibt, ist ein gutes Beispiel hierfür. Das ist vielleicht sehr kühl, die Figuren werden mehr analysiert als zum Leben gebracht, aber es ist auch sehr wahr und sehr gut beobachtet.

Die Regelmäßigkeit, mit der McEwan gute, sehr gute oder sogar herausragende Bücher publiziert, ist beeindruckend. Er ist einer der wirklich großartigen Gegenwartsautoren. Mehr davon.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "They were young, educated, and both virgins on this their wedding night [...]" (3)., 16. Januar 2009
Von 
Michael Dienstbier "Privatrezensent ohne fina... (Bochum) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: On Chesil Beach (Taschenbuch)
Ian McEwan hätte es definitiv verdient gehabt, mit seiner Novelle "On Chesil Beach" 2007 den Booker Prize, den höchstdotierten englischen Buchpreis, zu gewinnen. Doch die Jury schreckte offenbar davor zurück einen Autor gleich zweimal auszuzeichnen, da McEwan bereits 1998 für seinen Roman Amsterdam den Booker Prize zugesprochen bekam. So blieb sein neuestes Werk unausgezeichnet, obwohl es seinen Mitbewerbern vor allem in sprachlichen Belangen weit überlegen war.

"They were young, educated, and both virgins on this their wedding night, and they lived in a time when a conversation about sexual differences was plainly impossible" (3). Unsere beiden frisch verheirateten Jungfrauen heißen Edmund und Florence, beide Anfang 20, und wir befinden uns im England des Jahres 1962. Beide sehen ihrer unmittelbar bevorstehenden Deflorierung mit höchst unterschiedlichen Erwartungen entgegen. Edward kann es kaum erwarten, dass nun nach mehr als einem Jahr endlich "the most sensitive portion of himself would reside, however briefly, within a naturally formed cavity inside this cheerful, pretty, formidably intelligent woman" (6f.). Florence hingegen fürchtet den so lange hinausgezögerten Termin: "She was no lamb to be uncomplainingly knifed" (81). In Rückblenden erfährt der Leser vieles über das erste Treffen der beiden, Edwards Werben, seine von den gesellschaftlichen Rahmenbedingungen aufgezwungene Geduld in sexuellen Dingen bis hin zum Höhepunkt der Hochzeitsnacht sowie der Schlusskatastrophe.

"On Chesil Beach" ist wie eine klassische Tragödie aufgebaut in fünf Abschnitte: Einleitung, ansteigende Handlung, Höhepunkt, absteigende Handlung, Schlusskatastrophe. Dass das dritte Kapitel, also der Höhepunkt der Handlung, auch ganz im Zeichen des "Höhepunkts" liegt, ist eine spaßige Idee MacEwans. Neben der klassischen Struktur, überzeugt die Novelle vor allem durch die anspruchsvolle poetische Bildsprache sowie durch die genaue Charakterisierung der beiden Hauptpersonen, deren Innenleben genauso präzise dargestellt wird wie die Unfähigkeit, dieses zu artikulieren. Diese sprachliche Unfähigkeit von Edward und Florence steht, inmitten der sprachlichen Brillianz von MacEwan, im thematischen Mittelpunkt der Novelle. Die genauen Gründe hierfür bleiben bis zuletzt im Unklaren: "And what stood in their way? Their personalities and pasts, their ignorance and fear, timidity, squeamishness, lack of entitlement or experience or easy manners, then the tail end of religious prohibition, their Englishness and class, and history itself. Nothing much at all" (96).

Fazit: Sprachlich anspruchsvolle und thematisch interessante Novelle. Ian McEwan bleibt einer der herausragenden englischen Autoren, der meiner Ansicht nach auch ein Kandidat für den Literaturnobelpreis ist.
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On Chesil Beach
On Chesil Beach von Ian McEwan (Taschenbuch - November 2008)
EUR 5,40
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