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4,3 von 5 Sternen
Das Gehirn
Format: TaschenbuchÄndern
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 22. September 2014
Ich bin kein Naturwissenschaftler und kenne mich in der aktuellen neurowissenschaftlichen Forschung nicht aus, sondern habe zu dieser Einführung (im engl. Original erschienen im Jahr 2005) als Autodidakt in den Bereichen Geschichte und Humanwissenschaft gegriffen. Dass sie mich enttäuscht hat, liegt wohl nicht am Autor, sondern an der mechanistischen Methodik, mit der die Neurowissenschaften ihren Stoff nach wie vor ausschließlich bearbeiten. Obwohl das „Rätsel des Bewusstseins“ als Spezifikum des Menschen und Problem, das zu lösen die Neurowissenschaft angetreten ist, klar formuliert wird, ist von einem Fortschritt weit und breit nichts zu sehen, denn „das Gehirn“ wird umstandslos als „rein materielles System“ (S. 8) betrachtet, also als isoliertes „biologisches Gerät“ (S. 168), das auf diversen „Mechanismen“ (passim) beruht.

Die in diesem Sinne etwa bei der Funktion des Gedächtnisses empirisch fixierbaren elektrischen und chemischen Vorgänge werden folglich, da am unkompliziertesten, an Gehirnen niederer Organismen exemplifiziert, etwa an dem der Meeresschnecke „Aplysia californica“ als „ideales Modelltier“ (S. 146). Für etwas verwickeltere Vorgänge gibt es Belege anhand des „Mäuse- und Rattenhirns“ (S. 159). Der „reduktionistischen Vorgehensweise“ (S. 148) ist man sich dabei durchaus bewusst, das ändert aber nichts daran, dass wir über die Spezifik des menschlichen Gehirns im Grunde nichts lernen; es ist den Schnecken und Ratten bestenfalls quantitativ voraus.

Dazu passt, dass der Leser hinsichtlich der Gründe für die relativ rasche Zunahme des menschlichen Gehirnvolumens im Verlauf der Evolution (Kapitel 4, „Vom Urknall zum Großhirn“) mit albernen Scherzen belästigt wird, wie dass die für das Balzverhalten erforderliche „kreative Intelligenz“ durch „sexuelle Auslese“ (S. 100) rapide angestiegen sei. Immerhin wird im selben Abschnitt dazu aufgefordert, „ehrlich“ zu sein und zuzugeben, dass wir Fragen wie die nach der Entstehung der Kunst vor rund 40000 Jahren „nicht befriedigend klären“ können.

Meines Erachtens wird sich weder dieses noch andere Probleme im Rahmen einer Neurowissenschaft erörtern lassen, die von dem Modell „isoliertes Gehirn vs. Außenwelt“ ausgeht und völlig außer Acht lässt, dass die Natur nicht ein einzelnes, sondern eine Pluralität von Gehirnen geschaffen hat, die miteinander kommunizieren – und zwar nicht nur innerhalb einer Art, sondern speziesübergreifend. Dieser „sozialwissenschaftliche“ Aspekt hat sich der Naturwissenschaft offenbar bislang nur rudimentär erschlossen.

Deshalb ist auch die Forschung zur künstlichen Intelligenz, auf die der Autor im letzten Kapitel eingeht, so blamabel ineffektiv. Interessant ist ein Modell zur Simulierung von Mutation und Selektion unter Robotern (oder Computern, S. 170 ff.), aber solange die KI-Forschung nur nach einer Simulation des isolierten Gehirns strebt, wird sie ihren Geräten nicht mehr Intelligenz einhauchen können als die einer Kakerlake (laut Michio Kaku).

Fazit: Wenn, was ich nicht weiß, O’Sheas Buch den aktuellen Stand der Neurowissenschaft darstellt, dann wirft es mehr Fragen und Probleme auf, als dass es sie löst.
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3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 17. Februar 2013
Dieses Reclam Sachbuch gibt auf ca. 200 Seiten im kleinen Format einen guten Überblick über den Stand der Gehirnforschung. Gut und flüssig geschrieben, teilweise anspruchsvoll aber auch für den interessierten Laien noch gut zu verstehen.
Die 6,40€ sind gut investiert, empfehlenswert!
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0 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 30. Juni 2014
lieferung und versandt erfolgten rechtzeitig
d buch ist sehr interessant wenn auch nicht ganz einfach zu lesen (für mich als nicht med.)
aber für alle d etwas lernen wollen bestens geeiget
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0 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 29. August 2014
... ein Paar mehr Zeichnungen wären hilfreich!
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