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am 24. November 2010
Das vorliegende Buch ist eine recht breit gefächerte Zusammenfassung, bzw. ein Querschnitte zum Thema Tierethik.

Es ist in zwei Teile unterteilt, wobei sich ersterer mit verschiedenen bekannten und weniger bekannten tierethischen Positionen ganz allgemein befasst (darunter eben auch die Tugendethik und natürlich multikriteriale Ansätze wie die der Herausgeberin...), während der zweite Teil sich dann mit konkreten Anwendungsproblemen auseinandersetzt.

Besonders die weniger bekannten Ansätze machen das Buch so interessant, wobei auch gerade die Vielfalt ihre Wirkung nicht verfehlt, vermögen es doch praktisch alle ethischen Grundrichtungen Tiere in die Moral einzubeziehen.
Neben den Unterschieden in Detailfragen bleibt freilich die Erkenntnis, dass das Leid nichtmenschlicher Tiere aus ethsicher Sicht nicht weiter unberücksichtigt bleiben kann.

Fazit: Gute Zusammenfassung, interessante, weniger bekannte Ansätze der Debatte, die neue Perspektiven eröffnen. Bei den Standardautoren (Singer, Regan, usw.) freilich nichts Neues, trotzdem absolut gelungen und zu empfehlen.
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TOP 1000 REZENSENTam 1. Dezember 2012
Zitat von Heinrich Heine

Der griechische Historiker Plutarch schrieb in einer Anmerkung zu Pythagoras: "Könnt ihr wirklich die Frage stellen, aus welchem Grunde sich Pythagoras des Fleischessens enthielt? Ich für meinen Teil frage mich, unter welchen Umständen und in welchem Geisteszustand es ein Mensch das erste Mal über sich brachte, mit seinem Mund Blut zu berühren, seine Lippen zum Fleisch eines Kadavers zu führen und seinen Tisch mit toten, verwesenden Körpern zu zieren, und es sich erlaubt hat, die Teile, die kurz davor noch gebrüllt und geschrien, sich bewegt und gelebt haben, Nahrung zu nennen... (wir) schlachten harmlose, zahme Geschöpfe ohne Stacheln und Zähne, die uns ohnehin nichts anhaben könnten. Um des Fleisches willen rauben wir ihnen die Sonne, das Licht und die Lebensdauer, die ihnen von Geburt an zustehen. Wenn ihr nun behaupten wollt, dass die Natur solche Nahrung für euch vorgesehen hätte, dann tötet selbst, was ihr zu essen gedenkt."
In den darauf folgenden Jahrhunderten, im christlichen Abendland, konnte man solche Gedanken und Anmerkungen so gut wie überhaupt nicht mehr lesen. Der Verzehr, die Nutzung, Ausbeutung und Tötung von Tieren stellte im christlichen Abendland kein ethisches Problem dar. Mit einigen wenigen Ausnahmen (Montaigne, La Mettrie und Schopenhauer) haben sich die Philosophen im christlichen Abendland noch nicht einmal die Frage gestellt, ob der Mensch eine ethische Verpflichtung und Verantwortung gegenüber den Tieren hat. Das heutige philosophische Nachdenken über die moralisch angemessene Behandlung der Tiere begann erst in den 1970er Jahren, unter anderem als 1975 das Buch "Animal Liberation" von dem australischen Philosophen Peter Singer erschien. Seitdem hat sich vor allem im angelsächsischen Raum in der Philosophie eine Tierethikdebatte etabliert, die bis heute intensiv geführt wird.

Die Philosophin Ursula Wolf hat verschiedene Texte der gegenwärtigen Tierethikdebatte in diesem Buch herausgegeben, die einen möglichst repräsentativen Überblick geben sollen. Aus Platzgründen wurden Äußerungen der klassischen Philosophen zu dem Mensch-Tier-Verhältnis ausgelassen, aber in den Texten der modernen Autoren finden sich immer wieder Bezüge zu diesen klassischen Texten, zu denen unter anderem Kant, Bentham und Schopenhauer gehören. Gegliedert ist das Buch in einen moraltheoretischen Teil und einen Anwendungsteil. Im ersten Teil werden die wichtigsten Moraltheorien, die sich mit der Frage der Tiere beschäftigt haben, von verschiedenen Autoren, vorgestellt und erläutert: der Utilitarismus (vertreten von Peter Singer), Moraltheorien, die mit dem Begriff des Rechts (Tom Regan) oder der Würde (Gotthard Teutsch) arbeiten, Kontraktualismus (Mark Rowlands), Mitleidsethik (Josephine Donovan) und Tugendethik (Hursthouse und Lawrence C. Becker). Außerdem werden auch multikriterielle Positionen (Mary Midgley, Ursula Wolf) aufgeführt, die davon ausgehen, dass es in der Moral nicht nur ein einziges Grundprinzip gibt, sondern mehrere. Im zweiten Teil geht es um praktische Fragen, die aus den verschiedenen moraltheoretischen Positionen resultieren, das heißt ob man Tiere töten darf oder nicht, und ob man sie in Tiersversuchen und zur Nahrung benutzen darf.

Es handelt es sich hier um ein Diskussionsband, in der die Auseinandersetzung über die Tierrechte und eine entsprechende Tierethik stark im Vordergrund steht. In einem Punkt stimmen alle Autoren überein: Die Frage, ob Tiere ein Gegenstand der Ethik sein können, ob also der Mensch gegenüber ihnen eine moralische Verpflichtung hat, ist anders als in den meisten klassischen philosophischen Texten, nicht mehr strittig. Uneinigkeit besteht aber in den aus den verschiedenen moralischen Theorien entstehenden Forderungen und Handlungszielen: Haben die Tiere das gleiche Recht auf Leben und Unversehrtheit wie die Menschen, stehen die tierischen Interessen auf der gleichen Stufe mit den menschlichen Interessen und Bedürfnissen oder gibt es hier eine Hierarchie, kann man die Menschenwürde auf die Tiere übertragen oder muss man nicht vielmehr die Würde der Kreatur als eigenständigen, inhärenten Wert akzeptieren, der aber nicht mit einem absoluten Wert gleichgesetzt werden kann, sollte man eine Tierethik im Sinne eines Kontraktualismus gesetzlich und rechtlich verankern oder ist der Begriff des Rechts seinem Wesen nach nur auf den Menschen bezogen, lassen sich Tierversuche und die Tiertötung von Tieren zu Nahrungszwecken moralisch rechtfertigen? All diese Frage werden kontrovers diskutiert.

Als interessierter Leser, der sich mit den Thema der Tierethik und Tierrechte intensiv beschäftigt, sollte man sich irgendwann positionieren. Denn schließlich geht es hier um Leben und Tod. Insgesamt haben mich die Argumente und Gedankengänge der Philosophen, die sich für eine Gleichbehandlung von Mensch und Tier, also für Tierrechte aussprechen, mehr überzeugt. Immer wieder haben dabei aber die verschiedenen moralphilosophischen Ansätze zur Begründung einer Tierethik oder Tierrechte zu kontroversen Debatten und Einwänden geführt. Der Utilitarismus Peter Singers zum Beispiel, der die moderne Tierethikdebatte überhaupt erst angestoßen hat, musste sich der Kritik von Tom Regan unterziehen. Der Utilitarismus, so wie er von Jeremy Bentham begründet wurde, geht davon aus, dass es in der Moral darum geht, die Leiden zu minimieren und die Lust zu maximieren. Die Moral baut hier nicht auf dem Begriff der Pflicht oder Rechts auf, sondern sie ist definiert durch das Ziel des moralischen Handelns. Ob man ein Objekt der moralischen Handlung wird, entscheidet nicht die Vernunftfähigkeit wie bei Kant, sondern die Leidensfähigkeit. Da Tiere über die gleiche Leidens- und Schmerzfähigkeit verfügen wie die Menschen, müssen sie bei der Frage der moralischen Verpflichtung und Verantwortung mitberücksichtigt werden. Wer die Tiere aus der moralischen Gemeinschaft ausschließt, weil ihnen im Gegensatz zu den Menschen die Vernunftfähigkeit mangelt, müsste konsequenterweise auch Säuglinge, Demenz- und Geisteskranke aus der Moral verbannen. Außerdem würde er sich den Vorwurf des Speziesismus zuziehen, dass heißt den Vorwurf die eigene Spezies zu bevorzugen. Wenn Bentham aber als Ziel der Ethik "das größtmögliche Glück für die größtmögliche Zahl von Menschen" nennt, so schrumpft seine Moralkonzeption auf ein Nützlichkeitsprinzip zusammen, wo der einzelne lernen muss einzusehen, dass diesem am besten gedient ist, wenn er sein eigenes Streben nach Glück dem allgemeinen Wohl und Ziel anpasst. Gerade hier setzt der Einwand von Tom Regan an: Der Utiltarismus mag zwar einen "kompromißlosen Egalitarismus" vertreten, es fehlt aber "eine Garantie von Grundrechten, die verhindern, dass das Leben oder Glück Einzelner zugunsten von Nutzenstrategien geopfert werden kann." Demgegenüber schlägt Regan mit seinem "Rechte-Ansatz" vor, dass alle Wesen einen inhärenten Wert haben, die bewusste Subjekte eines Lebens mit einem individuellen Wohl sind. Diese grundlegende Gemeinsamkeit ist unabhängig davon, "wie nützlich wir für andere sein mögen. Wir wollen und bevorzugen Dinge, glauben und fühlen Dinge, erinnern uns an und erwarten Dinge. Und all diese Dimensionen unseres Lebens - unsere Lust und unser Schmerz, unsere Freunde und unser Leiden, unsere Befriedigung und unsere Frustration, unser Weiterleben oder unser frühzeitiger Tod - all das macht einen Unterschied für die Qualität unseres Lebens, wie wir es als Individuen erleben und erfahren. Und da dasselbe für Tiere gilt, die uns etwas angehen (die, die wir essen und fangen, zum Beispiel), müssen auch sie als empfindende Subjekte eines Lebens mit eigenem inhärenten Wert angesehen werden." Bei der Begründung von Rechten für Tiere müsse wir wissen, ob die Tiere, die in unserem Kulturkreis gegessen, gejagt und getötet werden, "wie wir Subjekte des Lebens sind." Nach Regan kann man das nur bejahen. Millionen von Tieren sind Subjekte eines Lebens im erklärten Sinne und haben somit einen inhärenten Wert, "wenn denn wir einen haben."

Neben dem "Rechte-Ansatz" von Tom Regan kann eine Mitleidsethik in der Nachfolge von Schopenhauer, den Utilitarismus korrigieren. Im Gegensatz zum Utilitarismus, der sich auf das Gesamtwohl, auf die Interessen einer möglichst großen Zahl von Wesen bezieht, ist die Mitleidsethik im Sinne Schopenhauers die einzige Form einer individualistischen und fürsorglichen Ethik, die sich im wesentlichen auf das Individuum und seine Fürsorge bezieht. Nicht der einseitige Vorteil des Menschen, sondern anderen Lebewesen kein Leid zuzufügen ist das Ziel einer solchen Mitleidsethik. In der gegenwärtigen Tierrechtsbewegung bemühen sich insbesondere viele Feministinnen wie Josephine Donovan, die Ethik im Gefühl, in den Empfindungen des Mitgefühls zu verankern. Dem Einwand von Kant, eine Gefühlsmoral sei irrational, subjektivistisch, relativistisch, unkontrollierbar und unberechenbar entgegnet Donovan mit dem Verweis, "dass das Empfinden von Mitgefühl sowohl eine komplexe intellektuelle als auch emotionale Betätigung sei."
In seinem Text "Gerechtigkeit für alle" plädiert der Philosoph Mark Rowlands für einen Zustand der Unparteilichkeit und die Ausblendung der Spezieszugehörigkeit. Erst wenn wir Menschen begreifen, dass die Spezies, der wir angehören, "eine unverdiente Eigenschaft" ist, "dass wir einfach so geboren wurden", erst dann wird die Eigenschaft, "einer bestimmten Spezies anzugehören, moralisch ebenso irrelevant wie Rasse, Geschlecht oder Augenfarbe" sein. "Im Zustand der Unparteilichkeit sollte also auch die Kenntnis Ihrer Spezieszugehörigkeit hinter dem Schleier des Nichtwissens ausgeblendet werden." Der Einsatz gegen den Speziesismus und für die Tiere sollte nicht sein, weil sie "so sind wie wir", sondern, wie der radikale Tierrechtler Günther Rogausch in seinem bemerkenswerten Aufsatz "Innerhalb einer Kultur des Schlachthofes - Jenseits von Fleisch" geschrieben hat, "weil sie sie sind!"
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am 2. Oktober 2012
Ein breites Spektrum an Erörterungen von vielen Themenfeldern zur Tierethik. Bequem und angenehm zu lesen, da sämtliche Texte in deutscher Sprache übersetzt wurden. Ursula Wolfs Einleitung gibt umfassend den Diskussionsstand wieder. Die Auswahlbibliographie (4 Seiten) war für mich hilfreich, sie hätte jedoch für die einzelnen Problemfelder untergliedert sein können. Ich habe mit den Aufsätzen zu Tierrecht und Tötung von Tieren gut arbeiten können und gebe daher volle fünf Punkte.
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am 11. Mai 2013
Das Buch kann man nur empfehlen, es enthält viele Übersetzungen von Klassikern der Tierrechtsethikdebatte und Ursula Wolf ergänzt die Inhalte mit ihrem neuen Ansatz einer universalen Ethik! Einziges Manko: Die Reclam-Ausgabe ist nur für einmaliges Lesen geschaffen, die Seiten sind bei mir teilweise rausgefallen. Aber für das Geld kann man auch eigentlich nicht meckern!
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am 27. Juli 2014
Für einen Vortrag habe ich mich näher mit dem Thema der Tierethik auseinandergesetzt.
In dem Buch werden die Positionen der Befürworter sowie der Gegner von Tierrechten gut dargestellt und sind inhaltlich auch gegliedert. Das Buch startet mit der Position Singers, die die Tierethikdebatte der Neuzeit in den 70ern angezettelt hat und stellt dann weitere Reaktionen auf Singers Werk, das sich eindeutig für Tierrechte ausspricht, vor.
Das Buch eignet sich hervorragend, dafür um einen Überblick über Inhalt und Argumentationsweisen der Tierethikdebatte zu erhalten.
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am 15. September 2013
Ich habe eine Hausarbeit über Massentierhaltung in Tierethik geschrieben und bin sehr zufireden mit meiner Auswahl. Vor allem die Vielfalt hat mir sehr gefallen.Man kann sowohl was über die Frage nach den Rechten für Tiere allgemein finden als auch etwas über den Verzehr von Fleisch und die moralische Vertretbarkeit. Ich würde es auch jedem empfehlen, der sich für dieses Thema interessiert und sich ein wenig zum Thema "eingelesen" hat.Die Texte sind nicht allzu lang, sodass man den Überblick behält und kurze Zusammenfassungen zu jedem Thema schreiben kann.
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am 24. September 2013
Super Zusammenfassung über Tierethik mit den wichtigsten Positionen. Habe mir dieses Buch gekauft, weil ich eine Seminararbeit zu einem Bereich der Tierethik verfasst habe. Dabei war mir dieses Buch eine wichtige Hilfe.
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am 27. März 2013
eine tolle zusammenfassung verschiedener philosophen, natürlich auch vieles von den philosophen wie peter singer, schoppenhauer.. ein muss für jeden philosophiebegeisterten,ob fleischesser oder nicht
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am 15. Mai 2014
Die wichtigsten Grundlagentexte zum tierethischen Diskurs praktisch und handlich zusammengefasst. Für ältere Leser sind die gelben Reclam-Büchlein ohne Lupe allerdings kaum zu bewältigen.
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am 2. März 2011
Ein Muss für alle, die wirklich Interesse am Thema haben und bereit sind sich einer Grundsatzdiskussion zu stellen und zusammen mit Kaplan, Singer oder Schweitzer bis in den inneren Kern der Materie vorzudringen.
Hervorragendes Büchlein!
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