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3,8 von 5 Sternen
Philosophie des Zen-Buddhismus
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95 von 108 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 21. Juni 2005
Zen-Buddhismus hat eine radikale Skepsis gegenüber der Reflexion und der Sprache. Nicht Lehren und Schriften, sondern unmittelbare Schau und Einsicht sollen den Weg zur Erleuchtung öffnen. Trotzdem wohnt ihm eine bestimmte Sicht auf das Leben und auf die Welt inne, die man durchaus in Form eines Buches abhandeln kann. Zen-Buddhimus bejaht z. B. das Alltägliche. Die Erlösung oder das Glück wird nicht im Außergewöhnlichen, sondern in den gewöhnlichen und unscheinbaren Dingen des Alltags gesucht. "Tag für Tag ist ein guter Tag", so lautet ein bekannter Spruch des Zen-Buddhismus (Bi-yän-lu). Zen-Buddhismus ist eine Religion des Alltags ohne Dogmen, Gebote oder Verbote. Er ist auch eine Religion ohne Gott. Eine zen-buddhistische Maxime lautet: "Wenn du müde bist, leg dich schlafen. Wenn du Hunger hast, iß Reis." Zen-Buddhismus lehrt Gelassenheit, Heiterkeit und innere Zufriedenheit. Dem Autor ist gelungen, in einer sehr klaren Sprache die für den Zen-Buddhismus charakteristischen Denkweisen zu erläutern. Eine sehr empfehlenswerte Lektüre!
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59 von 67 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 25. November 2004
Der Zen-Buddhismus ist eine meditative Richtung des Buddhismus. Er ist sehr skeptisch gegenüber dem Begreifen oder der Sprache. So ist es ernorm schwierig, eine Abhandlung darüber zu verfassen. Dem Autor gelingt es aber, den Zen-Buddhismus, der die Sprache flieht, doch zum Sprechen zu verführen. Schrittweise wird der Leser in die zen-buddhistische Weltanschauung eingeführt. Der Autor thematisiert auch zen-buddhistisch inspirierte Kunstformen wie Tee-Weg, Ikebana, Landschaftmalerei, Haiku etc. Sehr schön sind seine Ausführungen zum Wander-Mönch Bashô. Das Kapitel „Nirgends wohnen" beschreibt eine zen-buddhistische Existenzform, die angesichts der heutigen Welt sehr ergreifend ist. Wer mit ein wenig Geduld den Gedankengängen des Autors folgt, wird belohnt mit wertvollen Erkenntnissen.
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17 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 2. Januar 2010
Eine lesenswerte Einführung. Viele Anstöße für eigenes Weiterdenken unterstützen die intensive Auseinandersetzung mit dem Thema. Das Büchlein ist sehr kompakt, man muss konzentriert lesen. Es fordert eine solide Basis in der allgemein üblichen Palette der Philosophie, womit keine Küchentischphilosophie gemeint ist, sondern richtiges Handwerk. Bisweilen ist das Büchlein recht akademisch, aber das ist bei diesem Autor ja auch zu erwarten, der ein überaus breites Wissen präsentiert. Wer ein praktisches Anleitungsbuch für Alltagszen sucht, ist hier falsch. Wer eine kompakte, anspruchsvolle Brücke von westlichem Denken hin zu Zen sucht, findet hier eine der besten Möglichkeiten. Danke für dieses Buch!
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52 von 60 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 22. November 2004
Über Zenbuddhimus ist viel geredet und geschrieben worden. Die meisten Darstellungen sind jedoch sehr diffus und einlullend. Davon hebt sich dieses Buch wohltuend ab. In einer sehr präzisen Sprache arbeitet der Autor die Grundzüge des zenbuddhistischen Denkens heraus. Das Buch ist dem zu empfehlen, der einen tieferen Einblick in den Zenbuddhismus erhalten möchte. Die vielen schönen Haikus, die in den Text eingeflochten sind, machen die Gedanken sehr anschaulich. Das Buch zeigt auch, worin das westliche Denken sich vom fernöstlichen Denken unterscheidet. Für mich hat sich der Kauf wirklich gelohnt.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 5. Januar 2014
Byung-Chul Han - Er liest sich poetisch schön, gibt verdinglichten Köpfen ein Stück meditativer Besinnlichkeit zurück, taucht sie ein in zen-buddhistische Philosophie, entführt sie, lässt Erinnerungen an Kindheit und Jugendzeit aufleben. Da ist ein naives Fragen und sachtes Zerpflücken und Aufleuchten lassen von Verstehen. Ein Anflug von Hölderlin kommt auf.

Was Zen-Buddhismus als östliche Strömung ausmacht, von Ursprüngen via Modifikationen bis hin zu Tendenzen, bleibt diffus, hintergrundlos, kennt keine Entwicklung. Es mag offen bleiben, ob das als demonstrativer Zug zu werten ist, der durch Beliebigkeit, Gleichgültigkeit, Nichtigkeit schon das Nichts signalisiert. Der Zugriff auf Denker abendländischer Philosophie verfährt durchaus vergleichbar, ungeschichtlich, herausforderungslos, plattmachend, nach der Bruchsteinmethode. Hans Komparatistik immediatisiert.

Han hat Heidegger studiert, den Philosophen der deutschen Seinsvergessenheit. Der philosophische Einfluss ist von der Sprachebene her auch nachzubuchstabieren. Die Gedankenführung lebt von aussagekräftigen Lichtungen. Dies ist die positive Seite, ein Bestreben, auf Besinnlichkeit, Erhellung und Entspannung in jeweiliger Alltäglichkeit des Lebens hinaus. Die negative Seite lässt gewissermaßen Heidegger, um Denkverwandtschaft zu behaupten, unüberschritten zurück. Sie durchstößt nicht den metaphorischen Nebel des Seinsphilosophen, aufwärts zur Sonne, um dort in der Philosophie Begriffsfortschritte zur geschaffenen Welt der Intelligenz zu entdecken, zu welcher, geschichtlich betrachtet, der Zen-Buddhismus nur das Vorspiel gewesen ist, ein Reset aus dem unmittelbaren Bewusstseinsdruck, den „Menschenaffen“ der hochkochenden Leidenschaften zu entwöhnen, den wütenden Krieger zu befrieden, diese Wesen für den umgänglichen Intelligenzgebrauch zu befreien und dafür verständig zu machen.

Die unmittelbare Lebensauffassung, poetisch verdichtet, liefert Anlässe der Einlassung, Betrachtung und Festigung. Han hat sein eigenes Ordnungsschema, sucht, wählt aus und gruppiert thematisch: Religion ohne Gott, Leere, Niemand, Nirgends wohnen, Tod, Freundlichkeit. Weder Jahreskreis noch Weg oder ein Gewusst-wie orientiert. Hans Beispielgebung läuft darauf hinaus, Anstöße zu geben, Einsicht zu erzeugen, „die eigene Natur schauen und Buddha werden.“ Anders ausgedrückt: Souverän seiner selbst! Und auch Bettler mit der Opferschale?

Anders die japanische Modifikation des Zen-Buddhismus: Der Verstand ist gefragt, das im Wort sinnlich Erfasste vor das innere Auge zu holen, es zu durchdringen, zu verwesentlichen und sich anzueignen. So kann es in der Tat ohne Gott gehen. Der Mensch als gemeinschaftlose Monade. Ein Wesen, das durch Einsicht und Übung der Mäßigung seiner Leidenschaftlichkeit fähig ist .
Heidegger hält an Gott fest, geht von Seinsvergessenheit aus, ohne eine Antwort auf die Frage nach der neuen Existenz Gottes zu haben, der ihm mit seinem philosophischen Herold des Übermenschen und dem desaströsen Führerkult abhanden gekommen ist und eine von ihm angestrengte Denkbarkeit der Verfänglichkeit ausgesetzt hätte. Die deutsch-nationale Seinsoffenbarung beziehungsweise seinen philosophischen Gott des bloßen Seins hat er nicht zu überschreiten vermocht. Schon gar nicht hat er für das geistig mitbeförderte Sein des Weges in die Katastrophe Verantwortung zu übernehmen gewusst.

Was Han angeht, so hat er nicht die conditio humana begriffen, ohne die eine gesellschaftliche Arbeitsteilung den Menschen nicht ernst nehmen muss, dieser Kampf um Willensfindung zweier Seelen in der Brust, diese Passionsgeschichte des menschlichen Selbsterlebens, ihre Spiegelung an der Natur und an Menschen, geläutert zur stimmigen Handlungsfreiheit im Selbstseinkönnen. Solcherart Selbstwahrnehmung geht nicht ohne Gottesentdeckung, ohne Vertrauen in die Authentizität des Worts: Und das Wort ist Fleisch geworden. Eine neue Dimension hat sich dergestalt dem menschlichen Leben erschlossen. Zunächst ein Weg über kulturstiftende Kirchengemeinden, sodann über die nationalstaatlich veranstaltete Schulbildung. Noch offen für den Anspruch des Weltmaßstabes nun die geisteswissenschaftliche Komponente.
Verstandesschärfe, die sich aus dem Zen-Buddhismus gewinnt, ist noch nicht der ausgetragene Willenskampf in sich, die Bedingung der Menschlichkeit: Humanität. Der christlich-kulturelle Jahreskreis in Sitten, Bräuchen und Feiern offeriert den abendländischen Fundus, der zur Vorstellungswelt allegorisiert, personifiziert, interiorisiert und dem göttlichen Anspruch unterworfen worden ist. Was für ein anderes Welterleben, den Haikus entgegen, aus der verweltlichten Feder von Dichtern: Der Himmel lacht, goldene Augensterne, ein flüsternder Wind, verzanktes Spatzenvolk, Herz aus Stein, Himmelfahrt, Justitia zwinkert.

Allerdings ist einzuräumen, dass die industriegesellschaftliche Welt das religiös-kulturelle Brauchtum und ihre imperiale Bilderwelt samt den vielen Heiligengeschichten zurückgedrängt, dekonstruiert und die Relevanz der traditionellen Repräsentanten zur Restgröße entwertet hat. Modern gesprochen: Die technische Zivilisation ist ohne angemessene religiös-kulturelle Upgrades geblieben. Das Geistliche ist hinter dem Geistigen zurückgeblieben, zu einer außerordentlichen Selbstsuggestion verkümmert und in vielerlei Vernunftlosigkeit zum Aberglauben abgesunken. Es werden keine neuen ethischen Imperative in der sich selbst überlassenen Fortschrittswelt kultiviert, die der technischen Machbarkeit von Dingen und ihren Rollen eines schier unvorstellbaren Ausmaßes die Grenzen stecken und ethische Lebenspflöcke des Menschseinkönnens einschlagen. Schutz erwächst dem Menschen aus seiner Brauchbarkeit, Funktionalität und Bewertung, nicht die Menschenwürde selbst schützt. Sie ist von Parzellierung und Teilbarkeit bedroht.

Heidegger, dessen Denken der Supertick geprägt hat, ist als Gegenzeugnis zur technischen Machbarkeit aller Dinge der schlechteste Ratgeber. Für den Geist der Welt bleibt er ohne Angebot. Er ist ein Philosoph der Höhle. Aber auch der Zen-Buddhismus hat mit der Fortschrittshöhe der Zeit nichts tun, hilft hier nicht weiter durch Einübung in Verstandesschärfe, wenn das Wofür der Verstandessicht fraglos bleibt, sei es, dass der Vogel Strauß mit dem Kopf im Sand regiert oder ambivalente Weisheiten gelten: Durch das Feuer gehen und nicht verbrennen, durch Meere von Wasser gehen und nicht zerfließen, im Dreck waten und nicht schmutzig werden. Wem sollte da heute nicht angesichts einzelner Präsidentengewalt, allein was Atombomben, Drohnen und andere Todesengel betrifft, angst und bange werden?
Von Gott nicht mehr zu reden, der die Menschen zwar klug macht, aber sich durch sie nicht vernünftig in Frage stellen lässt, sondern die Macht des geistanstoßenden Worts beim zwielichtigen Personal sogar bis hin zu unfehlbar belassen hat. Jedoch gilt: Wer über das, was das Bewusstsein betrifft, vernünftig mitreden will, muss sich vernünftig machen. Dem Zen-Buddhismus Hans fehlt die Sprache und Bescheidenheit der Selbsteinordnung mit dem Nichts, um mitreden zu können. Hans Leihstimme gilt eigentlich nicht. Was sich der Sprache entzieht, kann auch nicht besagt werden.

Hans Plädoyer für den Zen-Buddhismus erinnert an Adornos Satz: Versuchen, so zu leben, dass man glauben darf, ein gutes Tier gewesen zu sein. Bei diesem angesichts des Völkermords Resignation, bei anderen wieder bequeme Ausrede. Und nicht wenige finden selbst-verschuldete Unmündigkeit nach wie vor bequem und darum gut! Die für etwas brennen, sind Verspinnerte, ohne Wert, um ihnen anzuhaften oder sie festzuhalten. Sie stören, verursachen Scherereien, stellen in Frage, fordern heraus, bedeuten gar Selbstveränderung. Niemand vermag der Unmündigkeit solcherart, auf Taubheit gestellt und zu einem autistischen Nichts hochstilisiert, ein Licht aufstecken. Da tun Wunder not, nämlich Tote zum Leben zu erwecken, was über den Zen-Buddhismus h hinausführen würde.

Wo Menschen in Gemeinschaft leben, gibt es Probleme, Konflikte, Widersprüche, da ist Vernunft vonnöten, in concreto, miteinander sprechen, aufeinander hören, auf Übereinkunft dringen. Ganz unerlässlich ist sie, die Vernunft, geht es um den Verkehr zwischen den Staaten auf der geopolitischen Weltbühne. Und vor dem Richterstuhl der Vernunft sind jeweils die Handlungsoptionen der Sachverständigen und Interessenschlichter in Rede und Antwort zu bringen, auf dass die optimierte Zukunftsfähigkeit neuer Regelwerke, Institutionen und Rechtssetzungen vernünftig ermittelt und vermittelt werden kann. Ein weites Feld für philosophisches Weiter- Höher- und Fortdenken! Und nach welcher Philosophie der Philosophien, wenn doch alle einen Stellenwert geltend machen könnten?
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38 von 45 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 28. August 2005
Auf knapp 130 Seiten gibt der Autor eine Einführung in des Denken des Zen-Buddhismus. In den einzelnen Kapiteln setzt er sich mit den Begrifflichkeiten "Religion ohne Gott", "Leere", "Niemand", "Nirgends wohnen", "Tod" und "Freundlichkeit" auseinander. Dabei geht er methodisch vor: Zuerst stellt er Positionen abendländischer Philosophen vor, um dann Unterschiede, manchmal auch Gemeinsamkeiten, zum bzw. mit dem Zen-Buddhismus aufzuzeigen. Zahlreiche Haikus lockern den Text auf und vertiefen zugleich die philosophische Auseinandersetzung mit den einzelnen Themata. Dieses Buch macht Apptetit auf mehr, nicht nur Zen, sondern auch "unsere" abendländischen Philosophen.
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50 von 60 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 6. November 2011
.. wäre vielleicht ein geeigneterer Titel gewesen. Hätte ich das Büchlein in elektronischer Form vorliegen, würde ich mal kurz abfragen, wie oft das Wort 'Zen' und wie oft der Name 'Heidegger' vorkommt. Wäre ein interessanter Vergleich.

Womit ich nicht behaupten will, dass das Buch nicht hält, was es verspricht: 'eine komparatistische Methode'. Und wenn man sich die Bibliographie des Autors ansieht, wird auch klar, was das Lieblingsvergleichsobjekt ist. Heidegger ist das Haupt-Wissensgebiet des Autors und so erfahren wir im Detail, wo und wie sich Heidegger über die Kernbegriffe des Zen-Buddhismus äußert. Sei es nun, dass sich Parallelen finden oder auch völlig Abwesenheit von Übereinstimmung. Alles ist erwähnenswert und dient dem Heidegger-Kenner zur Annäherung an ein Verständnis des Zen-Buddhismus.

Ich habe einige Semester Philosophie studiert. Aber mehr zum Spaß und mich deshalb auf Philosophen beschränkt, die mir 'irgendwie lagen'. Heidegger gehörte nicht dazu. Ich kann mir gut vorstellen, das man mit diesem Buch etwas anfangen kann, wenn man neben fundierten Kenntnissen der deutschen Philosophie (z.B. auch Hegel, Fichte und Leibniz) ein wirklich großes Interesse an Heidegger mitbringt. Dann und nur dann kann man auch wirklich etwas über Zen erfahren ohne sich über die Seiten quälen zu müssen.

In einer Buchhandlung hätte ich diese Buch sicher erst gar nicht gekauft. Leider weckt die Kurzbeschreibung, die hier zum Buch steht, völlig falsche Erwartungen. Ich kann nur jedem raten, der in Erwägung zieht, das Buch zu kaufen, vorher die Möglichkeit zu nutzen, sich mit 'Blick ins Buch' einen ersten Eindruck zu verschaffen. Für mich war es ein absoluter Fehlkauf. Und das gibt meine Bewertung wieder. Und natürlich nicht die 'objektive Qualität' des Buches.
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32 von 39 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 16. August 2011
Selten habe ich ein Zen-Buch gelesen, in dem so wenig Zen zu finden war wie in diesem. Der Autor ist studierter Philosoph (Heidegger-Spezialist) und Katholischer Theologe - und genauso ist auch dieses Buch geworden. Absolut intellektuell, sehr theoretisch, geradezu blutleer erschien es mir. Der Autor ist zweifellos äusserst belesen und philosophisch sehr bewandert, und so tauchen in dem kleinen Buch auch Kant, Fichte, Hegel, Leibnitz, Nietsche und vor allem natürlich auch immer wieder Heidegger auf - nur Zen kommt leider irgendwie seltsam zu kurz. Hier wird auf eine Weise intellektualisiert, wie Zen es eigentlich völlig ablehnt. Der Autor vergleicht vor allem die westliche Philosophie (was seine Domäne ist) mit allgemeinen Zen-Schlagworten wie "Leere", "Religion ohne Gott"... usw., ohne wirklich fassbar machen zu können, worum es im Zen eigentlich geht. Zudem scheint einem das Buch von der Sprache her mindestens 50 Jahre alt zu sein, tatsächlich ist es aber im Jahr 2002 erschienen. Und wenn es denn einmal um Zen geht, hört es sich so an:

"Der erleuchtete Geist ist der blühende Baum. Satori ist das Andere der "Selbstichkeit", das Andere der "Innerlichkeit", das jedoch keine "Äusserlichkeit" oder "Entfremdung" bedeutet. Überschritten wird vielmehr die Unterscheidung von "Innen" und "Aussen". Der Geist ent-innerlicht sich in eine In-Differenz, ja ins Freundliche."

Ein Zen-Meister würde jemandem für solch einen Satz wohl eine schallende Ohrfeige verpassen und hoffen, dass der Urheber dadurch "erwacht".

Schade. Die Philosophie des Zen gäbe so unendlich viel her, aber hier wurde das in meinen Augen wirklich verpasst.
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50 von 62 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 22. Juni 2005
Der Buddhismus unterscheidet sich in vielerei Hinsicht von der christlichen Religion. Er ist eine Religion ohne Gott. Er kennt auch kein Jenseits. Die Erlösung besteht in einem radikalen Verzicht auf den Willen oder auf das Begehren. Durch diesen Verzicht erwachen eine beglückende Zufriedenheit und tiefe Gelassenheit. Der Buddhismus lehrt, dass es auf der Welt nichts Beharrendes gibt. So ist das krampfhafte Festhalten sinnlos und unmöglich. Der Buddhismus ist also eine Religion des Loslassens.
Der Zen-Buddhismus ist eine radikale, fernöstliche Form des Buddhismus. Er lehrt, dass auch das Denken oder die Reflexion eine Form des Festhaltens ist, die es zu überwinden gilt. Durch eine bestimmte Praxis wird dem Denken eine Art Kurzschluss versetzt. Das Denken befreit sich in einen zwanglosen Zustand innerer Ruhe.
Das Reclam-Buch konzentriert sich auf die philosophische Seite des Zen-Buddhismus. Wer das philosophische Fundament des Zen-Buddhismus erkunden möchte, sollte dieses Buch unbedingt lesen.
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21 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 22. Juni 2005
Zen-Buddhismus ist gewiss insofern eine Mystik, als sie keines Nachdenkens, keiner Sprache bedarf. Er ist eine meditative Praxis. Das richtige Atmen oder das richtige Sitzen ist im Zen-Buddhismus vielleicht wichtiger als das Nachdenken oder Rezitieren einer Sutra (buddhistische Lehre). Das heisst jedoch nicht, dass eine Philosophie des Zen-Buddhismus unmöglich zu schreiben ist, denn der Zen-Buddhismus ist auch eine Weltanschauung. Über diese lässt sich durchaus ein Buch verfassen. Dieser Reclam-Band ist ein sehr gutes Beispiel dafür. Er führt den Leser auf eine sehr anschauliche und überzeugende Weise in die philosophischen Voraussetzungen des Zen-Buddhismus ein.
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