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am 5. April 2010
Was weiß der Durchschnittseuropäer über die afrikanische Geschichte? Die antiken Mächte Karthago und Ägypten werden ihm zumindest in der Schule begegnet sein, wenngleich in einem mediterranen, nicht afrikanischen Kontext. Darüberhinaus dürften ihm der Kolonialismus und die Versklavung der künftigen Afroamerikaner ein Begriff sein, und von der Apartheid in Südafrika und dem ruandischen Genozid werden Menschen, die ein wenig an internationaler Politik interessiert sind, schwerlich nichts gehört haben können. Aber sonst? Ein zusammenhängendes Bild afrikanischer Geschichte, dass die verschiedenen Ereignisse miteinander in Verbindung setzt, Entwicklungen nachvollzieht und der Vielfalt des Kontinents gerecht zu werden vermag, werden nur die wenigsten zu zeichnen imstande sein.

Winfried Speitkamp ist einer dieser wenigen. Mit der "Kleinen Geschichte Afrikas" tritt er an, die kollektive Bildungslücke in Sachen afrikanische Geschichte schließen zu helfen. Auf gut 500 Seiten begibt er sich dazu mit dem Leser durch zwei Jahrtausende der Geschichte v. a. des subsaharischen Afrikas, die, in vier Epochen gegliedert, jeweils in Form einer Zeittafel und erläuternder Texte durchschritten werden. Der gewählte Zeitrahmen zeigt bereits, dass Speitkamp trotz der vielfach dürftigen Quellenlage, die der Tradition der mündlichen Geschichtsüberlieferung und stark subjektiv geprägten Reiseberichten geschuldet ist, daran gelegen ist, mit der Vorstellung eines bis zur Kolonialisierung geschichtslosen Kontinents der wahlweise edlen oder primitiven Wilden aufzuräumen. Nicht nur mit dem Verweis auf die mittelalterlichen Großreiche Mali und Ghana, sondern v. a. auch durch die Beschreibungen präkolonialer Formen politischen, sozialen und religiösen Lebens in Afrika wird dem (u. a. im Lehrplan selbst gymnasialen Geschichtsunterrichts gepflegten) Bild eines Afrikas außerhalb der Weltgeschichte entgegengewirkt. Die Linie des Autors, Afrika nicht als passives Objekt europäischer und amerikanischer Ausbeutung und Beeinflussung, sondern als eigenständiges geschichtliches Subjekt zu präsentieren, zieht sich durch das gesamte Buch, wenn etwa die christliche und islamische Missionierung auch als Aneignungs- und Transformationsprozess erscheint, in dessen Verlauf Afrikaner die neuen Lehren mit ihren Religionen und ihrem pragmatisch-flexiblen Religionsverständnis zu verbinden wussten.

Eine auch aktive Rolle weist Speitkampf Afrikanern auch beim Sklavenhandel mit Amerika und Asien und nicht nur bei der Beendigung, sondern auch bei der Unterstützung der kolonialen Regime nach, wenn er etwa darlegt, wie die von den Kolonialherren eingesetzten "Chiefs" daran interessiert waren, ihre neu erlangte Machtposition zu bewahren, und dass zu den Kämpfen gegen die Kolonialherren auch Kämpfe von Afrikanern gegen Afrikaner gehörten. Mit der Konzeption Afrikas und Afrikaner als Akteure im weltgeschichtlichen Prozess erledigt sich auch das Bild eines unschuldigen Opfers Afrika, dem bedingungslose Hilfe und Solidarität zugesichert werden müsse. Dies heißt aber keinesfalls, dass Speitkamp dem Gegenentwurf zu diesem passivistischen Opferbild zuneige, also dem eines aktiven Afrikas, dass seine gegenwärtigen Probleme der Unfähigkeit im eigenen Handeln zuzuschreiben habe. Vielmehr steht er tatsächlich, wie der Klappentext angibt, "jenseits von Afrika-Klischees" und trägt mit seiner Konzeption Afrikas als handelndem und behandeltem Akteur unter Akteuren zur Versachlichung der Debatte bei. Auch die Vorstellung einer offenen, durch Handeln in von den gegebenen Strukturen gesetzten Grenzen zum Guten wie zum Schlechten beeinflussbaren Zukunft des Kontinents sowie der auf der ersten Seite präsentierte Hinweis, dass es neben den medial vermittelten Problemen Afrikas auch positive Entwicklungen gibt, entsprechem dem.

Die Kürze des Buches und die Vielfalt Afrikas und seiner Geschichte bringen es mit sich, dass auf einzelne Themen und Geschehnisse immer nur sehr knapp eingegangen werden kann und der Überblick sehr grob ist - was allerdings angesichts der angesprochenen Behandlung afrikanischer Geschichte ausreicht, um dem aus Schulbildung und Massenmedien Bekanntem eine Menge neuer Informationen hinzuzufügen. Dieses Manko wird ferner dadurch kompensiert, dass sich im Anhang des Buches über 30 Seiten mit Hinweisen auf weiterführende Literatur finden.

Alles in allem ist die "Kleine Geschichte Afrikas" darum ein sehr lohnender Überblick über das historische Afrika, der auch hilft, das aus diesem hervorgegangene gegenwärtige zu verstehen. Wer sein Afrikabild um die Informationen, die aus katastrophenzentrierten Medienberichten zu gewinnen sind, ergänzen möchte, hat in Gestalt dieses Buches eine gute Gelegenheit, damit zu beginnen.
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am 25. August 2012
Ich bestellte diese kleine, wenn auch dicke Buch, um endlich mal etwas über Afrikas Geschichte zu erfahren, was nicht nur mit den Themen Sklaverei und Apartheid zu tun hat. Sehr viel mehr kennt man ja leider meistens nicht.
Und ich wurde sehr positiv überrascht! Schon allein die Seiten, in denen von ältester Zeit an wichtige politische wie auch soziale Entwicklungen aufgelistet werden, sind eine Bereicherung!
Daher kann ich für jeden, der Afrika jenseits des Schulunterrichts kennen lernen will, dieses Buch nur empfehlen, es lohnt sich in jedem Fall!
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am 15. Oktober 2014
Ich habe mir das Buch gekauft weil Afrika für mich weitestgehend terra incognita ist (abgesehen von allgemeinbekannten Themen und Klischees). Mir gefällt der Aufbau des Buches, bestehend aus Text, Zeittafeln vor einem neuen Abschnitt und einigen Karten. Generell gefällt mir auch die Aufteilung des großen, komplexen Themas, die Speitkamp gewählt hat (bestehend eher chronologisch erzählten Abschnitten und Abschnitten mit stärker thematischen Schwerpunkten wie zum Beispiel Wirtschaft, Gesellschaft, Umwelt). Irgendwie hat der Autor es dann auch noch geschafft, den Text spannend und gleichzeitig wissenschaftlich zu schreiben.
Was mir an dem Buch nicht gefällt ist, dass, wenn es um Verbrechen gegen Frauen geht oft Formulierungen verwendet werden, die ich als verharmlosend oder herabwürdigend empfinde (z.B. x entführte y Frauen die sich mit seiner Gruppe vermischten ("vermischten" ist hier wahrscheinlich eher ein Euphemismus für Zwangsheiraten und Vergewaltigungen), oder die z kauften billige Sklavinnen um sie zu heiraten). Außerdem habe ich den Eindruck, dass sich einige Absätze nahezu wiederholen (z.B. über die Krüger Depesche).
Unterm Strich trotzdem ein sehr empfehlenswertes Buch um sich ein Grundwissen zu Afrika anzulesen.
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