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5.0 von 5 Sternen Schöpfer und Zerstörer
1. Die Marquise von O.
Die italienische Gräfin ist verwitwet, nun schwanger, nur weiß sie nicht, von wem. Die Zeit ist gegeben, sie aus dem Hause zu werfen, ihr Vater verhält sich entsprechend der Zeit gegebener Sitte. Ein Graf F., Retter der Marquise vor russischen Vergewaltigern, macht ihr einen Heiratsantrag, den sie zunächst verstört nur...
Veröffentlicht am 23. September 2007 von kpoac

versus
1.0 von 5 Sternen Falscher Artikel
Laut Beschreibung sollte es sich um die Sammlung der Werke die Marquise von O... Und das Erdbeben in Chili handeln. Zweite Erzählung fehlte jedoch und damit war es ein kompletter fehlkauf
Veröffentlicht am 20. Februar 2012 von Kim Zwo


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10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Schöpfer und Zerstörer, 23. September 2007
Von 
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(TOP 500 REZENSENT)   
1. Die Marquise von O.
Die italienische Gräfin ist verwitwet, nun schwanger, nur weiß sie nicht, von wem. Die Zeit ist gegeben, sie aus dem Hause zu werfen, ihr Vater verhält sich entsprechend der Zeit gegebener Sitte. Ein Graf F., Retter der Marquise vor russischen Vergewaltigern, macht ihr einen Heiratsantrag, den sie zunächst verstört nur ablehnen kann. Grund dafür gibt der Graf später preis: er ist der Vater des erwarteten Kindes. Seine Hilfe für ihre Rettung vor den russischen Vergewaltigern wurde umgemünzt in reinen Eigennutz in derselben Sache. Im Schlafe (Freudsche Verdrängung ihrerseits) vergewaltigte er sie. Die Marquise durchlebt ein Wechselbad der Gefühle, die zwischen Zögern und Zustimmung oszillieren. Doch am Ende obsiegt das Herz bei der Taufe des gemeinsamen Sohnes.

Neben der äußeren Handlung besticht Kleist dadurch, wie er das Ich (in Anlehnung an Fichte?) wachsen lässt. Von vollständigem Unschuldsbewusstsein geprägt gelingt der Marquise eine Metamorphose, in dem sie sich ihrer Konvention enthäutet und die Öffentlichkeit in Kenntnis und in Auftrag setzt, den Vater ihres Kindes zu suchen. Mit erfrischendem Selbstbewusstsein ausstaffiert gewinnt sie zunehmend die Achtung einer sonst eingefahrenen Gesellschaft, die womöglich ob des nicht zu verkennenden ironischen Untertones eine Illusion sein mag.

2. Das Erdbeben von Chili
Vielleicht das Stück, um Kleist kennenzulernen. das Stück ist kurz, dramatisch mit souveräner Gestaltung. Es erinnert an 1755, das große Beben in Lissabon und die 30000 Toten waren Grund genug, die Frage zu stellen, ob es einen allmächtigen Gott gibt. Mit der Philosophie eines Epikurs, eines Leibniz und mit dem Deisten Voltaire im Nacken, konnte Kleist seine geistige durchdringende Erzählung plazieren und die Gottesfrage in diesem Sinne aufrollen. Damit avancierte Kleist zum Religionskritiker, der in dieser Erzählung Josephe und Jeronimo vom aufgebrachten Mob während eines Gottesdienstes ermorden lässt. Kleist ist hier an der Wiege zwischen Aufklärung und Romantik ganz Aufklärer, der eher in der aufkeimenden Romantik eine neue Religion herankommen sah. Dieses Stück gibt gerade wegen dieser klaren Trennung zwischen aufgeklärter Vernunft und romantischen Gefühl eine neue Notwendigkeit zu lesen. Mit Safranski erfahren wir, dass die Romantik als deutsche Affäre noch nicht abgeschlossen ist und eine Renaissance erfährt (vgl Rezension kpoac zu Safranski: Romantik) Kleist sah sich dem analytischen Verstand verpflichtet, religiöse Illusionen zu offenbaren und die Ideen einer romantischen Veränderung kritisch zu durchleuchten. Nur unter dem Primat des Zeitporträts gewinnt man diese erstaunliche Einsicht in ein begeisterndes Werk.

In beiden Fällen ist Kleists Dramatik in eine wundervolle leidenschaftliche Intensität gepackt. Er erzwingt aus sich heraus die notwendige kritische Energie, die ihn formvollendet Sätze schreiben lässt, die ihres gleichen suchen. Kleist ringt mit seiner preußischen Herkunft, die Grenze zwischen Aufklärung und Romantik als deutschen Sonderweg führt ihn in eine wahrlich hoffnungslose Situation, die seinen Ehrgeiz zum Scheitern verurteilt und ihn selbst zur Aussage veranlasste, dass ihm auf Erden nicht zu helfen war. Heute kann er als sehr aktueller Autor gelesen werden, der in seiner Zeit unter den Staren Goethe und Schiller zu leiden hatte. Nietzsche schrieb in seinem Erstling, dass manche erst posthum geboren werden. Kleist mag zu diesen zählen.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kein Arkadien in der Welt von Kleist, 23. September 2007
Von 
kpoac - Alle meine Rezensionen ansehen
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1. Die Marquise von O.
Die italienische Gräfin ist verwitwet, nun schwanger, nur weiß sie nicht, von wem. Die Zeit ist gegeben, sie aus dem Hause zu werfen, ihr Vater verhält sich entsprechend der Zeit gegebener Sitte. Ein Graf F., Retter der Marquise vor russischen Vergewaltigern, macht ihr einen Heiratsantrag, den sie zunächst verstört nur ablehnen kann. Grund dafür gibt der Graf später preis: er ist der Vater des erwarteten Kindes. Seine Hilfe für ihre Rettung vor den russischen Vergewaltigern wurde umgemünzt in reinen Eigennutz in derselben Sache. Im Schlafe (Freudsche Verdrängung ihrerseits) vergewaltigte er sie. Die Marquise durchlebt ein Wechselbad der Gefühle, die zwischen Zögern und Zustimmung oszillieren. Doch am Ende obsiegt das Herz bei der Taufe des gemeinsamen Sohnes.

Neben der äußeren Handlung besticht Kleist dadurch, wie er das Ich (in Anlehnung an Fichte?) wachsen lässt. Von vollständigem Unschuldsbewusstsein geprägt gelingt der Marquise eine Metamorphose, in dem sie sich ihrer Konvention enthäutet und die Öffentlichkeit in Kenntnis und in Auftrag setzt, den Vater ihres Kindes zu suchen. Mit erfrischendem Selbstbewusstsein ausstaffiert gewinnt sie zunehmend die Achtung einer sonst eingefahrenen Gesellschaft, die womöglich ob des nicht zu verkennenden ironischen Untertones eine Illusion sein mag.

2. Das Erdbeben von Chili
Vielleicht das Stück, um Kleist kennenzulernen. das Stück ist kurz, dramatisch mit souveräner Gestaltung. Es erinnert an 1755, das große Beben in Lissabon und die 30000 Toten waren Grund genug, die Frage zu stellen, ob es einen allmächtigen Gott gibt. Mit der Philosophie eines Epikurs, eines Leibniz und mit dem Deisten Voltaire im Nacken, konnte Kleist seine geistige durchdringende Erzählung plazieren und die Gottesfrage in diesem Sinne aufrollen. Damit avancierte Kleist zum Religionskritiker, der in dieser Erzählung Josephe und Jeronimo vom aufgebrachten Mob während eines Gottesdienstes ermorden lässt. Kleist ist hier an der Wiege zwischen Aufklärung und Romantik ganz Aufklärer, der eher in der aufkeimenden Romantik eine neue Religion herankommen sah. Dieses Stück gibt gerade wegen dieser klaren Trennung zwischen aufgeklärter Vernunft und romantischen Gefühl eine neue Notwendigkeit zu lesen. Mit Safranski erfahren wir, dass die Romantik als deutsche Affäre noch nicht abgeschlossen ist und eine Renaissance erfährt (vgl Rezension kpoac zu Safranski: Romantik) Kleist sah sich dem analytischen Verstand verpflichtet, religiöse Illusionen zu offenbaren und die Ideen einer romantischen Veränderung kritisch zu durchleuchten. Nur unter den Primat des Zeitporträts gewinnt man diese erstaunliche Einsicht in ein begeisterndes Werk.

In beiden Fällen ist Kleists Dramatik in eine wundervolle leidenschaftliche Intensität gepackt. Er erzwingt aus sich heraus die notwendige kritische Energie, die ihn formvollendet Sätze schreiben lässt, die ihres gleichen suchen. Kleist ringt mit seiner preußischen Herkunft, die Grenze zwischen Aufklärung und Romantik als deutschen Sonderweg führt ihn in eine wahrlich hoffnungslose Situation, die seinen Ehrgeiz zum Scheitern verurteilt und ihn selbst zur Aussage veranlasste, dass ihm auf Erden nicht zu helfen war. Heute kann er als sehr aktueller Autor gelesen werden, obwohl er in seiner Zeit und den Staren Goethe und Schiller zu leiden hatte. Nietzsche schrieb in seinem Erstling, dass manche erst posthum geboren werden. Kleist mag zu diesen zählen.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen In der Familie, 4. Oktober 2008
Unterschiedlicher kann die Ausgangssituation nicht sein. Die beiden Erzählungen von Heinrich von Kleist erscheinen wie von feiner wie grober Feder geschrieben. Während in der Marquise von O. das Geheimnis lange gewahrt wird, die unbekannte Schwangerschaft über die Marquise wie ein Mysterium hereinbricht, beschreitet Kleist im Erdbeben von Chili gleich das große Tableau von leidenschaftlicher Liebe, Naturkatastrophe und menschlicher Tragödie. Wo er in der Marquise von O. ein feines Gespür für die gehobene Gesellschaft, ihre Scham vor der Bloßstellung in überzeugenden Charakteren spiegelt, den Schandfleck der Vergewaltigung in den Mittelpunkt rückt, ein Tabuthema gleichermaßen zum literarischen Spiel erhebt, scheint im Erdbeben von Chili vor allem das Holzschnittartige, die Faszination für die Katastrophe die Oberhand zu behalten ' sei es menschlicher Art, sei sie in der Natur zu suchen. In beiden Erzählungen kommt es zum Konflikt zwischen Eltern und Kindern, sei es die Ehre, sei es die falsche Wahl, die Eltern versuchen ihre Sicht der Welt, ihre Lebensweise rücksichtslos zu wahren. Die Marquise droht nur, verstoßen zu werden, Josephe und Jeronimo hingen bezahlen mit ihrem Leben dafür. Der weitere Weg des Heinrich von Kleist zeichnet sich hier schon ab.
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5.0 von 5 Sternen Existenzielle Krise und Selbstfindung, 5. Dezember 2011
Von 
Rolf Dobelli (Luzern, Schweiz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (HALL OF FAME REZENSENT)    (REAL NAME)   
Als Heinrich von Kleists Marquise von O.... 1808 erschien, waren sich Leser und Kritiker einig: Ein unerhörter Skandal! Und auch heute noch wirkt die Geschichte der Frau, die ohne ihr Wissen schwanger wird und am Ende ihren Vergewaltiger nicht nur heiratet, sondern auch noch von Herzen liebt, ungeheuer verstörend. Die Titelheldin Julietta von O... verstößt gegen alle familiären und gesellschaftlichen Konventionen. Ganz auf sich allein gestellt durchläuft sie eine schwere existenzielle Krise - und findet schließlich zu sich selbst. Man mag darin frühe Ansätze einer weiblichen Emanzipation, Kritik an der bürgerlichen Familie oder auch die präzise psychologische Studie einer Traumatisierung erkennen. Kleists vollkommen nüchtern und unsentimental geschriebene, dabei aber atemlos vorwärtsdrängende Novelle lässt vielerlei Lesarten zu - und genau darin liegt ihre Modernität. Gegen das optimistische Menschenbild der Aufklärung, das der Vernunft höchste Priorität einräumt, lässt Kleist seine Figuren an ihrem eigenen Denken, Fühlen und Handeln zweifeln. Ein Klassiker, der mit Leidenschaft die klassische Balance von Gefühl und Verstand zerstört.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Kleists bekannte Novelle in einer gelungenen Hörbuchfassung, 17. Dezember 2009
Kleist hat die Handlung dieser Novelle in Italien angesiedelt, kritisiert damit jedoch ganz klar auch die ihn umgebende Gesellschaft. Die Kaltblütigkeit, mit der die Eltern der Marquise ihre Tochter wegen des "Fehltritts" verstoßen, bestürzt. Vor allem zeigt der Vater eine Unbarmherzigkeit und Härte, die angesichts seines eigenen Versagens - immerhin kann er weder die seiner Verantwortung unterstehende Festung verteidigen noch seine Tochter vor den Übergriffen der feindlichen Soldaten schützen - erstaunt.
Die Marquise selbst beweist, auf sich selbst gestellt und sich ihrer Unschuld bewusst, eine für eine Frau ihrer Zeit und angesichts ihrer Demütigung erstaunliche Selbstständigkeit. Dennoch unterwirft sie sich, wenngleich mit unkonventionellen Mitteln und voller Stolz, dem Ehrenkodex ihrer Gesellschaft, indem sie sich ihrem unbekannten Vergewaltiger als Ehefrau anbietet.
Insgesamt ist die Handlung recht geradlinig aufgebaut und ohne allzu viele Überraschungen, wobei eine nach der Versöhnung mit den Eltern stattfindende, inzestuös anmutende und von der Mutter mit Wohlgefallen betrachtete Szene zwischen Vater und Tochter etwas irritiert - auch sie ein Angriff auf die gehobene Gesellschaftsschicht des 19. Jahrhunderts?
Verletzter Stolz und Enttäuschung, Schuld, Verantwortungsbewusstsein und Liebe bestimmen diese Novelle.
Axel Grube liest den Text einfühlsam, die Spannungsbögen gut nachzeichnend und durch geschickten Einsatz von Zögern und kurzen Pausen verstärkend, vor. Die Abschnitte werden durch Musik getrennt. Dadurch ist die Hörbuchfassung für Interessierte eine vollwertige Alternative zur Printausgabe. Statt der vorliegenden mp3-Version in Papierhülle und Kartonumschlag gibt es auch eine Schmuckschachtel mit zwei Audio-CDs.
Zu jedem der rund zehnminütigen Tracks in der mp3-Fassung ist auf der Innenseite des Kartonumschlags der zugehörige Textanfang angegeben, sodass man sich gut orientieren kann, wenn man noch einmal "zurückblättern" will oder die CD in Verbindung mit einer gedruckten Version anhört.
Eine sehr gelungene Hörbuchumsetzung des bekannten Klassikers von Kleist!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein großartiges Stück Weltliteratur, 2. März 2003
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Die Marquise von O... (Sondereinband)
Auch wenn es ein paar Seiten dauert, bis man sich an den elaborierten Stil Kleists gewöhnt hat, so ist seine Novelle doch wundervoll zu lesen. Sein Sprache ist flüssig und die Geschichte sehr gut gelungen, wobei sie auch die damalige Zeit und Moralvorstellungen gnadenlos realistisch zeigt.
Dieses Buch kann ich sehr empfehlen
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein Klassiker als Hörbuch ohne Effekthascherei, 10. März 2009
Von 
Florian Hilleberg (Göttingen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Die Marquise von O. (Audio CD)
Die Marquise von O. ist eine stolze verwitwete Frau und Mutter zweier Kinder. Eines Tages rettet ihr der stattliche Graf F. das Leben und hält um ihre Hand an. Doch plötzlich und unerwartet wird die Marquise schwanger, und weiß nicht warum. Ihre Familie wittert einen Skandal und verstößt die Tochter. Die Marquise gibt eine Zeitungsanzeige auf, um den Vater zu ermitteln'

'Klassiker der Weltliteratur' ist eine ambitionierte Reihe des Griot Hörbuchverlags, bei der der Name Programm ist. Heiner Heusinger selbst ist an der Auswahl und an der Bearbeitung der Texte beteiligt, und liest die Geschichte selbst. Der Schauspieler und Sprecher hat eine angenehme und klare Stimme, die aus mehreren Hörspiel- und Fernsehproduktionen bekannt sein dürfte. Als erste Folge der Klassiker ist die Skandalerzählung 'Die Marquise von O.' ausgewählt worden, die 1808 das erste Mal in der Literaturzeitschrift 'Phöbus' veröffentlicht wurde. Durch die Abkürzung von Namen und Orten, sowie durch den Satz 'Nach einer wahren Begebenheit, deren Schauplatz von Norden nach dem Süden verlegt worden.', versuchte Kleist den Anschein von Authentizität zu erwecken. Dennoch kann nicht verhohlen werden, dass die Novelle im Ganzen zwar eine sehr dramatische, aber dennoch wenig glaubwürdige Geschichte erzählt. Trotzdem legt sie ein bedrückendes Zeugnis davon ab, wie sehr ein Krieg Menschen verändern kann. Sehr eindringlich wurde auch die Verstoßung der Tochter aus der Familie beschrieben. Ein wenig störrisch und steif zeigt sich der trockene Stil, in dem die Erzählung verfasst wurde. Wörtliche Rede gibt es kaum, und der Umstand, dass die Marquise ihre eigenen Eltern siezt macht die Lesung umso befremdlicher. Sicherlich bewusst verzichtete der Griot Hörbuchverlag auf eine musikalische Begleitung, die von Sprecher und Text nur ablenken würde. Die Hörbuchfassung von 'Die Marquise von O.' ist ideal für alle Literaturliebhaber, die eine bedeutende deutsche Novelle genießen möchten, ohne den schwierigen Text selber lesen zu müssen. Durch die sorgfältige Bearbeitung von Heiner Heusinger und den achtsamen Vortragsstil gewinnt die Geschichte an Dramatik und Verständnis.
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5.0 von 5 Sternen Wunderbare Bandwurmsätze! klassisches Lesevergnügen!, 12. Juli 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Marquise von O... (Kindle Edition)
Ein Klassiker! Wunderbare Sprache und viele Bandwurmsätze mit perfekter Zeichensetzung! Lesens- und liebenswert altmodisch, eine interessante Erinnerung an vergangene Zeiten.
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5.0 von 5 Sternen Alles OK Danke., 26. Dezember 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Meinem Kind haben die Infos im Buch sehr bei Ihren Arbeiten sehr geholfen. Wir sind sehr zufrieden, alles OK, Danke.
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1.0 von 5 Sternen Falscher Artikel, 20. Februar 2012
Laut Beschreibung sollte es sich um die Sammlung der Werke die Marquise von O... Und das Erdbeben in Chili handeln. Zweite Erzählung fehlte jedoch und damit war es ein kompletter fehlkauf
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Lektüreschlüssel zu Heinrich von Kleist: Die Marquise von O.
Lektüreschlüssel zu Heinrich von Kleist: Die Marquise von O. von Bernd Ogan (Broschiert - November 2006)
EUR 3,60
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