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35 von 39 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Der Teufel sitzt im Detail, 3. November 2013
Rezension bezieht sich auf: Auf der Suche nach der verlorenen Zeit: Band 1: Auf dem Weg zu Swann (Gebundene Ausgabe)
Wie bereits in meiner Rezension über die Neuübersetzung von Bulgakows Meister und Margarita erwähnt, bin ich kein gnadenloser Befürworter von Neu-, oder Nachübersetzungen. Meiner Ansicht nach steht in erster Linie (von Verlagsseite) lediglich das Interesse, angestaubten Klassiker wieder zu erträglichen Umsatzzahlen zu verhelfen. Dies nur nebenbei.

Vor dem Autor/Übersetzer Bernd-Jürgen Fischer sollte man ersteinmal den Hut ziehen. Sich Prousts Mammutwerk "Auf der Suche nach der verlorenen Zeit" vorzunehmen, ist aufgrund des bekannten Inhalts und Umfangs ja schon fast eine Lebensaufgabe.

Nun habe ich zum 2. Mal in den Bücherschrank gegriffen um eine "alte" Ausgabe herauszuziehen und mir ein weiteres Mal "die Mühe" gemacht, selbige parallel zur Neuausgabe zu lesen!

Was mir sehr zusagte, war die Tatsache, dass Fischer nicht mit "Gewalt" Verbesserungen erzwingt, sondern Veränderungen subtil und bedachtsam durchführt.
Bei "fragwürdigen" Passagen und stark abweichender Übersetzung zu dem Text seiner Vorgängerin Eva Rechel-Mertens, habe ich zum französischen Original gegriffen und "direkt" übersetzt. Dabei war es nicht nur einmal so, dass mir Rechel-Mertens Übersetzung "sinngemäß" näher war, auch wenn sie nicht das benutzte Wort 1:1 aus dem Französischen übertragen hat.

Man darf geteilter Meinung sein über die Notwendigkeit und den Sinn dieses gewaltige Werk neu zu übersetzen, aber die Übertragung von Bernd-Jürgen Fischer ist mit Sicherheit ein Zugewinn gegenüber manch anderer, die in den letzten Jahren an etlichen Klassikern vorgenommen wurden.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Jahrhundertroman - ein Leseabenteuer!, 22. Juli 2014
Rezension bezieht sich auf: Auf der Suche nach der verlorenen Zeit: Band 1: Auf dem Weg zu Swann (Gebundene Ausgabe)
Vor 25 Jahren begann ich Marcel Prousts Jahrhundertroman "Auf der Suche nach der verlorenen Zeit" in der Übersetzung von Eva Rechel-Mertens das erste Mal zu lesen. Ich weiß nicht mehr, warum ich nach den ersten 1200 Seiten damals nicht weiterlas. Denn schon damals faszinierte mich die Sprache Prousts und die Eindringlichkeit seiner Bilderwelt. Beim jetzigen Wiederlesen bemerkte ich, dass mir bis heute viele Szenen und Bilder unverlierbar ins Gedächtnis eingegangen sind. Nun stieß ich in der Presse auf den Hinweis der Neuübersetzung, die derzeit in der Reclam Bibliothek erscheine. Dass die auf insgesamt sieben Bände angelegte Neuausgabe derzeit im Erscheinen und als abschließender achter Band auch ein "Proust-ABC" angekündigt ist, ließ die alte Liebe wieder aufflammen, sodass ich mich nun mit neuer Faszination auf dieses Leseabenteuer eingelassen habe. Vielleicht muss man auch ein gewisses Alter erreicht haben, um manche Bücher lesen zu können.

Was an dieser Ausgabe (im Unterschied zur Ausgabe, die ich schon besitze) besonders gefällt: Jeder Band besitzt einen ausführlichen Anmerkungsteil, ein Namensregister sowie ein ausführliches, den jeweiligen Band abschließendes Inhaltsverzeichnis. Dieses ermöglicht dem Leser, sich auch nach einer längeren Lesepause den Inhalt der zurückliegenden Seiten wieder ins Gedächtnis zu rufen oder auch auf einfache Weise manche Lieblingsstellen wiederzufinden. Und derer gibt es, wie ich festgestellt habe, manche.

Wer sich auf Prousts Jahrhundertroman einlassen will, dem kann ich die Neuübersetzung in der Reclam Bibliothek durchaus empfehlen. Ob sie im Vergleich zur Übersetzung von Eva Rechel-Mertens, die weiterhin bei Suhrkamp verlegt wird, besser oder schlechter ist, kann ich nicht beurteilen. Bernd-Jürgen Fischers Proust zu lesen, ist für mich jedenfalls ein Vergnügen,
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17 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Start eines interessanten Lektüre-Marathons, 10. November 2013
Von 
Manfred Orlick (Halle, Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Auf der Suche nach der verlorenen Zeit: Band 1: Auf dem Weg zu Swann (Gebundene Ausgabe)
Auch für einen langjährigen und lesehungrigen Literaturfreund gibt es manchmal Hemmschwellen, gibt es Bücher, um die er wie die Katze um den heißen Brei schleicht. Mir ging es so mit dem Jahrhundertroman „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“ des französischen Schriftstellers Marcel Proust (1871-1922). Die vorliegende Reclam-Ausgabe des ersten Bandes (auch als E-Book erhältlich) war nun für mich endlich Anlass, Versäumtes nachzuholen.

Zunächst ist ein mehr als 4000 Seiten umfassendes Werk eine Zumutung. Doch wie eigentlich schon der Titel verrät, muss man auch bei der Lektüre Zeit mitbringen. Es ist kein Buch, in dem man stundenlang oder das man in einem Ritt liest. Gewinnbringender war es für mich, in kleinen Etappen zu lesen, jeden Tag einige Seiten.

Aus früheren, zaghaften Lektüreversuchen kannte ich ansatzweise nur die deutsche Übersetzung von Eva Rechel-Mertens aus den 1950er Jahren. Nun also eine neue Übersetzung von Bernd-Jürgen Fischer, die einen Proust-Neuling auch gleich gefangen nimmt. Im dreigeteilten ersten Band „Auf dem Weg zu Swann“ sind es die Erinnerungen an die Sommer, die Marcel als Kind bei Verwandten auf dem Land verbracht hat (Dorf „Combray"). Hier beobachtet der hochsensible Knabe seine Umwelt, die Menschen, ihre Rituale und die Natur. Im anschließenden Binnenroman „Eine Liebe von Swann“ schildert Proust die obsessive und von Eifersucht geprägte Liebesgeschichte zwischen dem Lebemann Swann und der halbseidenen Madame Odette.

Die Handlung des ersten Bandes ist eine Reise (mit vielen Rückblenden) zwischen den Bildern der Erinnerung. Immer wieder werden Eindrücke, Gefühle und Wahrnehmungen der Kindheit und Jugend (im dritten Teil „Ländliche Namen: Der Name“) wachgerufen und einer peniblen Analyse unterworfen.

Da sich der Roman trotz sorgfältigem Lesen nur langsam und schichtweise erschließt, sind die umfangreichen Anmerkungen (immerhin 75 Seiten) des Übersetzers sehr hilfreich. Sie verstehen sich nicht als literaturwissenschaftliche Kommentare, sondern verfolgen das bescheidene Ziel, dem Leser Verständnishilfen zu bieten.

Mit Neugierde warte ich nun auf die Fortsetzung der Reclam-Ausgabe, die als Hardcover auch sehr ansprechend ist.
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11 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wer sich an diese Lektüre wagt ist mit dieser Neuausgabe sich gut bedient, 30. November 2013
Rezension bezieht sich auf: Auf der Suche nach der verlorenen Zeit: Band 1: Auf dem Weg zu Swann (Gebundene Ausgabe)
Es stellt sich bei Klassikern oft die Frage, ob es noch weiterer Übersetzungen bedarf. Sicher kann der Leser sich dies auch bei der neuen Reclam-Neuausgabe von Prousts "Auf der Suche nach der verlorenen Zeit" fragen. Unabhängig davon lässt sich aber zweifelsohne sagen, dass der erste Band dieser Neuübersetzung gelungen ist.
Der Übersetzer erläutert in dem Band, dass er das Rad nicht neu erfinden will, sondern sich durchaus an fundierten Editionen und älteren Übersetzungen orientiert. Wo er von diesen abweicht, erklärt er in den Anmerkungen, warum, und bietet auch Alternativen an. So wird der Text auf eine auch wissenschaftlichen Ansprüchen genügende Weise präsentiert.

Der Roman selbst stellt selbst für regelmäßige Leser anspruchsvoller Belletristik eine Herausforderung dar. Es tauchen sehr viele Figuren auf, ob einmalig oder mehrmals. Erinnerungen spielen immer wieder eine Rolle. Der Roman versucht die ganze Dichte eines Menschenlebens zu vermitteln. Darin kann sich ein Leser schnell verlieren und den Anschluss an die Handlung verpassen. Die konzentrierte Lektüre lohnt aber in jedem Fall. Denn jeder Leser dürfte sich in dem Werk wiederfinden. Absurde Liebesgeschichten, eitle Mitmenschen, prägende Kindheitserinnerungen, all diese Dinge, die ein Menschenleben ausmachen, hat Proust versucht einzufangen. Das ist spannend und bietet auch Momente der Selbstreflexion.

Wer sich an diese Lektüre wagt, ist mit dieser Neuausgabe sicher gut bedient. Und das allein rechtfertigt schon die wiederholte Neuübersetzung!
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Proust tut das gut, 31. Juli 2014
Rezension bezieht sich auf: Auf der Suche nach der verlorenen Zeit: Band 1: Auf dem Weg zu Swann (Gebundene Ausgabe)
Im Vergleich zur Übersetzung von Eva Rechel-Mertens ist die Neuübersetzung weniger "Belle Epoque". Ich denke, Proust tut das gut. Wer Rechel-Mertens liest, sieht einen wunderbaren Renoir-Film, entrückt und sinnlich, während die sperrige Syntax von Bernd-Jürgen Fischer die nervöse Epochenschwelle einfängt - den Lärm der Autos und Avantgarden (siehe: Philipp Blom: Der taumelnde Kontinent. Hanser Verlag). Ein großer Vorteil ist das Register, welches ein wahres Proust-Lexikon ist. Alle Neugierigen sind bei Reclam gut aufgehoben; wer schwelgen möchte, lese weiter Rechel-Mertens.
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Auf der Suche nach der verlorenen Zeit: Band 1: Auf dem Weg zu Swann
Auf der Suche nach der verlorenen Zeit: Band 1: Auf dem Weg zu Swann von Marcel Proust (Gebundene Ausgabe - 27. September 2013)
EUR 29,95
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