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am 29. Dezember 2013
Die Rolle von Byzanz wird nach wie vor im Westen unterschätzt. In jüngster Zeit erschienen glücklicherweise gut lesbare Einstiegsbücher, die einen ersten Zugang zu der faszinierenden Welt des "zweiten Roms" bieten. Zu denken ist dabei etwa an Ralph-Johannes Lilies Büchlein aus der Reihe Beck-Wissen oder den ebenso empfehlenswerten "Schellkurs Byzanz" von Claudia Sode.

Wer dann jedoch ein wenig tiefer einsteigen wollte, musste bis vor kurzem dicke Wälzer aufschlagen - welche dann oftmals recht dröge daherkamen.

Judith Herrin bietet jetzt die willkommene Gelegenheit, auf ganz lebendige Weise mehr von der geheimnisvollen Welt zwischen Orient und Okzident zu erfahren.

Das Buch liest sich flüssig und im positiven Sinne unakademisch. Auf jeder Seite spürt man die Begeisterung der Autorin für ihr Thema. Vielleicht sollte man schon ein wenig geschichtliche Vorbildung mitbringen, denn auch Judith Herrin kommt (verständlicherweise) nicht ohne Bezüge zu parallelen Entwicklungen der "übrigen" mittelalterlichen Welt aus. Selten jedoch habe ich ein so gut geschriebenes Geschichtsbuch gelesen. Nicht nur die sogenannte Ereignisgeschichte, sondern auch die kulturellen und sozialen Eigenheiten der byzantinischen Welt (man denke an vergleichsweise hohe Stellung der Frau in Byzanz oder an die berüchtigte Wunderwaffe des "griechischen Feuers") werden liebevoll beschrieben. Sicherlich gereicht auch die angelsächsische Art der Geschichtsschreibung hier zum Vorteil für uns Leser: Auf der Insel bemüht man sich eben häufiger um Klarheit und Lesbarkeit als viele deutsche "Elfenbeintürme".

Einziger Wermutstropfen: In der sprachlich überaus gelungenen deutschen Ausgabe fehlen leider die farblichen Abbildungen des Originals. Dies möchte ich der Autorin jedoch nicht in Rechnung stellen. Ich empfehle daher, gelegentlich bei google vorbeizuschauen, um sich parallel zur Lektüre ein Bild zu machen (etwa von der imposanten Hagia Sophia-Kirche).

Fazit: Eine tour d'horizon durch den byzantinischen Kosmos und eine bereichernde Lektüre.
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am 9. April 2016
Das Buch ist wirklich angenehm geschrieben, also nicht allzu wissenschaftliche Formulierungen. Es deckt tatsächlich einen erstaunlich umfangreichen Zeitbereich ab. Was mir allerdings weniger gefiel, war die Art, wie die Geschichte erzählt wurde. Hierbei handelt es sich nicht um ein klassisches Buch, in dem die Geschichte chronologisch abgearbeitet wird. Vielmehr richtet die Autorin ihren Blick immer auf einen bestimmten Aspekt der Geschichte. Dies führt aber leider auch dazu, dass man bezüglich der Jahreszahlen immer wieder hin- und herspringt. Wenn man bislang noch keinen groben Überblick über die historischen Ereignisse in Byzanz hat, ist dieses Buch eher ungeeignet, denke ich. Nichtsdestotrotz muss man aber sagen, dass die herausgegriffenen Punkte durchaus Sinn machen, sie näher zu betrachten. Die große Frage, die in dem Buch über allem steht, ist, ob das byzantinische Reich wirklich so verkommen, korrupt und prunksüchtig war. Wie ich finde, ist es eine spannende Frage, die die Autorin auch gut beantwortet.
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am 22. Februar 2014
Wer einen ersten Überblick über die Thematik erhalten möchte, ist mit diesem Buch gut bedient. Dabei wird das Byzantinische Reich nicht chronologisch, sondern unter Betrachtung seiner Einzelaspekte untersucht: Religion, Recht, Kunst etc. Wer jedoch bereits Vorwissen zu diesem Thema hat, sollte auf andere Werke zurückgreifen. Für diejenigen aber, die eine gut lesbare sowie spannende Einführung suchen, sei dieses mit offenkundiger Begeisterung geschriebene Buch ans Herz gelegt.
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am 8. November 2015
Ich versuche alles über Ost-Rom/Byzanz aufzusaugen, was ich finden kann. Doch ist es erst Herrins "Byzanz", welches mir ein wirklich gelungenes Paket schnürt. Angenehme Übersetzung und guter Lesefluss.
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am 13. September 2014
Mit leichter Feder erzählt hier eine der ganz großen Kennerinnen der byzantinischen Geschichte spannend, geistreich und elegant was Europa dem neuen Rom am Bosporus zu verdanken hat. Exzellent, ein wissenschaftlicher wie literarischer Hochgenuss!
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