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Gleich zu Anfang räumt Mary Beard mit einem weit verbreiteten Vorurteil auf: Pompeji ist nicht unerwartet von einem Vesuvausbruch verschüttet und in diesem Moment lebendig konserviert worden. Nein, Pompeji war eine fast geräumte Stadt, als die Asche des Vesuv sie begrub. Im Verhältnis zur Bevölkerungszahl verloren nur wenige Menschen ihr Leben, tagelange Erdbeben vor dem eigentlichen Ausbruch waren Warnung genug, dass die meisten ihr Hab und Gut zusammenpackten und die Stadt verließen. Und ein zweites Vorurteil fällt gleich mit: Die Erhaltung ist bei Weitem nicht so gut, wie die touristisch freigegebenen Stadtteile suggerieren. Im Fundzustand sind die Dächer zusammengebrochen, viele Mauern liegen, von den Aschemassen umgestürzt, in Trümmern. Das originale Pompeji erinnert eher an eine Stadt nach einem Bombenhagel, und nur die sorgfältige Restaurierung erzeugt diesen magischen Zeitkapseleffekt beim Besucher.
Nach der Entzauberung beginnt Mary Beard dann aber mit der schrittweisen Rückverwandlung Pompejis zur faszinierendsten Quelle zum römischen Alltagsleben, zur gesellschaftlichen Vernetzung, Kultur, Architektur und dem Kunsthandwerk. Denn trotz aller Lücken gibt es keinen Ort, an dem so viele einzigartige Funde ein so vollständiges Bild einer römischen Stadt liefern, wie hier.

Während noch im 19. Jahrhundert Pompeji nur aus der Sicht des Untergangs im Jahr 79 betrachtet wurde, quasi eingefroren in der Zeit, befasst sich die moderne Archäologie zunehmend mit Pompejis Vergangenheit, die mindestens bis ins 6. vorchristliche Jahrhundert zurückreicht. Viele Befunde sind auch nur im historischen Kontext zu erschließen. Aber Mary Beard vermittelt auch tiefe Einblicke in das römische Privatleben. Ihr geradezu enzyklopädisches Wissen über die Funde bis in die jüngste Vergangenheit lässt die Lebensumstände, religiösen und moralischen Vorstellungen der Römer vor dem inneren Auge des Lesers lebendig werden. So wird "Pompeji" gleichzeitig ein wunderbares Buch über römische Kulturgeschichte. Auch das bestehende Wirtschaftssystem erhellt die Autorin sehr detailliert anhand repräsentativer Berufszweige (Bäcker, Bankier, Garum-Hersteller), deren Befundlage gerade in Pompeji außergewöhnlich ist. Gesellschaftsordnung, politische Zusammenhänge aber auch die besonders in Pompeji ausgeprägte Unterhaltungsbranche sind ihr ausführliche Kapitel wert.

Mary Beard spart nicht mit Kritik, wenn selbstbewusste Archäologen und Historiker windige Theorien als unumstößliche Tatsachen darstellen. Auch Reiseführer tragen viel zu einem verzerrten Bild der Wirklichkeit bei, indem sie von möglichen Alternativen nur eine (möglichst spektakuläre) übernehmen. Mary Beard diskutiert die verschiedenen Interpretationen kurz und vertritt dann klar ihre überzeugte Position. Diese wissenschaftlich saubere Herangehensweise zieht sich durch das Buch wie ein roter Faden und setzt sich wohltuend vom apodiktischen Tonfall anderer populärwissenschaftlicher Werke ab. Immer wieder verblüffend ist aber der ungeheure Detailreichtum von Beards Darstellung, ihre Fähigkeit, Zusammenhänge zu durchleuchten. Es gelingt ihr mühelos, in lebendiger Sprache ihre Begeisterung für das Thema zu zeigen und doch wissenschaftliche Distanz zu wahren. Das Register am Schluss erlaubt jederzeit, einzelne Aspekte gezielt zu vertiefen. Die Abbildungen sind allerdings meist schwarz-weiß und dienen der rein sachlichen Information. Man sollte keinen Bildband erwarten.

Zum Schluss gibt Mary Beard auf zwei Seiten noch Tipps für eine Besichtigungstour mit allen "muss-man-gesehen-haben"-Orten. Dass man nach der Lektüre ihres fesselnden Buches kaum mit nur einem Tag Sightseeing auskommt, ist da geradezu vorprogrammiert.

Inhaltlich ist "Pompeji" das mit Abstand beste an den Laien gerichtete Buch, das ich zum Thema kenne.
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am 9. Juni 2013
Ich habe das Buch meinem Freund geschenkt, da er sich für Pompeji und römische Alltagskltur interessiert. Dieses Buch ist ein Sachbuch. Dennoch las es mein Freund wie einen spannenden Roman innerhalb kürzester Zeit.
Einen Bildband darf man nicht erwarten. In der Mitte des Buches sind einige Farbtafeln und innerhalb des Textes schwarzweisse Abbildungen, die das geschriebene dennoch sehr anschaulich illustrieren.
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am 20. April 2015
Die britische Althistorikerin Mary Beard versucht mit diesem Buch einen umfangreichen Einblick in die aktuelle Pompeji-Forschung zu geben (zwar erschien die englische Originalausgabe schon 2008, allerdings wird sich zwischenzeitlich kaum umwälzend Neues getan haben).
Neben der Erörterung verschiedenster Detailfragen des Alltagslebens - z.B. warum die Gehsteige bis zu einem Meter (!) hoch waren - untersucht die Autorin auch etliche Mythen, welche die wissenschaftlichen Fakten stellenweise ähnlich überwuchern, wie Unkraut die freigelegten Ruinen Pompejis. Dabei wird auch nicht mit Kritik an Archäologen und Historiker-Kollegen gespart, da sich diese aus Marketing-Gründen und akademischer Wichtigtuerei immer wieder phantasievolle Geschichten rund um den einen oder anderen Fund aus den Fingern saugen. Dass sich Mary Beard mit ihrer unverblümten und spitzen Kritik unter den Fachgelehrten nicht nur Freunde gemacht hat, ist wenig überraschend.

Zu all den Mythen und fragwürdigen Thesen, mit denen die Autorin ein wenig aufräumen möchte, zählt beispielsweise jene oft vorgebrachte Behauptung, der zufolge die exakte Lage von Pompeji relativ bald nach dem verhängnisvollen Ausbruch des Vesuvs (79 n. Chr.) in Vergessenheit geraten sei. Dass dem nicht so war, zeigt beispielsweise der Fund einer verloren gegangenen Münze, die ins 4. Jahrhundert datiert und vermutlich von einem antiken Schatzsucher stammt.
Pompeji war im Übrigen auch keine typische "Zeitkapsel", in der das Leben urplötzlich eingefroren wurde, sodass wir heute den damaligen Zustand exakt bestimmen könnten. Nein, gerade in den Wochen und Monaten nach der Katastrophe wurde das Gelände offensichtlich in großem Umfang durchwühlt. Neben Kunstschätzen barg man sogar die Marmorverkleidungen öffentlicher Gebäude. Deren Fehlen wurde von Archäologen allerdings lange Zeit als simple Baufälligkeit der Stadt in der Stunde ihres Untergangs gedeutet. Man habe eben die Zerstörungen eines 17 (!) Jahre zurückliegenden Erdbebens an vielen Ecken und Enden noch immer nicht behoben gehabt, hieß es. Mir erschien diese Vorstellung allerdings seit jeher recht unrealistisch. Freilich, es finden sich in Pompeji schon auch echte Erdbebenschäden - z.B. an Fresken. Diese dürften allerdings größtenteils von einem weniger schwerwiegenden Ereignis stammen, das einige Wochen oder Monate vor dem Vulkanausbruch stattfand - meinen erfahrene Geologen. Als die Stadt dann ihr endgültiges Schicksal ereilte, waren die Bewohner gerade damit beschäftigt, diese Schäden auszubessern.
Apropos Bewohner: Aufgrund der relativ wenigen Toten, die man bisher entdeckte, wird davon ausgegangen, dass es sehr vielen Menschen gelang, rechtzeitig vom Ort des Geschehens zu flüchten. Im Zuge dieser Flucht dürften sie große Teile ihres Hausrates auf Karren mit sich genommen haben. Unter anderem daher rührt wohl auch die merkwürdige Leere, welche von den Ausgräbern selbst in protzigen Villen vorgefunden wurde. Der scheinbare Mangel an Einrichtungsgegenständen war demnach wohl keinem extremen Minimalismus geschuldet, wie in der einschlägigen Literatur häufig angenommen wurde (freilich, dermaßen vollgestopft wie heutzutage, waren die Häuser damals mit ziemlicher Sicherheit trotzdem nicht).
Ein weiteres Rätsel ist das Datum des Untergangs. Plinius d. Jüngere nennt den 24. August 79 n. Chr. Doch zeigen archäologische Funde, dass zumindest einige Menschen in der Stunde ihres Todes schwere Gewänder aus Wolle trugen. Deutet dies vielleicht darauf hin, dass der Vulkanausbruch erst Monate später, nämlich im Herbst oder Winter, stattfand? Oder wollten man sich mit den dicht gewebten Stoffen vor Asche und Hitze schützen? Fakt ist jedenfalls, dass die von mittelalterlichen Mönchen angefertigten Kopien antiker Texte oft Fehler bei den Datumsangaben enthalten. Hinzu kommt der Fund einer Münze, die laut Expertenmeinungen angeblich erst im September 79 n. Chr. geprägt worden sein kann; aufgrund des Fundortes wird überdies ausgeschlossen, dass sie von einem später eingedrungenen Plünderer verloren wurde.

Fazit: Pompeji - Leben in einer römischen Stadt ist ein hochinteressantes, spannendes und sehr flüssig geschriebenes Buch. Neben der Geschichte Pompejis und den damit verbundenen Forschungsirrtümern, erfährt der Leser auch viel Allgemeines über den Lebensalltag einer antiken Stadtbevölkerung; vom Klientelwesen bis zum Gang auf die Toilette, welche sich übrigens bei Privathäusern nicht selten im Bereich der Küche befand ^^. Neben etlichen schwarzweißen Illustrationen enthält das Buch auch einige wenige Farbfotos (es handelt sich um keinen Bildband).
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am 14. Februar 2013
Eines der besten Bücher, die ich je gelesen habe. Spannend von der ersten bis zur letzten Seite. Das Buch enthält meiner Meinung nach keine Längen oder überflüssige Passagen, Langeweile kommt nie auf. Die Autorin beschreibt Pompeji sehr gut, entlarvt dabei einige Mythen und kommt so der Wahrheit wohl ziemlich genau auf die Spur. Nachdem ich im letzten Jahr Pompeji besichtigt habe, kann ich Vieles genau nachvollziehen. Sicher eines der besten - wenn nicht das Beste - Buch über Pompeji.
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am 7. Dezember 2014
Archäologie ist eine faszinierende Detektivarbeit: atemberaubende Entdeckungen, Zweifel, Überraschungen, ungelöste Fragen - all das liegt nebeneinander. Davon erzäht mit geschmeidiger Feder die kundige Autorin, man beneidet schier ihre Cambridge-Stdenten.
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am 16. Februar 2012
nach rezension im dlf gekauft und begeistert, gut zu lesen, interressant und faktenreich, auch von klassischen philologen als sehr lesenswerte buch bestätigt
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