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am 17. Mai 2000
Der Tod Georgs von Richard Beer-Hofmann ist ein Kurzroman der auf sehr interessante und lesenswerte Weise viele Merkmale des Jugendstils und des Ästhetizismus vereint. Richard Beer-Hofmann, einer der "modernen Wiener Todesdichter", beschreibt hier jedoch nicht das Sterben Georgs, sondern evoziert eine ausgeprägte Todesmotivik in verschiedenen Formen. Besonders in den Träumen des Protagonisten Paul erscheint der Tod teilweise ästhetisiert, teilweise kalt und unausweichlich. Doch interssant und voller schriftstellerischer Eleganz ist auch der scheinbare Widerspruch zwischen Todesästhetik und Vitalismus, der gegen Ende des Buches hervortritt. Der Dekadenz, die man in der Verherrlichung des Nicht-Lebensfähigen, des jungen Sterbens zu erkennen glaubt, wird eine starke Aufbruchsstimmung, ein Lebenskult entgegengesetzt. Paul, der egozentrische Schöngeist, ist Dreh- und Angelpunkt der Geschichte. Er lebt in sein Innerstes zurückgezogen und sieht die Realität nur als Baustein zu seinem künstlichen Seelenreich an. Getreu dem Ideal des Ästhetizismus versucht er eine eigene, sinnvolle Welt in die reale, sinnentleerte Welt einzusetzen. Doch seine eigentliche Beziehungslosigkeit zu seiner Umwelt wird an vielen Stellen des Romans deutlich. Einflüsse der bildenden Kunst des Jugendstils kommen hier ebenfalls zum tragen: Indem Paul Dinge und Menschen in sein Bewusstsein aufnimmt, objektiviert er sie gleichsam und degradiert sie zu Objekten seiner Wahrnehmung. Analog zur eindimensionalen Ornamentik des Jugendstils (wie etwa bei Alphons Mucha) verlieren auch Pauls Mitmenschen ihre Dreidimensionalität und werden zur reinen Projektionsfläche. Selbst wenn Paul und seine Geschichte nicht für jeden Leser Identifikationspotential bieten, so schafft es Beer-Hofmann doch, die Tiefen der menschlichen Psyche hervorzuheben, und dabei sehr lesenswert zu machen. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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am 24. Januar 2012
Der Roman handelt von der Verarbeitung des plötzlichen Todes seines bewunderten und zugleich beneideten Freundes durch den Protagonisten Paul.
Während seiner Reflexionsphasen infolge dieses Verarbeitungsprozesses versucht Paul seine Eindrücke dieser Welt im Sinne des Ästhetizismus in ein sinnvolles, befriedigendes Schema seiner eigenen, subjektiv empfundenen Welt zu "transferieren". Letztlich scheitert aber dieser subjektive Interpretationsprozess aber an der Unfähigkeit Pauls, den Tod seines Freundes nachempfinden bzw. "erfahrbar" machen zu können. Aus diesem "inneren Erlebnis" und seiner Erfahrung der eigenen Vergänglichkeit erwächst schließlich seine Absicht, sein Leben bewusster und intensiver zu leben, ein neuer Vitalismus, eine neue Lebensbejahung. Aus der Abrechnung mit dem seines Freundes wird somit ein Neuanfang seines eigenen Lebens.
Deutlich beeinflusst von den Lehren Ernst Machs und Friedrich Nietzsches- wie wohl auch die meisten Denker und Schriftstelller seiner Zeit- entwirft Richard Beer- Hofmann einen Vorschlag, wie das "verlorene" und zutiefst seiner Möglichkeiten verunsicherte Individuum der Moderne die scheinbare Leere und Sinnlosigkeit seiner eigenen Existenz im Angesicht der eigenen Vergänglichkeit zu überwinden und mit neuem Sinn zu füllen vermag.
Wo alle sinngebende Instanz verloren gegangen ist, muss man eben selbst in diese Lücke vorpreschen und die eigene Existenz heiligen.
Jeder auf den anderen folgende Tag ist nicht das Ziel selbst, sondern nur ein Schritt auf dem Weg zu diesem Ziel.
Das ist letztlich die Botschaft, welche uns dieses in diesem Sinne bis auf den heutigen Tag aktuelle Buch zu vermitteln hat.
Und das alles in einer oftmals sehr bildhaften, manchmal aber auch allzu überladenen und langatmigen Beschreibung (siehe z. B. dier Beschreibung des Tempels) der Gedankengänge Pauls.
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