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am 8. September 1999
Biophilosophie - das klingt dubios und riecht nach Eugenik. Doch diese Befürchtungen sind fehl am Platz. Gerhard Vollmer beschäftigt sich in dieser Textsammlung mit dem Verhöltnis von Biologie und Philosophie, dies reicht von den philosophischen Herausforderungen der Biologie als Wissenschaft vom Lebendigen bis hin zu den biologischen Herausforderungen an die Philosophie, etwa in Fragen der Evolutionären Erkenntnistheorie oder der Bedeutung evolutionsbiologischer Befunde für die Ethik. Dabei ist der Autor immer auf eine ausgewogene Darstellung bedacht, auch wenn er seinen Standpunkt klar zur Sprache bringt.
Die Besonderheiten der Biologie als Naturwissenschaft liegen für Vollmer in den besonderen Problemen, mit denen sie es zu tun hat. Leben ist wohl das komplexeste Phänomen, was wir kennen, und daher zeigen sich bei ihr exemplarisch alle Grundatzprobleme der Wissenschaft - das Problem der Erklärung emergenter Eigenschaften ("Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile"), Fragen der Prognose, Machbarkeit und Verantwortung. Daher sieht er in der modernen Biologie auch die eigentliche "Jahrhundertwissenschaft". Der Evolutionsbegriff nimmt für ihn heute eine zentrale Bedeutung in allen Wissenschaften ein, hier differenziert er jedoch sehr sorgfältig und zeigt, warum man die "biologische" Evolution nicht einfach auf die "Entwicklung" von Kulturen oder wissenschaftlicher Erkenntnis übertragen kann. Dabei ist besonders die gut überschaubare Darstellung des eigentlichen Kerns der biologischen Evolutionstheorie gelungen, hier könnten sich viele Biologie-Lehrbücher ein Beispiel nehmen.
Ähnlich nützlich ist die Beschäftigung mit Einwänden und Gegenargumenten gegen die Evolution, wie sie im Lauf der Zeit geäuißert wurden. Besonders wichtig ist hier eine Klarstellung des Popper-Arguments, dass es sich bei ihr nur um ein "metaphysisches Forschungsprogramm" handele - ein Argument, was heute noch von Kreationisten gebraucht wird, obwohl Popper selbst es zurücknahm. Weiterhin stellt Vollmer seine Evolutionäre Erkenntnistheorie vor und listet die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu den Ansichten von Popper bzw. Lorenz auf.
Am Ende des Buches beschäftigt sich der Autor ausführlich mit der Frage nach ethischen Implikationen, die sich angeblich aus der Biologie bzw. der Evolution ergeben sollen. Er verfällt dabei nicht einem naturalistischen Fehlschluss, sondern weist die Relevanz für die allemeine Diskussion um Normen und Werte nach.(etwa wenn es um die Soziobiologie geht). Dieser Abschnitt dürfte die meisten Diskussionen entfachen, und Vollmer lädt ausdrücklich dazu ein. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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am 6. September 2008
In diesem ausgezeichneten Bändchen behandelt der Autor philosophische und wissenschaftstheoretische Aspekte der Biologie und bricht auch eine Lanze für die Wahrnehmung der Biologie als "richtiger" Naturwissenschaft. Außerdem stellt er übersichtlich die Argumente der aktuellen Kreationismus-Debatte dar und behandelt die Kernaspekte der modernen Evolutionstheorie. Das einzige, was leider fehlt, ist ein Verweis auf Humberto Maturana und Francisco Varela, die meiner Ansicht nach unverzichtbare Grundlagenarbeit zu diesem Thema geleistet haben. Wer ergänzend eine konsequente und vertiefte Darstellung des Evolutionskonzeptes sucht, ist dort bestens bedient.
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am 8. Dezember 2014
Von diesem Buch, was Biophilosphie heißt, habe ich deutlich mehr erwartet. Anfänglich scheint nichts anderes wichtig zu sein, als die Biologie als die wichtigste Wissenschaft des Jahrhunderts darzustellen, als wenn es darum gehen kann, Wissenschaften gegeneinander abzuwägen! Auf diesem Niveau bleibt das Buch auch durchgehend. Es versucht sich einen äußerst wissenschaftlichen Anschein zu geben, indem es höchst reduktionistische und kritisch rationale Grundannahmen vertritt.
Der letzte Widerspruch bleibt aber, dass das Rätsel des Lebens auch durch die Biologie überhaupt nicht geklärt ist! Dies sei schließlich Aufgabe der Chemie und Physik. (logisch stimmig: denn erste Lebewesen müssen ja aus etwas anderm als aus Lebendem gekommen seien, sonst sind es noch nicht die ERSTEN). Während an einer Stelle aber der Vitalismus als widerlegt dargestellt wird. Dabei ist es noch nie einem Physiker oder Chemiker gelungen, Leben herzustellen, was Vollmer selbst zugeben muss. (Kap.7) Diese Theorie ist bisher reine Ideologie. Dass RNA sich zufällig bilden können wurde außerdem gerade sehr stark durch neue Forschungsergebnisse widerlegt. (z.B. Dean Kenyon, der sein eigenes Werk: "biochemical predestination" als widerlegt ansehen musste)
Insgesamt wirkt das Buch seelenlos. Wenn es nicht mehr über das Leben zu sagen gibt, dann Gute Nacht.
Wer Interesse an einem strukturiertem Überblick über die Einordnung der Biologie als Wissenschaftszweig, deren Grenzen nach oben und unten mit einem seidenen Hauch von Philosphie hat, der ist mit diesem Buch gut beraten.
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