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5.0 von 5 Sternen Der Klassiker des Gruselromans
Wer kennt sie nicht, die berühmteste Szene aus "Frankenstein": ein dunkles Labor, ein riesenhaftes Wesen auf einer Bahre, daneben der Wissenschaftler, der das Geschöpf mit einem Stromstoß zum Leben erweckt. Das Monster aus Mary Shelleys Roman wurde zu einer Ikone des Horrorfilms und der Popkultur überhaupt. Dabei besticht die Urfassung des Romans von...
Veröffentlicht am 23. August 2007 von Rolf Dobelli

versus
4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Der moderne Prometheus im orginalen Gewand
Das Hörspiel hält sich sehr dicht an die klassische Romanvorlage von Mary Shelley. Fans, die Horror pur erwarten, wie man ihn von den alten Universal-Filmen her kennt, kommen hier nicht auf ihre Kosten. Es geht vielmehr um den Konflikt eines Mannes, der mit Gott wetteifert, also einen künstlichen Menschen erschaffen will(und dies auch tut).Dies wird im...
Veröffentlicht am 5. September 2004 von klausenser


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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Klassiker des Gruselromans, 23. August 2007
Von 
Rolf Dobelli (Luzern, Schweiz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (HALL OF FAME REZENSENT)    (REAL NAME)   
Wer kennt sie nicht, die berühmteste Szene aus "Frankenstein": ein dunkles Labor, ein riesenhaftes Wesen auf einer Bahre, daneben der Wissenschaftler, der das Geschöpf mit einem Stromstoß zum Leben erweckt. Das Monster aus Mary Shelleys Roman wurde zu einer Ikone des Horrorfilms und der Popkultur überhaupt. Dabei besticht die Urfassung des Romans von 1818 weniger durch ihre Schockeffekte als durch ihr Einfühlungsvermögen in die Seele des Monsters. Das eigentlich gutmütige Wesen, dessen Anblick nicht einmal sein Schöpfer ertragen kann, verbreitet zu seinem eigenen Leidwesen Angst und Schrecken in der Welt. Es ist zur Einsamkeit verdammt und wird nur aus Verzweiflung zum Mörder. Seine Berühmtheit als Mordmaschine verdankt es vor allem den zahlreichen Theater- und Filmversionen, nicht zuletzt der weltberühmten Schwarz-Weiß-Verfilmung mit dem großartigen Boris Karloff in der Rolle der furchterregenden Kreatur. An dem etwas schwülstigen, schauerromantischen Originaltext beeindruckt heute – im Hinblick auf Gentechnik und Klonversuche – insbesondere der visionäre Scharfsinn Mary Shelleys. Wer ihren Roman liest, weiß: Das wissenschaftlich Mögliche führt nicht immer zu wünschenswerten Ergebnissen.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Was macht einen zum Menschen oder zum Monster? - Mary Shelley's Meisterwerk der Schauerliteratur, 4. September 2013
Wenn man von Frankenstein hört, denkt man sowohl an den "verrückten" Wissenschaftler als auch an das Monster.
Der Schauspieler Boris Karloff (geb. William Henry Pratt, 1887-1969) machte 1931 die Figur des Monsters sehr prägnant und zu einer der bekanntesten Monster der Filmgeschichte.
Doch nicht alle denken daran, dass Frankenstein eine literarische Figur ist, erdacht von der britischen Schriftstellerin Mary Shelley (1797-1851).

Die Geschichte um den für Naturwissenschaft begeisterten Victor Frankenstein, der ein künstliches menschliches Wesen erschafft und zum Leben erweckt, ist gruselig und traurig zugleich.
Das zunächst naive Wesen irrt durch die Gegend und wird aufgrund seines monströsen Aussehens gemieden und gefürchtet.
Das Wesen wünscht Liebe und Freundschaft, doch es erntet nur Hass und Furcht der Menschen, was ihn zum Hass auf seinen Schöpfer Victor Frankenstein verleitet und ihm aus Rache sein Leben in einen Albtraum verwandelt.

Was macht einen zum Menschen oder zum Monster?
Dieses Werk überzeugt auch durch viel Philosophie.
Ist etwas nicht menschliches gleich böse oder soll man versuchen es zu verstehen?

Frankenstein ist mehr als nur ein Gruselbuch, sondern auch ein bewegendes Drama um Leben und Tod, Einsamkeit, Rache und der Wunsch nach Akzeptanz.

Eine relativ werkgetreue Verfilmung entstand unter der Regie von Kenneth Branagh, der auch Victor Frankenstein spielte und Oscar-Preisträger Robert De Niro spielte das Monster.
Weitere Darsteller waren unter anderem Tom Hulce, Helena Bonham Carter, Aidan Quinn, Ian Holm und John Cleese.

Dieser Klassiker der Schauerliteratur bleibt ein großes Werk und sollte nicht im Schatten der vielen medialen Adaptionen versinken.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Eine tolle Produktion..., 14. November 2009
Von 
S. Kapper (Niedersachsen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Frankenstein, 2 Audio-CDs (Audio CD)
Bisher kannte ich "Frankenstein" nur als Film, doch nach dem Hörspiel bin ich so begeistert, dass ich unbedingt auch mal das Buch lesen möchte.
Jens Wawrczeck spricht hier den jungen Robert, der sich auf einer Forschungsreise in den Gewässern der Arktis befindet, und dort mit seinen Männern den vollkommen geschwächten Viktor Frankenstein aufgreift. Während die Matrosen Angst vor dem Mann haben, ist Robert fasziniert. In langen Gesprächen in der Kapitänskajüte erzählt Hansa Czypionka als Frankenstein seine erschütternde Geschichte. Parallel schreibt Robert diese Erzählungen in Briefen an seine Schwester nieder, die die Blicke in die Vergangenheit immer wieder unterbrechen.
Und wer kennt sie nicht, die Geschichte von Frankensteins Monster, das, verstoßen von seinem Schöpfer, auf der verzweifelten Suche nach Liebe ist. Als es Frankenstein ablehnt, ihm eine Gefährtin zu machen, richtet sich all seine Energie auf die Rache an dem jungen Forscher, dem schließlich nichts anderes übrig bleibt, als sich seinem Geschöpf zu stellen, dessen Verzweiflung von Peter Lieck sehr gut rübergebracht wird.

Düster und unheimlich, aber gleichzeitig voller Gefühl habe ich die Geschichte empfunden. Die Sprecher spielen alle sehr intensiv und ziehen einen so richtig in ihre Welt hinein. Auf die Geräusche legte man außerdem besonderen Wert. Das Meeresrauschen, der starke Seegang und Wind, die die Männer auf hoher See ertragen müssen, wirken so echt, dass man mittendrin zu sein scheint. Auch bei den Szenen in Viktors Labor wurde sorgfältig auf gruselige Laute beim Aufschneiden und Zerlegen der Leichen geachtet. Das war teilweise fast zu authentisch. ;-)

Eine tolle Produktion und ein Klassiker der sich in jeder Form zu lesen, hören oder sehen lohnt.
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11 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Frankenstein - viel mehr als nur ein Synonym für Horror, 11. Oktober 2006
Von 
Werner Fletcher (Delbrück Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Mary Shelley, Gattin des Dichters Percy B. Shelley, befreundet mit Lord Byron und anderen illustren Persönlichkeiten der damaligen britischen Snobiety, schuf mit ihrem Früh-Werk "Frankenstein" wohl den Inbegriff des Schauerromans. Schon früh von der Bühne vereinnahmt, aber anfangs nicht sonderlich erfolgreich, wurde das Werk erst berühmt, als die Regisseure Hollywoods sich seiner annahmen. Nur reduzierten sie den Frankensteinstoff leider auf etwas Triviales, rein Vordergründiges, das diesem Werk aber in keiner Weise gerecht werden kann.

In Mary Shelleys Roman geht es nämlich um viel mehr als um schieren Horror. Der Roman, der wie alle Werke Mary Shelleys autobiographische Züge trägt, ist eine Studie über das Alleinsein, über die Einsamkeit des Menschen, über das Ausgegrenztsein derjenigen, die nicht den gängigen gesellschaftlichen Konventionen entsprechen oder genügen. Er spiegelt also insofern auch die Seelenlage der Autorin wider, die zeitlebens mit dem Problem der Einsamkeit zu kämpfen hatte. Zugleich ist es ein Buch über die Hybris der Wissenschaft, und wer genauer liest, wird darin sogar satirische Züge entdecken können.

Das von Viktor Frankenstein geschaffene Monster wird erst von seiner Umwelt zu einem Monster gemacht und zu seinen Untaten getrieben, und wenn man nur die Worte zugrunde legt, die dieses künstlich geschaffene Wesen im Gespräch mit seinem vermessenen Schöpfer äußert, dann ist das Monster sogar das menschlichste aller im Roman auftretenden Protagonisten.

Es lohnt sich also unbedingt, das Buch "Frankenstein" zu lesen, sich intensiv mit seinem Inhalt zu beschäftigen, auch oder gerade dann, wenn man bereits zig Frankenstein-Filme gesehen hat. "Frankenstein" ist in meinen Augen nicht nur ein Klassiker der Horror-Literatur, sondern auch ein beachtenswertes Werk der Weltliteratur.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zeitloser Klassiker der Weltliteratur, 28. Oktober 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Mary Shelley gelang mit "Frankenstein" die authentische Beschreibung eines Mannes, der an einer schizotypischen Persönlichkeitsstörung leidet und langsam dem Wahnsinn verfällt. Es geht um den Gott-Komplex historischer Persönlichkeiten wie Luigi Galvani, Giovanni Aldini oder Johann Konrad Dippel, um aus der Menschheit hervorgehende Monstrositäten jedweder Art, um Größenwahn, Isolation, Ausgrenzung, Religionskonflikte, Schuld und Unschuld. Als Leser ist man hin- und hergerissen und möchte mal für den Unhold und mal für den unsteten Viktor Frankenstein Partei ergreifen. Die Verfolgungsjagd durch das ewige Eis, mit der Shelley ihren Roman beginnt und schließt, ist der tragische Zenit der Geschichte. Ein großartiges Buch!

Man muss sich auch vor Augen halten, wie alt dieses Werk eigentlich ist. Auf der ersten Seite ihres Vorworts bezieht sich Mary Shelley auf "Dr. Darwin". Gemeint ist hier aber nicht Charles Darwin, sondern der Großvater Erasmus Darwin! Wir reden hier von einem Buch, das parallel zu "Der Vampyr" fast 100 Jahre vor "Dracula" entstand. Der Roman ist zeitlos und unerwartet rasant! Wenn ich hier Kommentare lese wie "... voll nicht gruselig und langweilig!", dann kann ich mir eigentlich nur ungläubig an den Kopf fassen. Das Grauen geht in diesem Buch nicht (oder nur bedingt) vom Monster aus, sondern wird vielmehr von selbigem empfunden. Es sind die menschlichen Abgründe, die Angst machen!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Klassiker des Gruselromans, 26. Dezember 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Wer kennt sie nicht, die berühmteste Szene aus "Frankenstein": ein dunkles Labor, ein riesenhaftes Wesen auf einer Bahre, daneben der Wissenschaftler, der das Geschöpf mit einem Stromstoß zum Leben erweckt. Das Monster aus Mary Shelleys Roman wurde zu einer Ikone des Horrorfilms und der Popkultur überhaupt. Dabei besticht die Urfassung des Romans von 1818 weniger durch ihre Schockeffekte als durch ihr Einfühlungsvermögen in die Seele des Monsters. Das eigentlich gutmütige Wesen, dessen Anblick nicht einmal sein Schöpfer ertragen kann, verbreitet zu seinem eigenen Leidwesen Angst und Schrecken in der Welt. Es ist zur Einsamkeit verdammt und wird nur aus Verzweiflung zum Mörder. Seine Berühmtheit als Mordmaschine verdankt es vor allem den zahlreichen Theater- und Filmversionen, nicht zuletzt der weltberühmten Schwarz-Weiß-Verfilmung mit dem großartigen Boris Karloff in der Rolle der furchterregenden Kreatur. An dem etwas schwülstigen, schauerromantischen Originaltext beeindruckt heute – im Hinblick auf Gentechnik und Klonversuche – insbesondere der visionäre Scharfsinn Mary Shelleys. Wer ihren Roman liest, weiß: Das wissenschaftlich Mögliche führt nicht immer zu wünschenswerten Ergebnissen.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Frankenstein: berühmt und unbekannt, 26. April 2007
Rezension bezieht sich auf: Frankenstein oder Der moderne Prometheus (Taschenbuch)
Jeder kennt Frankenstein und sein Monster, selbst wenn man im alltäglichen Sprachgebrauch schon mal gerne dem Geschöpf den Namen des Schaffers gibt und sich das restliche Wissen auch eher auf das stützt, was man aus diesem oder jenen Horrorstreifen aufgeschnappt hat, der in den letzten zwanzig Jahren so durch die Kinos geisterte. Frankenstein ist sozusagen der Prototyp jeder Erschaffungsgeschichte künstlich-menschlichen Lebens.

Gerade deshalb, weil einem die Geschichte in regelmäßigen Abständen immer wieder und meistens auf so glorreiche Art aufbereitet wie in Stephen Sommers zugunglückähnlichem Sommerblockbuster "Van Helsing" (in dem allerdings wenigstens darauf verzichtet wurde, Frankensteins Monster zum hirnlosen Killer zu machen, was aber auch so ziemlich der einzige positive Punkt wäre) begegnet ist es ratsam, sich das Buch einmal zu Gemüte zu führen, um das verzerrte Bild von Frankenstein und dem Monster wieder gerade zu rücken. Um die alten, aus Horrorfilmem gespeisten Vorstellungen von den beiden ist es ohnehin nicht schade. Denn zwischen hysterischem Kichern "Es lebt, es lebt!" hervorstoßende B-Movie-Wissenschaftler, die in ihren von Computereffekten verschönerten Maschinen überbordenen Laboratorien neben diversen menschlichen Innereien in Einmachgläsern auch meist noch einen buckligen Gehilfen namens Igor beherbergen sowie ihren apart grünlich gefärbten und mit Schrauben bestückten Kreaturen, deren linguistische Fähigkeiten die eines Zweijährigen nur an guten Tagen erreichen, die das Wort "Gewissen" kaum herausgrunzen können und deren IQ immer gerade präzise dazu ausreicht, zu brüllen wie angestochen, gegen Wände zu rennen und Menschen totzuschlagen, ja, diese auch gerade in Hollywood so beliebten Figuren kriegt man ohnehin im Dutzend billiger. Aber den von Reue und Schuld zerfressenen Victor Frankenstein und sein unglückliches Monster, das keines ist, die gibt es nur einmal.

Mary Shelleys Roman, dessen Rahmenhandlung die Texte eines Forscher bilden, der aus dem ewigen Eis Briefe an seine Schwester schreibt und schließlich auch Frankensteins Geschichte (und einen Teil von der des Monsters) dokumentiert, beschreibt, während er eindrucksvoll den durch ihren ältesten Spross, Victor Frankenstein, eingeleiteten Untergang der der schweizer Familie Frankenstein schildert, vor allem die Gefühle Frankensteins und seines Monsters.

Nachdem Frankenstein in einer Phase der Besessenheit während seines Studiums in Ingolstadt ein Monster baut, von dem er sich in dem Moment da es die schauerlichen Augen öffnet, in Abscheu und Selbsthass abwendet, ist der Leser für den Rest der Geschichte hin- und hergerissen, welchen der beiden Charaktere er bemitleiden soll. Frankenstein, der von schrecklichen Gewissensbissen geplagt all seiner Lebensfreude beraubt ist und immer und immer mehr verliert, bis nur noch die Rache als Lebensziel bleibt? Oder das Monster, das, kurz nach seiner Erschaffung noch arglos, unschuldig und liebenswürdig wie ein Kind von seinem Schöpfer alleingelassen wird und das, die Wirkung seines hässlichen Äußeren nicht begreifend, dem grundlosen Hass der Menschen ausgeliefert ist und sich, nach dem selbst sein Schöpfer ihm das Glück verwehrt, zum psychopathischen Mörder wandelt, was ihm aber selbst genau so unerträglich ist wie Frankenstein der Gedanke daran, was er da erschaffen hat? Beide Charaktere wecken auf verschiedene Weise das Mitgefühl des Lesers und sind sich, wie auf den letzten Seiten klar wird, in ihrem Kampf mit sich selbst doch so ähnlich wie es nur irgend geht.

Sicher, wer eine actiongefüllte Story mit ständigen Schockmomenten erwartet, könnte bei diesem eher auf die psychologischen Aspekte der Figuren angelegten Buch enttäuscht werden, aber das ist nicht die Schuld des Buches; das sind lediglich die Erwarungen, die der Leser unserer Zeit hat, weil wir Frankenstein anders kennengelernt haben. Dieses Buch bezieht seine Berechtigung, ein Buch der Horroliteratur genannt zu werden, nicht aus übetrieben genauen Beschreibungen von Blut, Mord und Totschlag, sondern die gruseligen Elemente drücken sich eher im unterschwelligen Gefühl der Bedrohung aus und in den Momenten, in denen Frannkenstein auf den Boden starrt und der Leser durch den Aufbau der Szene weiß, wenn er gleich den Kopf hebt, wird er das Gesicht seines selbsterschaffenen Todfeindes im Fenster sehen - und obwohl man es ahnt, ist es immer noch schaurig.

Natürlich hat das Buch auch negative Punkte. Wem Gutmenschen in der Literatur auf die Nerven gehen, der wird zwei Nester davon in diesem Buch entdecken - Frankensteins Familie und die Familie, die Frankensteins Monster beobachtet (obwohl die diesen Status durch ihre Oberflächlichkeit wieder relativieren) - aber da es nicht zu sehr in den Vordergrund rückt, kann man es noch ertragen. Man erfährt nicht, was aus Ernest Frankenstein wird. Ein paar weitere Dinge sind unschlüssig bis unlogisch (Ankunftsmonat in England verändert sich während des Textes, Frankensteins Monster zitiert französische Fabeln, die es eigentlich nicht kennen kann usw.), eingeschlossen ein Aspekt des Endes. Auch ist die Sprache, wenn auch schön und anschaulich, mit vielen Klischees beladen und besonders die immer wiederkehrende Beschreibungen der Berge zieht nach einiger Zeit doch sehr an den Nerven.

Trotzdem, das Buch ist eigentlich uneingeschränkt zu empfehlen. Unbedingt lesen. Selbst jemand, der sich, wie ich, nun wirklich gar nichts aus Gespenstergeschichten und Horror macht, sollte hier mal einen Blick drauf werfen.
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6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das Monster im Menschen, 19. Juli 1999
Von Ein Kunde
Es handelt sich sogar um ein philosophisches Buch, nicht um einen Horrorroman. Sicherlich gibt es Horror-Elemente - dafür ist das Monster ja da. Aber: stellen wir uns vor, daß es ein kleines Kind gibt mit dem Körper des stärksten Manns der Welt. Ein Kind, das weder gut noch böse kennt, und das allein in der Welt ist, verachtet durch die anderen Menschen allein wegen seines Aussehens. Was anderes ist das Monster nicht. Und insofern kann man nur Mitleid empfinden. Auch mit seinem Schöpfer Frankenstein. Es fehlt diesem Roman, damit er wirklich ein Horrorroman ist, das Böse. Es gibt kein Böse, aber auch kein Gut (außer vielleicht in Frankensteins Verlobter), dafür gibt es sehr viele Gestalten mit guten und bösen Eigenschaften - Menschen halt. Und dadurch, daß die Trennung Gut / Böse, Held / Schurke aufgehoben wird, dazu dann noch eine sehr schöne Atmosphäre und sehr viel Schreibkunst kommt, dadurch wird "Frankenstein" immer zu den 3 besten Horrorbüchern zählen. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Schrecklich und schön, 18. August 1999
Von Ein Kunde
Selbst nach dem Ansehen diverser Filme zum Thema hält diese Originalversion noch einige Überraschungen bereit. Der Unterschied zu den meist reißerischen Verfilmungen ist gravierend. Die Schilderung ist eher überraschend ruhig. Diese nüchterne Sachlichkeit steht im krassen Widerspruch zu den beschriebenen schrecklichen Vorgängen. Die Sprache der Autorin ist ungewohnt und schön, einiges liest man mehrmals, um es "nachklingen" zu lassen. Beeindruckend ist die beschriebene Gefühlsvielfalt, die in nicht vielen Büchern so bildhaft und einfühlsam beschrieben ist. Ob die Autorin vor über hundert Jahren daran dachte, wie aktuell die Thematik später einmal werden könnte? In Zusammenhang mit der Gentechnik gebracht, scheint sie die Entwicklung der Menschheit vorausgesehen zu haben. Das soll keine Verurteilung der modernen Technologien sein, es öffnet aber die Augen für die Risiken unserer Zivilisation. Ein Buch, das man auch nach über hundert Jahren noch als sehr lebendig und aktuell empfehlen kann. Ein zeitloses Werk, für das man die Schriftstellerin uneingeschränkt bewundern wird. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Frankenstein begeistert mich immer wieder!, 6. Mai 2008
Rezension bezieht sich auf: Frankenstein oder Der moderne Prometheus (Taschenbuch)
Ich denke, M. S. hat mit ihrem Roman deutlich aufgezeigt, dass das Monster niemals eine wirkliche Chance in der Gesellschaft bekommen hat, sich zu "etablieren". Dies wäre nur geschehen, wenn es nicht so entstellt ausgesehen hätte. Das Monster hat sich mehr oder weniger erst danach zu einem Monster entwickelt, doch hat es seine Taten nur begangen, weil ihn die Verletzlichkeit zu einem hasserfüllten Wesen gemacht hat. Mir hat die Geschichte sehr gut gefallen und ich denke, es steckt mehr dahinter, als nur die Gesellschaft damit zu unterhalten. Möglicherweise wollte sie ihr nur den Spiegel vorhalten. Ich hatte sehr viel Mitleid mit ihm. Shelley hat es geschafft, nicht nur Frankenstein als solchen hinzustellen, den der Wissensdurst dazu getrieben hatte, einen Menschen erschaffen zu wollen und Gott zu spielen, sondern auch sein Gegenstück, das Monster zu Beginn menschlich darzustellen und nur weil die Anerkennung gefehlt hat, ihn mehr oder weniger zu dem mutieren zu lassen, was am Ende aus ihm geworden ist. Wer weiß, was die Gen-Technik eines Tages schafft und wie gut es tatsächlich für die Gesellschaft ist, Gott zu spielen. Was Shelley aber hervorragend geschafft hat, war ihre Leser in den Bann zu ziehen. Das ist das Größte, was ein Autor erreichen kann und ich hoffe, dies mit Mariposa und Diagnose: Schizophasie eines Tages auch zu schaffen. Shelley hat es geschafft und das macht einen guten Roman aus. Nur wenn man mit ihren Figuren mitfühlen kann, ist man mitten im Geschehen. Und das hat sie mit ihrem Frankenstein auch erreicht. Ich denke, viele hatten Mitleid mit dem Monster, viele haben es gehasst, aber man darf nicht "übersehen", aus welchem Grunde er erst so geworden ist. Ein großartiger Klassiker. Ich lese ihn immer wieder gern.
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Frankenstein oder Der moderne Prometheus
Frankenstein oder Der moderne Prometheus von Mary Wollstonecraft Shelley (Taschenbuch - 1986)
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