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TOP 1000 REZENSENTam 23. Januar 2011
Zunächst mal ein Wort zu dieser Ausgabe von "dtv". Im Kleingedruckten findet man den Hinweis, dass es sich um die Großdruckausgabe handelt. Wer das auch mal gern überliest und Großdruckausgaben nicht braucht und mag, der sei hier besonders darauf hingewiesen.

Zur Geschichte selber: Sie wird als Roman geführt, aber ich empfinde sie durch Länge und Machart eher als Novelle. Die Poggenpuhls sind eine Familie im ausgehenden 19.Jahrhundert. Die Witwe eines Majors und im Kampf gefallenen Kriegshelden lebt ihren drei Töchten in einer kleinen Wohnung in Berlin und versucht mit einer kleinen Offizierswitwe einen halbwegs angemessenen Lebensstil zu wahren und auch gesellschaftlich den eigenen Vorstellungen zu entsprechen. Zwei Söhne sind bei in einer Garnison bei ihrem Regiment stationiert. In der Geschichte passiert eigentlich nicht viel: Einer der Söhne kommt um Neujahr herum anlässlich des Geburtstags der Mutter zu Besuch. Man redet darum, wie Reise und angemessene gesellschaftliche Aktivitäten angesichts der Geldknappheit realisiert werden können. Zum Glück kann ein etwas wohlhabenderer Onkel - auch ein pensionierter Offizier - aushelfen. Dieser bittet schließlich eine der Tochter auf sein Anwesen, um seiner Frau Gesellschaft zu leisten. Die Gesichte schildert Aktivitäten von gemeinsamen Abendessen bis zu einem Theaterbesuch und legt den Fokus darauf, wie die verschiedenen Akteure (die Mutter, der Sohn als angehender Offizier und die drei Töchter mit ihrem verschiedenen Temperament) mit der Situation umgehen, die den Konfklit zwischen dem Hochhalten alter Familienwerte und -würde und der Realität der knappen finanziellen Mittel (und damit den Umbruch der Gesellschaft) widerspiegelt.

Wie in vielen anderen Romanen beschreibt Fonante auch hier in wunderschöner Sprache, hochpräzise und mit liebevoll und treffend ausgestalteten Charakteren ein Stilbild der Epoche. Die inneren Konflikte der Personen und damit der Gesellschaft werden anschaulich und lebendig, spezielle ihr Lavieren zwischen Würde und Realitätssinn, zwischen Melancholie und Frohsinn, Begeisterungsfähigkeit und Verzweiflung. Es hat nicht die ganz große Klasse anderer Bücher, weil ihm der Kern der packenden Geschichte fehlt, aber es ist für einen Liebhaber des Genres und der Sprache eine zutiefst bereichernde und wohltuende Lektüre.
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am 25. Januar 2010
Die Geschichten von Theodor Fontane sind immer etwas Besonderes. Fontane schreibt auf seine ganz eigene Art. Sehr künstlerisch und detailliert.
Mit 'Die Poggenpuhls' hat Fontane ein gesellschaftliches Bild beschrieben, wie es im östlichen Deutschland des 18. Jahrhunderts gelebt wurde. Die Sprache und das Gefühl das er vermittelt sind authentisch und als Leser konnte ich mich sofort in die Zeit und Lebensweise der Protagonisten hineinversetzen.

Die Geschichte handelt von einer verarmten Adelsfamilie des unteren Landadels. Der verblassende Glanz früherer Militärkarrieren der Männer des Hauses liegt über der Familie, die mehr oder weniger erfolgreich versucht, sich der neuen Zeit anzupassen. Die Töchter der Familie ringen mit dem sanften gesellschaftlichen Wandel und versuchen ihren Platz im Leben zu finden.

Das Buch ist sehr ruhig geschrieben. Hat weder Anfang noch Ende. Die spärliche Handlung lebt von der sozialen Interaktion der Protagonisten wodurch jedes Wort das die Schwestern miteinander wechseln bedeutungsschwer wird. Das konsequente ignorieren jeglicher schriftstellerischen Form ist Fontanes Markenzeichen, so dass dieses Buch ungeheuer spannend zu lesen ist- obwohl jegliche Handlung fehlt.

Faszinierend! Und ich würde es weiterempfehlen - Habe das Buch auch bereits anderen Leuten ausgeliehen ;)
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am 10. März 2001
Wie in Fontanes "Meisterstück", dem "Stechlin", geschieht eigentlich in diesem Buch herzlich wenig: Frau Majorin von Poggenpuhl lebt armselig, aber standesgemäß mit ihren drei Töchtern Therese, Sophie und Manon, dem alten, treuen Dienstmädchen Friederike und einer recht mitgenommenen "Ahnengalerie" in einer Berliner Mansardenwohnung, Sohn Wendelin versucht im preußischen Heer Karriere zu machen, Sohn Leo, ebenfalls im Heeresdienst, hält die Mutter in einem fort in Geldsorgen, und wenn nicht der gute alte Onkel Eberhard wäre, so wäre das Geld noch knapper... Der Roman ist wieder eines dieser wunderbaren Gesellschaftsbilder Fontanes, denen ich eigentlich gar keine politische Intention unterstellen möchte, sondern die aus einer Freude am Erkennen, Beobachten und detailgetreuen Schildern heraus entstanden zu sein scheinen, die eine, fast möchte man sagen, kulinarische, Köstlichkeit aus diesen Büchern Fontanes machen.
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am 21. Juni 2012
Als Fontane - "Fan" fand ich diese Ausgabe wunderbar, die Darbietung war hervorragend und die teilweise berits verstorbenen Akteure
waren allererster Klasse, die es heutzutage nicht mehr gibt.
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am 8. Februar 2014
Im Mittelpunkt von Theodor Fontanes Kurzroman ‚Die Poggenpuhls’, steht die gleichnamige adlige Familie. Nachdem Major von Poggenpuhl „ehrenvoll“ auf dem Schlachtfeld gefallen war und der Familie „nichts als einen guten alten Namen und drei blanke Krönungstaler“ hinterlassen hatte, siedelte seine Witwe Albertine von Poggenpuhl mit ihren 3 Töchtern in eine „ziemlich mauerfeuchte“ Berliner Wohnung über. Der Haushalt ist ärmlich aber sauber und gepflegt. Eine Hausangestellte, Frederike, versieht den Dienst. Albertine ist bürgerlicher Herkunft und wahrt eine gewisse Distanz zum Adelsgeschlecht ihres Mannes.

Die drei Töchter „besaßen die Gabe, nie zu klagen, waren lebensklug und rechneten gut, ohne dass sich bei diesem Rechnen etwas störend Berechnendes gezeigt hätte“. Charakterlich unterschieden sich die drei Schwestern teilweise sehr. Therese, die älteste, ist äußerst konservativ und standesbewusst. Ihr war ihrer ganzen Natur nach die Aufgabe zugefallen, die Poggenpuhlsche Fahne hochzuhalten“. Spöttisch schaut sie auf die Jung-Aristokraten und Neureichen herab. Parallelen zu der Figur Adelheids im ‚Stechlin’ sind erkennbar. Sophie, die zweite Tochter, „besaß, das die Poggenpuhls bis dahin nicht ausgezeichnet hatte: Talente“. Sie konnte musizieren, dichten, malen. Ihre diplomatische Art verlieh ihr ein einnehmendes Wesen. Manon, das 17 jährige Nesthäkchen, war „ganz ohne Begabung, besaß aber dafür die Gabe, sich überall beliebt zu machen.

Die Familie komplettieren zwei Söhne, Wendelin und Leo, „von denen jener schon ein älterer Premier über dreißig, dieser ein junger Dachs von kaum zweiundzwanzig war.“ Beide Brüder dienten im kaiserlichen Regiment. Wendelin war der klügere, nüchterne und ehrgeizige der beiden. „Leo, der Liebling aller, war zugleich das Angstkind…“. Er war ein Draufgänger, duellierte sich, spielte und machte Schulden. Onkel Eberhard nennt ihn ein „Glückskind … und das Beste, was man haben kann, ist doch immer das Glück“. Die Mutter bezeichnet ihn als Taugenichts, dessen Herz aber am rechten Fleck sei: „…du hoffst zu viel und arbeitest zu wenig“. Mal träumt Leo von der Ehe mit der schönen Esther, dann findet er einen neuen Kumpan und wendet sich wieder „Skat und Fidelität“ zu.

Anfang Januar feiert Albertine von Poggenpuhl Geburtstag im kleinen Kreis. Leo reist an und Onkel Eberhard aus Schlesien kommt zu Besuch. Onkel Eberhard, ein ehemaliger General, ist mit der Witwe von Leysewitz, geb. Bienengräber, verheiratet. Auch seine finanziellen Mittel sind bescheiden, der Besitz und das Vermögen stammen von seiner Frau. Onkel Eberhard lädt die Familie ins Theater ein, man amüsiert sich, bloß Albertine fühlt sich nicht wohl bleibt zu Hause. Sophie reist mit Onkel Eberhard ab und fühlt sich bald wohl auf Schloss Adamsdorf. Sie fährt mit Onkel und Tante ins verschneite Riesengebirge und erhält den Auftrag, die Kirche auszumalen. Dann erkrankt der Onkel an Typhus und stirbt. Großzügig gewährt Eberhards Witwe den Familienmitgliedern finanzielle Zuwendungen.

Wieder in Berlin angekommen, geht das kleinbürgerliche Leben weiter. Als Therese unbedacht Tante Josephines aristokratische Gesinnung lobt, bricht es aus Albertine heraus: „Ich hatte auch mal mein Selbstwertgefühl und meinen Stolz, aber all das hat das Leben zerrieben und mich mürbe gemacht … Das mit Tante, ja, da hast du recht, das ist eine vorzügliche Frau … das alles hätte das Leben auch aus mir machen können … Ich habe nur sorgen und entbehren gelernt. Das ist meine Schule gewesen. Viel Vornehmes ist dabei nicht herausgekommen, nur Demut. Aber Gott verzeih es mir, wenn ich etwas unrechtes damit sage, die Demut, wenn sie recht und edel ist, ist vielleicht auch eine Eigenschaft, die sich unter dem Adel sehen lassen kann“.

Theodor Fontanes Kurzroman ist ein Schwanengesang auf die alte preußische, pommersche und schlesische Junker-Aristokratie, die im Zuge der Industrialisierung des neunzehnten Jahrhunderts den Neureichen weichen muss. Standesbewusst und mit einem wohlklingenden Namen ausgestattet, aber vielfach verarmt kämpft man auf verlorenem Boden, wie Major von Poggenpuhl. Der Roman thematisiert zugleich den Konflikt zwischen dem aufstrebenden Bürgertum und der Aristokratie und auch diesen Kampf wird die (alte und neue) Aristokratie verlieren.
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am 2. März 2013
Es passiert eigentlich nicht viel. Man lebt in Geldsorgen, der etwas zur Sorge Anlass gebende Sohn macht einen Besuch, ein Onkel stirbt und eine kleine Erbschaft wird gemacht. Doch ist das, wie immer bei Fontane, schön erzählt und gibt Einblick in eine untergegangene Welt, von der uns zwei Weltkriege und mehr als hundert Jahre trennen. Wer sich für diese Zeit interessiert und wer sich für Fontanes große Romane begeistert, der wird von dieser kleinen Erzählung nicht enttäuscht werden.
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