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30 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kein Buch zum Lernen, sondern zum Verstehen, 22. Dezember 2009
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Logisch-semantische Propädeutik (Taschenbuch)
Ich glaube, dies ist das einzige Buch, das ich zweimal gelesen habe. Und das sagt einiges, denn ich habe ziemlich viele Bücher gelesen. Es handelt sich um eine Einführung in die philosophische (nicht: mathematische) Logik. Die Einführung ist sogar so philosophisch, dass man vielleicht eher von einer Einführung in die Philosophie der Logik sprechen sollte. So werden z.B. Konzepte wie Identität (z.B. von Gegenständen) oder der Wahrheitsbegriff in eigenen Kapiteln erläutert.

Dieses Buch ist insofern ein Phänomen, als einerseits auch fortgeschrittene Themen wie z.B. die oben genannten angesprochen werden, die Darstellung aber stets bemerkenswert einfach und verständlich bleibt. Die Autoren fangen wirklich von Null an, d.h. sie setzen keine Grundkenntnisse beim Leser voraus, und doch hat man nach Abschluss des Buches eine ganze Menge Ahnung von Logik. Der Fokus des Buches liegt nicht auf dem mechanischen Pauken von Wahrheitstafeln und logischen Gesetzen, wie es in anderen Einführungen üblich ist ("Wenn p, dann q" ist äquivalent zu "nicht-p, oder q"...). Statt dessen wird dem Leser ein echtes, tiefergreifendes Verständnis davon vermittelt, was Logik eigentlich ist und wie sie sich zu dem verhält, was der Leser bereits kennt, nämlich 1.) zur Sprache und 2.) zur realen Welt.

Aufgrund der Tatsache, dass das Buch auch vor fortgeschrittenen Themen nicht halt macht, werden die meisten Leser sicherlich etwas mehr Zeit investieren müssen als bei anderen Einführungen. So musste ich beim ersten Lesen schon des Öfteren eine Viertelstunde oder länger über einen Absatz grübeln, bis ich verstanden habe, was Sache ist. Aber die Investition lohnt sich, denn am Ende hat man das Gefühl, Logik ein Stück weit _verstanden_ und nicht nur _gelernt_ zu haben. Auch eignet sich das Buch eher weniger zur Prüfungsvorbereitung, da es wie gesagt nicht primär um die Vermittlung von Fakten geht, wie sie z.B. in Klausuren abgefragt werden, sondern vielmehr um ein Verständnis der philosophischen Hintergründe. In diesem Fall bietet sich das Buch dennoch als Ergänzung zu einer anderen Logik-Einführung bzw. Logik-Vorlesung an, denn das tiefgründige Verständnis, das die "Logisch-semantische Propädeutik" vermittelt, bekommt man meiner Erfahrung nach in keiner anderen Logik-Einführung (und ich habe einige davon gelesen!).
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14 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Beste deutschsprachige Einführung in die Logik von einem philosophischen Standpunkt, 5. September 2009
Rezension bezieht sich auf: Logisch-semantische Propädeutik (Taschenbuch)
Mit der ''Logisch-semantischen Propädeutik'' ist es den Verfassern Ernst Tugendhat und Ursula Wolf gelungen, die wohl beste deutschsprachige Einführung in die Logik von einem philosophischen Standpunkt aus zustande zu bringen, wobei man natürlich auch die ''Logische Propädeutik'' von Wilhelm Kamlah und Paul Lorenzen nicht vergessen darf. Das Buch ist dementsprechend als von vornherein durch den Themenkomplex der sog. philosophischen Logik bestimmt (um einen Ausdruck von Bertrand Russell zu gebrauchen) zu rezipieren und nicht unter dem Blickpunkt der sog. symbolischen oder mathematischen Logik. Es geht darin also erst einmal um kategoriale Erläuterungen der Grundbegriffe der Logik, und zwar anhand von 'Analysen', und es wird sachgemäß nicht auf technische Entwicklungen logischer Kalküle Wert gelegt, wie diese sich dann in Konstruktionen (bzw. 'Synthesen') niederschlagen würden. (Insofern entspricht die Thematik des Buches eben demjenigen, was Gottlob Frege, der Begründer der modernen formalen Logik, "Logik" nennt, und nicht demjenigen, was er unter dem Namen "Begriffsschrift" entwickelt.)

Das Buch ist von zwei bedeutenden Philosophen verfaßt. Es läßt nicht nur an Klarheit nichts zu wünschen übrig (der Text ist verständlich geschrieben, die Gedanken sind in kappen Sätzen und mit didaktischer Geschicklichkeit formuliert, und darüber hinaus werden keine besonderen Vorkenntnisse vorausgesetzt), was an und für sich ja schon ein nicht zu unterschätzender Vorteil ist, sondern geht auch der Problematik auf den Grund (beides hängt ja zusammen) und bietet insofern - was mir besonders wichtig erscheint - ein wahres Stück Philosophieren an. Die Frage, was eine Proposition, was ein Urteil und was ein Satz ist, die Fragen nach der Bedeutung der singulären und generellen Termini (deren Referenzen in der Tradition direkt mit Gegenständen und Begriffen gleichgesetzt wurden), die Fragen nach dem Sinn der Existenz-, Identitäts- oder Modalsätze sind mustergültig dargelegt und geklärt worden. Beachtung verdienen auch die Erörterungen des Satzes des Widerspruchs und insbesondere die Diskussion des Wahrheitsbegriffs, mit dem ja gerade die Grundlage für den semantischen Aufbau der Logik gelegt wird.

Die Autoren präsentieren eine ganz bestimmte Auffassung der Logik, nämlich diejenige, die von ihnen als die sprachliche Auffassung bezeichnet wird - im Unterschied zu der ontologischen Auffassung, welche für die antike und mittelalterliche Logik charakteristisch war, oder der psychologischen Auffassung, welche bei den Philosophen der Neuzeit, die sich ja von erkenntnistheoretischen Fragen leiten ließen, vorherrschte. Dies geht mit der in der Philosophie des 20. Jahrhunderts erfolgten 'Wende zur Sprache' ('linguistic turn') einher. Das Buch bearbeitet daher einen Bereich, der zum Teil auch Gegenstand der Sprachphilosophie ('philosophy of language') ist. (Das sieht man schon am Titel, wo das aus der Tradition bekannte logische Propädeutikum durch den Zusatz "semantisch" auf eine Bedeutungsanalyse sprachlicher Ausdrücke ausgerichtet wird.) Es handelt sich dabei also um eine 'Bedeutungstheorie'. Auf der anderen Seite wird hierbei die Sprachanalyse nicht nur auf logische Probleme angewandt, sondern zusammen mit den dadurch gewonnen Einsichten auch zur Lösung philosophischer Probleme verwendet und so durchweg als Methode der Philosophie praktiziert. Daher läßt sich das Buch zugleich auch als eine Einführung in die sprachanalytische Philosophie ('linguistic philosophy') auffassen.

Als Unterschied zu den meisten englischsprachigen Büchern ist hervorzuheben, daß die ''Logisch-semantische Propädeutik'' konsequent vor dem Hintergrund der Philosophiegeschichte in die Thematik einführt, wobei natürlich viele alte Probleme, so die Pointe der Autoren, erst in der Orientierung der Logik an der Sprache eine Lösung finden (insbesondere werden Ideen von Aristoteles, Leibniz und Kant berücksichtigt). Im Unterschied zur ''Logischen Propädeutik'' von Kamlah und Lorenzen, die sich von ihrem eigenen konstruktivistischen Systemgedanken leiten lassen, führen Tugendhat und Wolf in ihrem Buch konsequent den gegenwärtig relevanten Diskusionskontext vor, so daß für den Leser auch Brücken für weitere Vertiefung geschlagen werden. (Richtungsweisende Denker sind vor allem Frege, Russell, Wittgenstein, Carnap, Tarski, Quine, Davidson, Kripke, Strawson und Dummett.)

Fazit: eine wahre Fundgrube.
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9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Von der logischen Implikation und der logischen Wahrheit, 2. Januar 2009
Von 
kpoac - Alle meine Rezensionen ansehen
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Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Logisch-semantische Propädeutik (Taschenbuch)
"Wenn wir als Kind eine Sprache erlernen, so werden wir an ein bereits bestehendes System
angeschlossen, innerhalb dessen Millionen von Menschen [...] sich miteinander verständigen."
(Thomas Nagel, *1937)

Jede Wissenschaft bedarf einer gewissen Einführung, einer notwendigen Vorbildung, einer Methodik und eines Sprachverständnisses. Kamlah/Lorenzen sind sicher Vorreiter und bedeutende Wissenschaftler. Ihnen ist zu verdanken, dass logische Argumentation, vernünftiges Reden und Denken in den Geisteswissenschaften als "logische Propädeutik" zur selbständigen Teildisziplin der Logik wurde. Tugendhat/Wolf haben die logische Propädeutik erweitert um die logisch-semantische, der die logisch-pragmatische folgen kann. Doch hier geht es noch nicht um die Verbindung von Denken und Handeln, auf das Umsetzten des Redens und Denkens in pragmatisches Handeln wird verzichtet. Insbesondere sehen die Autoren ihren Wert darin hat, eine Rezeption vorzulegen, die für Schule (Oberstufe) und Frühsemester ins methodische Denken einführt unter der Maßgabe, Instrumentarien kennen- und anwenden zu lernen. Alle ausgewählten Themen unterliegen subjektiven Präferenzen, sind aber dennoch weit gefächert genug, um die Bedeutung der Logik im Ansatz kennenzulernen, ohne in die Tiefen der Logik an sich einsteigen zu müssen. Begleiten lassen sich die beiden Autoren von der Historie der Logik, von den Anfängen des Aristoteles, der mittleren Zeit um Port-Royal und der aktuellen Lehre der Logik rund um Frege und anderen.

Der Leser lernt und weiss am Ende einzuschätzen, in wieweit Unterschiede zwischen analytischer (formaler) Logik und materieller Logik zu ziehen sind, er wird die Sprache und deren Sätze formalisieren können und wird erkennen, inwieweit diese Formalismen im Sinne der Symbolik anzuwenden und im Sinne der Mathematik berechenbar sind. Wahr und falsch als Begrifflichkeiten der aussagenlogischen Wahrheitsfindung dienen ebenso dem Repertoire wie die Fragen der Implikationen und den Widersprüchen. Der Kernsatz der Logik, der Satz vom Widerspruch wird ausführlich besprochen in den Punkten der Anwendung, der Begründung und der Beweisoptionen. Sprache und Verstehen sind die Konventionen als Basis einer verstehbaren Logik, die semantisch, grammatikalisch in singulärer wie genereller Unterscheidung (Klassifikation) zu gebrauchen sind. Implikationen wie Äquivalenzen führen zur Gültigkeit bzw Klarheit in den Fragen nach Identität, Existenz, Wahrheit, Notwendigkeit und Möglichkeit und deren tatsächlichen oder hypothetischen Kopula.

Insgesamt eine gute Einführung in die logisch-semantische Propädeutik.
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17 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Übersichtliche Einführung in die Entwicklung der Logik, 8. September 1999
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Logisch-semantische Propädeutik (Taschenbuch)
Das Buch ist eine knapp gehaltene Einführung in Logik und Semantik, also die Lehre vom gültigen Schließen und von der Bedeutung des Gesagten. Zu Beginn wird das klassische Aristotelische System vorgestellt. Wer nach der flotten und gut lesbaren Einführung zum Satz vom Widerspruch, Implikation und Syllogistik allerdings alternative, z.B. dreiwertige oder unscharfe Logiken erwartet, wird enttäuscht. Statt dessen werden die bekannten Schlußregln weiter formalisiert, um sie auf komplexere sprachliche Aussagen anwenden zu können. Anahnd von (hauptsächlich) Freges und Wittgensteins Schriften werden sodann leistungsfähige Kalküle vorgestellt, mit denen sich Aussagen fassen lassen sollen. Die Probleme sind dabei, daß die Sprache natürlich sehr vielfältige Ausdrucksformen zuläßt und andererseits Worte nicht a priori definiert sind wie in formalen Sprachen. Oder wie Wittgenstein formuliert: "Die Bedeutung eines Wortes ist sein Gebrauch in der Sprache." Philosophen sind also dazu angehalten, auch danach zu fragen, auf was das Gesagte verweist. An dieser Stelle wird die Philosophie also zum Mittelding zwischen Hermeneutik und Mathematik, ohne jedoch, gerade bei Frege oder Quine, den Anspruch auf Exaktheit aufzugeben. Ich habe an der Leipziger Uni an einem Seminar auf Grundlage dieses Buches teilgenommen und nach jenem Semester mein Philosophiestudium flugs wieder aufgegeben. Die Autoren sid jedoch nicht für die Wucherungen ihres Gegenstandes verantwortlich und schildern die Grundzüge der Entwicklung der Logik übersichtlich und mit vielen Literaturhinweisen. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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5.0 von 5 Sternen Sehr anspruchsvoll, 9. Januar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Logisch-semantische Propädeutik (Taschenbuch)
Sehr informatives Buch, dass einen umfassenden Einstieg in das philosophische Argumentieren bietet. Es wird schnell sehr anspruchsvoll; wen so etwas stört, der sollte lieber erstmal Holm Tetens "Philosophisches Argumentieren: Eine Einführung" lesen.
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0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einführung in die Logik unter einem "heftigen" Titel, 6. August 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Logisch-semantische Propädeutik (Taschenbuch)
Der Titel ist für Nicht-Philosophen erst einmal abschreckend, wenn man ein Buch zur Einführung in die Logik sucht. Aber es ist ganz anders als der Schein: Hier handelt es sich um die Einführung in die Logik aus einer Einführungsveranstaltung. Die Schreibart ist gewöhnungsbedürftig und manche Seiten muss man mehrfach lesen. Aber es bleibt spannend und der Aufbau ist gelungen. Für den typischen Reclam-Preis top.
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1 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sprach- und Denkschulung für Gymnasiasten und Studenten, 13. Juli 2011
Rezension bezieht sich auf: Logisch-semantische Propädeutik (Taschenbuch)
Dieses kleine Büchlein ist keine leichte Kost, aber eine mehr als sättigende Mahlzeit, von der man noch Jahre zehren kann. Es sollte Pflichtlektüre für die gymnasiale Oberstufe werden, sodass jeder Studierwillige mit Hilfe der Sprach- und Denkschulung dieses Büchleins in die Lage versetzt wird, wissenschaftlich zu arbeiten, egal, welches Fach er gewählt hat.
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5 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Preis/Leistung okay, 14. Januar 2004
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Logisch-semantische Propädeutik (Taschenbuch)
Dieses schmale Reclam-Bändchen gliedert sich in kurze, verständlich geschriebene Kapitel, und ist für Anfänger in der theoretischen Philosophie eine empfehlenswerte Anschaffung und in kurzer Zeit zu bewältigen.
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Logisch-semantische Propädeutik
Logisch-semantische Propädeutik von Ursula Wolf (Taschenbuch - 1986)
EUR 7,00
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