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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Geniale Satire auf deutsche Zustände, 19. Juli 2005
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Erläuterungen und Dokumente zu Heinrich Heine: Deutschland. Ein Wintermärchen (Sondereinband)
Heines "Deutschland. Ein Wintermärchen" (nicht zu verwechseln mit dem Versepos "Atta Troll") ist eine - 1844 gedruckte - Satire auf deutsche Zustände um 1840. Das Werk, das nach Heines Deutschland-Reise 1843 entstanden ist (er lebte seit 1831 im Pariser Exil), ist in Form einer Reisebeschreibung organisiert; die wichtigsten Stationen sind Aachen, Köln, Teutoburger Wald, Minden, Hannover und Hamburg. Jeder Ort wird von Heine mit einem speziellen Thema verknüpft, mit einem spezifischen Aspekt seiner Deutschland-Kritik, z.B. Aachen mit dem stocksteifen preußischen Militär, Köln mit der Kritik am Katholizismus etc. Im Zentrum stehen vier Barbarossa-Kapitel, die im Kyffhäuser (Thüringen) angesiedelt sind. In diesen Kapiteln geißelt Heine die politische Instrumentalisierung der Barbarossa-Sage, wie sie von zeitgenössischen Autoren vorgenommen wurde (z.B. Geibel). Für ihn ist Barbarossa ein anachronistisches Idol, und deshalb wird er als vertrottelter Antiquar, als "altes Fabelwesen" karikiert. Eigentlich treffen aber will er mit seiner Satire Friedrich Wilhelm IV., den reaktionären König von Preußen (seit 1840), den er im Schlusscaput direkt attackiert. Das Reiseepos ist überaus witzig, aber es trifft unerbittlich Heines Gegner mit beißendem satirischem Spott (neben dem preußischen König u.a. Ernst August, den König von Hannover). Sehr witzig! Sehr amüsant! Sehr polemisch! Deutschtümelnde Kritiker sprachen von einem schlimmen Pamphlet, das "alles Deutsche höhnend in den Schmutz" trete.
Die "Erläuterungen und Dokumente" zum "Wintermärchen", die von Reclam vorgelegt werden, enthalten einen ausführlichen Kommentar, der viele heute nicht mehr verständliche Anspielungen erklärt, des weiteren detaillierte Informationen zur Entstehung und zur zeitgenössischen Rezeption der Verssatire, Dokumente zur Rezeption im 20. Jahrhundert, Dokumente zur Diskussion und ausführliche Literaturhinweise (nachgewiesen werden u.a. zahlreiche Interpretationen). Im Juli 2005 wurde dieser Erläuterungsband überarbeitet: Er enthält jetzt aktuelle Dokumente und Hinweise auf neueste Forschungsliteratur; auch der Kommentar wurde an vielen Stellen erweitert und aktualisiert.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Sehr schöne Gesänge, 4. März 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Atta Troll: Ein Sommernachtstraum sollte nicht mit Shakespeares "Sommernachtstraum" verwechselt werden, wie ich es tat. Ich dachte zuerst an die Übersetzung von August Wilhelm von Schlegel und dachte mir, hat Heinrich Heine auch eine Übersetzung von Shakespeare gemacht? Nein hat er natürlich nicht. Aber dann war ich überrascht von der Dichtung, die den zauberhaften Geist der Romantik wiederspiegelt.
Ja, da unten in den düstren Jammersphären der Gesellschaft, In den niederen Tierweltschichten, Brütet Elend, Stolz und Groll... so liest man erstaunt in Caput VI und es erinnert sehr an unsere Tage. Atta Troll erscheint als Beschwörer der Einheit des tierischen Lebens: Einheit, Einheit ist das erste Zeitbedürftnis ... Damit bearbeitet er bereits 1847 unser heutiges Problem mit Europa dichterisch, allerdings erst mal mit dem Blick auf das damalige zersplitterte Deutschland... Eine Fundgrube für Europapolitiker !
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Atta Troll - ein Sommernachtstraum, 17. Oktober 2008
Atta Troll ist der Name eines Bären. In Ketten gefesselt wird das edle Tier, auf Jahrmärkten als Tänzer vorgeführt. Begleitet wird er von seiner "Gattin", der schwarzen Mumma. Plötzlich reißt sich das Tier von seiner "Slavenfessel" los und entdeckt die Freiheit. Er flieht in die Berge zu seinen Kindern und erzählt von seinen Erlebnissen und warnt vor dem Menschen, der sich "Herrn der Schöpfung dünket". Ein Bärentöter bringt Meister Isegrim zur Strecke.

Heinrich Heine bringt im Atta Troll seine Forderungen nach Freiheit, Bürgerrecht und Einheit des Volkes als Tierparabel zu Papier. Der in Ketten gefesselte Mensch muss sich von den "Erz-Aristokraten", die frech und "adelsstolz" auf ihn herunterschauen befreien und seine Rechte erkämpfen: "Menschenrechte! Menschenrechte!", ist sein Aufschrei und "Einheit! Einheit!" sein Weckruf an die Nation. Heine begehrt gegen jede Form von Diskriminierung auf: "Grundgesetz sei voll Gleichheit aller Gotteskreaturen, ohne Unterschied des Glaubens und der Fells und des Geruches."

Die Menschheit ist nach seinem Urteil immer noch blutrünstig, jedoch haben sich die Motive geändert: "Jetzt sind freilich aufgeklärter diese Menschen, und sie töten nicht einander mehr aus Eifer für die himmlischen Interessen ... sondern Eigennutz und Selbstsucht treibt sie jetzt zu Mord und Totschlag". Am Ende des Liedes stirbt der Held, Heines Sommernachtstraum aber lebt weiter. Das deutsche Volk wird geeint und die Gleichheit im Grundgesetzt verankert. Leider war es dem Dichter nicht mehr vergönnt, dies zu erleben.

"In dem großen Viehstall Gottes,
Den wir Erde nennen, findet
Jegliches Geschöpf die Krippe,
Und darin sein gutes Futter!"
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0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Super, 10. März 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ich habe mir dieses Buch als Ebook gekauft. Schön das es, dies Kostenlos gab. Ich bin super zufrieden.
Kaufen, herunterladen und schon kann das Lesen losgehen.
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2 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Genialer Spaß, 14. Mai 2004
Von 
Klaus Grunenberg (97447 Gerolzhofen, Bayern) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Heinrich Heine erlaubt sich mit diesem herrlichen Werk in Versmaß einen genialen Spaß.

Ersteinmal setzt es gegenüber seinem Dichterkollegen Freiligrath einige Spotthiebe ab, und zwar gegen dessen "Mohrenfürst" (im Anhang als Gedicht enhalten). Dann versucht Heine, wie sollte er auch anders, dieses Werk als Allegorie "konträrer, sozialutopischer und konservativer Vorstellungen" zu bringen, es ging ja wirklich nicht weiter auf dem Weg zu mehr politischer Mitsprache einerzeit.

Alles in allem aber handelt es sich um einen unglaublich genialen Spaß, diesen Atta Troll, den Bärenhelden gleichsam als (treudeutsches?) "Dichtersymbol" seiner Zeit zu charakterisieren.

Und alles, wie gesagt im Versmaß der Romanze, wobei es scheint, als reime sich alles mehr oder weniger. Es ist aber beileibe nicht immer so - und das ist die große vergnügliche Kunst des Dichters.

Atta Troll, der Tanzbär, entkommt seinem Peiniger (seine Frau schafft es leider nicht) und erzählt seinen Kindern herrliche Geschichten. Gleichzeitig aber hat er natürlich Sehnsucht nach seiner Frau, der geliebten Mumma und macht sich auf die Suche zu ihr.
Natürlich ist das alles köstlich geschildert (mit gelegentlichen Seitenhieben auf den "Mohrenfürsten", dessen unglaublich banalen Stil er imitiert, aber wie!) und es kommt zu einem gar fürchterlichen Ende.

Mehr soll nicht verraten werden.

Heine hat wahrscheinlich die Idee zu diesem Werk aus den "Scenes" mit Zeichnungen Grandvilles gezogen und das ganze großartige Gedicht bis Caput XXVII ist eine einzige Verspottung des sklavischen Verhaltens der Menschen und der gelegentlich bewußten Unterordnung unter die Mächtigen, wenn nur genug Brot, Sicherheit oder das Vortäuschen derselben vorhanden ist.

Aber auch fast prophetisches Ahnen erfasst ihn, wenn er z.B.
schreibt:

"Welch ein Summsen, welterschütternd!
Das sind ja des Völkerfrühlings
Kolossale Maienkäfer,
Von Berserkerwut ergriffen!"

Jeder Vers von Anfang bis Ende ist genüsslich zu lesen und das Ganze enthält soviele Seitenhiebe auf unser tägliches Leben, daß man verwundert innehalten möchte und sagen: So ähnlich geht es auch heute noch zu bei uns.

Gelegentlich wurde dieses fabelhafte Werk auch als eine Parodie auf Deutschland bezogen, aber das überlasse ich lieber den Lesern zu entscheiden.

Politische Dichtung wie diese hat wohl immer wieder ihre Berechtigung ( siehe:"Animal Farm").
Übrigens, genau wie "Deutschland-Ein Wintermärchen" ist "Atta Troll" auch gleichzeitig eine Reisebeschreibung, hier vor allem Spaniens.
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