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am 22. November 1999
Die aristotelische Poetik ist eines der wichtigsten Werke der westlichen Kulturgeschichte und sicherlich das wichtigste, weil grundlegende theoretische Werk der westlichen Literaturgeschichte. Daß der aristotelische Text dabei eine "dornige Lektüre" sei, wie Manfred Fürmann im ansonsten sehr gelungenen und informativen Nachwort schreibt, ist allerdings so nicht zutreffend. Tatsächlich läßt Aristoteles sowohl in den vermittelten Inhalten als auch im Modus der Vermittlung, in seiner Art der Argumentation, eine den Leser immer wieder überraschende Modernität erkennen. Freilich hat diese Modernität zwei Seiten: Unter Umständen kommt uns der Text heute noch so modern vor, weil sich auch heutzutage Literaten und Autoren, Dramaturgen und Drehbuchautoren auf den griechischen Text berufen und somit unsere gesamte Kultur, sei es nun in den Formen Roman, Film und Fernsehen oder Theater oder den anderen, von der Aristotelischen Poetik durchwirkt ist und der Originaltext so immer durch diese Medien modern gehalten wird. Das zeigt aber gleichzeitig, wie wichtig dieses Werk für das Verständnis unserer heutigen Kultur ist. Dafür, daß wir hingegen den antiken Text selbst verstehen, dafür sorgt das bereits angesprochene vorzügliche Nachwort. Mit anderen Worten: Die aristotelische Poetik ist Weltliteratur und selbst unter der restlichen Weltliteratur sticht sie hervor, da sie gerade erst die Grundlage geschaffen hat für diesen Rest. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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Die „Poetik" des Aristoteles ist - wie unser Professor sagte - glücklicherweise ein Buch, dass in schmalem Gewand die Grundlagen unserer Wissenschaft (der Germanistik) präsentiert, und welche andere Wissenschaft könne schon einen derartigen Vorzug aufweisen? Allerdings, so fügte er an, sei die vorliegende, von Manfred Fuhrmann übersetzte und edierte Ausgabe eine doch arg geschlamperte Sache. Nichtsdestotrotz stellt sie für die nicht des (Alt-)Griechischen Mächtigen die Arbeitsgrundlage dar, so man nicht auf eine englische oder französische Übersetzung zurückgreifen musste. Schwierigkeiten ergeben sich so oder so, da schon der Originaltext zum einen offensichtlich unvollständig, zum anderen korrumpiert ist. Zum dritten ist er, wie schon Strabon in seiner Geographika mitteilt, durch viele und oftmals unfähige Hände gegangen, eingebuddelt, ausgegraben, verkauft, missachtet worden. Nicht die besten Referenzen also, und trotzdem kann man erkennen, in welcher Deutlichkeit Aristoteles eine Stillehre entwirft. Mimesis, Tragödie, Epos, Aufgabe und Thema der Dichtung werden in richtungsweisender Klarheit behandelt. Auf die „Poetik" kann kaum verzichten, wer sich mit der Historie dieser Dinge beschäftigt.
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In seiner Poetik geht Aristoteles einem offenbar tief in der menschlichen Natur verankerten Phänomen nach: der Lust, die wir beim Verfolgen einer tragischen Handlung erleben. Normalerweise würden wir über uns selbst erschrecken, wenn wir Vergnügen dabei empfänden, andere ins Unglück stürzen zu sehen. Im Theater, im Kino oder beim Lesen hingegen geben wir dem Verlangen nach tragischen Geschichten hemmungslos nach. Aristoteles findet in seiner Poetik eine bemerkenswerte Erklärung für diese Tatsache: Die Tragödie ruft die schädlichen Gefühle Jammer und Schaudern hervor und reinigt uns gewissermaßen von ihnen - wie eine Impfung, die vor Krankheiten schützt. Das Vergnügen an den durch das Bühnengeschehen hervorgerufenen Gefühlen ergibt sich aus einer angeborenen Freude am Nachahmen und am Nachgeahmten. Gerade dieses Element der aristotelischen Poetik erweist sich immer wieder als aktuell, doch auch das Werk als Ganzes, das sich als erstes seiner Art wissenschaftlich der Dichtkunst näherte, überzeugt bis heute mit tiefsinnigen Beobachtungen und Denkanstößen.
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am 10. Januar 2014
Bin immer wieder von Reclam begeistert. Die aristotelische Poetik sollte in keinem Haushalt fehlen und Reclam macht es günstig möglich.
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am 22. Februar 2003
Spätestens seit der Verfilmung von Umberto Ecos Roman ist die Poetik wohl ein Buch, über das jedermann etwas weiß...
Wie weit man als nicht Literaturwissenschafter heute noch etwas aus der Poetik lesen kann, muss ich allerdings dahinstellen. Als Gattungstheorie sagt sie uns über Theaterstücke, was wir auch in der Schule lernen (Chor, Sprecher, Einheit von Zeit, Ort und Handlung); und sie beschäftigt sich mit etlichen heute noch gelesenen Werken, die immer wieder (bis hinauf zu Freuds Traumdeutung) rezensiert, kritisiert und interpretiert werden.
Über Aristoteles Ansichten zur Geschichtsschreibung und Belletristik muss man heute schmunzeln, ein Werk, das seinen Prämissen folgt, würde kaum ein Bestseller werden...
(Der von Aristoteles postulierte Unterschied zwischen Geschichtsschreibung und Belletristik scheint mir aber sehr scharfsinnig...)
Nebenbei handelt es sich um ein sehr dünnes Werk des Meisters, wer also vorhat, mit wenig Aufwand einmal im Leben einen Aristoteles zu lesen, kann ruhig auf die Poetik zurückgreifen!
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am 28. März 2013
Ich finde das Werk interessant und gut verständlich. Der Preis ist, wie von Reclam gewohnt, mit 5 € okay. Ob man jetzt unbedingt die griechische Version daneben braucht, weiß ich nicht, ich kann damit nichts anfangen. Trotzdem 5 *.
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am 16. Januar 2016
Bücher zu bewerten ist immer so eine Sache - Geschmäcker sind eben verschieden - wobei man gegen Klassiker eigentlich nichts sagen kann... gebraucht fürs Studium, thats it.
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am 25. Dezember 2013
Musste mich damit aufgrund des Studiums befassen, ist entsprechend Pflichtlektüre. Ist soweit informativ, jedoch nicht für den allgemeinen Gebrauch gedacht
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am 22. Oktober 2014
Das Buch war absolut neu. Der Versand dauerte nicht lange. Schwer zu lesen für die, die sich, wie ich, auf dem noch nicht gut auskennen, schwer zu lesen.
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am 1. Februar 2015
Ich habe das Buch Poetik: Griech. /Dt. erhalten - alles in bester Ordnung. Vielen, Vielen Dank:-) und einen schönen Sonntag. Liebe Grüße
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