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5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Goethes Alters- und Meister-Werk, 1. Oktober 2007
Von 
Rolf Dobelli (Luzern, Schweiz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (HALL OF FAME REZENSENT)    (REAL NAME)   
"Wilhelm Meisters Wanderjahre" geben bis heute so manches Rätsel auf. Das wusste auch Goethe selbst: „Es gehört dieses Werk übrigens zu den incalculabelsten Productionen, wozu mir fast selbst der Schlüssel fehlt“, meinte er einmal zu Eckermann. Dabei ist die Haupthandlung des Romans schnell zusammengefasst: Wilhelm Meister reist, einem Gelübde folgend, mit seinem Sohn Felix durch die Lande, um dem Filius eine umfassende Ausbildung angedeihen zu lassen; kein Dritter soll die beiden längere Zeit begleiten und nirgends dürfen sie mehr als drei Tage verweilen. Das klingt nach Tempo. In der Tat, wären da nicht die weitschweifigen Erzählerkommentare, Novelleneinlagen, Briefe, Gegenbriefe und Spruchsammlungen, würde der Roman (wenn man ihn überhaupt so nennen kann) sicher schneller ans Ziel kommen. Aber das Buch endet nicht, ohne zuvor einen ganzen Berg von Altersweisheit des 70-jährigen Goethe über dem Leser aufgehäuft zu haben. Die Zeitgenossen waren nicht sonderlich angetan. Immerhin verdankt die Literaturwissenschaft dem Werk bis heute ergiebige Forschungsprojekte.
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4.0 von 5 Sternen Die Fortsetzungen sind bei Gothe nicht so gut wie die ersten Bände, 6. Dezember 2013
Von 
Bernd Kotz (Essen, Germany) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Die Wanderjahre sind nicht so spritzig und leicht wie die Lehrjahre. Goethe nimmt uns mit auf die Reise. Wilhelm wandert vom Gebirge aus in die Talebene. Im ersten Band wandert er durch die Landschaft und kehrt bei den Leuten ein. Zuerst trifft er Josef und Maria. Er läßt sich von den Ähnlichkeiten mit der biblischen Erzählung verzaubern. In der zweiten Einkehr lässt er sich von den Liebesgeschichten der Schloßherren beeindrucken. So wird er von Lenardo auf die Reise gesendet. Er soll das nußbraune Mädchen finden.
Im zweiten Buch gibt er Felix eine ordentliche Ausbildung. Er erzählt uns die Geschichte vom Mann von fünfzig Jahren. Nachher zieht er in das Land Mignons und stellt uns das künstlerische Leben vor. Das Kapitel schließt mit einer philosophischen Betrachtung des Lebens und der Kunst.
Das dritte Buch zeigt uns Wilhelm als Wundarzt. Lenardo erzählt aus seinem Tagebuch, wo er in den Bergen bei den Baumwollspinnern lebt. Er erhebt das Handwerkliche zur Kunst. Die neue Melusine ist die wunderliche Geschichte, die uns Goethe in diesem Kapitel erzählt. Odoardos Vortrag zeigt die Richtung des Lebensweges auf. Er trennt sie in die strengen und freien Künste. Jede Kunstrichtung ist strikt voneinander zu trennen. Das Höhere ist unser Ziel, dem Niedrigeren wollen wir entsagen.
Es sind die Geschichten mit denen Goethe uns unterhalten will. Wilhelm tritt hinter den Erzählungen, seine Wanderschaft verbindet die Erzählungen miteinander. Es ist wie bei Faust. Der erste Teil ist brillant. Im zweiten Teil zieht die Geschichte dahin ohne die feinen Einzelheiten, die den ersten Teil ausmachen.
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8 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Romantischer Kulminationspunkt der goethe'schen Epik, 11. Februar 2004
Von Ein Kunde
Die Wanderungen des Herrn Meister und seines Filius streben, wie in der Romantik üblich, nach seelischer Transzendierung, nach der Einheit von humanistischem Idealtypus und der Natur; anders als bei Eichendorff sind Goethes Stilmittel nicht mittelalterlich-höfische Naturstilisierung sondern die Fokussierung auf menschliche Soziointeraktion zur Erringung der Universalbildung, des Elysiums, sind also dezidiert der Klassik zuzuordnen, welcher Goethe, als deren Initiator er sich rühmen darf, wohl immer innigst verbunden blieb. Warum also Romantik? (siehe Überschrift)
Eine Unterscheidung von Klassik und Romantik ist, bezüglich Bildungs - und Wanderroman vor allem bei Goethe schwer zu konstatieren, da genannte Stile zu letzteren ein äquidistantes Verhältnis applizieren. Das Leitmotiv, die Erringung von Bildung, innerer Freiheit, usw. ist sowohl Romantik als auch Klassik zuzuordenen, die Wege unterscheiden sich jedoch; Eichendorff benutzt die Natur als mittelalterlich-konstruktivistisches Ambiente, welches die Genese eines ritterlichen Helden, minnesängerlich veredelt, evozieren soll, seine Sprache ist lyrischer, übertriebener als jene Goethes. Das simplizisstisch-romantische Wanderungsmotiv ist jedoch auch ihm eigen.
Ergo ist der Wilhelm Meister als ein Konglomerat ein Konglomerat beider Motive zu verstehen, ist äquivok zu interpretieren. Goethe ist der Klassik auf immer verpflichtet, auch als, längst nach Schillers Tod im Jahre 1805, generell Romantizismen in der Literatur dominierten.
Doch genug der wissenschaftlichen Nomenklatur.
Wilhelm Meister, ein Entsagender (siehe Titel des opus), der sich nicht länger als höchstens einen Tag an einem Ort aufhalten darf, trifft auf religiös verpflichtete Menschen, metaphorisch als heilige Familie dargestellt, auf die schönen Künste, auf Astronomen, Adlige und Didakten. Auch dem Mädchen Mignon, bekannt aus den Lehrjahren, eine Art italienisches Stigma Goethes, trifft Wilhelm wieder.
Goethe, zu jener Zeit ein Entsagender, Umherirrender, entflechtet gleichsam mit dem Protagonisten seine inneren Konflikte, es ist Goethes Seelenreise, welche wir hier beobachten. Mit dem Wilhelm Meister-Zyklus offerierte Goethe ein wahres Werk humanistischer Größe.
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Wilhelm Meisters Wanderjahre
Wilhelm Meisters Wanderjahre von Johann W von Goethe (Taschenbuch - 1986)
EUR 9,60
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