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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Nerven- und Ehrensachen
Hotel Zehnpfund in Thale im Harz. Hier trifft Ingenieur Gordon auf das Ehepaar von St. Arnaud. Cécile von St. Arnaud, nervenkrank und kapriziös, weckt sein Interesse. Als er auf Umwegen von ihrer nicht eben "einwandfreien" Vorgeschichte erfährt, kommt es zu einer Katastrophe... Wie so oft bei Fontane, sind es nicht die mehr oder weniger...
Am 10. März 2001 veröffentlicht

versus
3.0 von 5 Sternen Nicht der beste Fontane
Der Roman beginnt etwas schleppend. Sicher sind die Schilderungen der Orte im Vorharz Ende des 19. Jahrhunderts ganz nett, aber die Handlung kommt nicht so richtig in Gang. Spannung entwickelt sich erst am Ende des Romans.
Vor 6 Monaten von Tim Herden veröffentlicht


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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Nerven- und Ehrensachen, 10. März 2001
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Cecile (Broschiert)
Hotel Zehnpfund in Thale im Harz. Hier trifft Ingenieur Gordon auf das Ehepaar von St. Arnaud. Cécile von St. Arnaud, nervenkrank und kapriziös, weckt sein Interesse. Als er auf Umwegen von ihrer nicht eben "einwandfreien" Vorgeschichte erfährt, kommt es zu einer Katastrophe... Wie so oft bei Fontane, sind es nicht die mehr oder weniger spektakulären Geschehnisse, die seine Bücher lesenswert machen, sondern die Details und Personenschilderungen; hier etwa die beiden Berliner Touristen, die eine Art kommentierenden Chors abgeben, und die Konversationskünste der Künstlerin Rosa Hexel... Céciles Problematik dagegen liegt uns heute doch recht fern und vermag nicht immer zu fesseln.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen vielschichtige Widerspiegelung der Situation in der Natur un, 24. Januar 2005
Rezension bezieht sich auf: Cécile (Taschenbuch)
Cécile von Theodor Fontane stellt die Situation einer Frau in der neuen preußischen Militärgesellschaft dar, die sich nach der alten Zeit sehnt und von der Vergangenheit eingeholt wird.
Diese ihre Situation wird durch die Beschreibung der Natur symbolisiert. Hierbei wird durch die Darstellung der Harzlandschaft Céciles Flucht vor den Zwängen der Gesellschaft in die Natur dargestellt und zugleich werden der Einfluss der neuen militärischen Gesellschaft und Céciles Abneigung gegen Preußen deutlich.
Diese Vielschichtigkeit macht Cécile zu einem interessanten Leseerlebnis, dessen Doppeldeutigkeit sich noch nicht beim ersten Lesen offenbart.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wenn sich Herz und Gefühl befehden, 28. April 2014
Rezension bezieht sich auf: Cécile (Taschenbuch)
Es ist ein merkwürdiges Paar, das mit dem Zug von Berlin nach Thale in den Harz reist. Der ältere Herr ist Oberst a.D. Pierre von Saint Arnauld, die junge Dame seine Gemahlin Cecilie. Am Erholungsort angekommen genießt man die Landschaft und pflegt Konversation mit dem weitgereisten und weltgewandten Herrn von Leslie-Gordon, einer Malerin namens Rosa und allerlei Bildungshungrigen. Herr von Gordon, der das Paar auf seinen Reisen durch den Harz begleitet, brennt darauf, das Geheimnis, welches das Paar umgibt, zu lüften.

Cecile wird als Dame mit feinem Herzen und vornehmer Haltung beschrieben. Sie ist aber auch geltungsbedürftig und ihre Nerven sind gereizt. Der Oberst ist mit „besonderer Adrettheit“ gekleidet. Er ist dem Spiel verfallen: „Vor Tisch liest er Zeitungen, nach Tisch spielt er Whist oder Billard; das klingt sehr harmlos, aber, wie Sie vielleicht wissen werden, es geht um Summen, die für unsereins ein Vermögen bedeuten.“ Ceciles Ehemann kritisiert das geringe Bildungsinteresse seiner Frau: „Und doch wäre es gut, du könntest dich etwas mehr kümmern um diese Dinge, vor allem mehr sehen, mehr lesen.“ Herr von Gordon ist ein „Mann von so guter Erscheinung und Familie“. Der Oberst lobt ihn als „perfekten Kavalier, der die Tugenden unserer männlichen Erziehung mit weltmännischem blick vereint“. Der Erzähler lässt durchblicken, dass die Ehe der St. Arnaulds nicht glücklich ist.

Geschickt flechtet Fontane in die Landausflüge der Familie St. Arnauld seine Landschaftsbeschreibungen im Stile eines Heinrich Heine ein. Auf dem Rückweg einer solchen Tagesreise kommt es zur Annäherung zwischen Cecile und Herr von Gordon. Er küsst ihre Hand. Als sein Beruf seine kurzfristige Abreise erforderlich macht, schwankt er zwischen Leidenschaft und Verstand: „Ich will sie nicht wiedersehen, ich darf sie nicht wiedersehen; ich will nicht Verwirrungen in ihr und mein Leben tragen … Ich will sie nicht wiedersehen, so sag ich mir. Aber schließlich, warum nicht?“. Zurück in Berlin nimmt er den Kontakt wieder auf.

Das Geheimnis lüftet sich und enttarnt Cecile als Erbschleicherin und Geliebte eines Fürsten und eines Kammerherrn: „Nun klärt sich alles … Arme schöne Frau“. Doch Gordon hat weder die Kraft noch den Willen zur Trennung. Er stellt Cecile zur Rede und diese bekennt, dass sie unter der Demütigung und der fehlenden gesellschaftliche Achtung leidet: „Nun denn, die Gesellschaft hat mich in den Bann getan, ich seh es und fühl es …“.

Verzweifelt sucht Gordon wieder die Annäherung an die schöne Frau und in der Oper kommt es zu einer peinlichen Eifersuchtsszene. Oberst von St. Arnauld, der es nicht gelernt hatte „Effronterien geduldig hinzunehmen“, war „an seiner empfindlichsten Stelle, wenn nicht an seiner einzig empfindlichen Stelle getroffen, in seinem Stolz“; er fordert Satisfaktion und verwundet Herr von Gordon im Duell tödlich. Herr von Gordon hatte Cecile zum Abschied einen Brief gesendet und um Verzeihung gebeten. Cecile sieht in Ihrem Leben keinen Sinn mehr und beendet es „… denn (auch) ihr Herz und ihr Gefühl befehdeten einander …“. Die Nachricht ereilt den Oberst – wie so oft in Fontanes Werken – per Brief.
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3.0 von 5 Sternen Nicht der beste Fontane, 2. Januar 2014
Rezension bezieht sich auf: Cécile (Kindle Edition)
Der Roman beginnt etwas schleppend. Sicher sind die Schilderungen der Orte im Vorharz Ende des 19. Jahrhunderts ganz nett, aber die Handlung kommt nicht so richtig in Gang. Spannung entwickelt sich erst am Ende des Romans.
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4.0 von 5 Sternen Schön zu lesen :), 1. November 2013
Rezension bezieht sich auf: Cécile (Kindle Edition)
Das Buch ist schön zu lesen und ist gut geschrieben. Auf jeden Fall eines der sehr guten Bücher Fontanes! Ich selber habe es mehrmals gelesen und es jedes Mal auf ein Neues genosssen!
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4.0 von 5 Sternen eine tragische Geschichte, 10. Oktober 2012
Von 
Bernd Kotz (Essen, Germany) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Cécile: Roman (Taschenbuch)
Von Berlin geht es nach Thale ins Hotel Zehnpfund. Das Ehepaar St. Arnaud fährt zur Kur, da Cecile an den Nerven leidet. Im Hotel wundert man sich über den Altersunterschied zwischen dem Oberst und seiner Gattin. Man macht sich bekannt und die Gespräche nehmen seinen üblichen Verlauf. Hier trifft man auf den Ingenieur Gorden-Leslie. Der Nachmittagsspaziergang geht in den Harz. Auf der Roßtrappe trifft man die Malerin Rosa Malheur. Man kommt ins Gespräch und redet über verschiedene Dinge. Am nächsten Tag verabreden sich die neuen Bekanntschaften zu einer Reise nach Quedlinburg. Das Ehedrama nimmt seinen Lauf. Gorden schreibt in seinem Brief an seine Schwester einen kurzen Eindruck über Cecile. Sie scheint ihm charmant, ein feines Gefühl zu haben und weltgewandt im Charakter, aber doch ohne Kenntnisse und von kindlicher Art zu sein. Ihr Lachen tut es ihm an. Die Schönheit lässt ihm ihren Makel verdecken. Bei ihrem letzten Ausflug habe er dies feststellen können. Er befragt sie nach der Herkunft von ihr. Die Ausflüge gehen weiter und Gorden fügt sich den Eheleute gut an.
Als er nach einer Zeit wieder in Berlin ist, möchte er an die alten Bekanntschaften wieder anknüpfen. Er erhält den lang ersehnten Brief von seiner Schwester. Sie berichtet von Ceciles Leben wie sie es kennt. Cecile stammt aus armen Verhältnissen und war die Geliebte eines Fürsten. Gorden fühlt sich von ihr getäuscht und will sich von ihr trennen. St. Arnaud will von Cecile Auskunft über die Beziehung haben. Er fordert ihn zum Duell auf. Gorden fällt im Duell und Cecile nimmt sich das Leben.
Die Gespräche erinnern mich an die Buddenbrooks von Thomas Mann. Beide haben diese Leichtigkeit und heitere Harmonie. Sie tragen die Haupthandlung voran. Es ist sehr unterhaltsam ihnen zuzuhören. Thomas Mann hat dieselbe Technik wie Fontane. Es ist immer eine leicht Lektüre. Ihm fehlt die Schwere, welche die anderen Klassiker einem das Lesen oft schwer macht.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Zu wenig Handlung, sprachlich zu konstruiert, 8. März 2011
Von 
Grüner Baum - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Cécile: Roman (Taschenbuch)
In "Cecile" geht es um die junge Frau eines pensionierten Oberst Ende des 19.Jahrhunderts. In einem Kurzurlaub auf dem Land begegnet das Ehepaar einem jungen Ingenieur. Gemeinsam mit anderen Urlaubsgästen unternimmt man ein paar Ausflüge und der junge Ingenieur ist angetan von Cecile, die ihm gleichzeitig durch ihr Benehmen (eher labil und geringe Kunstkenntnisse) eigenartig und geheimnisvoll vorkommt. Er schreibt seiner Schwester, um herauszubekommen, ob sich hinter der Heirat ein Geheimnis verbirgt. Die Antwort erreicht ihn erst spät, als er zurück in Berlin weiter Kontakt zu Cecile hält. Er zieht sich für eine Zeit von ihr zurück, schließlich nimmt aber doch alles ein tragisches Ende.

Das Buch konnte mich im ganzen nicht fesseln. Dabei finde ich den moralischen Grundkonflikt durchaus auch heute noch interessant. Es geht in der geheimnsvollen Vorgeschichte der Cecile nicht um 'simplen' Ehebruch, sondern um etwas, was m.E. heute noch Diskussionen auslösen würde, wenn auch sicher nicht mehr die Gefahr des gesellschaftlichen Banns wie damals. Auch die Grundkonstellation zwischen Oberst, Cecile und Ingenieur ist geschickt angelegt. Da merkt man die Fontansche Kunst. Etwas weniger wird sie schon in der Figurenzeichnung deutlich. Trotz mancher starker Momente bleiben sie mir im ganzen doch einen Tick zu blutleer und konstruiert.

Das mag mit der Hauptschwäche zusammenhängen, nämlich dass sich das Buch von einem Gespräch zu anderen schleppt, zwischen denen wenig Handlung oder Innneschau der Protagonisten betrieben wird. Zudem sind die Gespräche alle so gepflegt und in ihren Andeutungen so diffizil, dass man schwer folgen kann, was das alles soll, wenn man noch nicht weiß, worauf es hinauslaufen soll. Auch zieht sich das alles zu lange hin. Schließlich ist mir die Sprache hier etwas zu konstruiert und verschnörkelt. Fontane hat ohne Zweifel einige der schönsten Beispiele der deutschen Sprache in Prosaform produziert, aber hier verliert er sich m.E. ein bisschen zu sehr in Künsteleien und Affektiertheiten - auch wenn man das notwendige Zugeständnis an die Sprache der damaligen Zeit zu seinem Recht kommen lässt.

Fazit: Sicher mit grundlegenden Fontane'schen Qualitäten ausgestattet, aber einer seiner schwächeren Romane, der einem wohl nur gefallen wird, wenn man totaler Fontane-Fan ist.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Typisch Fontane, 22. Januar 2004
Von 
Michael Kahnt (Hamburg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Cécile (insel taschenbuch) (Taschenbuch)
Fontane führt uns mit seiner Sprache schnell in die Zeit zurück, in der der Roman spielt. Das Buch beginnt mit der Schilderung des Aufenthaltes im Harz. Die Beschreibungen sind wunderschön und lassen vom tragischen Ende nichts erahnen. Danach wechselt der Schauplatz nach Berlin. Die Handlung wird immer schneller und der Leser wird bis zum tragischen Ende fortgerissen. Vielleicht ist die Geschichte für unsere Zeit nicht mehr sehr aufregend. Und der Grund für den tragischen Ausgang ist heute eher eine Nichtigkeit. Das Buch ist aber für alle, die die Klassiker lieben zu empfehlen.
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5 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Zu beiläufig und zu wenig fesselnd, 1. Mai 2008
Rezension bezieht sich auf: Cécile: Roman (Taschenbuch)
Die junge, hübsche Cécile St. Arnaud ist unglücklich mit einem älteren Oberst a.D. verheiratet. Bei einem Kuraufenthalt im Harz lernt sie den Zivilingenieur Robert von Gordon kennen, verliebt sich in ihn und stößt sogar auf Gegenliebe. Dies geschieht sehr beiläufig, man muss als Leser schon etwas genauer hinsehen, um es mitzubekommen. Cécile reagiert auf ein Thema plötzlich etwas gereizt oder lässt mal einen "verdächtigen" Satz fallen, mehr lässt Fontane erstmal nicht zu, alles ganz vorsichtig. Vordergründig verlebt man ein paar schöne Tage im Harz, geht mit dem Gatten und dem neuen Bekannten spazieren, treibt Konversation, lernt weitere Gäste kennen usw. Dies alles nimmt ca. 2/3 des Buches ein. Besser wird es dann gegen Ende, wenn die Geschichte zu Hause in Berlin weitergeht und dort auch endet, denn jetzt passieren endlich die Dinge, die sich voher nur ganz leise angebahnt haben. Von Gordon erfährt alles über Céciles fragwürdige Vergangenheit, verändert sein Verhalten, weil er meint mit einer Frau mit solchem Vorleben machen zu können was er möchte, erzürnt dadurch natürlich ihren Ehemann und... Naja, auch das hat mich nicht gerade gefesselt, aber es verbessert das Buch ungemein.
Zwei Minuspunkte muss ich allerdings verteilen, weil Fontane es hier mit den Spaziergängen und den Beschreibungen der Umgebung ein wenig übertrieben hat. Ich habe absolut nichts gegen Landschaftsbeschreibungen, schon gar nicht, wenn es, wie hier, reale Orte und Gegenden sind, die beschrieben werden, aber leider passiert ansonsten kaum etwas. Leute treffen sich, führen Unterhaltungen, machen Spaziergängen und erkunden die Gegend. Es hatte ein bisschen den Anschein für mich als sollte dieser Teil eine Liebeserklärung an den Harz werden. Theodor Fontane hat im beschriebenen Hotal ja auch tatsächlich eine Zeitlang residiert. Das alles dient ihm zwar auch dazu die Charaktere auf's Genauste zu erläutern, leider aber auch um fast unentwegt Dinge zu erklären, die die Geschichte nicht wirklich antreiben. Im Anhang dieser Ausgabe erfährt man sogar, dass zuerst Fontanes Frau beim Durchlesen von einer "starken Langweiligkeit" (vgl. S. 197) spricht, später dann der Autor selbst erwähnt, dass er die Geschichte etwas kürzer hätte fassen können.

Theodor Fontane zeigt hier zum einen, dass es Frauen in seiner Zeit nicht leicht hatten. Sie waren entweder so wie Cécile und fügten sich stoisch in ihr Schicksal, nickten zu allem brav und durften bloß nicht intelligent sein und eine eigene Meinung haben. Wenn sie dann auch noch ein unschickliches Vorleben hatten, wie Cécile, kommt man zwar vielleicht noch mit sich selbst irgendwann ins Reine, gesellschaftlich ist man aber geächtet, was zum anderen gezeigt wird. Man sieht hier, dass, einmal in die Grube gefallen, man quasi nicht mehr rauskommt. Einen Gegenpart zu diesem Frauenbild erschuf der Autor in Rosa, einer Urlaubsbekanntschaft der St. Arnauds. Sie ist emanzipiert und sagt was sie denkt und wird sogleich von Fontane als nicht sehr reizvoll für Männer beschrieben. Er stellt damit auch gleich die Männer an die Wand, denn was haben diese zur Auswahl? Eine unglückliche Ehe mit einer hübschen, aber naiven und oftmals seichten Frau (von der Gesellschaft so vorgegeben) oder eine Beziehung zu einer Frau wie Rosa. Da entscheidet man sich für's Erste. Daher lässt Fontane die Männer hier auch permant in Klubs verschwinden.
Alles in allem ein recht mittelmäßiges Buch, wie auch schon Effi Briest, das nicht zu fesseln weiß bzw. nicht die Neugier weckt und an einigen Stellen zu lang ist. Das aber auch ein genaues Bild der Gesellschaft im ausgehenden 19. Jahrhundert liefert und liebevoll beschriebene Charaktere beinhaltet. Ein Fontane-Fan werde ich aber wohl nie!
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0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Cecile, 19. Februar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Cécile (Kindle Edition)
Typisch Fontane; Viele Gespräche und man braucht etwas Geduld, um die gesellschaftliche Brisanz darin zu erkennen. Jüngeren Lesern wird dieser Roman nicht allzuviel bedeuten, älteren ist er eine Bereicherung.
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Cécile
Cécile von Theodor Fontane (Taschenbuch - 1986)
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