Fashion Sale Hier klicken Strandspielzeug reduziertemalbuecher Cloud Drive Photos Inspiration Shop Learn More designshop Hier klicken Fire Shop Kindle PrimeMusic Summer Sale 16

Kundenrezensionen

4,5 von 5 Sternen
17
4,5 von 5 Sternen
Ihre Bewertung(Löschen)Ihre Bewertung


Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

am 31. August 2009
Dass man entweder Bücher oder Hörbücher mag, nach diesem Hörbuch scheint mir das wie ein falscher Dualismus. Zumindest habe ich nach dem Hören dieser CD letzte Ressentiments gegen ein Medium fallen gelassen, das mir bislang als ' zugegeben ' eher trivial, jedenfalls hierarchisch dem Buch subordiniert galt. Aber solche Inhalte, wie die, die Axel Grube in seinem Verlag zum Klingen bringt, können in Kombination mit einer so unprätentiösen Vorleseart, dass man meint, man lese selbst, einfach nicht trivial sein. Von mir 5 Sterne für diese kleine, feine Seltenheit in einer oft viel zu banalen Welt.
0Kommentar| 8 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
Faszinierend, mitreißend, erschreckend, provozierend: Friedrich Nietzsche bleibt bis zum heutigen Tage einer der polarisierendsten Philosophen, die unser Land je hervorgebracht hat. Von der Kirche verachtet, von den Nazis instrumentalisiert, von Frauenrechtlern verteufelt und doch von allen großen nachfolgenden Denkern (Sartre, Derrida, Foucault) rezipiert. "Jenseits von Gut und Böse" bietet einen perfekten Einstieg in das Denken Nietzsches, da hier sämtliche zentralen Konzepte des Denkers ihren Platz haben.

Worum geht es Nietzsches in seinem Werk? Der Philosoph legt dar, wie unsere Moral, unsere Vorstellungen von Gut und Böse, im Laufe der Jahrhunderte entstanden ist. Sein Urteil über die aktuell herrschende Moral ist eindeutig: "Moral ist heute in Europa Herdentier-Moral" (Nr. 202). Diese Herdetier-Moral, von Nietzsche auch als "Sklaven-Moral" bezeichnet, erhebe "das Mitleiden, die gefällige hilfsbereite Hand, das warme Herz, die Geduld, de[n] Fleiß, die Demut" (Nr. 260) zu Tugenden, zur Moral. Als Hauptverantwortlichen für die Vorherrschaft der Sklavenmoral in Europa sieht Nietzsche das Christentum, welches Schwäche zur Tugend erklärt und alles Starke und Schöpfende ins Reich des Bösen verbannt habe: "Der christliche Glaube ist von Anbeginn Opferung: Opferung aller Freiheit, alles Stolzen, aller Selbstbewußtheit des Geistes, zugleich Verknechtung, Selbst-Verhöhnung, Selbst-Verstümmelung" (Nr. 46). Das Christentum habe also zu einer "Umkehrung aller Werte" geführt und alles Schwache und Zerbrechliche, was laut Nietzsche zugrunde gehen soll, zur Tugend erklärt und als Gut definiert, wohingegen alles Starke, Selbstbewusste, alles Schöpfende vom Christentum als Böse bezeichnet wurde. Nietzsche lässt an seiner Verachtung für das Christentum keinen Zweifel und spricht von einer "christlichen Infektion" (Nr. 48).

Nietzsches Idealbild ist das eines Menschen, der schöpferisch tätig ist und sich selbst seine Werte, seine Moral, schafft: "Ihr 'Erkennen' ist Schaffen, ihr Schaffen ist eine Gesetzgebung, ihr Wille zur Wirklichkeit ist - Wille zur Macht" (Nr. 211). Dieser starke und unabhängige Mensch, der sich seine Moral schafft und vom Christentum als Vertreter des Bösen, als Anti-Christ, definiert worden ist, bezeichnet Nietzsche als Übermenschen. Der Wille zur Macht ist schlussendlich nicht anderes als der Wille zum Übermenschen. Diese Konzepte präzisierte Nietzsche in seinem Hauptwerk Also sprach Zarathustra auf rhetorisch und inhaltlich brillante Art und Weise.

Was verwundert und aus heutiger Sicht nur noch unfreiwillig komisch wirkt, sind Nietzsches Tiraden gegen das weibliche Geschlecht: Hier nur ein paar Kostproben: "Das Weib lernt hassen, in dem Maße, in dem es zu bezaubern - verlernt" (Nr. 84); "Wo nicht Liebe oder Haß mitspielt, spielt das Weib mittelmäßig" (Nr. 115) oder ganz besonders schön: "Wenn ein Weib gelehrte Neigungen hat, so ist gewöhnlich etwas an ihrer Geschlechtlichkeit nicht in Ordnung" (Nr. 144). So amüsant diese Statements auch zu lesen sind, stehen sie doch in keinem Zusammenhang mit dem Rest der Darstellung, zumindestens soweit ich das erkennen kann. Wer weiß, was den guten Friedrich da geritten hat.

Fazit: Faszinierende Philosophie, die nichts von ihrer Aktualität verloren hat. An sprachlicher Brillanz gibt es bis heute keinen Denker, der es mit Nietzsche aufnehmen kann. So bietet "Jenseits von Gut und Böse" auch nach mehr als 100 Jahren packende Philosophie auf höchstem Niveau.
0Kommentar| 12 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 20. Dezember 2004
Nietzsche hat in seinem Leben drei Phasen durchlaufen, die sich eindeutig ueberschreiben lassen: Die Phase des Mystikers, in der Nietzsche Schopenhauer verehrte und Wagner; dann die Phase des sachlichen Naturwissenschaftlers, des Reduktionisten, dessen, der sich nur noch auf das beruft, was Wissenschaft ihm beweisen kann und der alles verwirft, das nicht durch Wissenschaft greifbar ist; und schliesslich die Phase des Uebermenschen, in die wir den Zarathustra als sein bekanntestes Werk einordnen koennen, eine Phase, in der Nietzsche nur noch das von Bedeutung ist, was aus dem eigenen Innern erwaechst: jeder wird zum eigenen Moralmassstab.
"Jenseits von Gut und Boese" stammt aus Nietzsches zweiter Phase und ist somit, wie ich finde, wie alle Werke Nietzsches, mehr in der historischen und persoenlichen Entwicklung der Gedanken zu wuerdigen als in der Absolutheit der erreichten Formulierungen.
Es geht in diesem Buch darum, dass weder Gut noch Boese existieren, dass dies bloss vom Menschen geschaffene Begriffe sind. Nietzsche versucht ferner aufzuweisen, dass nicht nur Gut und Boese relativ sind, sondern grundsaetzlich Moral abhaengig von der definierenden Basis.
Es gibt in diesem Buch viele Kapitel, viele seitenlange Abhandlungen. Ob man also das ganze Buch lesen muss, moechte ich offenlassen, dass man es aber zu Teilen durchaus lesen kann, auch um Nietzsches zweite Entwicklungsphase noch einmal nachzuvollziehen, dazu kann ich nur raten, und in diesem Sinne ist dieses Werk Nietzsches empfehlenswert.
11 Kommentar| 42 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 29. August 2011
Der Dualismus Gut & Böse wird hier einmal intelligent konkretisiert. Nietzsche, der Mann der immer sagte ihm gehöre das Übermorgen, übertrifft sich hier zu großen Teilen selbst. In erster Linie wohl vor ALL/em weil er dies zu einer Zeit verfasste, wo dieses Denken eine solch unglaubliche "Blasphemie" gewesen sein muss, dass er nur in der Isolation mit dieser Denke landen musste. Dort wo das Äussere mehr Wert ist wie das Innere werden Begrifflichkeiten Hegelisch und Kantisch immer Bestand haben. Dort wo Fichtisch geredet wird ist Gott ein Schöpfer und kein Götze. Und die Götzendämmerung ist mitnichten ein Philosophieren mit dem Hammer, sondern eher eine Philosophie die der geistige Vorreiter von Gut & Böse ist. Man kann grad zu zwischen den Zeilen lesen wie Nietzsche sich im Sinne von Hans Milch an den Äusserungen GEHET HIN UND MEHRET EUCH sowie UND MACHET EUCH DIE ERDE UNTERTAN erzürnt. Somit ist dieses Werk von Übermorgen wohl langsam aber sicher ein Werk der heutigen Zeit ergo der absoluten Gegenwart. Wer das EINS Begriffen hat, wie Nietzsche, der weiß das Gut & Böse nur ein Dualismus ist um das Gute von dem Bösen unterscheiden zu können. Im Universellen Sinne gibt ES aber nur EINS. Dieser Dimensionsprung aus der 4 in die 5 Dimension ist jene BewusstSEINSerweiterung, die er als philosophischer Primus Interpares in diesem Buch niederschrieb. Und es ist und bleibt gut, dass er mit Lou Salome eben keine Kinder zeugte. Der Schatten dieses "Übervaters" hätte jedes Kind zu Lebzeiten erdrückt. Jenseits von Gut & Böse befindet sich Eden dessen Dualismus erst durch den "Sündenfall" des 23 Chromosomen Doppel XX in die Welt gekommen ist als er unbedingt vom Baum der Erkentniss naschen musste. Wer Nietzsche einen Nihilisten schimpft der ist nun wirklich auf dem absoluten Holzweg, da er sich sehr sehr intensiv mit Genesis 22 23 24 25 und der Offenbarung 2,7 auseinandersetzte. Leider fehlte Ihm wohl das Wissen um die Sure 2 Ayat 30-38 um noch tiefer zu erkennen, warum er das Buch der Antichrist geschrieben hat.
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 13. Dezember 1999
"Also sprach Zarathustra" ist zweifellos Nietzsches persönlichstes und umstrittenstes Buch. In vier Teilen einzeln veröffentlicht, gab es von Anfang an den Lesern Rätsel auf. Schon eine vermeintlich objektive Beschreibung kann nur Interpretation sein. So spricht Nietzsche selbst: "Im Einzelnen ist unglaublich Vieles persönlich Erlebte und Erlittene darin, das nur mir verständlich ist." Das heißt nicht, wie schon Martin Heidegger warnend angemerkt hat, dass Nietzsche etwa Zarathustra oder Zarathustra Nietzsche sei! Vielmehr ist Z. ein poetisches Ich - mit Leistungen, die N. nach eigenem Bekunden nicht erbracht hat. Z. zieht sich mit dreißig Jahren in die Bergeinsamkeit zurück. Dann erst kann er der Menschheit sein "Geschenk" machen - er arbeitet an der Schaffung des "Übermenschen" mit und will dadurch seinen Beitrag zur Überwindung des Nihilismus bringen. Nach einer Zurückweisung durch die Menge beschließt er, nur noch zu einzelnen zu sprechen. Im Abschnitt "Von den drei Verwandlungen" schildert er dann die Schaffung des "Übermenschen". Im dritten Teil wagt sich Z. an den "Wiederkunftsgedanken", im vierten Teil hat er auf dem Weg zur eigenen Übermenschlichkeit das Auftauchen "höherer Menschen" zu gegenwärtigen. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
0Kommentar| 7 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 5. Februar 2011
Friedrich Nietzsche (1844-1900) wertete wie kein anderer Denker vor ihm sämtliche gesellschaftliche, menschliche, politische, künstlerische und geschichtsdominante Werte um. Seine Philosophie ist eigentlich eine Lebensbejahende Philosophie, seine ganze Gedankenwelt dreht sich darum, einen neuen Menschentypus zu schaffen, einen "Übermenschen", einen über sich hinauswachsenden Menschen, der das nichtige, sinnlose, sich in Ewigkeit wiederholende Leben trotzdem bejaht und sich somit durch seinen Willen zur Macht zum dyonisischen Herrscher erhebt. Nietzsche kritisierte Sämtliches. Sein größter Hass jedoch galt dem Christentum mit seiner falschen, schwächenden Mitleidsmoral, sowie jeder Art von Scheinerkenntnissen und Oberflächlichkeit. Der so genannte hochgepriesene "Gutmensch" war für ihn alles andere als gut, der Mensch war geboren um zu herrschen und zu leben und nicht um sich unterdrücken zu lassen und dem schönen Schein zu erliegen. Er überwarf sich im Laufe seines Lebens mit sämtlichen großen Vorgeistern, wie Kant, Hegel, John Locke, aber auch mit seinen früheren Freunden Schopenhauer und Richard Wagner. Er ließ nichts gelten, außer seine Sicht der Welt. "Jenseits von Gut und Böse" ist sein drittletztes Werk. Darin deckt er einiges an Falschheit, Scheinheiligkeit und Oberflächlichkeit auf, die im Menschen und in der Gesellschaft, besonders in der europäischen Gesellschaft einfach übersehen wird.
In seinem letzten Werk "Ecce Homo", worin Friedrich Nietzsche sich mit seiner eigenen Gedankenwelt befasst, schreibt Nietzsche über sein "Jenseits von Gut und Böse" folgendes:

"Jenseits von Gut und Böse - Dies Buch (1886) ist in allem Wesentlichen eine Kritik der Modernität, die modernen Wissenschaften, die modernen Künste, selbst die moderne Politik nicht ausgeschlossen, nebst Fingerzeigen zu einem Gegensatz-Typus, der so wenig modern als möglich ist, einem vornehmen, einem jasagenden Typus."

Stichworte, auf die Nietzsche näher eingeht und erläutert sind in diesem Werk folgende:
Lügen, Europa, Christentum, Moral, Gewissen, Herren- und Sklavenmoral, Herde, Philosophen, Oberfläche, Instinkt, Deutsche, Engländer, Psychologie, Ausbeutung, Vornehmheit, Unterwerfung.
Nach dem "Also sprach Zarathustra" geschrieben, entpuppt sich "Jenseits von Gut und Böse" als Erklärungsversuch seines erschaffenen "Übermenschen". Die Frage wird beantwortet, wodurch sich der einfache Mensch kennzeichnet, im Gegensatz zu seinem Entwurf des Übermenschen. Europa hat in seinen Augen versagt, vor allem die englische Gesellschaft, die voll von Plattitüden und Oberflächlichkeiten ist. Die Deutschen sind auch nicht viel besser, da sie nicht für die Gegenwart leben, sondern nur für die Zukunft und in der Gegenwart ihr wahres Sein verschleiern. Nietzsche hält das Lügen schwer aus, für ihn kann sich eine Kultur nur aus Lügen entwickeln, schlimmer noch, sogar die Kunst ist nur durch Schein möglich.
Der vornehme Mensch zeichnet sich dadurch aus, dass er gegen sich selbst hart und mitleidslos verfährt, und dass er anderen Menschen gegenüber redlich ist, aber sie gleichzeitig zu beherrschen versucht. Die Europäer sind jedoch Menschen, die Herdentiere gleich kommen, die sich gerne versklaven lassen und ihr Leben passiv und aus Furcht willensschwach gestalten. Stendhal wird als großer Psychologe, Napoleon wegen seiner Herrschsucht gepriesen, Goethe, Beethoven und Balzac werden von Nietzsche zwar als Genies erkannt, aber eher als Genies des Scheins abgewertet. Was Nietzsche interessiert ist die Wahrheit und die Überwindung dieser Wahrheit. Aber zunächst muss die Wahrheit in der tiefsten Tiefe erkannt werden, vom Schein gelangt man nur zur Oberfläche und dort ist nur die Lüge möglich.

Dadurch, dass Nietzsche sich viel und gerne selbst widersprochen hat, ist es nicht leicht, eine ihm angemessene Interpretation zu gewähren. Deshalb möchte ich hier noch einige Sätze aus diesem Werk zitieren, die einen Zugang zu Nietzsches Denken in "Jenseits von Gut und Böse" verschaffen:

Die Dinge höchsten Wertes müssen einen anderen, eigenen Ursprung haben - aus dieser vergänglichen, verführerischen, täuschenden, geringen Welt, aus diesem Wirrsal von Wahn und Begierde sind sie unableitbar!

... ebenso wenig ist "Bewusst-sein" in irgend einem entscheidenden Sinne dem Instinktiven entgegengesetzt, - das meiste bewusste Denken eines Philosophen ist durch seine Instinkte heimlich geführt und in bestimmte Bahnen gezwungen.

"Gemäß der Natur" wollt ihr leben? O ihr edlen Stoiker, welche Betrügerei der Worte! Denkt euch ein Wesen, wie es die Natur ist, verschwenderisch ohne Maß, gleichgültig ohne Maß, ohne Absichten und Rücksichten, ohne Erbarmen und Gerechtigkeit, fruchtbar und öde und ungewiss zugleich, denkt euch die Indifferenz selbst als Macht.

Es dämmert jetzt vielleicht in fünf, sechs Köpfen, dass Physik auch nur eine Welt-Auslegung und Zurechtlegung und nicht eine Welt-Erklärung ist.

... dass ein Gedanke kommt, wenn "er" will, und nicht wenn "ich" will.

... das Verlangen, die ganze und letzte Verantwortlichkeit für seine Handlungen selbst zu tragen und Gott, Welt, Vorfahren, Zufall, Gesellschaft davon zu entlasten ... sich selbst aus dem Sumpf des Nichts an den Haaren ins Dasein zu ziehen.

Wir sind es, die allein die Ursachen, das Nacheinander, das Füreinander, die Relativität, den Zwang, die Zahl, das Gesetz, die Freiheit, den Grund, den Zweck erdichtet haben.

In welcher seltsamen Vereinfachung und Fälschung lebt der Mensch!

Zynismus ist die einzige Form, in der gemeine Seelen an das streifen, was Redlichkeit ist.

Unsere höchsten Einsichten müssen - und sollen! - wie Torheiten, unter Umständen wie Verbrechen klingen, wenn sie unerlaubterweise denen zu Ohren kommen, welche nicht dafür geartet und vorbestimmt sind.

Wo das Volk isst und trinkt, selbst wo es verehrt, da pflegt es zu stinken. Man soll nicht in Kirchen gehen, wenn man reine Luft atmen will.

... Gefühlen des "für andere" ... "sind es nicht vielleicht - Verführungen?"

... bis der Text unter der Interpretation verschwand.

... Stendhal ... _"Pour etre bon philosophe" ... "il faut etre sec, clair, sans illusion..."

Kant wollte im Grunde beweisen, dass vom Subjekt aus das Subjekt nicht bewiesen werden könne.

Der Philosoph, wie wir ihn verstehen, wir freien Geister -, als der Mensch der umfänglichsten Verantwortlichkeit, der das Gewissen für die Gesamt-Entwicklung des Menschen hat.

... das Christentum war bisher die verhängnisvollste Art von Selbst-Überhebung.

Der Irrsinn ist bei einzelnen etwas Seltenes, - aber bei Gruppen, Parteien, Völkern, Zeiten die Regel.

Man lügt wohl mit dem Munde, aber mit dem Maule, das man dabei macht, sagt man doch noch die Wahrheit.

Das Christentum gab dem Eros Gift zu trinken: - er starb zwar nicht daran, aber entartete, zum Laster.

Die Folgen unserer Handlungen fassen uns am Schopfe, sehr gleichgültig dagegen, dass wir uns inzwischen "gebessert" haben.

"Du sollst gehorchen, irgend wem, und auf lange: sonst gehst du zugrunde und verlierst die letzte Achtung vor dir selbst" - dies scheint mir der moralische Imperativ der Natur zu sein, welcher freilich weder "kategorisch" ist, wie es der alte Kant von ihm verlange (daher das "sonst"-), noch an den einzelnen sich wendet (was liegt ihr am einzelnen!), wohl aber an Völker, Rassen, Zeitalter, Stände, vor allem aber an das ganze Tier "Mensch", an den Menschen.

Unserem Auge fällt es bequemer, auf einen gegebenen Anlass hin ein schon öfter erzeugtes Bild wieder zu erzeugen, als das Abweichende und Neue eines Eindrucks bei sich festzuhalten: letzteres brauch mehr Kraft, mehr "Moralität". Etwas Neues hören ist dem Ohre peinlich und schwierig; fremde Musik hören wir schlecht. Unwillkürlich versuchen wir, beim Hören einer andren Sprache, die gehörten Laute in Worte einzuformen, welche uns vertrauter und heimischer klingen ... ebenso wenig sehen wir einen Baum genau und vollständig, in Hinsicht auf Blätter, Zweige, Farbe, Gestalt; es fällt uns so sehr viel leichter, ein Ungefähr von Baum hinzu-phantasieren ...

Moral ist heute in Europa Herdentier-Moral.

Philosophie selbst ist Kritik und kritische Wissenschaft - und gar nichts außerdem!

...Der soll der Größte, sein, der der Einsamste sein kann, der Verborgenste, der Abweichendste, der Mensch jenseits von Gut und Böse, der Herr seiner Tugenden, der Überreiche des Willens.

Im Menschen ist Geschöpf und Schöpfer vereint: im Menschen ist Stoff, Bruchstück, Überfluss, Lehm, Kot, Unsinn, Chaos; aber im Menschen ist auch Schöpfer, Bildner, Hammer-Härte, Zuschauer, Göttlichkeit und siebenter Tag.

... wir haben immer die Tölpel und den Augenschein gegen uns!

Ist das Leben nicht hundertmal zu kurz, sich in ihm - zu langweilen? Man müsste schon ans ewige Leben glauben, um ---

Fast alles, was wir "höhere Kultur" nennen, beruht auf der Vergeistigung und Vertiefung der Grausamkeit - dies ist mein Satz.

Diesem Willen zum Schein, zur Vereinfachung, zur Maske, zum Mantel, kurz zur Oberfläche - denn jede Oberfläche ist ein Mantel - wirkt jener sublime Hang des Erkennenden entgegen, der die Dinge tief, vielfach, gründlich nimmt und nehmen will.

Die Juden ... wünschen vielmehr ... in Europa, von Europa ein- und aufgesaugt zu werden, sie dürsten danach, endlich irgendwo fest, erlaubt, geachtet zu sein und dem Nomadenleben, dem "ewigen Juden" ein Ziel zu setzen -; und man sollte diesen Zug und Drang ... wohl beachten und ihm entgegenkommen.

Die "Ausbeutung" gehört nicht einer verderbten oder unvollkommenen und primitiven Gesellschaft an: sie gehört ins Wesen des Lebendigen, als organische Grundfunktion, sie ist eine Folge des eigentlichen Willens zur Macht, der eben der Wille des Lebens ist. - Gesetzt, dies ist als Theorie eine Neuerung, - als Realität ist es das Ur-Faktum aller Geschichte: man sei doch so weit gegen sich ehrlich!

Ein Mensch, der nach Großem strebt, betrachtet jedermann, dem er auf seiner Bahn begegnet, entweder als Mittel oder als Verzögerung und Hemmnis - oder als zeitweiliges Ruhebett. Seine ihm eigentümliche hoch geartete Güte gegen Mitmenschen ist erst möglich, wenn er auf seiner Höhe ist und herrscht.

Die vornehme Seele hat Ehrfurcht vor sich.

Der Mensch, ein vielfach verlogenes, künstliches und undurchsichtiges Tier, den anderen Tieren weniger durch Kraft als durch List und Klugheit unheimlich, hat das gute Gewissen erfunden, um seine Seele einmal als einfach zu genießen; und die ganze Moral ist eine beherzte lange Fälschung, vermöge deren überhaupt ein Genuss im Anblick der Seele möglich wird. Unter diesem Gesichtspunkte gehört vielleicht viel mehr in den Begriff "Kunst" hinein, als man gemeinhin glaubt.

Ein Philosoph: ach, ein Wesen, das oft von sich davon läuft, oft vor sich Furcht hat, - aber zu neugierig ist, um nicht immer wieder "zu sich zu kommen".
0Kommentar| 4 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 27. August 2011
Ein brilliantes Hörbuch, exzellente Einführung in seine Philosophie,
von Axel Grube einwandfrei vorgelesen. Man meint den Philosophen selbst reden zu hören.
Beste Empfehlung!
0Kommentar| Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 23. August 1999
Nietzsche legt in seinem Zaratustra seine Weltanschauung in vielen kleinen Parabeln dar. Besondere Aufmerksamkeit verdient der Stil, der durch seine Pathetik aber leicht vom Inhalt ablenkt. Inhaltlich besticht das Werk durch den Nihilismus Nietzsches, der aber unbedingt positiv, also zur Selbstverwirklichung gleichgueltig der Welt gegenueber, verstanden werden muss. Ein grossartiges Buch!!!!
0Kommentar| 2 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 20. August 2009
Philosophisches Werk in Aphorismen von Friedrich Nietzsche, erschienen 1886. - Nachdem Nietzsche die Jahre zwischen 1882 und 1885 der Niederschrift von Also sprach Zarathustra gewidmet hatte, kehrte er mit Jenseits zur aphoristischen Form der vorhergehenden Schriften zurück. Das Buch ist aus dem aufgegebenen Entwurf einer gründlichen Überarbeitung von Menschliches, Allzumenschliches im Sinne von Nietzsches späterer Philosophie hervorgegangen. Nietzsche griff dafür auch auf Notizen zurück, die er teils schon Anfang der achtziger Jahre, teils während der Abfassung des Zarathustra niedergeschrieben hatte. Von Menschliches, Allzumenschliches übernimmt Jenseits die Gliederung in neun betitelte »Hauptstücke«. Die Aphorismen sind dementsprechend thematisch strenger geordnet als in Morgenröthe oder Die fröhliche Wissenschaft; neben »Aphorismenketten«, in die längere Texte eingebunden sind, findet man jedoch auch knappe, isolierte Sentenzen (als eine Art Intermezzo vor allem im vierten Hauptstück Sprüche und Zwischenspiele gesammelt). Die Schrift sollte ein »Vorspiel« zum damals von Nietzsche geplanten und nie ausgeführten Hauptwerk Der Wille zur Macht sein. Zugleich faßt Nietzsche sie zur Zeit ihrer Entstehung als »eine Art Einführung in die Hintergründe des Zarathustra« auf. Das Verhältnis zum »Zarathustra« wird in Ecce homo verdeutlicht: demzufolge sei Jenseits »in allem Wesentlichen eine Kritik der Modernität, die modernen Wissenschaften, die modernen Künste, selbst die moderne Politik nicht ausgeschlossen« und leite als solche - nachdem Nietzsche mit Also sprach Zarathustra den jasagenden Teil seiner Aufgabe für vollendet hielt - »die neinsagende, neinthuende Hälfte« derselben ein. Mit dem Stichwort »Kritik der Modernität« versucht die spätere Autobiographie die Vielfalt der in Jenseits behandelten Themen unter einen gemeinsamen Nenner zu bringen; die Schrift ist in der Tat zugleich der Versuch einer systematischeren und gelehrteren Darstellung von Nietzsches neuer Philosophie - vor allem seiner Erkenntnis- und Moralkritik - und einer umfassenden kritischen Stellungnahme zur »Aktualität«. Die »Unzeitgemäßheit« wird wiederum als charakteristisches Merkmal der Philosophen bestimmt, deren Aufgabe Nietzsche zufolge darin besteht, »das böse Gewissen ihrer Zeit zu sein«; ihr Feind sei »jedes Mal das Ideal von Heute«.
Das 1. Kapitel Von den Vorurtheilen der Philosophen rückt die Metaphysik in den Mittelpunkt der Kritik. Nietzsche weist die Entstehung der Metaphysik aus den allen indoeuropäischen Sprachen gemeinsamen grammatischen Funktionen auf und entlarvt damit ihre scheinbare Selbstverständlichkeit. Wie die sogenannten synthetischen Urteile a priori sind nämlich auch die grammatischen Funktionen im allgemeinen bloß fiktionaler Natur. Weitreichende Bedeutung mißt Nietzsche insbesondere der grammatischen Teilung zwischen Prädikat und Subjekt zu, als dessen Hypostase er sowohl das metaphysische Subjekt als auch den traditionellen Willensbegriff ansieht, der einen sehr komplizierten Vorgang mit einem einfachen Wort eher kaschiert als bezeichnet. Neben den sprachlichen Täuschungen - oder anderem »Volks-Aberglauben« - sieht Nietzsche »eine verwegene Verallgemeinerung von sehr engen, sehr persönlichen, sehr menschlich-allzumenschlichen Thatsachen« als Entstehungsherd der dogmatischen Philosophien an. In diesem Sinn sei jede bisherige große Philosophie einfach »das Selbstbekenntnis ihres Urhebers und eine Art ungewollter und unvermerkter mémoires«. Das Denken werde nämlich von unbewußten Trieben heimlich auf bestimmte Bahnen gelenkt. Deswegen soll nach Nietzsche der lebendige Grund einer jeden Metaphysik nicht in ihrem rein spekulativen, sondern in ihrem praktischen Teil, das heißt in der darin zu Wort kommenden Moral gesucht werden.
Mit seiner Metaphysikkritik zielt Nietzsche zuletzt auf die Entlarvung der metaphysischen Reste und moralischen Altlasten ab, die - meist unbemerkt - die zeitgenössische Wissenschaft noch wesentlich prägen. Die Physik faßt er als bloßes Zeichensystem auf: Er bestimmt die Begriffe »Ursache« und »Wirkung« »als conventionelle (.) Fiktionen zum Zweck der Bezeichnung, der Verständigung, nicht der Erklärung« und die »materialistische Atomistik« einfach als »Abkürzung der Ausdrucksmittel«. Nietzsche hebt hervor, »dass Physik auch nur eine Welt-Auslegung und -Zurechtlegung (nach uns! mit Verlaub gesagt) und nicht eine Welt-Erklärung ist«. Auch die Physik steht nach Nietzsche wie die Metaphysik unter der Botmäßigkeit der Moral. Anzeichen der Herrschaft moralischer Vorurteile selbst in der Naturwissenschaft sei die Interpretation der Regelmäßigkeit des Geschehens als »Gesetzmäßigkeit der Natur«. Ihr setzt Nietzsche die erst in Jenseits zur Weltauslegung verallgemeinerte Theorie des Willens zur Macht entgegen. Er scheint jedoch unschlüssig, wie er seine Lehre den Lesern darbieten soll. Während sie in diesem Zusammenhang bloß als alternative unverbindliche Interpretation aufgefaßt wird, finden wir in einem anderen Aphorismus den einzigen von Nietzsche veröffentlichten, allerdings hypothetisch gehaltenen Versuch eines Beweises dieser Lehre. Ausführlich sollte sie jedenfalls erst im geplanten Hauptwerk dargestellt werden; im »Vorspiel« bleibt Nietzsche eher zurückhaltend. In noch höherem Maß gilt diese Zurückhaltung für einen anderen zentralen Gedanken seiner Philosophie, den der ewigen Wiederkunft des Gleichen: dieser wird nur in einem einzigen Aphorismus angedeutet. Übrigens verbirgt Nietzsche in Jenseits seine Vorliebe für Verstellung und Zurückhaltung kaum: »Alles, was tief ist, liebt die Maske« schreibt er; und in einem anderen Aphorismus: »Jede Philosophie ist eine Vordergrunds-Philosophie . . . Jede Philosophie verbirgt auch eine Philosophie; jede Meinung ist auch ein Versteck, jedes Wort auch eine Maske«.
Der Metaphysik im allgemeinen liegt nach Nietzsche eine moralische Hypothese - die Lehre der Wertgegensätze - zugrunde; sie zurückzuweisen ist die Hauptaufgabe der von ihm als »Morphologie und Entwicklungslehre des Willens zur Macht« bestimmten Psychologie. Die »Chemie der moralischen Empfindungen« von Menschliches, Allzumenschliches weiterführend, weist diese Psychologie die Entstehung des vermeintlich Höheren durch allmähliche Verfeinerung des Niedrigen, der sogenannten moralischen Tugenden aus den biologischen Grundtrieben auf. Sodann stellt sie die traditionelle höhere Schätzung der verfeinerten Formen vorsichtig in Frage. Am zentralen Beispiel des Willens zur Wahrheit kann diese Infragestellung verdeutlicht werden. Mit der oben erwähnten Theorie von der fiktionalen Natur der Erkenntnis legt Nietzsche den vermeintlichen Gegensatz zwischen sogenannten »Wahrheiten« und »Irrtümern« als Unterschied zwischen verschiedenen Stufen der Scheinbarkeit aus. Aus der Relativierung dieses Gegensatzes folgert er die Entstehung des Willens zur Wahrheit aus seinem scheinbaren Gegensatz, dem ursprünglichen Willen zur Unwahrheit. Wenn die Fiktionen für das Leben notwendig sind, dann stellt sich die Frage, ob der Wille zur Unwahrheit schließlich nicht lebensfördernder und mithin wertvoller sei als der Wille zur Wahrheit. In dieser Frage nach dem Wert der Wahrheit und des Willens zur Wahrheit, die Nietzsche als erster gestellt haben will, kündigt sich nach ihm die Überwindung der Metaphysik an.
Als Vorspiel einer Philosophie der Zukunft stellt Jenseits das Heraufkommen von »neuen Philosophen« in Aussicht. An die Gestalt des freien Geistes von Menschliches, Allzumenschliches wiederanknüpfend, sich aber zugleich davon absetzend, behauptet Nietzsche im zweiten Hauptstück - dessen Titel eben Der freie Geist ist -, daß solche Philosophen »freie, sehr freie Geister sein werden . . . so gewiss sie auch nicht bloss freie Geister sein werden, sondern etwas Mehreres, Höheres, Grösseres und Gründlich-Anderes . . .«. Nietzsche bezeichnet sie mit dem zweideutigen Wort »Versucher« und möchte damit sowohl auf den experimentellen Charakter als auch auf die verführerische Verlockung ihrer Philosophie hinweisen. Die Philosophen, von denen sich Nietzsche im Kapitel Wir Gelehrten vor allem absetzen will, sind die Positivisten, die in der Skepsis und der Beschränkung der Erkenntnis einen Schutz gegen den Nihilismus suchen. Nietzsche unterscheidet sie deswegen als »Skeptiker der Schwäche« von den neuen Philosophen, die sich als »Skeptiker der Stärke« dem Nihilismus zu stellen wagen. Die neuen Philosophen werden allerdings - wie Nietzsche selbst - keine bloßen Skeptiker sein, sondern vor allem »Gesetzgeber«; ihre Hauptaufgabe sei nämlich, neue Werte zu schaffen. Jede andere Gestalt, die ein solcher Gesetzgeber jeweils annehme - erscheine er nun als Historiker, als Kritiker oder in anderer Form -, sei nur eine vorbereitende Voraussetzung dieser Aufgabe. Die von Plato übernommene Gestalt des Philosophen-Gesetzgebers inspiriert Nietzsches antidemokratisches Programm; das Hauptstück Über Völker und Vaterländer stellt die Vereinigung Europas unter der Herrschaft einer Kaste solcher Philosophen in Aussicht. »Jede Erhöhung des Typus >Mensch< war bisher das Werk einer aristokratischen Gesellschaft - und so wird es immer wieder sein«: so lautet die Renan entlehnte These, die das letzte Hauptstück Was ist Vornehm? eröffnet. In diesem Kapitel formuliert Nietzsche unter anderem die Theorien vom Unterschied zwischen Herrenmoral und Sklavenmoral und vom Ursprung des Staates, die er dann in Zur Genealogie der Moral weiterführt.
0Kommentar| Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 6. Februar 2014
Ich bin mit der schnellen Lieferung mehr als zufrieden. Verpackung war ok. Jederzeit würde ich bei Amazon wieder einkaufen. Danke.
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden