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5.0 von 5 Sternen (ACHTUNG: FALSCH ZUGEORDNET. RECLAM AUSGABE): // - "Ein Prinz. Mehr noch - ein Mensch!", 11. November 2008
Von 
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Rezension bezieht sich auf: Die Zauberflöte: Eine große Oper in zwei Aufzügen. Libretto von Emanuel Schikaneder (Taschenbuch)
Amazons Zuordnung falsch: Achtung: Rezension bezieht sich auf: Die Zauberflöte (Taschenbuch)aus der reclam Ausgabe
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"...lass dich wiederum einweihen und folge frohen Muts der Eingebung der Götter!"
(Apuleius, Der goldene Esel, 11. Buch)

Nicht ohne Hintergrund ist mit Apuleius zu beginnen, steuerte doch er mit seiner Isis und Osiris und den traumgewandelten Überredungen einen Teil bei, der zwischen dem elfenhaften Sommernachts-Traum Shakespeares und idealer oder mystischer Wirklichkeit pendelt. An Wielands Oberon erinnernd ist es Mozarts (1756-1791) / Schikaneders (1751-1812) Anliegen, die höhere Menschlichkeit zu entfalten und auf die natürliche Sittlichkeit hinzuarbeiten. Ganz im Sinne der Tradition werden ideale Forderung und skeptische Einsicht im phantastischen Spiel mit den Unzulänglichkeiten der Menschen verbunden und letztendlich auf höherer, fast göttlicher Ebene wieder gelöst. Eigentlich ist Wielands Oberon Symbol der natürlichen Sittlichkeit und Schikaneder lässt deutlich dessen Einfluss zu. Der Kampf ums Gute gegen das Böse, dieser archetypische Mythos von Isis (Weisheit) und Osiris (Gerechtigkeit), in Lessings Nathan oder formvollendet in Goethes Iphigenie 1779 gezeigt, kommt auch im Lichte der Aufklärung 1791 in der Zauberflöte unter Leitung Mozarts als Uraufführung zum Tragen und machte Mozart im Todesjahr wie das begeisterte Publikum zu glücklichen Menschen.

Der hellenistische Einfluss gleich zu Anfang, "Würd ich mein Herz der Liebe weihn, / So müsst es dieser Jüngling sein" konnten die drei Damen nur sagen, als sie den vor einer Schlange in Ohnmacht (Traum) gefallen Jüngling retteten. Dieser Schlange, Symbol des Traumes und der Verwandlung, gilt es zu entgehen und so konnte Tamino nur die Götter um Hilfe rufen.

Im Blick nun die spiegelbildliche Verfremdung in Vorstellung und Traum gegenüber der vernunftbetonten Wirklichkeit. Das Spiel, der Gesang in freudigen und ängstlichen Liedern ist ein Singspiel wie von den Bänkelsängern und aus dem Volksliedgut bekannt und wechselt in wohl getonte und bekannte Arien. Gespiegelt sind Tamino mit Papageno und Pamina mit Papagena. Sie teilen ihr Schicksal, weil sie jeweils ein Ganzes sind. Tamino die vernunftbetonte Seite, Papageno die leichte, spielerische und emotionale Seite eines Mannes, der auf der Suche nach seiner Angebeteten ist. Um sie zu bekommen, sind Ängste, Gefahren und Traum zu überwinden, letztendlich muss Tamino sich selbst überwinden, insbesondere seine andere Seite, "weil - ich zweifle, ob du ein Mensch bist". Nur schweigend darf er die letzen Hürden zu seiner Angebeten nehmen. Sein Sprechen wäre beider Schicksal, Orpheus gleich. Letztendlich muss die reife Liebe gewinnen über Pamina, die jung, liebend und frei, sich frei ihrer Liebe hingeben möchte. In der gemeinsamen Liebe erwacht Tamino der Ohnmacht und kann dem Spiel entweichen, um eine Zukunft als Paar zu gestalten. Nur "Sterben macht der Lieb ein End" wird konstatiert und mit Blaise Pascal wissen wir: "das Leben ist nur ein um ein Weniges weniger unbeständiger Traum".

"Wer Isis und Osiris gegeben, wird der Götter Freuden früher fühlen als wir", Tamino wird zum Verteidiger der Wahrheit bestimmt, seine Weisheit soll lehren, "was Pflicht der Menschheit sei, lehre sie die Macht der Götter erkennen". Es folgt für das Paar die Arie mit Chor, so wie der griechische Chor die Aussagen wiederholend zur Bedeutung hebt: "Stärkt mit Geduld sie in Gefahr". Im Zuge der Romantik finden wir mit Grillparzer und Hoffmann zwei weitere Virtuosen im Real-Traum-Gemenge. Zeitlosigkeit und Zeitbezug sind die Merkmale eines Textes und einer Oper, die Zusammen ein Werk ergeben, von Zweien gemacht und geworden zu einem.

Die Welt und ihr Ziel der Menschlichkeit wird in den heiligen Hallen und Mauern festgeschrieben: Liebe führt zur Pflicht, wo der Mensch den Menschen liebt und wen diese Lehre nicht erfreut, "Verdienet nicht, ein Mensch zu sein". Sind die Aufgaben bezwungen, sind die Kämpfe mit Hilfe der Zauberflöte gekämpft und gewonnen, ist die Nacht zu Ende. "Der Tag, welcher der Nacht folgt, ist mir durch uralte Gewohnheit geheiligt" (Isis in: Apuleius, 303), Denn die Sonne geht auf zur neuen Schöpfung des Tages, die Siegreichen werden zu Geweihten, Schönheit und Weisheit nach platonischem Vorbild krönen als Lohn die Mühe.
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Die Zauberflöte: Eine große Oper in zwei Aufzügen. Libretto von Emanuel Schikaneder
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