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VINE-PRODUKTTESTERam 15. Dezember 2006
Rousseaus "Du Contrat Social" reiht sich ein in die politischen Theoretiker des Gesellschaftsvertrages zur Etablierung einer verfassten Ordnung. Seine Variante kann als demokratischer Kontraktualismus eingeordnet werden, der sich allerdings an den historischen Modellen der Volksversammlungen wie Sparta oder der römischen Repulik orientiert. Und nicht für grosse Länder wie Frankreich gedacht war, wo die Jakobiner ihren "Terreur" mit ihm legitimierten.

Entgegen seinen früheren Schriften, wo er von einem idyllischen Naturzustand ausging, wo der Mensch allein und genügsam lebte, geht es hier nicht mehr um die Rekonstruktion desselbigen. Es gibt kein "retour á la nature."

Vielmehr soll die natürliche Freiheit des Menschen auf einer höheren gesellschaftlichen Ordnung neu errichtet werden, da der Mensch in Ketten liegt.

Dazu benötigt man eine "Vereinbarung", wodurch die Summe der Individuen zum Volk wird. Gleich Thomas Hobbes handelt es sich um einen Veräußerungsvertrag, wobei die Souverenität nicht an einen "Leviathan" übertragen wird.

Es handelt sich vielmehr um eine Form radikaler Volkssouverenität, wo der einzelne sich selbst und seine natürlichen Rechte an die Volksversammlung entäußert. Mithin sich dem Gemeinwillen (volonté générale) unterwirft und seine egoistischen Interessen aufgibt. Damit wird er zum Teil des Gemeinwesens. Er ist Teil der volonté générale und verpflichtet sich gleichzeitig zum Gehorsam als Untertan des Gemeinwesens.

Damit steht Rousseau auf der anderen anthropologischen Seite als Hobbes und Locke, da diese Form der radikalen Volkssouverenität den "tugendhaften Bürger" benötigt, der dazu erzogen werden soll.

Rousseau stellt sich als Antipode der liberalen Demokratietheorie dar, da die radikale Volkssouverenität keine Repräsentation kennt, da der Gemeinwillen über jede verfasste Ordnung thront. Damit kann auch keine Gewaltenteilung existieren. Und die auf Zeit gewählten "Repräsentanten" stellen weisungsgebundene "Beauftragte" dar. Zudem kann es auf Grundlage dieses Demokratiemodells keine Interessenvertretungen und Parteien geben, da Eigeninteressen nicht auf die politische Ebene durchschlagen dürfen.

Gleichzeitig stellt sich das Problem von Menschen- und Grundrechten, da diese ansonsten jeder legislativen Massnahme entzogen sind. Hier kennt der Staat einen solchen Schutzraum nicht. Sondern es gelten die Rechte, die der Staat verleiht.

Trotz der problematischen Konstruktion einer radikalen Volkssouverenität, die keine Menschen- und Grundrechte kennt, bleibt Rousseau ein Klassiker, den man gelesen haben sollte.
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am 17. April 2005
Das Werk "Vom Gesellschaftsvertrag oder Grundsätze des Staatsrechts" des Genfer Philosophen Jean-Jacques Rousseau (1712-1778) gehört sicherlich zu den wichtigsten Arbeiten zum Begriff der modernen Staatstheorie. Neben der deutlichen Unterscheidung zwischen dem "allgemeinen Willen" (volonté générale) und dem "Willen aller" (volonté de tous), die Rousseau in diesem Buch vertritt, untersucht er auch verschiedene Regierungsformen (Aristokratie, Oligarchie, Demokratie usw.) auf deren Vor- und Nachteile, wobei er schließlich zu dem Ergebnis kommt, dass alleine das republikanische System, wie es etwa in seiner Heimatstadt Genf in der damaligen Zeit praktiziert wurde, legitim ist.
Im letzten Drittel des Buches folgen eine Übersicht über Rousseaus Leben sowie kurze Informationen zu anderen bedeutenden Staatstheoretikern der Neuzeit wie Thomas Hobbes, John Locke oder Charles de Montesqieu.
Die Wirkung, die Rousseau mit seinen Werken erzielte, ist kaum zu überschätzen. Mit seinen Ausführungen beeinflusste er sehr stark das Denken und Handeln der Protagonisten der Französischen Revolution (z.B. Robespierre). Allerdings sind die Lehren Rousseaus auch nicht ganz unumstritten, da seine Ausführungen verschiedene Rückschlüsse ermöglichen, bis hin zum blutigen Terror, der sich auf die Erhaltung des allgemeinen Wohls beruft (wie zur Zeit der "Schreckensherrschaft" in Frankreich 1793/94).
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am 4. Januar 2005
In dem aus vier Büchern bestehenden Contrat Social entwickelt Rousseau die Grundsätze, wie ein guter Staat verfasst sein muss. Seine Annahme ist, dass ein legitimer gesellschaftlicher Zusammenschluss nur dann vorliegt, wenn er auf einem frei vom Volke beschlossenen Gesellschaftsvertrag beruht, in welchem ein jeder Bürger seine natürliche Freiheit veräußert und dafür eine bürgerliche Freiheit erhält. Da jeder Mensch im Staat dies tut, werden alle Menschen gleich und folglich kann niemand Herr noch Sklave sein. Um jegliche despotische Herrschaft zu verhindern, lässt Rousseau alle (legislative) Gewalt vom Volk ausgehen und Regierungen, ob aristokratisch oder monarchisch, nur als Beamte auftreten, die die vom Volk beschlossenen Gesetze in die Tat umsetzen. Ein Dogma, welches weder dem Adel, noch den Königen, insbesondere dem französischen Monarchen gefallen konnte; so wurde der Contrat Social sogar in Rousseaus eher als liberal geltenden Heimatstadt Genf auf das Schärfste verurteilt.
Der Gesellschaftsvertrag des Jean- Jacques Rousseau ist eines der großen Werke der politischen Philosophie und in einem Atemzug mit Bodin, Hobbes, Locke oder Montesquieu zu nennen. Leider ist sein Werk, dadurch dass es teilweise recht vage bleibt, oft missverständlich. Außerdem kann man im Contrat Social auch zuhauf Stellen finden, die einen schalen Nachgeschmack hinterlassen, da sie doch sehr totalitär klingen. Eines von vielen Beispielen: „(...) dass, wer immer sich weigert dem Gemeinwillen zu folgen, von der gesamten Körperschaft dazu gezwungen wird, was nichts anderes heißt, als dass man ihn dazu zwingt frei zu sein" (1. Buch, 7. Kapitel). Darüber hinaus ist auch zu bemerken, dass die Kapitel des 4. Buches- zumindest aus der Sicht des heutigen Geschichtswissenschaftlers- eine historisch äußerst fragwürdige Glorifizierung der römischen res publica darstellen; in ihr sah Rousseau den perfekten Staat verkörpert, doch so wie er sie sich vorstellt, existierte sie wohl nur in seiner Phantasie.
Trotz dieser Kritikpunkte möchte ich das Werk jedem, der sich für Philosophie interessiert ans Herz legen, denn nicht nur Rousseaus revolutionäre Gedankengänge an sich, sondern auch die Art und Weise, wie er sie sprachlich darlegt, sind ein geistiger Hochgenuss.
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am 15. Juli 2009
Meine Kritik betrifft nicht den Inhalt des Buches. Es geht mir nur um die Übersetzung. Im Gegensatz zu Hermann Denhardts Übersetzung aus dem Jahre 1880, werden in der Reclamausgabe einige zentrale Begriffe sehr frei übersetzt. Bspw. wird das Staatsoberhaupt in Denhardts Übersetzung mit 'Staatshoheit' und 'Oberherrlichkeit' übersetzt. Was deutlich objektiver übersetzt ist als in der Reclamausgabe, wo es mit 'Souverän' übersetzt ist. Zumal Thomas Hobbes, der bekannte Zeitgenosse von Rousseau den Begriff des 'Souveräns' schon zentral verwendet. Außerdem fehlen in der Reclamausgabe Kapitel die meines Erachtens lesenswert sind, wie bspw. das Kapitel "Einteilung der Gesetze" aus dem zweiten Buch.
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am 30. August 2011
"Denn was Geist schuf ist vom Sande nicht".
(Lord Byron)

Jean-Jacques Rousseau (1712-1778) war Genfer Philosoph und Pädagoge. Seine Werke "Emile", "Der Gesellschaftsvertrag" und auch die an Augustinus angelehnten Confessiones, wie seine Träumereien eines einsamen Spaziergängers sind sein Vermächtnis. Hiermit und insbesondere mit der Art der neuen Gesellschaft in Folge von Hobbes hat er maßgeblich die Französische Revolution beeinflusst. Was niemanden gelang, nämlich Kant dem Uhrwerk seines Tages zu entlocken, gelang einzig Rousseau. Einmal im Leben hatte Kant seinen obligatorischen Abendspaziergang ausfallen lassen: Er las den "Emile".

Wenn freie und gleiche Individuen in Vernunft übereinstimmen, können daraus Konzepte entstehen, die in Vertragstheorien relevant werden. Rousseau hat versucht, eine Theorie auf den Status einer möglichst übereinstimmenden, allgemeine Anerkennung und Zustimmung erhaltenden Grundfeste zu stellen, die dann von normativer Gültigkeit werden konnte. Auf die auf Gottes Willen rekursiven Rechtfertigungen wollte er verzichten und eine Weltsicht aufbauen, die der Wissenschaft, der sozialen Ordnung und den kulturellen Bedürfnissen diente und letztendlich den Menschen in einer neu erschaffenen geistigen Welt. Hier sollen Welt- und Selbstverhältnisse einvernehmlich geregelte Grundlage des Miteinander sein. Freiwillige Selbstbeschränkung zum Wohle aller steht seit Hobbes im Zentrum der Überlegungen. Den Menschen im reinen Naturzustand zu belassen ohne institutionelle Ordnungs- und Sicherheitsleistungen, wäre für ihn unerträglich. Auch wenn der Zuruf: "retour á la nature" anderes verheißen mag, ist doch deutlich zu erwähnen, dass Rousseau nicht "gehen", sondern "sehen" (sic!) meinte, und damit die Höherentwicklung des Menschen deutlich machte. Aus dem Spektrum des Gewesenen eine Tradition in Innovation als Staatsrecht zu verwandeln, ist bis heute maßgebliche Richtung in Denken und Handeln. Die Überzeugung, Gleichheit und Freiheit in den Wertekanon zu übernehmen, setzt unter dem Primat der Gleichheit eine Freiheit voraus, die ohne Vorbehalt sich der absoluten Macht des Staates über seine Bürger unterordnet. Und doch muss sichergestellt sein, dass diese absolute Macht des Staates sich der Zustimmung seiner Bürger sicher ist. Der allgemeine Wille (volonte generale) muss damit zum privaten Willen kommensurabel sein.

Im Zentrum von Rousseaus Ideen steht ein Freiheitsverständnis, welches Freiheit als Wesensbestimmung des Menschen definiert. Freiheit dient der Rechtfertigung, Freiheit ist die Grundlage der politischen Ordnung und Freiheit ist unveräußerlich. Für Rousseau ist Freiheit mehr als Handlungsfreiheit, sie definiert Anspruch auf materielle Selbstbestimmung, auf Selbstherrschaft. Voraussetzung ist, dass alle Bürger gleichermaßen die Macht besitzen und einmütig sich selbst die Gesetze geben (auto nomos). So wird die 'volonte generale' immer zum Willen jedes einzelnen. Damit ist legitime Herrschaft vollständige Demokratie, unfehlbar und absolut, wohl wissend, dass die Tugend der Teilnehmer über die Qualität des Vertragswerks bestimmt. Rousseau oszilliert so zwischen der natürlichen Freiheit und der Gleichheit in der Gemeinschaft, die nicht mehr bedeutet, als die Auslöschung des Selbst. Rousseaus Gesellschaftsvertrag bietet eine konstruktive Philosophie, die sich mit Aussicht auf Zukunft einer Entwicklungsdynamik anpasst.

"Der Mensch wird frei geboren, und überall ist er in Fesseln." So der Einstieg in ein vier Bücher (Kapitel) umfassendes Werk mit diversen Unterpunkten. Staat und Familie, ihre Rechte und Pflichten gelten als Aufbruch einer Vernunftsreise durch menschliche Vertragslogik, die am Ende des vierten Buches trotz angekündigtem Verzicht auf die Vergewisserung Gottes in den Fragen des Lebens nicht auf eine bürgerliche Religion verzichten kann. Denn - und da sind die ursprünglichen Befindlichkeiten des Urmenschen wieder im Spiel - ist festzuhalten, dass "[a]lles, was die gesellschaftliche Einheit zerreißt, [ist] wertlos ist; alle Einrichtungen, die den Menschen mit sich selbst in Widerspruch setzen, sind wertlos". Interessant und sicher Anlass zu verfolgen, ist Rousseaus Ansicht, dass eine mögliche Vollkommenheit eine Gesellschaft bzgl. Verbindung und Zusammenhang untereinander zerstören würde. Diesen Gedanken auf die Gesellschaft des christlichen Abendlandes anzuwenden, hieße eben doch, dass die Vollkommenheit in diesem Sinne nicht von dieser Welt sein kann. So verbleibt Rousseaus Kritik, dass das Christentum im Gegensatz zur Gesellschaft, Sklaven schafft und schon kennen wir den Einstieg Nietzsches in seine Philosophie des Antichristen.

Rousseaus Botschaft zur Freiheit heißt, auf sie zu verzichten ist Verzicht auf sein Menschenrecht, selbst Verzicht auf die Pflichten und heißt eben auch, seinen Handlungen allen sittlichen Wert zu nehmen. Und wer auf alles verzichtet, dem steht auch keine Entschädigung zu. Wie dem Leser Rousseaus mag auch dem Leser von Rezensionen Rousseaus Aperçu gelten, "dass [er] nicht über die Kunst verfüge, für jene verständlich zu schreiben [...], denen es an Aufmerksamkeit fehle"

Mit einem "Diskurs über die Ungleichheit" stimmt Norbert Bolz ein in einen Anti-Rousseau. Beide Werke (Rousseau, Bolz) verdienen hohe Beachtung, jeweils aus dem Blickwinkel ihrer Zeit.
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In seinem "Contrat Social" feuert Rousseau auf wenig mehr als 100 Seiten eine erleuchtende Idee nach der anderen ab. Dabei passiert es ihm immer wieder, dass er sich in seinen Schlüssen selbst widerspricht oder in zwei verschiedenen Abschnitten zwei sich ausschließende Prämissen verwendet, je nachdem zu welchem Schluss er gelangen möchte. Der Text scheint unter Zeitdruck entstanden und entbehrt eines roten Fadens, der die einzelnen Teile thematisch miteinander verbünde - möglicherweise deshalb, weil der "Contrat Social" für einen damals auf dem Gebiet der politischen Philosophie ausgeschriebenen (und von Rousseau dann tatsächlich gewonnenen) Preis verfasst wurde.
Das ändert allerdings nichts an der Tatsache, dass der Text eines der einflussreichsten Werke der Philosophie darstellt, und dass viele seiner Gedanken in die Gestaltung fast aller moderner Staatsverfassungen eingegangen sind.
Inhaltlich lässt sich feststellen, dass sich die zu Beginn angestellte Unterscheidung von Volk, Souverän und Regierung als sehr fruchtbar für alle folgenden Gedankengänge erweist; hier ist Rousseau in seiner Herleitung sehr präzise, bemüht sich sogar, die drei Faktoren in ein mathematisches Verhältnis zu setzen (was wohl dem Zeitgeist der Aufklärung entspricht), sodass er z.B. für verschieden große Länder mit unterschiedlich großem Staatsvolk zu unterschiedlichen Empfehlungen hinsichtlich ihrer Regierungsform kommt, - d.h. Rousseau bemüht sich zunächst einmal, eine allgemeine Staatstheorie aufzustellen, und wäre mißverstanden, wenn man ihm unterstellte, er wolle lediglich die republikansch-demokratische Staatsverfassung philosophisch untermauern. Für die Begründung republikanischer Verfassungen hat historisch dagegen eine zweite geniale Differenzierung hergehalten, die eng mit der Unterscheidung von Souverän und Volk verbunden ist - nämlich die Unterscheidung zwischen dem "Willen aller" (der Summe des Wollens aller) und dem "Gemeinwillen" (volonté général - der mehr ist als die bloße "Summe der Teile", nämlich die Summe oder sogar das Produkt des wohlverstandenen, im Allgemeininteresse beschnittenen, Eigeninteresses im Gemeinnutzen)
Etwa nach der Hälfte des Buches baut Rousseau deutlich ab. Er wird schludrig in der Auswahl seiner Prämissen, begeht Argumentationsfehler und zieht häufig ein klingendes Bonmot der gründlichen Beobachtung vor. Am Ende wirkt er sogar etwas geschwätzig und scheint vor allem seinen Zeitgenossen, vor allen den Mächtigen unter ihnen, gefallen zu wollen.
Nichtsdestoweniger handelt es sich bei seinem Werk um eines der Schlüsselwerke der Menschheitsgeschichte; denn ohne dieses sind weder unsere Staatsverfassungen noch unsere Rechtssysteme - also auch nicht unser Alltagsleben - verstehbar. Seine Lektüre klärt auf, warum wir in der Gesellschaft leben, in der wir leben.
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am 28. März 2009
Ich würde sagen, eine Grundlage für frei denkende und lebende Menschen, die das Miteinander in einer für alle gleichen Gesellschaft suchen und jede Form von Bevormundung, Diktatur oder Fanatismus jedlicher Herkunft ablehnen - ich wünschte mir, daß dieses Werk in das Arabische übersetzt und und allen zugänglich gemacht würde.
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am 3. Oktober 2015
Jedem staatstheoretisch Interessierten ist Rousseaus Gesellschaftsvertrag von 1762 ein Begriff. Wie Hans Brockard im Nachwort der vorliegenden Aussage hervorhebt, handelt es sich um "eine der wichtigsten staatstheoretischen Schriften der Neuzeit, auf jeden Fall die wirkmächtigste." Letzteres ist sicher auch deshalb der Fall, weil Rousseau nicht immer konsistent argumentiert und so vielfältigen Anknüpfungen Raum bietet. Die unbestreitbare Stärke der Schrift ist jedoch ihr schonungsloses Hinterfragen der Legitimation einer Herrschaft von Menschen über Menschen. Diese im Kern bis heute nicht zufriedenstellend gelöste Herausforderung, die von den Menschen "wie sie sind" wahrscheinlich auch nie ohne verbleibende Mängel gelöst werden kann, macht den besonderen Reiz der Schrift aus und dürfte ihr auch für die Zukunft ihren bleibenden Wert sichern. Staatliche Ordnung und menschliche Freiheit sind eben Bedingung und Gegensatz zugleich. Rousseaus Gesellschaftsvertrag macht den Versuch der Konkordanz zur bleibenden Aufgabe und genau deshalb ist es wichtig, daß diese Schrift weiterhin gelesen wird. Über Rousseau hinausgehend aber in seinem so plastischen Bilde bleibend könnte man formulieren, es gehe darum die optimale Länge der Ketten zu bestimmen, um den Menschen aus der Liegeposition zu befreien.
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am 3. April 2013
Was soll man sagen, es ist eben ein Reclamheft und seinen Preis in jedem Fall wert. Wie üblich ist kein Platz für Notizen, aber da es mir auf den Text ankam, kann ich das Buch nur empfehlen. Das Vorwort ist auch sehr interessant ;-)
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am 22. April 2014
I was expecting more about this book in terms of how to order a society and not a description of the society in Rousseau times, which is an interest historical description.
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