Kundenrezensionen


29 Rezensionen
5 Sterne:
 (18)
4 Sterne:
 (5)
3 Sterne:
 (6)
2 Sterne:    (0)
1 Sterne:    (0)
 
 
 
 
 
Durchschnittliche Kundenbewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel
Eigene Rezension erstellen
 
 

Die hilfreichste positive Rezension
Die hilfreichste kritische Rezension


75 von 78 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Philosophischer Klassiker - sehr lesenswert!
Im zweiten Jahrhundert nach Christus wird Platons Wunsch Wirklichkeit: Ein Philosoph besteigt den (römischen) Kaiserthron. Marcus Aurelius bleibt allerdings wenig Zeit fürs Philosophieren, schon bald muss er sein Reich an allen Fronten gegen einfallende Barbaren verteidigen. Während seiner letzten zehn Lebensjahre, in Feldlagern am Rand der römischen...
Veröffentlicht am 18. Januar 2006 von Rolf Dobelli

versus
1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen römischer philsosophie
wenn ein kaiser heutzutage ein buch schreibt wird er wohl einen ghostwriter beschäftigen, ob mar aurel tatsächlich der verfasser ist, bleibt daher offen. ansonsten werden lebensweisheiten verbreitet, die wenn sie denn fruchten, das leben einfacher machen.
Vor 4 Monaten von Kundenfeedback veröffentlicht


‹ Zurück | 1 2 3 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

75 von 78 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Philosophischer Klassiker - sehr lesenswert!, 18. Januar 2006
Von 
Rolf Dobelli (Luzern, Schweiz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (HALL OF FAME REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Selbstbetrachtungen (Gebundene Ausgabe)
Im zweiten Jahrhundert nach Christus wird Platons Wunsch Wirklichkeit: Ein Philosoph besteigt den (römischen) Kaiserthron. Marcus Aurelius bleibt allerdings wenig Zeit fürs Philosophieren, schon bald muss er sein Reich an allen Fronten gegen einfallende Barbaren verteidigen. Während seiner letzten zehn Lebensjahre, in Feldlagern am Rand der römischen Zivilisation entstehen die "Selbstbetrachtungen". Das philosophische Tagebuch, das nicht zur Veröffentlichung bestimmt war, stellt ein außerordentlich intimes und ehrliches Zeugnis eines königlichen Denkers dar. Die meditativen Gedanken und Aphorismen zeugen von einem edlen Menschenbild und großer Lebensweisheit. Marc Aurel legt angesichts der Kriegswirren und des sich abzeichnenden Niedergangs des Reiches ein unermüdliches Streben nach Selbstbesinnung und die sprichwörtlich gewordene stoische Gelassenheit an den Tag. Die "Selbstbetrachtungen" sind eine unvergängliche Sammlung von Leitsätzen, bestimmt von menschlichen Werten und der Suche nach Überreinstimmung mit der Natur. Der junge Nietzsche hat Marc Aurels Buch als Stärkungsmittel empfohlen - und noch heute taugt es als erbauende Lektüre: eine zeitlose Wegleitung zum inneren Frieden durch die Abkehr vom Streben nach Luxus und Ansehen. Ein Großteil der heutigen Lebenshilfe-Literatur ist nur ein schwacher Abklatsch dieses Klassikers.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


13 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen " Gewöhne dich auf die Rede eines anderen genau zu achten, und versetze dich vo viel wie möglich in des Redenden Seele" ( M. A.), 23. Dezember 2008
Von 
Helga König - Alle meine Rezensionen ansehen
(#1 HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Selbstbetrachtungen (Gebundene Ausgabe)
Marc Aurel ( 121-180 n. Chr.) war römischer Kaiser , der in seinen philosophischen Betrachtungen von Seneca und Epiktet beeinflusst war.
Der hochgebildete Rhetorikschüler zeichnete im Briefwechsel mit seinem Lehrer ein dezidiertes Bild der vornehmen Welt Roms. Die meiste Zeit seiner Herrschaft verbrachte er im Heerlager, um die Barbarenstürme abzuwehren.
Die Philosophie wurde zu seiner ständigen Begleiterin . Sie half ihm die Last der Regierungsgeschäfte zu tragen. Marc Aurel gilt als der letzte Stoiker der Alten Welt.
Besondere Sorgfalt legte der Kaiser auf die Rechtsprechung . Bei Fragen um dem Status von Sklaven begünstigte er stets deren Freilassung.
Die vorliegenden Aufzeichnungen beginnen mit einer Danksagung Marc Aurels an seine Verwandte, Freunde und Lehrer. Das liest sich , wie folgt:" Fronto verhalf mir zur Einsicht, dass Missgunst , Schlauheit und Heuchelei die Folgen von Willkürherrschaft seien und dass im allgemeinen diejenigen, welche bei uns Edelgeborene heißen, eben doch weniger Menschenliebe besitzen, als andere."
Der Danksagung schließen sich zwanglos aufgereihte Bemerkungen über vernünftige Verhaltensweisen und Einstellungen an. Marc Aurel möchte sich selbst damit zu einem verträglichen Menschen erziehen. Er kämpft gegen die negativen Affekte, wie Zorn, Missmut, Rachsucht , Eigensinn etc. und konstatiert:" Wer sündigt, versündigt sich an sich selbst; wer unrecht tut, schadet sich selbst, indem er sich selbst verschlimmert."
Viele Jahrhunderte nach Marc Aurel schrieb Gryphius ein Gedicht, das folgende Sentenz des Kaisers aufgreift: " Alles, was du siehst, wird sehr bald zerstört werden, und die , welche diesen Zerstörungen zuschauen , werden selbst auch bald zerstört, und durch den Tod wird der älteste Greis mit dem Frühverstorbenen in denselben Zustand versetzt werden."
Ich erlaube mir einen weiteren Gedanken des Kaiser zu zitieren, um seine große Klugheit zu dokumentieren:
" Denke nicht an das, was dir fehlt, vielmehr an das, was jetzt noch für dich da ist, und wähle die unter den vorhandenen Gütern die ersprießlichsten aus und erinnere dich ihretwegen daran, wie du sie wohl aufsuchen würdest, wenn sie nicht vorhanden wären! Jedoch hüte dich zugleich, dass dieses Wohlgefallen daran dich nicht an ihre Überschätzung gewöhne; denn sonst müsste ihr einstiger Verlust dich nur beunruhigen."

Marc Aurel wusste, wer immer sich strebend bemüht und sich von Leidenschaften freihält, erlangt Seelenfrieden.

Empfehlenswert!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Schenkt es euren Kindern!, 26. April 2011
Von 
Christian Günther - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 50 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Selbstbetrachtungen (Gebundene Ausgabe)
Zum Inhalt und Hintergrund dieser gut 1800 Jahre alten Gedanken von Marc Aurel ist hier seitens der Redaktion und anderer Rezensenten sehr ausführlich und sehr gut Auskunft gegeben worden. Dem ist nichts hinzuzufügen und muß von mir nicht wiederholt werden. Nur ein Gedanke, ein Anstoß, vielleicht ist es sogar eine Bitte: Schenken Sie dieses Buch ihren Kindern oder Enkeln. Mit 15 oder 16 Jahren, möglicherweise nach geistiger Entwicklung auch ein paar Jahre früher, ist dieser Text schon sehr gut zu verstehen und kann jedem jungen Menschen schon sehr früh Werte vermitteln, die uns in der Gesellschaft abhanden zu kommen drohen. Dieses Buch liest man wahrscheinlich nicht nur einmal, mir geht es zumindest so, sondern man schaut immer wieder mal hinein. Denn auch wenn man mit einer stabilen Psyche und guter seelischer Konstitution ausgestattet ist, bedarf es gelegentlich der Orientierung. Die Selbstbetrachtungen Marc Aurels sind dafür geeignet. Ich will nicht unerwähnt lassen, daß Helmut Schmidt es war, der mich vor Jahren dazu brachte, Marc Aurel zu lesen. Wiederholt kommt Schmidt in seinen Büchern auf Marc Aurel zu sprechen und erwähnt, das ihm die Selbstbetrachtungen Aurels oft ein besserer Ratgeber waren als die Bibel. Diesem Gedanken kann ich folgen und er ist nicht als Blasphemie zu verstehen. Nur ist die Existenz von Gott in Aurels Betrachtungen, für die Werte die ein Mensch verkörpern sollte, nicht relevant. Und in der Tat will mir scheinen, daß das Mühen um Anständigkeit und Redlichkeit, um vernünftiges und friedliches Handeln, ohne die Androhung oder die Aussicht auf ewig Hölle oder Himmel, eine ganz andere Qualität erreicht. Mag sein, daß ein 16jähriger das Buch erst einmal nur in den Schrank stellt, aber irgendwann wird er es mal aufschlagen und dann hilft es sicher ein wenig Prioritäten im Leben zu setzen.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einsicht und Selbsterkenntnis säen, Güte und Gleichmut ernten, 21. Februar 2011
Rezension bezieht sich auf: Selbstbetrachtungen (Gebundene Ausgabe)
"Niemand wird es müde, sich helfen zu lassen. Helfen aber ist eine Handlung gemäß der Natur. Werde daher nicht müde, dir helfen zu lassen, indem du anderen hilfst." (Buch VII, Aph. 74) Der römische Kaiser (121-180) Marc Aurel: ein außergewöhnlicher Charakter! Sein Ziel: gerecht, besonnen, gemeinschaftlich, vernunftbetont und gelassen zu denken und zu handeln und sich bei all dem Treiben am kaiserlichen Hof seine Seelenruhe zu bewahren wie einen Schatz, der es wert ist behütet und gepflegt zu werden. Er schrieb diese Aphorismen für sich selbst. Die Wiederholungen erklären sich zum einen eben dadurch; zum anderen aus dem Wissen, dass Marc Aurel seinen Sinn darin gefunden zu haben scheint, sich über jeglichen weltlichen Zweck des Daseins erheben, die materielle Welt der Meinungen und des Scheins zu überwinden, all die Einbildungen, Vorstellungen und Vorurteile als solche zu erkennen und über sie hinauszugehen, um seine menschliche Natur durch ein geduldiges, gleichmütiges, manchmal resignativ anmutendes Leben gemäß der Allvernunft quasi aus der Vogelperspektive nach und nach zu verwirklichen. Und nachdem ich das Buch erstmals vor 8 Jahren las und mir nun ein weiteres Mal auf einer Berghütte zu Gemüte führte, komme ich nicht umhin, meine Bewunderung für diesen Charakter auszudrücken. "Streng' dein Denken aufs äußerste an, das, was gesagt wird, zu erfassen. Versenke deinen Geist in das, was geschieht, und in das, was die Ursache davon ist." (Buch VII, Aph. 30)

Ich empfehle dieses Büchlein jedem Menschen, der bisher nur vom Hörensagen weiß (oder zu wissen glaubt) was stoische Ruhe, Leidenschaftslosigkeit und die Hingabe an den von der Allvernunft gelenkten Weltenlauf bedeuten. Wie Nietzsche vollkommen erfasst hat, sind die Ermahnungen, die Marc Aurel hier an sich selbst richtet und die Beobachtungen und Erkenntnisse, die er mit dem/r Leser/in teilt, von unschätzbar hohem Wert und führen als seelisches Stärkungsmittel zu einer unerschütterlichen Ruhe gegenüber den Wechselfällen Schicksalsschlägen des Lebens. Wenn auch manche Selbstbetrachtungen radikal erscheinen, so doch nur, weil sie an die Wurzel (lat. radix) rühren. Im Kontext des Ganzen, d.h. als Teil des gesamten Werkes sind auch die scheinbar radikalsten Aphorismen - v.a. in Bezug auf die Vergänglichkeit aller Dinge - schlüssig und verständlich. "Der Zeitpunkt ist nah, wo du alles vergessen hast, und nahe der Zeitpunkt, wo alle dich vergessen haben." (Buch VII, Aph. 21)

Für mich persönlich klangen immer wieder Einsichten an, die mich an Vergänglichkeit, Tao, Karma, wechselseitig bedingtes Entstehen und Vergehen, Tugendhaftigkeit und Furchtlosigkeit erinnerten. Auch die Tatsache, dass nur du selber dir wirklich schaden kannst und niemand sonst. "Wer sündigt, der sündigt zu seinem eigenen Schaden; wer unrecht tut, der tut sich selber unrecht, denn er macht sich selber schlecht." (Buch IX, Aph. 4) In tiefer Dankbarkeit denke ich an die Lektüre zurück und weiß, dass ich dies Büchlein nicht zum letzten Mal in der Hand hatte. "Mein liebes Herz aber lachte." (Buch XI, Aph. 31)
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Die Welt ist Verwandlung, ..." (Marc Aurel), 10. Januar 2009
Von 
kpoac - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Selbstbetrachtungen (Gebundene Ausgabe)
Im siebten Brief schrieb Platon: "Es wird also die Menschheit [...] nicht eher von ihren Leiden erlöst werden, bis [...] die Inhaber der Regierungsgewalt in den Staaten infolge einer göttlichen Fügung sich zur ernstlichen Beschäftigung mit der echten Philosophie entschließen."

Marc Aurel (121-180) war römischer Kaiser und Philosoph. Seine philosophischen Betrachtungen sind hergeleitet aus den Ideen der Stoa (ca. 300 v.Chr.), diese dann - von Seneca und Epiktet beeinflusst - prägten sein Gedankengut im Sinne Platons Dualismus von Herrscher und Philosoph in einem zu sein.

Aurels Selbstbetrachtungen umfassen 12 Bücher, darin Briefe, Aphorismen und eben insbesondere seine Weise der stoischen Weltauffassung. Gleich seinen Vorgängern und auch den Epikureern ist seine Botschaft, angstfrei sich dem Schicksal des Todes hinzugeben. Wie der spätere Spinoza verkündet bereits Marc Aurel die Allnatur, die Einheit von Gott und Welt und für die persönliche Reife empfiehlt er Selbstachtung als Grundlage der Achtung und dem Respekt gegenüber anderen Menschen. Seine Selbstbetrachtungen nehmen den Gedanken der Sorge um sich auf, als Hauptmotiv dieses in mehreren Sequenzen wiederholend, so als wenn erst die Wiederholung die Ernsthaftigkeit des Gedankens bewirkt und zur Tat bringt. Für ihn sind ganz der Stoa entsprechend Prunk und Gleichgültigkeit unpassend. Gleiches gilt für Laster aller Art. MA ist der Botschafter der Selbstgestaltung, der gereifte Redner für das innere und persönliche Glück. Nicht unglücklich sein gegenüber dem Fehlenden, glücklich sein gegenüber den eigenen Fähigkeiten ist seine Maxime. Das Irdische als vergänglich ansehen, hebt jede Bewertung einer Sache ins realistische. Sich selbst ernst und wahr nehmen in der vergänglichen Zeit ist seine Ich-Botschaft, sein Mantra für ein erfülltes Leben, der Grundstein praktischer Philosophie. "Erinnere dich, daß alles nur Meinung ist und daß es in deiner Macht steht zu meinen, was du willst." So ist die praktische Philosophie auch bei Nietzsche angelangt, der sich als den letzten Stoiker ansah mit der gleichen Botschaft: Es gibt keine Tatsachen, es gibt nur Meinung.

So schliesst Marc Aurel im 12. Buch: "...bist Du darauf bedacht, nur die Zeit, die Du lebst, das heißt die Gegenwart, ganz zu durchleben, so wird es Dir möglich sein, den Rest Deiner Tage bis zum Tode ruhig, edel und dem Genius in Dir hold hinzubringen." Ob der einfachen und klaren Lebensweisheit ein sinnvoller Stups für den Alltag. Lesenswert.
Auch wenn Platons Wunsch in Erfüllung ging, blieb doch diese Kombination, Herrscher und Philosoph in einem, mit Marc Aurel einzig.

Die Selbstbetrachtungen Marc Aurels sind vielleicht so zu sehen, wie ein Brief an sich, wie eine an sich selbst gerichtete Botschaft, von der Revision des Alten in die optimistische Sicht der Existenz des Neuen einzutreten, in eine uneingeschränkte Bejahung des Seins.
~~
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


38 von 46 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen ... nur ein Wahnsinniger sucht zur Winterszeit Feigen ..., 3. August 2001
Marc Aurel hat kein eigenes philosophisches System aufgebaut. Bei seinen "Selbstbetrachtungen" handelt es sich vielmehr um Leitsätze, Maximen und Aphorismen, die ihm immer wieder sein Leben erträglicher machten: als römischer Kaiser war er oft Jahre auf Feldzügen unterwegs, und immer wieder stellten die Geschäfte des Tages seine Seelenruhe in Frage.
Kerngedanken seiner "Selbstbetrachtungen" sind die Furchtlosigkeit vor dem Schicksal und dem Tod, die Ergebung in die "Allnatur" (was "natürlich" ist, ist auch vernünftig und gut - wobei es nicht um irgendwelche Definitionen von "natürlich" geht, sondern darum, diese Philosophie zu leben), Toleranz gegenüber den Fehlern anderer, Selbstachtung, Bescheidenheit und die Verachtung des Körpers. Spätestens nach der Hälfte des Buches wird der aufmerksame Leser merken, daß kaum etwas Neues mehr kommt, sondern daß sich bereits angeführte Gedanken kaum abgewandelt wiederholen, bestenfalls mit neuen Beispielen und Metaphern hinterlegt. Sieht man von dieser Schwäche ab, ist Marc Aurels Sprüchesammlung (die kaum eine innere Ordnung besitzt: die aufeinanderfolgenden Gedanken haben selten einen deutlichen Zusammenhang) eigentlich kein schlechter Lebensratgeber.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Nachsicht ist ein Teil der Gerechtigkeit." ( Marc Aurel), 31. Oktober 2008
Von 
Helga König - Alle meine Rezensionen ansehen
(#1 HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Selbstbetrachtungen (Gebundene Ausgabe)
Marc Aurel ( 121-180 n. Chr.) war römischer Kaiser , der in seinen philosophischen Betrachtungen von Seneca und Epiktet beeinflusst wurde.
Der hochgebildete Rhetorikschüler zeichnete im Briefwechsel mit seinem Lehrer ein dezidiertes Bild der vornehmen Welt Roms. Die meiste Zeit seiner Herrschaft verbrachte er im Heerlager, um die Barbarenstürme abzuwehren.
Die Philosophie wurde zu seiner ständigen Begleiterin . Sie half ihm die Last der Regierungsgeschäfte zu tragen. Marc Aurel gilt als der letzte Stoiker der Alten Welt.

Die vorliegenden Aufzeichnungen beginnen mit einer Danksagung Marc Aurels an seine Verwandte, Freunde und Lehrer. Das liest sich wie folgt: " Fronto verhalf mir zur Einsicht, dass Missgunst , Schlauheit und Heuchelei die Folgen von Willkürherrschaft seien und dass im allgemeinen diejenigen, welche bei uns Edelgeborene heißen, eben doch weniger Menschenliebe besitzen, als andere."
Der Danksagung schließen sich zwanglos aufgereihte Bemerkungen über vernünftige Verhaltensweisen und Einstellungen an. Marc Aurel möchte sich selbst damit zu einem verträglichen Menschen erziehen. Er kämpft gegen die negativen Affekte, wie Zorn, Missmut, Rachsucht , Eigensinn etc. und konstatiert:" Wer sündigt, versündigt sich an sich selbst; wer unrecht tut, schadet sich selbst, indem er sich selbst verschlimmert."
Viele Jahrhunderte nach Marc Aurel schrieb Gryphius ein Gedicht, das folgende Sentenz des Kaisers aufgreift: " Alles, was du siehst, wird sehr bald zerstört werden, und die , welche diesen Zerstörungen zuschauen , werden selbst auch bald zerstört, und durch den Tod wird der älteste Greis mit dem Frühverstorbenen in denselben Zustand versetzt werden."
Ich erlaube mir einen weiteren Gedanken des Kaiser zu zitieren, um seine große Klugheit zu dokumentieren:
" Denke nicht an das, was dir fehlt, vielmehr an das, was jetzt noch für dich da ist, und wähle die unter den vorhandenen Gütern die ersprießlichsten aus und erinnere dich ihretwegen daran, wie du sie wohl aufsuchen würdest, wenn sie nicht vorhanden wären! Jedoch hüte dich zugleich, dass dieses Wohlgefallen daran dich nicht an ihre Überschätzung gewöhne; denn sonst müsste ihr einstiger Verlust dich nur beunruhigen."

Marc Aurel wusste, wer immer sich strebend bemüht und sich von Leidenschaften freihält, erlangt Seelenfrieden.

Empfehlenswert!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Originalgetreuer Text - wunderbarer Begleiter seit Jahren, 9. September 2010
Rezension bezieht sich auf: Selbstbetrachtungen (Gebundene Ausgabe)
Dank Amazon konnte ich in diese hier vorliegende Ausgabe online einsehen und es ist allem Anschein nach die beste Übersetzung, die dem Original am meisten gerecht wird. Es mag noch andere mehr geben, hier auf den ersten Seiten, ist der gleiche Text zu lesen wie in der vor etlichen Jahren gekauften Buch "Wege zu sich selbst" aus dem Artems Verlag. Später wollte ich es wiederum weiterschenken, nur gab es diese Ausgabe nicht mehr. Ich bestellte daher eines der Taschenbücher aus dem amazonprogramm. Leider war es derartig schlecht übersetzt, in der Freiheit der Übertragung ging die seelenhafte Bedeutung oft verloren, wich einem salopperen Text, als müsste der Autor der Neuzeit über Gebühr gefällig sein. Leider ist somit das Ergebnis nicht von derselben Wirkung und Einsicht wie das erste Buch, ja ich meine, dass einige Einsichten sogar entstellt sind. Übrigens gibt es auch eine gute CD-Box dazu fürs Autofahren zB.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Die Welt ist Verwandlung, ..." (Marc Aurel), 23. Dezember 2008
Von 
kpoac - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Selbstbetrachtungen (Gebundene Ausgabe)
Im siebten Brief schrieb Platon: "Es wird also die Menschheit [...] nicht eher von ihren Leiden erlöst werden, bis [...] die Inhaber der Regierungsgewalt in den Staaten infolge einer göttlichen Fügung sich zur ernstlichen Beschäftigung mit der echten Philosophie entschließen."

Marc Aurel (121-180) war römischer Kaiser und Philosoph. Seine philosophischen Betrachtungen sind hergeleitet aus den Ideen der Stoa (ca. 300 v.Chr.), diese dann - von Seneca und Epiktet beeinflusst - prägten sein Gedankengut im Sinne Platons Dualismus von Herrscher und Philosoph in einem zu sein.

Aurels Selbstbetrachtungen umfassen 12 Bücher, darin Briefe, Aphorismen und eben insbesondere seine Weise der stoischen Weltauffassung. Gleich seinen Vorgängern und auch den Epikureeren ist seine Botschaft, angstfrei sich dem Schicksal des Todes hinzugeben. Wie der spätere Spinoza verkündet bereits Marc Aurel die Allnatur, die Einheit von Gott und Welt und für die persönliche Reife empfiehlt er Selbstachtung als Grundlage der Achtung und dem Respekt gegenüber anderen Menschen. Seine Selbstbetrachtungen nehmen den Gedanken der Sorge um sich auf, als Hauptmotiv dieses in mehreren Sequenzen wiederholend, so als wenn erst die Wiederholung die Ernsthaftigkeit des Gedankens bewirkt und zur Tat bringt. Für ihn sind ganz der Stoa entsprechend Prunk und Gleichgültigkeit unpassend. Gleiches gilt für Laster aller Art. MA ist der Botschafter der Selbstgestaltung, der gereifte Redner für das innere und persönliche Glück. Nicht unglücklich sein gegenüber dem Fehlenden, glücklich sein gegenüber den eigenen Fähigkeiten ist seine Maxime. Das Irdische als vergänglich ansehen, hebt jede Bewertung einer Sache ins realistische. Sich selbst ernst und wahr nehmen in der vergänglichen Zeit ist seine Ich-Botschaft, sein Mantra für ein erfülltes Leben, der Grundstein praktischer Philosophie.
So schliesst Marc Aurel im 12. Buch: "...bist Du darauf bedacht, nur die Zeit, die Du lebst, das heißt die Gegenwart, ganz zu durchleben, so wird es Dir möglich sein, den Rest Deiner Tage bis zum Tode ruhig, edel und dem Genius in Dir hold hinzubringen." Ob der einfachen und klaren Lebensweisheit ein sinnvoller Stups für den Alltag. Lesenswert.
Auch wenn Platons Wunsch in Erfüllung ging, blieb doch diese Kombination, Herrscher und Philosoph in einem, mit Marc Aurel einzig.

Nicht einzig ist die Wiederkehr des Jahreswechsels. Eine heilige Zeit von Weihnachten bis zum 6. Januar (Epiphanie) , eine Zeit, die in ihrem Wesen reversibel ist, eine Reaktualisierung einer mythischen Vergangenheit. Ein stirb und werde. Das alte Jahr geht, das neue kommt und mit ihm die neue starke, frische und reine Welt, wie Mircea Eliade schrieb. Die Selbstbetrachtungen Marc Aurels sind deshalb vielleicht so zu sehen, wie ein Brief an sich, wie eine an sich selbst gerichtete Botschaft, von der Revision des Alten in die optimistische Sicht der Existenz des Neuen einzutreten, in eine uneingeschränkte Bejahung des Seins, in eine erneute Geburt wie der Neujahrstag eine rituelle Rezitation des Weltschöpfungsmythos erstrebt.
~~
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zeitlose klassische Lektüre, 16. September 2009
Rezension bezieht sich auf: Selbstbetrachtungen (Gebundene Ausgabe)
Marc Auel, seines Zeichens römischer Kaiser und Anhänger der stoischen Philosophenschule, schrieb seine Selbstbetrachtungen in seinem letzten Lebensjahrzehnt und schuf damit einen Klassiker der Weltliteratur. In 12 Büchern (Kapiteln) reiht Marc Aurel seine Lebensweisheiten aneinander und zeigt so die wahre Größe seiner Gedanken und seiner Lebensweisheit. Persönlich hat mich dieses Buch der stoischen Philosophie näher gebracht und das Interesse an einem tieferen Wissen geweckt. Abschließend zitiere ich noch zwei meiner Lieblingsleitsätze aus Aurels Gedanken:

"Blicke oft zu den Sternen empor, als wandelst du mit ihnen. Solche Gedanken reinigen die Seele vom Schmutz des Erdenlebens." (VII, 47)

"Wie einleuchtend muss es dir doch vorkommen, dass keine andere Lebenslage für das Philosophieren so geeignet sei als diejenige, in der du jetzt gerade dich befindest." (XI, 7)
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


‹ Zurück | 1 2 3 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

Dieses Produkt

Selbstbetrachtungen
Selbstbetrachtungen von Marc Aurel (Taschenbuch - 1986)
EUR 4,60
Auf Lager.
In den Einkaufswagen Auf meinen Wunschzettel
Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen