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Kundenrezensionen

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am 14. September 2011
Der 'Simplizissimus' ist eines der ganz großen Werke der deutschen Literatur, das immer wieder fasziniert, und zwar um so mehr, je öfter man sich mit ihm beschäftigt. Gewiss, das barocke, oft ausufernde Deutsch des 17. Jahrhunderts ist für uns sehr gewöhnungsbedürftig, und es braucht viel Geduld und viel Zeit, bis man sich in dieser Sprache zurechtfindet. Aber wer das geschafft hat, wird reichlich belohnt mit der Entdeckung eines Meisterwerks in all seinen vielen Facetten menschlicher Existenz, von größter Brutalität bis zu feinsten menschlichen Regung, dies alles geschildert mit distanziertem Humor und doch oder gerade deshalb unmittelbar erschütternd und anrührend. Dazu die vielen prallen Bilder aus dem damaligen Leben der Menschen des 17.Jahrhunderts - der kleinen Leute, Männer und Frauen, der Bauern, der Landsknechte, der Städter, der Gaukler, der Betrüger, der Pfaffen, der Marketenderinnen und leichten Dirnen und so weiter und so fort - inmitten der Dauerkatastrophe des Dreißigjährigen Krieges, anschaulicher kann kein Geschichtsbuch vermitteln, was damals wirklich los war in Deutschland ' Teutschland, würde Grimmelshausen sagen. Und dann natürlich der Erzähler selbst, der 'Held' des Romans, der inmitten dieses Geschehens seine Menschlichkeit verliert und wiederentdeckt - das ist modern im modernsten Sinn und in der deutschen Literatur wohl kaum einmal so eindrucksvoll geschildert worden wie von Grimmelshausen in seinem 'Simplizissimus'. Dass er gelegentlich ganze Passagen bei anderen Autoren abschreibt, ohne das kenntlich zu machen, mag uns als Schönheitsfehler erscheinen, war aber damals allgemein üblich und nicht ehrenrührig und macht das Ganze noch lebendiger, als es ohnehin schon ist. Nochmals: Viel Geduld ist notwendig, bis man sich eingelesen hat in der 'vergangenen' Sprachwelt, aber dann kann man süchtig werden und tut sich schwer, das Buch beiseite zu legen, selbst wenn man es schon ein paarmal gelesen hat. ' Fazit: Der erste fulminante Höhepunkt der deutschen Romanliteratur.
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am 23. August 2011
Der Autor ist einer der ersten deutscher Sprache in der Neuzeit gewesen. Er blieb meines Erachtens aber ein wahrhaft unerreichter Schilderer seiner Zeit.
Er ist ein Klassiker der deutschen Sprache. Der Autor schrieb so lebendig, dass man noch heute von seinen Beschreibungen gefesselt ist.
Um wohl die Schilderung ernster Sachverhalte heillos zu überstehen, zog der Autor bei der Abfassung dieses Buches die Narrenkappe auf, schrieb einen "Schelmenroman".
Nichtsdestotrotz werden (zumindest im Original!) deftige und brutale Szenen in Hülle und Fülle gezeigt. - Diese drastische Realistik war damals die Mode dieser (äußerst brutalen) Zeit, und der Autor hat diese Situationen als Teilnehmer in diesem fürchterlichsten aller deutschen Kriege selber oft genug erlebt! - Er wusste, wovon er sprach.

Eine seltsame Mischung also, dieses Buch, zwischen Brutalität und Komik; zwischen drastischer Realistik und seltsamer Fantasie.

Auf jeden Fall aber ein brillantes Zeitdokument, bei dem beim Lesen nie Langeweile aufkommt.

Meines Erachtens hätten die Bearbeiter aber ruhig die verwendete Sprache noch mehr an die heute geläufige Sprache anpassen können! Denn diese alte Sprache strengt doch zum Teil wirklich sehr an.

Kindern sollte man das Buch aber auf keinen Fall zu lesen geben! - Zum Einen wegen der schwer zu lesenden Sprache; zum Anderen wegen der häufig geschilderten Brutalität, und der Tatsache, dass Kinder diese Sachverhalte noch nicht verstehen. Es ist kein Kinderbuch!
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am 19. Mai 2010
Die Verwendung der 'veralteten' Sprache führt zu Lesehemmungen und macht es dem Leser oft schwer, den Sinn der Sätze zu erfassen. Nach einem kurzen 'Einlesen', bei dem man versucht, sich mit der Sprache zurecht zu finden, sind die meisten der Schwierigkeiten beseitigt. Man sollte sich daher einstimmen, wenn man zu lesen beginnt. Oft reicht es bereits, wenn man ein paar Sätze des vorigen Kapitels liest, um den Zusammenhang der Geschichte zu verstehen.
Die Leseschwierigkeit nimmt mit Ende des Buches ab. So sind gerade die ersten Seiten, bei denen man wirklich blanko zu lesen beginnt, höllisch. Ich hatte das Gefühl, dass der Sinngehalt der Seiten nicht zu hundert Prozent greifbar war und musste meistens fünf Mal nachlesen, bis ich zufrieden war. Je länger ich jedoch las, desto schneller konnte ich mich auch in der Welt Grimmelshausen einfinden und hatte weniger Probleme mit der Lektüre. Das Lesen eines derartigen Sprachstils erfordert wohl auch Übung, die ich (ich als Schüler) zu dieser Zeit, als ich zu lesen begann, noch nicht hatte. Aber irgendwann ist in diesem Sinne auch das erste Mal. Sonst gäbe es ja keine Versuche.
Das Buch zu empfehlen leuchtet ein, da es sich hierbei um eine Lektüre aus dem Barock handelt. Wenn man sich in das Zeitalter einstimmen will, kommt man um den Simplicius Simplicissimus wohl nicht herum. Da es allgemein nur sehr wenige Texte aus dem Barock gibt, die vor allem brauchbar sind, ist der Simplicius auch noch das geringere Übel. Menschen mit Sinn für neuzeitliche Romanwunder sind hier sicher fehl am Platz. Das Aufeinanderprallen der beiden Schreibstile ('veraltet' + 'neuzeitlich') kann einen Menschen schon grundlegend verwirren. Deswegen würde ich den abenteuerlichen Simplicissimus auch nur als alleinige Lektüre empfehlen, um etwaige Missverständnisse zu vermeiden.
Die Aussage des Buches, trifft teils noch heute zu. Wie findet ein Mensch in der Welt, in der er immer sündigen kann, ein seliges Ende? Wenn man dies mit unserer heutigen Weltanschauung vergleicht, kommt man wohl oder übel zu dem Entschluss, dass sich Ähnlichkeiten feststellen lassen. Heute steht der Glaube gegenüber dem Rationalen. Denn auch wir suchen nach Frieden und Erlösung, aber Wissenschaft und Wissen stehen im krassen Gegensatz zu Himmel und Paradies. Wenn wir schon dabei sind, die ganze Welt zu überprüfen, zu forschen und dabei sind, alles nur Erdenkliche zu wissen, können wir dann eine Erlösung in Form von etwas, das wir nicht erklären können, in Erwägung ziehen?
Die Aussage, dass man immer sündigen kann, existiert heute weiterhin. Der Glaube soll uns den Weg weisen, doch da steht wieder das Rationale im Weg. Aber wie findet man in einer verruchten Welt ein seliges Ende? In Wahrheit prägt uns das Umfeld ebenso wie der Glaube. Und Gedanken über Jenseits und Tod haben sich in tausend Jahren Menschheitsgeschichte stetig verändert. Je weiter wir mit unserem Wissen gehen, desto weiter wird die Frage nach dem Jenseits zurückfallen.
Durch die Lektüre soll der Leser über die Unzulänglichkeit und Gefährdung des Menschen aufgeklärt werden. Wir sehen, wie jemand vom Weg abkommen kann und sehen daneben unser eigenes Leben. Welche Ähnlichkeiten stellen wir schlussendlich fest? Die Frage nach dem Nutzen des Lebens gibt es heute weiterhin. Sie existiert nicht in derselben Form wie im Barock, wo sie in jeder Art von Kunst und Literatur auftritt, aber sie ist erkennbar. Warum leben wir, wenn wir doch nur sterben'?
Auf diese und weitere Fragen, die uns von damals weitergeleitet wurden, muss jeder seine eigene Antwort finden. Ob er sich schlussendlich für ein Leben in Bitterkeit oder Freundlichkeit entscheidet, muss jeder selbst wissen. Heutzutage ist es vielleicht noch schwerer, sich darüber im Klaren zu werden. Mit jedem Schritt zum Wissen entfernen wir uns vom Glauben. Im Barock, wo noch relativ viel dem Glauben überlassen war, betrachtete man die Frage noch unter einem Stück anderen Winkel. Gedanken an Erlösung beim Verzicht waren eher denkbar. Beim heutigen Erklärungsstand, wo selbst der Tod in Frage gestellt wird, könnte die schwieriger werden.
Aber wie gesagt, jeder muss und kann nur für sich selbst eine Antwort finden. Unsere Individualität macht es uns eben nicht einfach, auf ethische Fragen Antworten zu finden.
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am 26. Dezember 2011
Er stand schon lange auf meiner Liste der Simplicissimus. Was lag also naeher, meinen neuen Kindle gleich mit der kostenlosen Kindle Edition zu bestuecken.

Wie vielfach schon angedeutet ist der Sprachstil schwierig. Nach einer Weile ist man des Teutschen aber maechtig.
Hier auch gleich ein Tipp zum lesen des Buches: Man muss am Ball bleiben. Es liest sich am Besten, wenn man es ohne laengere Pause durcharbeitet. Denn nach jeder Pause dauert es immer wieder eine Weile, bis man sich an das Teutsche gewoehnt hat.

Ist man einmal in den Simplicissimus versunken, wird man belohnt mit absolut authentischen Geschichten einer finsteren Zeit. Kaum zu Glauben was damals die Werte und Normen der Gesellschaft gewesen sind.

Fuer den Roman gibt es volle Punkte. Abschlaege gibt es fuer den Sprachstil, der sicherlich bei manchem Leser zum Weglegen des Buches fuehren wird.
Wie bereits erwaehnt, hat man einmal den Punkt des "Nichtverstehens" ueberwunden, kann man eintauchen in die Welt des 17 Jahrhunderts.
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HALL OF FAMEam 19. Juni 2003
in der sogenannten "ständebaum-allegorie" beschreibt grimmelshausen, scheinbar spöttisch voraussehend auf die pyramiden-grafiken unserer heutigen soziologen, die gesellschaftliche schichtung: unten, an der wurzel, "ungültige leute", handwerker, tagelöhner, bauern und dergleichen, über diesen leuten saßen "so alte hühnerfänger", die sich "auf den untersten ästen durchgebissen" und glück gehabt hatten; "über ihnen befanden sich noch höhere, welche auch höhere einbildungen hatten, weil sie die untersten" kommandierten; danach weist der baumstamm eine lange, glatte, astlose strecke auf, die allerdings "mit seltsamen seifen der missgunst geschmiert" ist - "also dass kein kerl ... hinaufsteigen konnte". darüber saßen von vettern hochgezogene, ganz oben jedoch diejenigen, über die wannen voll geldes ausgeschüttet wurde. sie fingen natürlich alles auf, sodass unten nichts mehr vom segen ankam: allein, wenn man diese kleine textstrecke nur liest, denkt man, man wäre auf einer satire-bühne des jahres 2003, aber nein, dies wurde bereits 1668 geschrieben - und bisher hat sich daran nichts geändert. es ist also nutzbringend, grimmelshausen zu lesen - und amüsant genug auch, falls man nicht ganz unten im baum hängt. grimmelshausen, der eigentlich nur den 30jährigen krieg beschreiben wollte, hat ein für jahrhunderte stabiles anthropologisches grundkonzept aufs papier gebracht. räubereien, lügereien, sexuelle ausschweifungen, folter, brutales kriegs-handwerk - nichts davon ist seitdem leider durch kulturellen fortschritt der menschheit auf diesem globus zum verschwinden gebracht. unsere sprache rechtfertigt oder versteckt die dinge vielleicht nur gekonnter. "einem anderen machten sie ein seil um den kopf und raitelten es mit einem bengel zusammen, dass ihm das blut zu mund, nas und ohren heraussprang" - die altertümliche sprache durchschaut man genug, um zu ahnen, was hier herzlos vor sich ging. es werden nicht nur kriegsdinge geschildert, sondern auch ausflüge nach paris: "alle monsieur beau alman, gee schlaff mein herz, gom, rick su mir!" man kann sich ungefähr denken, was sich da abspielt, auch wenn man in den nachfolgenden details nicht weiterliest. in der sogenannten "jupiter-episode" kündigt sich welt-eroberischer größenwahn künftiger epochen bereits an. VULCANUS schmiedet ein schwert, das einer ganzen armada "auf einmal die köpf herunterhauen kann". wer sich in der biographie der gegenwärtigen präsidenten-beraterin condoleezza rice etwas auskennt, weiß, dass dieses vulcanus-symbol für sie eine ganz besondere, ihrem planungs-team namengebende, magische kraft hat. grimmelshausen lässt seinen helden, nachdem er durch 30 kriegsjahre geirrt ist, den rückzug aus dem getriebe in ein schwarzwaldhäuschen planen. in seinem letzten kapitel "adjeu welt" listet er auf: "der eine stirbt in der wiegen, der andere in der jugend, der dritte am strick, der vierte am schwert, ...(u.s.w.) und der vierzehnte ertränkt seine arme seele im tintenfass". heute müsste man nur variieren: ertränkt seine arme seele im internet.
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TOP 1000 REZENSENTam 17. Dezember 2013
Das Leben des Simplici, gebürtig im Spessart, wird durch die Schrecken des 30 - jährigen Krieges je unterbrochen und führt den Protagonisten in einem ständigen Auf und Ab auf seinem Lebensweg durch die damals bekannte Welt. Simplici findet durch den Schrecken eines Schiffsunterganges sein Paradies auf einer Insel und nur durch Glück konnte die Niederschrift seines Lebens nach Europa gelangen...

So könnte eine Zusammenfassung aussehen, doch würde sie dem Gesamtwerk unrecht tun. Dieses Buch ist ein wunderbarer Abriss durch die deutsche Geschichte. Die Sprache ist prall und bildhaft und der Schalck schaut dem Leser immer über die Schultern.

Ein Meisterwerk deutscher Literatur.
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am 10. Dezember 2012
Ich habe dieses Buch vor ca. 55 Jahre (Natürlich in Papierform) gelesen. Ich bin dabei es zum 2. Mal als E-Book zu lesen.
Es ist keine sehr einfache Lektüre da es in altertümlichen Deutsch geschrieben wurde. Wenn sich aber ein Leser für den 30. jährigen Krieg und die Zeit interessiert so kann ich es nur weiterempfehlen.
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am 12. September 2014
Spannend, lehrreich, unterhaltsam. Die Sprache störet nicht, man gewöhnet sich daran ;~). Wir leben trotz unfähiger Politik in guten Zeiten! Zumindest soviel wird bei der Lektüre offenbar...
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am 9. Juni 2015
Über das Buch braucht man ja nicht mehr viel zu sagen. Ein Muss!
Aber, dass man hier diesen Klassiker gratis als eBook bekommt – mit Suchfunktion und allem – das ist wirklich super.
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am 28. März 2013
nicht einfach zu lesen, aber inhaltlich gut... macht spass.
wenn man sich mal reingelesen hat, gehts ....
wer mal wieder seinen grips benutzen will, ist hier gut beraten.
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