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TOP 500 REZENSENTam 28. Juli 2014
Aischylos Orestie ist eigentlich nicht ein Buch sondern 3 bzw. 3 Stücke. Die meisten griechischen Tragödien waren anscheinend Trilogien und es gehörte wohl noch ein abschließendes witziges Stück dazu, das aber verloren gegangen ist.
Wie auch immer. Die Orestie besteht aus den Stücken
1. Agamemnon
2. Choephoren bzw. Die Spenderinnen am Grabe
3. Eumeniden bzw. Die Wohlwollenden

Die Namen sind je nach Übersetzung ein wenig unterschiedlich, nur bei Band 1 Agamemnon scheint man sich einig zu sein.

Die Griechen verstanden es, Tragödien zu schreiben, hier sterben die Protagonisten zu Hauf, wie bei GRR Martin, vor allem kostet es meist tatsächlich die Hauptfiguren in sehr schneller Abfolge.

=== Agamemnon ===
Agamemnon kommt also aus dem Trojanischen Krieg zurück. Seine Frau hat sich mittlerweile einen Liebhaber zugelegt (der über mehrere Ecken sogar mit Agamemnon verwand ist (sein Cousin aus einer inzestuösen Verbindung) du hat ein Warnsystem installieren lassen, dass sie rechtzeitig warnt, bevor ihr Ehemann wieder daheim ankommt.
Agamemnon ist umgekehrt proportional intelligent zu seiner Kraft und daher bringt er seine Geliebte Kassandra ganz öffentlich mit, und reibt sie seiner Frau gleich mal unter die Nase. Die ist, wie man sich vorstellen kann, wenig begeistert. Das dürfte sie in dem Beschluss ihn zu ermorden noch bestärkt haben. Wie dem auch sei, sie erschlägt ihn mit einer Axt in der Badewanne. Diese Szene ist jedoch leider unfreiwillig komisch, denn Agamemnon hat noch genug Zeit und Energie für diese elaborierten Schmerzensschreie:

O wehe mir, ein Todesstreich traf mich ins Herz!
O wehe mir noch einmal, wieder traf der Schlag!

Insgesamt spricht das Stück aber ein sehr modernes Dilemma an: Warum sollte Klytaimestras Mord schlimmer sein als jener, den Agamemnon an ihrer gemeinsamen Tochter beging, als er sie den Göttern opferte? Hat nicht Klytaimestra das Recht auf Blutrache, um ihr Kind zu rächen?

Das Stück hat jedenfalls ein paar richtig gute Zitate zu bieten, die den klassischen von Goethe in nichts nachstehen. Leider liest heutzutage wohl kaum einer mehr die Orestie.

Das Gift der Mißgunst wuchert wild im Herzen und läßt den, der es getrunken, doppelt Qual erleiden.

Dem Neid entgeht nur, wer nicht seiner würdig ist.

Es gibt kein Fliehen, Freunde, ist die Zeit erfüllt

Nur wer genau Bescheid weiß, sollte sich ereifern. Vermuten und fest wissen sind verschiedne Dinge

=== Die Spenderinnen am Grabe===
Orestes kommt zusammen mit einem Freund nach Hause und trifft am Grabe des Vaters seine Schwester Elektra. Die beiden schmieden den Plan, die Mutter und ihren Liebhaber aus dem Weg zu räumen. Orestes, weil Apollon es ihm befohlen hat und Elektra, weil die Mutter sie wie eine Sklavin behandelt.
Orestes gibt sich als Bote aus, der den Tod des Orestes verkündet und erschlägt so Aigisthos und dann seine Mutter.

=== Eumeniden bzw. Die Wohlwollenden ===
Nun hat Orestes ein Problem, er hat seine Mutter getötet, wenn auch auf Befehl des Apollon. Er flieht nach Delphi und erfleht am Omphalos Gnade. Die Erinnyen wollen Rache, denn er hat jemanden von seinem Blute getötet. Apollon sagt aber, das wäre OK, denn die Bindung eines Sohnes an den Vater wäre stärker als an die Mutter, die nur das Gefäß gewesen war, um ihn zur Welt zu bringen. Letztendlich ist dieser dritte Teil ein John Grisham mäßiger Gerichtskrimi. Der Anwalt des Angeklagten (Apollo) behauptet, es wäre schlimmer den Ehemann oder Vater zu töten, als die Mutter. Die Gegenseite (Erinnyen) behauptet, dass es schlimmer ist, jemanden zu töten, mit dem Man Blutsverwandt ist, als jemanden, den man nur geheiratet hat.
Es geht also darum, welche Beziehungen wichtiger sind: jene, die man freiwillig selber gewählt hat oder jene, in die man ohne wirkliche Wahl hineingeboren wurde, also seine Freunde kann man sich aussuchen, seine Familie jedoch nicht, daher ist es OK, wenn man welche davon umbringt, wenn sie einen nerven.

Soviel zur Handlung.

Mir lag die Übersetzung von Dietrich Ebner vor, die wirklich sehr gut und flüssig zu lesen ist. Übersetzungen sind ja immer so eine Sache, manche sind hart am Rande der Verständlichkeit, diese ist aber wirklich gut lesbar. Es gibt sie entweder als Sammlung der Übersetzungen von Dietrich Ebner oder im Anaconda Sammelband Antike Tragödien.
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am 4. Juni 2011
... um wenig Geld. Nun, gleich vorweg, für jeden Mythologie-Begeisterten eine wahre Fundgrube und ebenso viel Lesenfreude. Und ebenso an dieser Stelle ein grosses Lob dem Reclam Verlag, der eine Fülle an Themen in Originalqualität für die schlanke Brieftasche zur Verfügung stellt.
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