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Kundenrezensionen

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am 22. Januar 2011
Ein um die Jahrhundertwende 1800 höchst umstrittenes Büchlein, das die romantische Phantasie der Vereinigung von erotischer, körperlicher Liebe und Ehe entwickelt. Schleiermacher wurde einer der Verteidiger des von allen Seiten des bürgerlichen Berlins angegriffenen Autors. Wunderbare Sprache über Verhältnisse zwischen Mann und Frau.
Mit einem sehr informativen und klugen Nachwort von Wolfgang Paulsen (29 SEiten).
Eine schöne Ausgabe als Insel Taschenbuch.Lucinde: Ein Roman (insel taschenbuch)
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TOP 500 REZENSENTam 21. Oktober 2012
In diesem Roman hat mich nur Schlegels „Idylle über den Müßiggang“ interessiert. So viele Autoren wird man ja nicht finden, die sich dieses Themas annehmen, Paul Lafargue Le droit à la paresse - Réfutation du «droit au travail» de 1848 und sein Schwiegervater Karl Marx natürlich noch, freilich allesamt keine Müßiggänger, aber eben mit programmatischen Überlegungen dazu.

Friedrich Schlegels Erörterungen über den Müßiggang sind eine gern genutzte Fundgrube für Zitate. Meine Favoriten daraus sind:
• „… der Fleiß und der Nutzen sind die Todesengel mit dem feurigen Schwert, welche dem Menschen die Rückkehr ins Paradies verwehren.“
• „Und unter allen Himmelsstrichen ist es das Recht des Müßiggangs was Vornehme und Gemeine unterscheidet, und das eigentliche Prinzip des Adels.“

Die heutige empirische Glückforschung stört allerdings die romantische Idylle mit ernüchternden Fakten. Der kalifornische Psychologe Mihaly Csikszentmihalyi Flow (P.S.) hat nicht einfach nur Personen befragt, ob ihnen Freizeit oder Arbeit lieber wäre, sondern hat systematisch untersucht, wann Menschen sich am wohlsten fühlen. Er hat das überraschende Ergebnis zutage gefördert, daß die Stimmung der Menschen bei Arbeitsaktivitäten im Schnitt positiver ist als bei Freizeitbeschäftigungen.
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am 2. April 2013
Einerseits ist dieses Werk für seine Zeit so fortschrittlich, dass man es - in Auszügen - auch heute noch veröffentlichen könnte und jeder es als das Werk eines Zeitgenossen ansehen würde. Anderseits sind teilweise so verquaste Ansichten darin, dass es nciht verwunderlich ist, wenn sogar freundlich gesinnte Zeitgenossen, den Kopf über Schlegel schüttelten. Die Briefe von Schleiermacher zeugen von seiner unbedingten Treue und Freundschaft zu Schlegel und sind für den heutigen Leser teilweise schwer nachzuvollziehen.
Trotzdem: ein lesenswertes Buch, das zu seiner Zeit einen Skandal entfachte.
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am 24. Oktober 2007
Mit diesem Roman gab Schlegel ein Beispiel für sein Konzept der Universalpoesie. Eine Theorie des Romans kann nur durch einen Roman vorgestellt werden. Schlegels Text ist nach wie vor eine der besten Einführungen in das Denken und Schreiben der Romantiker. In ihm sind sämtliche Merkmale dieser für die moderne Zeit wohl tiefgreifendsten Denkströmung verarbeitet. Keine leichte, keine Unterhaltungslektüre also, aber für ideengeschichtlich interessierte Literaturliebhaber eine wunderbare Fundgrube.
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am 22. November 2012
Unter den illustrierten Ausgaben dieses Klassikers der deutschen Romantik gefällt mir die Stiller'sche (erschienen in einer Miniauflage von 600 signierten Exemplaren) am allerbesten, weil sie ganz ungekünstelt, mit Liebe gemacht ist. Die Holzschnitte sind eine Wucht, welch eine Energie! Der Mann gehört wiederentdeckt.
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am 14. November 2000
Friedrich Schlegel: Lucinde
„Lucinde" kam im Jahr 1799 heraus. Auf der einen Seite hatte Schlegel Erfolg und auf der anderen Seite wurde ihm angekreidet, dass er vieles aus seinem eigenen Leben hineingebracht hatte. Die beiden Hauptfiguren sind Julius und Lucinde. Schlegel formte Julius` Persönlichkeit durch seine eigene. Lucinde ist Julius` zukünftige Ehefrau, die viel Ähnlichkeit mit Schlegels zukünftiger Ehefrau hat.
Der Roman ist in mehrere Kapitel eingeteilt. Im Ganzen zeigt er aber die Entwicklung Julius`. Durch die Einteilung in Kapitel ist es manchmal schwierig, den Zusammenhang zu sehen. Die Kapitel haben einen zeitlichen Abstand. Das erschwert das Zusammenfügen noch mehr. Es kommen in den verschiedenen Kapiteln Dialoge zwischen Julius und Lucinde, Ich-Erzählungen des Julius und Briefe vor.
Ich hatte am Anfang das Gefühl, dass der Text nur aus einzelnen Teilen besteht. Es waren für mich einzelne zusammengesetzte Fragmente. Erst nachdem ich ihn fertig gelesen hatte und in Gedanken nochmals durchging, bemerkte ich, dass die Fragmente irgendwie zusammengehören. Schlegel beschreibt die Entwicklung Julius`. Julius lernt viele Mädchen kennen und will sich mit ihnen geistig vereinigen. Bei den meisten klappt das nicht. Am Schluss kommt er mit Lucinde zusammen. Mit ihr kann er sich geistig vereinigen, weil sie sich in der Denkweise ergänzen und sich auch verstehen. Es bleibt aber nicht bei der geistigen Vereinigung, auch die körperliche spielt eine wichtige Rolle. Der Text ist sehr schön und gefühlvoll geschrieben. Er könnte durchaus Realität sein, aber Schlegel hat wahrscheinlich auch ein bisschen eine Traumwelt hineinfliessen lassen und übertrieben. Das ist für die Romantik auch normal.
Julius beschreibt als Ich-Erzähler, was er in seiner Entwicklung mit Mädchen und Frauen erlebt, was er fühlt und was das Mädchen, mit dem er zusammen ist, fühlen könnte. Schlegel stellt Julius so dar, wie wenn er ganz genau wüsste, was die anderen fühlen. Er erzählt sehr ausführlich, was er denkt. Als Leser weiss man also genau, was er denkt, und kann für sich entscheiden, ob man in einer ähnlichen Situation auch so denken würde. Dass Schlegel Julius ein trauriges Mädchen fast ausnützen lässt, gefällt mir zum Beispiel nicht.
Schlegel zeigt, dass sich Julius nach einer glücklichen Beziehung sehnt. Zuerst findet er keine solche Beziehung. Erst als er mit Lucinde zusammenkommt, hat er eine solche Beziehung.
Für mich weiss Julius auf jede Fall zu genau, was die Frauen denken und fühlen. Er kann höchstens aufgrund der Erfahrung, die er mit der Zeit, spekulieren, was sie fühlen. Diese Beschreibungen sind sehr gefühlvoll geschrieben. Die Gefühle schwanken von Traurigkeit und Nachdenklichkeit bis zu grosser Freude. Schlegel ist es gelungen, durch Julius zu zeigen, wie sich ein junger Mann in der Entwicklung fühlen könnte. Er zeigt auch die weibliche Seite durch Lucinde. Trotzdem denke ich, dass Schlegel sein eigenes Leben vielleicht ein bisschen verschönert dargestellt hat. Es kommen allgemein viele Situationen aus dem Leben vor, der Roman hat also keine direkt spannende Handlungen. Spannend ist es aber, wenn man versucht die Gedankengänge von Julius nachzuvollziehen. Ich musste mich sehr konzentrieren, um die Gedanken verstehen zu können, weil sie lange und bis ins Detail beschrieben sind. Erst als ich mich eine Weile eingelesen hatte, konnte ich die Gedanken verfolgen.
Die verschiedenen Mädchen und Frauen, die Julius kennen lernt, beschreibt Schlegel eine Weile lang intensiv, später kommen sie nicht mehr vor. Das ist auch logisch, denn Julius lernt während seiner Entwicklung immer wieder andere kennen und vergisst sie wieder. Dazu kommt, dass die Kapitel zeitliche Sprünge haben. Schon aus diesem Grund kommt jede Frau nur an einer bestimmten Stelle im Buch vor. Er kann sich nicht für eine entscheiden. Bis jetzt ist er noch nicht mit der Richtigen zusammen. Einzig Lucinde ist wichtig für ihn. Sie versteht ihn und er versteht sie. Sie können gut miteinander sprechen. Sie philosophieren zusammen über die Liebe. Sie sprechen viel in Bildern. Auch während den Dialogen haben sie eine sehr feine Sprache.
Jemand, der Freude an gefühlvollen Texten hat oder sich interessiert, was ein junger Mann in der Romantik, der sich nach einer glücklichen Beziehung sehnt, gefühlt hat, wird sicher viel Freude an diesem Text haben.
Adrian Schüpbach, Bündner Kantonsschule Chur
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