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14 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Darauf habe ich gewartet, 26. September 2009
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Gott (Grundthemen Philosophie) (Taschenbuch)
Nämlich auf eine ernstzunehmende, wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Gottesfrage.
Thomas Rentsch gelingt es auf sprachlich höchst elaboriertem Niveau, die Gottesfrage aus philosophischer Sicht umfassend darzustellen.
Wer theologisch/philosophisch vorgebildet ist und fachliche Klärungen sucht, wird bei "Gott" fündig. Für Laien, die über keine geisteswissenschaftliche Vorbildung verfügen, könnte der durchweg wissenschaftliche Duktus eine Zumutung sein. "Blick ins Buch" erspart Enttäuschungen. "Gott" ist keine populärwissenschaftliche Veröffentlichung.
Die Entwicklungen in der Philosphiegeschichte samt unterschiedlichsten Auslegungsaspekten werden nach neuestem Forschungsstand dargestellt und einer eingehenden Prüfung unterzogen.
Dabei enthält sich Rentsch nicht eigenen Wertungen, die das Buch zu einem persönlichen Bekenntnis zum neuen, befähigten und engagierten Sprechen über Gott machen.

Ein Lesegenuss für Denker und solche, die es werden wollen.
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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gott, der unverfübare Grund des Seins, 12. August 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Gott (Grundthemen Philosophie) (Taschenbuch)
Thomas Rentsch, Gott" ist ein dichtes, anspruchsvolles und deshalb für alle philosophisch oder theologisch Vorgebildeten und Interessierten überaus lesenswertes Buch über ein authentisches und gleichzeitig philosophisch begründetes Verständnis der Gottesrede. Dabei ist es dem Autor hoch anzurechnen, dass er es versteht, Religion als eigene grundlegende Dimension unseres Lebens freizulegen ohne sie etwa in Ethik, Psychologie oder Ästhetik aufzulösen.

Zunächst weist Rentsch verschiedene Missverständnisse der Rede von Gott ab, die uns daran hindern Glauben" angemessen zu deuten: Glauben ist für ihn nicht als wissenschaftliche Erkenntnis, aber auch nicht als bloße Vermutung zu begreifen; es kann sich dabei weder um ein fiktionales Postulat noch um Kompensationsversuche angesichts von Entfremdung oder Kontingenz handeln.

Daraufhin expliziert er im zweiten Teil des Buches sein eigenes Verständnis von Gott als der absoluten Transzendenz, die uns - wenn wir sie recht verstehen - in allem, was wir sind und tun, ermöglicht. Transzendenz" heißt für ihn der unverfügbare Grund, dessen wir unsere Existenz verdanken. Anders gesagt: Darin, dass wir selbst als Individuen existieren, dass die Welt und die Sprache existieren, erfahren wir unbedingten Sinn. Dieser Sinn ist uns allerdings geschenkt, denn wir können ja von uns nicht behaupten, wir hätten die Welt, uns selbst oder die Sprache erschaffen. Hierin stützt sich Rentsch vor allem auf Wittgenstein und Heidegger. Die Frage Gibt es Gott? - ja oder nein?" (S.48) ist für ihn falsch gestellt, denn als Grund des Seins und des Sinns verstanden ist Gott kein Existierendes unter anderen Existierenden, sondern ist der Ursprung des Universums. Die Transzendenz in der Immanenz ist uns gleichzeitig nah und entzogen, was nach Rentsch der Grund für unsere häufige Blindheit ihr gegenüber ist. Wahre Selbsterkenntnis schließt für ihn jedoch Gotteserkenntnis mit ein.

In einem abschließenden Teil zeigt der Autor in exemplarischen Analysen moderner Philosophien, wie mit der Gottesfrage - gelungen oder verfehlt - umgegangen worden ist. Interessant ist dabei die Diagnose der Substitution und Abdrängung des Absoluten im Denken des 20. Jahrhunderts. Für Wittgenstein (das Unaussprechliche, Mystische), Heidegger (das Sein des Seienden), Adorno (das Aufscheinen des Absoluten), Habermas (die ideale Kommunikationsgemeinschaft) und Derrida (die Spur") sei die Dimension des Unbedingten zwar immer vorhanden und konstitutiv gewesen, wie Rentsch zeigt; diese bleibe allerdings ohne systematische Vermittlung zur Philosophie. Dass er dabei zu wenig den Dialog mit theologischen Entwürfen sucht, ist schade, denn so ist ihm die von Heidegger beeinflusste Konzeption Paul Tillichs von Gott als der Seinsmacht und des Sinngrundes entgangen. Zur verbesserten Darstellung hätte er zudem die philosophische Metasprache mit einigen Beispielen der Erfahrung verständlicher machen können.

Aus meiner Sicht dennoch ein singulärer, gelungener Versuch die Vernünftigkeit der philosophisch-theologischen Rede von Gott zu plausibel zu machen.
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Gott (Grundthemen Philosophie)
Gott (Grundthemen Philosophie) von Thomas Rentsch (Taschenbuch - 18. Juli 2005)
EUR 29,95
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