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1.0 von 5 Sternen Titelfrage, 14. Oktober 2005
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Thomas von Aquin. Summa theologiae. Werkinterpretationen (Gruyter - de Gruyter Studienbücher) (De Gruyter Studienbuch) (Taschenbuch)
Da man in Abwandlung eines schönen Diktums über die Gottesmutter durchaus auch davon sprechen darf, dass De D. Thoma numquam satis geschrieben werden kann, wird man sich über die Tatsache nur zufrieden zeigen können, dass nachdem bereits 2004 ein Buch mit dem Titel „Thomas von Aquins ‚Summa theologiae (Werkinterpretationen)" bei der Wissenschaftlichen Buchgesellschaft erschienen ist, nun ein weiteres mit dem fast gleich lautenden Titel „Thomas von Aquin: Die Summa theologiae. Werkinterpretationen" den deutschen Buchmarkt bereichert.[1]
Das von dem Kölner Philosophen Andreas Speer herausgegebene Buch geht auf eine 2002 in Würzburg gehaltene Arbeitskonferenz zur Summa zurück, wobei die dort gehaltenen Vorträge nun hier veröffentlicht wurden. Dies freilich ohne dass merkbar eine wirkliche Aktualisierung bezüglich der neueren Forschungsliteratur, die in eben jenen Jahren rasant angestiegen ist, vorgenommen wurde, was den Anspruch des Herausgebers, die Beiträge seien so konzipiert, „dass sie einen Einblick in den Stand der Forschung zur Summa theologiae und zu den behandelten Themen bieten" (27), natürlich sehr fraglich werden lässt. Wo Aktualisierungen vorgenommen wurden, sind diese gelegentlich sogar formal fehlerhaft (falsche Titelangaben: s.u.). Die gesamte wichtige Sekundärliteratur in spanischer und italienischer Sprache wurde - ob alt oder neu - völlig missachtet.
Nach einer Einführung des Herausgebers beschäftigen sich die Mitarbeiter mit ausgewählten Themen der theologischen Summe: Gottes- und Schöpfungslehre, Anthropologie, Ethik, Handlungs- und Tugendlehre, dem Verhältnis von Natur und Übernatur bzw. Glauben und Wissen, mit Christologie und Sakramentenlehre. Da der Herausgeber davon ausgeht, dass es sowieso unmöglich und auch nicht nötig ist, die ganze Summe Artikel für Artikel zu studieren, sollen die Beiträge einen Überblick über das Ganze, eine „Orientierung im Ganzen" (27) geben, von der aus man dann einzelne Texte lesen und deren „Sinnspitze" besser erkennen kann. Dieser Blick auf das Ganze und die dieses konstituierenden Leitmotive ist selbstverständlich ein wichtiges Anliegen, freilich wird diesem wiederum in der konkreten Beantwortung durch den Sammelband nur sehr ansatzweise entgegengekommen: zum einen wehrt sich der Herausgeber gleich eingangs gegen Versuche, die „innere Architektonik" (W. Metz) der geistigen Kathedrale der Summa als der determinatio magistralis des Doctor communis zu ergründen (3). Zum anderen stellt er richtig fest, dass die „Ignorierung des theologischen Gesamtentwurfs zugunsten einer rein philosophischen Lektüre" heute als falsch erkannt sei und verkenne, „wie nachhaltig die theologische Gesamtperspektive die Ausarbeitung der einzelnen Fragestellungen betrifft" (ebd.) - auf seltsame Weise konterkariert wird diese Feststellung dann aber von der Tatsache, dass die Bearbeiter der einzelnen Beiträge (u.a. Jan A. Aertsen, Rudi Te Velde, Andreas Speer, Karl Mertens, Alexander Brungs, Georg Wieland, Albert Zimmermann, Carlos Steel, Klaus Hedwig, John F. Wippel) bis auf eine Ausnahme alle eben keine Theologen, sondern Philosophen sind. Entsprechend kommen die zentralen theologischen Leitmotive der Summe in diesen Beiträgen entweder gar nicht oder nur sehr am Rande und eben daher nicht in ihrer Funktion als Leitmotive zur Sprache. Mit Fachfragen theologischer Thomasdeutung und Summeninterpretation zeigen sie sich entsprechend wenig vertraut, was - nur ein Bespiel von vielen - der Umgang Speers und Aertsens mit dem Theologiebegriff des Aquinaten zeigt: Völlig unklar bleibt, was Thomas meint, wenn er von der sacra doctrina, der heiligen Lehre spricht, bzw. welches Verhältnis dieser Begriff zu dem der theologia besitzt: Versteht Thomas in der Summe sacra doctrina als weiten Begriff, der neben dem Glauben und der Offenbarung auch die Theologie umfasst, wie u.a. Kardinal Cajetan in seinem berühmten Kommentar zur theologischen Summe und auch einige moderne Thomasdeuter meinen? Oder ist sacra doctrina im engeren Sinne und damit als weithin deckungsgleich mit dem der wissenschaftlichen Theologie zu verstehen, wie u.a. solch bedeutende Thomaserklärer wie Domingo Báñez und Johannes a S. Thoma annehmen? Kann man wirklich die Kardinaltugenden von den drei göttlichen Tugenden (als durch die Gnade geschenkt) in jener harten Weise abtrennen, wie dies Carlos Steel tut, angesichts der Tatsache, dass es geradezu das entscheidende Proprium der thomanischen Tugendlehre (im Gegensatz zur Konzeption des Scotus und seiner Schüler) unter theologischem Aspekt ist, dass auch die Kardinaltugenden als virtutes morales durch gnadenhafte Eingießung in uns sind. Der Löwener Philosoph scheint die Bedeutung der Stelle Ia-IIae q.63 a.3-4, die auf das Konzil von Trient und die dortigen Diskussionen großen Einfluss hatte, nicht zu kennen.
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