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am 27. Januar 2008
Nachdem ich gerade einen recht rasanten amerikanischen Krimi gelesen hatte, fiel mir der Vermonter Roman von Zuckmayer in die Hände. Ein himmelweiter Unterschied in Tempo und Tiefgang!

Während der ersten Seiten passiert wenig. Oliver Paine, eine der drei Hauptpersonen des Buches wird beschrieben. Wie er isst, sein Geschirr abwäscht und einige Ahornbäume begutachtet. Dann wechselt der Autor zu Sylvia McManama, die zweite Hauptperson, und erzählt von einer ihrer täglichen Heimfahrten mit dem Schulbus, der zugleich auch der Postbus ist. Da wird ein Postsack hinausgeworfen, dort sieht man jemanden, über den gelästert wird, hin und wieder steigt ein Schüler aus.

Die Handlung entwickelt sich langsam, fast zäh (vor allem nach rasanter Krimilektüre!), doch etwa auf Seite 36 war ich so gefesselt, daß ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen konnte. Die Handlung ist schnell erzählt und nur eine weitere Variation über eine junge Frau die zwischen zwei Männern steht und sich auf der vorletzten Seite für einen der beiden entscheidet.

Aber wie Zuckmayer diese einfache und altbekannte Geschichte erzählt ist ganz wundervoll und sehr besonders. Leise Melancholie bestimmt seine Sprache, viel steht zwischen den Zeilen und gibt dem Leser Gelegenheit zu interpretieren. Am Ende des Buches bekommt der Leser ein erstes Ahnen der Liebe, die zwischen Sylvia und dem Mann, den sie gewählt hat, entstehen wird und man lässt den "Verlierer" mit ein wenig Mitleid und Wehmut gehen.
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am 27. Mai 2000
Von 1941 bis 1946 lebte und arbeitete Zuckmayer im US-Bundesstaat Vermont, nachdem die Nationalsozialisten über ihn ein Aufführungsverbot verhängt hatten und er 1938 über die Schweiz in Richtung USA emigrierte. Der „Vermonter Roman" entstand in jenen Jahren, als Zuckmayer als selbständiger Farmer im Norden der USA arbeitete. Der Autor gibt unumwunden zu, daß die Eindrücke und Ereignisse in der Fremde zu der Entstehung des Buches beitrugen. Insofern handelt es sich um eine Aufarbeitung von eigenen Erfahrungen und Beobachtungen in der Fremde.
Es ist die Geschichte der jungen Farmerstochter Sylvia McManama, die zwischen zwei Männern steht und sich am Ende für einen der beiden entscheiden wird. Der eine Mann heißt Thomas Steingräber, ist vor den Nazis geflohen und arbeitet jetzt als Holzfäller in den amerikanischen Wäldern. Er erzählt Sylvia von seinem unsteten Wanderleben und sehnt sich nach einem Heimatersatz. Thomas Steingräber ist ein zwangsläufig vereinsamter Mann; ein Melancholiker, den das Heimweh von Ort zu Ort treibt, ohne jemals irgendwo heimisch zu werden. Aber wohin er auch kommt, bleibt er der Fremde und der Außenseiter, dem die Einheimischen mit Mißtrauen begegnen. Ganz anders dagegen Oliver Paine: Ein Mann, der die Einsamkeit zu seinem Lebensinhalt gemacht hat. Er ist derjenige, der gern allein ist und zurückgezogen auf seiner Farm lebt. Und desto weniger man über ihn erfährt, desto geheimnisvoller wird dieser Mensch für den Rest der ländlichen Farmergemeinschaft. Die Gerüchteküche brodelt und es werden allerlei Mutmaßungen über den Grund seines Einsiedlerlebens geäußert. Sylvia interessiert das wenig. Bei Oliver Paine findet sie die Ruhe und Gelassenheit, die ihrem eigenen Naturell entspricht. Obwohl sie Thomas versteht und ihn auch als Freund schätzt, fühlt sie sich dennoch eher zu dem älteren Oliver hingezogen...
Das klingt alles sehr unspektakulär und ist es sicherlich auch. Die Thematik, eine Frau, die zwischen zwei Männern wählen muß, ist so neu nicht und der sensationsverwöhnte Leser wird sich vielleicht enttäuscht abwenden. Zu Unrecht! Allein der die Figuren genau beobachtende Stil Zuckmayers, der mit Hingabe die Eigenarten und das Auftreten jedes Einzelnen schildert, macht das Buch lesenswert. Die Beschränkung auf die drei Hauptpersonen hat den Vorteil, daß sich der Autor ganz auf sein literarisches Ansinnen konzentrieren kann, ohne dabei von Nebenhandlungen abgelenkt zu werden.
Das eigentlich Interessante ist, daß Zuckmayer im Verlauf der Geschichte eine Reihe spannender Ideen entwickelt, auf die man als Leser eigentlich erst stößt, nachdem man das Buch aus der Hand gelegt hat und über das soeben Gelesene nachzudenken beginnt. Gerade in der Reflexion von Begriffen, wie z.B. „Heimat" liegt die Stärke dieses Romans. Und so wurde für den vertriebenen Zuckmayer in der Stille der Wälder von Vermont die Fertigstellung des Buches wohl auch eine Art innere Auseinandersetzung mit dem schmerzendem Heimweh und der damit verbundenen Rastlosigkeit des Heimatlosen, die sich deutlich in der Gestalt des Thomas Steingräber niederschlägt. (sca) (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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