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268
4,1 von 5 Sternen
Marina: Roman
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222 von 240 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 10. April 2011
"Marina" ist ein guter Roman: spannend, mitreißend und geheimnisvoll erzählt er mehr als nur eine Liebesgeschichte. Doch "Marina" ist nicht das, was ich erwartet habe.
Im Vorwort zu diesem Roman spricht Zafón davon, dass dieses Buch sein liebstes sei, dessen Veröffentlichung ihm aber den meisten Verdruss beschert habe, da aus ihm etwas gemacht werden sollte, was es nicht war. Gerade im Hinblick darauf sollte man doch meinen, dass es wichtig ist, einen aussagekräftigen Klappentext zu entwerfen, der keine falschen Erwartungen beim Leser schürt. Zwar kann man dem Klappentext der aktuellen Ausgabe nicht nachsagen, er sei falsch, doch lässt er eben eine wichtige Komponente weg, die den Roman für mich in ein ganz anderes Licht rückt. "Marina" ist eben mehr als die Geschichte einer besonderen Freundschaft und Liebe, denn die Komponente, von der ich schrieb, ist Grusel und Horror, was ich schlichtweg nicht erwartet hatte. Liest man den Klappentext erneut, nachdem man den Roman beendet hat, spürt man Andeutungen dieses Spuks zwischen den Zeilen, aber ohne dieses Wissen habe ich vor der Lektüre nichts davon wahrgenommen. Insgesamt hatte ich ein erwachseneres Buch erwartet und keins, was auf der Schwelle zwischen Jugendbuch und erwachsenem Roman liegt, ohne sich recht entscheiden zu können, wo es hingehört.

Jedoch, losgelöst von meinen persönlichen Erwartungen, hat dieser Roman mir gefallen. Er erzählt die Geschichte des 15-jährigen Óscars, Schüler eines Internats in Barcelona, der auf seinen Streifzügen durch alle Ecken der Stadt auf die gleichaltrige Marina trifft. Sie und ihr Vater Germán leben allein und zurückgezogen in einer großen Villa, an der der Zahn der Zeit schon lange nagt. Sie nehmen ihn auf in ihre kleine Familie und er wird Zeuge von Germáns Anfällen von Müdigkeit, die mit einer nicht näher benannten Krankheit einhergehen. Óscar wird Marinas bester und einziger Freund und gemeinsam werden sie in ein Abenteuer hineingerissen, das Ausmaße annimmt, die mit menschlichen Maßstäben nicht mehr zu ermessen sind. Sie stochern in der Vergangenheit eines der ehemals reichsten Männer der Stadt, der schon seit vielen Jahren tot ist. Viele Menschen erzählen ihnen die Geschichte dieses Michail Kolweniks, doch jeder erzählt sie anders. Als die beiden dann der Wahrheit auf die Spur kommen, ist sie ganz anders, als sie sich je hätten träumen lassen...

Man muss sich unbedingt bewusst machen, dass "Marina" kein realistischer Roman ist und auch mehr als nur eine kleine geheimnisumwobene Nuance besitzt. Dieser Roman konfrontiert einen mit zu neuem Leben erweckten Toten und ist daher ganz anders anzugehen als die beiden Romane "Der Schatten des Windes" oder "Das Spiel des Engels". Ich verorte ihn eher bei seinen Jugendbüchern, wenn auch etwas blutiger und mit mehr Tiefgang ausgerüstet. Ein Lesevergnügen, wenn man weiß, worauf man sich einlässt.
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54 von 59 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Eines vorweg: "Marina" ist nicht nur ein Liebesroman, sondern Carlos Ruiz Zafón vermischt hier die Genre und so ist er auch ein Gruselroman wie auch ein Märchen und geht auch ein wenig ins Fantastische. Selbst der Autor schreibt, dass sein Buch schwer in ein Genre einzuordnen sei. Wenn man sich aber auf diesen Genremix einlässt, hält man einen wunderbar gefühlvollen und auch sehr spannenden Roman in Händen, bei dem man lange nicht weiß, wie die Geschichte enden wird.

Óscar Drai ist ein 15-jähriger Junge, der in einem Internat in Barcelona lebt. Eines Tages entdeckt er ein ziemlich verwildertes, geheimnisvolles Haus, das sein Interesse weckt. Als er dort auf den Bewohner Germán Blau trifft, flüchtet er, ohne sich darüber bewusst zu sein, dass er noch die Taschenuhr in Händen hält, die er sich gerade angeschaut hat. Vom schlechten Gewissen geplagt, begibt er sich einige Tage später wieder zu dem Haus, um die Uhr zurück zu bringen. Dort trifft er auf die gleichaltrige Marina und ist sofort verzaubert von dem Mädchen. Sie freunden sich an und Marina führt Óscar schon bald zu einem verwunschenen, längst vergessenen Friedhof. Dort entdecken sie eine schwarz verschleierte Frau. Aus lauter Neugier folgen sie der alten Dame und geraten dabei in eine Geschichte, die sich so niemals hätten träumen lassen.

Óscar ist fasziniert von der frechen, wortgewandten, resoluten und doch so geheimnisvollen Marina, gegen deren Offenheit Óscar anfangs nichts entgegenzusetzen hat und sich oft wie ein Trottel fühlt. Und auch von ihrem Vater, dem sanft- und so schwermütigen Germán ist Óscar stark beeindruckt. Immer öfter zieht es ihn zu dem verwunschenen Haus der Beiden und findet bei ihnen bald das Zuhause, welches er so lange vermisst hat.

Anfangs entwickelt sich die Geschichte klar zu einem Liebesroman, den der Autor aus Sicht von Óscar erzählt. So taucht man schnell in seine zwiespältige Gefühlswelt ein, lernt einen sehr nachdenklichen, einsamen Jugendlichen kennen, der mit offenen, neugierigen Augen durch die Welt geht und der sich hoffnungslos in Marina verliebt hat. Doch schon bald nimmt der Roman Gruseleffekte an und man bekommt eine Geschichte erzählt, die von Größenwahn handelt und dadurch auch märchenhafte Züge annimmt. Und sie erzählt von einer grenzenlosen Liebe, die über den Tod hinaus geht.

Carlos Ruiz Zafón verzaubert einen ab der ersten Zeile. Er lässt durch seinen bildhaften und so farbenfrohen, sprachgewaltigen Schreibstil fast augenblicklich sein Barcelona vor dem inneren Auge entstehen und so spaziert man zusammen mit Marina und Óscar durch das Barcelona des Autors. Was mich schon bei "Der Schatten des Windes" absolut fasziniert hat, ist die Art von Zafón mit wenigen Worten seine Charaktere so präzise zu beschreiben, dass sie augenblicklich Gestalt annehmen. Und auch baut er wieder die Geschichten seiner verschiedenen Charaktere mit in seinem Roman ein und lässt sie diese selbst erzählen.

Fazit: Wenn man sich auf den Genremix einlässt und nicht nur einen Liebesroman erwartet, wird man von Carlos Ruiz Zafón persönlichstem Roman verzaubert sein.
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116 von 128 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 28. Mai 2011
Ich würde niemals behaupten, dass Zafon in der Lage ist, ein schlechtes Buch zu schreiben. Aber wenn sein nächstes und übernächstes Buch genauso gestrickt ist wie "Spiel des Engels" und "Marina", dann möchte ich behaupten, dass er entweder immer wieder die alten Strickmuster anwendet, oder dass ihm nichts mehr einfällt. "Schatten des Windes" nehme ich bewusst aus diesem Kontext, denn dieses Buch steht für sich alleine als eines der größten literarischen Meisterwerke.
Doch nun zu "Marina": Das Buch ist spannend und gut geschrieben.
ABER: Es erzeugt eine Stimmung absolut unnötigen Grusels. Ich selbst genieße es sehr, wenn eine Handlung immer wieder an ungewöhnliche, unheimliche, düstere Orte kommt. Ich liebe es, wenn mal ein alter Friedhof oder ein verlassenes Anwesen vorkommt. Wenn diese Düsternis als Gewürz oder Höhepunkt eingesetzt wird. Aber bei "Marina" erreicht dieses wahllose Erzeugen gruseliger Stimmungen einen traurigen Höhepunkt. Die Handlung entspinnt sich zwischen gewollt schaurigen Orten. Da wechseln sich versteckte Friedhöfe mit glasblinden Gewächsgäusern, alten Jugendstilvillen, Cherubin-gekrönten, vermoosten Brunnen, abbruchreifen Prunktheatern und - wer hätte das für möglich gehalten - der Kanalisation Barcelonas ab. Die Stimmung des Wetters ist immer extrem opulent und düster gehalten, als würden sich alle Elemente eifrig zusammen rotten, um mit aller Gewalt diese spezielle Atmosphäre zu schaffen. Und da kann ich trotz aller Lust an diesem Schauder sagen: Jetzt ist es aber mal gut. GENUG DAVON!
Das Ganze wirkt einfach zu gewollt. Wenn dann schreckliche Halb-Leiche-Halb-Puppe-Geschöpfe auftauchen, muss ich mich zwingen, das Buch nicht anzuschreien, dass es jetzt echt etwas zu sehr abdriftet. Das, was Zafon am besten kann - die Erzeugung dieser vergangenen, verfallenen Stimmung - gerät hier zu einer gnadenlosen, vollkommen übertriebenen Materialschlacht. Weniger wäre einfach mehr gewesen. Ich weiß nicht, ob ich noch mal eines seiner Bücher lesen möchte. Es kommt einfach nichts Neues, Überraschendes mehr von ihm. Und das ist jammerschade, denn er IST zweifelsohne einer der größten Literaten unserer Zeit.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Was seht ihr auf einem Friedhof?
Alte Gräber, verwelkte Blumen, Ruhe und Stille?
Marina sieht Erinnerungen hunderter Menschen, Leben, Gefühle, Illusionen, vergessene Träume, zu viele Enttäuschungen und Irrtümer. All das wird für immer fest gehalten.

Der Internatsschüler Oscar lernt Marina kennen, als er ihrem Vater die versehentlich gestohlene Uhr zurück bringt.
Auf die Frage warum er in das Haus eingebrochen sei, stammelt er "Ich bin kein Dieb. Es gibt für alles eine Erklärung. Wenn ich es gewagt habe, in ihr Haus einzudringen, dann, weil ich glaubte, es sein unbewohnt.."

«Ende der siebziger Jahre war Barcelona eine Fata Morgana von Boulevards und engen Gässchen, wo man alleine beim Betreten eines Hausflurs oder eines Cafés dreißig oder vierzig Jahre in die Vergangenheit zurückreisen konnte. In dieser magischen Stadt verliefen Zeit und Erinnerung, Geschichte und Fiktion wie Aquarelle im Regen. Dort war es, wo Kathedralen und aus Fabeln entsprungene Häuser im Klang von nicht mehr existierenden Straßen die Kulisse zu dieser Geschichte bildeten.»
[«Marina» von Carlos Ruiz Zafón; S. 13]

Es war das Geheimnisvolle, die Aura des Hauses, die ihn angezogen hat. Genauso geht es ihm auch mit Marina. Sie verabreden sich für den nächsten Tag und gehen zu einem alten Friedhof. Dort sehen sie eine schwarz gekleidete Frau, sie kommt jeden Sonntag um 10 Uhr, um eine Rose auf das Grab zu legen. Das Grab ist nicht im Register eingetragen und auf dem Grabstein steht kein Name.
Sie verfolgen die Frau und landen in einem alten Gewächshaus in dem schon lange keine Blumen mehr geblüht haben. Und erleben ein mörderisches Abenteuer, das sie nicht mehr loslässt. Sie scheinen verfolgt zu werden, sogar nach ihrem Leben wird getrachtet.
Trotzdem lässt sie die Geschichte, auf die sie gestoßen sind, nicht los und sie beginnen einen längst vergessenen Fall zu lösen.

Ich muss gestehen, dass ich bisher zu Carlos Ruiz Zafón keinen Zugang gefunden habe. Dieses Buch belehrt mich eines Besseren. Der Schreibstil ist wunderbar, die Sprache stilecht. Schon der erste Absatz zieht den Leser in die Tiefen des Buches und man ist erst bereit aufzutauchen, wenn der letzte Satz geschrieben ist.
Die Vergleiche der Sprachvielfalt "Mein Puls - Kastagnetten" sind witzig und mystisch zugleich. Das Buch ist eine Mischung aus Krimi, Mysteriethriller und Liebesroman.

Carlos Ruiz Zafón führt uns in sein geliebtes Barcelona und schafft es eine magische, wie auch düstere Atmosphäre aufzubauen. Wer schon mal in Barcelona war, wird noch tiefer in dieses Buch einsinken können.

Besonders froh war ich, dass der Autor seine sonst üblichen detailverliebten Beschreibungen auf ein Minimum reduziert hat. Die Protagonisten waren so für mich sehr viel greifbarer als im Bestseller des Autors 'Der Schatten des Windes'.
Ich konnte bei 'Marina' eine Verbindung herstellen und die Protagonisten, ob gut oder böse, wirken trotz des mystischen Themas so lebensnah und real.

Ich würde "Marina" als Jugendbuch empfehlen und für jeden, der bisher mit dem Autor nichts anfangen konnte. Ich hoffe nun auf weitere Werke von Carlos Ruiz Zafón, die in diese Richtung gehen.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Der in einem Heim aufwachsende Junge Oscar Drai streift gerne durch das alte Barcelona und geht häufig auf Entdeckungstour. Bei einer dieser Touren trifft er das gleichaltrige Mädchen Marina, das mit ihrem Vater in einer der alten Villen lebt. Aus dieser Begegnung entwickelt sich bald eine Freundschaft.

Marina bringt Oscar zu einem alten Friedhof, auf dem sie schon eine Weile eine merkwürdige alte Dame , die ganz in schwarz gekleidet ist , beobachtet. Diese Dame umgibt ein mysteriöses Geheimnis. Neugierig geworden, wollen die beiden Jugendlichen der Sache auf den Grund gehen und werden in das Abenteuer ihres Lebens gezogen. Seltsame, beunruhigende Dinge geschehen und Oscar gerät immer mehr in Gefahr. Aber auch Marina umgibt ein Geheimnis.

Ich habe dieses Buch schon vor einer Weile gelesen, habe mit der Bewertung aber gewartet, da ich mir erst einmal selbst darüber klar werden wollte, wie ich das Buch einordnen soll. Auf der einen Seite fand ich es sehr spannend, aber andererseits hat mich die äußerst gruselige und schaurige Handlung schon fast abgestoßen, sodass ich mich das ein oder andere Mal gefragt habe, ob ich das Buch wirklich zu Ende lesen soll. Die Neugier hat schließlich gesiegt und insgesamt war es auch nicht schlecht.

Die Sprache ist einfach, ja fast schon schlicht und die Schrift ist relativ groß gewählt. Manchmal könnte man meinen, ein Jugendbuch vor sich zu haben. Dagegen spricht meines Erachtens jedoch die ziemlich düstere Gruselgeschichte. Auch kommt meiner Meinung nach von den Persönlichkeiten der Hauptprotagonisten nicht genug herüber. Man erfährt nicht wirklich viel über deren Leben und Charakter.

Mich hat das Buch insgesamt etwas ratlos zurückgelassen, da ich mich des öfteren gefragt habe, was das Ganze soll. Allerdings werde ich es nicht so schnell vergessen, da ich doch irgendwie immer wieder mal darüber nachdenken muss. Mir fällt es schwer, ob ich es zur Lektüre weiterempfehlen soll oder nicht. Am besten jeder bildet sich sein eigenes Urteil darüber.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 13. Mai 2011
Inhalt:
Der 15-jährige Oscar streift eines Abends durch das Barcelona der 1970er Jahre und entdeckt eine abgelegene und scheinbar verlassene Villa. Er kann dem Haus nicht widerstehen, tritt ein und entdeckt eine Taschenuhr. Aufgeschreckt durch ein Geräusch, verlässt er das Haus und nimmt die Uhr mit. Aufgrund seiner starken Gewissensbisse will er die Uhr seinem Besitzer am nächsten Tag zurückgeben. Im Garten der Villa empfängt ihn die hübsche gleichaltrige Marina. Sie bringt ihn zu ihrem Vater, dem die Uhr gehört. Dieser verzeiht ihm den kurzem "Diebstahl" und lädt Oscar ein, Zeit mit ihm und seiner Tochter zu verbringen. Marina führt Oscar nun zu einem versteckten Friedhof, auf dem sie eine geheimnisvolle Frau in schwarz an einem namenlosen Grab beobachten. Die beiden folgen ihr und von nun an soll nichts mehr sein wie zuvor. Und was hat es mit dem schwarzen Schmetterling auf sich, der sie scheinbar verfolgt?

Eigene Meinung:
Bei Zafon möchte ich immer ein kleines Büchlein dabeihaben, in das ich die tollen Sätze, ja fast schon Weisheiten schreiben kann, die nahezu auf jeder Seite zu finden sind. Selten gelingt es einem Autor, den Leser von Beginn an zu fesseln, mit einer bildhaften Sprache zu verzaubern und die Figuren so lebendig werden zu lassen, dass man am Ende meint, neue Freunde gefunden zu haben.
Auch bei "Marina" steht wieder eine Liebesgeschichte im Vordergrund, die dramatischer nicht sein könnte. Der Gruseleffekt und die komplexe Geschichte, die Marina und Oscar aufdecken, tut ihr Übriges. Für Zafon Einsteiger und Fans definitiv empfehlenswert.
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11 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 6. September 2011
Im Vorwort seines Romans 'Marina' erklärt Carlos Ruiz Zafón, dass es sich dabei um sein erstes Buch nach drei Romanen für Jugendliche handelt. Dieser Umstand mag erklären, dass sich sein vierter Roman mitunter wie eine Abenteuergeschichte für Jugendliche liest, die mit einer derart rasanten, überladenen und teils gänzlich unglaubwürdigen Handlung aufwartet, dass man sich fragen mag, ob Zafón nur seines Namens wegen in einem der größten deutschsprachigen Verlage publiziert wurde.

Was man ihm auf alle Fälle zugute halten muss, ist die Dichte und das Detailreichtum, mit dem er in 'Marina' Barcelona vor den Augen des Lesenden zum Leben erweckt, und hier liegt für mich auch der große Pluspunkt des Romans: Die schwarze, dekadente, mitunter sehr beklemmende Stadt bildet das ideale Grundgerüst für die Handlung und fügt sich damit zu einem erzählerischen Gesamtkunstwerk. Was den Gesamteindruck aber deutlich mindert und dem Roman einen Dämpfer versetzt, sind die vielen Unregelmäßigkeiten im Buch und Szenen, die an den Haaren herbeigezogen wirken. Alles ist ein bisschen gar geheimnisvoll, gar mit viel Geschichte beladen, gar zu konstruiert.
Dass etwa just in jenem Moment, als die mysteriöse Dame in Schwarz das endgültige Geheimnis des Romans gelüftet hat, die gesammelte Armada des Bösen auftaucht und es zum finalen Showdown kommt, wirkt ganz einfach wie in einem schlechten Film, in dem der Drehbuchschreiber noch schnell eins Draufsetzten wollte. Auch scheint die Tatsache, dass, wie gegen Ende des Romans beschrieben, eine Frau mit einem Mann, dessen Körper sich in einem Auflösungsprozess befindet und den sie ohnehin kaum zu Gesicht bekommt, so ohne Weiteres und auf die Schnelle ein Kind bekommt, sehr unglaubwürdig. Derlei Szenen finden sich an vielen anderen Stellen, es wird immer ein bisschen dick aufgetragen, sodass man kaum zum Verschnaufen kommt, obwohl manche Pausen ganz angesagt wären.

Und genau das ist es, was beim Lesen von Zafóns 'Marina' schwerfällt: Dass man als Erwachsener oft das Gefühl hat, ein Jugendbuch in Händen zu halten, in dem es vor allem darum geht, möglichst viele aufregende, obskure, abenteuerliche Handlung aneinanderzureihen, um den Lesenden mit Spannung bei Laune zu halten. Das Abenteuer, - Horror und Actiongenre wird in 'Marina' sehr und für mich zu ausgiebig bedient, und man kann dem Autor oder dem Lektorat nur nahelegen: Weniger ist oft mehr.

Marina
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
TOP 500 REZENSENTam 11. April 2011
Liest man den Buchrückentext genauer, stellt man fest, dass es sich um das erste Buch von Zafón handelt, in dem er ein magisches und geheimnisvolles Barcelona vor den Augen der Leser entstehen lässt. Wenn Verlage die ersten Bücher von Bestseller-Autoren nachsetzen, bin ich immer etwas skeptisch, denn oft sind diese Bücher einfach nicht so gut und es wird nur der Bekanntheitsgrad des Autors genutzt, um auch diese Erstlinge gut zu verkaufen, doch hier war meine Skepsis unangebracht.

Wie auch in "Der Schatten des Windes" und in "Das Spiel des Engels" ist es das Düstere und Geheimnisvolle von Barcelona, das den Autor gereizt hat und wieder sind seine Handlungsorte eher in den Schatten der Stadt zu finden. Sein Protagonist Óscar Drai lebt in einem Internat und durchstreift in seiner Freizeit die Stadt. Als er in ein vermeintlich verlassenes Haus eindringt, lernt er Marina und ihren Vater German kennen. Marina, die spürt, dass Óscar auf der Suche nach etwas Besonderem ist, führt ihn zu einem unheimlichen Friedhof, auf dem eine in schwarz gekleidete Frau regelmäßig ein Grab besucht. Kurz darauf werden die beiden von der Geschichte um diese Frau gefangen und geraten durch ihre Nachforschungen immer näher an ein lang gehütetes und gefährliches Geheimnis.

Sie stoßen auf die Spur eines geheimnisvollen Liebespaares und ihrer verhängnisvollen Hochzeit und erfahren von der unheilvollen Forschungsarbeit eines der einflussreichsten Männer der Stadt. Doch die Vergangenheit ist noch nicht abgeschlossen und sie greift nach denen, die ihr zu Nahe kommen...

Es ist eine faszinierende Atmosphäre, die Zafón wie ein dunkles Tuch so meisterhaft über seine Figuren und Orte ausbreitet. Düster und melancholisch schimmert die Vergangenheit immer wieder in die Gegenwart und nimmt langsam und bedrohlich Gestalt an.

Ich würde das Ganze eher als Jugendbuch ansehen, das mit mystischen Elementen aufwartet und eindeutig in Richtung Gruselroman tendiert, denn zum Leben erweckte Tote und andere unheimliche Begegnungen mit unwirklichen Gestalten finden sich zu Hauf.

Ab und zu kommen beim Lesen Vergleiche mit den unglücklichen Phantomen und Verdammten in anderen Büchern auf und manchmal meint man, die Figur, zu der alle Wege führen, habe es schon einmal in einer anderen Geschichte gegeben.

Mein Fazit: "Marina" ist spannend und unheimlich und manchmal auch für ein Jugendbuch etwas sehr brutal, aber niemals langweilig. Die Handlung wirkt an einigen Stellen ein wenig konstruiert und kommt einem bekannt vor. Insgesamt erreicht das Buch noch nicht ganz die Qualität, die man von "Der Schatten des Windes" kennt, aber es lässt sich gut lesen und enttäuscht nicht.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 23. Dezember 2011
Zafons Sprache ist wie immer: dicht und verführerisch. Wir schlendern mit ihm durch das alte Barcelona, nehmen teil an seiner abenteuerlichen Geschichte - und das ist dieses Mal auch der Kritikpunkt. Diese Geschichte ist zu abenteuerlich, zu abstrus, zu unlogisch. Ich war enttäuscht, Herr Zafon. Zu enttäuscht, um mehr Sterne zu verteilen.
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30 von 37 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 12. April 2011
Der Duft der Freiheit lockt den 15-jährigen Internatsschüler Óscar Drai im Barcelona der 70er Jahre auf die Straßen. Auf einem seiner Streifzüge lernt er Marina kennen, ein junges Mädchen, ebenso hübsch wie geheimnisvoll.
Schon bald verbindet die beiden nicht nur eine tiefe Freundschaft, sondern auch ein dunkles Geheimnis. Auf den Spuren Michail Kolweniks erkunden Marina und Óscar die Stadt und eine düstere Vergangenheit. Die Geschichte des ehemals einflussreichsten Manns Barcelonas ist rätselhaft, jede Spur wirft neue Fragen auf. Als die beiden die wahren Ausmaße der grausamen Geschichte erkennen, ist ihr eigenes Schicksal bereits so eng daran geknüpft, dass ein Ausweg unmöglich erscheint... Und welches Geheimnis umgibt die eigenwillige Marina? Das zarte, verletzliche Mädchen, das Óscars Leben für immer verändern wird?

Marina hat mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt. Wie immer schafft es Zafón, in nur wenigen Worten oder Sätzen ganze Städte, Persönlichkeiten, Szenarien zu skizzieren. Die Geschichte hat mich aufgesogen und erst nach Stunden wieder losgelassen, als ich schließlich die letzte Seite umgeblättert und das Buch, den Tränen nahe, weggelegt habe.
Den Tränen nahe? Ja. Denn abseits der erschreckenden und grausamen Geheimnisse Barcelonas, erzählt Marina auch eine wunderbare, tiefe Liebesgeschichte, die mich sehr berührt hat.
Zafóns Sprache zaubert Bilder, erschafft Welten, erzählt die Geschichte nicht nur, sondern erweckt sie zum Leben.
Seine Charaktere sind facettenreich, menschlich, eigenwillig. Sein Barcelona ist ein düsterer Schauplatz, geheimnisumwoben auf eine gleichsam furchteinflößende und faszierende Weise.
Die Geschichte Michail Kolweniks mag in der Tat grausam und realitätsfern sein, aber gerade dieses Fantastische liebe ich an Zafóns Romanen. Es bleibt immer geheimnisvoll und spannend, ein unerklärliches Phänomen, ein schreckliches Schicksal und von den Toten wiedererweckte verzweifelte Seelen.
Wer eine sanfte Liebesgeschichte erwartet, ist mit Marina nicht gut bedient.
Wer in eine fantasievolle Welt mit einer ordentlichen Portion Horror, viel Gänsehaut und einer wunderbaren Geschichte von Freundschaft und Liebe versinken will, dem sei dieses Buch sehr ans Herz gelegt.
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