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am 10. April 2011
"Marina" ist ein guter Roman: spannend, mitreißend und geheimnisvoll erzählt er mehr als nur eine Liebesgeschichte. Doch "Marina" ist nicht das, was ich erwartet habe.
Im Vorwort zu diesem Roman spricht Zafón davon, dass dieses Buch sein liebstes sei, dessen Veröffentlichung ihm aber den meisten Verdruss beschert habe, da aus ihm etwas gemacht werden sollte, was es nicht war. Gerade im Hinblick darauf sollte man doch meinen, dass es wichtig ist, einen aussagekräftigen Klappentext zu entwerfen, der keine falschen Erwartungen beim Leser schürt. Zwar kann man dem Klappentext der aktuellen Ausgabe nicht nachsagen, er sei falsch, doch lässt er eben eine wichtige Komponente weg, die den Roman für mich in ein ganz anderes Licht rückt. "Marina" ist eben mehr als die Geschichte einer besonderen Freundschaft und Liebe, denn die Komponente, von der ich schrieb, ist Grusel und Horror, was ich schlichtweg nicht erwartet hatte. Liest man den Klappentext erneut, nachdem man den Roman beendet hat, spürt man Andeutungen dieses Spuks zwischen den Zeilen, aber ohne dieses Wissen habe ich vor der Lektüre nichts davon wahrgenommen. Insgesamt hatte ich ein erwachseneres Buch erwartet und keins, was auf der Schwelle zwischen Jugendbuch und erwachsenem Roman liegt, ohne sich recht entscheiden zu können, wo es hingehört.

Jedoch, losgelöst von meinen persönlichen Erwartungen, hat dieser Roman mir gefallen. Er erzählt die Geschichte des 15-jährigen Óscars, Schüler eines Internats in Barcelona, der auf seinen Streifzügen durch alle Ecken der Stadt auf die gleichaltrige Marina trifft. Sie und ihr Vater Germán leben allein und zurückgezogen in einer großen Villa, an der der Zahn der Zeit schon lange nagt. Sie nehmen ihn auf in ihre kleine Familie und er wird Zeuge von Germáns Anfällen von Müdigkeit, die mit einer nicht näher benannten Krankheit einhergehen. Óscar wird Marinas bester und einziger Freund und gemeinsam werden sie in ein Abenteuer hineingerissen, das Ausmaße annimmt, die mit menschlichen Maßstäben nicht mehr zu ermessen sind. Sie stochern in der Vergangenheit eines der ehemals reichsten Männer der Stadt, der schon seit vielen Jahren tot ist. Viele Menschen erzählen ihnen die Geschichte dieses Michail Kolweniks, doch jeder erzählt sie anders. Als die beiden dann der Wahrheit auf die Spur kommen, ist sie ganz anders, als sie sich je hätten träumen lassen...

Man muss sich unbedingt bewusst machen, dass "Marina" kein realistischer Roman ist und auch mehr als nur eine kleine geheimnisumwobene Nuance besitzt. Dieser Roman konfrontiert einen mit zu neuem Leben erweckten Toten und ist daher ganz anders anzugehen als die beiden Romane "Der Schatten des Windes" oder "Das Spiel des Engels". Ich verorte ihn eher bei seinen Jugendbüchern, wenn auch etwas blutiger und mit mehr Tiefgang ausgerüstet. Ein Lesevergnügen, wenn man weiß, worauf man sich einlässt.
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am 28. Mai 2011
Ich würde niemals behaupten, dass Zafon in der Lage ist, ein schlechtes Buch zu schreiben. Aber wenn sein nächstes und übernächstes Buch genauso gestrickt ist wie "Spiel des Engels" und "Marina", dann möchte ich behaupten, dass er entweder immer wieder die alten Strickmuster anwendet, oder dass ihm nichts mehr einfällt. "Schatten des Windes" nehme ich bewusst aus diesem Kontext, denn dieses Buch steht für sich alleine als eines der größten literarischen Meisterwerke.
Doch nun zu "Marina": Das Buch ist spannend und gut geschrieben.
ABER: Es erzeugt eine Stimmung absolut unnötigen Grusels. Ich selbst genieße es sehr, wenn eine Handlung immer wieder an ungewöhnliche, unheimliche, düstere Orte kommt. Ich liebe es, wenn mal ein alter Friedhof oder ein verlassenes Anwesen vorkommt. Wenn diese Düsternis als Gewürz oder Höhepunkt eingesetzt wird. Aber bei "Marina" erreicht dieses wahllose Erzeugen gruseliger Stimmungen einen traurigen Höhepunkt. Die Handlung entspinnt sich zwischen gewollt schaurigen Orten. Da wechseln sich versteckte Friedhöfe mit glasblinden Gewächsgäusern, alten Jugendstilvillen, Cherubin-gekrönten, vermoosten Brunnen, abbruchreifen Prunktheatern und - wer hätte das für möglich gehalten - der Kanalisation Barcelonas ab. Die Stimmung des Wetters ist immer extrem opulent und düster gehalten, als würden sich alle Elemente eifrig zusammen rotten, um mit aller Gewalt diese spezielle Atmosphäre zu schaffen. Und da kann ich trotz aller Lust an diesem Schauder sagen: Jetzt ist es aber mal gut. GENUG DAVON!
Das Ganze wirkt einfach zu gewollt. Wenn dann schreckliche Halb-Leiche-Halb-Puppe-Geschöpfe auftauchen, muss ich mich zwingen, das Buch nicht anzuschreien, dass es jetzt echt etwas zu sehr abdriftet. Das, was Zafon am besten kann - die Erzeugung dieser vergangenen, verfallenen Stimmung - gerät hier zu einer gnadenlosen, vollkommen übertriebenen Materialschlacht. Weniger wäre einfach mehr gewesen. Ich weiß nicht, ob ich noch mal eines seiner Bücher lesen möchte. Es kommt einfach nichts Neues, Überraschendes mehr von ihm. Und das ist jammerschade, denn er IST zweifelsohne einer der größten Literaten unserer Zeit.
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Eines vorweg: "Marina" ist nicht nur ein Liebesroman, sondern Carlos Ruiz Zafón vermischt hier die Genre und so ist er auch ein Gruselroman wie auch ein Märchen und geht auch ein wenig ins Fantastische. Selbst der Autor schreibt, dass sein Buch schwer in ein Genre einzuordnen sei. Wenn man sich aber auf diesen Genremix einlässt, hält man einen wunderbar gefühlvollen und auch sehr spannenden Roman in Händen, bei dem man lange nicht weiß, wie die Geschichte enden wird.

Óscar Drai ist ein 15-jähriger Junge, der in einem Internat in Barcelona lebt. Eines Tages entdeckt er ein ziemlich verwildertes, geheimnisvolles Haus, das sein Interesse weckt. Als er dort auf den Bewohner Germán Blau trifft, flüchtet er, ohne sich darüber bewusst zu sein, dass er noch die Taschenuhr in Händen hält, die er sich gerade angeschaut hat. Vom schlechten Gewissen geplagt, begibt er sich einige Tage später wieder zu dem Haus, um die Uhr zurück zu bringen. Dort trifft er auf die gleichaltrige Marina und ist sofort verzaubert von dem Mädchen. Sie freunden sich an und Marina führt Óscar schon bald zu einem verwunschenen, längst vergessenen Friedhof. Dort entdecken sie eine schwarz verschleierte Frau. Aus lauter Neugier folgen sie der alten Dame und geraten dabei in eine Geschichte, die sich so niemals hätten träumen lassen.

Óscar ist fasziniert von der frechen, wortgewandten, resoluten und doch so geheimnisvollen Marina, gegen deren Offenheit Óscar anfangs nichts entgegenzusetzen hat und sich oft wie ein Trottel fühlt. Und auch von ihrem Vater, dem sanft- und so schwermütigen Germán ist Óscar stark beeindruckt. Immer öfter zieht es ihn zu dem verwunschenen Haus der Beiden und findet bei ihnen bald das Zuhause, welches er so lange vermisst hat.

Anfangs entwickelt sich die Geschichte klar zu einem Liebesroman, den der Autor aus Sicht von Óscar erzählt. So taucht man schnell in seine zwiespältige Gefühlswelt ein, lernt einen sehr nachdenklichen, einsamen Jugendlichen kennen, der mit offenen, neugierigen Augen durch die Welt geht und der sich hoffnungslos in Marina verliebt hat. Doch schon bald nimmt der Roman Gruseleffekte an und man bekommt eine Geschichte erzählt, die von Größenwahn handelt und dadurch auch märchenhafte Züge annimmt. Und sie erzählt von einer grenzenlosen Liebe, die über den Tod hinaus geht.

Carlos Ruiz Zafón verzaubert einen ab der ersten Zeile. Er lässt durch seinen bildhaften und so farbenfrohen, sprachgewaltigen Schreibstil fast augenblicklich sein Barcelona vor dem inneren Auge entstehen und so spaziert man zusammen mit Marina und Óscar durch das Barcelona des Autors. Was mich schon bei "Der Schatten des Windes" absolut fasziniert hat, ist die Art von Zafón mit wenigen Worten seine Charaktere so präzise zu beschreiben, dass sie augenblicklich Gestalt annehmen. Und auch baut er wieder die Geschichten seiner verschiedenen Charaktere mit in seinem Roman ein und lässt sie diese selbst erzählen.

Fazit: Wenn man sich auf den Genremix einlässt und nicht nur einen Liebesroman erwartet, wird man von Carlos Ruiz Zafón persönlichstem Roman verzaubert sein.
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Der in einem Heim aufwachsende Junge Oscar Drai streift gerne durch das alte Barcelona und geht häufig auf Entdeckungstour. Bei einer dieser Touren trifft er das gleichaltrige Mädchen Marina, das mit ihrem Vater in einer der alten Villen lebt. Aus dieser Begegnung entwickelt sich bald eine Freundschaft.

Marina bringt Oscar zu einem alten Friedhof, auf dem sie schon eine Weile eine merkwürdige alte Dame , die ganz in schwarz gekleidet ist , beobachtet. Diese Dame umgibt ein mysteriöses Geheimnis. Neugierig geworden, wollen die beiden Jugendlichen der Sache auf den Grund gehen und werden in das Abenteuer ihres Lebens gezogen. Seltsame, beunruhigende Dinge geschehen und Oscar gerät immer mehr in Gefahr. Aber auch Marina umgibt ein Geheimnis.

Ich habe dieses Buch schon vor einer Weile gelesen, habe mit der Bewertung aber gewartet, da ich mir erst einmal selbst darüber klar werden wollte, wie ich das Buch einordnen soll. Auf der einen Seite fand ich es sehr spannend, aber andererseits hat mich die äußerst gruselige und schaurige Handlung schon fast abgestoßen, sodass ich mich das ein oder andere Mal gefragt habe, ob ich das Buch wirklich zu Ende lesen soll. Die Neugier hat schließlich gesiegt und insgesamt war es auch nicht schlecht.

Die Sprache ist einfach, ja fast schon schlicht und die Schrift ist relativ groß gewählt. Manchmal könnte man meinen, ein Jugendbuch vor sich zu haben. Dagegen spricht meines Erachtens jedoch die ziemlich düstere Gruselgeschichte. Auch kommt meiner Meinung nach von den Persönlichkeiten der Hauptprotagonisten nicht genug herüber. Man erfährt nicht wirklich viel über deren Leben und Charakter.

Mich hat das Buch insgesamt etwas ratlos zurückgelassen, da ich mich des öfteren gefragt habe, was das Ganze soll. Allerdings werde ich es nicht so schnell vergessen, da ich doch irgendwie immer wieder mal darüber nachdenken muss. Mir fällt es schwer, ob ich es zur Lektüre weiterempfehlen soll oder nicht. Am besten jeder bildet sich sein eigenes Urteil darüber.
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TOP 500 REZENSENTam 24. November 2015
Der bereits 1999 in Spanien erschienene Erstlingsroman von Carlos Ruiz Zafón, der in Deutschland eher aufgrund der in deutscher Übersetzung schon länger verfügbaren Werke „Der Schatten des Windes“ und „Das Spiel des Engels“ bekannt ist, wird vom Autor selbst als das persönlichste Buch beschrieben. Der 1964 in Barcelona geborene Autor besuchte eben jene Jesuitenschule Sarriá, in der auch Oscár, der Held des Romans lebt. Die Verliebtheit des Autors in seine Stadt spricht aus jeder Seite seiner Bücher. Sie wurde oft kritisiert – wer jedoch „Marina“ gelesen hat, ist entweder mutig und fährt nach Barcelona um die geheimen Winkel und dunklen Orte zu entdecken, die ihn im Buch in den Bann gezogen haben; oder er wird Barcelona nie mehr besuchen und fragt sich, ob die im Schatten und Untergrund verborgenen Kreaturen nicht auch ihn überraschen könnten, wenn er nach Einbruch der Dunkelheit durch die Gassen der Stadt streift.

„Marina“ ist der Bericht von Oscár über seine Erlebnisse mit Marina, der zweiten Heldin des Buches vor über 15 Jahren. Oscárs Prolog aus der Gegenwart endet mit der Feststellung: „Wir alle haben im Dachgeschoss der Seele ein Geheimnis unter Verschluss. Das hier ist das meine.“ Der folgende Bericht aus Sicht Oscárs nimmt den Leser mit auf die Suche nach dem Geheimnis der Schwarzen Dame, die jeden letzten Sonntag des Monats ein Grab auf einem verschwiegenen Friedhof besucht, das mit einem schwarzen Schmetterling verziert ist. Der Leser wird ebenso wie Oscár und Marina in eine Geschichte gezogen, die sich nach und nach bruchstückhaft aus den Lebensbeichten der von Oscár und Marina aufgesuchten Personen zusammensetzt. Die verschiedenen Geschichten in der Geschichte offenbaren die Schicksale und Lebenswege vieler an der Handlung beteiligter Personen. Auf ihrem Weg, das Rätsel der Schwarzen Dame zu lösen, werden Oscár und Marina immer tiefer in die Handlung hinein gezogen, so dass sie am Ende, als sich das Puzzle zusammensetzen lässt, kaum mehr entrinnen können.

Die großen Themen des Buches sind die unerschütterliche Liebe über alle Krankheiten, Gebrechen und Schicksalsschläge hinweg, sowie die Suche nach einem Weg, der grausamen Natur Einhalt zu gebieten und den Tod aufzuhalten. Dieser Weg, den der ebenso mysteriöse wie getriebene Michail Kolwenik, auf dessen Spuren sich Oscár und Marina begeben, findet, geht über Leichen. Die Schauplätze, an denen sich mit brutaler und hässlicher Fratze ein Mosaikstein des Rätsels nach dem anderen zusammenfügt, lassen den Leser schaudern. Die Sprachgewalt des Autors und die Fähigkeit, wie auf einer Kinoleinwand mit plötzlichen Wendungen rasante Schnitte im Kopfkino zu erzeugen, lassen den Herzschlag des Lesers galoppieren. Ein Buch, das aufgrund des Tempos der Geschichte und des packenden Sprachstils des Autors in kürzester Zeit verschlungen werden will.

Alle Attribute, die diesem Roman zugesprochen werden können (mysteriös, packend, phantastisch, schaurig, erschreckend, ängstigend, verzückend, herzerwärmend, zu Tränen rührend), sollten jeden davon überzeugen, dieses Buch zur Hand zu nehmen.
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am 24. Mai 2013
Erster Satz: “Marina sagte einmal zu mir, wir erinnerten uns nur an das, was nie geschehen sei.”

Marina ist ein junges Mädchen, das ohne Mutter, aber bei seinem Vater aufwächst, sie ist nie zur Schule gegangen. Alles was sie an Wissen benötigt, hat ihr Vater sie gelehrt. Ihr begegnet der junge 15 Jahre alte Oscar, ein Internatsschüler, der sich in Marina verliebt. Er ist es auch, der die Geschichte aus seiner Sicht erzählt.
Eher zufällig stolpern sie in seltsame Ereignisse hinein. Eine verschleierte Person, albtraumhafte Kreaturen, zerstümmelte Marionetten und ein Geheimnis das es zu ergründen gibt, sorgen für Spannung im Stile der alten Horrormeister wie Bram Stoker, Edgar Allan Poe und Mary Shelley. Letzter Name findet sich als Dr. Maria Shelley sicherlich nicht zufällig im Buch wieder.

Der Roman liest sich zu Beginn wie eine zarte Liebesgeschichte, eine adjektivlastige Sprache unterstützt die Handlung und passt hier sehr gut. Doch als Marina und Oscar versuchen die Geheimnisse aufzudecken, ertappe ich mich, dass ich an Die Drei ??? denke und fühle mich eher in einem Jugendroman versetzt, was zwar zur Sprache passen mochte, aber nicht zu dem vielversprechenden Anfang und der Tatsache, dass Marina und Oscar viel älter wirken. Die Liebesgeschichte wird nicht intensiviert und nur noch oberflächlich behandelt. Erst am Ende wird darauf wieder eingegangen. Stetige Rückblicke und Erzählungen der von Marina und Oscar befragten Personen werden bis zum Ende hin schneller und lassen die Perspektive von einer ICH-Person in die nächste wechseln. An einigen Stellen stolperte ich über “Schnittfehler”, es fehlten anscheinend Sätze, die dem Lektorat oder der Übersetzung zum Opfer gefallen sein könnten oder nie dagewesen sind – so oder so, das hemmte den Lesefluss. Der Roman scheint in drei Abschnitten unterteilt. Anfang, Mitte, Ende. Zusammen hängen aber nur Anfang und Ende. Die Mitte steht für sich allein. Das letzte Drittel des Romans vergaloppiert sich in haarsträubende Geschichten, denen leider die Klasse der eben genannten Horrormeister fehlt. Zu viel Frankenstein, zu wenig Zusammenhänge. Das ist schade, denn die erste Hälfte und auch die Aussicht auf einen wunderbaren Gruselroman der alten Schule hat mir ausnehmend gut gefallen.

Ich muss mich für meine Meinung bei Carlos Ruiz Zafón entschuldigen, denn in seinem Vorwort berichtet er, dass “Marina” sein ehrgeizigster und persönlichster Roman sei, den er 1996/97 geschrieben hat. Doch ich selbst weiß, wie es sich als Schriftsteller anfühlt, wenn der Leser nicht das Gleiche darin sieht und erkennt wie derjenige, der den Roman verfasst hat. Vergessen Sie das alles, es ist nur meine dumme, subjektive Meinung, Señor Zafón.

Noch ein letztes Wort zum Klappentext: “Marina” ist mystisch und gruselig. Ein Horrorroman der alten Schule. Davon steht auf dem Klappentext jedoch nichts. Vielmehr wird von großen Gefühlen – negative wie positive – und über Ereignisse berichtet, die Oscars und Marinas Leben verändern werden. Wer daraus resultiert, einen spannenden Liebesroman mit Verwirrungen und Verstrickungen zu lesen, an dem am Ende alles gut wird, dürfte von “Marina” mehr als enttäuscht sein. Hier hätte der Verlag ein bisschen mehr Informationen zur gruseligen Handlung preisgeben dürfen.

Fazit: Trotz aller Kritik habe ich “Marina” gern gelesen.

Carlos Ruiz Zafón
Marina
Roman
S. Fischer Verlag, 2011
Der Roman ist als Hardcover, Taschenbuch und eBook erhältlich.
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Der Roman enthält autobiographische Elemente. Hierzu zählen Óscars Streifzüge durch das nächtliche Barcelona, die beschriebene Gefühlswelt, das katholische Internat und Mädchen wie Marina. Die Geschichte selbst ist erfunden oder das Abbild einer Innenwelt, wie unschwer zu erkennen ist, wenn man sich im letzten Drittel des Buches befindet.

Carlos Ruiz Zafón ist in Barcelona geboren und hat dort die Jesuitenschule in Sarriá besucht. Auf seinen Streifzügen durch das nächtliche Barcelona schlenderte er durch einsame Gassen, erforschte verfallene Villen und überquerte finstere Friedhöfe. Auch Mädchen, die Marina gleichen, lernte Zafón in seiner Jugend kennen. Damit enden die autobiographischen Züge in diesem Roman. "Ich glaube, ich habe versucht, damit auszudrücken, dass dies der erste von mir geschriebene Roman ist, der sich wie "ich" anfühlt und nicht so, als ob ich versuchte, jemand anderes zu sein." Es ist mehr die Gefühlswelt und weniger der reale Gehalt des Romans, mit dem sich der Autor identifiziert.

"Marina" ist eine Mischung aus Abenteuer, Krimi, Liebesgeschichte und Horror. Diese Vielschichtigkeit ist ein Element, welches die Leser auch aus Zafóns anderen Büchern kennen. "Marina" wirkt wie ein phantastischer und ein wenig abgedrehter Übergangsroman zu seinem Bestseller "Der Schatten des Windes". Auffallend sind Zafóns Ausdrucksstärke, seine zahlreichen Metaphern und Bilder, die seine Bücher geheimnisvoll und mystisch wirken lassen und seine Szenebeschreibungen und die schicksalhaften Begegnungen. Wenn man den Autor aus anderen Büchern kennt, erkennt man ihn in "Marina" wieder.

Die Geschichte selbst lässt am Anfang noch nicht erahnen, in welche Richtung sie sich bewegen wird. Auch wenn dieser Stil für Spannung sorgt, gleitet die Geschichte derb ins Phantastische ab. Werden hier Traumwelten und jugendliche Gefühlswallungen literarisch verarbeitet? Ist nur auf diese Weise der "Zugang zu diesem Dachgeschoss der Seele" möglich? Die Antworten kennt nur der Autor.

"Der Schatten des Windes" stand für mich unter dem Motto "Im Bann des Schicksals". Dies trifft auch auf "Marina" zu. Auch hier geht es um einen Entwicklungssprozess. Diesmal ist es nicht Daniel Sempere, sondern der Autor selbst, der einen Reifungsprozess durchmacht. "Marina" ist nicht der beste Roman von Carlos Ruiz Zafón. Die Fans seines verzaubernden Stils werden es dennoch lesen.
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VINE-PRODUKTTESTERam 7. August 2011
Was seht ihr auf einem Friedhof?
Alte Gräber, verwelkte Blumen, Ruhe und Stille?
Marina sieht Erinnerungen hunderter Menschen, Leben, Gefühle, Illusionen, vergessene Träume, zu viele Enttäuschungen und Irrtümer. All das wird für immer fest gehalten.

Der Internatsschüler Oscar lernt Marina kennen, als er ihrem Vater die versehentlich gestohlene Uhr zurück bringt.
Auf die Frage warum er in das Haus eingebrochen sei, stammelt er "Ich bin kein Dieb. Es gibt für alles eine Erklärung. Wenn ich es gewagt habe, in ihr Haus einzudringen, dann, weil ich glaubte, es sein unbewohnt.."

«Ende der siebziger Jahre war Barcelona eine Fata Morgana von Boulevards und engen Gässchen, wo man alleine beim Betreten eines Hausflurs oder eines Cafés dreißig oder vierzig Jahre in die Vergangenheit zurückreisen konnte. In dieser magischen Stadt verliefen Zeit und Erinnerung, Geschichte und Fiktion wie Aquarelle im Regen. Dort war es, wo Kathedralen und aus Fabeln entsprungene Häuser im Klang von nicht mehr existierenden Straßen die Kulisse zu dieser Geschichte bildeten.»
[«Marina» von Carlos Ruiz Zafón; S. 13]

Es war das Geheimnisvolle, die Aura des Hauses, die ihn angezogen hat. Genauso geht es ihm auch mit Marina. Sie verabreden sich für den nächsten Tag und gehen zu einem alten Friedhof. Dort sehen sie eine schwarz gekleidete Frau, sie kommt jeden Sonntag um 10 Uhr, um eine Rose auf das Grab zu legen. Das Grab ist nicht im Register eingetragen und auf dem Grabstein steht kein Name.
Sie verfolgen die Frau und landen in einem alten Gewächshaus in dem schon lange keine Blumen mehr geblüht haben. Und erleben ein mörderisches Abenteuer, das sie nicht mehr loslässt. Sie scheinen verfolgt zu werden, sogar nach ihrem Leben wird getrachtet.
Trotzdem lässt sie die Geschichte, auf die sie gestoßen sind, nicht los und sie beginnen einen längst vergessenen Fall zu lösen.

Ich muss gestehen, dass ich bisher zu Carlos Ruiz Zafón keinen Zugang gefunden habe. Dieses Buch belehrt mich eines Besseren. Der Schreibstil ist wunderbar, die Sprache stilecht. Schon der erste Absatz zieht den Leser in die Tiefen des Buches und man ist erst bereit aufzutauchen, wenn der letzte Satz geschrieben ist.
Die Vergleiche der Sprachvielfalt "Mein Puls - Kastagnetten" sind witzig und mystisch zugleich. Das Buch ist eine Mischung aus Krimi, Mysteriethriller und Liebesroman.

Carlos Ruiz Zafón führt uns in sein geliebtes Barcelona und schafft es eine magische, wie auch düstere Atmosphäre aufzubauen. Wer schon mal in Barcelona war, wird noch tiefer in dieses Buch einsinken können.

Besonders froh war ich, dass der Autor seine sonst üblichen detailverliebten Beschreibungen auf ein Minimum reduziert hat. Die Protagonisten waren so für mich sehr viel greifbarer als im Bestseller des Autors 'Der Schatten des Windes'.
Ich konnte bei 'Marina' eine Verbindung herstellen und die Protagonisten, ob gut oder böse, wirken trotz des mystischen Themas so lebensnah und real.

Ich würde "Marina" als Jugendbuch empfehlen und für jeden, der bisher mit dem Autor nichts anfangen konnte. Ich hoffe nun auf weitere Werke von Carlos Ruiz Zafón, die in diese Richtung gehen.
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Über die Qualität von Zafóns Bestseller "Der Schatten des Windes" muss man wohl nicht lange diskutieren. Aber gerade weil so viele Leser und Hörer von diesem Roman begeistert sind, möchte ich vor der Schreibübung warnen, als die ich "Marina" ansehe. Jedenfalls ist es kein Zufall, dass Carlos Ruiz Zafón nicht gleich berühmt wurde, als Marina 1999 erschien. Denn es ist einfach eine schlechte Geschichte mit allzu vielen handwerklichen Fehlern. Und wenn ich das Hörbuch trotzdem mit 3 Sternen bewerte, dann ist dies in erster Linie als Kompliment an Andreas Pietschmann zu sehen. Ihm ist es zu verdanken, dass ich 445 Minuten zuhörte, wie sich unrealistische Figuren durch eine unrealistische Geschichte hangeln. Gute Texte können durch einen schlechten Sprecher verdorben werden. Aber schlechte Texte lassen sich auch durch so gute Erzähler wie den jungen deutschen Schauspieler nicht retten.

Die Story ist sehr viel dünner als das Buch. Zwei Teenager, die sich allerdings eher wie Erwachsene verhalten, geraten in eine Geschichte, die Leser von "Der Schatten des Windes" eigentlich schon kennen. Zumindest deren wichtigste Zutaten, die da wären: Friedhöfe, Geister, vermummte Gestalten, Leichen, High Tech-Marionetten, eine Weiterentwicklung von Frankenstein und Liebende, die nicht zueinander finden können. Der Internatsschüler Oscar verfällt gleich zu Beginn des Buches der schönen und rätselhaften Marina. Und zusammen tauchen die beiden in ein untergegangenes Barcelona ein, um einem Geheimnis auf die Spur zu kommen, das eigentlich niemand lüften will.

Würde der Roman als Übungsmaterial in einem Schreibkurs genutzt, so hätten die Teilnehmer bestimmt Freude, dass es ihnen der Autor so leicht macht, die handwerklichen Ungereimtheiten zu entdecken. Denn immer wieder stösst man auf blinde Motive, schlecht geglückte Metaphern, dramaturgische Schwächen und Übertreibungen, Unstimmigkeiten bei der Zeichnung der Figuren und banale Klischees.

Mein Fazit: Eine Gruselgeschichte, die eher an einen gut gemachten Dreigroschenroman als an die späteren Werke von Carlos Ruiz Zafón erinnert. Zumindest was die Qualität des Schreibens betrifft. Inhaltlich nimmt "Marina" vieles vorweg, was "Der Schatten des Windes" erzählt. Drei Sterne, weil Andreas Pietschmann einen schlechten Text zu einer unterhaltsamem Aufführung bringen kann.
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am 6. September 2011
Im Vorwort seines Romans 'Marina' erklärt Carlos Ruiz Zafón, dass es sich dabei um sein erstes Buch nach drei Romanen für Jugendliche handelt. Dieser Umstand mag erklären, dass sich sein vierter Roman mitunter wie eine Abenteuergeschichte für Jugendliche liest, die mit einer derart rasanten, überladenen und teils gänzlich unglaubwürdigen Handlung aufwartet, dass man sich fragen mag, ob Zafón nur seines Namens wegen in einem der größten deutschsprachigen Verlage publiziert wurde.

Was man ihm auf alle Fälle zugute halten muss, ist die Dichte und das Detailreichtum, mit dem er in 'Marina' Barcelona vor den Augen des Lesenden zum Leben erweckt, und hier liegt für mich auch der große Pluspunkt des Romans: Die schwarze, dekadente, mitunter sehr beklemmende Stadt bildet das ideale Grundgerüst für die Handlung und fügt sich damit zu einem erzählerischen Gesamtkunstwerk. Was den Gesamteindruck aber deutlich mindert und dem Roman einen Dämpfer versetzt, sind die vielen Unregelmäßigkeiten im Buch und Szenen, die an den Haaren herbeigezogen wirken. Alles ist ein bisschen gar geheimnisvoll, gar mit viel Geschichte beladen, gar zu konstruiert.
Dass etwa just in jenem Moment, als die mysteriöse Dame in Schwarz das endgültige Geheimnis des Romans gelüftet hat, die gesammelte Armada des Bösen auftaucht und es zum finalen Showdown kommt, wirkt ganz einfach wie in einem schlechten Film, in dem der Drehbuchschreiber noch schnell eins Draufsetzten wollte. Auch scheint die Tatsache, dass, wie gegen Ende des Romans beschrieben, eine Frau mit einem Mann, dessen Körper sich in einem Auflösungsprozess befindet und den sie ohnehin kaum zu Gesicht bekommt, so ohne Weiteres und auf die Schnelle ein Kind bekommt, sehr unglaubwürdig. Derlei Szenen finden sich an vielen anderen Stellen, es wird immer ein bisschen dick aufgetragen, sodass man kaum zum Verschnaufen kommt, obwohl manche Pausen ganz angesagt wären.

Und genau das ist es, was beim Lesen von Zafóns 'Marina' schwerfällt: Dass man als Erwachsener oft das Gefühl hat, ein Jugendbuch in Händen zu halten, in dem es vor allem darum geht, möglichst viele aufregende, obskure, abenteuerliche Handlung aneinanderzureihen, um den Lesenden mit Spannung bei Laune zu halten. Das Abenteuer, - Horror und Actiongenre wird in 'Marina' sehr und für mich zu ausgiebig bedient, und man kann dem Autor oder dem Lektorat nur nahelegen: Weniger ist oft mehr.

Marina
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