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am 16. März 2012
Gar nicht so einfach ist es, eine differenzierte und sachgerechte Geschichte des FBI zu Papier zu bringen. Jenes Dienstes zwischen Legenden von hochkompetenten 'G-Man' aus der Kaderschmiede in Quantico, und den Anwürfen mitsamt des tiefen Misstrauens inneramerikanisch gegen diese teilweise als 'Privattruppe Hoovers' geltenden kriminalpolizeiliche Einheit, oder eher auch als 'Intrigenschmiede' wahrgenommenen Dienstes. Die untrennbar verknüpft ist mit ihrem Gründer J. Edgar Hoover, mit dessen umfangreicher Aktensammlung, dessen politischer Einflussnahme gegen etwaige 'Kommunisten', gegen Politiker, gegen eben jeden, der als 'Störung' gelten hätte können.

Gelungen aber ist es Tim Weiner. Eine tatsächlich differenzierte Darstellung, welche die 'dunklen' Seiten der Vergangenheit gerade unter Hoover und in dessen Person nicht auslässt, diese aber durchaus zu erden versteht und zudem auf knapp 590 Seiten Text ebenso die 'normale' Arbeit der Behörde darzustellen vermag wie die Struktur des Dienstes und seine wechselhafte Geschichte (lange Jahre in sichtbarer Konkurrenz zur CIA, durchaus mit negativen Folgen, was z.B. die Terrorbekämpfung anging).

Tim Weiner pflegt bei all seinen Darstellungen einen erzählerischen, flüssig dahin laufenden Stil, der das Buch in Teilen fast wie einen Agententhriller (die Verflechtungen, Korruptionen, die investigative Arbeit allein schon in den 20er Jahren gegenüber dem kommunistischen Untergrund lohnt das Lesen in ihrer spanenden Darstellungen) daherkommen lässt und damit für eine anregende Lektüre sorgt.

Von diesen Anfängen des FBI und dessen intensiver Prägung durch und unter Hoover über die Zeit des kalten Krieges, Vietnam, Watergate, bis hin zu den Ereignissen im September 2001 (und darüber hinaus) reichen die vielfältigen, durchweg informativen und spannenden Geschichten, die Weiner akribisch auch neu zugänglichen Quellen entnimmt, wie auch seine Analysen eine durchaus verständliche und differenzierte Darstellung beinhalten.

Natürlich ist zu weiten Teilen J. Edgar Hoover Zentrum des Geschehens. In seiner Detailversessenheit, seinem Talent, eine hervorragende Struktur im Dienst herzustellen, aber auch in seiner Hybris, seiner ungezügelten Eigenart, sehr persönlich den Dienst auszurichten und zu nutzen und seinen durchaus vielfache einfach auch illegalen Aktionen. Gesetze beugte Hoover vielfach und immer da, wo sie ihm hinderlich waren. Lebensleistung und Fehlurteile, Stärken und Schwächen des prägenden Mannes kommen so umfassend im Buch zur Geltung, was alleine schon eine Leistung angesichts einer solch polarisierenden Figur der Zeitgeschichte ist. Keine Frage, dass der Tod Hoovers 1972 zunächst ein intensives Vakuum und sich auflösende Strukturen nach sich zog. Diese zeigt Weiner detailliert auf und lässt den Leser am Ende des Buches teilhaben an einem sich Jahrzehnte später energisch fangenden und wieder erstarkenden FBI in durchaus veränderter Form.

Informativ, spannend, in vielen Geschichten wie ein Thriller zu lesen und äußerst sachkundig, vollzieht Weiner ein großes Stück moderner, amerikanischer Zeitgeschichte des letzten Jahrhunderts nach. Und dies im überwiegenden Teil des Buches gespiegelt und gebrochen an der Person des Gründers, J. Edgar Hoover, bei dem manches Mal schon der Eindruck entsteht, dass hier keine Bundesbehörde, sondern ein ganz persönlicher Ermittlungsdienst geführt wurde. Bei dem die Geschichte des FBI aber weder stehen bleibt noch endet. Sehr empfehlenswert.
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TOP 500 REZENSENTam 15. August 2014
Berühmt und berüchtigt: das FBI. Einige setzen ihre Hoffnung in den Kampf seiner "Special Agents" gegen das organisierte Verbrechen, Korruption und Terrorismus. Andere halten es aufgrund seiner illegalen Verhaftungen, Einbrüchen und Lauschangriffen für einen dunklen Staat im Staate. Doch was ist Legende, was ist Realität? Tim Weiner schreibt die Geschichte dieser mächtigen Organisation neu. Sein Buch, das auf bislang unbekannten Quellen basiert, erhellt dunkle Seiten der amerikanischen Geschichte und stellt die Machenschaften des FBI in einen politischen Kontext.
Gewaltig ausholend und auch erschöpfend widmet sich der Autor dem FBI. Er konzentriert sich dabei auf die Geschichte des Geheimdienstes, nicht die der Polizeieinheit: Deshalb kann man auch kaum etwas von FBI-Legenden wie etwa dem Al-Capone-Jäger Eliott Ness lesen. Dafür kommt eine ganz andere und unbekanntere Seite ans Tageslicht: das FBI als Inlands- und sogar Auslandsgeheimdienst, der oft, ähnlich wie die CIA, ohne oder sogar gegen konkrete Aufträge der eigenen Regierung arbeitet. Von den Anfängen 1908, wie sich aus einer kleinen Agentur zwielichtiger Gestalten eine einflussreiche geheimdienstliche Organisation herausbildete, über zentrale Stationen wie Vietnam und Watergate bis zu 9/11 reicht der Bogen. Die Strukturen des FBI und die Arbeit des sogar im Weißen Haus gefürchteten langjährigen Chefs J. Edgar Hoover stehen im Mittelpunkt der Studie. Der Autor vermittelt die grundsätzliche Spannung zwischen Freiheit und Sicherheit, ebenso wie verstörenden Aktivitäten des FBI gegen die eigenen Bürger.
Mit kritische Distanz und einer differenzierte Sichtweise auf seinen Gegenstand werden wir kenntnisreich in die Materie eingeführt. Bemerkenswerte ist die Faktendichte, die nachprüfbaren Belege und die Präzision in der Analyse
Entstanden ist eine akribisch recherchierte nüchterne Reportage, die uns nicht nur brandneue Dokumente und Quellen zugänglich macht, sondern uns auch auf differenzierte Weise einweiht in die Arbeitsweise und die Machenschaften einer Behörde, die oft scharf am Rand des Legalen agierte.
Informativ, flüssig und fast kurzweilig, in vielen Geschichten wie ein Thriller zu lesen und äußerst sachkundig, zeichnet der Autor ein großes Stück moderner, amerikanischer Zeitgeschichte des letzten Jahrhunderts nach. Die Verflechtungen, Korruptionen, die investigative Arbeit allein schon in den 20er Jahren gegenüber dem kommunistischen Untergrund lohnt das Lesen in ihrer spanenden Darstellungen.
Insgesamt eine großartige Geschichte des FBI, aber auch ein Lehrstück zur demokratischen Staatsform an sich: vom unvermeidlichen Ringen zwischen der Freiheit und Mündigkeit des Staatsbürgers einerseits und von Kontrolle, Überwachung und Einschränkung ebendieser Freiheit im Namen von Sicherheit und Berechenbarkeit andererseits. Das Buch ist hochinteressant und sehr erschreckend. Interessant, weil man sehr viel über interne Machtkämpfe, Intrigen und unprofessionelles Handeln dieser gigantischen Behörde erfährt. Erschreckend, weil man die ungeheure Machtfülle eines Einzelnen (Hoover) hautnah miterlebt.
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am 23. April 2012
Das Buch ist hochinteressant und sehr erschreckend.

Interessant, weil man sehr viel über interne Machtkämpfe, Intrigen und unprofessionelles Handeln dieser gigantischen Behörde erfährt.

Erschreckend, weil man die ungeheure Machtfülle eines Einzelnen (Hoover) hautnah miterlebt.

Die ersten 2/3 des Buches beschäftigen sich mit der Entstehungsgeschichte des FBI im Jahre 1908 und den folgenden Ereignissen bis in das Jahr 1974. Man erfährt, dass nicht nur Senator McCarthy eine Kommunistenhasser- und Jäger war. Vielmehr war es Hoover, der eine wahre Kommunisten-Paranoia entwickelte. Hinter jeder Hausecke vermutete Hoover eine rote Verschwörung. Allerdings nicht ganz unberechtigt. Ich habe z.B. nicht gewusst, dass die Bürgerrechtsbewegung eines Martin Luther King zum Teil von den Sowjets finanziert wurde.
Was folgte, war eine Verletzung der Bürgerrechte, die einmalig war. Es wurden ohne richterliche Verfügung Telefone abgehört, in private Wohnungen und in Büros eingebrochen, verhaftet... das Motto war "Schuldig bei Verdacht". Absoluter Irrsinn.
Und ganz nebenbei sammelte Hoover Informationen über jeden, der ihm potentiell gefährlich werden konnte. Die US-Präsidenten, unter denen Hoover diente, sahen ihn und seine Methoden größtenteils als wichtige Sperrspitze im Kampf gegen die Roten und ließen ihn schalten und walten. Sie stellten ihm regelrechte Freibriefe aus, um seine illegalen Mittel voll auszuschöpfen.

Nachdem dann die Kommunistische Partei in den USA nahezu zerschlagen war, entstand ein neues Feindbild: Die Sowjets. Auf einmal war (fast) jeder ein potentieller Sowjet-Agent. Auch nicht ganz unberechtigt. Bis zur Gründung der CIA war das FBI mit der Spionage und Gegenspionage beauftragt.
Leider konnten sie das nicht so gut.

Als JFK Präsident wurde, hatte es Hoover zunächst etwas schwerer, als zuvor. Nur wusste er über das wohl sehr anregende Privatleben des Präsidenten zu viel, als das er abgesetzt werden konnte. Erst unter Präsident Nixon begann der Stern von Hoover zu sinken. Aber da war er auch schon 46 Jahre Direktor des FBI.

Erst unter Jimmy Carter wurden die Zuständigkeiten des FBI neu geregelt...

Der Leser erfährt auch, wie die Rivalität zwischen FBI und CIA entstand und zu was für eklatanten Pannen diese Rivalität führte.

Ein sehr interessantes und gut recherchiertes Lehrstück amerikanischer Geschichte.
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TOP 500 REZENSENTam 15. März 2012
Der Autor, Tim Weiner, ist bereits bekannt durch seine hervorragende und empfehlenswerte Aufarbeitung der CIA-Geschichte (in deutsch als "CIA: Die ganze Geschichte" erschienen). Und wie bei letzterer gelingt ihm auch hier spannend und gut lesbar die Demystifzierung einer großen Legende.

Das FBI wird oft als bloße Bundespolizei der Vereinigten Staaten gedacht - als Polizisten für die besonders schwerwiegenden Fälle. Eine ganz andere und unbekanntere Seite zeigt Weiner: das FBI als Inlands- und sogar Auslandsgeheimdienst, der oft, ähnlich wie die CIA, ohne oder sogar gegen konkrete Aufträge der eigenen Regierung arbeitet. Besonders deutlich wird dieses Eigenleben der großen Behörde während der Zeit J. Edgar Hoovers.

Aus anderen Quellen dürfte Hoover dem interessierten Leser bekannt sein - der Gründungsvater des FBI blieb nahezu 60 Jahre als dessen Direktor im Amt. Seine Lebensweise und die Angewohnheit, "sein" FBI für seine eigene Zwecke einzusetzen, sind Stoff vieler Filme und Bücher. Es wäre für Weiner ein Leichtes gewesen, in die gleiche Kerbe zu schlagen und ein düsteres Bild einer Behörde unter einem düsteren Menschen zu zeichen.

Stattdessen aber lässt Weiner zum allergrößten Teil Akten, Aufzeichnungen oder Beteiligte selbst sprechen. Sein Buch liest sich fast wie ein Thriller, der, dank Weiners Einsicht in große Menge frisch freigegebenen Aktenmaterials, voller unbekannter und lückenlos recherchierter Fakten fesselt und durch die vielen, vielen Einschübe direkter Rede nie langweilt. Dabei hält der Autor sich angenehm mit Wertungen zurück und stellt damit auch Hoover nicht als bloßes Monster, sondern einen durchaus fähigen Mann mit Talent aber machiavellistischen Prinzipien dar, der zu lange zu viel Macht besaß.

Überraschend, weil bisher eher unbekannt, sind im Verlauf des Buches wohl die vielen Operationen des FBI, die man eigentlich eher dem CIA zugetraut hätte. Wer Weiners CIA-Buch kennt, kommt schnell zu dem Gedanken, dass das FBI offenbar ein effektiverer Auslandsgeheimdienst war als die CIA selbst. Auch die vielen illegalen und unerlaubten Aktionen des FBI im eigenen Land kommen nicht zu kurz und werden in Ausführung und Konsequenz in einzigartiger Detailfülle abgehandelt. Das ist umso interessanter, da das FBI mit den Terrorschlägen vom 11. September noch einmal einen großen Strauß neuer "Informationsbeschaffungs"-Befugnisse überreicht bekam. Weiner stellt ebenso überraschend fest, dass die ganze Behörde im eigenen Land auf rechtlich immerhin wackeligen Füßen steht und, rein legal, in ihrer jetzigen Form eigentlich nicht existieren dürfte.

Weiners Buch lässt sich am Ende auch lesen als ein Lehrstück zur demokratischen Staatsform an sich: Es erzählt vom unvermeidlichen Ringen zwischen der Freiheit und Mündigkeit des Staatsbürgers auf der einen Seite und von Kontrolle, Überwachung und Einschränkung ebendieser Freiheit im Namen von Sicherheit und Berechnenbarkeit auf der anderen Seite. Wer nach Sicherheit schreit, muss mit Einschränkung seiner Freiheit leben. So ist dieses Buch auf mehrere Arten empfehlenswert: als spannende, unvoreingenommene, gut lesbare und lückenlose Dokumentation einer legendären Behörde und als Beitrag für eine Debatte um mehr oder weniger Demokratie. Volle 5 Sterne.
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am 16. April 2016
... bekommt doch tatsächlich ordentliche Risse, wenn man liest, wie sich das alles entwickelt hat. Wohl kaum eine "Strafverfolgungsbehörde" hat sich dermaßen vieler strafbarer Handlungen schuldig gemacht wie das FBI in den ersten vierzig Jahren seines Bestehens. Der "Gründer", J. Edgar Hoover war damals eindeutig eine eigene Macht im Staate. Absolut lesenwert für denjenigen der erfahren will, wie jemand denkt (und vorallem auch handelt!), der ausschließlich das Wohl seines Vaterlandes im Sinn hat! Unter diesem Gesichtspunkt hat Hoover stets sein Bestes gegeben und die ihm zuteil gewordenen Ehrungen sind zweifellos berechtigt. Von anderen Gesichtspunkten aus gesehen sah die Sache aber gleich anders aus ...
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am 25. August 2013
Sehr empfehlenswert. Zeigt ein anderes Bild des FBI als jenes, dass ich in meiner Jugend aus den Jerry Cotton Romanen kannte.
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am 3. April 2012
Ich kann die bisherigen, wohlmeinenden Kritiken, die das Buch in der Nähe eines Agententhriller
lesen wollen nicht nachvollziehen. Den Ansatz eines "Thrills" konnte ich an keiner Stelle des Buches entdecken.
Es ist ein braves, fleißiges Buch welches über die artige, historische Deskription
seltenst hinausgeht. Analyse, begründete Statements, plausible, hypothetische Erläuterungen?...
Dünn gesät.

Eine "lückenlose" Dokumentation, die z.B. die seltsame Vernachlässigung der organisierten Kriminalität
seitens Hoovers FBI, nicht berücksichtigt,sieht anders aus.

Was haben "Mafia" und "Nairobi" gemeinsam? Auf beide Begriffe wird
im Register des Buches neun mal hingewiesen.

Dass Hoover durch kompromittierende Fotos, die sich im Besitz der Mafia befanden, erpressbar war und
deshalb die Mafia als kriminelle Organisation schlicht leugnete, hätte im Buch zumindest als
plausible Hypothese auftauchen müssen. Der gesamte Komplex wird nicht berücksichtigt.

Wer ein gutes, spannendes Buch über das FBI lesen will, sollte sich Anthony Summers "J. Edgar Hoover, der pate im FBI"
in einem modernen Antiquariat besorgen. Ebenfalls sehr zu empfehlen sind die ausführlichen Dokumentationen
zu J. edgar Hoover auf Youtube; z.B. von BBC.

Ärgerlich ist zudem der deutsche Untertitel "Die wahre geschichte einer legendären Organisation".
"wahre" Geschichte, ... wenn ich das schon lese... .

Anmerkung 23.08.2012: aufgrund des Kommentars zu meiner Rezension von jana habe ich die Bewertung von einem Stern auf zwei Sterne gesetzt.
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