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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen begeisterndes Demokratie- und Bienenbuch!
Für Bienenliebhaber/-innen und alle, die der Demokratie noch einen weiten Raum schenken mögen!

Dieses Werk ist ein unterhaltsames Wissenschaftsbuch mit einer großen Portion Liebe für die wunderbaren Bienen und ihre Organsiationsform und Lebensweisen. Es ist dem Verhaltensforscher Thomas D. Seeley gelungen, einen für das Leben der...
Vor 9 Monaten von Detlef Rüsch veröffentlicht

versus
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Yes we can Bienendemokratie?
Der Bienenforscher Seeley beschäftigt sich mit bestimmten Aspekten des Bienenverhaltens seit rd. 40 Jahren. Also ein echter Bienenversteher. In diesem Buch beschreibt er schwerpunktmäßig den Vorgang des Abschwärmens. Wann kommt es dazu, wie finden die Schwärme eine neue Bleibe?

Eine Menge einzelner Schritte und...
Vor 2 Monaten von o-o veröffentlicht


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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen begeisterndes Demokratie- und Bienenbuch!, 11. April 2014
Von 
Detlef Rüsch "detlefruesch" (Landshut, Bayern) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 50 REZENSENT)    (#1 HALL OF FAME REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Bienendemokratie: Wie Bienen kollektiv entscheiden und was wir davon lernen können (Gebundene Ausgabe)
Für Bienenliebhaber/-innen und alle, die der Demokratie noch einen weiten Raum schenken mögen!

Dieses Werk ist ein unterhaltsames Wissenschaftsbuch mit einer großen Portion Liebe für die wunderbaren Bienen und ihre Organsiationsform und Lebensweisen. Es ist dem Verhaltensforscher Thomas D. Seeley gelungen, einen für das Leben der Bienen zu begeistern und abzutauchen in eine ganz besondere Welt. Die Rolle der Bienenkönigin wird hier sachlich beschrieben und auch die Besonderheiten der Drohnen und der Arbeiterinnen. Wie verständigen und orientieren sie sich?
Akribische Experimente durchleuchten hier das Leben der Bienen; wobei der Unterhaltungswert in der Beschreibung dieser nicht zu kurz kommt. Spannend, anschaulich und faszinierend zeigt sich der Autor, so dass man sich dem positiven Sog seiner Darstellungen und Beschreibungen einfach nciht entziehen kann.
Gut ist es, dass hier ganz viele Skizzen und sogar farbige Fotos in dem Werk eingearbeitet worden sind und damit die Verständlichkeit der Ausführungen groß ist.
Für Imker/-innen und alle, denen die so faszinierende Bienenwelt bislang verborgen geblieben ist sowie für alle, die in demokratischen Entscheidungsprozessen von Bienen lernen mögen.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Yes we can Bienendemokratie?, 15. November 2014
Rezension bezieht sich auf: Bienendemokratie: Wie Bienen kollektiv entscheiden und was wir davon lernen können (Gebundene Ausgabe)
Der Bienenforscher Seeley beschäftigt sich mit bestimmten Aspekten des Bienenverhaltens seit rd. 40 Jahren. Also ein echter Bienenversteher. In diesem Buch beschreibt er schwerpunktmäßig den Vorgang des Abschwärmens. Wann kommt es dazu, wie finden die Schwärme eine neue Bleibe?

Eine Menge einzelner Schritte und Kommunkikationsabläufe in diesem Vorgang sind entschlüsselt. Da geht's also teilweise zu wie in einem moderierten Planungsprozess in menschlichen Gesellschaften, wo es gilt Alternativen zu entwerfen und die gemeinverträglichste Variante zu entscheiden. Allerdings beruht die Schwarminttelligenz auch bei Bienen eben nur auf der Aktivität eines kleinen Prozentsatzes der Individuen, die Masse schließt sich deren Konsensfindung unbeteiligt an.

Außerdem spielen bei Bienen weder persönliche Interessen noch Geld eine Rolle. Und wenn man andere Module im Bienenstock betrachtet, etwa das Leben der Drohnen, so möchte wohl niemand deren Schicksal als Modell für ein demokratisches Miteinander empfehlen.
Je nun, dies kleine Aberration mag einem Experten für Insekten verziehen sein, dient wohl eben auch einer deutlichen Absatzsteigerung seines Werks. Doch finden auch Leser, die sich wirklich nur über Bienen informieren wollen, hier eine Menge Details. Aufs Ganze gesehen vielleicht auch zuviele, denn alle angeführten Experimente und Beobachtungen sind dann doch nur für besonders engagierte Imker unterhaltsam. Und die andauernden Lobeshymnen auf fantastische studentische Hilfkräfte oder begnadete Professorenkollegen, mit denen Thomas im Berufsleben das außerordentliche Glück hatte, zusammen forschen zu dürfen: Geschmackssache...

Zumindest zwei Drittel des Buches sind immerhin fesselnd geschrieben. Die Erfahrung mit dem Einfangen von Schwärmen mittels vorgefertigter Kästen und bestimmter Lockstoffe ist offenbar in Amerika überwältigend positiv. Bei uns gibt es dagegen wohl weniger Schwärme oder gewisse rechtliche Hemmnisse, jedenfalls nicht die Fallensteller- sondern mehr die Jägermentalität. Holen wir also lieber die Feuerwehr.

Mitgeteilt wird die interessante Beobachtung, dass Nektar-suchende Flugbienen vor dem Abgang eines Schwarms die Lust auf Süsses aufgeben und stattdessen schon mal nach passenden Höhlungen herumstreunen. Jetzt fragt man sich natürlich, warum diese Orientierung sich nicht im Evolutionsprozess soweit perfektioniert hat, dass die Schwärme sofort eine neue Unterkunft in Aussicht haben, wenn sie abfliegen.
Stattdessen schwirren Tausende von Bienen ins Ungewisse und hängen sich vorübergehend an irgendeinen Ast, von wo aus erst die eigentlichen Such- und Abstimmungsmodalitäten beginnen. Ein äußerst risikoreiches Stadium für den ganzen Schwarm, der ja auch nach Auffinden einer geeigneten Behausung bloß eine Winter-Überlebenswahrscheinlichkeit von 25% aufweist. Scheint somit für die Erhaltung der Art am wichtigsten zu sein, dass Völker sich irgenwie durch Teilung vermehren.

Aber es gibt sicherlich noch eine ganze Menge offener Fragen, bis die Wissenschaft den Imkern einmal Tanzkurse anbieten kann, die ihnen eine perfekte Kommunikation mit ihren Bienen erlauben.
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13 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Schwarmschlauheit, "eine Entscheidung ohne Abweichler", 23. Februar 2014
Von 
MyandMar - Alle meine Rezensionen ansehen
(HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 50 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Bienendemokratie: Wie Bienen kollektiv entscheiden und was wir davon lernen können (Gebundene Ausgabe)
Gerade hochaktuell kann man in der heimischen Politik sehen wie wichtig Demokratie ist. Eine übergroße Koalition steht einer verschwindend kleinen Opposition gegenüber. Doch langfristig lebt die Demokratie von der Auseinandersetzung der Gegensätze, von einem produktiven Streit und anschließender Kompromissbildung. Das muss im Umkehrschluss nun nicht etwa bedeuten, dass Bürgerentscheide das non plus Ultra sind. Denn ein Zuviel an Mitbestimmung, Umfragen und diversen Volksbeteiligungen kann Politik auch lähmen. Es kommt also auf ein moderates Mittelmaß an, um zum gesamtheitlichen Wohl der Bewohner eines Staates beizutragen. Es gibt eine Spezies, die dies auf großartige Weise dem Menschen vorlebt: das Volk der Honigbienen. "Jedes wimmelnde Bienenvolk ist ein Musterbeispiel für eine Gemeinschaft, deren Mitglieder Erfolg haben, weil sie zugunsten gemeinsamer Ziele gemeinsam arbeiten.", so der Autor.

"Geh zur Biene,
du Dichter.
Betrachte ihre Wege
und werde weise."

Thomas Seeley, Professor für Neurobiologie und Verhalten an der Cornell University in Ithaca, New York und einer der führenden Forscher des Bienenlebens, hat sich die Worte aus George Bernard Shaws "Mensch und Übermensch" zu Eigen gemacht. Er beschreibt in seinem Buch wie der demokratische Entscheidungsprozess bei den Honigbienen abläuft. "Es wird davon die Rede sein, wie einige hundert der ältesten Bienen aus dem Volk als Nistplatz-Kundschafter tätig werden und die Landschaft nach dunklen Winkeln absuchen. Wir werden erfahren, wie sie die gefundenen potentiellen Wohnorte bewerten, ihre Kundschafterkollegen mit lebhaften Tänzen über ihre Entdeckungen in Kenntnis setzen, in einer hitzigen Debatte den besten Nistplatz auswählen, das ganze Volk zum Abflug veranlassen und die Wolke schwärmender Bienen zu dem neuen Zuhause dirigieren.", so Seeley. Der Autor verspricht nicht zu viel. Denn wie er von seiner Entdeckerfreude der "sozialen Schönheit" dieser kleinen Insekten berichtet, ist für interessierte Laien, Imker als auch Wissenschaftler von höchstem Mehrwert. Sein Buch kommt einem geheimen Beisitz im Bundestag gleich, um erneut die menschliche Spezies als Vergleich heranzuziehen, mit Sicherheit aber deutlich lehrreicher.

Mit viel Verve und Leidenschaft, gut lesbar, da frei von schwer verständlichen Fachtermini sowie hochinteressant und erhellend, berichtet Thomas Seeley in zehn Kapiteln von der enormen kollektiven Intelligenz dieser Lebewesen. In unzähligen Experimenten und stundenlangen Beobachtungen, zurückgreifend auf seinen immensen Erfahrungsschatz, kann sich der Leser ein umfassendes Bild von der im Konsens gesuchten und letztendlich demokratisch erlangten Entscheidung bei der Nestsuche machen. Allerdings, und das soll auch mein einziger Kritikpunkt bleiben, mag dies für den Laien mitunter zu ausführlich und ausufernd dargestellt sein. Nämlich immer dann, wenn der Wissenschaftler durchschlägt und sich in zahllosen Diagrammen, Versuchsanordnungen und Auswerteergebnissen zu verlieren droht. Doch glücklicherweise gelingt Seeley immer wieder der Dreh, um ein neues Thema enthusiastisch und mitreißend aufzugreifen und somit den Leser bei der Stange oder dem Bienenkorb zu halten.

Fazit: "Es wurde gesagt, Honigbienen seien Botschafter, die von den Göttern geschickt wurden, und uns zeigen, wie wir leben sollten: in Süße, in Schönheit und in Frieden.", beendet Thomas Seeley seine Ausführungen. Die Wahrheit dieser Aussage will der Autor gar nicht näher untersuchen. Aber in einem ist er sich – im durchaus demokratischen erlangten Konsens mit dem Leser - sicher: Dass "die Geschichte der wohnungssuchenden Honigbienen das Licht des Staunens auf diese wunderschönen kleinen Lebewesen" wirft. Sein Buch trägt auf jeden Fall dazu bei, "dass wir diese kleinen Lebewesen mit all ihrer Schönheit und ihrem Sozialverhalten, aber auch mit ihrem Beitrag zur Schaffung einer blühenden, fruchtbaren Welt besser schätzen wissen".
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Vorbilder für eine gereiftere Menschheit, 19. September 2014
Rezension bezieht sich auf: Bienendemokratie: Wie Bienen kollektiv entscheiden und was wir davon lernen können (Gebundene Ausgabe)
Die Bienenkönigin ist mitnichten der matriachalische Diktator der ALL/ES im ALL/EINgang entscheidet. Dieses Buch ist unfassbar umfangreich und enthält ein ebensolches Beobachtungspotential bzgl. des mehr als nur intelligentem Schwarm Verhaltens der Honigbiene.
Leider aber vergisst der Autor dass quasi kein einziges Volk mehr ohne Imker frei schwärmen und überwintern kann, da die Varoa Milbe dies unmöglich macht. Und so ist der Imker gezwungen seine Völker mehr oder minder mit Ameisensäure "vergasen" zu müssen um den lästigen Wirt in die Flucht zu schlagen. Die Beobachtungen bzgl. der Schwarmintelligenz sind sehr paralell zur Entdeckung der Theorie über die morphogenetischen Felder des Biologen Dr. Rupert Sheldrake. Weitreichende Paralellen erkennt man auch im Bereich der Neurowissenschaften im Zusammenhang der Ausarbeitung von Köchry und Stederoth " Willsensfreiheit als interdisziplinäres "Problem". Staatenbildende Insekten werden in ihrer Einheit als Volk bezeichnet. Und grad deshalb hat der Koran ihnen auch zwei Suren gewidmet. Die Sure 16 und die Sure 27. Es ist nicht möglich in einem Leben den Bien vollkommen verstehen zu lernen aber es geht weit über dieses Buch hinaus. Starke große biestige Völker haben den meisten Honig Ertrag sind Varoa anfälliger und wesentlich aggressiver seitens ihrer Wächterbienen. Man erlaube diese Beobachtung einmal generalistisch auf den Menschen zu übertragen was Thomas D. Seely auch schon in der Einleitung seines Umschlages tut. Wo viel Honig ( man ersetze das materielle Gut Honig mit virtuellem Scheingeld ) geerntet werden kann ist ein Volk auch bereit sich anders zur Wehr zu setzen. Versucht man nun dieses Volk mit diversen Trickslein ruhiger zu bekommen geht dies nur, indem man die Königin tötet. Und danach wird sich dann gewundert wenn das Volk nicht mehr soviel Ertrag einbringt. Der Bien ist ein Ur Ur Ur alter Lehrmeister für den mit der Natur verbundenen Menschen. Die sachlogisch übergreifenden Konsequenzen allerdings, sind wenn sie weiter gedacht werden, ein äusserst beunruhigendes Szenario.
Verarbeitungstechnisch ist hier ein hervorragendes Hardcover Buch mit gelungenem Layout und Einband entstanden das vor allem streng wissenschaftlich ein perfektes umfangreiches Quellen Verzeichniss aufweist. Im Sinne des Platonschen Höhlengleichnisses und der Ausarbeitung Monkey Business von Dr. Guido Steppken wäre es allerdings sehr interessant inwieweit der Bien als kollektives Schwarmwesen bestehend aus vielen tausend Einzelwesen nicht im Ansatz so anfällig für kognitive Dissonanzen ist, wie ein einzelnes Primaten Gehirn.
Ein supertolles Buch und ein Lebenswerk eines Wissenschaftlers der im Rahmen der Scholastik eine unumstößliche Beweisführung angetreten ist, die auf der Basis der empirischen Beobachtung vielen erfahrenen Hobby Imkern auf einem anderen Weg des Verständnisses zumindestens in vielen Teilbereichen mehr oder minder selbsverständlich gewesen ist.
Und so stellt man fest, dass zweibeinige Bienen weit weit weit aus unberechenbarer als die Bienen innerhalb des Kollektivs Bien sind, denn die stechen nur wenn sie bedroht werden oder man sie bestiehlt und nicht willkürlich aufgrund der Illusion eines EGO's das generell verrückt spielt wenn man Dinge benennt die sie nicht möchten das sie benannt werden und Ihre gezielt bewusste Verdrängungsmaschinerie auf einmal Funktionsstörungen bekommen könnte.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Viele neue Infos, 15. April 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Bienendemokratie: Wie Bienen kollektiv entscheiden und was wir davon lernen können (Gebundene Ausgabe)
Nicht nur für einen Bienen-Neueinsteiger. Auch ein langjähriger Imker lernt viel Neues und Interesantes.
Dieses Buch kann ich nur empfehlen.
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3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Dieses Buch unterhält, macht Lust auf Sommer und erklärt ganz nebenbeiwie in der Wissenschaft Natur-Phänomene hinterfragt werden, 27. Mai 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Bienendemokratie: Wie Bienen kollektiv entscheiden und was wir davon lernen können (Gebundene Ausgabe)
Wenn neue Strategien gesucht werden, schauen die Menschen oft in die Natur. Schließlich hatte die Millionen Jahre Zeit und war hochmotiviert im Wettrennen um die besten Anpassungen, die optimale Lösung für ihre Probleme zu finden.
Staatenbildende Insekten wie die westliche Honigbiene sind mit einem sehr spannenden Problem konfrontiert: Jeden Sommer, wenn es im Stock zu voll wird, teilt sich der Staat in zwei Hälften, die eine bleibt mit einer neuen Königin im Stock, während die andere Hälfte mit der alten Königin in eine neue Behausung zieht. Man stelle sich vor: 10.000 Individuen verlassen plötzlich den alten Stock, sammeln sich z.B. in einem Baum und finden innerhalb von wenigen Stunden bis Tagen den optimalen neuen Wohnort, an den sie gemeinsam fliegen. Dazu verwenden sie keine Repräsentanten, Wahlplakate, Wahlwerbespots, Immobilienmakler, Stimmzettel oder liquid feedback. Obwohl… letzteres kommt dem Ganzen immerhin schon ein wenig nah. Wie entscheiden diese Mini-Borg mit ihren winzigen Gehirnen, welches der optimale Wohnort ist und auf welche geheimnisvolle Weise diskutieren sie das aus?
Professor Thomas D. Seeley ist seit über 40 Jahren fasziniert von genau dieser Frage und hat sein Lebenswerk nun in einem Buch zusammengefasst. Es richtet sich an alle Menschen, die sich für spannende Fragen aus der Natur und die wissenschaftliche Ergründung von natürlichen Phänomenen begeistern können. In jedem Kapitel stellt der Autor eine Frage an seine Forschungsobjekte („Wer sucht nach neuen Nistplätzen?“), formuliert Hypothesen („die ehemaligen Nektarsammlerinnen“), erläutert die wissenschaftlichen Methoden, mit denen er seine Hypothesen bestätigen oder ablehnen kann und fügt am Ende Puzzlestück für Puzzlestück, ein ganzes Bild zusammen. Das Bild von der sogenannten Schwarmintelligenz, denn die Schwärme einigen sich nie auf einen Kompromiss, sie wählen immer die beste Option.
Seeleys Leidenschaft begann als er als junger Biologiestudent die Arbeiten der deutschen Zoologen Martin Lindauer (1918-2008) und dessen Doktorvater und „Bienenflüsterer“ Karl von Frisch (1886-1982) studierte. Von Frisch fand bereits in den 1930er Jahren heraus, dass sich Bienen mit einer Art Tanz über Nektar- Pollen- und Wasserquellen gegenseitig informieren. Dazu wackeln sie mit dem Hinterleib und laufen in Form einer Acht, deren Mittelachse zur Senkrechten den Winkel der Futterquelle zur Sonne repräsentiert (siehe Abbildung). Schwänzeln sie also genau senkrecht nach oben auf der Wabe, wissen ihre Schwestern, dass sie genau in Richtung Sonnenazimut fliegen müssen. Die Entfernung ist in der Anzahl der Zick-Zack-Bewegungen kodiert.
Von Frischs Student Lindauer beobachtete nun, dass einige tanzende Bienen auf einer Schwarmtraube irgendwie dreckig aussahen: eine mit rotem Ziegelstaub, eine rußig schwarz und eine mit Mehl eingestäubt. Handelt es sich um Kundschafterinnen, die Werbung für mögliche neue Behausungen machen? Tatsächlich: Etwa 5% der Schwarmbienen erkunden die Umgebung und bewerben ihre Funde mit dem gleichen Schwänzeltanz, mit dem sie zuvor Futterstellen angegeben haben. Im Unterschied zur EU-Wahl geht es den einzelnen Bienen nicht darum zu gewinnen, sondern den optimalen Wohnort zu identifizieren, da sie alle ein gemeinsames Ziel und keine entgegengesetzte Interessen haben. Ohne zu vergleichen können sie Dank ihres genetischen Erbes die Qualität einer neuen Immobilie in ihrem Tanz kodieren und damit andere Bienen auf sich aufmerksam machen. Diese begutachten die betanzte Stelle und bewerben sie je nach Qualität selber. Mit diesem simplen Verstärkungsprogramm kristallisiert sich schon nach wenigen Stunden eine Gewinnerbehausung heraus: alle Kundschafterbienen tanzen in die gleiche Richtung. Auf ein Signal hin erhebt sich der Schwarm und fliegt zu seiner neuen Heimat.
Im Gegensatz zur Schwarmdummheit verlassen sich die Bienen bei ihrer Wahl nicht auf den, der am lautesten brüllt, sondern überzeugen sich selbst von der Qualität des Unterschlupfes und bewerben ihn ehrlich ohne sich wichtig zu machen, die Königin hat übrigens nicht mitzuentscheiden.
Auch wenn menschliche Demokratien ganz anders funktionieren als die der Bienen, manches können wir also von den kleinen Krabbeltieren lernen: Das gemeinsame Interesse betonen, der ehrliche und offene Informationsaustausch und die Gleichberechtigung bei der Wahl. Lasst uns ein bisschen Demokratie tanzen. Thomas D. Seeleys Buch macht Lust darauf.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bienendemokratie, 31. Mai 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Bienendemokratie: Wie Bienen kollektiv entscheiden und was wir davon lernen können (Gebundene Ausgabe)
Dieses Buch ist allen Bienenzüchtern zu empfehlen. Es ist eine Vertiefung in die Beobachtungen die Martin Lindauer vor über einem halben Jahrhundert an Bienenschwärmen gemacht hat.
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5.0 von 5 Sternen der Organismus BIEN steht im Mittelpunkt, 2. Oktober 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Bienendemokratie: Wie Bienen kollektiv entscheiden und was wir davon lernen können (Gebundene Ausgabe)
Wunderbar!
Es ist keine Anleitung für den Imker zum Imkern, sondern zum verstehen wie man imkeren sollte!

Ohne das Verstehen des Bienenvolkes als Ganzes gibt es kein Verstehen der Imkerei.
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3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen interessant, 31. März 2014
Von 
Peter Koenigsecker "PK" (Obergrafendorf) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Bienendemokratie: Wie Bienen kollektiv entscheiden und was wir davon lernen können (Gebundene Ausgabe)
Was hier beschrieben wird bringt Einblick in das Leben der Bienen wie noch nirgends sonst beschrieben. Mit unheimlichem Aufwand wurde erfasst, mit welch demokratischer Art und Weise sich das Volk entscheidet. Da könnten wir Menschen viel lernen.
Dieses Buch ist auch für "Nichtimker" zu empfehlen.
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Bienendemokratie: Wie Bienen kollektiv entscheiden und was wir davon lernen können
Bienendemokratie: Wie Bienen kollektiv entscheiden und was wir davon lernen können von Thomas Seeley (Gebundene Ausgabe - 17. Februar 2014)
EUR 22,99
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