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4.0 von 5 Sternen Der Maler und sein Modell
Matthias hatte Alkohol getrunken, bevor er den Unfall verursachte, der ihn das Leben kosten sollte. Seine Frau Gillian überlebt und erwacht schwer verletzt in einer fremden Umgebung, die durch den Rufknopf für die Krankenschwester begrenzt ist. Gillian muss aus den Satz- und Informationsfetzen um sie herum erst wieder eine Wirklichkeit zusammensetzen. Sie hat...
Vor 17 Monaten von Buchdoktor veröffentlicht

versus
41 von 46 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Für die Katz
Ich mag Peter Stamm. Sein "Sieben Jahre" ist mir nachhaltig und positiv im Gedächtnis geblieben. Nicht ganz so, aber auch "An einem Tag wie diesem". Ganz klar kristallisierte sich schon in diesen beiden Romanen sein - kann man es eigentlich noch hören? - viel gerühmter, knapper und präziser Stil heraus, sowie seine nüchterne Betrachtungsweise der...
Vor 16 Monaten von Babette. H. veröffentlicht


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4.0 von 5 Sternen Spuren der Erschütterung und des Neubeginns, 26. Juli 2013
Rezension bezieht sich auf: Nacht ist der Tag: Roman (Kindle Edition)
Gillian erwacht auf einer Krankenstation und hat nur vage Vorstellungen davon, was mit ihr passiert ist. Nach und nach erst kehren die Ereignisse zurück, die sie hier her geführt haben.

Sie ist eine schöne und erfolgreiche Fernsehmoderatorin. Matthias, ihr Mann, ist ebenfalls im Kulturwesen tätig.

Was hat zu dem Autounfall geführt, der Matthias das Leben kostete und Gillian die Schönheit?

In langen Phasen der Erinnerungen bildet sich das Leben eines Paares heraus, das nach einigen Ehejahren in gegenseitigem Missverstehen und kleinlichen Streitereien lebte. Eifersucht und Überdruss haben sie einander entfremdet. So blieb es nicht aus, das Gillian ganz neugierig auf den Malerfotografen Hubert blickt. Dieser pflegt Aktporträts nach Fotografien zu fertigen. Auch Gillian konnte der Versuchung nicht widerstehen, seinen künstlerischen Bestrebungen mit Fotos ihrer Person zu dienen, die zu den Irritationen in ihrer Ehe beitrugen.

Peter Stamm erzählt subtil und nähert sich seinem Sujet still und schleichend. Neugierig folgt der Leser den Andeutungen, aus denen sich die Schicksale der beiden Hauptprotagonisten heraus kristallisieren. Er sucht gleichsam Spuren, mit denen er die Lebenswege seiner Protagonisten erforscht.

Auf diese Weise entsteht gewissermaßen eine Symbiose zwischen dem Autor und seinem Werk, die auch den Leser mit einschließt. Wenn auch jedes Schicksal seine eigene Dynamik aufweist, so erkennt man gelegentlich in groben Zügen wieder, was sich alltäglich im Leben von Paaren, die langsam in die Jahre kommen, abspielt. Ewige Harmonie und Dauerglück gibt es nicht. Dass Lebensschicksale aber plötzlich aus dem Ruder laufen, und der eine von zweien ohne Klärung von Missverständnissen zurück bleibt, ist nicht die Regel. Endet eine Beziehung auf diese Weise, hat es der übrig Gebliebene besonders schwer. Gillian trägt ihr Schicksal und versucht, wieder in die Bahn zu kommen. Es ist ein langer Weg, den sie beschreiten muss!

Der erste Teil der Erzählung scheint mir gelungen. im zweiten Teil zeigen sich für meine Begriffe Ermüdungserscheinungen, die auf lange Sicht der Geschichte die Stringens raubt, die den Beginn der Darstellung auszeichnet.
Der neue Roman von Peter Stamm ist dennoch eine interessante Lektüre.
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6 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Enttäuschend, 18. August 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Nacht ist der Tag: Roman (Gebundene Ausgabe)
Enttäuschend - das als Fazit zum Buch, dem so viele herausragende Bücher vorangegangen sind. Die Geschichte ist unglaubwürdig, oberflächlich und trivial geschrieben. Nichts bleibt, ist man mit dem Lesen fertig.
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0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Perspektivenwechsel, 4. Dezember 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Nacht ist der Tag: Roman (Gebundene Ausgabe)
Wieder einmal ein Meisterwerk! Peter Stamm versteht es, die Realität so zu beschreiben, dass sie dem Leser (bzw. mir) als glaubhaft erscheint. Sowohl Stil, als auch Ausdruck sind wieder hervorragend. Es wird weder beschönigt, noch geschmückt, noch etwas unterlassen. Protagonist und Antagonist - oder eigentlich zwei Protagonisten - stehen sich in den beiden Teilen des Buches gegenüber. Im ersten Teil sieht man Hubert durch Gillians Augen, im zweiten Teil Gillian durch Huberts Augen. Gillian zeichnet ein Bild von Hubert, das man im zweiten Teil total revidieren muss, wenn man mit Hubert durch Huberts Leben geht. Wie im wirklichen Leben, können wir Menschen falsch einschätzen, wenn wir diese nicht gut genug kennen. Der Perspektivenwechsel im Buch verändert die Charaktere. Sehr lesenswert!!! Wie alle Bücher von Peter Stamm.
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3 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen nicht so gut wie erwartet, 12. August 2013
Von 
Rezension bezieht sich auf: Nacht ist der Tag: Roman (Gebundene Ausgabe)
Es gibt schon so wunderbare Buchzusammenfassungen bisher für diesen Roman, dass ich eigentlich nicht noch eine hinterherschieben möchte. Zwei Dinge möchte ich doch erwähnen: Die Rezension in der FAZ hat mich sehr neugierig gemacht, so soll eine Buchbesprechung sein. Wie geht Gillian mit ihren Verletzungen (innen wie außen) nach dem Autounfall um? Das muss doch schwierig sein, wenn man ein Gesicht hatte, das fernsehkompatibel ist, das jede Menge Leute kennen, man selbst natürlich auch, obwohl Gillian die Flüchtigkeit des Äußeren bewusst zu sein scheint. Wie es geschrieben steht, fällt es ihr so schwer, dass sie den Fernsehjob an den Nagel hängt und in die Berge zieht, ins Ferienhaus ihrer Eltern und in einem Hotel arbeitet.

Hubert dagegen, der sich für begnadeter als Künstler hält, als er es wirklich ist, muss einsehen, dass er besser die Professorenstelle an der Uni behält, da weiß er, dass jeden Monat das Gehalt überwiesen wird und er nicht in irgendwelcher Schaffensphasen fest steckt.

Also haben wir es hier mit zwei Menschen zu tun, die beide an einem Punkt im Leben stehen, an dem sie sich entscheiden müssen, wie es weitergehen soll. An und für sich ein spannendes Thema. Man hätte was draus machen können.

Der zweite Punkt, der mich beim Lesen störte, ist die Sprache, sie ist fast wie eine Dokumentation, sehr sachlich. Kurze Sätze. Punkt. Da ich bisher noch kein Buch von Peter Stamm gelesen habe, kann ich nicht beurteilen, ob das sein Stil ist. Doch durch diese betonte Sachlichkeit kamen die Inhalte und Aussagen nicht an mich heran. Dokumentation liest sich eben auch wie eine solche. Hier nicht so mein Fall.

Ich fand das Buch mäßig unterhaltsam. Es steckt mich nicht an, weitere Bücher von Herrn Stamm zu lesen.
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2 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Es ist alles noch da, nur ich bin weg", 3. September 2013
Von 
Günter Nawe "Herodot" (Köln) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Nacht ist der Tag: Roman (Gebundene Ausgabe)
Auf die Longlist für den Deutschen Buchpreis 2013 hat Peter Stamm es nicht geschafft. Doch über die Auswahl der Bücher, die für diesen Preis nominiert werden, kann man sich immer füglich streiten. Der neue Roman des Schweizer Autors hätte eine solche Nominierung, wenn nicht gar mehr, allerdings verdient.

„Das Spiel war zu Ende, sie war frei und konnte gehen, wohin sie wollte“, heißt es am Ende des Romans „Nacht ist der Tag“ von Peter Stamm; ein Shakespeare-Zitat und ein bedeutungsschwerer Titel, der einen schwierigen Weg aus der Finsternis, einen Weg aus der Vergangenheit ins Offene, in die Zukunft beschreibt.

Die bekannte Fernsehmoderatorin Gillian, eine schöne und erfolgreiche Frau, erleidet nach einer durchzechten Silvesternacht einen Autounfall, bei dem ihr Mann Matthias, mit dem sie sich zuvor noch gestritten hatte, ums Leben kommt. Sie selbst erwacht im Krankenhaus – mit einem völlig entstellten Gesicht. Wo einst ihre Nase war, klafft jetzt ein Loch. Gillian hat im wahrsten Sinne ihr Gesicht verloren. Statt jedoch unter diesem zum Teil selbst verantworteten Schicksalsschlag zusammenzubrechen, erfindet sich Gillian neu.

„Gillian hatte immer gewusst, …dass sie in Gefahr war, dass sie irgendwann bezahlen musste für alles.“ Jetzt hatte sie bezahlt. Ihr Job, ihre Eltern, Matthias gehörten zu einem anderen Leben. „Es ist alles noch da, nur ich bin weg.“ Ein zentraler Satz, mit dem sich Gillian tröstet, nachdem sie das bisherige Leben, ein Leben vor dem Unfall, in Rückblenden noch einmal Revue passieren lässt. Ein Leben, wie sie feststellt, dass „eine einzige Inszenierung war“. Ein falsches Leben im richtigen?

Zu diesem „falschen“ Leben gehörten die Accessoires der Wohlsituiertheit, gehörten Geld und alles das, was man sich dafür kaufen konnte, gehörten Ansehen und Erfolg. Hinter dem schönen Schein allerdings verbargen sich Leere, Beziehungsprobleme und eine Menge Selbstzweifel.

Peter Stamm erzählt diese Geschichte in einem fast lakonischen Ton, leise und ohne falsches Pathos. Damit erreicht er eine große Intensität, die den Leser beeindruckt. Ohne großartig zu psychologisieren, gelingt es dem Autor, seelische Tiefen auszuloten. Und da, wo er seine Hauptfiguren demaskiert, denunziert er sie nicht. Auf diese Weise ist dem Schweizer Autor, der längst – mit Romanen wie „Agnes“, wie „Wir fliegen“ und „Sieben Jahre“ - in die erste Riege deutschsprachiger Schriftsteller gehört, ein eindringliches Buch gelungen. Einschließlich einer maßvollen Kritik am Kulturbetrieb und einem kritischen Blick auf eine Gesellschaft, in die Gillian als eine außerordentliche Protagonistin eingebunden war.

So gehört zum falschen Leben im richtigen dieser Gillian auch die Bekanntschaft mit dem Fotokünstler Hubert, der Frauen auf der Straße anspricht, sie nackt fotografiert und danach malt. Auch Gillian lässt sich nach anfänglichem Zögern fotografieren. Zugleich entsteht daraus eine Beziehung mit Folgen. Ihr Mann Matthias findet diese Fotos zufällig, es kommt an dem schon zitierten Silvestertag zum Streit, der mit der Unfallfahrt endet.

So ist letztlich dieser Unfall eine Art Katharsis, eine Reinigung. Denn es werden nicht nur die Risse in der Oberfläche im bisherigen Leben deutlich, es werden auch die Defizite spür- und sichtbar, die Identitätskrise, unter der Gillian zu leiden hatte. Das aber alles war gestern und „Nacht ist der Tag“. - „Mehrmals halb erwachen und wieder wegdämmern, auftauchen aus dem Schlaf und zurücksinken in die Schwerelosigkeit… Trotzdem spürt sie, dass sie nicht allein ist. Die Zeit macht Sprünge. Als sie ein Rauschen hört, öffnete sie die Augen. Jetzt ist sie allein. An der Wand sind Reihen von Lichtpunkten, die vorher nicht da waren. Sie schließt die Augen, das Rauschen entfernt sich und verstummt“. – So Gillian nach dem Erwachen aus der Narkose.

Von da an beginnt das neue Leben. Noch hat sie eine Reihe von plastischen Operationen vor sich, noch muss sie den Weg finden in eine andere Wirklichkeit, zu ihren Eltern, zu einem neuen Beruf. Zu einer neuen Identität. Gillian bekommt ein neues Gesicht und einen neuen Namen. Aus Gillian wird Jill. Aus der bekannten Fernsehmoderatorin wird eine Entertainerin in einem Wellness-Hotel. Und die Beziehung zum Künstler und Liebhaber Hubert, der ebenfalls mit seinem bisherigen Leben so recht nicht zu Rande kommen wollte, lebt wieder auf. Alles dies „Lichtpunkte“ auf dem Weg in eine mögliche Zukunft. „Das Spiel war zu Ende. Sie war frei und konnte gehen, wohin sie wollte.“
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Nacht ist der Tag: Roman
Nacht ist der Tag: Roman von Peter Stamm (Gebundene Ausgabe - 25. Juli 2013)
EUR 19,99
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