Kundenrezensionen


15 Rezensionen
5 Sterne:
 (2)
4 Sterne:
 (4)
3 Sterne:
 (4)
2 Sterne:
 (4)
1 Sterne:
 (1)
 
 
 
 
 
Durchschnittliche Kundenbewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel
Eigene Rezension erstellen
 
 

Die hilfreichste positive Rezension
Die hilfreichste kritische Rezension


1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Spieglein, Spieglein an der Wand...
Ton ab, Kamera läuft... Ein "gestyltes" Leben und ständige Inszenierungen des selbigen gelten schon lange nicht mehr nur für Medienprofis. Der Zaun zwischen Realität und Fiktion, zwischen Zuschauerraum und Bühne, ist morsch geworden. So gut wie jeder kann zum Medienstar werden, zumindest für wenige Minuten. Doch gilt dies auch...
Vor 12 Monaten von HG veröffentlicht

versus
38 von 43 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Für die Katz
Ich mag Peter Stamm. Sein "Sieben Jahre" ist mir nachhaltig und positiv im Gedächtnis geblieben. Nicht ganz so, aber auch "An einem Tag wie diesem". Ganz klar kristallisierte sich schon in diesen beiden Romanen sein - kann man es eigentlich noch hören? - viel gerühmter, knapper und präziser Stil heraus, sowie seine nüchterne Betrachtungsweise der...
Vor 11 Monaten von Babette. H. veröffentlicht


‹ Zurück | 1 2 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

38 von 43 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Für die Katz, 15. August 2013
Rezension bezieht sich auf: Nacht ist der Tag: Roman (Gebundene Ausgabe)
Ich mag Peter Stamm. Sein "Sieben Jahre" ist mir nachhaltig und positiv im Gedächtnis geblieben. Nicht ganz so, aber auch "An einem Tag wie diesem". Ganz klar kristallisierte sich schon in diesen beiden Romanen sein - kann man es eigentlich noch hören? - viel gerühmter, knapper und präziser Stil heraus, sowie seine nüchterne Betrachtungsweise der Dinge. Dennoch verstand er es darin, den Leser zu erreichen, zu berühren und streckenweise sogar zu erschüttern.
In "Nacht ist der Tag" passiert nun nichts dergleichen. Mit einem Gefühl der Öde streicht man durch die Seiten - durch den ausufernd sachlichen Stil mehr seiner Emotionen beraubter Beobachter als gefesselter Leser. Es blitzt da kein Lächeln, es blinkt dort keine Träne - ein Plot, der spannend und tiefgehend klingt, versandet im Nichts. Welche Geschichte wurde erzählt und bitte: Weshalb? Am Ende schließt man das Buch mit gleichgültiger Leere und denkt vielleicht gerade noch: Das war wohl für die Katz.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Unglaublich Sinnfrei..., 20. Oktober 2013
Von 
Patrick Linke "ka296" (Weingarten) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Nacht ist der Tag: Roman (Gebundene Ausgabe)
... und faszinierend langweilig.
Nach einem Autounfall ist das Gesicht der Moderatorin Gillian entstellt; ihr Mann Matthias tot.
Der Künstler Hubert tritt in Ihr Leben; sie steht ihm als Aktmodell zur Verfügung, verliebt sich
und wird verlassen. Selten so einen gedruckten Schwachsinn für 19.99€ gelesen.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Banale Story, 2. Februar 2014
Von 
gigunelsa - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Nacht ist der Tag: Roman (Gebundene Ausgabe)
Der Klappentext klingt vielversprechend, ebenso die ersten Seiten des Romans. Außerdem finde ich die Sprache faszinierend. Um so mehr hat mich dann der Fortgang dieser doch eher banalen Story enttäuscht, es plätschert alles nur so dahin, es gibt keine richtigen Höhen und Tiefen, obwohl tiefgründige Gedanken u. Sinnsprüche erwähnt werden, aber irgendwie versandet alles mehr oder weniger in Bedeutungslosigkeit.
Ein Buch, bei dem man froh ist, endlich "durch" zu sein und es weglegen zu können, weil man immer noch auf etwas Spektakuläres gewartet hat. Vielleicht wollte der Autor genau damit das Leben der Protagonistin Gillian / Jill versinnbildlichen.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Eine grosse Enttäuschung, 24. Dezember 2013
Rezension bezieht sich auf: Nacht ist der Tag: Roman (Gebundene Ausgabe)
Der neuste Roman von Peter Stamm hat mich stark enttäuscht. Natürlich ist da seine klare und schnörkellose Sprache und die Geschichte, welche einen am Anfang packt: Eine Fernsehmoderatorin (selbstverständlich hübsch) verliert bei einem Unfall nicht nur ihren Mann, sondern auch den grössten Teil ihres Gesichts. Was Stamm daraus macht, ist eine eher mühsam zu lesende Erzählung mit vielen Längen und den erwarteten Wendungen (die Hauptperson steht als Aktmodell zur Verfügung; der Künstler zieht sich in die Berge zurück usw.). Um den Autor am Schluss (in ziemlich abgewandelter Form) zu zitieren (S. 253): "Der 'Roman' war zu Ende, 'ich' war frei und konnte 'lesen', 'was' ich wollte." Zum Glück.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Spieglein, Spieglein an der Wand..., 26. Juli 2013
Von 
HG (Dresden) - Alle meine Rezensionen ansehen
(HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 50 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Nacht ist der Tag: Roman (Gebundene Ausgabe)
Ton ab, Kamera läuft... Ein "gestyltes" Leben und ständige Inszenierungen des selbigen gelten schon lange nicht mehr nur für Medienprofis. Der Zaun zwischen Realität und Fiktion, zwischen Zuschauerraum und Bühne, ist morsch geworden. So gut wie jeder kann zum Medienstar werden, zumindest für wenige Minuten. Doch gilt dies auch umgekehrt: Was die Medienwelt nicht einfängt, wird oft so gelebt, als ob die Kamera surren würde. Das Leben wird zu einer riesigen Bühne. Egal, ob es das Parkett des Arbeitslebens ist, auf dem es überzeugend aufzutreten gilt oder aber die eigenen privaten vier Wände und ihr abgegrenztes Fenster zur Welt: Es kommt immer auf eine gelungene Präsentation an. Facebook und Co. sind beredtes Zeugnis derartiger Aufführungsvarianten. Nur was, wenn die Maske bröckelt? Wenn die oberflächliche Schicht einen Riss bekommt oder ganz abfällt, wie eine desolate Vorhangfassade? Dann kommt plötzlich das Ursprüngliche und Elementare zum Vorschein, das Graue und Verwitterte.

So geht es auch den beiden Protagonisten in Peter Stamms neuem Roman, denen er jeweils ein eigenes Kapitel widmet. Zeitversetzt um sechs Jahre lässt er sie aus ihrer eigenen Sicht über ihre Brüche im Leben sinnieren. Da ist zunächst die neununddreißigjährige Gillian. Schön und erfolgreich als Fernsehmoderatorin, lebt sie mit ihrem Mann Matthias ein von den Illustrierten verfolgtes glamouröses Leben zwischen adretten Kleidern, Designermöbeln, Städtereisen, Essen in guten Restaurants und gelegentlichen Besuchen bei ihren Eltern und bei der Mutter ihres Mannes. "Ihr Leben (...) war eine einzige Inszenierung gewesen." Doch der glitzernde Vorhang, den sie über ihrem Dasein ausgebreitet hat, weist bereits einige lose Gewebefäden auf. Die Struktur ist mürbe. "Seit langem schon atmete sie nur noch aus, und manchmal hatte sie das Gefühl, keine Luft mehr zu haben und trotzdem immer weiter ausatmen zu müssen." Bei einem Fernsehinterview lernt sie den gleichaltrigen Künstler Hubert Amrhein kennen, der seine Modelle auf der Straße anspricht, danach nackt bei alltäglichen Handlungen in ihrer gewohnten Umgebung fotografiert und nach diesen Vorlagen Aktbilder malt. Auf unbestimmte Art und Weise fühlt sich Gillian von dem phrasendreschenden Hubert an- und einige anonyme Mailkontakte später auch ausgezogen. "Sie suchte die Verunsicherung, in der Hoffnung aufgerüttelt zu werden. Sie wollte spüren, wer sie war." In seinem Atelier steht sie ihm tatsächlich Modell, und es kommt wie es kommen muss. Matthias findet die Fotos, Eifersuchtsstreit, Alkohol am Steuer... Unfall. Gillians Ehemann überlebt den Zusammenstoß mit einem Reh nicht, sie selbst wacht im Krankenhaus auf. Doch von ihrem hübschen Konterfei ist nicht mehr viel übrig. "Sie schloss die Augen und sah wieder das Loch in ihrem Gesicht, durch das sie in ihr Inneres gesehen hatte. (...) Was ist von mir übrig geblieben? Und ist das, was übrig ist, mehr als eine Wunde? Was wird da zusammenwachsen? Werde ich das sein?"
Schnitt...
Sechs Jahre später lässt der Schweizer Autor einen anderen zu Wort kommen. Nun wird das Leben von Hubert unter die Lupe genommen, das nicht minder aufgesetzt und inszeniert scheint. Obwohl er mittlerweile als Professor an der Kunsthochschule unterrichtet, sind Inspiration und Fantasie aus seinem gefühlten Vokabular verschwunden. Die Ehe mit seiner Frau scheint gleichfalls am Ende. Ein letztes Aufbäumen, eine Einladung zur Gestaltung einer Ausstellung in einem Kulturzentrum in den Bergen, soll den erhofften inneren Anschub bewirken. Dort trifft er auf die äußerlich wiederhergestellte Gillian, deren "loses Gewebe" wieder eingefädelt wurde und die sich in einem anderen Umfeld arrangiert (oder doch nur versteckt) hat?

Erneut ist Peter Stamm ein flüssiger, gut lesbarer und durch die Seiten treibender Roman gelungen. In seiner für ihn typischen klaren, nüchternen, distanzierten, eher schmuck- und teilnahmslosen, als romantisch und verklärten Sprache, lotet er menschliche Unzulänglichkeiten aus. Dies immer mit einer kühlen Zärtlichkeit und Empathie. Gekonnt variiert er subtil auf mehreren Bezugsebenen, lässt dabei vieles in der Schwebe. Obwohl gerade diese Herausarbeitung der Unschärfe, die letztendlich einen Menschen ausmacht, über große Passagen gut gelungen ist, tut man sich schwer, den beiden Protagonisten Sympathie entgegenzubringen. Hinzu kommt ein zu offensichtliches Bemühen um Vermeidung des Anschrammens an den allerorts herausragenden klischeebeladenen Kanten, der sich aus der Identitätskrise hinausbemühenden Protagonisten. Glücklicherweise bewahrt das Ende den Leser vor Schlimmerem und lässt ihn wieder mit seinem Autor versöhnen.

Fazit: Inszeniertes Leben und was nach einem tragischen Unfall davon übrig bleibt sowie Identitätssuche und Lebenskrise sind die Themen in Peter Stamms puristischem, leisem und unaufgeregtem Roman, der sich gewohnt flüssig liest. Die Tiefe des 2009 auf der Longlist für den Deutschen Buchpreis stehenden Textes "Sieben Jahre" erreicht der Schweizer Autor mit "Nacht ist der Tag" leider nicht.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


8 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Das Spiel war zu Ende?, 1. August 2013
Von 
A. Zanker (CH) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Nacht ist der Tag: Roman (Gebundene Ausgabe)
Peter Stamm geniest ausdauernden Aufwind. Seit seiner Booker-Prize-Nominierung im Mai diesen Jahres, geniest der Autor in sämtlichen Feuilletons ganzseitige Buchbesprechungen, sein Roman Agnes: Roman ist zum Selbstläufer geworden, seit er in der Schullektüre zur Pflichtkür ins Programm genommen wurde. Zu seinem neuen Roman schreibt der Spiegel:"Diesmal ist die Lektüre einfach öde." Martin Ebel schreibt im Tagesanzeiger: "Diesen Roman aber zu lieben wie den vorangegangenen, wie die meisterhaften Erzählungen: Das fällt schwer." Und in der NZZ lesen wir: "Ins Kitschige kippt der Roman vollends." Einzig abseits stehend tut da, Felicitas von Lovenberg: "Peter Stamm gibt seinen Figuren und mit Ihnen seinen Lesern ihr Geheimnis zurück." Stamm bekommt auf seine ursprüngliche aufgegebene Arbeit starken Gegenwind. ("Nach zwei Jahren Arbeit, hatte ich den Roman aufgegeben.") Martin Ebel hatte den Autor 2010 über gescheiterte Projekte interviewt, wozu auch dieses Manuskript gehörte. Stamm hat, nachdem ein Artikel über ihn erschien, den Roman komplett neu überarbeitet und umgeschrieben. Näheres dazu auf der Verlagsseite. Dieser Roman bewegt sich zwischen Verlusterfahrungen und Selbstfindungsprozessen, ein subtiler Roman zwischen Zusammenbrüchen, Identitätsverlusten, Schaffenskrisen, ganz nah an der Grenze zu Wertverlusten, die zentral für unser Leben sein können.

Gillian steht im Zentrum dieser Geschichte, sie ist Moderatorin und hat eine Beziehung mit Matthias. Bei einem Streit, sind beide alkoholisiert, es kommt zu einem Unfall, Matthias stirbt, Gillians Gesicht stark verletzt, sie verliert ihre Nase, es folgen mehrere Operationen, berufliche Neuorientierung, Vergangenheitsbewältigung. Erst nach und nach kommt raus, dass es Aktfotos waren, die wohl den Hintergrund jener ursprünglichen fatalen Ausgangssituation waren. Der unsichtbare Nebenbuhler: Hubert, Maler, Künstler, Fotograf, Dozent. Im ersten Teil, lesen wir aus der Perspektive von Gillian, später Jill.

Hubert zeichnet Aktbilder. Fotografiert seine Modelle, arbeitet später oft mit den Fotos weiter. Gillian wird neugierig auf ihn, will sich von ihm zeichnen lassen...jene Aktfotos entstehen. Naivität pur: Sie erhofft sich von Hubert, über die Arbeit mit ihm, etwas Neues über sich selbst zu erfahren. Was bringt eine Frau dahin, soweit zu kommen? Und wie muss sie wohl bis dahin gelebt haben? Auch Hubert ist in einer Beziehungskrise, seine Partnerin Astrid trennt sich von ihm, es ist Astrid, die sich auf eine neue Beziehung mit Rolf einlässt. Bei beiden scheint es beziehungsmässig zu kriseln. Bei beiden Paaren ist die Luft raus. Als Gillian sich Hubert annähert, weist er sie zurück, erst zu einem späteren Zeitpunkt ist er von Neuem für eine Begegnung, ein Einlassen mit Gillian offen. Doch für Hubert läuft es schlecht, denn sein Scheitern mit Astrid zieht zusätzlich auch eine Schaffenskrise nach sich. Erst bei einem späteren Zusammentreffen in einem Berghotel, treffen sich die beiden Gestrandeten und loten ihre Neuorientierung aus. Überhaupt ist die ganze Atmosphäre im Bereich Beziehung unter den Partnern als auch zu den Eltern, in diesem Buch unterkühlt.

Obwohl ich sowohl Plot wie den Stoff für sehr interessant halte, finde ich dafür die Umsetzung umso farbloser und ohne jede wirkliche Überzeugungskraft, die es bräuchte, um aus diesem Roman wirklich etwas Grosses zu machen. Diesem Roman fehlt es an Ausrichtung und Durchschlagskraft, er hat im Grunde nichts Wirkliches, was einen überzeugen könnte. Leider, schade. Gillian wird als relativ emotionslos beschrieben, obwohl sie einen immensen Wandel durchmacht. Wie immer ist Stamm ein Meister darin, Menschen in ihren Unsicherheiten, ihren Unzulänglichkeiten relativ karg und schlank gehalten zu beschreiben und vorzuführen. Innere Seinswelten und Identitäten geraten hier ins Wanken, Wertesysteme scheinen zu zerbrechen, die Frage ist, was bleibt? Stamm ist ein Meister darin, Menschen zu beschreiben, die von leisen Erschütterungen nicht entkommen können.

Gillian scheint wirklich so naiv zu sein, um von ihrem Angebeteten gar gerettet zu werden. Er ist es der sie aus ihrer Misere herausholen soll, er ist es, der etwas über sie herausfinden soll. Das ist nicht erwachsen, das ist pubertär. Die eigene Verantwortlichkeit wird hier ins Externe abgegeben. Doch Hubert kann sich nicht mal selbst helfen. Wenn Stamm am Ende schreibt: "Das Spiel war zu Ende, sie war frei und konnte gehen, wohin sie wollte," nimmt man das weder der Protagonistin ab noch Peter Stamm, selbst wenn man das ihr von Herzen wünschen würde. Konnte sie nicht schon vorher hin gehen wo sie hin wollte? Und von welchem Spiel bitte soll denn hier die Rede sein? Oder hat gar Gillian eine solche Ernüchterung durchlitten, dass sie finalment endlich ihre Verantwortung zu sich nehmen kann? Mich persönlich verwundert die Kritik der Presse hier nicht. Natürlich ist das Kitsch. Und welches Geheimnis soll denn nun zurück gegeben werden? Für mich gibt es im Grunde gar keines. Peter Stamm hat schon bessere Bücher geschrieben, ob der Aufwind ihm erhalten bleibt, ist wohl abzuwarten. Rein sprachlich gesehen, ist diese Lektüre lediglich durchschnittlich bis unterdurchschnittlich. Kein Wunder, hat er diese Arbeit ursprünglich aufgegeben.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


14 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Zeiten des Erwachens, 25. Juli 2013
Von 
Felix Richter - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Nacht ist der Tag: Roman (Gebundene Ausgabe)
Gillians Leben, so wie sie es kannte, ist vorbei. Das dämmert ihr relativ bald, nachdem sie im Krankenhaus wieder zu sich kommt. Den Unfall, den ihr Mann betrunken verursacht hat, hat sie überlebt, mit entstelltem Gesicht, er nicht.

Mit dieser Katastrophe beginnt Peter Stamms neuer Roman "Nacht ist der Tag". Es ist die Geschichte einer erfolgreichen Fernsehmoderatorin, die mit einem nicht ganz so erfolgreichen Kulturredakteur verheiratet ist, und das nicht ganz so glamourös, wie es sich in den Fotostrecken der einschlägigen Promi-Magazine darstellt. So passiert es dann, dass Gillian ein über den beruflichen Aspekt hinausgehendes Interesse an Hubert entwickelt, einem aufstrebenden Fotokünstler, den sie für eine ihrer Sendungen interviewt hat. Und das, obwohl sich Hubert bei dieser Gelegenheit als ziemlicher Phrasendrescher erwiesen hatte. Auch wenn diese Affäre eigentlich gar nicht stattfindet, stößt ihr Ehemann doch auf Fotografien, die kein Ehemann gerne sieht, wenn er nicht weiß, wie sie entstanden sind. Dem sich andeutenden Auseinanderbrechen der Ehe kommt der Unfall dann zuvor.

Das zweite Kapitel wechselt zu Huberts Perspektive. Seine Karriere hat sich als Strohfeuer erwiesen, seit Jahren leidet er unter künstlerischer Verstopfung, und auch seine Ehe mit einer esoterischen Lebenshelferin ist so gut wie am Ende. Ein Bekannter möchte ihm eine letzte Chance geben, nämlich eine Vernissage im Kulturzentrum eines Engadiner Bergdorfs (mit Werken, die es noch gar nicht gibt). Hier trifft er Gillian wieder, deren Gesicht und Leben einigermaßen wiederhergestellt sind, wenn auch nicht mehr TV-kompatibel, und die sich als Entertainmentchefin eines Ferienclubs eingerichtet hat. Wie Hubert sich der Deadline, nämlich dem Eröffnungstermin der Ausstellung nähert, hat mir beim Lesen körperliches Unbehagen verursacht.

Peter Stamm hat keine Angst vor Stereotypen. Auf der einen Seite die TV-Prominente, die sich der Hohlheit ihres Lebens durchaus bewusst ist, und die nur durch die Katastrophe zu sich selbst findet, dort der erst schwadronierende, dann schaffenskrisengeschüttelte Künstlerdarsteller, dem ähnliches passiert bzw. gelingt. Auch die Nebenrollen sind ziemlich holzschnittartig besetzt. Dennoch kommt das Ganze durchaus nicht platt herüber; dazu trägt nicht zuletzt die unaufgeregte und deshalb umso eindringlichere Sprache bei, die einen in die Gedanken- und Gefühlswelt der Protagonisten transportiert, am gelungensten gleich zu Anfang, wenn Gillian im Krankenhaus aufwacht. Und gottseidank werden wir am Ende nicht mit der Botschaft nach Hause geschickt, dass nur das kleine Glück den Menschen alleine selig macht. Das wäre dann doch zu klischeehaft gewesen.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


2.0 von 5 Sternen Schade, 24. Januar 2014
Rezension bezieht sich auf: Nacht ist der Tag: Roman (Gebundene Ausgabe)
Eigentlich bin ich ein großer Peter-Stamm-Fan, umso gespannter war ich auf sein neustes Buch. Leider konnte mich die Geschichte um Gillian und Hubert nicht begeistern, da sie für mich viel zu konstruiert und oberflächlich wirkt - eine schöne Moderatorin wird durch einen Autounfall entstellt, ein Künstler leidet an einer Schaffensblockade. Die beiden kreisen umeinander, schon vor dem Unfall - die Botschaft ist mir ein bisschen zu deutlich. Auch wurden die beiden Figuren für mich sehr eindimensional und klischeehaft beschrieben. Einzig die Beschreibung der Goa-Party, ja, da hatte ich das Gefühl einen echten Stamm zu lesen!

Auch kam mir Stamms Sprache dieses Mal seltsam kraftlos und unpräzise vor, gab es in diesem Buch für mich zu viele Phrasen und Floskeln - vielleicht hat Stamm die bewusst eingesetzt, um die Oberflächlichkeit von Huberts und Gillians Welt auch in der Sprache auszudrücken, aber es verfehlte auf mich zumindest seine Wirkung. Gerade, wenn man kurz zuvor James Salters "Alles, was fließt" gelesen hat - der kann mit oberflächlichen Klischeebeschreibungen genau die Oberflächlichkeit der Gesellschaftsschicht in die Sprache übertragen, woran Stamm hier meiner Meinung nach gescheitert ist.

Schade! Trotzdem freue ich mich auf den nächsten Stamm!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


3.0 von 5 Sternen Nicht schlecht, aber auch nicht gut!, 11. Januar 2014
Von 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Nacht ist der Tag: Roman (Gebundene Ausgabe)
Wie bei "Agnes" geht es um nicht gelingende Zweierbeziehungen, die aber wieder viel zu kopflastig angegangen werden. Von der Kritik hochgelobt und doch bleibt nach der Lektüre nichts Wesentliches beim Leser hängen.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


5.0 von 5 Sternen Perspektivenwechsel, 4. Dezember 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Nacht ist der Tag: Roman (Gebundene Ausgabe)
Wieder einmal ein Meisterwerk! Peter Stamm versteht es, die Realität so zu beschreiben, dass sie dem Leser (bzw. mir) als glaubhaft erscheint. Sowohl Stil, als auch Ausdruck sind wieder hervorragend. Es wird weder beschönigt, noch geschmückt, noch etwas unterlassen. Protagonist und Antagonist - oder eigentlich zwei Protagonisten - stehen sich in den beiden Teilen des Buches gegenüber. Im ersten Teil sieht man Hubert durch Gillians Augen, im zweiten Teil Gillian durch Huberts Augen. Gillian zeichnet ein Bild von Hubert, das man im zweiten Teil total revidieren muss, wenn man mit Hubert durch Huberts Leben geht. Wie im wirklichen Leben, können wir Menschen falsch einschätzen, wenn wir diese nicht gut genug kennen. Der Perspektivenwechsel im Buch verändert die Charaktere. Sehr lesenswert!!! Wie alle Bücher von Peter Stamm.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


‹ Zurück | 1 2 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

Dieses Produkt

Nacht ist der Tag: Roman
Nacht ist der Tag: Roman von Peter Stamm (Gebundene Ausgabe - 25. Juli 2013)
EUR 19,99
Auf Lager.
In den Einkaufswagen Auf meinen Wunschzettel
Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen