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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen "Du bist, was du liebst, nicht wer dich liebt."
"Ein Roman über die Zumutung des Glücks, geliebt zu werden." So tituliert die Presse über >Sieben Jahre<.

Peter Stamm`s Roman ist eine Erzählung über einen Mann, der zwischen zwei Frauen steht und sich in zwei Parallelwelten bewegt. Alex`s Ehefrau Sonja ist schön und intelligent. Es fehlt aber an Leidenschaft. Alex`s Geliebte...
Veröffentlicht am 18. Dezember 2009 von Regina Berger

versus
3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Architektur und Lebensglück als Gestaltungsmittel
Peter Stamms neuestes Buch Nacht ist der Tag habe ich dank einer guten Zeitungsrezension gelesen und für nur mittelmäßig empfunden. Meinen leichten Unmut darüber haben andere Amazon-Rezensenten kommentiert, indem sie mich u. a. auf das vorliegende Buch Sieben Jahre aufmerksam machten.

Alex, Architekt und Erzähler der Geschichte, legt...
Vor 14 Monaten von Gabriele B. veröffentlicht


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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Leben ist das was passiert, während Du eifrig dabei bist, andere Pläne zu schmieden, 12. Oktober 2009
Rezension bezieht sich auf: Sieben Jahre: Roman (Gebundene Ausgabe)
Eine schöne Frau, die durchaus ähnliche Interessen teilt, muss nicht zwangsläufig Glück versprechen - manchmal ist es das Hässliche, das Unaussprechliche, was uns anzieht (Männer wie auch Frauen). So ist es in Peter Stamms "Sieben Jahre": Der Protagonist gerät in eine Abhängigkeit zu einer ebenso hässlichen wie stummen wie frommen jungen Polin, während er sich von seiner Frau immer weiter entfernt.
Das mag auf den ersten Blick erstaunen, aber mit jeder gelesenen Seite kann man als Leser die Beweggründe nachvollziehen, warum dem so ist, warum man das Schäbige, das Unvollkommene der Anmut und dem Liebreiz vorzieht -

(Skurrile Handlungen und Wendungen sind vorprogrammiert: Das mit der Geliebten gezeugte Kind wird vom Ehepaar adoptiert, die Ehefrau zieht es ins Ausland, er zieht derweil zu ihren Eltern, immer wieder lockt das (fremde) Weib, Freunde kommen und gehen...)

Einem jeden ist es offenbar schon einmal so ergangen: Man trifft Entscheidungen, obwohl sie rational nicht nachzuvollziehen sind, man präferiert Dinge, die den Umstehenden so nicht in den Sinn gekommen wären - beispielsweise ergreift man bei der Fußball-WM Partei für die destruktiv spielenden Rumänen, statt sich auf die Seite der sympathischen, lebensfrohen, ballgewandten Brasilianer zu schlagen.

Das Buch ist anpruchsvoll geschrieben, es regt zum Nachdenken an - zum Nachdenken über das Leben der Personen im Buch, aber auch über seine eigenen Entscheidungen - getroffene wie auch aktuell anstehende.

Charmante, zum Teil tiefgründige Unterhaltung, die es zurecht auf die Auswahlliste des Deutschen Buchpreises geschafft hat.
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5 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Buch für den Mann von 40 oder auch Frau oder eigentlich allen., 1. September 2009
Rezension bezieht sich auf: Sieben Jahre: Roman (Gebundene Ausgabe)
Es ist ein außergewöhliches Buch von einem sehr guten Autor. Handwerklich ist der Plot makellos aufgesetzt, so sind die Zeitebenen gekonnt ineinander verflochten, die überraschenden Wendungen haben das richtige Timing und die Sprache passt zur Erzählung und den handelnden Personen. Abstrakt gesprochen behandelt der Roman von den gewählten Lebensentwürfen und deren Konsequenzen, also dem Leben vom Studienende bis zur midlife crisis. Im Mittelpunkt steht Alex und seine Frau Sonja, daneben die Entwicklung seiner zwei Freunde. Das Innenleben der Akteure wird hauptsächlich durch ihre Handlungen beschrieben und sie bleiben dadurch seltsam unbestimmt. Dies mag der Grund sein, dass sich bei mir keine Sympathie für auch nur einen der Protagonisten einstellte. Selbst Iwona, die so schändlich ausgenutz wird, kann nur kurz Mitleid erregen. Diese sehr zurückhaltende Art der Personenzeichnung bietet jedoch eine Projektionsfläche für die Lebenserfahrungen der Leser und macht dadurch die Lektüre zu einer sehr nachhaltigen.
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3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sensationeller Roman von einem großartig schreibenden Autor, 14. März 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Sieben Jahre: Roman (Taschenbuch)
Schon lange hat mich kein Buch mehr so gefesselt, mitgenommen und beeindruckt. Es verdient uneingeschränkt 5 Sterne.

Die Handlung des Buches wurde hier schon erschöpfend dargestellt, kurz zusammengefasst nenne ich es: Ein Mann zwischen zwei Frauen. Erzählt wird in der Ich-Perspektive, und dies so klar und fesselnd, in all seinen charakterlichen Schwächen so nachvollziehbar, dass ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen konnte. An einem Tag war es durchgelesen und ich weiß, dass es lange dauern wird, bis mich wieder ein Buch so beeindruckt.

Woran liegt es?
Zum einen an der schnörkellosen und klaren Sprache, die den Leser hundertprozentig in den Bann des Buches zieht, gerade wegen ihrer Unaufgeregtheit. Darüber hinaus halte ich die Charakterzeichnung der drei Hauptfiguren für überaus gelungen, vor allem der Ich-Erzähler ist in all seiner Fehlerhaftigkeit und emotionalen Beschränktheit einfach großartig ausgelotet. Mir persönlich gefällt außerdem, dass die Erlebnisse und das tägliche Umfeld der Figuren nicht 'papiern' und künstlich daherkommt, sondern ich jederzeit das Gefühl hatte, genauso leben viele Menschen heute, und: so verändern sie sich mit den Lebensphasen -Ausbildung voller Ideale und Träume, später gefangen im eigenen Hamsterrad.

Vor allem berührt mich das Thema, der Protagonist und seine Beziehung zu den zwei Frauen. Trotz seiner emotionalen Beschränkheit konnte ich seine Gedanken und Empfindungen stets nachvollziehen. Sehr viele kluge Sätze und Betrachtungen ließen mich innehalten und nachdenken. Gleichzeitig konnte ich den ' nur selten absehbaren ' Fortgang der Handlung kaum abwarten. Mehr kann man von einem Buch nicht verlangen.

Für mich eines der Bücher des Jahres und ich werde in jeden Fall mehr von dem Autor lesen.
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5.0 von 5 Sternen Wow, 20. September 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Sieben Jahre: Roman (Kindle Edition)
Ich war nach dem lesen etwa 7 Minuten sprachlos. Noch in der Geschichte gefangen, die doch schon zu Ende war.
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2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das Opfer der eigenen Unzulänglichkeit, 15. November 2009
Rezension bezieht sich auf: Sieben Jahre: Roman (Gebundene Ausgabe)
Mit diesem Buch gelang Peter Stamm eine überzeugende Analyse einer Dreiecksgeschichte, in der sein Protagonist Alex jahrelang lebt, ohne sich erklären zu können warum. Er liebt seine geschäftstüchtige Frau Sonja, sie ist schöner, intelligenter und lebenstüchtiger als seine Geliebte Iwana, und doch findet er bei Iwana genau das, was ihm Sonja nicht geben kann. Seit Jahren warten Sonja und Alex vergebens auf ein Kind, und als Iwana von ihm schwanger wird, hofft der Leser auf eine positive Wende in der Geschichte, doch alles kommt anders, als man es erwartet. Die Charaktere sind mit Stamms origineller, glasklarer Sprache, die zuweilen etwas unterkühlt und sezierend anmutet, treffend gezeichnet. Alex wirkt anfänglich als ein gefühl- und skrupelloser Mensch, bis man merkt, dass er eigentlich das Opfer der Gesellschaft in seinem Umfeld ist und seiner Unzulänglichkeit, aus der verzwickten Situation mit eigenen Kräften herauszukommen. Ein spannendes Buch!
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3 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen vom hässlichen Entlein..., 20. Dezember 2009
Rezension bezieht sich auf: Sieben Jahre: Roman (Gebundene Ausgabe)
... das sich leider wenig weiterentwickelt (hier Iwona). An diese Geschichte wurde ich während des Lesens erinnert. Schade, es wäre mehr Potential in der Geschichte vorhanden gewesen. So bleibt der Plot insgesamt doch ein wenig farblos, wenngleich das Buch zügig gelesen werden kann. Die Sprache ist kein Hochgenuss, recht simpel, wenig anspruchsvoll. Kurz: Der Roman ist zum Weglesen im Zug prima geeignet, jedoch ohne Nachgang.
Stephan Peters
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2 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Drei miteinander eng verwobene Biographien, 24. Oktober 2009
Von 
Carl-heinrich Bock "Literatur- und Kinofan" (Bad Nenndorf) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (HALL OF FAME REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Sieben Jahre: Roman (Gebundene Ausgabe)
In seinem vierten Roman "Sieben Jahre", der mit knapp dreihundert Seiten wesentlich länger ist als seine früheren Werke "An einem Tag wie diesem" oder "Agnes" erweist sich der vielfach ausgezeichnete Autor Peter Stamm als ein großartiger Baumeister, der mit sehr viel Feingefühl das komplizierte Spiel von Licht und Schatten zu durchschauen versteht. Ein Autor der sehr feinfühllig zu schreiben versteht über Menschen die so im Vagen leben, im Ungefähren, die sich nicht entscheiden können, ob sie eigentlich lieben wollen oder nicht lieben wollen. Er mag offensichtlich die Unentschiedenheiten. Was zunächst als recht gefahrlose simple Dreiecksgeschichte beginnt, gerät durch den libidinösen Blick des Autors in die faszinierenden Gefühlswelten zur prickelnden Durchleuchtung, nicht nur dreier miteinander verflochtener Lebensgeschichten, sondern des ständigen Kampfes um Liebe und Lebensglück. Dabei glückt es dem Protagonisten Alex nicht, das richtige Leben, im falschen zu führen, worauf der fast biblische Titel "Sieben Jahre" anspielt, denn als der biblische Jakob auf der Suche nach einer Ehefrau war, begegnete er zufällig Rahel, die die Schafe ihres Vaters hütete. Er verliebt sich unsterblich in sie und um sie heiraten zu können arbeitete er sieben Jahre für den Vater Laban. Der hat ihm dann aber nicht Rahel, sondern deren ältere Schwester mit List untergeschoben, so dass Jakob weitere sieben Jahre arbeiten musste um schließlich auch noch Rahel heiraten zu können.

Zum Plot: Peter Stamm erzählt auch hier von einem Mann mittleren Alters, der einer Bekannten berichtet, was sich seit ihrem letzten gemeinsamen Zusammentreffen vor zwanzig Jahren ereignet hat. Damals studierte Alex, Sohn einfacher Leute, mit Sonja, die im extravaganten Starnberg aufwuchs, Architektur. Nach dem Examen fuhr er mit seiner Münchener Kommilitonin zu Studienzwecken nach Frankreich. Dort wurde aus Uni Freunden ein Paar. Alex hatte scheinbar nun die perfekte Frau an seiner Seite. Sie eröffneten gemeinsam ein Architekturbüro und Alex fand bald Zugang zur Münchener Gesellschaft. Die Träume von einer Bilderbuchzukunft mit einem erfolgreichen Berufsleben und einem von Kindersegen beglückten Familienleben zerplatzen sehr schnell und das hatte vornehmlich mit dem doch recht mittelmäßigen Alex zu tun. Denn während die bildhübsche Sonja sich engagierte um die Welt durch bahnbrechende Architekturen zu verändern, wie es einst Le Corbusier, einer der bedeutendsten und einflussreichsten Architekten getan hatte, wurde Alex seine Faszination für ein Schattenwesen" mehr und mehr zum Verhängnis.

Während seiner Sudentenzeit war Alex, in einem schattigen Münchener Biergarten, zum ersten Mal der aus Polen stammenden, illegalen Einwanderin Iwona begegnet. Sie verdiente ihren Lebensunterhalt mal in einer christlichen Buchhandlung, mal als Putzfrau, mal als Pflegerin. Iwona, in ihren billigen Kleidern, mit ungepflegtem Äußeren und wenn man es freundlich formuliert wenig attraktiven Aussehen wird Objekt eines Streiches unter Freunden. Daraus entwickelte sich für Alex eine jahrelange Abhängigkeit, denn man hat zumindest den Eindruck, wenn er viel Temperament hätte, würde man sagen, er verfällt dieser langweiligen, unerotischen Iwona. Man fragt sich natürlich, was zieht ihn zu dieser Frau, für die er sich gesellschaftlich schämen muss, einer hässlichen Spiegelung seiner so schönen und kommunikativen Frau? Vielleicht liegt es an seiner schlichten, kleinbürgerlichen Vorstellung vom Leben, die ihn immer wieder aus der fremden Parallelwelt in das ärmliche zuhause der Iwona treibt. Vielleicht ist es die Falschheit des bürgerlichen Glücks? Vielleicht ist es die Angst des Helden in eine bürgerliche Enge zu geraten? Es ist vielleicht Iwonas hartnäckige, durch nichts zu erschütternde Lethargie, - denn sie macht ja nichts außer ihn bedingungslos zu lieben- die Alex Gefühl der Einflusslosigkeit gegenüber der starken, unnahbaren, aseptischen Sonja potenziert, obwohl es mit der Iwona auch nicht gerade das ganz große erotische Verhältnis ist, weil sie ihm sexuell nichts gibt. Eine weitere Frage die man sich stellt, hat diese Frau Macht über ihn? Teilweise wehrt sich Alex gegen diese Macht, startet auch Versuche sich von Iwona zu distanzieren. Jedes Mals wenn er sich bei ihr befriedigt hatte, dann hatte er das Bedürfnis sie zu kränken als könnte er sich nur so von ihr befreien.

Das ist gewissermaßen ein Roman der schon einem Erdbeben gleich beginnt, dann Fahrt aufnimmt und sich steigert, denn das eigentlich wirklich Monströse kommt in der zweiten Hälfte. Sonja wünscht sich ein Kind von Alex. Das passiert nicht, weil sie keine Kinder bekommen kann, aber Iwona bekommt ein Kind von ihm. Und was dann passiert, das war eine der schockierendsten Wendungen des Buches, wo es einem kalt den Rücken runter läuft, denn Alexander überredet Iwona das Kind zur Adoption frei zu geben und adoptiert das Kind mit seiner Frau. Da wird die Handlung eine reine Roboterhandlung. Die Aktion steht unter dem Motto " die Form muss stimmen". Jetzt stimmt mit diesem Kind wieder die äußere Form, das Bild der perfekten Familie, aber innerhalb dieser ehelichen Beziehung, auch der der Eltern zu dem Kind ist es ungeheuer kühl und emotionslos. Erschütternd auch die Haltung von Iwona die nach der Adoption überhaupt keinen Trennungsschmerz empfindet, weil sie in ihrer Liebe nur auf Alexander fixiert ist, noch nicht einmal auf das gemeinsam gezeugte Kind.

Es dauert dann wieder "Sieben Jahre" bis als zusammenbricht. Alex rechtfertigt rückblickend sein Verhalten, obwohl er wusste, etwas getan zu haben, was falsch war und dadurch mehrere Leben zerstört wurden.Und Alex sagt am Ende, es kommt mir alles vor, als sei es mir nur zugestoßen.

Der zentrale Gedanke dieses emotionalen Buches ist es die Macht aufzuzeigen, die ein Liebender auszuüben vermag. Es gibt ganz viele verschiedene Formen der Liebe und es gibt sicherlich diese Form von Liebe die bedingungslos ist und die faktisch unabhängig wird von dem Objekt der Liebe. Eigentlich sind Sonja und Alex ebenso Opfer, wie die sich aufopfernde Iwona, die ein Leben lang ein Ziel verfolgt von dem sie weiß, dass sie es nicht erreichen kann. Eigentlich kennt sie diesen Alex nicht wirklich, denn schon nach der ersten Begegnung im Biergarten sagt sie die drei folgenschweren Worte. Kann das wahre Liebe sein oder ist es nicht eher eine Obsession, eine Art eingebildete Liebe? Schön ist in diesem Zusamenhang auch die Frage die er stellt, nämlich ob der glücklicher ist der liebt oder der der geliebt wird? Das ist schon seit Plato eine große philosophische Frage. Wie dem auch sei, sie liebt diesen einen Mann von dem sie weiß, dass sie ihn nicht kriegt und den sie eigentlich gar nicht recht kennt, sie liebt ihn so, wie eine Nonne oder eine Heilige den Erlöser liebt. Die Heilige kennt Jesus ja auch nicht, wenn er sie auch erlöst. Iwona als Heilige gespiegelt ist schon sehr spannend, weil Heilige doch sehr komplexe Figuren sind.

Ein faszinierender, ergreifender, demütig machender Roman um das Ringen von Liebe und Glück, mit viel Schönheit in einer poetischen Sprache erzählt.Das Ganze ist von einer wunderbaren Mittelmäßigkeit. Dieses Trostlose des Problems und die eigentlich auch trostlose Sprache bei der wenig Wortlust zu erwarten ist, das passt zueinander. Ein Roman der dieses Leben ganz glaubwürdig darstellt, ohne eine letzte überzeugende Antwort für die Obsession bieten zu können. Es gibt viele Dreiecksgeschichten in der Literatur, aber ganz selten werden die menschlichen Abgründe im Verhalten der Beteiligten so gründlich ausgeleuchtet. Mit seinem intimen Blick gelingt es dem Autor die Zerrissenheit, den Selbstbetrug, die Angstzuständen und die Skrupel seiner Figuren Angst erregend und fühlbar zu spiegeln. Ein Roman der die unterschiedlichsten Leseinteressen bedienen kann, ein Roman den ich ohne Einschränkung empfehlen kann.
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5.0 von 5 Sternen Stamm - Sieben Jahre, 7. August 2013
Rezension bezieht sich auf: Sieben Jahre: Roman (Taschenbuch)
Mit Sieben Jahre bestätigt Peter Stamm seinen Platz in der Riege der führenden Autoren der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur. Die Fremdgeh-Geschichte des Architekten Alexanders geht unter die Haut und zeigt gleichzeitig,wie schwierig eine heimliche Beziehung wird,wenn Liebe hinzukommt. Dabei enthält es sich jeden Voyeurismusses, sondern zeichnet psychologische Studie der Protagonisten. Den gesamten Roman bleibt Stamm glaubwürdig. Der Titel ist anspruchsvoll und vollkommen zu empfehlen.
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5.0 von 5 Sternen spannend und einfühlsam, 4. Juli 2013
Von 
Geiger Alois "Wisi" (Zürich, Schweiz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
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Rezension bezieht sich auf: Sieben Jahre: Roman (Kindle Edition)
Eine Liebesgeschichte der ungewöhnlichen Art, spannend wie ein Krimi und einfühlsam und sehr authentisch wirkend geschrieben - für alle, die vom Leben schon etwas gesehen haben.
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5.0 von 5 Sternen Beklemmende Abgründe moderner Liebesentwürfe, 11. Mai 2012
Rezension bezieht sich auf: Sieben Jahre: Roman (Taschenbuch)
"Sieben Jahre" lässt den Leser mit einem beklommenen Gefühl zurück, weil es von Liebe handelt, ohne dass darin Liebe vorkommt, wie man sich Liebe gerne denken möchte. Es geht um Liebes- und Lebenslügen. Und diese nehmen einen umso mehr mit, weil Peter Stamms lakonischer Stil ihre Abgründe umso deutlicher als lebensnahe Alltäglichkeit hervortreten lässt.
Wie die Lebenspläne des Architektenpaares scheinen zwar auch die Story und die Charaktere des Romans bisweilen ein wenig wie auf dem Reißbrett entworfen: Sonja, die ehrfurchtsgebietende, aber auch etwas kühle und gehemmte Tochter aus gutem Hause. Und Iwona, die in jeder Hinsicht unattraktive, aber hingebungsvolle polnische Putzfrau. Doch dieser Eindruck hat maßgeblichen Anteil an der Wirkung des Romans.
Unter anderem durch das Weglassen von Anführungszeichen bei der direkten Rede wird der Leser immer wieder daran erinnert, dass es Alexanders Perspektive ist, in der wir die Geschichte präsentiert bekommen. Dass diese von subjektiv gefälligen Projektionen geprägt ist und er sich dabei manches so zurecht erzählt, dass er vor sich selbst noch gut dastehen kann, verwundert da wenig. Und es wirft, wenn auch in drastischer Form, Licht auf manche Selbstvergewisserungsstrategien, welche zu den unschönen Seiten wohl jeder Liebesbeziehung gehören.
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Sieben Jahre: Roman
Sieben Jahre: Roman von Peter Stamm (Gebundene Ausgabe - 29. Oktober 2009)
EUR 18,95
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