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111 Tugenden, 111 Laster: Eine philosophische Revue (Sachbuch (allgemein))
Format: Gebundene AusgabeÄndern
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13 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 10. März 2012
Die größte Stärke dieses Büchleins ist zugleich seine größte Schwäche: es ist, um es klar zu sagen, zu nichts nutze. Der erste Satz dieser Rezension stellt in seiner Widersprüchlichkeit vielleicht so etwas dar wie die Essenz der 111 Tugenden und 111 Laster, die allesamt (bis auf 2 Ausnahmen) beides zugleich sind, Tugenden wie Laster; eine Erkenntnis, die nicht neu ist und die der Autor, weil er selbst tugendhaft ist, auch nicht als neu darstellt; der Autor ist eitel (aber stellt sein Licht auch nicht unter den Scheffel!), gewiss, das merkt man seinem Stil an, der sich um Bildhaftigkeit und Lebendigkeit bemüht, diese auch mitunter erreicht und doch manchmal es übertreibt mit dem Bildhaften und Wortspielerischen. Immerhin, denkt man sich, da hat einer den Ludwig Reiners nicht nur gelesen, sondern studiert und allein dies sichert ihm mein Wohlwollen. Die Idee, Tugenden wie Laster in einer Art "Revue" vor dem Leser vorbei spazieren zu lassen, ist nett, aber trägt nicht wirklich und wirkt übergestülpt; schadet aber auch nicht. Was man erfährt, weiß der Mensch, der sich selbst so gerne beobachtet wie andere, ohnehin bereits; wer in diesem Buch etwas von sich erfährt, was er noch nicht wusste, ist vermutlich ein Leser, der solche Bücher nie in der Hand nimmt (also ein fiktiver Leser). Weshalb derartige Sammlungen niemanden nutzen, weder dem, der ohnehin weiß, was drinsteht, noch dem, der es partout nicht wissen will. Es bleibt also beim intellektuellen Vergnügen, das sich nicht bei jeder Tugend und jedem Laster gleich einstellen will, aber wäre das zu fordern? Solche Bücher entstehen in Spätzeiten, dann, wenn keine großen Ideen mehr den menschlichen Geist befeuern und der Gelehrte seine müden Glieder ausstreckt, sich warm bettet und behaglich derartige kluge Sammlungen des Wissens und der Weisheit schmaust. So überflüssig wie notwendig also in unserer Zeit, so falsch wie richtig, so tugendhaft wie lasterhaft. Ein Buch des sowohl als auch, das in Zeiten, in denen jeder sich selbst und sein Wollen so gerne für absolut setzt, absolut notwendig ist.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 5. September 2012
Sehr gelungenes Buch, gerade am Anfang sehr fesselnd. Einer meiner Vorredner hat es sehr gut auf den Punkt gebracht. "Die größte Stärke dieses Büchleins ist zugleich seine größte Schwäche: es ist, um es klar zu sagen, zu nichts nutze." Ich bin keine Koryphäe auf dem Gebntiet der Philosophie, konnte das Buch aber dennoch sehr gut nachvollziehen.
Auf jeden fall zu empfehlen, auch für Hobbyphilosophen.
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5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
TOP 1000 REZENSENTam 23. Januar 2012
"Denken und Sein werden vom Widerspruch bestimmt."
(Aristoteles)

Zugegeben, ein wirklich interessantes Buch, in dem der Autor die Welt mit Distanz betrachtet und wie Dieter Thomä feststellt, der alte Kleist sich spiegelt in den Versen: "Küsse, Bisse, / Das reimt sich, und wer recht von Herzen liebt, / Kann schon das Eine für das Andre greifen". So scheint auch hier in jeder Tugend der Kern eines Lasters zu liegen und umgekehrt. Selbst die Unwahrheit wird mit Mut belohnt, mit "Mut zur Unwahrheit", allerdings bleibt die "Grausamkeit" ein Laster ohne Tugend. 111 zu 110 für die Tugend, auch wenn Seel (1954-) der Anmut fast kein Laster gegenüberstellt. Sich der Verwirrung der Welt aussetzen zu können, ist Seels wahre Sicht auf diese ferne Welt und in allem steckt die freudige Selbstbestimmung auf der Suche nach Maß und Ziel.
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