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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Eine Reise in den Ursprung der Fabeltiere
Dass sich ein Evolutionsbiologe und Professor für Ökologie und Naturschutz, der bis dato eine Reihe durchaus lesenswerter Sachbücher, nicht nur über sein Kernthema, die Ökologie, vorgelegt hat, sondern unter anderem sich auch der 'Schönheit' schon zugewendet hat, sich nun in die Regionen von Märchen und Fabeln begibt, lässt durchaus...
Veröffentlicht am 23. April 2012 von M. Lehmann-Pape

versus
16 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Das Dilemma der rationalisierenden Mythenkritik
Das Buch ist recht originell und enthält viele interessante Details. In einem zentralen Punkt war ich aber so überrascht und erstaunt, dass ich erst nicht sicher war, ob es sich bei dem Ganzen nicht um eine Wissenschaftsparodie handelt. Aber Herr Reichholf scheint alles ernst zu meinen und liefert in lupenreiner Form das, was man in den historischen...
Veröffentlicht am 1. Juni 2012 von Stefan Dietrich


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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Eine Reise in den Ursprung der Fabeltiere, 23. April 2012
Rezension bezieht sich auf: Einhorn, Phönix, Drache: Woher unsere Fabeltiere kommen (Gebundene Ausgabe)
Dass sich ein Evolutionsbiologe und Professor für Ökologie und Naturschutz, der bis dato eine Reihe durchaus lesenswerter Sachbücher, nicht nur über sein Kernthema, die Ökologie, vorgelegt hat, sondern unter anderem sich auch der 'Schönheit' schon zugewendet hat, sich nun in die Regionen von Märchen und Fabeln begibt, lässt durchaus aufhorchen.

Der Phoenix, das Weihnachtstier, der Eisvogel, der Drache, das Einhorn, wohlbekannt aus alten Sagen und Fabeln, aber mit einem realen Kern versehen? Dieser Frage geht Reichholf als Evolutionsbiologe sachlich und breit nach.

'Lässt sich etwas erfinden, für das es kein Vorbild gibt?', ist seine Leitfrage und, wie er im Buch durchaus fundiert und gut lesbar nachweist, die Antwort lautet 'Nein'.

Es gibt sie, die Vorbilder für jene 'Fabelwesen'. Und mehr noch, Reichholf bleibt bei dieser rein biologischen Frage nicht stehen. Ebenso wendet er sich der Frage zu, was denn überhaupt den Reiz dieser Kreaturen ausmacht, dass Sie über die Jahrhunderte, Jahrtausende hinweg in allen Generationen von Menschen 'nicht tot zu kriegen' sind. Auch wenn die realen Vorbilder überhöht, entstellt wurden durch Sagen und Erzählungen, es gibt sie und sie sind wichtig, real wie überhöht. Produkte der Kunst, aber auch des Triebes des Menschen, zu 'fabulieren', allgemein gültiges, Wichtiges, Wesentliches in fantasiereichen Geschichten zum tragen zu bringen.

So stimmt ebenso, was Reichenholf zu Grunde legt und nachweist: 'Die Faszination, die von Drachen, Einhörnern ...... und anderen Fabelwesen ausgeht, enthüllt .... wesentliche Aspekte unserer Menschennatur'.

Dass der Mensch mehr von Gefühlen als von der Vernunft angeleitet wird, dass das Geheimnisvolle stärker lockt als das Aufgeklärte. Das viel Unbewusstes auch mitschwingt in dem, was Menschen den Fabeltieren 'andichteten', Wichtiges Unbewusstes.

So geht Reichholf einige der bekannten Fabeltiere hindurch, zeigt auf, wo die realen Wurzeln liegen (Phoenix ' Flamingo; Einhorn ' Oryx usw.), zeigt ebenfalls auf, wo eine reale Herleitung nicht möglich ist (interessanterweise beim doch naheliegendem Drache ' Echse Vergleich, der aber nicht zu halten ist) und verweist dann aber ebenso interessant auf die Deutungen, die Menschen in ihrem 'Fabulieren' den entsprechenden Tieren gegebene haben und wie in diesem Deuten Überhöhungen der Realität, fantasiereiche Durchbrechungen, durchaus sinnvoll ihren Platz gefunden haben (bis hin z.B. zur Deutung des Phoenix als Reinigung Christi im Rahmen der Renaissance).

In Form und Stil bildet das Buch ein fundiertes Sachbuch, wie ein Roman liest es sich nicht und auch Legenden und Sagen nehmen keinen breiten Raum ein. So verbleibt Reichholf im eher nüchternen und teils auch trockenem Stil, bietet aber einen nachvollziehbaren und überzeugenden Einblick in den Ursprung mancher Fabelwesen und warum und wie aus Ihnen wurde, was man heute von Ihnen in Form von Sagen, Legenden und Fabeln kennt. Tiere, die von Anfang an etwas Besonderes und Bedeutsames für die Menschen einer bestimmten Region hatten und durch dieses je Besondere als 'Transporteure' tieferer Botschaften dienten.
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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine spannende Reise in die Welt der (Krypto)Zoologie, 27. Mai 2012
Von 
Norma Schlecker - Alle meine Rezensionen ansehen
(HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Einhorn, Phönix, Drache: Woher unsere Fabeltiere kommen (Gebundene Ausgabe)
Josef H. Reichholf ist ein bekannter Evolutionsbiologe und Autor zahlreicher Bücher zu biologischen Themen. In seinem jüngsten Werk widmet er sich nun jenen Wesen, die uns seit Menschengedenken besonders faszinieren: Fabeltiere.
Reichholfs Annahme ist folgende: Fabeltieren liegen durchaus reale Vorbilder zu Grunde. Und zwar Tiere, die noch immer leben!
Der Autor nimmt uns mit auf eine spannende naturkundliche und kulturwissenschaftliche Reise, auf der er uns zeigt, was sich hinter so sagenumwobenen Geschöpfen wie Phoenix, Einhorn und Drache verbirgt. Der Wundervogel Phoenix, der aus der eigenen Asche aufersteht hat z.B. verblüffende Ähnlichkeit mit dem Flamingo - und wenn man das Hitzeflimmern, das in heißen Gegenden, in denen der Flamingo sich u.a. niederlässt, berücksichtigt, kommt bald eins zum anderen: Es entsteht der Eindruck, als würden die Tiere bei Aufsteigen in den Himmel in Flammen aufgehen. Sehr interessant fand ich hier die vielen Informationen über Flamingos. Wir kennen diese Tiere alle aus dem Zoo, aber so richtig Bescheid wusste ich über sie nicht. Aufgrund ihrer Ernährungsgewohnheiten können sie z.B. nur in Gewässern mit einem bestimmten Salzgehalt leben. Ist der Salzgehalt zu niedrig, gibt es darin nicht so viele Salinenkrebschen und Blaualgen, von denen sich Flamingos ernähren - die Vögel brüten dann nicht, weil sie ihre Kleinen nicht mit der wie Blut aussehenden Kropfmilch füttern können. Ist der Salzgehalt aber zu hoch, bildet er an den Füßen der Tiere schwere Krusten, die v.a. Jungtieren zum tödlichen Verhängnis werden können, weil sie das zusätzliche Gewicht aum Auffliegen hindert. Deshalb treten Flamingos in bestimmten Gegenden nur unregelmäßig auf (wie der Phoenix).
Das Einhorn geht höchst vermutlich auf die Arabische Oryx-Antilope zurück, die sehr gut zum beschriebenen Aussehen passen würde. Aufgrund der hohen Oryx-Dichte in früheren Zeiten kam es u.a. zu vielen Kämpfen und viele Tiere verfügten nur noch über eines der Hörner von beeindruckender Größe, bzw. die Hörner stehen so dicht, dass sie von der Seite aus wie ein einziges Horn aussehen.
Auch der Drache, bei dem man zunächst natürlich an die Gruppe der Reptilien denkt, wird ausführlich erörtert. Wobei der Drache nicht ganz so unproblematisch ist - hier sind wohl viele menschliche Deutungen und auch ein menschliches Vorbild nicht auszuschließen.
Neben diesen bedeutenden Fabeltieren geht der Autor ausführlich auf Tier-Rätsel aus der Mythologie und der Literatur ein. Z.B. auf den Mythos von Alkyone und Keyx - es kann sich hier unmöglich um den bei uns bekannten Eisvogel gehandelt haben. Und Ledas Schwan stellt sich auch als Täuschung heraus.
Selbst Shakespeares Lerche aus "Romeo und Julia" wird hinterfragt, kann doch der Gesang einer "herkömmlichen" Lerche nicht mit dem der Nachtigall verwechselt werden! Zumindest nicht der, der heute überwiegend anzutreffenden Feldlerche. Der Gesang der Heidelerche, die zu Shakespeares Zeiten viel häufiger war (Reichholf erklärt auch warum), ist dem der Nachtigall schon eher ähnlich.
Zudem findet man im fröhlichen Reigen der fabelhaften Tiere noch die fliegenden Rentiere (wobei ich aus dem Studium der Kulturwissenschaften in Erinnerung habe, dass der Weihnachtsmann u.a. dank Coca Cola rot-weiß ist und nicht wegen der Fliegenpilzfärbung, wie man es hier nachlesen kann - früher war der Geschenksackträger nämlich grün-weiß!), den sagenumwobenen bayerischen Wolpertinger, die zwölf Aufgaben des Herakles (jetzt weiß ich auch viel besser über die Geschichte der Massentierhaltung Bescheid!), Zyklopen, Tierkreiszeichen und allerlei anderes Getier, das uns bis heute fasziniert.

Ich habe dieses Buch wieder einmal innerhalb von einem Tag "gefressen". Reichholf schreibt spannend und fundiert. Das Buch liest sich fast wie ein Roman mit unglaublich vielen interessanten Hintergrundinformationen, mit denen man seine Mitmenschen beim nächsten Zoobesuch beeindrucken kann ;-) Ich habe wirklich enorm viel gelernt!
Wer sich für Tiere und/oder Mythologie interessiert, sollte hier unbedingt zuschlagen.
Als Kulturwissenschaftlerin war sich fasziniert von diesem neuen Zugang zu einem Thema, dem ich mich bisher nur auf dem Weg der kulturwissenschaftlichen Analyse (z.B. Erzählkulturforschung, bzw. was sagt das über die kulturellen Wertigkeiten bestimmter Epochen aus, etc.)
Was mich natürlich noch besonders gefreut hätte, wären Bilder gewesen, aber angesichts der großen Vielfalt der beschriebenen Tiere, wäre das wohl nur in einem nicht wirklich umfassenden Rahmen möglich gewesen. So hab ich einfach mal öfter gegoogelt - und viele Tiere kennt man ohnehin aus dem Zoo oder aus Büchern.
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16 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Das Dilemma der rationalisierenden Mythenkritik, 1. Juni 2012
Rezension bezieht sich auf: Einhorn, Phönix, Drache: Woher unsere Fabeltiere kommen (Gebundene Ausgabe)
Das Buch ist recht originell und enthält viele interessante Details. In einem zentralen Punkt war ich aber so überrascht und erstaunt, dass ich erst nicht sicher war, ob es sich bei dem Ganzen nicht um eine Wissenschaftsparodie handelt. Aber Herr Reichholf scheint alles ernst zu meinen und liefert in lupenreiner Form das, was man in den historischen Wissenschaften "rationalisierende Mythenkritik" nennt. Ein Verfahren, das schon seit Jahrzehnten als Irrweg, zumindest aber als sehr problematisch betrachtet wird.
Rationalisierende Mythenkritik funktioniert so: Man nimmt z. B. die Geschichte vom Rotkäppchen, schaut sich die darin erzählten Fakten an und sagt sich dann: Sprechende Wölfe gibt es nicht - also war der Wolf kein Wolf, sondern ein Mensch, wahrscheinlich ein Räuber. Ein Wolf kann auch keine Menschen verschlingen, die dann weiterleben. Also war es wohl so, dass der Räuber die Großmutter und Rotkäppchen nicht gefressen, sondern in den Keller gesperrt hat. Alles andere ist aber reale und wirklich so passiert! Oder, anders formuliert: Wenn ich einfach alles, was mir nicht realistisch erscheint weglasse oder nach meinem Gutdünken solange umdeute, bis es plausibel erscheint, bleibt die pure Realität und die letzte Wahrheit übrig, die Naturwissenschafter ja so gern haben!
Am Beispiel Rotkäppchen kann man gut nachvollziehen, dass das so einfach nicht funktioniert - und wenn man ein bisschen darüber nachdenkt, wird man auch einsehen, dass diese Technik auch bei der Hydra des Herakles, Phönix, Einhorn & Co. nicht wirklich zielführend sein kann, weil dabei viel zu viel außer Acht gelassen wird; vor allem die menschliche Fantasie und Kreativität, die Lust am Fabulieren und am Erschaffen von Gegen- und Anderswelten, tiefenpsychologische Momente u. a. m.
Für mich ist das Buch auch deshalb Interessant, weil es ein schönes Beispiel dafür ist, was rauskommt, wenn sich - in ihrem Fachbereich sicher gute und verdienstvolle - Naturwissenschafter auf ein anderes Fachgebiet begeben, sich dabei aber nicht ganz mit dem dort verwendeten Handwerkszeug vertraut gemacht haben; im konkreten Fall mit den bei Historikern üblichen quellenkritischen Verfahren, die auch das jeweilige kulturelle, gesellschaftliche und ideengeschichtliche Umfeld und die vorangegangenen literarischen Traditionen einbeziehen, in denen Texte entstanden sind.
Für alle, die mehr über das Wesen der rationalisierenden Mythenkritik erfahren wollen, ist die aufschlussreiche und amüsante zweisprachige Reclam-Ausgabe des Werkes "Unglaubliche Geschichten" des griechischen Schriftstellers Palaiphatos zu empfehlen. Palaiphatos hat die griechischen Sagen und Mythen genau nach diesem vordergründig rationalen Denkmuster zerpflückt" und wird dabei mehr als einmal unfreiwillig komisch. Ihm muss man allerdings zugute halten, dass er sein Werk im 4. Jahrhundert v. Chr. veröffentlicht hat, und nicht 2012!
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Seltsam..., 27. Mai 2014
Rezension bezieht sich auf: Einhorn, Phönix, Drache: Woher unsere Fabeltiere kommen (Gebundene Ausgabe)
Dieses Buch beginnt eigentlich nicht schlecht, fällt zum Schluß hin jedoch merklich ab. Die Theorie über den Phönix mag noch als schlüssig durchgehen, beim Einhorn und dem Drachen hat sich der Autor jedoch dermaßen weit aus dem Fenster gelehnt, dass es einem die Haare aufstellt. Die ewigen Wiederholungen und Selbstreferenzen tragen auch nicht gerade zur Lesbarkeit bei. Ein Buch mit viel Potenzial, welches jedoch gravierende handwerkliche Mängel offenbart. Über den Flamingo weiß man nach der Lektüre des Buches alles, jedoch geht das Ganze teilweise viel zu sehr in die Tiefe bzw. umkreist der Autor ein Thema ohne zum Punkt zu kommen. Peinliche Fehler wie die "Göttin Osiris", gleich auf der ersten Seite, machen einen historisch interessierten Leser sprachlos.

Ich habe das Buch aufgrund mehrerer positiver Rezensionen in Printmedien gekauft, und bin eigentlich erschüttert über die mangelhafte inhaltliche und handwerkliche Ausführung.
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5.0 von 5 Sternen schöne Geschichten..viel Information, 7. Juni 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Einhorn, Phönix, Drache: Woher unsere Fabeltiere kommen (Gebundene Ausgabe)
Die Geschichten sind sachlich, klar und trotzdem zauberhaft. Sehr informativ und dadurch sehr empfehlenswert.
Für alle die an guten Informationen aus der Anderswelt interessiert sind.
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4.0 von 5 Sternen Der Ursprung der mythologischen Fabelwesen, 30. März 2013
Von 
Gromperekaefer "gromperekaefer" (Luxembourg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Einhorn, Phönix, Drache: Woher unsere Fabeltiere kommen (Gebundene Ausgabe)
Der Biologe Josef Reichholf geht den Spuren der Fabeltiere nach, wobei er neben den mythologischen auch biologische und historische Aspekte analysiert. Bei den meisten dieser Geschöpfe erkennt er daher eine vielfache Umwandlung durch Überlieferungen. Bekanntheit haben diese Wesen zumeist durch die Renaissancezeit, wo antike Wurzeln wieder aufgedeckt wurden, allerdings anders interpretiert als in der Antike. Trotzdem ist es Reichholf gelungen die Ursprünge der Wesen zu ergründen, sodas er interessante Einblicke gewähren kann. Neben den menschlichen Überlieferungen spielen Faktoren wie der Wandel des Klimas und Naturereignisse eine wichtige Rolle. Der Autor analysiert sämtliche ihm zur Verfügung stehenden Spuren, wobei er detektivisch seine Schlussfolgerungen zieht.

So ist der Ursprung der Fabeltiere, welche in Europa zu Berühmtheit gelangten nicht in Europa zu suchen. Der Phönix, der Flammenvogel aus der Asche basiert so auf dem Flamingo, welcher Schlammnester baut, in flimmernder Hitze agiert und so den Feuermythos begründete. Der Ursprung sollte dabei in Ägypten liegen. Das Einhorn assoziiert Reichholf mit der Weissen Oryx, einer Antilopenart. Trotz der beiden Hörner dieses Tieres kann man aus der Ferne au seiner bestimmten Perspektive diese als Einheit erfassen. Der Drache scheint eher von Menschenhand erschaffen, um furchterregend die Mitmenschen fernzuhalten. Hier scheint eine Assoziation zu dem chinesischen Drachen zu bestehen. Im Bergbau (insbesondere Edelmetalle und -steine) gebrauchte man den Drachen als List um Neugierige abzuschrecken.

Mit den Überlieferungen haben sich diese Fabelwesen jeweils weiter entwickelt, sodas die Ursprünge in die Vergessenheit geraten sind. Neben diesen drei bekannten Wesen werden im Buch ebenfalls andere mythologische sowie astrologische Aspekte behandelt. Insgesamt interessante Einblicke in die Welt der Mythologie und deren natürliche Erklärungen.
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3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Interessanter Ansatz, verbesserungswürdige Umsetzung, 3. Juni 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Einhorn, Phönix, Drache: Woher unsere Fabeltiere kommen (Gebundene Ausgabe)
Der Biologe Josef H. Reichholf spürt in "Einhorn, Phönix, Drache" den möglichen realen Hintergründen verschiedenster bekannter Mythen nach. Der Untertitel "Woher unsere Fabeltiere kommen" ist dabei ein wenig irreführend, denn es geht zwar unter anderem auch um die Vorbilder der im Titel genannten Fabelwesen, daneben aber auch um natürliche Erklärungen für bestimmte in Mythen, Sagen und Literatur geschilderte Phänomene allgemein, bei denen nicht unbedingt immer direkt Phantasietiere eine Rolle spielen (so z.B. um eine Rekonstruktion der Vorgänge, die sich hinter den in der Bibel geschilderten Ägyptischen Plagen verbergen könnten, Nachtigall und Lerche in Shakespeares Romeo und Julia, Leda und den Schwan, die Sagen um Herakles und dergleichen mehr).

Wenn man es eher gewohnt ist, literarische und mythologische Texte aus geisteswissenschaftlicher Perspektive zu betrachten, ist Reichholfs Ansatz, die Aussagen seiner Quellen zunächst einmal recht unkritisch ernstzunehmen und eine naturwissenschaftliche Erklärung anzubieten, die zu der jeweiligen Schilderung passt, auf den ersten Blick ungewohnt, aber durchaus interessant. Für wie überzeugend man die einzelnen Erklärungen, die er findet, hält, ist sicher von Fall zu Fall verschieden und der individuellen Einschätzung überlassen, aber neue Denkanstöße liefert seine Vorgehensweise, sicher geglaubtes Wissen zu hinterfragen und sich nicht auf symbolische Deutungen zurückzuziehen, wenn auch eine wörtliche Neuinterpretation möglich ist, immerhin.

Leider haben sich dort, wo Reichholf über Themen schreibt, die nicht zu seinem eigentlichen Fachgebiet gehören, auch einige sachliche Fehler eingeschlichen: Beispielsweise ist gleich zu Anfang von der "Göttin Osiris" die Rede (statt von einer männlichen Gottheit dieses Namens), und im Zuge der Untersuchung der Sagen um Herakles taucht die Behauptung auf, das Gewand, das dem Helden unerträgliche Qualen zufügte, sei mit dem Blut seiner Frau Deianeira getränkt gewesen (in der allgemein bekannten Version des Mythos handelt es sich um das Blut des Kentauren Nessos).

Insgesamt bleibt man mit dem Eindruck zurück, ein anregendes, durchaus nicht schlechtes Buch, das bisweilen zu Widerspruch herausfordert, gelesen zu haben - aber leider kein perfektes.
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1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Naturwissenschaftlich top, geisteswissenschaftlich Nachholbedarf, 22. Juni 2013
Rezension bezieht sich auf: Einhorn, Phönix, Drache: Woher unsere Fabeltiere kommen (Gebundene Ausgabe)
Pecunia non olet, Herr Reichholf. Das sagt man seit der flavischen Dynastie, seit der gewiefte Kaiser Vespasian seine Finanzen mit der Besteuerung öffentlicher Urinsammelbecken aufzubessern versuchte. Seinem Sohn, der diese Steuer etwas degoutant fand, erklärte der gute Mann ganz realistisch: „Mein Lieber, die Schüsseln machen partytechnisch vielleicht nichts her – aber: Ist mir doch egal, woher das Geld, das ich damit scheffele, kommt! Es kleben ja keine Körperflüssigkeiten dran.“ Das hat nichts, aber auch rein gar nichts mit kranken und daher müffelnden Rindern zu tun. Natürlich bezieht sich das Wort Pecunia auf Vieh; man sollte hier aber nicht überinterpretieren.
Die Passage, in der erläutert wird, wie eine Amazone durch ihr angetane Gewalt doch noch zum braven Frauchen wird (kommentiert in einer Weise, daß man an hämische Freude denken muß), finde ICH übrigens degoutant.
Ebenso die Aufdröselung der Geschichte von Leda und dem Schwan. Dazu ein dezenter Hinweis auf „Das bizarre Sexualleben der Tiere“ von Michael Miersch: Hier findet man eine passende Statistik zum Thema „unnatürliche Tierliebe“. Daß Frauen heutzutage kein gesteigertes Interesse daran haben, mit ihren Haustieren zu verkehren, ist mitnichten auf anerzogene Prüderie zurückzuführen, Herr Reichholf. Wie bei Herrn Miersch nachzulesen, ist diese Form der Tierliebe nur einfach ein Feld, auf dem sich in der überwiegenden Mehrheit Männer betätigen (Verhältnis 90:10), die dann zur Triebabfuhr gerne Säugetiere und Geflügel benutzen, oft auch ungeachtet der Tatsache, ob alternativ eine Frau greifbar wäre oder nicht. Das wird (ebenfalls nachzulesen im o.g. Sachbuch) in der Kunst allerdings ganz anders dargestellt. Gerade in der bildenden Kunst findet man überproportional viele Darstellungen von Frauen (Verhältnis 95:5), die sich mit Hilfe von Tieren bespaßen. Das entspricht jedoch nicht der realen Häufigkeit solcher Kontakte, sondern vielmehr der Phantasie der (männlichen) Künstler. Auch heute stellen Männer sich ja mit Vorliebe vor, daß Frauen Tiere, Gemüse und unbelebte Gegenstände wie Baseballschläger benutzen, um gewisse männliche Körperteile zu ersetzen.
Ein Hinweis: Bitte recherchieren Sie einmal (notfalls auch lediglich unwissenschaftlich durch Befragung in Ihrem eigenen Bekanntenkreis) wieviele Frauen solche Spielchen TATSÄCHLICH anregend fänden. Es werden nicht viele sein. Es ist also unangebracht, in Ihrer Behandlung der schwanliebenden Leda darüber zu jubilieren, daß Frauen und Hirtenhunde sich im alten Griechenland noch ungestört der freien Liebe hingeben konnten, während solche Betätigung den Frauen heutzutage durch moralinsaure Sittenwächter ausgetrieben worden ist. Gehen Sie einfach einmal davon aus, daß ich DESHALB nicht mit meinem Hund kopuliere, weil ich es wirklich nicht will – und nicht etwa, weil es mir so eingeredet worden ist.
Aber genug der Exkurse.
Die naturwissenschaftlichen Erklärungsversuche überzeugen in der Mehrzahl, wenn ich auch die Herleitung des Drachen für zu simpel halte. Drachendarstellungen gibt es weltweit in unterschiedlichster Ausformung, auch in Gegenden, die wohl kaum von erzstehlenden chinesischen Wanderarbeitern besucht wurden. Schlichtweg genial sind die Erklärungen zu Einhorn und Phoenix. Dazwischen finden sich nur gelegentlich weitere Beispiele für Überinterpretation und diese tritt immer dann auf, wenn es in den geisteswissenschaftlichen Bereich hineingeht.
Beispiel „Romeo und Julia“: Für den Biologen mag es ein Ärgernis sein, daß Nachtigallen und Feldlerchen sich im Gesang so grob unterscheiden. Für den Sprachwissenschaftler zählt etwas ganz anderes: Hier ist Empathie gefragt. Statt der beiden Vögel hätten es auch Kuh und Esel sein können, der besorgte Teil des Liebespaars hätte sich im Endeffekt vermutlich auch durch die Behauptung beruhigen lassen, daß der Esel muht. Die Frage nach der Uhrzeit könnte ungewollt herausgeplatzt sein, womöglich war sie drei Sekunden später auch schon gar nicht mehr wichtig, deshalb kann auch die Antwort charmant erlogen sein.
Verliebte erschaffen sich ihre eigene Realität, sie hören, was sie hören wollen. Somit muß die Lerche (obwohl auch diese Erklärung sehr gelungen ist) nun wirklich keine Heidelerche gewesen sein.
Strukturell wären mir weniger Abschweifungen lieber gewesen. Mehr Unterkapitel oder eine andere Aufteilung hätten geholfen, denn wenn man von der Eierlegenden Wollmilchsau liest, will man nicht alle drei Sätze von Betrachtungen über das Fliegende Spaghettimonster und den Unglaublichen Hulk aus dem Lesefluß gerissen werden. Man will irgendwann, nach möglichst null Unterbrechungen durch andere Themen, einmal wissen, ob die Eierlegende Wollmilchsau vielleicht mit dem Schnabeltier verwandt ist – einem Tier, das den erwähnten Wolpertingern schon recht nahe kommt.
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2.0 von 5 Sternen Interessantes Thema, schlecht umgesetzt, 5. März 2014
Rezension bezieht sich auf: Einhorn, Phönix, Drache: Woher unsere Fabeltiere kommen (Gebundene Ausgabe)
Reichholf versucht, bekannte Fabeltiere rein zoologisch anhand ihres Aussehens, ihrer Lebensweise und ihres Vorkommens in der Antike zu erklären. Ein interessanter Ansatz, der zwar manchmal etwas bemüht wirkt, aber immer wieder zu durchaus plausiblen Ergebnissen führt. Soweit, so positiv, zumal ich über die (sowohl geistes-, als auch natur-)wissenschaftliche Brauchbarkeit seiner Thesen keinerlei Urteil abgeben kann. Was aber wirklich ärgerlich ist: Das Buch ist lieblos gemacht und absolut schlecht lektoriert. Viele seiner Erwähnungen und Beschreibungen hätten der Illustration bedurft, schließlich ist vermutlich nur ein geringer Teil der Leser tierkundlich wirklich firm.

Auch sprachlich ist das Buch über weite Strecken misslungen: Der Autor verliert sich in Beschreibungen, springt dann ansatzlos zu bereits Abgehandeltem zurück und zwei Sätze später wieder nach vorne und wiederholt sich innerhalb eines Kapitels mehrfach fast wörtlich. Fazit: Mit einem guten Lektorat und der Verwendung von Bildern und Schautafeln (wer weiß schon auswendig, wo genau sich das x-te Nilkatarakt befindet) hätte das ein spannendes Buch werden können. So ist es hauptsächlich Geldvergeudung.
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1.0 von 5 Sternen Grotesk!, 23. September 2014
Eigentlich wollte ich dem Buch zwei Sterne geben, gerade eben habe ich aber das letzte Kapitel (das über Drachen) gelesen. Ich konnte erst gar nicht glauben, das das wirklich ernst gemeint sein soll und der Autor sich zum Schluss noch einen kleinen Scherz erlaubt. Aber nein, der glaubt das wirklich!

Josef Reichholf ist Zoologe und widmet sich den Fabeltieren aus zoologischer Perspektive. Die Idee fand ich ganz interessant, und habe mir das Buch daher ausgeliehen. Zum Glück, ich hätte jeden Cent bereut!

Aber vielleicht einmal ,um was es geht: Herr Reichholf geht davon aus, dass alle Legenden, Mythen und Fabeltiere einen konkreten Kern haben. Je wichtiger eine Überlieferung, desto sicherer gründet sie sich auf Tatsachen. Schließlich denken sich Menschen ja nicht einfach aus der Luft heraus etwas aus … Entsprechend krampfhaft sucht er dann nach dem ursprünglichen Phönix, dem eigentlichen Einhorn usw. Quellenkritik findet überhaupt nicht statt, selbst Quellenangaben bleiben furchtbar wage.

Der Autor bezeichnet sein Vorgehen selbst als „historisch-biologische Analyse“, ein anderer Rezensent sprach von rationalisierenden Mythenkritik. Ich denke, der Autor tut hier genau das, was Michel Meurge als „scientification of folklore“ bezeichnet: Man pickt sich aus einer komplexen Tradition ein paar Elemente heraus, die man auf eine reale Ursache zurückführt und tut den Rest als Aberglauben ab.

Das das gründlich schiefgegangen ist merkt man schon auf der ersten Seite des ersten Kapitels: Dort ist von der Göttin Osiris die Rede! Grobe bis gravierende Fehler in Geschichte und Mythologie ziehen sich durch das ganze Buch und zeigen deutlich, das der Autor keine Ahnung vom Thema hat! Er spielt sich auch als großer Etymologe auf, dabei kommt dann sowas raus wie „Punier = die zu bestrafenden“! Nebenbei versucht er sich noch als Frauenflüsterer und erklärt uns warum die alle an Horoskope glauben und wie scharf Frauen Sex mit Hunden finden.

Letztendlich versagt der Autor auf voller Linie: Inhaltlich völliger Quatsch, stellenweise groteske Denk- und Faktenfehler. Dazu fürchterlich schlecht geschrieben. Abgehackt, lauter kurze Hauptsätze aneinander. Sinnsprünge und seltsame Einschübe, dann wieder wörtliche Wiederholungen.
Einzig bei rein biologischen Themen scheint er sich auszukennen, etwa dem Leben der Flamingos. Ich will auch garnicht behaupten, dass alle seiner Spekulationen Unsinn sein müssen. Etwa der Teil zu den Lerchen in „Romeo und Julia“ klang ganz vernünftig.
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Einhorn, Phönix, Drache: Woher unsere Fabeltiere kommen
Einhorn, Phönix, Drache: Woher unsere Fabeltiere kommen von Josef Reichholf (Gebundene Ausgabe - 2. April 2012)
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