Kundenrezensionen


35 Rezensionen
5 Sterne:
 (27)
4 Sterne:
 (4)
3 Sterne:
 (2)
2 Sterne:
 (2)
1 Sterne:    (0)
 
 
 
 
 
Durchschnittliche Kundenbewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel
Eigene Rezension erstellen
 
 

Die hilfreichste positive Rezension
Die hilfreichste kritische Rezension


78 von 80 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wunderbare Bücher
Diese Bücher sind einfach wunderbar. Wer Sinn für gelungene Formulierungen hat, sich an der Verwendung auch nur einzelner Wörter erfreuen kann, der fühlt sich in jedem der "Joseph" Bücher zu Hause. Sicher muss man sich an den Stil gewöhnen, bleibt am Anfang an der ein oder anderen Stelle hängen. Doch das Lesevergnügen stellt sich...
Am 13. Februar 2003 veröffentlicht

versus
6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen die Schrift ist zu klein
die Schrift ist zu klein, auch wenn man Brille trägt, es ist schwer zu lesen, man wird schnell müde, weiss jetzt nicht, 4 bändige ausgabe noch kaufen?
Vor 14 Monaten von Vladimir Baronsky veröffentlicht


‹ Zurück | 1 2 3 4 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

78 von 80 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wunderbare Bücher, 13. Februar 2003
Von Ein Kunde
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Diese Bücher sind einfach wunderbar. Wer Sinn für gelungene Formulierungen hat, sich an der Verwendung auch nur einzelner Wörter erfreuen kann, der fühlt sich in jedem der "Joseph" Bücher zu Hause. Sicher muss man sich an den Stil gewöhnen, bleibt am Anfang an der ein oder anderen Stelle hängen. Doch das Lesevergnügen stellt sich ein. Am Ende eines Buches angekommen will man gleich zum nächsten greifen und nach dem letzten Band bedauert man, dass nicht die ganze Bibel in dieser Form nacherzählt wurde. In den gesamten Büchern schwingt immer eine zarte Ironie im Hintergrund mit, die Schwächen der Figuren werden fein herausgearbeitet. Die Bücher unterhalten auf einem wunderbaren Niveau.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


59 von 61 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Genial, 15. Januar 2003
In der Joseph-Tetralogie zeigt Thomas Mann sich als der ganz große Geschichtenerzähler, der er ist. Nicht eine, nein, tausend Geschichten werden in diesen vier Büchern erzählt, Geschichten, die ineinander greifen, die abschweifen, jede für sich lesenswert und liebenswürdig. Überhaupt: liebenswürdig, das sind sie fast alle, die vielen Menschen, die dem Leser in dieser Mammutgeschichte begegnen.
Natürlich findet man auch die typisch Mann'schen Themen wieder: das Erwähltsein (Joseph, ebenso wie Gregor, Adrian Leverkühn, Klaus Heinrich - und in ihnen letztlich Thomas Mann -, ist ein Erwählter), das Sich-selbst-Aufgeben aus Liebe, der Dualismus zwischen Kunst und Leben, zwischen dem Künstlich-künstlerisch-Verstiegenen und dem Natürlich-Unbedarften, zwischen dem geistig Schaffenden, Inerten und dem Lebendigen, Aktiven...
Ich ziehe die vier Joseph-Bände mit ihrem grundsätzlich verschmitzt-heiteren Grundton, der immer wieder die Oberhand gewinnt, der düsteren Atmosphäre des Doktor Faustus und dem etwas schwül-dekadenten Verwesungsgeruch des Zauberbergs vor (ohne diesen beiden Werken die ihnen zweifellos gebührende Bewunderung zu versagen...). Verwandt ist der Erzählton in dieser Hinsicht eher dem des Erwählten und der Königlichen Hoheit.
Zauberhaft und genial - wie immer bei Mann, aber hier vielleicht auf besonders charmante Weise - ist natürlich die Sprache: die wunderbar wallenden, fließenden Sequenzen, die meisterhaft durchgehaltene Leitmotivik, der stets zu erwartende jähe Umschwung von hohem Pathos, tiefer Tragik oder schmerzlicher Leidenschaft (eine andere gibt es bei Mann kaum) in ein verschmitztes Augenzwinkern, die allem zugrundeliegende subtile Ironie - all dies ist eine helle Freude für den Leser, der hohe Sprachkunst zu schätzen weiß.
Ausdauer, das sei zugegeben, braucht man für dieses Meisterwerk der Erzählkunst: bei insgesamt etwa 1800 Taschenbuchseiten hat auch der schnelle und begeisterte Leser durchaus etwas zu tun. Doch es lohnt sich! Auch denjenigen, denen der Erzählstil anfangs etwas ungewohnt vorkommen möge, sei die Lektüre wärmstens empfohlen, denn in die Mann'sche Sprache kann man sich "einlesen", und wer Spaß an gut erzählten Geschichten hat, der wird seine Freude an dem Werk haben.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Tief ist der Brunnen der Vergangenheit....", 29. April 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Joseph und seine Brüder: Vier Romane in einem Band (Gebundene Ausgabe)
"..... Sollte man ihn nicht unergründlich nennen?"

Der erste Satz des großen Opus' von Thomas Mann um ein Kapitel biblischer Geschichte, das von Joseph und seinen Brüdern, ist der Schlüsselsatz des gewaltigen Romans, der 1324 Seiten umfaßt und dem der Autor 17 Jahre seines Schaffens gewidmet hat. Die Geduld, Mühe, Disziplin, Leidenschaft, Angst aber auch und Verzweiflung, die in dieses Werk geflossen sind, sollte, muß man die nicht auch unergründlich nennen?

Man brauchte einen der größten Romane der deutschsprachigen Literatur, die je verfaßt worden sind, in diesem Falle von 1926 bis 1943, an dieser Stelle nicht noch einmal, zum buchstäblich x-ten Male, zu rezensieren, was ohnehin nur ein sehr anmaßendes und allenfalls überflüssiges Ergebnis zeitigen würde, denn der Romanzyklus ist bis in seine letzten Zeilen gründlich erforscht worden, und er ist trotzdem immer noch offen in der Literaturgeschichtsforschung für neue Einsichten, neue Erkenntnisse und weiterhin überraschende Offenbarungen. Vielleicht würden sich sogar dem Autor selbst, bei der neuerlichen Wiederbegegnung mit seinem Werk, heute neue Blicke in die Geschichte Josephs eröffnen, wenn ihm diese Möglichkeit noch einmal gegeben würde. Nicht umsonst hat Thomas Mann in Zusammenhang mit der Veröffentlichung der "Großen kommentierten Frankfurter Ausgabe" seiner Werke Zweifel daran zum Ausdruck gebracht, daß der Autor jeweils selbst "der beste Kenner und Kommentator seines eigenen Werkes" sei.

Zurück zum ersten Satz des ersten Hauptstücks des Romans, "Vorspiel: Höllenfahrt". Hier wird konstatiert: "Tief ist der Brunnen der Vergangenheit." Und wenig später heißt es dann weiter: daß "... je tiefer man schürft, je weiter hinab in die Unterwelt des Vergangenen man dringt und tastet, die Anfangsgründe des Menschlichen, seiner Geschichte, seiner Gesittung, sich als gänzlich unerlotbar erweisen und vor unserem Senkblei ..... immer wieder und weiter ins Bodenlose zurückweichen." Und vor dieser Mammutaufgabe, doch einen festen Boden für die Unergründlichkeit seiner Geschichte zu finden und zu beschreiben, stand der Autor, als er sich an einem bestimmten, inzwischen als historisch zu bezeichnenden, Tag des Jahres 1926, in den Tagebüchern zu definieren, hinsetzte, um den Anfang zu wagen, zum allerersten Mal in die Unergründlichkeit des Brunnens der Vergangenheit hinunterzublicken.

Es ist, unter den heutigen Bedingungen, denen die Gesellschaft (die Gesellschaften weltweit) und damit auch ihre Schriftsteller ausgesetzt sind, kaum noch vorstellbar, daß sich einer noch einmal einer solchen Aufgabe, oder einer ähnlichen, über 17 Jahre, stellen würde. Heute hat die sogenannte Zivilisation mit ihren unzähligen Einflüssen ihre zerstörerischen Kräfte längst, wie die mächtigen Tentakel eines ungeheuerlichen Tiefseeoktopus', um alle Manifestationen des Lebens, auch des alltäglichsten Lebens, so eisern und buchstäblich atemberaubend geschlungen, daß auch den Schriftstellern keine Möglichkeit mehr gegeben scheint, sich aus der Umschlingung herauszuwinden und sich, in abenteuerlicher Weise waghalsig, auf eine solche Expedition in die Unterwelt zu begeben.

Während, um nur ein Beispiel zu nennen, das an einem Tageslauf festgemacht zeigt, wie es damals sein konnte, Thomas Mann mit eiserner Disziplin wußte, daß er jeden Tag genau definierte Stunden Arbeit am Schreibtisch zu absolvieren hatte und sich davon durch nichts in der Welt hätte abbringen lassen, wären seinem zeitgenössischen "Kollegen", zivilisationsbedingt, tausendfache Abweichungen vom "Selbstdisziplinierungs-Programm" vorprogrammiert, die dem Vorantreiben der Arbeit nicht förderlich sein könnten.

Nicht nur müßte er, beispielsweise, am PC erst einmal den täglichen Posteingang kontrollieren, dann natürlich auch im Fernsehen, welches es zu Thomas Manns Zeit auch noch nicht mit der Bedeutung gab, die das Medium heute hat, die Nachrichten des Tages verfolgen. Später hätte er dann, weil seine Frau berufstätig ist, die Waschmaschine zu bedienen, vielleicht auch einen Anteil Hausarbeit zu erledigen, im Internet seine Finanztransaktionen mit der Hausbank abzustimmen und so weiter... und so weiter. Es bliebe, schlicht und ergreifend, heute nicht die Zeit, von der Muße einmal ganz abgesehen, geduldig ein Werk zu erschaffen und zu ertrotzen, das die Geschichte der Kultur einer Nation so geprägt hat, wie dieses Opus über den biblischen Joseph, das Thomas Mann der deutschen Literatur geschenkt hat.

Im angelsächsischen Raum wurde der Gegensatz zwischen der Kultur und ihrer kleinen, manchmal ziemlich nervigen Schwester Zivilisation schon immer so auf den Punkt gebracht: Zivilisation (civilization) schreibt man mit kleinem c, während Kultur (Culture) mit großem C geschrieben wird. So segens- und hilfreich der Gesellschaft, seit der Zeit von Thomas Mann, die eruptionsartig, ja geradezu atemlos fortschreitende Entwicklung der Zivilisation auch gewesen ist, so wenig förderlich ist sie ganz offensichtlich der Bereicherung der "großen" Kultur und ihrem stetigen, ruhigen und ausgeglichenen Fortschreiten gewesen. Es ist sicher nicht anmaßend zu behaupten, daß selbst Thomas Mann heute seine Probleme damit hätte, so tief in den Brunnen der Vergangenheit hinabzutauchen, wie er es damals noch vermochte. Auch ihn hätten heute wohl viele der zivilisatorischen Ablenkungen der Jetztzeit unweigerlich fest im Griff.

Eine Rezension zu schreiben über ein Werk, das so andauernd Leser, Öffentlichkeit und Forschung beschäftigt hat, wie es dieser Roman nunmehr seit mehr als 70 Jahren vermag, wäre mehr als eine Anmaßung und sollte deshalb hier auch gar nicht erst versucht werden. In diesem Kontext aber einmal auf den, mittlerweile unübersehbaren, Nebenaspekt aufmerksam zu machen, daß die zivilisatorische Entwicklung während dieser 70 Jahre, so segensreich man sie auch bewerten mag, als Ergebnis deutlich erkennbare Verluste, sozusagen Kollateralschäden, "kultureller Natur" zur Folge gehabt hat, mag an der einen oder anderen Stelle hilfreich sein. Für den Leser stellt sich, wenn er denn will, heute die Aufgabe, sich auf diesen großen Roman "einzulassen", mit dem Autor gemeinsam, am Ende auch, noch einmal, über die nächsten 17 Jahre, hinabzusteigen in den Brunnen der Vergangenheit, um ganz zum Schluß unter Umständen festzustellen, daß dieser, nicht nur am Beispiel Josephs festgemacht, sondern auch bezogen auf das eigene Leben, in Wahrheit "unerlotbar" ist. Und bleiben muß, denn: so ist das Leben. Nicht die einzige, und nicht die unwichtigste Wahrheit, die uns dieses große Buch von Thomas Mann vermittelt.

PS: Wer sich heute noch buchstäblich das Bild machen will, welches dem Autor bei der Arbeit am dritten Buch des Romans in den Sommermonaten täglich vor Augen gestanden hat, als er sich mit Joseph in Ägypten (und den dortigen klimatischen und geographischen Bedingungen) herumschlug, der sollte bei einem Besuch im litauischen Nidden, wie es heute heißt, damals Nida, auf der Kurischen Nehrung, unweit von Klaipeda (oder Memel, wie es damals hieß), aus dem oberen Stockwerk des Mann'schen Sommerhauses auf dem so genannten Schwiegermutterhügel (das Besuchern als kleines Museum offen steht) den Blick schweifen lassen über das Wasser der nahen Nehrung und hinüber zur großen Düne, einmalig für Nordosteuropa, die in der Tat einen Hauch von nordafrikanischer Sandwüstenlandschaft, von Sahara erahnen läßt, wie sie Joseph erfahren hat.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


44 von 47 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Josephsroman von Thomas Mann, 29. April 2006
Von 
Dieter Brendel (Frankfurt) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
In Magazinen, in Literaturzirkeln, wo auch sonst immer wird zu Zeiten die Frage gestellt nach dem Lieblingsbuch, das man mit "auf die einsame Insel" nehmen würde oder das in einer besonderen Lebenslage Einsichten lieferte, die dem Betroffenen die Kraft zur Bewältigung seiner Probleme bescherte. Bekannte und weniger bekannte Personen aus dem öffentlichen Leben lassen sich dann darüber aus, warum gerade dieses besondere Buch ihr Lieblingsbuch wurde.
Auch ich habe ein Lieblingsbuch. Ich kann nicht behaupten, 1000 oder mehr Bücher in meinem Leben gelesen zu haben, aber einige hundert waren es schon. Wenn ich mir deshalb die Freiheit nehme, mich wundern zu dürfen über sagen wir die Auswahl meiner Zeitgenossen, beginne ich daran zu zweifeln, ob es tatsächlich keine unstrittigen Kriterien gibt, die die Wahl des Lieblingsbuches stark beeinflussen.
Ich schreibe diese Zeilen als Deutscher und ich beschränke mich mit meiner Glosse auf die deutschsprachige Literatur der beiden letzten Jahrhunderte soweit ich sie gelesen habe.
Vor sieben Jahren habe ich hier bei Amazon die nachstehende Beurteilung meines Lieblingsbuches geschrieben. Das eine oder andere würde ich heute umformulieren, im Kern aber habe ich dem dort Geschriebenen nichts Neues hinzuzufügen. Nur soviel: Seit etwa 50 Jahren ist es bereits mein Lieblingsbuch.
Wenn ich Sie neugierig gemacht haben sollte, was denn nun mein Lieblingsbuch sei und warum, so lesen Sie einfach weiter. Lesen Sie aber bitte auch die Rezensionen der übrigen Teilnehmer, dann werden hoffentlich auch Sie Ihr Lieblingsbuch finden.
Ursprünglicher Text:
Welcher Schriftsteller hat eine Einleitung zu einem Roman wie die Höllenfahrt je geschrieben? Ich kenne keinen.
In welchem Werk wird die Anteilnahme des Lesers mit den Haupt- und Nebenfiguren des Romans zu Dutzenden von Malen aufs höchste erregt? Wer leidet nicht mit mit einem Jakob, einer Lea oder Rachel, einem Esau oder Ruben, einem Potiphar, einer Mut, einem Juda oder einer Thamar?
Man kann sich aber auch vor Lachen den Bauch halten, wenn sich die beiden Zwerge in die Haare geraten.
Wo kann man deutsch in seiner erlesensten Ausdrucksform bewundern? Mir ist jedenfalls nichts vergleichbares bisher untergekommen. Die Reden Josephs mit seinem Vater, mit Potiphar und vor dem Pharao seien als Glanzpunkte herausgestellt.
Wo steht das Menschliche der Hauptfigur in seiner positiven Ausprägung im Zentrum eines Gesamtwerks?
Wie ist es möglich, dass beim x-tenmal Lesen die Ergriffenheit beim Herannahen der Höhepunkte nicht abnimmt sondern ganz im Gegenteil sich diese ganz besondere Mischung aus Leid und Freude immer wieder eher noch verstärkt einstellt ähnlich wie beim Hören eines begnadeten Sängers?
Wenn überhaupt kann sich mit diesem Opus nach meiner Meinung nur noch der Zauberberg messen.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mehr als die Josefsgeschichte, 10. August 2009
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Die schöne Josefsgeschichte kennt wohl jeder aus Kindergarten, Grundschule oder spätestens aus dem Konfirmanden- bzw. Kommunionsunterricht. Die Tetralogie, die Thomas Mann daraus geformt hat, ist Gegenstand ungezählter literaturwissenschaftlicher Erörterungen, Lobpreisungen und Ehrungen geworden, denen ich natürlich nichts hinzufügen kann.
Ich habe die 4 Bände mit großer Freude gelesen und werde sie wieder lesen. Die Personen sind mit ihren Stärken, Schwächen und Widersprüchen so liebevoll und wahrhaftig gezeichnet, dass man sie alle in sein Herz schließt. Die erzählte Geschichte ist nicht nur die eigentliche Josefsgeschichte, sondern besteht aus vielen schönen Einzelgeschichten, die aufeinander aufbauen und so miteinander verknüpft sind. Die Sprache erscheint nur ganz am Anfang schwierig und veraltet. Später liest man alles flüssig herunter und erfreut sich an den so poetischen Wendungen, dass es ein einmaliger Lesegenuss ist. Ich habe alle Bände in chronologischer Reihenfolge mit Pausen gelesen und habe den letzten Band als krönenden schönsten Abschluss wahrgenommen. Der erste Band war für mich hingegen eher eine Vorbereitung darauf, dass das eigentlich Große erst noch kommt.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die geballte Kraft der deutschen Sprache..., 3. September 2010
Rezension bezieht sich auf: Joseph und seine Brüder: Vier Romane in einem Band (Gebundene Ausgabe)
Was Thomas Mann hier geschrieben hat, ist ein wunderbares Arrangement deutscher Sprache. Thomas Mann kann, wie kein anderer deutscher Schriftsteller, mit der deutschen Sprache spielen. Wie ein genialer Architekt ein monumentales Gebäude baut, baut Thomas Mann mit der deutschen Sprache ein monumentales Leseabenteuer.

Im Vorwort "Höllenfahrt" brennt er ein sprachliches Feuerwert ab, dass es einem fast den Atem raubt. Nie habe ich solches je an einer anderen Stelle gelesen. Genial, wunderbar, mystisch. Jede Zeile lässt erahnen, mit welcher Hingabe und Freude der Autor dieses Werk geschaffen hat.

Zugegeben: Es ist wirklich nicht ganz einfach, sich auf den Stil von Thomas Mann einzulassen, ist man doch manchmal genervt, weil man einen extrem geschachtelten Satz mal wieder nicht verstanden hat und ihn noch ein 2. oder 3. Mal lesen muss.

Aber hat man sich an das langsame Lesen gewöhnt, erschließt sich einem die volle Genialität dieses Werkes. Hätte Thomas Mann nicht schon für seine Buddenbrooks den Nobelpreis bekommen, so wäre er ihm für dieses Werk sicher gewesen.

Ein Meilenstein der Weltliteratur!!!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


20 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Du bist wirklich meine Begeisterung, 15. September 2009
Rezension bezieht sich auf: Joseph und seine Brüder: Vier Romane in einem Band (Gebundene Ausgabe)
Joseph und seine Brüder: Vier Romane in einem Band
Diese vier Joseph und seine Brueder von Thoma Mann, der aus einer kurzen biblischen
Erzaehlung seine Lebensphilosophie und Lebensgemaelde entwickelt hatte sind ganz ein hervorragendes Ereignis in der Geschichte, nicht nur von der deutschen Literatur, sondern auch von der internationalen Literatur, ich glaube. Was mich belangt, vor allem koennte ich herausfinden, dass es darin die Bewusstseinsbildung des Widerstandes gegen Ungerechtigkeit und Gewaltherrschaft besteht. Und dazu noch kann ich ironisch den Eindruck und gemuetlich das Gefuehl durch diesen Roman erhalten. Diese scheint zu beschreiben romanartig, aber gleichzeitig darstellt sich als die Vielseitigkeit und die Vielfaeltigkeit sowohl von der inneren Menschlicnkeit wie auch von der ausseren Menschlichkeit dichterisch, aber doch existentiell.
Deswegen wuerde ich sagen, das ist wirklich der traditionelle, deutsche Geist und auch globale Geist, den man ersehnen soll. So meine ich, das ist erforderlich bei uns ohne Wenn und Aber nicht nur heutezutage, sondern auch zukuenftig.
Joseph und seine Brueder von Thoma Mann, du bist wirklich meine wunderbarkeit und Begeisterung!
Kim Sung Jin von Suedkorea
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


32 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Genial, 14. Januar 2003
In der Joseph-Tetralogie zeigt Thomas Mann sich als der ganz große Geschichtenerzähler, der er ist. Nicht eine, nein, tausend Geschichten werden in diesen vier Büchern erzählt, Geschichten, die ineinander greifen, die abschweifen, jede für sich lesenswert und liebenswürdig. Überhaupt: liebenswürdig, das sind sie fast alle, die vielen Menschen, die dem Leser in dieser Mammutgeschichte begegnen.
Natürlich findet man auch die typisch Mann'schen Themen wieder: das Erwähltsein (Joseph, ebenso wie Gregor, Adrian Leverkühn, Klaus Heinrich - und in ihnen letztlich Thomas Mann -, ist ein Erwählter), das Sich-selbst-Aufgeben aus Liebe, der Dualismus zwischen Kunst und Leben, zwischen dem Künstlich-künstlerisch-Verstiegenen und dem Natürlich-Unbedarften, zwischen dem geistig Schaffenden, Inerten und dem Lebendigen, Aktiven...
Ich ziehe die vier Joseph-Bände mit ihrem grundsätzlich verschmitzt-heiteren Grundton, der immer wieder die Oberhand gewinnt, der düsteren Atmosphäre des Doktor Faustus und dem etwas schwül-dekadenten Verwesungsgeruch des Zauberbergs vor (ohne diesen beiden Werken die ihnen zweifellos gebührende Bewunderung zu versagen...). Verwandt ist der Erzählton in dieser Hinsicht eher dem des Erwählten und der Königlichen Hoheit.
Zauberhaft und genial - wie immer bei Mann, aber hier vielleicht auf besonders charmante Weise - ist natürlich die Sprache: die wunderbar wallenden, fließenden Sequenzen, die meisterhaft durchgehaltene Leitmotivik, der stets zu erwartende jähe Umschwung von hohem Pathos, tiefer Tragik oder schmerzlicher Leidenschaft (eine andere gibt es bei Mann kaum) in ein verschmitztes Augenzwinkern, die allem zugrundeliegende subtile Ironie - all dies ist eine helle Freude für den Leser, der hohe Sprachkunst zu schätzen weiß.
Wer mit dieser Sprache nicht zurecht kommt, ist sehr zu bedauern, denn es entgeht ihm einer der größten Lesegenüsse der Literaturgeschichte. Ebenso wie die übrigen Werke Manns ist auch die Joseph-Tetralogie wohl keine Lektüre "fürs Volk". Der mit eher unterdurchschnittlicher Intelligenz gesegnete Leser wird dem Werk denn auch nicht viel abgewinnen können. Allen übrigen sei die Lektüre wärmstens empfohlen, denn in die Mann'sche Sprache kann man sich "einlesen", und wer Spaß an gut erzählten Geschichten hat, der wird seine Freude an dem Werk haben.
Ausdauer, das sei zugegeben, braucht man ebenfalls für dieses Meisterwerk der Erzählkunst: bei insgesamt etwa 1800 Taschenbuchseiten hat auch der schnelle und begeisterte Leser durchaus etwas zu tun. Doch es lohnt sich!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


17 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Thomas Manns Joseph-Tetralogie, 16. April 2007
Zuerst möchte ich anmerken, dass es eine Freude ist, die 4 Joseph-Romane Thomas Manns in einem Schuber zu einem relativ günstigen Preis kaufen zu können, da es deutlich teurer ist, wenn man sich jeden Band einzeln kauft. Schon deshalb kann ich für jeden, der die Joseph-Tetralogie lesen möchte, diese Edition wärmstens empfehlen.

Nun zu dem Romanen selbst: Da es sich hier um ein Werk Thomas Manns handelt, ist es ziemlich unsinnig zu sagen, wie gut und lesenswert es ist; denn Thomas Mann ist immer gut und lesenswert. Tatsächlich unterscheidet sich dieses Werk stark von seinen anderen und ist mir in einem gewissen Sinne das Liebste. Mein Gefühl, mein Mitgefühl wird bei dieser Nacherzählung der Josephsgeschichte mehr angesprochen als in irgendeinem anderen Buch Manns. Mann schafft vielseitige Charaktere, sodass man für alle Verständnis aufbringen kann, nicht nur für den jungen Helden Joseph. Am bewegendsten war für mich beim Lesen der Wandel Josephs (was im Roman selbst als Auferstehung dargestellt wird - eines vieler wunderbarer Bilder, die das Lesen zu so einem großen Vergnügen machen!) vom egozentrischen Lieblingskind zum selbstkritischen, verantwortungsbewussten Erwachsenen. Ich denke, dass diese Stelle jeden Leser ganz persönlich anspricht, da wir alle in unserem Leben immer wieder derartige Umbrüche erfahren, am deutlichsten in der Pubertät, wo wir uns wir Joseph von unserer Kindheit verabschieden müssen.

Wie manche Rezensenten vor mir muss ich hinzufügen, dass man sich erst in die Geschichte hineinfinden muss, vor allem auch in diese alte Kultur und dieses teilweise ungewöhnliche Denken der damaligen Zeit, doch es lohnt sich, wenn man nicht verzagt und durchhält, so viel kann ich versprechen. Für jeden Leser wird die Joseph-Tetralogie eine Bereicherung sein.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Weltliteratur, 11. Dezember 2011
Von 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Joseph und seine Brüder: Vier Romane in einem Band (Gebundene Ausgabe)
Über dieses Werk der Weltliteratur ist schon (zu) viel gesagt.
Bleibt: Es ist wahre Weltliteratur in ihrer Erzählweise, der Sprache, dem Thema/der Themen und dem zeitgeschichtlichen Hintergrund vor dem sie verfasst wurde.
Die Bekanntheit der Geschichte ermöglicht es, sich voll auf die Sprache und den Bilderreichtum einzulassen.
Man lasse sich Zeit, das Riesenopus zu lesen - und lese es mehrmals. Selten wird man etwas höherwertiges in die Hand bekommen.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


‹ Zurück | 1 2 3 4 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

Dieses Produkt

Joseph und seine Brüder: Vier Romane in einem Band
Joseph und seine Brüder: Vier Romane in einem Band von Thomas Mann (Gebundene Ausgabe - 15. Oktober 2007)
EUR 25,00
Auf Lager.
In den Einkaufswagen Auf meinen Wunschzettel
Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen