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23 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Beklemmend und unterhaltsam zugleich
Ich habe mich im Zuge eines Hauptseminars fast ein dreiviertel Jahr sowohl mit dem Roman selbst als auch mit diesem Hörspiel praktisch täglich auseinandergesetzt. Die schlechten Rezensionen zu diesem Produkt kann ich nach dieser intensiven Rezeption überhaupt nicht nachvollziehen. Die Kürzungen finde ich insgesamt sehr sinnvoll, die wesentlichen Sujets...
Veröffentlicht am 22. Juli 2008 von Oliver Bauer

versus
11 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Doktor Faustus. In Stücke gerissen.
Über das Gesamtwerk Thomas Manns soll es über 20 000 fachwissenschaftliche Veröffentlichungen geben. Eine erkleckliche Anzahl beschäftigt sich mit Doktor Faustus. Es ist hier nicht der Ort, diesen eine weitere hinzu zu fügen.
Es geht ausschließlich um die Bewertung der Umsetzung dieses Großromans in eine Hörbuchfassung (10...
Veröffentlicht am 4. April 2008 von Dr. Stumpf Jochen


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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein auditives Halluzinogen, 10. November 2010
Rezension bezieht sich auf: Doktor Faustus (Audio CD)
Es ist 1943. Vor dem akustischen Hintergrund der Kriegsnachrichten und dem Heulen der Bombardements teilt Serenus Zeitblom, ein emeritierter Gymnasiallehrer aus Freising in Oberbayern, dem Hörer mit, dass er im Begriff ist, die Niederschrift der Lebensgeschichte seines langjährigen Freundes Adrian Leverkühn anzufangen. So beginnt dieses Hörspiel über einen talentierten Komponisten, der den üblichen Deal mit dem Teufel geschlossen haben soll.
Der Erzähler breitet vor uns in der Mann-spezifischen distinguierten Sprache das Panorama Adrians Lebens: die Kindheit auf dem Land im ausgehenden 19. Jahrhundert, die Jugend in der Provinz, Studienjahre, Münchens Boheme-Kreise vor dem 1. Weltkrieg, die labile Nachkriegszeit. Der plastische Erzählfries mit vielen zeittypischen Charakteren - vor allem aus dem intellektuellen Milieu - vermittelt dem Hörer einen vitalen Eindruck über die geistige Färbung jener Epoche. Das eigentliche Leitmotiv des Werks ist jedoch die Kunst und Kultur als Inspirationsquellen des Lebens. Es ist ein Labsal für den Geist den sorgfältig komponierten Diskussionen, Gedanken und kulturhistorischen Exkursen Thomas Manns zu folgen. Darüber hinaus entbehrt das Werk mitnichten der herkömmlichen belletristischen Vorzüge wie Spannung und Unterhaltsamkeit. Betörend wirkt die düster-mystische Grundstimmung des Romans, die der Autor, ohne ins Kitschige abzugleiten, während des gesamten Handlungsverlaufs aufrechterhält.
Ein Riesenkompliment an das Produktionsteam, das Hörspiel ist eine sehr vorteilhaft akustisch ausgeleuchtete Version der Romanvorlage. Die von Hermann Kretzschmar speziell für das Stück komponierte wundervolle Musik akzentuiert einfallsreich die Wirkung des Textinhalts. Die Vortragsweise der Schauspieler ist sehr nuanciert, wobei ihre Stimmen ausnahmslos markant und unverwechselbar sind, was für das Erfassen eines Hörspiels - wie ein routinierter Hörer weißt - essenziell ist. Angesichts des Schreibstils Thomas Manns, bei dem die Subjekt-Verb-Zuordnung in einem Satz schon mal zu Herausforderung werden kann, sowie aufgrund der erwähnten ästhetischen Feinheiten ist das Stück weniger zum Hören im Auto geeignet. Nehmen Sie sich dafür extra Zeit und Ruhe. Bei günstigen Rezeptionsbedingungen jedoch ist die Wahrscheinlichkeit eines transzendentalen Entschwebens nicht gering.
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5.0 von 5 Sternen Es ging um das sogenannte Teufelsgespräch aus dem Roman, in dieser excellenten Lesung., 11. Juli 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Gert Westphal liest Thomas Mann und ich kenne keinen Besseren Interpreten für diesen Dichter. Eine schwere Entschlüsselung des Inhalts, aber lohnenswert und in einer rauschhaft vielfarbigen deutschen Sprache. Die Lieferung kam ganz pünktlich in meinem Hotel an und die CD's waren neu, wie ja auch bestellt. Ich danke für die schnelle reibungslose Hilfe.
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5.0 von 5 Sternen Ein absoluter Hörgenuß - auch beim zweiten oder dritten Hören!, 2. November 2013
Von 
Dieter Drewitz "didi" (Magdeburg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Doktor Faustus (Audio CD)
Ich habe „Der Zauberberg“ und „Die Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull“ mehrmals mit Begeisterung und großen Vergnügen gelesen, - und auch die genialen Hörbuchfassungen mit Gert Westphal genossen, - aber ich muss hier freimütig gestehen, dass ich beim Lesen des „Doktor Faustus“ mehrmals gescheitert bin – und dies obwohl ich ein großer Verehrer von Thomas Mann bin.

Thomas Mann bilanzierte 1954, dass „Doktor Faustus“ und seine Hauptgestalt, der Komponist Adrian Leverkühn, ihm von all seinen Werken und Helden am nächsten stehen und er beide am meisten liebe, selbst die Kälte und Lebensferne des Helden.
Das Buch sei „… von fast sträflicher Schonungslosigkeit, ein Lebensbuch eine sonderbare Art von übertragener Autobiographie.“
Thomas Mann sieht in seinem Roman drei Zeitebenen
• die erste, in der der Chronist Adrians, Serenius Zeitblom, die Geschichte seines Freundes aufschreibt,
• die zweite umfasst das Leben und Sterben Adrians,
• und die dritte ist die, in der der Leser, das Buch liest.

Im Frühjahr 1943 begann Thomas Mann im kalifornischen Exil die exemplarische Künstlerbiografie, in der kunstphilosophische, musiktheoretischer Betrachtungen und eine Analyse der inneren Befindlichkeit der Deutschen zu Beginn des 20. Jahrhundert vorgestellt werden.

Der Chronist, der pensionierten Lehrer Dr. phil. Serenius Zeitblom, schreibt in der Zeit des Infernos des Bombenkrieges 1943 über Adrian Leverkühn, seinen Freund seit Kindheitstagen, der 1930 in geistiger Umnachtung stirbt.
Thomas Mann bekennt sich zu den deutlichen Anleihen an der Biografie Friedrich Nietzsches, aber auch zu Zitaten aus den musiktheoretischen Schriften Adornos und Schönbergs.

Das zentralen Teufelsgespräch (25. Kap.), ein fantastischer, Dostojewski verpflichtetem Dialog, zeigt die Inspiration als dämonischer Quelle künstlerisch schöpferischer Genialität.
»Der Künstler ist der Bruder des Verbrechers« (Thomas Mann)

Nun also das Hörspiel des Hörverlages München, das der Hessischer und der Bayerischer Rundfunk 2007 in Zusammenarbeit mit der Akademie des „Internationalen Ensemble Modern“ produziert haben.
Selbst bei einer Spieldauer von 774 Minuten (13 Stunden!) kann der Roman dem Hörer nur in einer gekürzten Fassung angeboten werden.

Die Bearbeitung von Leonhard Koppelmann, Hermann Kretschmar und Manfred Hess kann man insgesamt nur als außergewöhnlich gelungen bezeichnen.
Hermann Kretschmar, geboren 1958 und PIANIST des „Ensemble Modern“, zeichnet auch als Komponist für die Musik der Hörspielfassung verantwortlich.
Welch eine geniale Idee und welch spannende musikalische Lösungen findet er !
Man höre nur als Beispiel die Passage, in denen Wendell Kretzschmar, ein Mann mit einem „besonders schwer und exemplarisch ausgebildetem Stottern“, die Beethovens Klaviersonate Opus 111 interpretiert und dazu singt - „ „Lie-besleid“ „Leb - mir wohl“. Das ist gleichermaßen berührend und lustig.

Der anspruchsvolle Text Manns wird durch die Musik und die Vielzahl exellenter Sprecher (Serenius Zeitblom: Hans Zischler, Adrian Leverkühn: Werner Wölbern, in anderen Rollen u.a. Ulrich Noethen, Michael Habeck, Matthias Habich) für den Hörer hervorragend strukturiert und ist damit wesentlich leichter zu erfassen.
Ebenso wie die Hörspielfassung von "Der Zauberberg" nicht nur für Kenner Thomas Manns, sondern auch für anspruchsvollen Neulingen, ein absoluter Hörgenuß - auch beim zweiten oder dritten Hören!
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11 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Doktor Faustus. In Stücke gerissen., 4. April 2008
Rezension bezieht sich auf: Doktor Faustus, 10 Audio-CDs (Audio CD)
Über das Gesamtwerk Thomas Manns soll es über 20 000 fachwissenschaftliche Veröffentlichungen geben. Eine erkleckliche Anzahl beschäftigt sich mit Doktor Faustus. Es ist hier nicht der Ort, diesen eine weitere hinzu zu fügen.
Es geht ausschließlich um die Bewertung der Umsetzung dieses Großromans in eine Hörbuchfassung (10 Audio-CDs je 80 Min., der hörverlag, München).
Zwei wesentliche Gruppen von Hörern sind zu unterscheiden:
1. Leser, die sich mit dem Originalroman bereits vertieft auseinandergesetzt haben.
2. Hörer, die sich über eine zwangsweise verkürzte Fassung ein erstes Bild von diesem epochalen Roman machen wollen.
Es ließe sich trefflich streiten, ob die Auswahl der Romansequenzen wirklich gelungen ist. Selbst der Leser, der die Vielschichtigkeit des Textes kennt, findet in dieser Fassung nicht immer gleich den rechten Faden. Dem nicht vorbelasteten Hörer wird dies noch schwerer fallen.
Vorteilhaft gegenüber reiner Vorlesung ist die hörspielartige Umsetzung. Sie lässt Passagen mit Zwiegesprächen oder Gesprächsrunden auch durch folienhafte Hinterlegung mit zurückhaltenden Umgebungsgeräuschen plastischer werden. Auch können die typisch Mann'schen Montage- und Perspektiv-Techniken hörbar und der Kolportageansatz der Erzählerfigur Zeitblom deutlicher gemacht werden.
Die Auswahl der vielen nötigen Stimmen ist leider nicht so differenziert, dass die handelnden Figuren nach Hörpausen anhand ihrer charakteristischen Stimmlage sofort wieder identifizierbar sind.
Das Spiel, denselben Sprecher häufig von der rechten auf die linke Box und zurück zu schalten, verwirrt. Das ist nicht Sinn einer Stereofunktion, springt man doch während eines Gesprächs nicht wirklich ständig von einer in die andere Ecke eines Raumes. Hier wird Dynamik suggeriert, wo sie fehl am Platz ist.
Das größte Problem sind die Musikeinspielungen. Natürlich haben sie in einem Roman über den Musiker Adrian Leverkühn eine zentrale Bedeutung. Sie dienen einerseits der emotionalen Klammerung in einer stark gekürzten Fassung andererseits der Illustration von Stimmungen, Szenen, Handlungssträngen. Musik hat in diesem Roman immer auch literarische Funktion, geht es auch um den Übergang von der Spätromantik in die Moderne, von z.B. Beethoven zur Zwölftontechnik Arnold Schönbergs. Th. Mann bedient sich einer Leitmotivtechnik.
Der Komponist des Hörbuches schafft aber eine absolute Musik, die in weiten Teilen einen Gegensatz zum Text herstellt. Wirklich störend wirkt besonders ihre Dominanz und Aggressivität durch Lautstärke, wenn sie zwischen die Szenen regelrecht hineinblafft und aus der Konzentration auf das Hörerlebnis der Stimmen aufschreckt. Für den mit dem Roman Vertrauten wird das phasenweise zum Ärgernis.
Es bleibt die grundsätzliche Frage, ob es sinnvoll ist, ein so umfangreiches, komplexes, auch wissenschaftlich so differenziert interpretiertes Kunstwerk in ein zusammengeschnittenes Hörbuch zu pressen.
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3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Was dich erhöht, was dein Gefühl von Kraft und Macht und Herrschaft vermehrt, zum Teufel, das ist die Wahrheit" (325f.)., 1. Dezember 2007
Von 
Michael Dienstbier "Privatrezensent ohne fina... (Bochum) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
"Doktor Faustus" erzählt die Geschichte eines Paktes, eines Paktes zwischen dem genial veranlagten Komponisten Adrian Leverkühn und dem Teufel, der es ihm erlaubt, im quasi orgiastischen Zustand ein Meisterwerk nach dem anderen zu kreieren. Der zu zahlende Preis ist hoch: "Du darfst nicht lieben" (334). Erzähler des Romans ist der Humanist und Freund Leverkühns seit Kindestagen Serenus Zeitblom, ein bodenständiger Lehrer der Altphilologie. Doch Zeitblom thematisiert nicht nur die Tragödie seines Freundes zwischen den Jahren 1885 und 1940, sondern ebenso die Tragödie seiner Zeit, der Zeit der Niederschrift seines Berichts, welche am 23.5.1943 beginnt. In Einschüben kommentiert Zeitblom die zeitpolitische Situation und ergeht sich in düsteren Vorahnungen: "Es ist aus mit Deutschland, wird aus mit ihm sein, ein unnennbarer Zusammenbruch, ökonomisch, politisch, moralisch und geistig, kurz allumfassend, zeichnet sich ab, - ich will es nicht gewünscht haben, was droht, denn es ist die Verzweiflung, ist der Wahnsinn" (234).

Ist der Roman schlussendlich nur eine Metapher? Steht Leverkühn, das künstlich-geistige Genie, stellvertretend für das deutsche Volk, welches sich, gelockt durch das Versprechen von Größe und Ruhm, dem Satan aus Braunau am Inn anvertraut hat? Der Text bietet hierfür einige Anhaltspunkte, so zum Beispiel Leverkühns Bericht über seine erste Begegnung mit einer Dienerin des Teufels in Gestalt einer Prostituierten, den Zeitblom, sofern wir seinen Worten glauben schenken dürfen, nach dem Tod Leverkühns in dessen Nachlass vorfand: "Neben mir stellt sich dabei eine Bräunliche [...] Esmeralda, die streichelt mir mit dem Arm die Wange" (192). Die Betonung liegt hier wohl auf "Bräunliche".

Brillanter Höhepunkt des Romans ist Leverkühns Gespräch mit dem Leibhaftigen höchstselbst, in dem der Pakt geschlossen wird, dem ein philosophisches Duell auf höchstem Niveau vorangeht. Auch diesen Teil seines Berichtes hat Zeitblom nach eigenen Angaben dem Nachlass des Freundes entnommen. Zunächst die Existenz seines diabolischen Gegenübers leugnend, kontert dieser: "Du siehst mich, also bin ich dir. Lohnt es zu fragen, ob ich wirklich bin? Ist wirklich nicht, was wirkt, und Wahrheit nicht Erleben und Gefühl? Was dich erhöht, was dein Gefühl von Kraft und Macht und Herrschaft vermehrt, zum Teufel, das ist die Wahrheit" (325f.). Stärke und Macht gleich Wahrheit; dieses Credo hat auch der Bräunliche aus der österreichischen Provinz gepredigt.

Doch tut man dem Roman unrecht, würde man ihn nur auf diese Parallelen hin betrachten. Thomas Mann hat die deutsche Sprache auf ein Niveau gehoben, welches bis dato nie erreicht wurde und wohl auch nie mehr erreicht werden wird. Allein seine Darlegungen der Leverkühnschen Kompositionsart, angelehnt an die Zwölftonmusik Arnold Schönbergs, sind atemberaubend. Man hat zeitweise wirklich das Gefühl, die beschriebene Musik, das Ineinandergleiten der Töne, hören zu können.

Unerreicht bleibt auch Manns Fähigkeit, die Charaktere seiner Romane gleichsam nachfühlbar und miterlebbar zu charakterisieren, so dass beim Lesen greifbare Bilder in der Vorstellung des Lesers entstehen. Vorbildlich gelungen ist dies bei Nepomuk, Leverkühns von allen geliebter Neffe, "ein Elfenprinzchen" mit seiner "zierlichen Vollendung der kleinen Gestalt mit den schlanken, wohlgeformten Beinchen; der unbeschreibliche Liebreiz des länglich ausladenden, von blondem Haar in unschuldiger Wirrnis bedecktem Köpfchens, dessen Gesichtszüge, so kindlich sie waren, etwas Ausgeprägt-Fertiges und Gütiges hatten, sogar der unsäglich holde und reine, zugleich tiefe und neckische Aufschlag der langbewimperten Augen von klarstem Blau" (608f.). So zum Leben erweckt, ergreift das tragische Schicksal des Kindes, welches Zeitblom vom ersten Kapitel an andeutet, umso mehr.

Und am Ende der Aufzeichnungen, mehr als fünf Jahre nach dem Tod Leverkühns, steht auch das Ende all dessen, wofür unser humanistischer Bildungsbürger in seinem Leben gestanden hat. Nicht so sehr der Zusammenbruch des Nazi-Regimes, welchen er eher begrüßt, sondern der absolute moralische Ruin, der für immer mit der deutschen Nation verbunden bleiben wird: "Man nenne es finstere Möglichkeiten der Menschennatur überhaupt, die hier zu Tage kommen, - deutsche Menschen, Zehntausende, Hunderttausende, sind es nun einmal, die verübt haben, wovor die Menschheit schaudert, und was nur immer auf deutsch gelebt hat, steht da als ein Abscheu und als Beispiel des Bösen" (635).

Fazit: Roman und Zeitdokument. Thomas Mann schrieb "Doktor Faustus" im amerikanischen Exil zwischen den Jahren 1943 und 1947. Ergebnis war und ist nichts weniger als ein Meisterwerk der deutschen Literatur.
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3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein einzigartiges Stück Literaturgeschichte, 9. November 1999
Die Geschichte des Adrian Leverkühn auf seinem Lebens- und Leidenswege immer zwischen Genie und Verteufelung. Wer Faust gelsen hat, sollte sich auch die Zeit nehmen, Thomas Manns Bearbeitung des Faust-Stoffes zu lesen.
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14 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Gründlich Mißlungen. Eine Enttäuschung., 29. Dezember 2007
Rezension bezieht sich auf: Doktor Faustus, 10 Audio-CDs (Audio CD)
Verglichen mit der fabelhaften Gert-Westphal-Lesung ist dieses auf ein Drittel gekürzte, eigentlich aber gedankenlos von den Bearbeitern zusammengestrichene Hörspiel bereits nach fünf Minuten eine Hörqual: Un-emotionale, offenbar missverstandene, schlimm heruntergeleierte Texte im Stil einer Abiturientenklasse der 70er Jahre.
Der Thomas-Mann-Kosmos, der stets tragisch-abgründig, aber auch komisch und Dickens-haft malerisch ist, wurde offenbar weder von der Regie noch von den Sprechern begriffen. Alle offenbar in der überkomnenen Lehre befangen, dass Monotonie irgendeine Tiefe vorgaukelt.
Der ständige Wechsel der Kanäle scheint einer nachhaltigen Begeisterung für das Phänomen "Stereo" geschuldet, ist aber schon nach kurzer Zeit eine Störung und wirkt nach Ablauf einer CD wie eine ärgerliche Marotte.
Die kurzen Musik-Intermezzi sollten eigentlich auf Mahler und später Mahler hinweisen, erinner aber eher an den Hessischen Rundfunk und die Augsburger Puppenkiste.
Schade, dass saftige, deftige, wirklich große Literatur immer wieder in die Fänge schmalschultriger, miesepetriger Germanisten fällt.
Leider alles sehr langweilig.
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3 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Tiefgründige Parabel, 30. Juni 2000
Von Ein Kunde
Eine Parabel auf das Deutschland der Nazi-Ära und gleichzeitig die Verteidigung der Philosophie Nietzsches gegen den Mißbrauch jener Zeit. Um den Doktor Faustus nicht nur oberflächlich genießen zu können, sind profunde Kenntnisse im Bereich der Musik Wagners, Beethovens und Webers, der Philosophie Nietzsches und Kierkegaards, sowie der Biographie Nietzsches von Vorteil.
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0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen twererwerewrewr, 24. April 2014
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0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Erstklassig!, 30. April 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Doktor Faustus, 10 Audio-CDs (Audio CD)
Die ganze Lieferung war perfekt.

Sowohl das Produkt selbst, was mir sehr viel Freude macht, weil es eine überragende Adaption des weniger leicht zu lesenden Romans ist, als auch die Abwicklung.
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Doktor Faustus: Das Leben des deutschen Tonsetzers Adrian Leverkühn erzählt von einem Freunde
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