summersale2015 Hier klicken mrp_family studentsignup Cloud Drive Photos WHDsFly Learn More ssvpatio Fire HD 6 Shop Kindle SummerSale

Kundenrezensionen

380
4,2 von 5 Sternen
Schiffbruch mit Tiger: Roman
Format: Gebundene AusgabeÄndern
Preis:19,90 €+Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime
Ihre Bewertung(Löschen)Ihre Bewertung


Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 3. Juli 2013
Nach dem ersten Drittel eine wunderbare Geschichte, grandios erzählt, farbenfroh erlebt.

Zum Inhalt der Geschichte brauche ich denke nichts mehr zu sagen, dass wurde schon zu genüge getan.
Das erste Drittel des Buches ist durchaus nett geschrieben, aber mehr auch leider nicht. Das Blatt wendet sich aber ab ca. 120 Seiten, ab da hatte das Buch mich in seinen Bann gezogen. Ich sah die Bilder der Geschichte direkt vor mir, konnte mitfühlen und mitleiden, lachen und lernen. Das Ende zudem fand ich einfach nur rundum gelungen.

Sicherlich gibt es bessere Bücher, aber für mich macht es hier die Mischung aus Religion,Lebensfreude,Überlebensgeist gepaart mit Spannung, Liebe, Trauer, Angst und Hoffnung.
Das Buch hat mich gut unterhalten und es war eine Freude es zu Lesen. Als krönenden Abschluss werde ich mir die Verfilmung auch noch ansehen.
0KommentarWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinSenden von Feedback...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.
Missbrauch melden
254 von 298 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 1. September 2005
Habe dieses Buch vor einem halben Jahr gelesen, habe mir jetzt die Rezensionen dazu angesehen und bin ehrlich ob der Argumentation der unzufriedenen Leser schockiert. man wolle nichts über Religionen, Zoos oder Schiffbrüche lesen...liebe Leute, sowas STEHT IM KLAPPENTEXT, dann kauft euch das Buch halt nicht. Zum zweiten muss ich eingestehen, dass dieses Buch einen Leser fordert, der auch in der Lage ist, sich eigene Gedanken zu machen, WER VORGEKAUTE WEISHEITEN HABEN WILL KANN SICH GERNE NEN BAUERNREGELKALENDER KAUFEN.
So, sorry, das musste mal gesagt werden.
Also, lieber Interessent, der du jetzt wissen willst, was dich bei dem Buch erwartet:
Du wirst ein Buch lesen, das dich in eine völlig fremde Welt voller Wunder und Phantasie entführt, das dir Denkanstöße gibt und dich hin und wieder auch grübelnd zurücklässt.
Dass es den Glaube an Gott zurückgibt halte ich für überzogen, ich hab vorher nicht an Gott geglaubt und tue es immer noch nicht, dennoch hat mich dieses Buch, das soviele religiöse Sachverhalte anspricht und auch demonstriert, ohne selbst missionarisch zu sein, tief berührt.
Lass es auf den Versuch ankommen und lies es, und wenns dir nicht gefällt, formulier hier eine anständige Begründung, um den unzufriedenen Rezensenten hier ein gutes Vorbild zu sein :).
Wenn es dir aber gefällt, stell es in dein Regal und denk ausführlich drüber nach, und du wirst sehen, wie gut es dadurch wird.
1111 KommentareWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinSenden von Feedback...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.
Missbrauch melden
16 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Wenn man mit Tieren auf einem gekenterten Boot sitzt und eines ist ein 450 kg schwerer Bengal - Tiger, dann kann einem schon flau im Magen werden. Insbesondere, wenn der Tiger einen tierischen Passagier nach dem anderen frisst und nur der Mensch als Einziges übrig bleibt. SCHIFFBRUCH MIT TIGER von Yann Martel ist ein Buch in bester Erzähltradition. Farbig und überaus stimmig illustriert von Tomislav Torjanac. Eine Geschichte so schön und unwirklich, das sie wie aus dem wahren Leben gegriffen scheint.

Die Kunst des Erzählens ist noch nicht tot! Der Autor Yann Martel versteht sich darauf und er, welcher selbst einige Monate lang in Norindien lebte, ist ein wahrer Geschichtenerzähler.

Die Handlung gipfelt im letzten Drittel in der Tat in einer Bootfahrt mit Tiger - sehr brisant, sehr aufregend und mit tödlichem Ausgang für die meisten Beteiligten. Teils schonungslos, teils erregt schildert der Autor jedes noch so kleine Detail, so dass sich im Kopf des Lesenden eine eigene Welt und Handlung bildet.

Die Illustrationen von Tomislav Torjanac haben mir über die Maßen gefallen - sehr auf den Punkt und nahe an der Geschichte.

Insgesamt gesehen, sollte man sich mit dem Buch Zeit lasen und es beim lesen genießen, denn der Autor ergeht sich in vielen Details und Beschreibungen. Es ist als hörte man einem alten Geschichtenerzähler zu und dies braucht Zeit und Muße.

Sehr empfehlenswert!
0KommentarWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinSenden von Feedback...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.
Missbrauch melden
49 von 60 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 1. Mai 2007
Welch ein Roman! Welch brillanter, nie dagewesener Einfallsreichtum! Hat man schon jemals eine derartig gewagte und geglückte Kombination so völlig divergenter Motive gesehen? Welch eine furiose Verquickung bizarrster Ereignisse und extremster Situationen! Im täglichen, brutalen Überlebenskampf eines schiffbrüchigen indischen Jungen erlebt jede Form von Philosophie und Glauben ihren absoluten Härtetest - in der ständigen Konfrontation mit der darwinistischen, auf die primären Grundbedürfnisse reduzierten Natur in Form eines ausgewachsenen bengalischen Königstigers. Aber halt! Ich spare mir lieber eine Darstellung des Inhalts - jede Zusammenfassung des Romans in dürren Sätzen wirkt völlig unglaubwürdig, sogar abgedreht bis völlig gaga - der deutsche Titel, "Schiffbruch mit Tiger", ist eh die beste Zusammenfassung ;-)

Yann Martel ist ein Meister des geschliffenen Worts, des essayistischen Stils, und der junge Pi ist zu jeder Zeit ein überzeugender, fesselnder Erzähler. Wo es etwas hapert, ist bei der Sprache des Alltags. Martels Dialoge wirken hölzern und gestelzt (z.B. Unterhaltungen zwischen Pis Eltern). Er scheint sich seiner Schwäche bewusst zu sein, deshalb gibt es so gut wie keine lebensnahen Allerweltsdialoge in "Schiffbruch mit Tiger". In manchen Situationen setzt Martell auch ganz bewusst seine gestelzten direkten Reden ein; am Genialsten, als Pi in blumenreicher, emotionaler Rede Richard Parker nach dem Schiffbruch Mut macht, damit sich dieser weiter durch das Wasser kämpft, um das Rettungsboot zu erreichen - und erst als Richard Parker an Bord ist, fällt es dem Leser wie Schuppen von den Augen, wen Pi sich hier mit Engelszungen aufs eigene Boot geholt hat!

Martel gelingt der so gewagte Balanceakt zwischen harter Realität und der Möglichkeit eines Raums der Phantasie, der eine Halluzination des Hungerdeliriums sein könnte, aber auch im Nebel des Nicht-Realen schweben kann - man weiß es nicht, und das ist eben das Geniale an der Geschichte: Begegnet Pi auf seiner Reise wirklich einem ebenso blinden Schiffbrüchigen, oder ist das eine Hungerphantasie oder einfach nur ein Traum? Wir wissen es nicht, aber wir lernen: Für eine ultimative Wahrheit ist auf Pis Boot kein Platz.

Muss man gelesen haben. 5 Sterne.

PS: Das ungekürzte Hörbuch im englischen Original ist eine Ohrenweide, beeindruckend vorgelesen von Jeff Woodman. Unbedingte Kaufempfehlung!

PPS: Wer was ähnlich Ausgefallenes, aber genauso Mitreißendes wie "Schiffbruch mit Tiger" lesen möchte, dem sei "Wassermusik" von T.C. Boyle empfohlen.
0KommentarWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinSenden von Feedback...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.
Missbrauch melden
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 21. April 2013
Eine Geschichte zweimal erzählt von einem Schiffbrüchigen, der seine ganze Familie verlor, schlimmer noch, zusehen musste, wie rohe menschliche Gewalt über alles und jeden im Angesicht des Todes reagiert. Die Seele ist bei solchen Geschehen nicht unendlich belastbar und schafft Möglichkeiten der Verarbeitung. Der indische Junge erschafft sich auf dem Meer seinen Kindheitszoo - seine Eltern betrieben einen - und nur so kann er überleben. Doch ein Tiger hilft ihm dabei, sein Tiger, das böse, wilde Tier, das in einem steckt. Manchmal wird es im Lebenskampf gebraucht. Das Buch ist eine psychologische Rafinesse, spannend erzählt.
0KommentarWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinSenden von Feedback...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.
Missbrauch melden
10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
TOP 1000 REZENSENTam 14. Februar 2004
Das ist die witzigste, unglaublichste Geschichte, die ich seit langem gelesen habe: Pi Patel, 16-jähriger Sohn eines indischen Zoobesitzers, erzählt sein religiöses Erwachen, das ihn nacheinander Hindu-Religion, Christentum und Islam kennenlernen und gleichzeitig praktizieren lässt, dann folgt das Hauptkapitel über den Untergang des Schiffs, das seine Familie und den ganzen ebenfalls an Bord befindlichen Zoo eigentlich nach Kanada bringen sollte. Er überlebt als einziger Mensch auf dem Rettungsboot, mit ihm aber auch ein Zebra, eine Hyäne und Richard Parker, ein veritabler ausgewachsener Tiger, der rasch mit dem Rest des Lebens auf dem Boot kurzen Prozeß zu machen droht, aber nicht mit Pi Patel, der nicht umsonst Zoologie und Religionswissenschaft studieren wird. Mehr wird nicht verraten, das muß man einfach selbst gelesen haben!
0KommentarWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinSenden von Feedback...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.
Missbrauch melden
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Der in Kanada lebende Schriftsteller Yann Martel erzählt in seinem wundervollen Roman »Schiffbruch mit Tiger« die Geschichte des indischen Schülers Piscine Molitor Patel, der seinen französischen Vornamen einem prächtigen Schwimmbad verdankt. Es dauert jedoch nicht lange, und der Geistesblitz des Bösen durchfährt einen seiner Mitschüler, der eines grauen Tages ruft: »He da kommt Pisser Patel«. Auf dem Haupte des Jungen lastet fortan eine Dornenkrone. Immer wieder wird er mit der Frage konfrontiert: »Ich muss mal. Wo ist denn hier für Pisser?« Selbst die Lehrer, die ihm nichts Böses wollen, sprechen seinen Namen aus schierer Trägheit falsch aus.

Als Piscine auf die Oberschule wechselt, entschließt er sich zu einer Radikalkur. Der Unterricht beginnt, wie stets am ersten Schultag, mit dem Aufsagen der Namen. Als Piscine an der Reihe ist, springt er auf und läuft an die Tafel. Bevor der Lehrer etwas einwenden kann, greift er ein Stück Kreide und schreibt mit, was er sagt: »Ich heiße Piscine Molitor Patel, besser bekannt als …«, und er unterstreicht doppelt die ersten beiden Buchstaben seines Vornamen, » …Pi Patel«. Um es noch deutlicher zu machen, fügt er hinzu: »Pi = 3,14« und zeichnet einen großen Kreis, den er dann mit einem Strich durch die Mitte in zwei Hälften teilt, damit auch der Letzte begreift, auf welchen Grundsatz der Geometrie der Junge anspielt. So wird der »Pisser« zu Pi, und ein neues Leben beginnt für den jungen Mann.

Pi Patel wächst in einem Paradiesgarten auf: Sein Vater ist Direktor eines gepflegten Zoologischen Gartens, der in der südindischen Stadt Pondicherry betrieben wird. Er erfährt viel über die verschiedenen Tiere und das aus Sicht der Zooleute gefährlichste aller Lebewesen: den Menschen. Im Zoobetrieb geht es darum, die Tiere an den Menschen zu gewöhnen und ihre natürliche Fluchtdistanz zu verringern, das ist der Abstand, den ein Tier zu seinem natürlichen Feind hält. Pi lernt, dass gesunde Zootiere nicht aus Hunger oder Mordlust angreifen, sondern weil der erforderliche Abstand zu ihnen unterschritten wird. Und er begreift die Rolle des Alphatieres: wenn zwei Geschöpfe sich begegnen, wird derjenige, dem es gelingt, den anderen einzuschüchtern, als der Ranghöhere anerkannt, und zu einer solchen Rangentscheidung ist kein Kampf erforderlich, in manchen Fällen genügt eine Begegnung.

Diesem Wissen soll der junge Mann sein Leben verdanken. Denn die Familie entscheidet sich, mit Sack und Pack, einschließlich der meisten Tiere, von Indien nach Kanada auszuwandern. Die weite Reise erfolgt auf einem Überseedampfer, das indes bei Nacht und Nebel kentert und spurlos versinkt. Pi Patel überlebt das Inferno und flüchtet sich in ein Rettungsboot. Wie groß ist jedoch sein Schreck, als aus den Fluten weitere Überlebende auftauchen, die das Rettungsboot als ihre Insel ansehen: eine grässliche Tüpfelhyäne, ein Orang-Utan, ein Zebra und ein bengalischer Königstiger, der auf den Namen »Richard Parker« hört und eine Attraktion im Zoo war.

Die Überlebenden massakrieren sich bald gegenseitig, nur Pi Patel und Richard Parker bleiben zurück. Der Junge versucht anfangs, sich auf ein selbst gebasteltes Floß vor der Bestie zu flüchten. Doch dann beginnt er vorsichtig, seinen eigenen Bereich abzustecken, den das Tier schließlich akzeptiert. Er zähmt den Tiger, der ihm gehorcht, zumal er von ihm mit frisch geangelten Fischen gefüttert wird. Hilflos treiben sie im Ozean. Es beginnt eine monatelange Odyssee, die Martel mit derartig großer sprachlicher Anmut und sensiblem Einfühlungsvermögen erzählt, dass der Leser jede Phase des Zusammenlebens zwischen Mensch und Tier mitempfinden kann.

»Schiffbruch mit Tiger« ist eine sowohl witzige wie auch abenteuerliche Erzählung mit philosophischem Tiefgang. Obwohl die Handlung zwischen permanenter Todesangst und listigen Überlebensstrategien pulst, enthält sie herrliche Szenen voller Komik und Humor. Der Text bietet dem Leser leichten Zugang auf verschiedensten Ebenen und berührt auch Fragen des religiösen Verständnisses. Die Story endet skurril, die Schiffbrüchigen entdecken ein seltsame Insel aus Algen und werden schließlich an Land und in ein neues Leben gespült.
0KommentarWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinSenden von Feedback...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.
Missbrauch melden
6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 8. März 2013
Leider habe ich das Buch jetzt erst (März 2013) gelesen, habe nun nach meiner ERschütterung über die alles erklärenden letzten Seiten hier einige Rezensionen nachgelesen und muss mich fragen, ob die meisten dieses Buch überhaupt richtig verstanden haben. Ich möchte hier auch nicht das Ende verraten, wenigstens ein Rezensent hat ja darauf hingewiesen, wie wichtig dieses ist, aber wer dieses Ende gelesen hat, muss doch einfach das ganze Buch als etwas völlig anderes sehen als ein phantasiereiches Abenteuer.
0KommentarWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinSenden von Feedback...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.
Missbrauch melden
36 von 45 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
TOP 500 REZENSENTam 6. August 2006
"Denn darum geht es doch in Romanen, nicht wahr? Darum, die Wirklichkeit exemplarisch umzuformen, und zwar so, dass die Wahrheit ans Licht kommt," heißt es auf Seite 8 des vorliegenden Buches. Wie Yann Martell dieses so einleuchtende aber unendlich schwer umzusetzende Programm verwirklicht, ist, gelinde gesagt, ein Meisterwurf. Erzählt wird die erstaunliche Geschichte des kleinen Pi (daher der Titel der englischen Originalausgabe "Life of Pi", die im Jahre 2002 den Booker Price gewann), der als Sohn eines Zoodirektors im indischen Pondicherry aufwächst. Die Miniaturwelt der ehemaligen französischen Enklave Pondicherry an der Koromandelküste dreht sich dabei als Schaubplatz der Bildungsgeschichte des kleinen Pi auf so eigentümliche Weise um Götter und Tiere, dass man sich lange vor dem "Schiffbruch mit Tiger" fragt, wie diese beiden Phänomene wohl zusammenfinden sollen. Zunächst aber erfährt der Leser aus der Perspektive eines indischen Landzoos jede Menge Interessantes, Kurioses. Wissenswertes aus dem Alltag unserer Mitgeschöpfe. Was es dabei über die "Waffen der Tiere", den "Konservativismus der Tiere", das Schicksal ausgesetzter Tiere, das Dreifingerfaultier, die Dorade und vieles andere zu lesen gibt, macht die Erzählung gleichsam nebenbei auch zu einem ganz ausgezeichneten Tierbuch.

So weit und schon so gut. Im zweiten Teil gewinnt die bis dahin eher beschauliche Geschichte eine unerwartete und unerhörte Dramatik. Das Schiff, auf dem Pis Familie mitsamt den Tieren nach Kanada auswandern will, sinkt auf der Überfahrt und der kleine Pi findet sich plötzlich mit einer Hyäne, einem Zebra einer Ratte, einem Organ Utan und dem bengalischen Königstiger "Richard Parker" ganz alleine auf in einem Rettungsboot. Zuerst liegt der Tiger seekrank und unbemerkt unter der Plane, und die Hyäne macht sich in grauenhaft Weise über das wehrlose Zebra her, auch das tapfere Orang Utan Weibchen wird von der Hyäne zerfleischt, doch dann taucht der Richard Parker auf, und alles wird anders. Zuerst muss die Ratte daran glauben, dann wird die Hyäne zerfetzt, wie aber überlebt der kleine Pi? Das ist der Gegenstand des spannendsten Buchteiles, dessen Einzelheiten hier nicht verraten werden sollen. Nur so viel: in einer Kombination aus klassischer Konditionierung, Findigkeit und Gottvertrauen, mit erstaunlichen Fähigkeiten im Beibootobau und der Absage an jede Art von vegetarischer Ernährung schippern Pi und der Tiger Richard Parker nicht weniger 227 Tage über den pazifischen Ozean ehe sich ihre Geschicke an der Küste Mexikos trennen. Schon allen dieser Plot ist ein Kracher, und sorgt dafür, dass kaum jemand dieses Buch ohne Not aus der Hand legen wird, ehe er nicht erfahren hat, wie die Geschichte ausgeht.

Aber das ist noch nicht alles. Die Untersuchungen der Versichungsgesellschaften über den Schiffsuntergang fördern plötzlich eine Alternativgeschichte zutage, die die Bedeutung des Romans völlig verändert und ihn endgültig in die literarische Oberliga erhebt. Wie das geschieht, soll hier nicht dargestellt werden, denn selbst dahinter zu kommen und sich seine eigene Deutung zu erarbeiten, ist nicht nur ein literarischer Genuss sondern ist ein philosophisches Erlebnis. "Es sind nicht die Atheisten, die ich nicht leiden kann, sondern die Agnostiker,"heißt es dazu auf S. 47 des Buches. "Eine Zeitlang ist der Zweifel ein nützliches Mittel. Jeder von uns muss durch den Garten Getsemaneh." Auch wenn sich das vielleicht ein wenig pathetisch anhört: das vorliegende Buch ist mit seiner wunderbaren Parabel und seiner überraschenden Pointierung dazu geeignet, die Zweifel, der uns alle plagt, zu lindern und zu einer echten religiösen Einsicht zu führen. Sechs Punkte, wenn es möglich wäre.
11 KommentarWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinSenden von Feedback...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.
Missbrauch melden
28 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 11. Juni 2007
Diese Rezension wird schwer. Zum einen habe ich "Schiffbruch mit Tiger" wirklich an rund zwei Tagen verschlungen, auf der anderen Seite fand ich das Buch phasenweise extrem langweilig. Yann Martel trifft zweifelsohne einen ganz eigenen Geschmack. Die Thematik an sich war es nicht, die mich an dieses Buch gefesselt hat. Religion.. Na ja... Die Art und Weise wie die Hauptfigur Pi Patel sich allerdings mit den drei Religionen Islam, Christentum und Hinduismus auseinandersetzt, und wie er seinen ganz eigenen Weg findet, sich mit Gott zu befassen machte das ganze spannend. Nach der Zeit in Indien der vermeintliche Break und der zweite Teil, die Schiffsreise, in deren Verlauf eben der "Schiffbruch mit Tiger" eine wichtige Rolle spielt. In diesem Teil hat der Autor es meiner Ansicht nach nicht geschafft immer direkt auf den Punkt zu schreiben und den Leser zu fesseln. Ab und an glitten mir ein paar Zeilen durch. Der dritte Teil des Buches hat es getreu dem Motto kurz aber schmerzlos hingegen in sich. Hier gewinnt das Buch noch einmal richtig an Fahrt um dann in einem furiosen Schluss zu münden. Insgesamt hat mich das Lesen dieses Buches jedoch nicht ganz zufrieden gestellt. Und ich weiß nicht genau woran es lag. Vielleicht war es der Erzählstil der mir gegen den Strich ging, die Geschichte war es auf jeden Fall nicht, denn die ist wirklich, wie der Buchdeckel verspricht fantastisch, verwegen und atemberaubend. Nur "wahnsinnig komisch" war das Buch nun wirklich nicht. Als hin- und hergerissener Rezensent bleiebn mir also "nur" die drei Sterne.
0KommentarWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinSenden von Feedback...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.
Missbrauch melden
     
 
Kunden, die diesen Artikel angesehen haben, haben auch angesehen
Life of Pi.
Life of Pi. von Yann Martel (Taschenbuch - 10. März 2003)
EUR 10,46

Life of Pi - Schiffbruch mit Tiger
Life of Pi - Schiffbruch mit Tiger von Suraj Sharma (DVD - 2013)
EUR 5,97

Das Gleichgewicht der Welt (Literatur)
Das Gleichgewicht der Welt (Literatur) von Rohinton Mistry (Taschenbuch - 19. November 1999)
EUR 9,95