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Kundenrezensionen

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am 4. November 2009
Wenn ich mein Lieblingsbuch für dieses Jahr benennen sollte, müsste ich nicht lange überlegen. Ganz eindeutig wäre es "Die Karte meiner Träume", und das nicht nur weil ich den Protagonisten, einen kleinen, hochbegabten Jungen namens Tecumseh Sparrow Spivet - kurz T.S. - ins Herz gesschlossen habe, sondern auch weil es eine reine Freude ist, in der Zeit von Internet und E-Books ein derart liebevoll gemachtes Buch in Händen zu halten. Es ist einfach ein sinnlicher Genuss, und dem Verlag gebührt für die liebevolle Ausstattung großes Lob. Ein Bucherlebnis, mehrfarbig gedruckt wie einst die "Unendliche Geschichte".
Anfangs war ich ein wenig skeptisch, als ich las, dass der Verfasser ein neues Wunderkind der amerikanischen Literatur sei, denn zu oft bin ich in solchen Fällen schon enttäuscht worden, und die hochgelobten Bücher waren nicht mehr als Eintagsfliegen.
Doch die Geschichte von T.S., dem genialen Zeichner, der vom renommierten Smithsonian Institute einen Preis verliehen bekommt und eingeladen wird, dort eine Rede zu halten (keiner weiß, dass der Preisträger ein Kind ist), wird kein Leser so schnell vergessen.
T.S. macht sich allein auf den gefährlichen Weg nach Washington - per Güterzug, in einem Wohnmobil, dem er, weil auf der langen Reise so einsam ist, einen Namen gibt.
Überhaupt fällt es ihm leichter mit Dingen zu kommunizieren als mit Menschen, deren Gefühlswelt ihm ein Rätsel ist, deren Gesichtsausdrücke er nicht zu deuten weiß.
Und weil ihn die ganze Welt so verwirrt, so unbegreiflich ist, hält er alle Eindrücke in Karten, Zeichnungen und Diagrammen fest, die die breiten Randspalten des Romans füllen.
In den Randspalten erfährt man auch die verstörende Geschichte vom Tod seines Bruders Layton, von seinen Schuldgefühlen, von seiner Angst, den Ansprüchen seines Vaters nicht zu genügen und nicht geliebt zu werden.
Auf der Fahrt quer durch den amerikanischen Kontinent erlebt T.S. seltsame Dinge. Er gerät in ein Wurmloch, entgeht nur mit Mühe einem Mordanschlag, wird gerettet von einem geheimnisvollen Vogelschwarm. Und dann ist da noch das Labyrinth von unterirdischen Gängen in Washington, eine mysteriöse Geheimgesellschaft. Larsen spielt mit den Verschwörungsphantasien eines Dan Brown, und er tut es auf meisterhafte Weise. Humorvoll, skurril, anrührend.
Und wer wissen will, warum ich der Rezension den Titel "Holdrio!" gegeben habe, der muss das Buch schon selber lesen. . .
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am 5. Dezember 2009
...so mein Fazit.
Lange habe ich mit diesem Buch geliebäugelt, habe es dann doch gekauft und bereue keinen Cent. Gleich habe ich noch nicht gesehen -ein mit solcher Liebe und Aufwand aufgemachtes Buch, mit Erläuterungen, traumhaften Zeichnungen, Verweisen, die aber alle zur Geschichte gehören - einfach wundervoll. Und damit eröffnet sich der sprunghafte Kosmos dieses kleinen hochbegabten, aber auch neunmalklugen Hauptdarstellers auf eine Weise, wie es Worte alleine nicht vermögen würden.

Allenfalls die "Stadt der träumenden Bücher" kommt in die Nähe in Ihrer liebevollen Aufmachung - ansonsten unvergleichlich und einzigartig.
Ich habe beim Lesen das Lächeln nicht aus dem Gesicht herausbekommen.

Es gibt Bücher, die kann man ausleihen, liest sie und gibt sie zurück. Und es gibt Bücher, die muß man unbedingt selbst besitzen, einfach, weil es ein schönes Gefühl ist. Dieses gehört dazu.
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Die Karten und Zeichnungen im Buch haben es mir angetan - auch die Geschichte von des 12jährigen Tecumseh Spivet ist besonders und gefühlvoll, wenn auch Schatten ihn und seine Vergangenheit umranken, seine Zukunft ist nicht glamourös, die Gegenwart geprägt von Einsamkeit und teilnahmslosen Menschen. Mit DIE KARTE MEINER TRÄUME von Reif Larsen wird uns ein einfaches und doch besonderes Leben gezeigt, mitten in Montana, das Leben eines kleinen Jungen, so jung und doch schon beladen mit Schuldgefühlen und dem Wunsch nach Freiheit.

DIE KARTE MEINER TRÄUME von Reif Larsen ist ein wirklich ungewöhnlicher Roman, schon alleine wegen der vielen Skizzen, Zeichnungen und Anmerkungen an den Rändern und teils über die gesamte Seite des Buches - es sind in Bild festgehaltenen Worte und Beweise unseres Protagonisten Tecumseh Spivet, welcher so angestrengt über die Welt und seine Umgebung sinniert, das es an ein Wunder grenzt, dass er nicht vor ein Auto läuft.

Ein wenig fühlt man sich fast abgelenkt durch die vielen Skizzen und Anmerkungen am Rande, denn zu verführerisch sind die Texte und Darstellungen. Doch man folgt der Geschichte, welche sich wie ein Ariadnefaden durch das Buch schlängelt und mit ihm unser kleiner Held Tecumseh Spivet.

Ob sein Vater Trinker ist, sei dann doch belanglos und ob er am Tode seines Bruders Layton Schuld hat, wollen wir gar nicht so genau wissen - der Weg ist das Ziel und die ist auch die Quintessenz des Buches, denn es ist eine Reise.

Die Reise führt Tecumseh Spivet nach Washington und das ist das wahre Wunder, denn wem er begegnet und was er erlebt ist die wahre Geschichte des Buches DIE KARTE MEINER TRÄUME.

Tecumseh Spivet ist ein Genie aber auch ein Kind und das macht es für seine Umgebung so schwer ihn zu begreifen - das er, obwohl niemand weiß was er tatsächlich ist, einen Preis in Washington annehmen soll - macht die Sache noch skurriler.

Man bewegt sich mit diesem kleinen Helden auf einer absonderlichen Bahn um seine Heimat Montana herum, erkennt und erlebt seinen Alltag, beginnt mit ihm die Reise anzutreten und erfährt mehr über die Welt als aus so manchem Reiseführer.

Mit DIE KARTE MEINER TRÄUME von Reif Larsen ist ein ganz außergewöhnliches Werk auf dem Buchmarkt erschienen - eine Reise ins Ich eines kleinen und doch außergewöhnlichen Jungen.

Sehr empfehlenswert!
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am 9. März 2012
Die Karte meiner Träume, geschrieben von Reif Larson weckte mein Interesse als ich es das erste Mal sah, aufgrund seines Covers. Beim Durchblättern des Buches, ohne den Inhalt zu kennen, fielen mir sofort die vielen Zeichnungen und Bilder auf, die das Buch enthält und die mich neugierig machten. Also musste ich es mir kaufen, ohne den Inhalt wirklich zu kennen. Bereue ich diese Entscheidung ? Definitiv nicht. Neben der liebevollen Gestalung des Autors, ist die eigentliche Geschichte auch ein schönes Leseerlebnis. Es geht um einen kleinen jungen namens T.S. Spivet, der auf einer Ranch in Monatana mit seiner Familie lebt. Doch anstatt ein typischer Cowboy zu sein, ist er ein Wissenschaftler, der sich vor allem für das Zeichnen von allem möglichen interessiert und sich selbst als Kartograph bezeichnet. Mit dem rauen Landleben kann er nicht viel anfangen und seine Wissbegierigkeit kennt keine Grenzen. Sein Vater, ein Rancher, der mit Wissenschaft nichts am Hut hat, interessiert sich kaum für die ungewöhnlichen HobbyŽs seines Sohnes. Seine Mutter Dr. Clair, die selbst Wissenschaftlerin ist, ist eher mit ihrer eigenen Forschung interessiert. Eines Tages erhält T.S. jedoch einen Anruf, der sein bisheriges Leben total verändert. Er soll nach Washington reisen und einen Vortrag halten über eine seiner Arbeiten. Wie kann es sein, dass ein 12 jähriger Junge in WIssenschaftlichen Magazinen veröffentlich wird ? Ganz einfach. Ein Freund der Mutter, ebenfalls Wissenschaftler, erkannte sehr früh sein Potenzial und reichte T.S. Arbeiten ein, welche dann auch in mehreren Zeitschriften veröffentlicht wurden. Jedoch geschah dieses mit einer kleinen Notlüge, da niemand weiß, dass es sich um die Arbeit eines kleinen Jungen handelt sondern angenommen wird, es müsse ein Arbeitskollege des Wissenschaftlers sein.

T.S. erhält also einen Anruf und entschließt, nach Washington zu fahren. Und in einer Nacht und Nebelaktion, packt er seinen Koffer, steigt auf einen Güterzug auf und macht sich alleine auf in die Ferne. Eine Reise in ein unbekanntes Abenteuer entsteht und ob er jemals an seinem Ziel ankommt ? Das wird hier nicht verraten.

Neben den schönen Darstellungen, die die Geschichte mit Hintergrundinformationen füttert und man somit einen tieferen Einblick in die Familiengeschichte und T.S. Gedankenwelt erlangt ist eine tolle Idee. Jedoch muss ich sagen, dass ich das Buch nicht sofort verschlungen habe, sondern es oft weglegen musste, da es mich nicht so fesselte wie andere Bücher. Es hat an einigen Stellen gewisse Längen und der Spannungsbogen wird häufig abgeschnitten. Allerdings muss ich sagen, dass es sich trotzdem lohnt es bis zum Schluss zu lesen, da zum Ende hin die SPannung wieder aufgegriffen wird und man sich mitlerweile mit dem kleinen Jungen aus Montana angefreundet hat und wissen will, wie seine Reise denn nun endet. ALles in allem , ein schönes Buch.
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am 15. März 2012
Dass den Leser etwas Unkonventionelles erwartet, merkt man in dem Moment, wenn man das Buch im ungewöhnlichen Format und der außergewöhnlichen Aufmachung in die Hand nimmt.
Es springen einem zunächst Illustrationen, Skizzen, Grafiken und Diagramme ins Auge. Und das macht auch den Charme des Buches aus, das sich wegen all dieser Schaubilder nicht "mal eben" lesen lässt. Der Reiz liegt im Phantasievollen; das Buch hat einige Kuriositäten zu bieten, und lässt Raum für Neugierde.
Es gibt viel zu entdecken während man den jungen Helden Tecumseh Sparrow Spivet (der sich als einziger Tecumseh von allen anderen nur durch seinen zweiten Vornamen Sparrow unterscheidet) auf seiner Reise begleitet. Aufgewachsen ist T.S.Spivet in einem Ranchhaus in Montana. Von dort startet er in einem Güterzug einen Trip vom Westen in den Osten der USA zu einem wissenschaftlichen Kongress. Dabei hält er seine Gefühle und Gedanken über sein Umfeld, das er sehr präzise wahrnimmt, in kleinen Spiral-Notizbüchern fest. Die Zeichnungen sind seine Art, etwas Unsichtbares sichtbar macht. Er nimmt das Leben als Landkarte wahr, versucht Geschehnisse in Grafiken zu packen, zu ordnen. Das hilft ihm dabei, sich in der seltsam lockenden Welt der Erwachsenen zurechtzufinden.

Die umfangreichen Abbildungen sind ein reizvoller visueller Blickfang. Während sie anfangs den Lesefluss hemmen, gewöhnt man sich schnell daran, kreuz und quer zu lesen. Zuweilen wird es dennoch anstrengend, weil die Randnotizen chronologisch im Zusammenhang gelesen werden müssen, da sie Teil der Geschichte sind und die Handlung vorantreiben. Für mein Empfinden rauben die weitverzweigten Ausschmückungen der Handlung den Platz. Was den Zauber des Buches ausmacht ist also zugleich auch die Schwäche des Buches.

Fast spielerisch laviert sich T.S.Spivet mit einer Mischung aus kindlichem Gemüt und analytischen Fähigkeiten durch den Ernst des Lebens. Und dass sein Leben voller Ernsthaftigkeit steckt, wird schon bald klar. Seinen Bruder Layton, der viel zu früh durch einen Unfall gestorben ist, vermisst er sehr. Seine Mutter, die er distanziert nur Dr. Claire nennt, konzentriert ihre Aufmerksamkeit auf wissenschaftliche Arbeiten, vorrangig auf Käfer. Und sein Vater, ein wortkarger Rancher, ist dem Whiskey sehr zugetan und lebt ein Wildwest-Nostalgie, in die T.S. so gar nicht passt.

Die Seelenwelt des Jugendlichen ist bis zur Hälfte der Erzählung ausgezeichnet beschrieben und bebildert. Doch die anfangs realistische Abenteuerreise gleitet zusehends ins Fiktive ab. Was herzenswarm beginnt, endet haarsträubend.

Somit gebe ich für die kreative Idee und den kleinen Helden, den ich gerne in die Arme schließen würde, volle Punktzahl. Für die Handlung an sich und die inhaltlichen Längen ziehe ich allerdings jeweils einen Punkt ab.
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am 7. Oktober 2009
Als ich Reif Larsens Buch kaufte, war ich zuerst etwas skeptisch, ob das nicht einfach wieder so ein hochgelobtes Wunderding ist, das man schnell wieder vergisst, aber als ich anfing zu lesen, wurde ich ganz schnell vom Gegenteil überzeugt. Bereits das erste Kapitel ist so hinreißend, anrührend, witzig, und das allertollste ist: so geht es weiter. Der Autor sprüht vor Ideen, die Zeichnungen und Randbemerkungen unterstreichen in geniale Weise den Text, man taucht ein in die wunderbare Welt des T.S. Spivet, der einem total ans Herz wächst. Ich kann das Buch allen nur empfehlen: es ist große Kunst und tolle Unterhaltung gleichzeitig! Absolut UNVERGESSLICH!!!!
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am 30. März 2010
Was für eine wunderbare Geschichte! Und was für eine wunderbare Idee, die Geschichte des frühreifen Kartographen mit ebendiesen Karten auszustatten. Auch die Sprache bezaubert durch ihren Witz und ihre Einfühlsamkeit. Allerdings trifft dies alles nur auf den ersten Abschnitt des Buches zu, in dem die Welt des Knaben in der Wildnis von Montana vor uns aufblüht. Hier stimmt einfach alles: Die Gefühle des Zwölfjährigen korrespondieren mit seiner Gedankenwelt, die Figuren sind stimmig gezeichnet und alles bleibt umweht von einem Gefühl der Traurigkeit, die um den frühen Tod des jüngeren Bruders kreist, der aber nie konkret thematisiert wird. Sobald sich aber T.S. auf die Reise macht, gerät dieses wunderbar ausbalancierte Konstrukt aus den Fugen. Nun haben wir aber noch 300 Seiten vor uns. Plötzlich geschehen die abtrusesten Dinge und mit der Logik dürfen wir es nicht mehr so genau nehmen. Ständig gerät T.S. in völlig ausweglose Situationen, die aber allesamt rein zufällig spielend gemeistert werden. Die Absurdität dieser Reise gipfelt in einem Tötungsdelikt, der am Ende aber dann doch keiner gewesen sein soll (wie das?). Das Ende ist dann reiner Slapstick und der arme Reif Larsen scheint alles vergessen zu haben, was ihn zu Anfangs noch als einen Autor von großem Format auszeichnete. Was vordem von ergreifender Aufrichtigkeit zeugte, mündet nun in grotesken Verzerrungen. Ein Klischee jagt das andere und es scheint, als wäre es Larsen vor allem darum gegangen, das Ganze nur irgendwie an ein Ende zu bringen. Sollte man ein Diagramm dieses Buches zeichnen, dann führte der Weg geradewegs von den Höhen Montanas in die Niederungen von Washington DC. Leider.
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am 19. Januar 2011
Als ich dieses Buch im Buchladen entdeckte, war ich hellauf begeistert, schien es mir doch ein richtiges Juwel zu sein. Die Aufmachung des Buches ist auch wirklich wunderschön. Die Karten, Randbemerkungen, Zeichnungen...alles liebevoll und detailreich; ganz toll! Wo liegt dann das Problem?
Ich bin der Ansicht, der Autor hat vor lauter gestalten, illustrieren, ausschmücken, etc. vergessen, dass ein Buch dann doch etwas mehr braucht. Was? Na einen Plot zum Beispiel?
Ich fand die Gestaltung der Charaktere platt und wenig lebendig. Die Handlung kommt erst laaaaaaaaaange nicht wirklich in Gang, wird dann holpriger und holpriger mit (meiner Meinung nach) missglückten Versuchen, durch unsäglich bemühte Spannungselemente doch noch etwas Tempo aufzunehmen und dann...ist das Buch aus.
Der Autor reißt immer wieder interessante Handlungsstränge an, bringt aber fast keinen zu Ende. Das mag ja ein Stilmittel sein, welches sich meinem Intellekt entzieht, aber ich weiß nicht ob das sinnvoll ist, wenn der Leser (also ich) dann feststellt, dass ihn die Auflösung eh nicht mehr interessiert - hauptsache das Buch ist endlich aus.

Ich gebe zu, dass mein Meinung ja (wie jede) sehr subjektiv ist. Offenbar hat dieses Buch ja vielen anderen wirklich gut gefallen. Viel Glück damit!
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am 19. März 2013
Gleich zu Beginn: Ich verstehe absolut nicht, warum dieses Buch im Schnitt auf vier Punkte kommt. Nach 200 Seiten habe ich genervt aufgegeben. Aber der Reihe nach.

Zum Inhalt wurde ja bereits in anderen Rezensionen zur Genüge geschrieben, also nur noch einmal ganz kurz. T.S., Junge, 12 Jahre, hochbegabt, wächst in der amerikanischen Einöde auf und kartografiert bzw. illustriert alles, was in seinem Leben vor sich geht. Gracie, seine Schwester, pubertiert vor sich hin und beschwert sich in diesem Zusammenhang des öfteren über ihr eintöniges Leben, während T.S.' Mutter ihre potenziell steile Karriere als Naturwissenschaftlerin mit der obszessiven Suche nach einer bestimmten Käferart vergeudet und Familie mehr oder weniger Familie sein lässt. T.S. Vater, einer der letzten Cowboys, hält derweil die Farm in Schuss und zeichnet sich ansonsten vor allem durch beharrliches Schweigen aus. Das letzteres auch auf das Ableben T.S.' älteren Bruders zurückzuführen ist, der eine sehr enge Beziehung zum Vater hatte, kann man vor allem zwischen den Zeilen lesen. Der Familienhund kaut derweil auf Blecheimern rum. Als T.S. nun eine Einladung eines renommierten Museums in Washington D.C. erhält, um dort einen Vortrag zu halten und einen Preis für eine seiner wissenschaftlichen Illustrationen entgegen zu nehmen, packt dieser seine Koffer und schwingt sich auf den nächstbesten Güterzug. (Ein) Problem: In Washington geht man davon aus, dass es sich bei T.S. um einen gestandenen Wissenschaftler handelt, der die Grenze zur Volljährigkeit schon längst hinter sich gelassen hat...

Klingt zunächst einmal alles ganz gut und kommt aufgrund der zahlreichen Illustrationen an den Seitenrändern vor allem zudem sehr nett rüber - was mich letztlich auch zum Kauf des Buches bewogen hat. Schließlich konnte man sich beispielsweise bei "Extrem laut und unglaublich nah" von J.S. Foers bereits vor Augen führen, was ein auf den Inhalt des Buches abgestimmtes Bild- und Textlayout zum Verständnis und Erleben des Werkes beitragen kann. Bei "Karte meiner Träume" funktioniert das aber leider nicht. Die Illustrationen lockern allenfalls den Blocksatz etwas auf, während die textlichen Einschübe schnell nerven, da sie selten etwas zum Fortgang der Geschichte beitragen und deren Fluss erheblich behindern. Anfangs habe ich noch alle Randnotizen "mitgenommen", da man ja eben doch nicht so genau weiß, ob sich eine relevante Information darin versteckt, bis es mir dann zu anstrengend geworden ist, ständig auf Nebenhochzeiten zu tanzen und teilweise das Gefühl zu haben, den Lesespaß eines Lexikons vermittelt zu bekommen. Leider schlängelt sich aber auch der Erzählfaden im "Haupttext" des Buches zunehmend durch Nebensächlichkeiten, die meines Erachtens die Story, so man sie nicht längst aus den Augen verloren hat oder sie überhaupt gefunden zu glauben scheint, künstlich in die Länge zieht, zerfasert und in wirklich sehr sehr tiefe Täler ausgeprägter Langeweile führt. Überraschenderweise wird das Buch gerade ab da richtig langatmig, als T.S. die Farm verlässt und sich als blinder Passagier auf eine Reise quer durchs Land begibt. So spannend wie Butterkekse! Leider werden hier weder Personen noch aufkeimende Abenteuer vertiefend dargestellt, so das es wirkt, als habe der Autor keine Lust mehr gehabt, sein eigenes Skript weiter auszuarbeiten. Das es Auszüge aus dem Tagebuch T.S.' Mutter zu lesen gibt, lenkt wieder einmal mehr ab, als das es die Geschichte voran bringt...

... so habe ich mich mehr und mehr dabei ertappt, dass ich das Buch immer mehr überflogen anstelle gelesen habe. Zunächst fielen die Randnotizen weg, später Sätze, ganze Seiten und schließlich ein komplettes Kapitel. Nach dem vierten Anlauf, irgendwie mit dem Buch übereinzukommen und einen Weg zu finden, auf dem ich mich bis zum vielleicht ganz tollen Ende durcharbeiten kann, habe ich schließlich die Segel gestrichen. Wir werden keine Freunde mehr. Schade.
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am 25. Juni 2010
Der zwölfjährige T. S. Spivet aus Montana, USA, ist ein Nerd. Ein Eigenbrötler, der sich ganz der Kartographie verschrieben hat. T. S. kartographiert und dokumentiert einfach alles: Den Salzgehalt von Flüssigkeiten, die Schallwellen von Schüssen und nervöse Handbewegungen. Er macht das so meisterhaft, dass er von der Smithsonian Museumsstiftung einen Preis verliehen bekommt. Allerdings sind sich die Juroren nicht bewusst, dass T. S. kein Erwachsener, sondern ein Kind ist.

T. S. klärt das Missverständnis auch nicht auf, sondern beschließt, den Preis anzunehmen. Heimlich verlässt er die elterliche Farm und macht sich auf eine Reise quer durch die Vereinigten Staaten, von Montana nach Washington D. C.

Das ist, kurz zusammengefasst, der Plot des Romans. Die innere Entwicklungsgeschichte, die der Ich-Erzähler durchläuft, ist um vieles komplexer. Recht früh erfährt der Leser, dass T. S. (T. S. steht für 'Tecumseh Sparrow', aber auch das ist wieder eine Geschichte für sich) bei einem Unfall seinen jüngeren Bruder getötet hat. Der Tod des Jüngsten hat die ohnehin schon komplizierte Familienstruktur der Spivets endgültig gesprengt. Die Mutter, die T. S. immer nur Dr. Clair nennt, vergräbt sich in ihre Käferforschungen, der Vater stürzt sich in seine Farmarbeit, er beachtet T. S. so gut wie gar nicht.

Und T. S. verliert sich in seinen Karten und Illustrationen. Auch auf der Reise in den Osten dokumentiert er alle seine Eindrücke in Skizzen, die im Buch auf dem breiten Rand neben dem Text abgedruckt sind. (Beispielsseite s. unten) Auf manchen Seiten sind die Randbemerkungen zu den originellen Zeichnungen länger als der eigentliche Text. Als Leser wird man also kreuz und quer geleitet, überall stößt man auf neue Geschichten und Geschichtchen; über T. S.s'Leben auf der Farm, seine Erkenntnisse oder seine Urururgroßmutter Emma Osterville.

T. S. Spivets Geschichte ist wirr, und sie wird geradezu absurd, als er endlich in Washington ankommt. Aber bevor das Ganze völlig ins Phantastische abdriftet, kommt es zu einer Auflösung, die so wunderbar und tröstlich und genial ist wie der ganze Roman.

'Die Karte meiner Träume' ist ein Kunstwerk, sowohl in literarischer als auch in gestalterischer Hinsicht. Meine Bewunderung gilt nicht nur dem Autor, der sich das Ganze ausgedacht hat, sondern auch dem amerikanischen Verlag Penguin Press, der den Mut hatte, dieses komplizierte Meisterstück umzusetzen und zu drucken. "Die Karte meiner Träume" ist ein Buch, in dem man sich verliert, das einen zum Lachen, zum Weinen, zum Träumen und zum Nachdenken bringt. Und was kann man als Leser mehr verlangen?
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