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119 von 126 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mehr Wissenschaft als Gebrauchsanleitung
Die Glücksformel scheint Stefan Klein tatsächlich gefunden zu haben. Das Buch, in dem er sie beschreibt, ist seit seinem Erscheinen im Jahr 2002 in 24 Sprachen übersetzt worden. Der Erfolg wurde mit einem 128 Seiten-Büchlein mit Glücksformeln zu jedem Tag clever vermarktet. Der ehemalige Wissenschaftsredaktor beim Spiegel und GEO ist bereits eine...
Veröffentlicht am 18. September 2006 von Fuchs Werner Dr

versus
50 von 57 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Zeitverschwendung
Klar könnte man witzig und gescheit über die Zeit philosophieren, was das wohl für ein Stoff ist. Hier werden aber im pseudo-wissenschaftlichen Ton unzusammenhängende Erkenntnisse auf den Leser abgeladen: von Einsteins Relativitätstheorie über die Lokalisierung des Zeitgefühls im Gehirn bis zur Aufforderung, durch besseres Konzentrieren...
Veröffentlicht am 25. Februar 2007 von Gelegenheitsleser


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119 von 126 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mehr Wissenschaft als Gebrauchsanleitung, 18. September 2006
Von 
Fuchs Werner Dr (Zug Schweiz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(#1 HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 50 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Zeit: Der Stoff, aus dem das Leben ist. Eine Gebrauchsanleitung (Gebundene Ausgabe)
Die Glücksformel scheint Stefan Klein tatsächlich gefunden zu haben. Das Buch, in dem er sie beschreibt, ist seit seinem Erscheinen im Jahr 2002 in 24 Sprachen übersetzt worden. Der Erfolg wurde mit einem 128 Seiten-Büchlein mit Glücksformeln zu jedem Tag clever vermarktet. Der ehemalige Wissenschaftsredaktor beim Spiegel und GEO ist bereits eine Marke, als 2004 der Titel "Alles Zufall. Die Kraft, die unser Leben bestimmt" erscheint und sich bestens verkauft. Zwei Jahre später nun der dritte Wurf, eine Gebrauchsanleitung für die Zeit, für den Stoff, aus dem das Leben ist. Stefan Klein, das zeigen die ersten Medienreaktionen, ist ein Selbstläufer geworden. Das Glück, der Zufall, die Zeit. Bin gespannt, welches Wort ihm als Wissenstransporter für das nächste Buch dient.

Und wem dient nun "Zeit"? Die Frage muss beantwortet werden, schliesslich heisst es auf dem Umschlag, dass der Leser mit diesem Buch eine Gebrauchsanleitung kauft. Tja, da werden wohl all die enttäuscht werden, die etwas Einfaches erwarten. Liest man nur Titel, Inhaltsverzeichnis und Einleitung, so fühlt man sich noch im IKEA-Land. Doch mit fortschreitender Lektüre hat man das Gefühl, den Armierungsplan für den Bau eines Staudamms in den Händen zu halten. Denn nun gewinnt der Physiker und Philosoph Stefan Klein immer mehr an Fahrt. Da werden naturwissenschaftliche Experimente vorgeführt, Relativitätslehre und Quantenphysik ausgebreitet, Nervenzellen in Aktion gezeigt, Resultate chemischer Reaktionen begutachtet und unzählige Forscher auf die Bühne gezogen. Als preisgekrönter Wissenschaftsjournalist ist Stefan Klein nun in seinem Element. Sein Arbeitsmittel Sprache beherrscht er im Schlaf, was für den Leser zwar ein Genuss ist, den Autor aber zu so vielen inhaltlichen Ausflügen verführt, dass etliche seiner Reisegefährten nicht mehr mitkommen. Trotz redlichen Bemühungen, sie mit Beispielen aus dem Alltag, skurrilen Studienresultaten und Tipps für das Leben zum Weitermarschieren anzuspornen. Vielleicht sollten Überforderte eine Pause einlegen und dann auf Seite 269 fortfahren. Denn da beginnt der Epilog, der in sechs Schritten zu einem entspannteren Leben führen soll. Der fünfte Schritt könnte die Lektüre dieses Buch eventuell erleichtert. Denn wer ihn richtig ausführt, kann sich besser konzentrieren.

Mir hat das Buch gefallen, weil Stefan Klein die Zeit mit der Neurologie verbindet, weil er in seiner Recherchierwut auf bislang unbeachtete Studien stiess, weil er den Nutzen gängiger Zeitmanagement-Ratgeber in Zweifel zieht und weil er Philosophie nicht als moralische Allwissenheit versteht. Umso mehr stört mich daher der dumme Untertitel 'Eine Gebrauchsanleitung'. Denn das ist es definitiv nicht. In vollen Zügen geniessen kann dieses Buch nämlich nur, wer keine Anleitungen sucht, sondern sich intensiv mit dem Thema Zeit auseinandersetzen will und akademischen Vorwissen mitbringt.

Mein Fazit: Der Autor ist ein Recherchier- und Schreibprofi erster Güte, besitzt einen hervorragenden Riecher für Trends und hat einen so riesigen Wissensdurst, dass er noch kerzengerade am Tisch sitzen kann, wenn andere schon lange darunter liegen. Sein neuer Verlag macht den Lesern allerdings kein Geschenk, wenn er ihnen Stefan Kleins faszinierende Betrachtungen über die Zeit als Gebrauchsanleitung für ein besseres Leben unterjubeln will.
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50 von 57 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Zeitverschwendung, 25. Februar 2007
Rezension bezieht sich auf: Zeit: Der Stoff, aus dem das Leben ist. Eine Gebrauchsanleitung (Gebundene Ausgabe)
Klar könnte man witzig und gescheit über die Zeit philosophieren, was das wohl für ein Stoff ist. Hier werden aber im pseudo-wissenschaftlichen Ton unzusammenhängende Erkenntnisse auf den Leser abgeladen: von Einsteins Relativitätstheorie über die Lokalisierung des Zeitgefühls im Gehirn bis zur Aufforderung, durch besseres Konzentrieren dem Stress zu entfliehen. Vieles ist altbekannt, etwa dass der biologische Tag eines Menschen, der nicht gezwungen ist, zu einer bestimmten Zeit aufzustehen, etwas mehr als 24 Stunden beträgt, eher 25h. Man kennt es von Programmieren und Hackern, die hinter zugezogenen Fenstern arbeiten und man hat es vielleicht im Urlaub selbst erfahren. Klein bemüht dazu auf 10 Seiten die Höhlen-Experimente des Herrn Siffre aus den Sechzigern.

Genauso nervend der ewige Hinweis, der Mensch könnte Zeiten nur schlecht schätzen, der Körper habe keine zuverlässige Uhr. Natürlich, das biologische und das physikalische Modell sind eben unterschiedlich. Wir haben aber auch keinen Kilometerzähler, können Entfernungen nur schlecht schätzen und wissen Abends nicht, wieviel Information unser Gehirn den Tag über tatsächlich gespeichert hat. Für all diese Schwächen kommt homo sapiens aber ganz gut über die Runden.

Fazit: dieses Buch zog sich beim Lesen wie Kaugummi. Wer lieber etwas unterhaltsames zur Bedeutung der genauen Zeitmessung aus historischer Sicht lesen möchte, dem sei eher die Geschichte von Dava Sobel: "Längengrad" ans Herz gelegt. Wer gerne ein wenig Philosophisches zum Rythmus des Lebens mag, dem kann man nur Sten Nadolnys Klassiker: "Die Entdeckung der Langsamkeit" empfehlen. Stefan Klein, jedenfalls, stiehlt einem nur die Zeit.
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11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen wohltuend anders, 7. November 2010
Von 
Ich habe schon gedacht, es gäbe keine sinnvollen Zeitratgeber mehr.
Aber - wer lange sucht, findet auch mal ein Korn ;)

In diesem Buch werden nicht vordergründig kurzfristig wirkende Anweisungen ala 'plane deine Zeit nur zu 50-80 Prozent für den nächsten Tag' oder 'du musst auch NEIN sagen können' gegeben sondern es wird die Zeit auseinander genommen - im wahrsten Sinne des Wortes.

Schöne Sprüche und Anleitungen verkaufen sich schnell und gut - dieses Buch will aber mehr: Das Verständnis für die Zeit wecken.
Der geneigte Leser wird sich darauf einlassen und mehr erfahren, als er vielleicht erwartet hat.

Zeitnot und Stress werden nicht durch Schema-F-Anleitungen in Ordnung gebracht, sondern durch das Verändern der eigenen Person.
Das dieser Prozess weitaus schwieriger ist als sich morgen einen Zeitplaner zu kaufen, dürfte jedem klar sein.
Das Buch vermittelt Einsichten und Hintergründe zum Begriff zeit, zum Zeitgefühl und zeigt Richtungen auf, die man gehen kann um sich zu verändern.

FaziT: Nur für Leser geeignet, die vorhaben das evtl. vorhandene Zeitproblem nachhaltig in den Griff zu bekommen. Nachteil: dauert sehr lange. Vorteil: funktioniert vielleicht.
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22 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Time is Life - Life is Time - eine spannende Verbindung, 29. Januar 2007
Rezension bezieht sich auf: Zeit: Der Stoff, aus dem das Leben ist. Eine Gebrauchsanleitung (Gebundene Ausgabe)
Das Buch ist sicher kein Lebensberater nach dem Motto: 'Man nehme ....' und schon hat man mehr Zeit oder weniger Stress. Ebensowenig enthält es aber auch esoterisches Geschwafel über das Thema: 'Ach wie schlimm doch alles ist!' Vielmehr halte ich es für ein 'populärwissenschaftliches' Werk im besten Sinn des Wortes: Wissenschaftlich ' weil es Ergebnisse der neueren Forschung über die biologisch-physiologische Funktionsweise des Gehirns und ihre Auswirkungen auf das Verhalten der Menschen zum Gegenstand hat; populär ' weil es eben diese Informationen in einer Art und Weise darstellt, dass man auch als Laie sie verstehen kann. Dabei fordern Stil und Inhalt den Leser durchaus auf hohem Niveau: Morgens in der S-Bahn auf dem Weg zur Arbeit noch problemlos verdaubar, fand ich mich abends auf dem Rückweg nicht immer in der Lage, dem Buch zu folgen.

Seinen besonderen Vorteil sehe ich in der guten Beschreibung dessen, was im Gehirn abläuft, wenn dies oder jenes im Zusammenhang mit dem Begriff 'Zeit' abläuft. Versteht man einige der Grundprinzipien dieses Bauplans und der dadurch bedingten Prozessabläufe, ergeben sich viele Schlussfolgerungen fast von selbst. Und das, obwohl der Autor (bewusst?) keine Parallelen z.B. zur Funktion eines Computers zieht, obwohl sich dieser Vergleich sicher manchmal aufdrängt.
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45 von 54 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ein wenig enttäuscht., 28. Dezember 2006
Von 
Holger van Husen (Zürich) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Zeit: Der Stoff, aus dem das Leben ist. Eine Gebrauchsanleitung (Gebundene Ausgabe)
Ich habe im Jahr 2003 das erste Buch von Stefan Klein "Die Glücksformel - Oder wie die guten Gefühle entstehen" gelesen und war trotz des sehr populärwissenschaftlich klingenden Titels von seinem Inhalt angenehm überrascht. Bei seinem aktuellen Werk "ZEIT - der Stoff aus dem das Leben ist" bin ich mit derselben Haltung herangegangen und enttäuscht.

Das Buch nähert sich in drei Teilen dem Thema. Teil 1 befasst sich mit dem Erleben der Zeit, Teil 2 mit dem Nutzen der Zeit und Teil 3 mit der Erklärung, was Zeit ist, also seiner naturwissenschaftlichen Definition. Gerade den letzten Teil finde ich ziemlich überflüssig, da er über die Definition der Zeiteinheit mit Hilfe der Frequenz des Übergangs zwischen zwei speziellen Zuständen des 133 Cäsium-Atoms und der Erkenntnis, dass Zeit keine absolute Grösse mehr ist, nicht hinauskommt. Selbst wer sich nicht sonderlich für Zeit interessiert, sollte nach fast 100 Jahren spezieller Relativitätstheorie mitbekommen haben, dass auch die Zeit vom Beobachter und somit vom entsprechenden Bezugssystem abhängt.

Die abschliessende Gebrauchsanleitung im lediglich 17 Seiten umfassenden Epilog "Eine neue Kultur der Zeit" kann man fast schon als Beleidigung des Intellekts auffassen. Dort gibt es so geistreiche wie bisher völlig unbekannte Hinweise, dass man mehr Souveränität über die Zeit gewinnt, wenn sich mal wieder die Gesellschaft ändern würde, nämlich hin zu 24h Kinderbetreuungsmöglichkeiten und Sprechzeiten von Ärzten, Rechtsanwälten und Behörden auch am Samstagvormittag. Im zweiten Schritt soll man im Einklang mit der Körperuhr leben. Danke für den Hinweis, wer hätte das gedacht! Und irgendwo findet auch noch eine Chinesische Weisheit - wahrscheinlich aus einem Glückskeks - Erwähnung, die da lautet, dass nicht eine Minute unseres Lebens mit einer Unze Gold aufzuwiegen sei. Ich bin da vollkommen anderer Ansicht, da der Verkauf eines Tages meines Lebens beim aktuellen Goldpreis knapp 890.000 USD bringen würde und mir im Weiteren einen sehr souveränen Umgang mit der Lebenszeit ermöglichen würde.

Ebenfalls vollkommen überflüssig sind die immer mal wieder sporadisch auftauchenden, dafür absolut nichtssagenden Abbildungen.

Lediglich einige gute Passagen am Anfang und im mittleren Teil des Buches, beispielsweise über die Funktionsweise der Exekutivfunktion des Gehirn oder das Zeitempfinden im Hitchcock Klassiker "Cocktail für eine Leiche" bewogen mich dazu diese Buch noch mit drei Sternen zu bewerten. Weiterempfehlen werde ich es allerdings nicht.
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einfach umwerfend!, 25. Juni 2009
Rezension bezieht sich auf: Zeit: Der Stoff, aus dem das Leben ist. Eine Gebrauchsanleitung (Gebundene Ausgabe)
Empfehlenswert für jeden.
Ein Buch, dass sich mit einem Thema beschäftigt, das für niemanden belanglos ist und das ist einer für jeden verständlichen Art. Viele Erkenntnisse und Experimente werden in einen neuen Kontext eingeordnet und so in ein überrschend neues Licht gestellt. An keiner Stelle gleitet das Buch in alltagswissenschaftliche Argumentationsweisen ab und bleibt deshalb auch bei kritischer Vetrachtung überzeugend.
Wer anfangen will, seine eigene Zeit neu zu erleben, ist hier an der richtigen Stelle.
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25 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Faszinierend, lehrreich und nie langweilig, 18. Oktober 2006
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Zeit: Der Stoff, aus dem das Leben ist. Eine Gebrauchsanleitung (Gebundene Ausgabe)
Wenn alle Lehrer auf dieser Welt wie Stefan Klein wären, würden alle Menschen Spaß am Lernen haben. Dass es sich um ein Fachbuch handelt, vergisst man beim Lesen. Spannende Inhalte, anschauliche Beispiele, intelligente aber einfache Beschreibungen: Man versteht, man fühlt sich teilweise auf lustige Art und Weise ertappt und es dämmert einem zuweilen, was man besser machen kann. Und dies alles auf so entspannter Weise, mit jeder Menge Humor und eben... so wenig lehrerhaft.

Perfekt. Ich freue mich aufs nächste Buch.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen „Die Zeit, die wir empfinden, führt ein Eigenleben gegenüber der Zeit der Physik.“, 9. Januar 2013
Von 
Mag Sarah Krampl "sarahkrampl" (Villach) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Stefan Klein (1965 in München geboren) ist Physiker, Philosoph und der erfolgreichste Wissenschaftsautor deutscher Sprache. Er studierte Physik und Philosophie in München, Grenoble und Freiburg und promovierte über Biophysik. Klein ist als Vortragsredner sehr gefragt und lebt zusammen mit seiner Frau und seinen drei Kindern in Berlin.

Auf Stefan Klein wurde ich durch seine außerordentlich spannende, gut recherchierte und doch leicht zu lesende Biografie über Leonardo da Vinci aufmerksam (Da Vincis Vermächtnis oder Wie Leonardo die Welt neu erfand).
In diesem Buch zerpflückt Klein das Wort „Zeit“ und erklärt diesen Begriff nicht nur sehr genau im physikalischen Sinne, sondern vielmehr aus der Sicht eines Menschen, wie dieser die Zeit innerlich wahrnimmt. Klein trennt die physikalisch, objektiv messbare Zeit von der inneren, gefühlsmäßig, über die Sinne wahrgenommenen Zeit fein säuberlich und fragt nach dessen Bedeutung und Wichtigkeit. Der Mensch besitzt eine innere Uhr, die nach eigenen Gesetzen funktioniert. Es gibt Tages- und Nachtmenschen zum Beispiel oder aber auch eine genaue Zeiteinteilung im Körperlichen (Menstruationszyklus zum Beispiel).

Dieses Buch handelt:

„von den verborgenen Dimensionen der Zeit. Sein Thema sind all die Phänomene, die sich nicht ohne weiteres in Minuten und Stunden messen lassen. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, wie das Erleben der Zeit zustande kommt – und wie wir lernen können, achtsamer mit ihr umzugehen.“

Klein nähert sich dem Begriff der Zeit nicht so sehr auf philosophische, mystische und metaphysische Weise, wie ein Augustinus oder ein Valéry zum Beispiel, sondern er geht in diesem Buch sehr pragmatisch, wissenschaftlich vor. Sehr viele wissenschaftliche Informationen über diesen Begriff der Zeit – wie der Begriff der Einsteinschen Zeitrelativität - sind in diesem Buch enthalten, aber auch Tipps, wie man die Zeit besser nutzen kann. Interessant war auch zu lesen, wie der Durchschnittsmensch mit der Zeit umgeht, wie er sie dadurch verschwendet, dass er gedanklich entweder in der Vergangenheit oder in der Zukunft lebt und die Konzentration auf gegenwärtige Aufgaben vernachlässigt. Woran denkt man den ganzen Tag zum Beispiel?

„Wer nämlich meint, Liebe, Sex, Macht und andere zügellose Phantasien spukten unseren Mitmenschen die längste Zeit des Tages in den Köpfen herum, der täuscht sich. Auch innere Monologe, Bewusstseinsströme, wie sie die Dichter James Joyce und Virginia Woolf zur Literatur erhoben, beschäftigen uns höchst selten.
Die Wirklichkeit ist viel trivialer. Verglichen mit den Aufzeichnungen von Hurlburts Versuchspersonen erscheinen selbst die Denkblasen eines Comic-Strips wie tiefsinnige Lektüre. Die innere Stimme der Studentin Sonja zum Beispiel sang den ganzen Tag die Namen zweier Schokoriegel vor sich hin: „Twinkies, Granola“. „

Wie aus dieser Textstelle ersichtlich, ist dies ein sehr unterhaltsames und doch lehrreiches Buch über den wissenschaftlich eingegrenzten Begriff „Zeit“.

Hier noch einige Textstellen, die mir persönlich sehr gut gefallen haben:

Wenn wir uns etwa ein Bild von der Zeit machen sollen, sehen wir in Europa die Vergangenheit hinter uns liegen; die Zukunft hingegen kommt von vorn auf uns zu. Doch ein Indianervolk in den Anden denkt genau umgekehrt. Fragt man die Aymara nach der Vergangenheit, deuten sie nach vorne, in Blickrichtung. Schließlich haben sie die Ereignisse der Vergangenheit schon einmal gesehen.

In unseren Köpfen tickt eine verborgene Uhr. Sie steuert alle Vorgänge im Leib, lotst uns präzise durch Tag und Nacht.

Der menschliche Körper besteht aus bis zu 100 Billionen Zellen, von denen jede etwa so groß wie ein Augentierchen ist. Und so unglaublich es klingt: Jede Zelle besitzt ihre eigene innere Uhr.

Während nämlich kleine Kinder ihre Eltern früh aus dem Bett werfen, verschiebt sich der Rhythmus in den Jahren des Heranwachsens immer weiter nach hinten. Fast alle Teenager sind ausgesprochene Eulen. Die genauen Ursachen sind unbekannt; jedenfalls wird das Nachthormon Melatonin bei den meisten 18-Jährigen erst gegen 23 Uhr ausgeschüttet, so dass das Bedürfnis zu schlafen erst entsprechend später aufkommen kann.

Gehen Sie ans Tageslicht.

Wenn aber das Zeiterleben auf der Steuerung von Bewegungen aufbaut, die spätestens nach ein paar Sekunden Vergangenheit sind: Wie können wir dann längere Zeitspannen wahrnehmen?

Bewohner von Millionenstädten wie Tokio oder München bewegen sich, reden und reagieren im Durchschnitt mehr als doppelt so schnell wie griechische Bauern.

Die stärkste Macht über das Empfinden der Zeit aber üben wir durch die Aufmerksamkeit aus.
Bevor das Bewusstsein zu wenig Beschäftigung erträgt, befasst es sich lieber mit Unsinn.

Erinnerung ist also nicht gespeicherte Gegenwart. Wenn eine Erfahrung Erinnerung wird, verwandelt sie sich.

In einem einzigen Jahr sammeln wir mehr Eindrücke als Goethes Zeitgenossen in einem ganzen Leben. Soziologen nennen dies die „Ereignisgesellschaft“.

Der aus Vietnam stammende Meister Thich Nath Hanh formuliert es so: „Statt zu sagen: Sitz nicht einfach nur da; tu irgendetwas“, sollten wir das Gegenteil fordern: Tu nicht einfach irgendetwas; sitz nur da.“

Wenn wir etwas Neues beginnen, schweift die Aufmerksamkeit zunächst herum; nach Untersuchungen von Arbeitswissenschaftlern können sich die meisten Menschen frühestens nach 15 Minuten so konzentrieren, wie es viele Aufgaben verlangen. Bis dahin sind sie für jede noch so kleine Ablenkung empfänglich.

Anders als Tiere reagieren Menschen nicht nur auf das, was sie wahrnehmen; sie malen sich überdies die Zukunft aus. Und bereits die Vorstellung einer möglichen Gefahr genügt, die Stressreaktion in Gang zu setzen.

Schließlich erklären wir uns den Stress ja damit, dass wir „so wenig Zeit haben“. Das ist ein verhängnisvoller Irrtum. Denn in Wirklichkeit verhält es sich genau umgekehrt: Wir sind nicht gestresst, weil wir keine Zeit haben. Sondern wir haben keine Zeit, weil wir gestresst sind.

Sobald wir an das denken, was wir erreichen wollen, wird im Organismus ein Zustand erzeugt, als ob die Absicht schon Wirklichkeit wäre. Das nennt Damasio die „somatischen Marker“: Indem wir eine kleine Portion der angestrebten Genüsse und Triumphe schon einmal spüren, bekommen wir einen motivierenden Vorgeschmack auf die Belohnung.
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44 von 57 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sehr interessent, 5. September 2006
Rezension bezieht sich auf: Zeit: Der Stoff, aus dem das Leben ist. Eine Gebrauchsanleitung (Gebundene Ausgabe)
Dies ist ein gleich doppelt hervorragendes Buch. Der Autor erklärt nicht nur auf einmalig verständliche Weise, wie das Zeitgefühlt entsteht. Er gibt obendrein Tipps, wie man besser mit seiner Zeit umgehen kann. Und so ganz nebenbei hat es mir riesig Spaß gemacht, dieses Buch zu lesen. Denn bei aller Ernsthaftigkeit, die man Klein anmerkt, schreibt er stets mit einem Augenzwinkern und oft richtig witzig.
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19 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gelungene Verknüpfung von Theorie und Praxis, 13. Oktober 2006
Rezension bezieht sich auf: Zeit: Der Stoff, aus dem das Leben ist. Eine Gebrauchsanleitung (Gebundene Ausgabe)
In diesem Buch fließen die neuesten biologischen, medizinischen und kulturellen Aspekte zusammen. In dieser genralistischen Betrachtungsweise ist das Buch m.E. einmalig. Dabei verliert sich der Autor nicht in den Fachtermini, sondern schafft anschauliche und zutreffende Beispiele aus unserem privaten und beruflichen Alltag. Neben treffender Beschreibung der zunehmenden Anforderungen unserer Zeit findet die historische Einbettung des Themas Zeit ebenso eine Würdigung wie die Betrachtung von Autoren, die sich eher intuitiv mit dem Phänomen befaßt haben.

Als freie Dozentin befasse ich mich seit fünfzehn Jahren mit dem Themenbereich Timelife-Balance. Vor diesem Hintergrund empfehle ich dem Beginner erst ein Einstiegs-Buch zu wählen, sich dann aber im zweiten Schritt mit diesem Werk auseinander zu setzen. Sie werden die eingesetzte Zeit nicht bereuen.
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Zeit: Der Stoff, aus dem das Leben ist. Eine Gebrauchsanleitung
Zeit: Der Stoff, aus dem das Leben ist. Eine Gebrauchsanleitung von Stefan Klein (Gebundene Ausgabe - 19. August 2006)
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