Kundenrezensionen


4 Rezensionen
5 Sterne:
 (3)
4 Sterne:
 (1)
3 Sterne:    (0)
2 Sterne:    (0)
1 Sterne:    (0)
 
 
 
 
 
Durchschnittliche Kundenbewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel
Eigene Rezension erstellen
 
 
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

15 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Der chronologische Blick auf Kafka, 19. Februar 2008
Rezension bezieht sich auf: Die Erzählungen (Gebundene Ausgabe)
Die "Erzählungen" Kafkas sind hier chronologisch nach (angenommenen) Entstehungsdaten geordnet. Diese schöne Zusammenstellung wird also vor allem jene interessieren, die sich noch einmal einen anderen Überblick über diesen Teil von Kafkas Werk verschaffen möchten.

Ich habe das Buch problemlos innerhalb einer Woche durchlesen können und finde: Die Wandlung, die Kafkas Prosa zeigt, ist erstaunlich. Die Erzählweise wird immer lakonischer, weniger gedrechselt, die Sätze stehen immer einsamer da, in ganzer Klarheit, und der Raum um sie ist still. Gleichzeitig bilden sie in jeder Geschichte, jedem Fragment den dunklen Chor, der die Stimme des Erzählers Kafka ist.

Das Buch wird abgerundet durch konzise überlieferungs- und entstehungsgeschichtliche Anmerkungen zu den einzelnen Texten. Texte, die posthum nun also "Erählungen" genannt werden sollen.

P.S. Die Bewertung bezieht sich ausschließlich auf die Buchausgabe.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Perfekt für den Schulunterricht, 5. April 2009
Von 
Rezension bezieht sich auf: Die Erzählungen (Gebundene Ausgabe)
Kafkas "Die Erzählungen" ist von Fischer in gebundener und ästetischer Form für schlappe 10 € zuersteigern.
Man kann sich hier bei sicher sein, dass es sich um die Originaltexte handelt, die das Objekt sehr geeignet für die nähere Analyse im Schulunterricht macht. Zu jeder Erzählung gibt es im Anhang eine Notiz über ihre Überlieferung und Entstehung.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


17 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Für die Bibliothek, 25. Januar 2008
Rezension bezieht sich auf: Die Erzählungen (Gebundene Ausgabe)
Ich liebe diese Sonderausgaben von Klassikern, die zum Preis des Taschenbuchs schöne gebundene Bücher bieten. Denn abgegriffene, vergilbte Taschenbücher werden hier dem Inhalt einfach nicht gerecht. Außerdem sehen sie im Wohnzimmerregal einfach schade aus. So konnte ich mit diesem Buch mal wieder zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen.

Zu Kafkas Erzählungen muss man wohl nicht mehr viel sagen. Sie sind ein Pflichtbestandteil eines jeden persönlichen Zentralbücherregals. Mir ist völlig schleierhaft, wie man in der heutigen Welt leben kann, ohne Kafka gelesen zu haben. Wer's aber tatsächlich noch nicht getan hat, lese "Die Verwandlung".
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


7 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Du bist die Aufgabe. Kein Schüler weit und breit". (Franz Kafka), 3. Juli 2008
Von 
kpoac - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Erzählungen (Gebundene Ausgabe)
Leidenschaft zeigt der Fischer-Verlag. Nach Thomas Mann und Sigmund Freud u. a. liegt nun diese bibliophile Ausgabe mit Lesebändchen vor und erfreut den geneigten Leser. Doch warum Kafka lesen?

Franz Kafka (1883-1924) wäre am 3. Juli 125 Jahre alt geworden. Sich seiner zu erinnern, ist Grund vieler Feuilletons, über ihn zu berichten. Aber ihm nahe zu kommen gelingt nur über seine Erzählungen, Aphorismen, Gleichnisse und Parabeln. Erzählungen und ausgewählte Prosa liegen nun vor Ihnen in diesem schmucken Band.

Kafkas größte Schaffenskraft liegt in den Jahren 1910-1915. In diesen Jahren wandelt der junge und ungebundene Kafka hinein in die Meisterstube des Albtraums und des dann berühmten kafkaesken Humors. Kafka schöpft seine Intensität aus dem Leben in der sanften Sekte Familie, aus dem religiösen Judentum, dem Kriegssausbruch und sicher deutlich aus der am Ende scheiternden Beziehung zu Felice Bauer. All diese Ereignisse kreisen um ihn, der im Zentrum all dessen zu einer beispiellosen Intensität des Erlebnisses befähigt wird.

Beginnend mit "Wunsch, Indianer zu werden" startet diese Ausgabe in das Werk Kafkas. Auf 538 (+diverse Hinweise) Seiten kommen Sie diesem Ausnahmeliteraten näher, Sie beginnen zu begreifen, warum Kafka schreibt und wissen sich so der Frage, Warum Kafka lesen? sehr viel näher. " .. dieses weiße Papier, das kein Ende nehmen will, brennt einem die Augen aus und darum schreibt man". Nichts zu sehen ist eine Qual, wie auch alles zu sehen. Kafka sah alles und sein Schreiben war für ihn Rettung, wie eine Geburt ins Leben, Ausdruck des Lebens und Möglichkeit sich bemerkbar zu machen. "Schreiben als Fahne Robinsons auf seiner Insel" Und so nimmt er sich nach den großen Würfen: Das Urteil, Die Verwandlung, Der Verschollene und Der Prozess eine Art Tagebuch vor, Die Oktavhefte und erzeugt eine Vielfalt von Gedanken, die als Splitter, Aphorismen oder als kurze Erzählungen in den Jahren veröffentlicht werden. Aus diesem Nachlass finden Sie in dieser Zusammenstellung die wichtigsten: Ein Hungerkünstler, Vor dem Gesetz, In der Strafkolonie, Ein Landarzt, Texte zum Jäger Gracchus u. v. m.

In all den Texten findet man ein Bild eines Einsamen, sich selbst hoffnungslos entfremdeten Menschen. Bis zur letzten Liebschaft kurz vor seinem Tod ging er den Lieben und dem endgültig Lieben aus dem Weg. Kafka ist eine Verkettung von Paradoxa. Sein Hin und Her im Leben ist geprägt von hoffnungsloser Hoffnung, von ungläubigen Glauben zu sich selbst. Er wetteifert geradezu mit den Texten Freuds um die Vorherrschaft der Erkenntnis des Zeitgeistes und würde man ihm dieses sagen, würde er der Behauptung entfliehen. Wem ist Kafka nicht entflohen? In einem Brief an seine Milena sagt er gar, "Briefe schreiben heißt, sich vor Gespenstern entblößen. Geschriebene Küsse kommen nicht an ihren Ort, sondern werden von Gespenstern ausgetrunken". Kafka ist Verfolgter im Geiste und doch hellwach, da er der Gesellschaft einen Spiegel vorhalten kann, der von einem innenstehenden Außenstehenden gehalten wird. Kafka ist da und zugleich nicht da, er vereinigt und veräußert das, wo von er sagt: "Es gibt nichts anderes als eine geistige Welt, was wir sinnliche nennen ist das Böse in der geistigen". Dieses Zitat stammt aus dem Bau der Chinesischen Mauer. Kafka ist von Hingebung und Entzug begleitet, was die Lieben angeht, er ist in der diesseitigen und der jenseitigen Welt. Seine Religion ist die eines Grenzgängers. Als Jäger Gracchus treibt er auf der Barke, tot und doch nicht in die Ewigkeit oder in den Hades kommend, ein untot Getriebener im absurden Dilemma, Gracchus (lat. = Krähe = kavka im Tschechischen), der ständig "in Bewegung bleibt", Kafka ist auf der Barke des Lebens, von "einem Wind angetrieben, der aus den eisigen untersten Regionen des Todes aufsteigt".

So schreibt Kafka seine Erzählungen und seine Romane. Ihnen allen heftet nie etwas Erklärliches an und auch wenn das letzte Wort erklungen ist, bleibt eine Frage, ein Eindruck von etwas Fragmentarischen. Surreale Verzerrung lässt ein Gefühl von unmittelbarer Gefahr entstehen. Aber Kafka lässt sich so nicht erklären. Irgendwie scheint es, als müsse man immer wieder von vorn anfangen. Gerade heute im Jahre 2008 beginnt man in Kafka einen Humoristen zu erkennen. Er selbst bog sich vor lachen, als er die Anfänge von "Die Verwandlung" und "Der Prozeß" vorlas. Doch heute bleibt manches Lachen im Halse stecken. Und wieder ist man sich nicht sicher.

Das Werk Kafkas ist wie eine säkulare Kabbala, nicht zu deuten und doch anziehend. Es ist etwas Geheimnisvolles und doch von intensiver Authentizität. Seine spirituelle Suche zeigt sich am deutlichsten in "Das Schloss", da wo der Himmel entgegenbraust, weil der suchende Blick zum Schloss nur Leere verheißt. Und ebenso im "Bau der chinesischen Mauer": ".. dass wir im Grunde gar keinen Kaiser haben, wäre man von der Wahrheit nicht weit entfernt..... Andererseits aber liegt doch auch darin eine Schwäche der Vorstellungs- und Glaubenskraft beim Volke, welches nicht dazu gelangt, das Kaisertum aus der Pekinger Versunkenheit in aller Lebendigkeit und Gegenwärtigkeit an seine Untertanenbrust zu ziehen, die doch nichts besseres will, als einmal diese Berührung zu fühlen und an ihr zu vergehen".

"Die Krähen behaupten, eine einzige Krähe könne den Himmel zerstören; das ist zweifellos, beweist aber nichts gegen den Himmel, denn Himmel bedeutet eben: Unmöglichkeit von Krähen". Kann es vielleicht doch sein, dass Kafka zu verstehen, die Position eines Satirikers einzunehmen heißt? Oder wissen wir mit Sloterdijk von der fortwährenden Brisanz jeder Interpretation, nämlich Kafka den Ruf der "Überlegenheit" über seine Interpreten zugestehen zu müssen. "Klassisch" in diesem Sinne sind, so Sloterdijk, all jene Texte, "die ihre Interpretationen überleben. Je mehr sie zerlegt werden, desto unberührbarer scheinen sie" (Sloterdijk: Der Denker auf der Bühne. Nietzsches Materialismus. Siehe Rezension kpoac). Wie sehr gerade diese, von Sloterdijk auf das Werk Nietzsches bezogene Bestimmung auch auf die Texte Kafkas zutrifft, zeigt sich auch in dieser empfehlenswerten Auswahl.

(Vielleicht spürt man mit Kafka durch eine Luke in der Seitenwand die warme Luft der südlichen Nacht und hört das Wasser an die Barke schlagen.) mehr .. siehe Liste: Kafka - 125 Jahre
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

Dieses Produkt

Die Erzählungen
Die Erzählungen von Franz Kafka (Gebundene Ausgabe - 23. Oktober 2007)
Gebraucht & neu ab: EUR 1,11
Auf meinen Wunschzettel Zahlungsmöglichkeiten ansehen
Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen