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am 23. November 2011
Nachdem Julia Franck in ihrem mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnete Roman "Die Mittagsfrau" sich mit der Geschichte ihres Vaters befasste, wendet sie sich in ihrem neuen Roman "Rücken an Rücken" wie in einer Art tragischem Märchen der Familie der Mutter zu.

Die Handlung des Romans erstreckt sich zwischen den Jahren 1954 und 1962. Es ist die Geschichte der politisch voll auf Parteilinie sich bewegenden Bildhauerin Käthe und ihrer beiden Kinder Ella und Thomas. Käthe, anerkannt und erfolgreich, vernachlässigt ihre beiden Kinder, die "Rücken an Rücken" sitzen, um sich gegenseitig durch ihr trostloses und einsames Leben zu schützen. Denn die Mutter verweigert konsequent jede Form von Zuneigung, sie dürfen sie nicht Mutter nennen. Sie lässt zu Beginn des Romans ihre beiden gerade mal zehn und elf Jahre alten Kinder zwei Wochen allein zu Hause. Das sind sie gewohnt, und tagelang arbeiten die beiden Kinder ununterbrochen, um vor der Rückkehr der Mutter das Haus und den Garten auf Vordermann zu bringen. Sogar eine von ihnen gekochte Linsensuppe steht auf dem Tisch der blitzblank geputzten Küche, als die Mutter heimkommt. Doch die nimmt von all dem keinerlei Notiz und hängt sofort wieder am Telefon.

Aus Wut und Enttäuschung beschließen die Geschwister wegzulaufen, doch selbst eine zweitägige Abwesenheit der Kinder fällt der linientreuen Kommunistin nicht auf. Wenn der von dien ersten Szene schon ziemlich erschütterte und an Angelika Klüssendorfs "Das Mädchen" sich erinnernde Leser denkt, diese Szene wäre nicht mehr zu steigern, sieht er sich im Fortgang des Roman getäuscht.
Immer wieder sitzen die beiden Geschwister "Rücken an Rücken" und denken sich Geschichten aus über ihren Vater, der starb, als sie noch ganz klein waren.

Abwechselnd erzählen die Kapitel aus der Perspektive von Ella und dann wieder von Thomas. Es kommt heraus, dass Käthe selbst mit einer schweren Vergangenheit zu kämpfen hat, die sie überspielt. Sie war als Jüdin 1939 aus der Meisterklasse entlassen worden, und hat auf Sizilien und später in der Schweiz die Shoah überlebt. Doch sie stellt sich dem nicht, überspielt alles 'mit ihrer knüppelharten Fröhlichkeit', vor der sich die Kinder immer mehr in eine eigene Welt zurückziehen. Ella, die von Eduard, dem Mann , den Käthe nach dem Krieg heiratete, missbraucht wird, genauso wie später von einem bei der Stasi beschäftigten Untermieter, geht nicht mehr in die Schule und leidet an Magersucht. Thomas, der ein guter Schüler ist, und nach seinem Abitur in einem Steinbruch schwer arbeiten muss, findet Trost in seinen Gedichten.

Irgendwann darf er als Vorbereitung auf sein Medizinstudium im Krankenhaus ein Praktikum machen, und lernt dort die Krankenschwester Marie kennen. Doch es ist ihm genauso wenig Glück beschert wie seiner Schwester.

Es ist eine dunkle Familiengeschichte, die Julia Franck da aufblättert und mit der sie literarisch abrechnet. Sie erzählt von der Angst und der existentiellen Verlassenheit ihrer Protagonisten in einem Land, aus dem es spätestens nach dem Mauerbau keinen Ausweg mehr gab, eine Zäsur, die das Leben und Handeln der Romanpersonen auch nachhaltig bestimmt.

Ein Roman, der ein weiteres Teilstück darstellt einer literarischen Aufarbeitung des Lebens in der DDR und den man nachdenklich und stellenweise verstört wieder aus der Hand legt, nachdem man ihn fast atemlos gelesen hat.
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am 14. Dezember 2011
Für mich ist dies ein zutiefst berührendes, aufwühlendes Buch. Eines, das im Gedächtnis bleibt und noch lange beschäftigt - weit über die letzten Zeilen hinaus.
Julia Franck gelingt es, unsäglichen Schmerz, tiefste Sehnsüchte, schier unerträgliche Erfahrungen in Worte zu fassen - einfach durch die Geschichte, durch die Gedanken, Gefühle und Handlungen der Protagonisten - ohne sich in Plattheiten oder minutiösen Beschreibungen von "Zuständen" zu ergehen.
Natürlich ist der "Schauplatz DDR" hier von einiger Bedeutung, dennoch empfinde ich es eher als globales Phänomen, dass grundsätzlich Menschen mit emotionalen/körperlichen Verletzungen (wie hier z.B. die Mutter Käthe oder der "Untermieter") diese Verletzungen weitertragen und wiederum andere Menschen verletzen (emotional/körperlich). Auch (oder gerade?) wenn sie in anderer Hinsicht selbst Opfer geworden oder/und in vieler Hinsicht häufig intelligente, soziale, wertvolle Mitglieder einer Gesellschaft sind. Schubladendenken wird bei diesem Buch schwer durcheinandergewirbelt, und ich schätze das sehr :-)))
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TOP 500 REZENSENTam 24. November 2015
Wie schon in ihrem preisgekrönten vorigen Roman „Die Mittagsfrau“ geht es den Kindern im neuen Roman „Rücken an Rücken“ auch nicht viel besser. Es ist faszinierend, mit welcher Kühle hier psychische und körperliche Negativerlebnisse aneinander gereiht werden, sodass man den fortbestehenden Lebenswillen der Protagonisten eigentlich nur in Zweifel ziehen kann, was sich am Ende sogar bewahrheitet. Ella und Thomas wachsen vaterlos bei ihrer Mutter, einer gleichzeitig großbürgerlich und kommunistisch beeinflussten Bildhauerin in der frühen DDR auf. Man erlebt die Zeit bis kurz nach dem Mauerbau, als die Kinder das 18. Lebensjahr gerade vollendet haben dürften.

Der Titel des Romans liegt darin begründet, dass die beiden Kinder, aufeinander angewiesen und eng verbunden, beim Erzählen vertraut Rücken an Rücken saßen, bis auch dies in späteren Jahren abebbt. Beide erleben auf unterschiedliche Weise eine furchtbare Kindheit, geprägt von mütterlichem Desinteresse und willkürlich-diktatorischem Umgang in der Familie. Leistungen und Geschenke der Kinder werden nicht beachtet, eine dreitägige Flucht wird nicht einmal bemerkt, zusätzlich vorhandene jüngere Zwillinge werden sogar ins Pflegeheim abgeschoben. Ella wird vom Stiefvater jahrelang missbraucht und vergewaltigt, danach von einem neuen Untermieter, der sogar auf Anraten des Stiefvaters in das Haus gezogen ist, um sie fortan benutzen zu können. Das Aufbrechen des Badezimmers, um Ella in der Wanne zu vergewaltigen, hinterlässt bei ihr das gewaltigste Trauma mit anschließendem Aufenthalt in der Psychiatrie. Interessant ist, dass die tatsächliche Form des Missbrauchs erst mit zunehmendem Alter von Ella auch von ihr in Worten konkretisiert wird, ein schönes Stilmittel. Dazu kommen das Versagen in der Schule und die fehlende Mutterliebe. Die Mutter unterstellt ihr (zu Recht) Diebstahl von Lebensmitteln und schenkt ihr deshalb (nur) einen Berg Zucker zum 16. Geburtstag, den sie essen solle, bevor sie wieder echte Nahrung zu sich nehmen dürfe. Thomas vermutet ab diesem Zeitpunkt eine beginnende anorektische Veranlagung der Schwester, die jedoch nicht weiter zum Thema des Buches wird.

Thomas hingegen verzweifelt an seiner Machtlosigkeit gegenüber dem Missbrauch der Schwester und der Bevormundung durch die Mutter, was seine Berufswahl angeht. Er muss seinen Wunsch, Journalist zu werden, aufgeben und wird zur Vorbereitung eines Geologiestudiums zum Arbeitseinsatz in ein Bergwerk geschickt, wo er mit Abitur und schmächtiger Statur natürlich nach allen Registern drangsaliert und gedemütigt wird. Wegen einer Erkrankung wird er dann aus dieser Beschäftigung entlassen und muss nach dem Wunsch der Mutter sodann eine Tätigkeit als Hilfspfleger an der Charité in Berlin antreten, um sich auf ein Medizinstudium vorzubereiten. Auch diese Stelle hat er nur über Beziehungen der Mutter erlangt, die er für dieses Sich-Verkaufen an einen Unrechtsstaat eigentlich verachtet, aber deren Willen er sich nicht zu widersetzen wagt. Im Gegensatz zu Ella, die immer nur ihren eigenen nächsten Schritt vor Augen hat, bemerkt Thomas die zunehmende Unfreiheit in der DDR und prangert diese auch gegenüber der Mutter an, die ihn aber, wieder einmal, abbürstet. Seine einzige Verarbeitung der für ihn untragbaren Situation bleiben seine zahlreichen Gedichte, die, so das Nachwort, als realen Hintergrund einen ebenfalls jungen Autor haben, der sich wie am Ende Thomas das Leben nimmt.

Nicht nur unter diesem Aspekt ähnelt die Figur des Thomas dem Protagonisten in Hesses Unterm Rad, aber auch ganz allgemein wird der missglückte Aufbruch des stürmischen jungen Geistes Thomas in einem abgeschlossenen Unrechtsstaat brillant eingefangen und zu einem konsequenten Ende geführt. Allerdings ist die tatsächliche Auseinandersetzung mit den Einengungen der DDR weit geringer, als sie Klappentext und sonstige Rezensionen glauben machen wollen. Vielmehr ist es eher ein sehr persönlicher Ausschnitt zweier junger Menschen, deren Verallgemeinerbarkeit für die Jugend der damaligen Zeit völlig offen bleibt. Das ist eigentlich schade, denn die Auseinandersetzung mit den engen geistigen Grenzen innerhalb der DDR und die psychischen Erniedrigungen der beiden Kinder durch die ideologische Verbohrtheit der Mutter hätte gut und gerne der maßgebliche Aufhänger des Buches werden können und sind schon an sich genug psychisch belastender Stoff für zwei aufwachsende Menschen. Die dazu kommende sexuelle Gewalt lässt das Buch hingegen in Abgründe driften, die weder inhaltlich noch sprachlich nötig gewesen wären. Dies betrifft nicht nur Ella, sondern auch noch eine Bekanntschaft von Thomas aus der Charité, in die er sich am ersten Tag des Dienstantritts verliebt, die aber von ihrem Mann an dessen betrunkene Freunde verkauft wird und dies mitmacht, weil sie ihr Kind nicht verlassen zu können glaubt. Warum sie dann am Ende mit Thomas doch den Suizid durch eine Überdosis Morphium begeht und dann doch ihr Kind zurücklässt, bleibt ein ungelöstes Rätsel. Allerdings ist auch hier die Verzweiflung von Thomas, die mit der Zuneigung zu Marie und sexuellen Anziehung Maries auf ihn ringt, wunderbar aufgegriffen und lässt den Leser intensiv mitleiden.

Das Buch ist wie schon die Mittagsfrau hervorragend geschrieben und nimmt den Leser mit durch alle Untiefen bis hin zu einem dramatischen, aber bezüglich Ella offenen Ende. Wer herzerfrischende oder lustige Lektüre sucht, ist hier natürlich fehl am Platz. Die Tragik und Dramatik der Erlebnisse der beiden Kinder, die gefühlte Machtlosigkeit und Hilflosigkeit, das Leiden an falschen Utopien und wahren Erkenntnissen und letztendlich die ständige Konfrontation mit der eigenen geistigen und körperlichen Unfreiheit machen das Buch zu einem eindrucksvollen und lang nachhallenden Leseerlebnis.
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Für ihren vierten Roman "Die Mittagsfrau" hat Julia Frank 2007 den Deutschen Buchpreis bekommen, in ihrem fünften Roman beschreibt sie eine anrührende Familiengeschichte, als düsteres Drama im Deutschland er 50 er und 60 er Jahre. Es ist zugleich eine Abrechnung mit dem atheistischem Staat DDR und einem System in dem sich der Kommunismus mit einer religiösen Blindgläubigkeit gebärdete. Menschen sind in diesem System nie erwachsen geworden, sie waren immer dem Paternalismus des Staates ausgeliefert.

Julia Frank hat in diesem ergreifenden Roman ihre Großmutter zur Hauptfigur gemacht. Im wahren Leben hieß diese erfolgreiche Bildhauerin Ingeborg Hunzinger. Im Buch heißt sie Käte. Die überzeugte Kommunistin arbeitet unermüdlich in ihrem Atelier. Für ihre Kinder Ella und Thomas ist sie eine lieblose und grausame Mutter. Das eigene einzelne Kind spielt für Käte keine Rolle, es hat sich in der kollektivistischen Gesellschaft, in seiner Funktionalität, dem System unterzuordnen. Das ist der Sarkasmus des Kollektivismus, der Einzelnen muss seine Rolle suchen und wenn er die nicht findet gerät er unter die Räder. Zunächst trotzen die beiden Kinder Rücken an Rücken" den widrigen Umständen, in einer liebevollen Zuneigung, die fast inzestuöse Züge trägt.

Die beiden Kinder müssen großes Elend erleiden. An Ella verging sich der Stiefvater und in einer politisierten Vergewaltigungsszene, in einer sehr sensibel geschriebenen von Lieblosigkeit gespiegelten Szene, vergeht sich ein Untermieter, ein Stasi Spitzel an ihr. Wie in der Weltgeschichte häufig, so auch in der DDR, liegt der Impetus von Sex und Politik dicht bei einander.

Thomas, der eigentlich Dichter werden wollte, muss im Steinbruch arbeiten und von Fall zu Fall im Atelier der Mutter nackt und frierend für ein Arbeiterdenkmal Modell stehen. Dieser Thomas hätte kämpfen müssen, aber stattdessen bittet dieser, nicht wie andere Menschen zu Kompromissen bereite Mensch, inständig einen Freund der Familie um Fluchthilfe. Für ihn würde es nach dem Mauerbau zu Selbstekel führen wenn in der DDR bleiben würde, in einer DDR die sich nun vor der Welt verschließt. Da er keine Hilfe bekommt nimmt er sich das Leben. Nun wissen wir aus Interviews, das dieser Thomas nicht nur eine Romanfigur ist, sondern die Autorin hatte einen Onkel, Gottlieb Friedrich Frank, der sich tatsächlich 1962 kurz nach dem Mauerbau, im Alter von 18 Jahren, das Leben genommen hat.

Die Lebensgeschichte von Julia Franks Familie ist romantisch und schrecklich zugleich. Die Tragik liegt darin, dass Käte als verfolgte Jüdin zunächst zur Antifaschistin und dann zur Kommunistin wird. Beide, Kommunismus und Nationalismus, sind kollektivistische Ideen, und so gerät sie voller Verblendung von einem Misstand in den anderen. Ein großer Roman mit sehr unterschiedlichen, tiefgehenden und ausgespochen vielschichtigen Reflexionsebenen.
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am 26. Dezember 2011
Klar hatte ich vorher eine Kritik gelesen. Dennoch ist das Buch eher schwer verdaulich, die düstere Stimmung und Hoffnungslosigkeit ist sicher nicht für jeden geeignet. Nix für Leute, die Leichtigkeit oder Humor suchen.
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am 10. November 2011
Ich habe die Mittagsfrau gelesen und fand das Buch nicht immer einfach zu verdauen. Deshalb hatte ich auch länger überlegt, ob ich "Rücken an Rücken" lesen soll. Ich habe es gewagt und nicht, gar nicht bereut. Wieder ist es der Autorin gelungen, mich in die Tiefe ihres Romans zu ziehen - mich zu berühren. Und am Ende des Buches ist klar, es gibt viele Formen des Missbrauchs und den freien Willen zu entscheiden. Das ganze im historischen Rahmen der DDR. Ein wirklich gutes und absolut lesenswertes Buch.
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am 3. August 2013
literarisch sehr hochwertig. Beeindruckende, belastende Mutter-Kinder- Beziehung, Geschwisterbeziehung in wichtiger Zeit des Mauerbaus. Schreckliche Missbrauchsgeschichte der Tochter. Ein Buch, dass mich nicht schnell loslässt!
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am 26. Oktober 2011
Die Geschichte von Thomas und Ella, die sich Rücken an Rücken sitzend, einander Kraft gebend die eigene Vergangenheit in Erinnerung rufen und die Gegenwart teilen, ist beklemmend, irritierend, beeindruckend zugleich. "Oh nein!", möchte man ausrufen. Dicht am Geschehen und eng aus der Perspektive ihrer Protagonisten lässt Julia Franck seinen Leser teilhaben an dem Leben der Geschwister Thomas und Ella und deren Mutter Käthe. Jeder kämpft für sein eigenes Leben, während sich die Tragödie anbahnt. Großer Respekt vor der Kraft der Autorin, sich erneut mit der Historie so schonungslos auseinanderzusetzen.
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Die Mittagsfrau macht sie bekannt !!!

Julia Franck hat wieder einen neuen Roman geschrieben und dieser wird vom Fischerverlag verlegt.
Ich möchte euch berichten, wie mir das Buch gefallen hat und was es inhaltlich zu bieten hat.

Inhalt
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Die Entwicklung vom Leben und die Menschen in den 50er und 60er Jahren werden im Buch perfekt nachempfunden. Ich lebte zwar nicht in dieser Zeit, aber man hat seine Vorstellung auch aus Gesprächen mit Eltern und Großeltern und aus dem TV ' und ich kann sagen, dass man sich echt in diese Zeit hinein versetzt fühlt.

Sehr schön schafft es die Autorin, die Geschichte einer Familie ' also sozusagen eine Familiensaga ' zu erschaffen, die perfekt in diese Zeit eingebunden ist. Tatort Deutschland! Familienleben und auch Liebesdrama '

Ella und Thomas sind Geschwister. Sie verbringen ihre Kindheit bei Käthe, der Bildhauerin. Ihre eigene Welt ' das ist ihre Rückzugsmöglichkeit, aber reicht sie aus, um allen Anfeindungen stand zu halten? Käthe will ein besseres Deutschland und tritt stark dafür ein. Ihre Kinder müssen zum Teil dafür büssen, dass sie hinter ihren Idealen steht. Dann kommt das Jahr 1961 ' die Mauer !!!!

Wir befinden uns in Berlin ' Ostberlin !!!
Käthe wird als starke Frau dargestellt, die ihren Weg geht, egal was andere denken. Sie wird auch als schroff und kantig bezeichnet. Man denkt, es herrscht Loyalität, aber hinter den Kulissen ist es einfach nur Macht, Gewalt und Kälte, die regieren. Man steht sich Rücken und Rücken und nicht gegenüber ' so ist wohl auch der Titel des Buches zu erklären.

Beide ' Ella und Thomas ' versuchen den Anfeindungen und der Kälte auf ihre eigene Art und Weise zu entfliehen und diese in den Hintergrund zu schieben. Bei Ella ist es immer mal wieder die Krankheit und bei Thomas ist es Duckmäusern, das genaue Gegenteil von Ellas Charakter. Gut, dass er sich in Marie verliebt '

Was nach dem Mauerbau passiert ??? Das möchte ich euch nicht verraten '. Lest selbst !!!

Kurze Leseprobe:
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Als Ella morgens die Tür zum Zimmer des Untermieters öffnete, in dem Thomas immer häufiger schlief, seit der nicht mehr auftauchte, lag er mit schweißnasser Stirn und verzerrtem Gesicht auf seinem Bett, die Haut im Gesicht war vor Anstrengung gerötet, nur ein weißes Dreieck um die Nase blieb frei. Ein sicherer Hinweis für die ernsthafte Erkrankung. Er biss in sein Kopfkissen, um die Schmerzen zu ertragen.
Hilf mir, bitte, Thomas stöhnte, er wälzte sich auf die Seite, die oberen Knöpfe seines Hemdes standen offen, darunter konnte Ella den Ausschlag erkennen.
Was soll ich denn machen?

Fällt euch auf ' es sind keine Anführungszeichen bei der wörtlichen Rede gesetzt, dies ist nicht unbedingt nachteilig zu bewerten, aber ich möchte es euch mitgeteilt haben, warum dies so gewählt wurde? Ich habe keine Ahnung, aber für den Lesefluss und die Verständigkeit des Inhalts ist es nicht nachteilig. Ich habe es auch erst nach vielen Seiten bemerkt, dass etwas anders ist als sonst '

Meine Meinung:
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So einerseits leidenschaftlich, aber auch schroff und abweisend, aber unheimlich kraftvoll, wie Käthe dargestellt wird, so ist auch das Buch im Ganzen zu werten ' finde ich.

Die Charaktere werden in ihrer Zeit, in der sie leben, aufwachsen und aushalten müssen, bestens bildhaft und nachvollziehbar realistisch dargestellt. Man kann sich sehr gut in alle Charaktere, besonders die drei Protagonisten hinein versetzen.

Sehr schön wird die Zeit des damaligen Berlin in ihrer historischen Entwicklung mit den geschichtlich belegten Geschehnissen mit der fiktiven Handlung verknüpft, die alles spannend macht.

Julia Franck hat den Deutschen Buchpreis gewonnen ' sie hat es verdient. Diese ist wirklich ein einzigartiges Buch. Die Verbindung des Fiktiven mit dem Historischen hat mich überzeugt, die Spannung ist auf Grund eines weit gespannten Bogens von Beginn bis Ende gegeben. Die Handlung ist dicht und ständig passiert etwas, was mich an dem Buch gefesselt hat, sodass ich innerhalb weniger Tage schon durch war. Eigentlich Schade, ich hätte noch weiterlesen können, was der Familie passiert, z. B. bis in die heutige Zeit, vielleicht eine Aufforderung an die Autorin ' *g*

Ich finde, dass es ein Buch ist, welches man verfilmen sollte ' würde sich meiner Meinung nach super eignen. Irgendwie hätte ich auch schon so einige Hauptdarstellercharaktere im Kopf, die perfekt passen könnten. Aber mich fragt ja niemand '. *g*

Alles in allem und abschließend kann ich nur Positives zum Buch berichten und möchte es euch echt ans Herz legen, nicht nur wegen des spannenden Inhalts, sondern auch wegen der literarischen Qualität des Geschriebenen. Es ist ein perfekter Lesefluss gewährleistet und absolut topp Unterhaltung.
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am 27. Januar 2013
Dieses Buch beinhaltet eine sehr bewegende, teilweise sogar sehr traurige Geschichte. Es ist spannend und interessant erzählt und auch sehr persönlich. Sehr empfehlenswert!
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