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29 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die Vielfalt der menschlichen Gesellschaften
Schon in früheren Werken wie Der dritte Schimpanse: Evolution und Zukunft des Menschen oder Arm und Reich: Die Schicksale menschlicher Gesellschaften griff Jared Diamond immer wieder auf Erfahrungen mit Gesellschaften zurück, die heute noch so leben wie es bis vor wenigen Jahrtausenden für die gesamte Menschheit charakteristisch war, um so beispielsweise...
Vor 21 Monaten von karin1910 veröffentlicht

versus
11 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Ärgerlich breitgetreten
Die Vergleiche und Erkenntnisse, die Diamond darstellt, sind sicher interessant, dazu steht genügend in den bisherigen Rezensionen. Extrem ärgerlich ist das Aufblähen dieser Aussagen auf ein Vielfaches des Nötigen. Man kann auch bei populärwissenschaftlichen Büchern ein Minimum an Allgemeinwissen beim Leser voraussetzen, was zu einem Buch mit...
Vor 19 Monaten von Billy Wilder veröffentlicht


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29 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die Vielfalt der menschlichen Gesellschaften, 28. November 2012
Von 
karin1910 - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Vermächtnis: Was wir von traditionellen Gesellschaften lernen können (Gebundene Ausgabe)
Schon in früheren Werken wie Der dritte Schimpanse: Evolution und Zukunft des Menschen oder Arm und Reich: Die Schicksale menschlicher Gesellschaften griff Jared Diamond immer wieder auf Erfahrungen mit Gesellschaften zurück, die heute noch so leben wie es bis vor wenigen Jahrtausenden für die gesamte Menschheit charakteristisch war, um so beispielsweise Hinweise auf die evolutionäre Entwicklung des Menschen zu erhalten.
Hier stehen derartige Kulturen nun im Mittelpunkt.

Im Wesentlichen stellt Diamond das Leben der traditionellen Völker dem in den von ihm als WIRED (western, educated, industrialized, rich, democratic) bezeichneten modernen Industriegesellschaften (wobei er vor allem an die USA und Europa denkt)gegenüber.
Er erklärt etwa, wie diese sich Fremden gegenüber verhalten, ihre Konflikte lösen, mit Kindern und alten Menschen umgehen und auf Gefahren reagieren. Im letzten Teil versucht er Antworten auf Fragen zu geben, die viele Menschen heute umtreiben: Warum gibt es Religionen und welche Funktionen haben sie im Lauf der Geschichte erfüllt? Wie kam es zu der großen Sprachenvielfalt auf der Erde und ist es sinnvoll, sterbende Sprachen zu retten? Und weshalb sind Krankheiten wie Krebs oder Diabetes bei Naturvölkern beinahe unbekannt?

Bei der Lektüre dieses Buches ist vor allem eindrucksvoll, wie vielfältig die Lebens- und Gesellschaftsformen sind, derer sich die Menschheit bedient. Es reicht nicht, nur von traditionell versus modern zu sprechen, selbst benachbarte Stammesgesellschaften lösen dasselbe Problem (beispielweise die richtige Erziehung der Kinder) bisweilen auf völlig unterschiedliche Weise.

Anders als es der Untertitel vermuten ließe ist es nicht die Absicht des Autors, die Lebensweise traditioneller Gesellschaften zu verherrlichen. Er verschweigt nicht, dass dort auch negative Phänomene vorkommen (beispielsweise Kindesmord oder Witwentötung) und erklärt, dass die romantische Vorstellung vom friedlichen Zusammenleben der edlen Wilden oftmals weit von der Realität entfernt ist und dass ein organisiertes Staatswesen durchaus seine Vorteile hat (wenn beispielsweise durch ein geordnetes Justizsystem Rachemorde vermieden werden).
Andererseits zeigt sich aber auch, dass unsere moderne Lebensweise in vielen Punkten nicht mit unserem evolutionären Erbe übereinstimmt (zum Beispiel unsere Ernährung oder die Art wie wir mit kleinen Kindern umgehen) und dass es Dinge gibt, bei denen wir uns (manche) Naturvölker zum Vorbild nehmen sollten (etwa Methoden zur Konfliktlösung).

In dem Buch werden Völker aus aller Welt beschrieben, besonders häufig kommen aber diverse Bewohner Neuguineas vor. Dort hat Jared Diamond selbst viel Zeit verbracht und kann daher immer wieder eigene Erlebnisse einfließen lassen. Das trägt zur Anschaulichkeit bei und macht manche Ausführungen lebendiger.

Viele Stellen sind allerdings eher trocken und wenn etwa in einem einzigen Absatz die Namen von einem halben Dutzend verschiedener Völker vorkommen, ist das eher verwirrend.
Was mir außerdem ein bisschen fehlte, war eine Art Gesamtbetrachtung der jeweiligen Gesellschaften. In jedem Kapitel wird ein bestimmter Aspekt behandelt, wenn man aber wissen möchte, wie ein Volk insgesamt lebt, müsste man sich alle diese verstreuten Informationen zusammenklauben.

Insgesamt ist dies dennoch ein sehr lesenswertes Buch. Es zeigt, dass vieles, was für uns Bewohner der ersten Welt völlig selbstverständlich und normal ist, auf große Teile der übrigen Weltbevölkerung ausgesprochen ungewöhnlich wirken muss. Außerdem legt der Autor dar, welche Änderungen an unserem Lebensstil jeder einzelne Bürger oder auch die Gesellschaft als ganzes vornehmen könnte, um gesünder und glücklicher zu werden und mehr im Einklang mit unseren natürlichen Bedürfnissen zu leben.
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein großartiger Blick auf die Vielfalt tradierten menschlichen Zusammenlebens, 12. November 2012
Rezension bezieht sich auf: Vermächtnis: Was wir von traditionellen Gesellschaften lernen können (Gebundene Ausgabe)
Einen breiten, intensiven, verstehenden und in die Tiefe reichenden Blick wirft Jard Diamond in seinem neuen Buch, in dem durchaus die Zusammenfasssung seines Lebenswerkes mit gesehen werden kann, auf „den Menschen“, speziell das „Zusammenleben des Menschen“ und das, wie Diamond selbst ausdrückt, im großen und ganzen über den Zeitraum der letzten 11.000 Jahre hinweg.

„Jäger und Sammler“ sind es, die seit jeher die menschliche Kultur bestimmen. Tradierte Formen des Lebens in Gemeinschaften, die Diamond auf seinen vielfachen Expeditionen zu noch „wie ehemals“ lebenden Stämmen und Konklaven auf dieser Welt studierte und mit einem präzise und treffenden Blick das jeweilige „Wesen“ der Kultur, die Befindlichkeit des Menschen, dabei sieht und überzeugend zu beschreiben versteht.

Fundiert, umfassend und professionell, so stellen sich die Ergebnisse Diamonds in seiner Darstellung dar. Immer bleibt Diamond dabei differenziert in seiner Darstellung, Polemik und plumpe „Formeln“ sind ihm fremd. Und da Diamond immer auch hintergründig einen Blick mit auf die „moderne“ Welt hat, verwundert es nicht, dass in so manchen seiner Beobachtungen und Beschreibungen durchaus eine Reflektionsmöglichkeit zu finden ist für eine Vielzahl „moderner“ Probleme. Unter anderen zu empfehlen gerade auf seit langem kontrovers diskutierten Probleme der demographischen Entwicklung in Europa und der Diskussion um Fragen der Bildung weltweit sind hier die Einlassungen Diamonds im Themenbereich „Jung und Alt“. Wie rasch Heranwachsende in den beobachteten tradierten Lebensformen soziale Fertigkeiten sich aneignen und dass diesen, ohne sie als „dumpf“ oder „zurückgeblieben“ abwerten zu können, vielfach die „Identitätskrisen“ von Teenagern in „modernen“ Zivilisationen völlig fremd sind. Oder dass, bei allen Fortschritten im Blick auf ältere Menschen (die aber auch in tradierten Lebensformen nur in absoluten Notzeiten und –Situationen ausgesetzt wurden), es doch die Regel war, dass alte Menschen den Rest ihres Lebens in der gleichen Gruppe, zumeist im gleichen Familienkreis und gleichen Haus verbrachten, wie zu Zeiten ihres „rüstigen“ erwachsenen Lebens. Ein einfaches „Generationenleben“, welches der hochtechnisierten Welt aus dem Blick geraten ist (mit Gründen, natürlich, aber auch mit Folgen). Durchaus ernst zu nehmen sind hier die Anregungen, die Diamond für eine Veränderung „zum Guten hin“ im Buch gibt.

Sei es zudem in Fragen der Raumaufteilung, von Krieg und Frieden, über die Einstellung zur Gefahr (und wann das zur Paranoia wird), sei es im Blick auf Religion, Sprache und Gesundheit, Diamond beschreibt fundiert und differenziert letztlich den Menschen selbst in seiner kulturellen Entwicklung, wie er es auch in der Gegenwart noch auf einer Reise vom „Dschungel auf den Freeway 405“ nachvollziehen kann. Und bleibt bei einer reinen Beschreibung nicht stehen, sondern wertet seine Erkenntnisse dahingehend aus, was wir „in der Zivilisation“ von der „traditionellen Welt“ gut lernen könnten (und eigentlich sollten).

Ein fachlich und sprachlich überzeugendes Resümee eines Forscherlebens mit vielfachen Verweisen auf fast verschüttet zu nennende Erfahrungen menschlichen Seins und bewährten Formen menschlichen Zusammenlebens.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Welthumanerbe, 16. April 2013
Von 
FMA - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Vermächtnis: Was wir von traditionellen Gesellschaften lernen können (Gebundene Ausgabe)
Jared Diamond hält in seinem jüngsten Buch eine Art Rückschau auf sein Leben als Forscher. Der Ethnologe analysiert dabei u.a. das Leben von Stammesgesellschaften in Neuguinea (Papua), der Arktis (Inuit), in Brasilien und Venezuela (Yanomami), der afrikanischen Kalahari Wüste (!Kung).

Die Organisation des Lebens in traditionellen Gesellschaften, so Diamond, richtet sich an bestimmten Grundprinzipien aus: Ein wichtiges ist, die Welt generell in Freunde, Feinde und Unbekannte einzuteilen. Ein anderes: Das Individuum unterwirft sich dem Stamm. Ein einzelnes Mitglied darf nicht reich werden, ohne den Reichtum mit den Stammesmitgliedern zu teilen. Ein weiteres Prinzip: Die sozialen Beziehungen haben höchste Priorität, kein Mitglied darf einsam sein.Und schließlich: Man weiß, dass das Leben kurz ist. Man rechnet damit, dass dieser Tag oder diese Reise die letzte sein könnte."

Der Autor erinnert daran, dass viele traditionelle Gesellschaften ihr ursprüngliches Gepräge mehr und mehr verlieren und möchte mit seinem Buch dazu beitragen, etwas von ihrem Erbe zu sichern. Heute leben bspw. in neuguineischen Stammesverbänden noch Menschen, die die Entdeckung durch den weißen Mann" miterlebt haben, die vor-zivilisatorische" Zeit noch kennen. Ihre Erinnerungen sind besonders interessant und wertvoll. Man hielt die Weißen anfangs für Halbgötter oder wiedergekehrte Ahnen. Frauen, die sich besonders gastfreundlich verhielten, seien erstaunt gewesen, dass die Weißen beim Paarungsverhalten ganz ähnliche Gewohnheiten zeigten, wie Stammesgenossen.

Ein besonderes Anliegen Diamonds ist es, die auch heute noch weit verbreiteten - wenn auch zumeist nur hinter vorgehaltener Hand geäußerten - Idee, Menschen aus indigenen Kulturen wären in der evolutionären Entwicklung insbesondere hinter der Kaukasischen Rasse zurück geblieben, als Unsinn zu entlarven. Für die Unterschiede bezüglich der zivilisatorischen Entwicklung hält der Autor v.a. geografische Faktoren für ausschlaggebend. Domestizierbare Tiere und zur landwirtschaftlichen Nutzung geeignete Pflanzen fänden sich selten. Die frühen Menschen im fruchtbaren Halbmond hätten hier einen deutlichen Vorteil gehabt. Das bedeutet jedoch nicht, dass ihre heute lebenden Nachfahren genetisch weiterentwickelt wären, als Menschen in indigenen Gesellschaften.

Was aber können moderne Gesellschaften von indigenen lernen? Diamond nennt hier bspw. das Thema Kindererziehung. Kinder werden länger gestillt, es besteht oft ein kontinuierlicher Körperkontakt mit der Mutter. Viel schneller sind Mütter i.d.R. auch zur Stelle wenn Kleinkinder schreien. Sehr oft wird auf körperliche Strafen vollständig verzichtet. Den Kindern wird viel Freiheit gewährt, sie werden als eigenständige kleine Persönlichkeiten betrachtet und behandelt.

In traditionellen Gesellschaften denkt man, dass Kinder selbstständig und für sich verantwortlich sind", so Diamond. Das führt auch dazu, dass sie mit scharfen Messern und Feuer spielen können. So weit bin ich nicht gegangen, aber wenn ich mit meinen Kindern einen Spaziergang gemacht habe, habe ich sie nicht an die Hand genommen. Sie liefen 20 Meter vor mir, und ich benahm mich wie ein neuguineischer Vater: Ich lief hinterher, und wenn ein Tiger aus dem Gebüsch sprang, war ich bereit."

Andererseits ist bzw. war die Kindstötung eine weitverbreitete Praxis. Die Mutter entscheidet nach der Geburt, ob das Kind gesund genug ist, ob es unter der gegebenen Situation ernährt und großgezogen werden kann.

Zwischen extremen Polen bewegt sich auch der Umgang mit alten Menschen. Diamond dazu: Wir können auch etwas über das Leben der älteren Menschen lernen. Zwar gehen einige [traditionelle Gesellschaften] sehr grausam mit ihnen um, setzen sie aus oder bringen sie aktiv um, wenn sie nicht mehr produktiv sind. Aber andere achten sie und nutzen ihre Fähigkeiten. Wenn man alt wird, hat man dort immer die alten Freunde und die Verwandten um sich. In unseren modernen Gesellschaften ist das Leben der Älteren eine Katastrophe. Üblicherweise wohnen sie weit von den Kindern entfernt und oft in Altenheimen"

Nach landläufiger Sicht kann der zivilisierte Mensch" von traditionelle Gesellschaften auch viel über einen vernünftigen Umgang mit der Umwelt lernen. Das relativiert der Autor jedoch. Es gäbe viele Beispiele dafür, dass Ressourcen vollkommen zerstört wurden.

In seinem Buch Kollaps" beschreibt Diamond dies u.a. in Bezug auf die Osterinseln. Es geschah ein Raubbau am ohnehin sehr begrenzten Baumbestand, u.a. auch für das Projekt der heute von Touristen so bewunderten Statuen. Dies führte zur Erosion der Böden, sodass auch immer weniger geerntet werden konnte. Schließlich fehlte sogar Holz für Fischerbooten, was die Nahrung weiter verknappte und gleichzeitig die Chance der Übersiedlung auf andere Inseln abschnitt. Über die verbliebenen Ressourcen gab es schließlich mörderische Konflikte zwischen verschiedenen Stammesgruppierungen. So erlebte die Kultur der Osterinseln ihren Untergang.

Ist das Zusammenleben in indigenen Kulturen friedlicher? Diamond verneint das. Es mag verrückt klingen, aber Stammesgesellschaften sind kriegerischer als die Europäer im 20. Jahrhundert. Deutschland hat zwei große Kriege geführt, und die Verluste waren furchtbar. Aber durchschnittlich über das 20. Jahrhundert sind weit weniger Deutsche im Krieg umgekommen als der durchschnittlichen Sterblichkeit in der traditionellen Gesellschaft entspricht. Dort ist Krieg der Hauptgrund für Todesfälle. Im Zweiten Weltkrieg nahmen die Gegner Gefangene, man konnte sich meist ergeben und überleben. In einer traditionellen Gesellschaft kann man sich nicht ergeben - jeder weiß, dass er gefoltert und getötet wird.", so Diamond in einem Interview zum Buch.

Diese Einschätzung hat dem Autor von einigen Seiten heftige Kritik eingetragen, weil er damit eben doch unterschwellig suggerieren würde, dass die barbarischen Wilden" der wohltätig kolonisierenden Hand entwickelter Gesellschaften bedürften. Diamond liegt dabei auf der Linie des Psychologen Steven Pinker, der in seinem jüngsten Buch Gewalt" ähnliche Thesen vertritt.

Die Nähe des Autors zu einer Staatstheorie a la Thomas Hobbes ist denn auch nicht zu übersehen. Staaten die ein Gewaltmonopol durchsetzen, täten bereits viel, um Entwicklung zu ermöglichen, da sich Gesellschaften ansonsten oft in endlosen Rivalitäten aufreiben. Sicher nicht ganz falsch, aber doch ein wenig eindimensional.

Ansonsten sieht der Autor aber auch in der Gestaltung des Miteinanders in Stammeskulturen viel Beispielhaftes. Enge, verbindliche, lebenslange Beziehungen sind die Regel. Man lässt sich weit mehr von Verantwortungs- und Pflichtgefühl leiten, als in modernen Gesellschaften, in denen man sich oft verlässt, sobald es schwierig wird. Trotzdem oder gerade deshalb beziehen Stammeskulturen aus dem Miteinander i.d.R. sehr viel mehr Lebensfreude als moderne. Kooperation und Fürsorge füreinander spielen auf allen Ebenen des gemeinschaftlichen Lebens eine herausragende Rolle.

Konfliktlösungsstrategien sind auf Ausgleich, Wiedergutmachung, Wiederherstellung der Harmonie ausgerichtet. Dies kann auch in westlichen Gesellschaften als dem Räderwerk der Jurisprudenz vorgeordnetes Verfahren Nachahmung finden. In gewisser Weise gibt es dgl. ja bereits - außergerichtliche Mediation zwischen Konfliktparteien liegt im Trend.

Führungspersonen in Stammeskulturen, können sich allerdings - so der Autor - kaum je auf ihren Lorbeeren ausruhen. Legislaturperioden gibt es nicht. Die Position wird immer neu angefochten und herausgefordert, der Rang muss permanent verteidigt werden. Wer sich auf lange Sicht behaupten will, bedarf auch der ausgeprägten Fähigkeit, Allianzen zu bilden.

Lernen könne der moderne Mensch schließlich noch hinsichtlich einer gesunden Lebensweise. Zivilisationskrankheiten, wie Diabetes, Herzinfarkt und Bluthochdruck kennt man in indigenen Verbänden nicht. Das hat zum Einen damit zu tun, dass es keinen Bewegungsmangel gibt, zum Anderen aber auch mit den Ernährungsgewohnheiten (bspw. keine Verwendung von Salz und Zucker).

Was Diamond im Buch als nachahmenswert darstellt, ist sicherlich samt und sonders andernorts bereits in weit differenzierterer Weise in Formen gegossen worden. Dennoch ist das Buch sehr interessant zu lesen, v.a. aufgrund der vielen Schilderungen des Zusammenlebens in traditionellen Kulturen, die man in dieser Form und Breite, und mit diesem Maß an Felderfahrung und Sachverstand selten finden wird.
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27 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein Sammelsurium von bereits dagewesenem, 29. Oktober 2012
Rezension bezieht sich auf: Vermächtnis: Was wir von traditionellen Gesellschaften lernen können (Gebundene Ausgabe)
Eines Vorweg: Die Bücher von Jared Diamond sind alle Populärwissenschaftlich. Der Vorteil ist daher, dass seine Bücher für die gesamte (interessierte) Öffentlichkeit zugänglich sind. Das ist aber auch gleichzeitig der Nachteil, da der wissenschaftliche Wert dadurch stark ins hintertreffen gerät.

In "Vermächtnis: Was wir von traditionellen Gesellschaften lernen können" bietet er, wie auch schon in seinen vorherigen Büchern ein breites Sammelsurium an Wissen und Erfahrungen, die er auf seinen Forschungsreisen gesammelt hat. Dabei gliedert Diamond das Buch in folgende Abschnitte: "Wegbereitung durch Raumaufteilung" (Thema: Handelsbeziehungen, Territorialverhalten,etc.), "Frieden und Krieg" (Formen des Schadensersatzes/Justiz, Kriege), "Jung und Alt" (Erziehung, Umgang mit Alten), "Gefahr und Reaktion" (Urängste, etc.), "Religion, Sprache und Gesundheit".
Durch diese Vielzahl an Themen erlangt der Leser zahlreiche neue Erkenntnisse, wie man die Welt ein kleines Stückchen besser machen könnte.

Mir stellte sich jedoch die Frage: "Ist das wirklich alles Neuland?"
Ich jedenfalls habe den Eindruck, dass viele der Tipps, die Jared Diamond in seinem Buch der westlichen Gesellschaft gibt, bereits in ähnlichen Büchern gegeben wurden.

Dennoch ist das Buch gut zu lesen und vermittelt dem Leser ein umfangreiches Wissen in verschiedensten gesellschaftlichen Themen.
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11 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Ärgerlich breitgetreten, 4. Februar 2013
Rezension bezieht sich auf: Vermächtnis: Was wir von traditionellen Gesellschaften lernen können (Gebundene Ausgabe)
Die Vergleiche und Erkenntnisse, die Diamond darstellt, sind sicher interessant, dazu steht genügend in den bisherigen Rezensionen. Extrem ärgerlich ist das Aufblähen dieser Aussagen auf ein Vielfaches des Nötigen. Man kann auch bei populärwissenschaftlichen Büchern ein Minimum an Allgemeinwissen beim Leser voraussetzen, was zu einem Buch mit 600 Seiten Umfang weniger geführt hätte. Nicht nur daran bemerkt man leider deutlich den amerikanischen Autor, schlimmer noch ist die Tatsache, dass er es offensichtlich für notwendig erachtet, sich seitenlang für eine wissenschaftliche Untersuchung von Religiösität zu rechtfertigen. Was bleibt, sind Allgemeinplätze wie z.B. über unsere ungesunden Ernährungsgewohnheiten und einige wirklich interessante Vergleiche, wo zivilisatorischer Fortschritt tatsächlich eine Verbesserung darstellt (medzinische Versorgung, Konfliktbewältigung) und wo nicht (Soziales Verhalten, Kindererziehung, Eigenverantwortung). Hat man alles auch schon vorher gewusst, interessant allenfalls durch den Blick auf die amerikanische Gesellschaft, den der Autor (teilweise unfreiwillig) gewährt.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Diamond Vermächtnis, 18. Dezember 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Vermächtnis: Was wir von traditionellen Gesellschaften lernen können (Gebundene Ausgabe)
Eine sehr spannende Art des Kulturvergelchs zwischen traditionellen und modernen Gesellschaften. Man erfährt viel über uns, wenn man die frühhistorischen Wege der Menschheit, also unserer Vorfahren, vergelciht mit der Art, wie wir jetzt leben.
Wer sich dafür interessiert, dem kann das Buch sehr emphohlen werden, obwohl es einige Längen hat.
Dr.Lothar Kraft
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4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wieder (fast) am Stück durchgelesen., 10. Dezember 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Vermächtnis: Was wir von traditionellen Gesellschaften lernen können (Gebundene Ausgabe)
J. Diamond kann wissenschaftliche Themen lesbar verpacken wie kein anderer. Seine Schilderungen der Lebenskonzepte und Sozialordnungen in Neu-Guinea beleuchten unsere Vorstellungen von Zusammenleben neu und erweitern den Horizont ungemein.
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0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Vermächtnis, 5. Juni 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Vermächtnis: Was wir von traditionellen Gesellschaften lernen können (Gebundene Ausgabe)
...nicht mehr Erfahrungen als im Teil des Verkäufer-Feedbacks angekreuzt; was verlangte Rezensionen zum erworbenen Artikel angeht, so kann und will ich keine abgeben: das wäre nach meinem Verständnis eine unbezahlte Arbeit von recht hohem Aufwand und es wäre immer äußerst subjektiv; da ohnehin von Amazon ein Käuferprofil erstellt wird, würde auch eine solche Aktivität sich erübrigen; Re.
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3 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Diamond ist DER MENSCH, wo man über das "woher kommen wir, wer sind wir, wohin gehen wir?", 5. Januar 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Vermächtnis: Was wir von traditionellen Gesellschaften lernen können (Gebundene Ausgabe)
Diamond ist DER MENSCH, wo man über das "woher kommen wir, wer sind wir, wohin gehen wir?" Wichtiges erfahren kann. Und jeder Rassismus in Richtung "wir Weissen sind die überlegene Rasse" wird wissenschaftlich fundiert entkräftet. Soas spukt ja immer noch in den Köpfen mancher Menschen herum. Wir hatten einfach Glück - geographisch, von der Vegetation und von der Fauna her.
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3 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Viel heiße Luft, 8. März 2013
Rezension bezieht sich auf: Vermächtnis: Was wir von traditionellen Gesellschaften lernen können (Gebundene Ausgabe)
Die ersten 200 Seiten des Buches sind meistens unterhaltsam geschrieben und völkerkundlich leidlich interessant. Auf den ingesamt 534 Seiten Text werden dann aber viele medizinische Theorien vertreten, die so ausschließlich nicht stimmen. Man erkennt die Absicht des Autors, den Leser zu einer besseren Lebensführung zu veranlassen, und dies leider mit vielen Wiederholungen und seltsamen persönlichen Ansichten, die medizinisch so nicht haltbar sind. Man erkennt die Absicht und die Lektüre wird im letzten Drittel des Buches immer ärgerlicher, weil insbesondere abstruse Ideen, wie die einer Diabetes-"Epedemie" in Europa vor ca. 300-400 Jahren Nonsense sind. Die Hinweise zum guten Essen findet man seit Jahren in jeder Illustrierten, dafür bedarf es nicht eines teuren Buches eines emeritierten Professors. Also viel Bamales, ingesamt hätten 200 Seiten gut ausgereicht.
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Vermächtnis: Was wir von traditionellen Gesellschaften lernen können
Vermächtnis: Was wir von traditionellen Gesellschaften lernen können von Jared Diamond (Gebundene Ausgabe - 25. Oktober 2012)
EUR 24,99
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