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5.0 von 5 Sternen Ein kleiner Zauberberg!, 4. September 2011
Von 
Heino Bosselmann "Heino Bosselmann" (Rützenfelde, Mecklenburg-Vorpommern) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Neue Herrlichkeit: Roman (Taschenbuch)
In gewisser Weise handelt es sich mit diesem Roman im Format einer längeren Erzählung um einen kleinen 'Zauberberg' der DDR Endzeit. Im Mittelpunkt steht allerdings kein Sympath in Person eines Hans Castorp, der die Projektsfläche abgäbe für den letzten Streit der Richtungen, sondern ein schlaffes, an der eigenen dysfunktionalen Familie und einem Übervater degeneriertes Funktionärssöhnchen, das im Abseits eines Ferienheims eigentlich seine Dissertation schreiben soll, um so die Diplomatenkarriere zu forcieren. An wissenschaftlicher Arbeit bewältigt der junge Kösling allerdings nicht eine einzige Seite. Sofort eingesponnen von dem aus der Zeit gefallenen märkischen Ort und abgeschnitten von einem Wintereinbruch, betätigt sich der unfähige Doktorrand als Verführer eines Zimmermädchens, das in der 'Neuen Herrlichkeit' genauso feststeckt wie alle andern Angestellten und Gäste. Er manipuliert das Mädchen ebenso wie sich selbst, begehrt es nur als Kompensation für eigenes Unvermögen und ist dabei echter Gefühle überhaupt nicht fähig. Im Hintergrund dräut stets die neurotische Mutter; die im Heim ansässige Witwe eines legendären Großkommunisten betätigt sich esoterisch und und mit süßlich-ältlicher Kitschromantik als Kupplerin; der einzige Konkurrent, ein als Hausmeister arbeitender Systemaussteiger und leibhaftiger Gegenentwurf zum Helden, wird ausgebremst, die gute, aber bei der Schürzenjägerei im Wege stehende Großmutter der Umworbenen in ein Altersheim abgeschoben, das eher einem Totenhaus gleicht. Ja, es handelt sich hier um eine Satire, aber um eine der traurigen Sorte. Wenn man lächelt, dann nur auf die melancholische Weise wie bei Tschechows Stücken. Ich halte das Buch für einen echten Geheimtip. Es erschließt die kalte Stimmung der Stagnation und skizziert ein tragisch verkommenes System, ohne auch nur eine Moralisierung oder Betroffenheitsübung nötig zu haben. Literarisches Schmuckstück, absolute Empfehlung!
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5.0 von 5 Sternen Ein Roman, der das raunende Unperfekt der Gesellschaft in der DDR schonungslos zur Sprache bringt, 15. Oktober 2013
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Neue Herrlichkeit: Roman (Taschenbuch)
Der Versuch einer Einmischung, als den de Bruyn sein gesamtes Schreiben betrachtet, führt im Falle von "Neue Herrlichkeit" zu einem politischen Zeitroman, der die Kritik an den Verhältnissen in der DDR in den Mittelpunkt einer schonungslosen Darstellung rückt.
Siehe meine ausführliche Besprechung des Romans:
Gwosc, Detlef; Das raunende Unperfekt der Gesellschaft zur Sprache bringen: Günter de Bruyns Roman "Neue Herrlichkeit". In: Tate, Dennis (Hrsg.); Günter de Bruyn in Perspective (German Monitor 44). Editions Rodopi, Atlanta-Amsterdam 1999. S. 101-117
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Neue Herrlichkeit: Roman
Neue Herrlichkeit: Roman von Günter de Bruyn (Gebundene Ausgabe - 1. März 1984)
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