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15 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen mein favorit unter den wenderomanen
bis zum heutigen tag habe ich keinen roman gelesen, der die zeit 1989/90 besser beschreibt als brussigs <wie es leuchtet>. als ich dieses buch las, fühlte ich mich selbst in die zeit von damals zurückversetzt wie bei keinem anderen ähnlich gearteten buch.

ich war beim erscheinen des hardcovers bei einer lesung, ohne das buch zu kennen. aber...
Veröffentlicht am 8. August 2006 von frenchquarter

versus
3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Viel Wende, wenig Wendepunkte
Thomas Brussigs "Wie es leuchtet" handelt von der Wende, von der Umbruchstimmung in der ehemaligen DDR über den Mauerfall bis hin zur Wiedervereinigung. Um ein möglichst umfassendes Bild der damaligen Verhältnisse zu schaffen, das alles einschließt, was dem Autor wichtig ist, kreiert dieser eine Vielzahl von handelnden Personen. Und genau das ist der...
Veröffentlicht am 7. April 2010 von Cats


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15 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen mein favorit unter den wenderomanen, 8. August 2006
Rezension bezieht sich auf: Wie es leuchtet: Roman (Taschenbuch)
bis zum heutigen tag habe ich keinen roman gelesen, der die zeit 1989/90 besser beschreibt als brussigs <wie es leuchtet>. als ich dieses buch las, fühlte ich mich selbst in die zeit von damals zurückversetzt wie bei keinem anderen ähnlich gearteten buch.

ich war beim erscheinen des hardcovers bei einer lesung, ohne das buch zu kennen. aber was brussig da vorlas, machte mich mehr als neugierig. ich war gefangen beim lesen und wollte nicht mehr aufhören. was kann einem autor besseres passieren. und die problematik, daß es eigentlich keine hauptfigur gibt, kann man getrost bei seite lassen. alle sind sie hauptpersonen, ob sie lena heißen, wilder willi, kathleen bräunlich leo lattke oder albino und und und. sie alle spiegeln das besondere dieser zeit wider, in der alles und nichts möglich schien. da springen erfolgversprechende autoren in den tod, da wird die erste silvesterfeier am brandenburger tor beschrieben, als wäre man selbst dabei gewesen. brussig spart seinen humor auch nicht aus (siehe solimarke/kathleen bräunlich, aber es gibt da noch mehr stellen). er greift aber auch die politische lage auf. besonders bleibt der erste ostdeutsche wahlkmapf hängen mit den coca cola büchsen , die interessanter schienen als politische programme. und haben wir nicht alle nach dem westgeld geschielt und die möglichkeiten, die man damit hatte? und wieviele glaubten, daß man die ddr von innen hätte reformieren können.

brussig beschreibt das alles so real, und das gerade für leute, die das alles miterlebt haben. die westdeutschen protagonisten lattke und der sogenannte albino werden schonungslos beschrieben, das man gleichzeitig symphathie und mitleid empfindent. und es sind die ganzen zahllosen details, die dieses buch so wertvoll machen(siehe transen, mauerfall etc.).

gleich, was die ganze presse loslies, den roman teilweise verriß, ihn mit grass weites feld verglich. vergeßt das alles und lest dieses buch. es hat zwar nie diesen hype von ingo schulzes neue leben erfahren. aber ich habe nie verstanden, warum das so war. brussigs bilder waren in meinem kopf lebendiger und ich konnte mehr mit den protagonisten anfangen. man gönnt lena alles gute und freut sich mit dem fall des aufstrebenden hoteldirektors. wer hat damals nicht alles vom schnellen geld und ruhm geträumt.

dieses buch muß man lesen. es ist zeitgeschichte und sehr gute unterhaltung zugleich. für mich wird sich jeder kommende roman brussig mit diesem messen lassen.
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13 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kaufen Sie dieses Buch nicht, wenn..., 26. Januar 2005
Rezension bezieht sich auf: Wie es leuchtet: Roman (Gebundene Ausgabe)
Ja, kaufen Sie dieses Buch nicht, wenn Sie bei "Sonnenallee" vor Lachen fast vom Stuhl gefallen sind, und das nun wieder erwarten. Kaufen Sie dieses Buch auch nicht, wenn Sie weder ein bißchen Wissen über noch großes Interesse für die deutsche Einheit haben. Zumindest vorsichtig mit einem Kauf sollten Sie auch sein, wenn Sie finden, dass Sven Regener der größte deutsche Autor und "Herr Lehmann" das wichtigste deutsche Buch der Gegenwart ist. Trifft das alles nicht auf Sie zu, dann KAUFEN SIE DIESES BUCH. Es ist ein Meisterwerk.
Thomas Brussig hat eigentlich einen Dokumentarfilm geschrieben, der eine handvoll Menschen ein Jahr lang begleitet. Und in diesem einen Jahr geht für alle diese Menschen ein altes Leben zu Ende, und ein neues beginnt. "Short Cuts" auf ostdeutsch, zu Papier gebracht mit viel Liebe für die Sprache, die Details und vor allem die Personen. Anfänglich etwas sperrig und distanziert, im Verlauf immer lockerer und intimer nähert man sich an die Protagonisten an, und am Ende mag man sogar Leo Lattke - obwohl der Sauhund sich an Lena rangemacht hat!
Und "Wie es leuchtet" gelingt noch etwas, woran fast alle anderen Bücher scheitern: es hat ein wunderbares Ende. Kitschig, pathetisch, wenig realistisch, todtraurig und überhaupt nicht ostdeutsch - aber es leuchtet!
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Tolle Bücher von T. Brussig, 23. April 2007
Rezension bezieht sich auf: Wie es leuchtet: Roman (Taschenbuch)
Ich bin polnische Studentin und ich bin von Brussigs Büchern begeistert. Es geht in den Büchern um die Wende und Wiedervereinigung. Diese Zeit ist auch komische Art und Weise dargestellt und deswegen liest man die Bücher mit Vergnügen. Auch für eine Ausländerin wie ich macht es Spaß. Auch das Buch "Wie es leuchtet " ist empfehlenswert. Obwohl es viele Personen und Protagonisten gibt, habe ich "mich nicht verlaufen". Alles wurde sehr lebendig und interessant dargestellt. Schade, dass nicht jeder Pole die Bücher von Brussig lesen kann. Nur ein Buch wurde bis heute ins Polnische übersetzt.

Ich bin schon gespannt auf das neue Buch Berliner Orgie".

Mit freundlichen Grüßen

Katarzyna Kwiatkowska
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Poetik der Wende, 28. Oktober 2005
Rezension bezieht sich auf: Wie es leuchtet: Roman (Gebundene Ausgabe)
Thomas Brussigs Roman "Wie es leuchtet" ist die wunderbare Schilderung von Menschen und Ereignissen rund um die Jahre 1989/90.
In tollen, poetischen Bildern setzt der Autor den großen und kleinen Leuten ein Denk(!)mal, die mit Ihren Träumen und Taten den Herbst 1989 gestaltet haben. Der Autor wäre nicht Thomas Brussig, wenn er nicht auch mit Wortwitz und satirischer Übertreibung arbeiten würde, wenn etwa der Palasthoteldirektor Alfred Bunzuweit aufgrund Körperfülle und Ernährung immer wieder mit dem reichhaltigen Austritt von Körpergasen zu kämpfen hat oder der "Sohn" des VW-Vorstandsvorsitzenden, der Hochstapler Werner Schniedel, die Direktion des Sachsenring-Werkes dazu bringt, diverse neue Trabbis zu Schrott zu fahren.
Die eigentlichen Helden des Romanes aber sind Lena, die Physiotherapeutin aus Karl-Marx-Stadt und ihr großer "Bruder", der mit seiner Lomo einzigartige Bilder erschafft. Gemeinsam mit dem recht überheblich wirkenden westdeutschen Starreporter Leo Lattke bilden die Beiden das zentrale Element der Erzählung.
"Wie es leuchtet" ist ein Entwicklungsroman, ein breites Panorama einer spannenden Zeit, ein Roman über Menschen, Träume, Wirklichkeiten, ein Buch voller Tragik, voller Komik, ein Buch, das zum Lachen anregt wie zum Nachdenken, ein Buch wie das Leben!!!
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wende-Wälzer mit Pfiff, 23. Mai 2007
Rezension bezieht sich auf: Wie es leuchtet: Roman (Gebundene Ausgabe)
"Alles was ich über diese Zeit weiß, weiß ich von deinen Bildern". Das sagte Lena einst und daran erinnert sich Lenas großer Bruder im Prolog des Romans. Der Ausspruch schlängelt sich immer wieder durch die 600 Seiten des Romans "Wie es leuchtet". Aber welche Zeit und welche Bilder sind gemeint? Das aufregende Jahr, über das im Roman erzählt wird, beginnt am 11. August 1989 und endet im Hochsommer 1990. Es ist das Wendejahr, das Thomas Brussig mit all seinen Höhen und Tiefen wieder lebendig werden lässt. Zahlreiche Figuren, deren Verbindungen erst nach und nach sichtbar werden, überschreiten viele Grenzen. Aber nicht nur die Grenzen zu neuen Ländern.
Da ist die rollschuhlaufende Lena, deren Revolutionslied "Warum können wir keine Freunde sein" im Herbst 89 die Hitparaden stürmt. Meist ist ihr sogenannter großer Bruder bei ihr. Er ist Fotograf und hält dieses hektische Jahr 1989/1990 mit seiner Leica-Kamera fest. Lenas großer Bruder wird schließlich von Star-Journalist Leo Lattke unter die Fittiche genommen und darf für ein großes Hamburger Magazin die Bilder knipsen.
Die Zeit bis zum 9. November 1989 spielt vorwiegend in der Hauptstadt der DDR und in ausgewählten Städten der Zone - in Karl-Marx-Stadt und Zwickau. Aber auch Ungarn, beliebtes Urlaubsziel der Zonenbewohner und neuerdings Ausgangspunkt der Massenfluchten, spielt eine Rolle.
Die Nachricht vom Mauerfall kommt den meisten wie ein "Hörspiel auf allen Sendern" vor, dennoch befindet sich Berlin im Ausnahmezustand. Es geht ein Leuchten durch die Stadt, durch das Land aber vor allem durch die Gesichter der Menschen.
Es beginnen, um mit Willi Brandts Worten zu sprechen, "die Winde der Veränderung über Deutschland zu wehen". Und diese versprechen sowohl Gutes als auch Böses.
Da ist von den ersten freien Wahlen im März 1990 die Rede, ein Ereignis, das ein Ossi bis dato nicht kannte. Aber auch die "harte Währung", die am 1. Juli 1990 ausgegeben wird, ist für die "Hüben" ein wahrer Schatz und wird nicht gleich auf den Kopf gehauen. Aber das alles wird für Alfred Bunzuweit, Direktor des Berliner Fünf-Sterne-Palasthotels, zur Nebensache. Denn er erkennt, dass er einem 19-jährigen Albino auf den Leim gegangen ist.
Nach einer berauschenden Sylvesterparty am Brandenburger Tor, "sehen" die Figuren des Romans ab 1990 endlich mehr von der Welt. Die einen zieht es nach Bayern, die anderen nach Amerika. Kaum raus aus der Tristesse der DDR, leuchtet die Welt für alle gleich viel heller. Besonders aber für Sabine Busse, die nach 31 Jahren der Blindheit ihr Augenlicht wiedererlangt.
Resumeé: Jeder der unzähligen Figuren meistert seinen eigenen Weg nach der Wende auf die eine oder andere Weise. Der eine schafft es, der andere nicht. Aber es wäre kein Roman von Thomas Brussig, wenn nicht hier und da der Schalk zum Vorschein käme: Figuren wie Leo Lattke oder Werner Schniedel sprechen für sich oder besser für ihre sexuelle (In)Kompetenz.
Alles in Allem ein sehr empfehlenswerter Roman, der auch die Schattenseiten der deutschen Einheit beleuchtet.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Dieses Buch leuchtet wirklich!, 3. März 2005
Rezension bezieht sich auf: Wie es leuchtet: Roman (Gebundene Ausgabe)
Endlich hatte ich Zeit, mein Weihnachtsgeschenk, den Roman "Wie es leuchtet" von Thomas Brussig, dem Autor der "Sonnenallee", zu lesen. Es geht im Buch um die Jahre 89/90, die für mich persönlich die spannendsten in meinem Leben waren, und Brussig schafft es, die Stimmung von damals auf über 600 Seiten wieder aufleben zu lassen. In Episoden streifen immer wieder die gleichen Personen das Geschehen. Sie scheinen auf magische Art und Weise miteinander verbunden. Dabei ist es teilweise urkomisch, bitterböse, melancholisch - das Buch lässt einen nicht mehr los. Jeder, der wirklich verstehen will was damals los war, abseits von Statistik und offizieller Berichterstattung, sollte dieses Buch lesen.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Schöne Alltagsepisoden im Prozess der Wende, 26. Februar 2009
Von 
D. Model "ILuvNY05" (Berlin, Berlin Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Wie es leuchtet: Roman (Gebundene Ausgabe)
Anhand verschiedener Einzelschicksale zeigt "Wie es leuchtet" von Thomas Brussig aus dem Jahr 2004 das Lebensgefühl vor, während und nach der Wende an. Verschiedene Unterthemen finden sich im Roman. Die Identitätskrise vieler DDR-Bürger, die nach der Wende nicht wissen, wie sie ohne ihr politisches System und ihre alten Traditionen leben und sich dem neuen System annehmen sollen, wäre hier als ein Punkt zu nennen. Betont wird dies mit Reaktionen auf den einsetzenden Kapitalismus, aber auch an speziellen Figuren wird es dingfest gemacht. Eine blinde Frau, die nach einer Operation wieder sehen kann, möchte viel lieber wieder in vollkommener Dunkelheit leben, da ihr Gehirn die Bilder nicht richtig zusammenzusetzen vermag. Sie ist nicht blind, kann aber auch nicht richtig sehen, sie ist weder das Eine noch das Andere. Transsexuelle treten in "Wie es leuchtet" ebenfalls auf und bekräftigen diesen Zwiespalt, nicht zu wissen, wer man ist.
Das Problem mit der Stasi vor der Wende findet im Roman auch Platz, obwohl er im Vergleich zu anderen Unterthemen eher angeschnitten wird. Das Nichtwissen, wer zu diesem Abhörsystem gehört, zeigt sich bei der Protagonistin Lena, die zuerst ihren "großen Bruder" verdächtigt, nach dem Mauerfall aber selbst als Anhängerin dieser Gruppe abgestempelt wird. Man sieht also, "Wie es leuchtet" ist themenreich besiedelt und setzt sich offensichtlich mit dem Prozess der Wende auseinander.

Bei diesem großen Spektrum an Seiten (605!) wirkt der Roman jedoch an vielen Stellen zu breitgetreten und in manchen Fällen sogar langatmig. Einzelne Kapitel hätten auch weggelassen werden können. Dazu gesellt sich eine große Figurenfülle. Mehrere Dutzend Einzelschicksale werden an genau so vielen Personen beschrieben. Das führt zu einem verwirrenden Textverständnis, da man oftmals nicht einzuordnen mag, wer wer ist. Ein Textsprung jagt den nächsten und das erleichtert das Lesen nicht gerade. "Wie es leuchtet" ist deshalb keine leichte Kost oder bloße Unterhaltungsliteratur. Man muss sich beim Lesen schon konzentrieren. Abschalten geht dabei unmöglich.
Dafür enthält der Roman viele witzige Alltagsepisoden aus dem Leben der Personen vor und nach der Wende und diese schaffen es, den Leser am DDR-Lebenstil teilhaben zu lassen. Man fiebert regelrecht mit.

Auch wenn "Wie es leuchtet" aufgrund seiner Figurenvielfalt nicht gerade leicht zu lesen ist, sorgen die interessanten und verschiedenen Charaktere dafür weiterzuschmökern. Eingebettet ist die Geschichte in ein euphorisches Lebensgefühl vor der Wende, dass sich in anschließende Enttäuschung wandelt. Es gibt ja viele Wenderomane, aber ein Buch mit diesem Aspekt gibt es wohl nicht so oft. Deshalb lohnt es sich, "Wie es leuchtet" zu lesen.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Komisches, Banales, Authentisches: Ein echter Brussig eben!, 18. Oktober 2009
Von 
Rezension bezieht sich auf: Wie es leuchtet: Roman (Gebundene Ausgabe)
Als ich noch in der Vorwärmphase zum großen Gedächtnisherbst anlässlich der 20. Jährung der Ereignisse um Mauerfall und Wiedervereinigung zu diesem Buch griff, ahnte ich noch nicht, dass sich zwischen diesen Buchdeckeln das Beste verbirgt, was zu diesem Thema bislang geschrieben wurde.
Thomas Brussig webt einen gigantischen Erzählteppich aus verschiedenen Handlungssträngen mit unterschiedlichsten Protagonisten. Diese lässt ihren Alltag und ihre jeweiligen Höhepunkte zwischen Sommer 1989 und Herbst 1990 erleben. Die Vielfalt der Charaktere hilft dabei, einer allzu sehr vereinfachten Perspektive zuvor zu kommen: Da ist der bedauernswert mittelmäßige Hoteldirektor, der wohl nur auf Grund parteipolitischer Erwägungen in seine Position gekommen ist, da ist die einfache Krankenschwester, die im Überschwang der Ereignisse Worte verfasst, die wenige Wochen später der Gefühlslage einer ganzen Nation Ausdruck verleiht, da ist der jugendliche Bohemien, der den Abbruch einer Opposition erlebt, nachdem sie tatsächlich einiges von dem erreicht, was sie sich erträumt hat.
Brussig erweckt die Bilder und die Geschichte(n) dieser Zeit zum Leben, wie nur er es kann. Die Skurilität und Eigenart seiner Charaktere (man beachte die Namenswahl!) erinnern an seine besten Kreationen, etwa bei "Helden wie wir". Seine Kenntnis und detaillierte Aufnahme der DDR-Realität lassen die Bilder der "Sonnenallee" auferstehen. Auch der Fußballliebhaber aus "Leben bis Männer" tritt hier zu Tage (1990 war auch das Jahr des letzten Deutschen Fußballweltmeistertitels).
Diese Mischung aus Groteske, Erzählung und historischem Roman machen dieses Werk zu einem unbedingten Muss der deutsch-deutschen Literatur!
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16 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein starkes Buch!, 29. November 2004
Von 
A. Gelbe (Berlin, Berlin Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Wie es leuchtet: Roman (Gebundene Ausgabe)
Der Anfang war am Besten, dachte ich. Sobald ich über die ersten Seiten hinaus gekommen war, war ich jedoch auf eine so schöne Weise gefesselt, dass ich las und las und las, im Bett, im Zug und im Stehen beim Umsteigen.
Las die Geschichte von Menschen, denen der Zusammenbruch ihrer gewohnten Strukturen den Boden unter den Füßen wegzieht und die sich gezwungener Maßen neu orientieren müssen, auf beiden Seiten des Landes. Las von Gewinnern und Verlierern, die so eindrücklich geschildert waren, dass ich sie als Persönlichkeiten deutlich vor mir sehen konnte. Erlebte mit, wie manche das als Chance begreifen und andere noch haltloser werden und wieder andere die Gelegenheit benutzen, sich zu bereichern an der Gutmütigkeit anderer. Und jeder muss Stellung beziehen, alle sind betroffen und alle auf unterschiedliche Weise. Gefühlslagen wurden plötzlich nachvollziehbar, Reaktionen verständlich, das ganze Ausmaß der „Katastrophe" ersichtlich. Geschichte war spürbar wohl auch für die, die nicht dabei waren und das getragen vom gewohnten, brussigschen Humor.
Ich musste mich korrigieren, die eigentliche Story übertraf ihren Beginn.
Und wieder war jeder Satz liebevoll zusammen gedrechselt, kein Wort einfach so dahin geschrieben. Die Pointen bahnten sich an auf gewohnt subtile Weise. Ein starkes Buch, gehaltvoll, weise und mit einer schönen Symbolik in den einzelnen Erzählfäden. Meine Liebste war die von der blinden Sabine Busse, die zwar vermarktet, aber immerhin operiert, theoretisch ihr Sehvermögen wieder erlangt, nur Sehen kann sie trotzdem nicht, weil sie sich weigert, ihr Blindsein aufzugeben, die Herausforderung sei zu groß meint sie und bleibt beim Altbewährten. Die Erzählung schließt mit der bedenkenswerten Frage, ob wir nicht Unglück produzierten, wenn wir allen geben, was fast alle haben...
Eine zweite Korrektur war notwendig, als ich an den Schluss des Buches gelangte. Selten haben mich Worte so ergreifen können und noch seltener habe ich eine so schöne Beschreibung dessen gelesen, was ich persönlich als eines der wirklich sinngebenden Elemente des Lebens beschreiben würde, nämlich das innere Leuchten, das dieses Leben reich macht und das wir selbst in der Hand haben.
Also vielen Dank Herr Brussig, es war mehr als Bereicherung! Und vielleicht war der Schluss ja doch am Besten.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen DER Wenderoman, 13. Februar 2006
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Wie es leuchtet: Roman (Gebundene Ausgabe)
DEN Wenderoman gibt es vielleicht gar nicht. Dazu war DIE Wende fuer jeden Beteiligten zu verschiedenartig. Aber dieses Buch von Thomas Brussig darf sich bis auf Weiteres m.E. mit diesem Titel schmuecken. Wie es Brussig gelingt, unterhaltsame, tragikomische, zum Bruellen witzige und zum Schmunzeln weise Geschichten zu einem Ganzen zu verbinden, ist einzigartig. Hier duerfte jeder Ostdeutsche seinen Spiegel finden, egal ob er karikiert, verlacht, gelobt oder bestaetigt wird (oder sich so fuehlt). Ein Buch, das mehr zum Verstehen der Geschehnisse auf der Strasse und im Herzen der Menschen '89 und '90 beitraegt, als manches andere, von den Kritikern vielleicht hoeher gelobte Werk ueber die "freie deutsche Jugend" der "Zonenkinder". Insofern auch unbedingt empfehlenswert fuer jeden Nicht-Ostdeutschen, der Interesse an seinen Mitmenschen und den Geschehnissen in der Welt hat.
Wer die Vorgaengerbuecher von Brussig (Sonnenallee, Helden wie wir) etwas oberflaechlich und abgeschmackt empfand (mir ging es zuweilen so), sollte sich nicht abschrecken lassen, mit "Wie es leuchtet" ist Brussig in eine neue Liga aufgestiegen.
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Wie es leuchtet: Roman
Wie es leuchtet: Roman von Thomas Brussig (Gebundene Ausgabe - 30. September 2004)
Gebraucht & neu ab: EUR 0,02
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